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RKI-Chef Wieler warnt vor Problem bei Grippeimpfstoff


RKI-Präsident warnt vor Problem bei Grippeimpfstoff

Von dpa
Aktualisiert am 12.09.2021Lesedauer: 2 Min.
Lothar Wieler: Der RKI-Präsident befürchtet im Winter deutlich mehr Atemwegserkrankungen.Vergrößern des BildesLothar Wieler: Der RKI-Präsident befürchtet im Winter deutlich mehr Atemwegserkrankungen. (Quelle: Annegret Hilse/Reuters-bilder)
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In der vergangenen Saison gab es in Deutschland durch die Corona-Schutzmaßnahmen kaum Grippefälle. Doch ausgerechnet das wird nun zum Problem: Es gibt weniger Daten zum Grippevirus als üblich.

Die Wirksamkeit der Grippeimpfstoffe für die anstehende Saison lässt sich dem Präsidenten des Robert Koch-Instituts (RKI) zufolge kaum abschätzen. "Die Datenbasis, auf der der Impfstoff erarbeitet wurde, ist nicht so gut wie die Datenbasis der Vorjahre", sagte Lothar Wieler zum Start der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (DGHM) am Sonntag in Berlin.

In jeder Influenza-Saison kursieren andere Virusvarianten, daher müssen Impfstoffe jährlich angepasst werden. Grundlage bildet ein weltweites Netzwerk von Überwachungsstellen, mit der die um den Globus laufende Grippewelle verfolgt und analysiert wird.

Wegen der Corona-Pandemie sei aber zum einen ein Teil dieses Systems zusammengebrochen, erklärte Wieler. Zum anderen habe es im Zuge der Schutzmaßnahmen vielfach weit weniger Influenza-Fälle gegeben, auch das mache Rückschlüsse auf die in dieser Saison am stärksten kursierenden Grippestämme schwierig.

Nur einige Hundert Grippefälle im letzten Winter

Für Deutschland hatte das RKI im vergangenen Winter mit nur einigen Hundert im Labor bestätigten Fällen die wohl schwächste Grippesaison seit Jahrzehnten erfasst – im Jahr davor waren es noch mehr als 180.000 Fälle. Nach Definition der Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) am RKI wurden nicht einmal die Kriterien für den Beginn einer Grippewelle erfüllt, wie es hieß. "Es hat in dieser Saison überhaupt keine Grippewelle gegeben." Auch die meisten anderen Länder der Nordhalbkugel blieben demnach von der Welle verschont.

Grund für das Ausbleiben waren die vielerorts geltenden Corona-Maßnahmen wie Mindestabstände, Masken, Homeoffice-Regelungen und Schulschließungen. Ob es in diesem Jahr mit den inzwischen deutlich reduzierten Maßnahmen zu einer starken Grippewelle kommt, lässt sich Wieler zufolge noch nicht abschätzen. "Wenn wir eine Influenza-Welle bekommen, kommt sie obendrauf auf die vierte Corona-Welle." Die Krankenhäuser bereiteten sich bereits auf dieses Szenario vor.

Wieler befürchtet mehr Atemwegsinfektionen

Bei anderen Atemwegsinfektionen wie RSV zeigt sich dem RKI-Präsidenten zufolge bereits ein Anstieg der erfassten Fälle. Generell sei zu befürchten, dass es in diesem Herbst und Winter wieder zu deutlich mehr Atemwegsinfektionen kommt – mit entsprechender Belastung der Krankenhäuser. Auch das sei neben der Corona-Lage ein guter Grund dafür, Schutzmaßnahmen wie das Masketragen den gesamten Winter über beizubehalten.

Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hatte Anfang September die ersten Grippeimpfstoffe für Herbst und Winter freigegeben. Das für Impfstoffe zuständige Bundesinstitut hatte die ersten 10,7 Millionen Dosen für den deutschen Markt geprüft. Dabei geht es vor allem um die Qualitätskontrolle, nicht um die Wirksamkeit. Insgesamt stehen dem PEI zufolge in diesem Jahr neun Impfstoffe gegen Influenza zur Verfügung.

Transparenzhinweis
  • Die Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung und dürfen daher nicht zur Selbsttherapie verwendet werden.
Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
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