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Der Einzelgänger und sein Imperium

  • Nele Behrens
Von Nele Behrens

Aktualisiert am 27.04.2022Lesedauer: 4 Min.
Tesla-Chef Elon Musk teilt die Menschen laut seinem Biographen in zwei Kategorien ein: Menschen, die für ihn sind, und jene, die ihm im Weg stehen.
Tesla-Chef Elon Musk teilt die Menschen laut seinem Biografen in zwei Kategorien ein: Menschen, die für ihn sind, und Menschen, die ihm im Weg stehen. (Quelle: Political Moments/imago-images-bilder)
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Er hat zugeschlagen: Mit Twitter verleibt sich der Elon Musk das nächste Unternehmen ein – gegen deutlichen Widerstand. Genau darin liegt der Schlüssel für den Erfolg seines Firmenuniversums.

Es gibt verschiedene Wege, mit Rückschlägen umzugehen: Manche Menschen geben auf, andere versuchen, aus ihren Fehlern für die Zukunft zu lernen. Und dann gibt es noch Menschen wie Elon Musk: Sie werden einfach noch verbissener in ihrem Streben.

Der Erfolg scheint ihm recht zu geben: Der extravagante Unternehmer ist mit einem Vermögen, das auf eine Summe zwischen 219 bis 264 Milliarden US-Dollar geschätzt wird, der reichste Mensch der Welt.

Anders als seine Konkurrenten um den Platz an der Spitze der Milliardärsliste – etwa Mark Zuckerberg oder Bill Gates – hat er seinen Reichtum nicht erlangt, indem er sich auf ein Spezialgebiet konzentriert hat. Stattdessen blickt Musk in seiner Unternehmensgeschichte auf ein regelrechtes Firmenimperium – in das sich mit dem Kurznachrichtendienst Twitter nun voraussichtlich ein weiteres Glied einreiht.

Musk entwickelte über Jahre ein buntes Firmennetz

Nicht einmal auf eine Branche hat Musk sich festgelegt: Er begann damit, Stadtführungen durch Metropolen an Zeitungen wie die "Washington Post" oder die "New York Times" zu verkaufen, und endet – zumindest in seiner Planung – eines Tages mit der Kolonialisierung des Mars.

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Musk Firmenimperium:

1995: Gründung von Zip2 mit seinem Bruder Kimbal Musk – die Brüder verkauften Software für Städteführungen an Onlinepräsenzen großer Zeitungen

1999: Gründung des Zahlungsdienstleister X.com, der ein Jahr später mit dem Konkurrenten Confinity, gegründet von Peter Thiel, zu Paypal fusionierte.

2002: Gründung des Raumfahrtunternehmens Space X, der weltweit führende Anbieter für kommerzielle Weltraumstarts, besonders bei Satelliten.

2004: Musk steigt als Investor bei Tesla ein, vier Jahre später übernimmt er die Rolle des CEO.

2006: Musk gründet mit zwei Cousins, Peter Rive und Lyndon Rive, das Unternehmen Solarcity. Das Unternehmen konzipiert, vertreibt und installiert Solarstromanlagen.

2015: Mit der Stiftung Open AI will Musk künstliche Intelligenz erforschen, drei Jahre später zog sich der Multimilliardär wegen Meinungsverschiedenheiten aus dem Board zurück.

2016: Musk gründet das Tech-Unternehmen Neurolink – und will damit eine Schnittstelle zwischen dem menschlichen Gehirn und Maschinen ermöglichen.

2016: Im selben Jahr knöpft sich Musk mit "The Boring Company" auch den öffentlichen Nahverkehr vor. Er kündigt unter anderem an, Hyper-Loop-Tunnels zu bauen, etwa zwischen New York und Philadelphia.

Die Schlüsseleigenschaften des Erfolgs

Doch wie legt ein Mensch einen solchen Weg zurück? Drei Eigenschaften scheinen sich durch Musks Lebensgeschichte zu ziehen:

  • Eine Einsatzbereitschaft, die an Wahnsinn grenzt,
  • ein Unternehmergeist, der teilweise Züge von Kontrollzwang annimmt,
  • und eine Vision, die manche wohl als Unverbesserlichkeit beschreiben würden – wäre der Mann damit nicht so erfolgreich gewesen.

Oder, etwas platter ausgedrückt: Das Genie ist meist nicht weit vom Wahnsinn entfernt.

Der gebürtige Südafrikaner scheint anders mit Rückschlägen umzugehen als der durchschnittliche Mensch. Nie hat Ablehnung ihn dazu bewegt, etwas an seiner Herangehensweise oder seinem Umgang mit Menschen zu ändern. Stattdessen hat er seinen Weg noch leidenschaftlicher verfolgt.

Musk teilt Menschen in zwei Kategorien ein

Bereits in der Schule soll Musk als Besserwisser aufgefallen sein, schreibt der Wirtschaftsjournalist Ashlee Vance. Vance hat insgesamt 40 Stunden mit dem extravaganten Unternehmer verbracht und 200 Gespräche mit Mitarbeitern und Familienangehörigen geführt. Das Bild in seiner Musk-Biografie ist eindeutig: Der Unternehmer sei ein Einzelgänger – ein getriebener, ein rastloser noch dazu.

Schon in jungen Jahren habe Musk aus den brutalen Mobbingattacken gegen ihn vor allem einen Schluss gezogen: Die Menschen waren entweder für ihn oder sie standen ihm in Weg, so Vance.

