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Ausfuhr von Corona-Vakzinen: Merck-Chef Oschmann warnt vor "Impfstoffkrieg"


Ausfuhr von Corona-Vakzinen  

Merck-Chef warnt vor "Impfstoffkrieg"

22.03.2021, 16:41 Uhr | dpa-AFX

Ausfuhr von Corona-Vakzinen: Merck-Chef Oschmann warnt vor "Impfstoffkrieg". Corona-Vakzin von Astrazeneca (Symbolbild): Der Chef des Pharmaunternehmens Merck warnt vor einem "Impfstoffkrieg". (Quelle: imago images/Scanpix)

Corona-Vakzin von Astrazeneca (Symbolbild): Der Chef des Pharmaunternehmens Merck warnt vor einem "Impfstoffkrieg". (Quelle: Scanpix/imago images)

Die Chefin der EU-Kommission, Ursula von der Leyen, hat mit Ausfuhrbeschränkungen für Corona-Impfstoffe gedroht. Der Chef des Pharmakonzerns Merck kritisiert das scharf – und warnt vor Exportstopps.

Der Chef des Darmstädter Pharma- und Chemiekonzerns Merck, Stefan Oschmann, warnt vor möglichen Exportbeschränkungen für Impfstoffe aus der EU. "Das ist eine sehr gefährliche Entwicklung, über die ich mir große Sorgen mache. Ein Impfstoffkrieg wird allen schaden", sagte der Manager dem "Handelsblatt" (Montag).

Die Europäische Union lässt bisher die Ausfuhr von Corona-Impfstoffen zu, obwohl in der EU Mangel herrscht. Das könne man den Bürgern kaum noch erklären, hatte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen kürzlich gesagt und mit weiteren Exportbeschränkungen, vor allem gegen Astrazeneca AstraZeneca Aktie und Großbritannien, gedroht.

Von der Leyen hatte auch neue Exportauflagen ins Spiel gebracht und dabei auch Exporte in solche Länder infrage gestellt, in denen ein höherer Anteil der Bevölkerung geimpft ist als in der EU – das wären auch die USA.

US-Regierung könnte europäische Pharmaindustrie "lähmen"

Dass die Vereinigten Staaten Millionen Impfdosen von Astrazeneca lagern, obwohl ihn die US-Arzneimittelbehörde FDA noch gar nicht zugelassen hat, verteidigte Oschmann: "Mit Blick auf eine erwartete Markteinführung für ein solches Produkt ist das durchaus rational."

Merck produziert unter anderem Einweg-Reaktoren und Filter für die Biotech- und Impfstoffproduktion überwiegend in den USA. "Wenn die EU jetzt anfängt, Exportverbote in die USA zu verhängen, könnte die US-Regierung darauf leicht reagieren und vieles in der europäischen Pharma- und Biotechindustrie lähmen", befürchtet der Merck-Chef.

Auch Arzneimittel-Verband warnt vor Exportbeschränkungen

Auch der Verband Forschender Arzneimittelhersteller (Vfa) warnte vor Exportstopps. Für einen Corona-Impfstoff brauche man Hunderte Bestandteile und Hilfsmittel, die von überall auf der Welt geliefert und in Vorbearbeitungsstufen zwischen verschiedenen Ländern ausgetauscht würden.

Wenn nun immer mehr Länder zu einseitigen Exportstopps griffen, komme irgendwann die ganze Logistikkette ins Straucheln, so der Vfa. "Das können weder Deutschland noch die EU, obwohl sie starke Produktionsstandorte sind, wegstecken."

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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