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Wirtschaftsweise will Renteneintrittsalter an Lebenserwartung koppeln


Wirtschaftsweise will Renteneintrittsalter an Lebenserwartung koppeln

Von afp, dpa, csi

Aktualisiert am 15.08.2023Lesedauer: 2 Min.
Veronika Grimm (Archivbild): Die Wirtschaftsweise sieht Handlungsbedarf bei der Rente.Vergrößern des BildesVeronika Grimm (Archivbild): Die Wirtschaftsweise sieht Handlungsbedarf bei der Rente. (Quelle: IPON/imago images)
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Das Rentensystem in Deutschland steht vor dem Kollaps. Die Wirtschaftsweise Veronika Grimm hat einen Vorschlag – Teile der Regierung sind allerdings nicht überzeugt.

In der Debatte über die Zukunft der Rente spricht sich die Wirtschaftsweise Veronika Grimm dafür aus, das Renteneintrittsalter bei steigender Lebenserwartung automatisch anzuheben. "Man sollte die Regelaltersgrenze für den Renteneintritt an die Lebenserwartung koppeln", sagte sie den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

"Die Formel in Zukunft könnte sein: Nimmt die Lebenserwartung um ein Jahr zu, so würden zwei Drittel des zusätzlichen Jahres der Erwerbsarbeit zugeschlagen und ein Drittel dem Ruhestand", so Grimm. Ausnahmen müsste es bei gesundheitlichen Beeinträchtigungen geben, sagte das Mitglied des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung.

Grimm forderte mit Blick auf den Fachkräftemangel zudem, der "Trend zur Frühverrentung" dürfe sich nicht fortsetzen. "Wir müssen dafür sorgen, dass die Menschen länger arbeiten wollen und auch können, dass also das tatsächliche Rentenalter steigt."

Scholz lehnt Anhebung der Altersgrenze strikt ab

Nach geltender Rechtslage wird die Altersgrenze ohne Rentenabschläge schrittweise von 65 auf 67 Jahre angehoben. Für jene, die 1964 aufwärts geboren wurden, gilt die Regelaltersgrenze von 67 Jahren. Eine weitere Anhebung hat die Ampelkoalition bisher ausgeschlossen.

Die Idee für eine Kopplung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung brachte jüngst die CDU ins Gespräch. Die Partei erarbeitet zurzeit ein neues Grundsatzprogramm. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) lehnte die Überlegungen allerdings strikt ab.

"Ich bin der festen Überzeugung, dass wir es jetzt nicht mehr nötig haben, das Renteneintrittsalter immer weiter anzuheben", sagte Bundeskanzler Olaf Scholz am Donnerstag bei einem Bürgerdialog in Erfurt. "Wer jetzt mit 17 die Schule verlässt, hat fünf Jahrzehnte Arbeit vor sich. Ich finde, das ist genug." Wenn jemand länger arbeiten wolle, solle er das tun können – "aber nicht, weil er muss, sondern weil er oder sie kann".

Bayaz hält längeres Arbeiten in vielen Berufen für zumutbar

Zuletzt hatte etwa Baden-Württembergs Finanzminister Danyal Bayaz (Grüne) gewarnt, ein regulärer Renteneintritt mit 67 Jahren werde bei gleichbleibendem Wohlstand nicht dauerhaft zu halten sein. In vielen Berufen halte er längeres Arbeiten ferner zunehmend für zumutbar.

Die SPD-Vorsitzende Saskia Esken schloss eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit hingegen aus. "Mit der SPD wird es keine Erhöhung des Renteneintrittsalters geben", sagte Esken den Zeitungen der Funke Mediengruppe am Dienstag. "Wir haben großen Respekt vor der Arbeitsleistung der Menschen. Die Erhöhung des Renteneintrittsalters wäre ungerecht und für viele eine versteckte Rentenkürzung."

Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagenturen dpa und AFP
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