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Putins Krieg lässt russische Wirtschaft einbrechen

Von rtr, mak

15.03.2022Lesedauer: 2 Min.
Menschen warten vor einem Bankautomat in Moskau (Symbolbild): Die westlichen Sanktionen treffen Russland schwer.
Menschen warten vor einem Bankautomat in Moskau (Symbolbild): Die westlichen Sanktionen treffen Russland schwer. (Quelle: SNA/imago-images-bilder)
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Russland steht unter Druck: Die westlichen Sanktionen und eine galoppierende Inflation infolge des Angriffs auf die Ukraine könnten zu einer tiefen Wirtschaftskrise führen. Und dem Land steht der Bankrott ins Haus.

Eine steigende Inflation, Kapitalabflüsse und westliche Sanktionen könnte die russische Wirtschaft nach Einschätzung der Ratingagentur Scope in diesem Jahr um mehr als zehn Prozent einbrechen lassen. "Die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine werden zu einer viel tieferen Rezession führen als während der Covid-19-Pandemie", heißt es in der am Dienstag veröffentlichten Studie der Bonitätswächter.

Noch im Dezember – also wenige Wochen vor dem russischen Einmarsch in die Ukraine – hatten sie noch mit einem Wachstum des Bruttoinlandsproduktes von 2,7 Prozent gerechnet.

Der Einbruch könnte sogar noch dramatischer ausfallen – abhängig von der Dauer und den weiteren Folgen des Krieges, dem Ausmaß der russischen Finanzkrise und der Wahrscheinlichkeit weiterer internationaler Sanktionen.

Stark steigende Inflation erwartet

"Wir erwarten kurzfristig eine deutliche Beschleunigung der Inflation und schwerwiegende Auswirkungen auf das Vertrauen von Unternehmen und Verbrauchern, die Schaffung von Arbeitsplätzen sowie Investitionen", so die Analysten. Die Inflationsrate lag im Februar noch vor dem starken Wertverlust der Landeswährung Rubel bereits bei 9,2 Prozent.

"Wir erwarten, dass die Inflation im Jahr 2022 im Durchschnitt etwa 15 Prozent betragen wird." Die Rubel-Schwäche – auf die die Zentralbank mit einer Verdoppelung ihres Leitzinses reagiert hat – verteuert Importe spürbar.

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Wachstumspotenzial dürfte noch geringer ausfallen

Scope rechnet auch mit schweren langfristigen Schäden für die russische Volkswirtschaft. Das für ein Schwellenland ohnehin schon schwache mittelfristige Wachstumspotenzial von etwa 1,5 bis 2,0 Prozent dürfte nun noch geringer ausfallen.

Auch das Bestreben der europäischen Länder, möglichst rasch unabhängig von russischem Öl und Gas zu werden, dürfte Russland noch zusetzen. Der Kreml habe bislang keine Ambitionen gezeigt, die strukturelle Abhängigkeit der heimischen Wirtschaft von Energieexporten abzubauen.

Russland steht vor Staatsbankrott

Dabei hat der russische Staat noch ein weiteres Problem. Denn er steht unmittelbar vor dem Bankrott, weil er wegen der westlichen Sanktionen Auslandsschulden nicht bedienen kann. Experten sprechen in dem Fall von einem "technischen Zahlungsausfall", der Russland droht.

Die langfristigen Folgen eines Bankrotts wären allerdings fatal. "Russland wird auf lange Sicht vom internationalen Finanzsystem ausgeschlossen, wenn das durch den Krieg nicht bereits geschehen ist", sagte Hans-Peter Burghof, Inhaber des Lehrstuhls für Bankwirtschaft und Finanzdienstleistungen an der Uni Hohenheim, t-online.

"Putin katapultiert sein Land ins Aus. Er hinterlässt ein vergiftetes Erbe." Fraglich sei, ob sich Russland jemals davon erhole. Lesen Sie hier mehr zu den Folgen eines Staatsbankrotts.

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  • Nele Behrens
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