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Das erklärt viele Momente in seiner späteren Karriere: Musk will nicht die Kontrolle abgeben. Bei Tesla soll sich der Unternehmer in unzählige Detailfragen eingebracht haben, von der Form der Scheinwerfer bis hin zum Design der Sitzkissen. Bei seinen Mitarbeitern gilt er als "extremer Mikromanager".

Musk Kompromisslosigkeit ließ ihn bei Paypal scheitern

Das führt auch zu Problemen: Immer wieder trennen sich Manager von Musk oder er zieht sich selbst zurück, wie im Fall seiner KI-Stiftung Open AI. Erst im vergangenen Jahr verließ der Co-Gründer von Neurolink das Unternehmen, ohne weitere Gründe zu nennen.

Zu Beginn seiner Karriere kostete das Musk sogar den Job: Seine Mitstreiter bei Paypal verloren über seine Alleingänge nach nicht einmal einem Jahr die Geduld mit Musk und feuerten ihn kurzerhand, als er für zwei Wochen verreist war. Der neue CEO von Paypal war daraufhin Mitgründer Peter Thiel, der die Firma an die Börse brachte.

Peter Thiel im Gespräch mit Philipp Rösler (Archiv): Der Unternehmer bot Musk bei Paypal Anfang der 200er die Stirn – und gewann.
Peter Thiel im Gespräch mit Philipp Rösler (Archiv): Der Unternehmer bot Musk bei Paypal Anfang der 200er die Stirn – und gewann. (Quelle: Raphael Huenerfauth/imago-images-bilder)

Die 1,5 Milliarden US-Dollar, die Musk als größter Anteilseigner später beim Verkauf seiner Anteile erzielte, dürften den Frust über das Ausscheiden aus dem Unternehmen gezähmt haben. Dennoch: Seinen Rückschlag bei Paypal nennt Musk als Motivator für seine neuen Gründungen.

Kaum jemand ist gut genug für Elon Musk

Fortan teilte er die Macht oft nicht mehr: Sowohl bei Tesla als auch bei Space X nimmt Musk selbst die Rolle des CEO ein – obwohl er häufiger betonte, externe CEOs gesucht zu haben. Allein: Niemand sei seiner Meinung nach für die Rolle geeignet.

Lediglich Größen wie Jeff Bezos oder Bill Gates würde er Space X anvertrauen, gestand er in einem Interview vor mehr als zehn Jahren. Auch bei Twitter schlug Musk zuletzt die Möglichkeit aus, lediglich ein Teil des Vorstands zu werden. Stattdessen kaufte er das Unternehmen für 44 Milliarden Dollar und will es nun von der Börse nehmen.

Einer der Auserwählten: Jeff Bezos hätte Musk vor einigen Jahren die Rolle als Space X CEO zugetraut – stattdessen hat sich der Amazon-Gründer mit Blue Origin zum Konkurrent im Weltraumgeschäft entwickelt.
Einer der Auserwählten: Jeff Bezos hätte Musk vor einigen Jahren die Rolle als Space X CEO zugetraut – stattdessen hat sich der Amazon-Gründer mit Blue Origin zum Konkurrent im Weltraumgeschäft entwickelt. (Quelle: Chuck Bigger/imago-images-bilder)

Laut Musk, der selbst besonders aktiv in dem sozialen Netzwerk aktiv ist, will er mit diesem Schritt die Meinungsfreiheit auf dem Kurznachrichtendienst garantieren. Festzuhalten bleibt aber auch, dass er auf diese Weise keinen Aktionären Rechenschaft leisten muss und die alleinige Kontrolle über das Unternehmen hat.

Kritiker straft Musk ab

Kritiker fürchten das besonders mit Blick auf die von Musk angesprochene Meinungsfreiheit: Denn Musk teilt offenbar in jedem Bereich seines Lebens Menschen in zwei Kategorien ein; welche, die für oder gegen ihn sind. Kritikern stellt er sich nicht, stattdessen hat er in der Vergangenheit seine große Anzahl an Fans bei Twitter gegen Journalisten aufgehetzt, die kritisch über den Unternehmer oder seine Marken berichtet haben.

Laut der britischen Zeitung "The Guardian" sei der größte Vorteil von Musks Reichtum für den Milliardär, dass er es sich leisten kann, "unglaublich nachtragend und kleinlich" sein zu können.

Einem Nutzer, der ein Tesla-Event auf Twitter öffentlich kritisierte, stornierte Musk vor einigen Jahren schlicht die Tesla-Bestellung. Journalisten vom ZDF erhielten vor Kurzem nicht einmal Zugang zur Werkseröffnung der ersten deutschen Gigafabrik in Grünheide bei Berlin – offenbar wegen der vorangegangenen kritischen Berichterstattung.

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Selbst Bill Gates fällt in Ungnade

Eines muss man Musk aber lassen: Bei seiner Kompromisslosigkeit gegenüber Kritikern unterscheidet er nicht zwischen Privatpersonen, Journalisten oder Multimilliardären.

So lehnte er erst vor wenigen Tagen eine Einladung von Bill Gates ab, gemeinsam an einem Projekt gegen den Klimawandel zu arbeiten. Musks Begründung? Der Microsoft-Chef hält eine 500 Millionen Dollar schwere Short-Position auf Tesla.

Es bleibt also abzuwarten, wie sich die impulsive Art Musks in Zukunft auf sein Imperium niederschlagen wird. Mit Twitter fügt er ein weiteres Unternehmen hinzu, in das er sich voraussichtlich mit viel Elan stürzen wird. Wie sich das auf Tesla und Space X – und die Meinungsfreiheit – auswirken wird, werden die kommenden Monate zeigen.

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