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Einzelhandel droht riesige Insolvenzwelle – Folgen der Corona-Krise

Bis zu 10.000 Firmen  

Einzelhandel droht riesige Insolvenzwelle

15.07.2020, 17:53 Uhr | mak, rtr

Einzelhandel droht riesige Insolvenzwelle – Folgen der Corona-Krise. Innenstadt von Würzburg (Symbolbild): Wegen der Corona-Krise könnten tausende Geschäfte in Deutschland schließen. (Quelle: imago images/Ralph Peters)

Innenstadt von Würzburg (Symbolbild): Wegen der Corona-Krise könnten tausende Geschäfte in Deutschland schließen. (Quelle: Ralph Peters/imago images)

Düstere Aussichten für den deutschen Einzelhandel: Durch den Lockdown und die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus fehlen der Branche Milliarden Euro an Umsatz. Tausende Geschäfte könnten schließen.

Nach einem Jahrzehnt mit konstantem Wachstum stürzt die Corona-Pandemie den deutschen Einzelhandel in eine tiefe Krise. Der Handelsverband (HDE) befürchtet für 2020 ein dickes Umsatzminus von vier Prozent. 

Der Nicht-Lebensmittel-Handel werde rund 40 Milliarden Euro Umsatz verlieren, schätzt der HDE."Die Kunden kommen nicht in der gewohnten Zahl, die Umsätze sinken dementsprechend weit unter Normalniveau", klagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth am Mittwoch in einer Video-Pressekonferenz mit Journalisten.

Er sieht zum Jahresende eine Pleitewelle auf den Wirtschaftszweig mit seinen insgesamt 300.000 Firmen und drei Millionen Beschäftigten zurollen. Die Branche erlebe den "stärksten wirtschaftlichen Einbruch seit dem Zweiten Weltkrieg".

Die Eindämmungsmaßnahmen im Frühjahr haben vielen Händlern das Geschäft verhagelt – Umsätze, die nicht zurückkommen, wie die Branche befürchtet. Sie wird laut HDE noch einige Jahre an den Folgen der Krise zu knabbern haben – und erst 2022 das Umsatzniveau von 2019 erreichen.

Modehäuser in Innenstädten sind besonders bedroht

Zwar hat der Lebensmittelhandel zeitweise durch Hamsterkäufe stark profitiert. Doch beispielsweise Textilläden mussten heftige Einbußen verkraften. "Das Frühlingskleid wird eben nicht im Sommer gekauft", erläuterte Genth. Zudem seien auch Geschäfte ins Internet abgewandert, was Läden in Innenstadtlagen zunehmend zu schaffen mache.

Vielen Kunden schwinde die Lust auf den Einkaufsbummel in Zeiten der Maskenpflicht und sozialen Distanzregeln – mit fatalen Folgen für den Handel. Unter Verweis auf die wegen der Pandemiefolgen bis Ende September ausgesetzte Pflicht zum Antrag auf Insolvenz sagte Genth: "Wir müssen leider davon ausgehen, dass eine Insolvenzwelle erst später zu erwarten ist – also letztendlich im Herbst und zum Jahresende."

Im Bereich außerhalb des Lebensmittelhandels könnte es letztlich 10.000 Einzelhändler treffen, warnte er. Als besonderes Sorgenkind gälten derzeit große Modehäuser in Innenstadtlagen, denen Laufkundschaft fehle."Wir sehen die Innenstädte mit Sorge", so Genth. Die Politik sei gefordert – mit Überbrückungsmaßnahmen für einen begrenzten Zeitraum.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche
  • Nachrichtenagentur Reuters
  • HDE-Pressekonferenz
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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