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Drohende Rezession: Deutschland wird hart getroffen – doch es gibt Hoffnung


Deutschland wird hart getroffen – doch es gibt Hoffnung

Von Ursula Weidenfeld

Aktualisiert am 16.08.2022Lesedauer: 3 Min.
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Diesmal wird Deutschland von der Rezession früher und härter betroffen sein als andere EU-Länder. Doch einige Bereiche könnten verschont bleiben.

Die Krisenerwartungen dieses Sommers sind womöglich stark übertrieben – so wie es vorher auch die Hoffnung auf den ganz schnellen und steilen Aufschwung nach der Corona-Krise war.

Der erste und wichtigste Hinweis sind der Gaspreis und der Füllstand der Speicher. Zwar ist Gas immer noch teurer als je zuvor, doch die am Montag beschlossene Gasumlage von 2,4 Cent pro Kilowattstunde wird wohl nicht in allen Unternehmen gebraucht.

Mit jedem Tag wächst der Spielraum Europas

Dazu kommt: Deutschland und Europa sind weniger erpressbar als zu Beginn des Sommers. Die Speicher werden schneller als vorgeschrieben gefüllt, Industrie und Verbraucher haben ihren Gasverbrauch vor allem in den vergangenen Wochen gedrosselt.

Ob die Gaspreise also tatsächlich bis weit ins nächste Jahr hinein ganz oben bleiben, ist längst nicht ausgemacht – zumal die Rezession selbst den Preisauftrieb dämpft. Und Gaslieferungen und Gaspreis sind immer noch das größte Risiko für die wirtschaftliche Erholung. Die gute Nachricht dabei ist: Mit jedem Tag wächst der Spielraum Europas, sinkt das Erpressungspotenzial Putins.

Die Weichen für den Aufstieg sind gestellt

Die Preise für Öl und andere Rohstoffe sind zuletzt sogar deutlich gesunken. Das hat zwar viel mit der Rezessionserwartung und sinkender Nachfrage zu tun. Doch auch die Liefermengen aus den USA und anderen Ländern – außer Russland – steigen.

Hält dieser Trend im Herbst noch an, wird der Druck auf die Inflationsrate nachlassen – und damit auch die Notwendigkeit für die Notenbanken, mit weiteren Zinssteigerungen in den Markt einzugreifen. Damit wären die Weichen für den nächsten Aufschwung früher gestellt als bisher erwartet.

Tourismus und Gastwirtschaften boomen

Anders als in früheren Rezessionen ist die Weltwirtschaft nicht gleichmäßig vom Konjunktureinbruch getroffen. Während große Teile der Industrie immer noch besonders unter den Energiepreisen und den immer neuen Corona-Lieferstopps aus China leiden, boomen Tourismus und Gastwirtschaften europaweit. Dass ausgerechnet die fußkranken Länder des europäischen Südens noch ganz gut dastehen, hat auch viel mit der Reisekonjunktur zu tun.

In den USA wird sogar darüber gestritten, ob es überhaupt eine Rezession gibt. Der Arbeitsmarkt floriert völlig unbeeindruckt von allen Abschwungsszenarien, die Aktienmärkte haben sich rasant von ihrem Einbruch am Beginn des Sommers erholt, und die Unternehmensgewinne sind ebenfalls sehr robust.

Deutscher Arbeitsmarkt zeigt sich robust

Auch der deutsche Arbeitsmarkt steht noch ganz ordentlich da. Weil die Dynamik in den einzelnen Branchen so unterschiedlich ist, steigt die Arbeitslosigkeit bis jetzt nur sehr langsam. Das hat einen enormen Stabilisierungseffekt für die Sozialkassen und den Staatshaushalt.

Anders als früher regelt der Staat seinen Finanzbedarf zwar auch diesmal über Schulden. Doch noch muss er die Kranken- und Rentenversicherung nicht über das übliche Maß hinaus bezuschussen.

Diesmal rutschen nicht alle Märkte gleichzeitig in den Keller

Der chinesische Markt macht den deutschen Firmen zwar im Augenblick keine Freude. Dafür aber ist der US-amerikanische in besserer Verfassung, obwohl die Notenbank in den USA die Zinsen früher und entschiedener angehoben und damit wohl auch die US-Wirtschaft in eine Rezession geschickt hat.

Doch gleichzeitig hat der Eurokurs gegenüber dem Dollar an Wert verloren, was den Export in die USA attraktiver und vor allem preiswerter macht. Anders als in der Finanz- und am Beginn der Corona-Krise rutschen diesmal nicht alle Märkte gleichzeitig in den Keller.

Es gibt noch immer Risiken

Klar, die Risiken für einen tiefen und langanhaltenden Einbruch sind immer noch da. Ein möglicher Konflikt mit China wegen der Taiwan-Frage, eine Ausweitung des Kriegs in der Ukraine, die anhaltenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran sind allesamt Faktoren, die die Rezession schnell zu einer neuen Weltwirtschaftskrise machen können.

Doch im Moment jedenfalls hat, so scheint es, niemand ein Interesse daran, die Lage eskalieren zu lassen. Dann könnte jedenfalls diese Krise moderat verlaufen – oder, wie die New York Times einen Beschäftigten zitierte: "Wenn das die Rezession ist, will ich das immer haben."

Ursula Weidenfeld ist Wirtschaftsjournalistin in Berlin. Ihr neues Buch heißt: Die Kanzlerin. Porträt einer Epoche.

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Verwendete Quellen
  • Kolumne von Ursula Weidenfeld
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