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Omikron-Lockdowns legen Chinas Wirtschaft lahm

Von afp, dpa, neb

Aktualisiert am 16.05.2022Lesedauer: 3 Min.
Schwerer Lockdown: In Metropolen wie Shanghai dürfen Millionen Menschen ihre Wohnungen nicht mehr verlassen.
Schwerer Lockdown: In Metropolen wie Shanghai dürfen Millionen Menschen ihre Wohnungen nicht mehr verlassen. (Quelle: VCG/imago-images-bilder)
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Lockdown mit Folgen: Die strikte Null-Covid-Strategie belastet Chinas Wirtschaft stark. Die Industrieproduktion fiel im April überraschend stark, die Arbeitslosigkeit erreicht fast das historische Hoch aus 2020. Die Konsequenzen spürt Deutschland mit Verzögerung.

Die strikten Beschränkungen durch Chinas Null-Covid-Strategie bremsen die zweitgrößte Volkswirtschaft stärker als erwartet. Die Industrieproduktion fiel im April überraschend um 2,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wie das Statistikamt in Peking berichtete. Auch die Einzelhandelsumsätze brachen deutlicher ein als von Analysten vorhergesagt, nämlich sogar um 11,1 Prozent. Zudem fielen die Sachinvestitionen schwächer als erwartet aus.

Das spüren auch die Chinesen deutlich: Die Zahl der Arbeitslosen stieg im April steil an und erreichte mit 6,1 Prozent fast einen Rekordwert, wie die Nationale Statistikbehörde mitteilte. Im Februar 2020, zu Beginn der Corona-Krise, hatte China eine Arbeitslosenquote von 6,2 Prozent – die höchste Arbeitslosigkeit, die China je ermittelt hat.

Die Zahlen deuten nach Ansicht von Experten darauf hin, dass der Abschwung in diesem Jahr stärker als erwartet ausfällt. "Die Daten für die Aktivitäten im April haben den Schaden durch die Lockdowns in Shanghai und anderen Teilen des Landes offengelegt", schrieben Chang Shu und Eric Zhu in einer Analyse der Nachrichtenagentur Bloomberg. "Die Auswirkungen sind viel breiter und tiefer als erwartet."

Logistikprobleme wird auch Deutschland spüren

Die Ankunft der sich schnell verbreitenden Omikron-Variante stellt die strikte chinesische Null-Covid-Strategie auf eine harte Probe. Zig Millionen Menschen in Metropolen wie Shanghai, Changchun oder der Provinz Jilin stecken seit Wochen in Lockdowns und dürfen ihre Wohnungen nicht verlassen. In Peking sind zahlreiche Nachbarschaften abgeriegelt. Die meisten Geschäfte und viele U-Bahnhöfe sind geschlossen. Millionen müssen im Homeoffice arbeiten.

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Die Folgen wird Deutschland in wenigen Wochen deutlich spüren, schätzen einige Experten. Denn durch die Beschränkungen ist der Frachtverkehr landesweit deutlich zurückgegangen. Lieferketten sind unterbrochen. Viele Betriebe mussten die Produktion einstellen oder herunterfahren. Der Containertransport über den größten Hafen der Welt in Shanghai ist stark eingebrochen. Die Lieferengpässe werden auch in Deutschland über höhere Preise zu spüren sein, wie Experten vorhersagen. Auch in China tätige deutsche und andere europäische oder ausländische Unternehmen sind schwer betroffen.

Trotz der schlechten Zahlen versuchte der Sprecher des Statistikamtes, Fu Linghui, vor der Presse in Peking eher Optimismus zu verbreiten. "Der Covid-Ausbruch im April hatte große Auswirkungen auf die Wirtschaft, aber die Folgen werden kurzfristig sein." Die guten langfristigen Grundlagen der chinesischen Wirtschaft seien unverändert. Wenn die Covid-Maßnahmen Fortschritte machten und die Politik zur Stabilisierung der Wirtschaft ihre Wirkung zeige, sei zu erwarten, dass sich die Konjunktur wieder schrittweise erhole.

Wachstumsziel kaum noch zu erreichen

Die Anlageinvestitionen fielen im April leicht um 0,82 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, stiegen aber seit Jahresanfang um 6,8 Prozent und liegen damit im Rahmen des Plans. Experten hatten allerdings mit einem etwas stärkeren Anstieg gerechnet. Der Anstieg spiegelt die Anstrengungen der Regierung wider, die Ausgaben für Infrastruktur zu erhöhen, um die Konjunktur anzukurbeln.

Die chinesische Führung hatte für dieses Jahr ein Wachstumsziel von 5,5 Prozent vorgegeben. Ob die ursprünglich schon optimistische Vorgabe erreicht werden kann, wird sowohl wegen der Covid-Ausbrüche und der strikten Maßnahmen in China als auch wegen des Rückschlags für die Weltwirtschaft durch den russischen Krieg in der Ukraine immer fraglicher.

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  • Nele Behrens
Ein Kommentar von Nele Behrens
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