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Mehr als eine Milliarde Euro für externe Berater – Seehofer ist Spitzenreiter

Seit 2017  

Bund gibt mehr als eine Milliarde für externe Berater aus

23.09.2021, 11:23 Uhr | dpa

Mehr als eine Milliarde Euro für externe Berater – Seehofer ist Spitzenreiter. Bundesinnenminister Horst Seehofer und Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (beide CSU): Seehofer gab eine Milliarde für externe Berater aus. (Quelle: imago images/photothek)

Bundesinnenminister Horst Seehofer und Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (beide CSU): Seehofer gab eine Milliarde für externe Berater aus. (Quelle: photothek/imago images)

Teure Expertise für die Regierung: Der Bund gab seit 2017 mehr als eine Milliarde Euro für externe Berater aus. Ein Ministerium beanspruchte allein knapp die Hälfte der gesamten Beraterkosten.

Die Bundesregierung hat seit 2017 mehr als eine Milliarde Euro für externe Berater ausgegeben. Das geht aus einer Antwort des Finanzministeriums auf eine Anfrage des Linken-Abgeordneten Matthias Höhn hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Spitzenreiter bei den Investitionen in Expertise von außen waren das Innenministerium unter Horst Seehofer (CSU) mit mindestens 492,9 Millionen Euro, das Verkehrsministerium unter Andreas Scheuer (ebenfalls CSU) mit 196,9 Millionen Euro und das Finanzministerium unter Olaf Scholz (SPD) mit 121,7 Millionen Euro.

Höhn hatte die Regierung nach den Ausgaben für externe Beratungs- und Unterstützungsleistungen seit Beginn der Wahlperiode am 24. Oktober 2017 bis zum 31. Juli 2021 gefragt. Teilweise beinhalten die Angaben der einzelnen Ministerien aber das gesamte Jahr 2017. Das ist zum Beispiel beim Verkehrsministerium der Fall.

Die geringsten Ausgaben für Expertise von außen meldeten das Arbeitsministerium mit 2,5 Millionen Euro und das Kanzleramt mit 3,3 Millionen Euro. Unter dem Strich wurden seit 2017 mindestens 1,073 Milliarden Euro für die externe Unterstützung ausgegeben.

Externe Berater sind umstritten

Das Engagement von Unternehmensberatern und anderen Experten von außen durch die Bundesregierung ist hoch umstritten. Kritiker meinen, dass der Einkauf von Sachverstand zu teuer und angesichts der Tausenden Mitarbeiter in den Ministerien auch nicht zwingend notwendig sei. Zudem wird zu großer Einfluss auf die Regierungsarbeit befürchtet.

Befürworter versprechen sich dagegen in ganz unterschiedlichen Bereichen einen Mehrwert durch den Blick von außen oder setzen Experten für Spezialaufgaben ein, für die keine festen Mitarbeiter benötigt werden. Das kann zum Beispiel für Aufgaben im IT-Bereich gelten.

Höhn attestierte der Regierung von Union und SPD eine "verheerende Bilanz" bei den Beraterausgaben zum Ende der Legislaturperiode. "Die nächste Bundesregierung muss endlich vollständige Transparenz über die Tätigkeit dieser Unternehmen in den Ministerien und Behörden herstellen und deren Einfluss auf politische Entscheidungsprozesse massiv zurückfahren", forderte er.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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