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Galeria Karstadt Kaufhof: 52 Filialen schließen – Diese bleiben geöffnet


Nach Schließungsankündigung
Diese Galeria-Filialen sollen erhalten bleiben

Von t-online, csi

Aktualisiert am 15.03.2023Lesedauer: 3 Min.
Filiale von Galeria Kaufhof in der Innenstadt von Leipzig: Die Filiale soll geschlossen werden.Vergrößern des BildesFiliale von Galeria Kaufhof in der Innenstadt von Leipzig: Die Filiale soll geschlossen werden. (Quelle: Jan Woitas/dpa)
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Der Kaufhausriese Galeria Karstadt Kaufhof macht harte Einschnitte ins Filialnetz: 52 Läden sollen schließen. Welche Warenhäuser geöffnet bleiben.

Deutschlands letzter großer Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof will nach Angaben des Gesamtbetriebsrats 52 der noch verbliebenen 129 Warenhäuser schließen. Tausende Beschäftigte sind von den Schließungen betroffen, zahlreiche Innenstädte verlieren einen Anziehungspunkt in ihren Einkaufsstraßen. Welche Galeria-Filialen geschlossen werden, lesen Sie hier.

Nach den Plänen der Konzernleitung sollen die verbleibenden 77 Filialen in den kommenden drei Jahren umfassend modernisiert werden. In Zukunft will sich der Konzern bei seinem Angebot vor allem auf die Bereiche Bekleidung, Schönheitspflege und Wohn-Accessoires konzentrieren. Bei der Gestaltung ihres Sortiments sollen die Filialen außerdem mehr Eigenständigkeit erhalten.

Mit Blick auf das geplante Maßnahmenpaket sagte Galeria-Chef Miguel Müllenbach: "Das Warenhaus in Deutschland hat damit eine Zukunft." Allerdings muss vor dem Neustart noch die Gläubigerversammlung am 27. März in Essen grünes Licht dafür geben. Lehnt sie den Insolvenzplan ab, droht dem Unternehmen das sofortige Aus.

Nach aktuellem Stand sollen folgende 77 Filialen geöffnet bleiben:

  • Aachen
  • Aschaffenburg
  • Augsburg
  • Bad Homburg vor der Höhe
  • Bad Kreuznach
  • Bamberg
  • Berlin Alexanderplatz
  • Berlin Hermannplatz
  • Berlin Kurfürstendamm
  • Berlin Ringcenter
  • Berlin Schloßstraße
  • Berlin-Spandau
  • Berlin-Tegel
  • Berlin-Tempelhof
  • Bochum
  • Bonn
  • Chemnitz
  • Darmstadt am Luisencenter
  • Dresden
  • Duisburg Forum
  • Düren
  • Düsseldorf Königsallee
  • Erfurt
  • Euskirchen
  • Frankfurt an der Hauptwache
  • Freiburg am Bertoldsbrunnen
  • Freiburg am Europaplatz
  • Fulda
  • Gießen
  • Goslar
  • Göttingen
  • Hamburg Alstertal-Einkaufszentrum
  • Hamburg-Eimsbüttel
  • Hamburg Mönckebergstraße
  • Hannover
  • Heidelberg Hauptstraße
  • Heilbronn
  • Karlsruhe
  • Kassel
  • Kiel
  • Kleve
  • Koblenz
  • Köln Breite Straße
  • Köln Hohe Straße
  • Köln-Nippes
  • Konstanz
  • Landshut
  • Lörrach
  • Lüneburg
  • Magdeburg
  • Mainz
  • Mannheim
  • Memmingen
  • Mülheim an der Ruhr
  • München Marienplatz
  • München Olympia Einkaufszentrum
  • München Rotkreuzplatz
  • München-Schwabing
  • Münster Ludgeristraße
  • Münster Salzstraße
  • Nürnberg an der Lorenzkirche
  • Oberhausen
  • Offenburg
  • Potsdam
  • Regensburg Donau-Einkaufszentrum
  • Saarbrücken am St. Johannes Markt
  • Singen (Hohentwiel)
  • Speyer
  • Stuttgart Königsstraße
  • Sulzbach (Taunus)
  • Trier Fleischstraße
  • Trier Simeonstraße
  • Ulm
  • Wesel
  • Wiesbaden am Mauritiusplatz
  • Wismar
  • Würzburg

Galeria hatte sich Ende Oktober 2022 bereits zum zweiten Mal innerhalb von weniger als drei Jahren in ein Schutzschirm-Insolvenzverfahren retten müssen. Als Grund für die bedrohliche Lage des Unternehmens nannte Konzernchef Miguel Müllenbach damals die explodierenden Energiepreise und die Konsumflaute in Deutschland.

Die Schließungsoffensive ist damit nun der zweite Versuch, den Handelsriesen durch ein Schutzschirmverfahren und den damit verbundenen Schuldenschnitt wieder dauerhaft auf Erfolgskurs zu bringen. Ein erster Anlauf, der 2020 während des ersten Corona-Lockdowns gestartet worden war, hatte dem Unternehmen trotz der Schließung von rund 40 Filialen, dem Abbau von etwa 4.000 Stellen und der Streichung von mehr als zwei Milliarden Euro an Schulden nur vorübergehend Entlastung gebracht.

Deutscher Städtetag sieht städtebauliche Chance in Schließungen

Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, Helmut Dedy, betonte, in vielen Städten, die von Warenhausschließungen betroffenen sind, werde die aktuelle Entwicklung auch als städtebauliche Chance verstanden. "Es gibt schon Ideen oder Pläne, wie neues Leben in die Kaufhäuser einziehen kann: als Universitätsstandort oder Schule, mit Start-ups, Co-Working-Labs, Künstler-Ateliers oder mit dem Bürgerservice, als Mehr-Generationenhaus oder Wohngebäude." Ehemalige Kaufhausstandorte, die bereits umgenutzt worden seien, böten dafür gute Beispiele.

Auch der Geschäftsführer des Instituts für Handelsforschung, Boris Hedde, sagte: "Das Warenhaus hat nicht mehr die große Bedeutung für die Innenstädte wie früher. Man muss ihm nicht nachweinen, sondern neue Konzepte für den Handel in der Innenstadt finden."

Der Handelsexperte Jörg Funder von der Hochschule Worms blickt eher skeptisch auf die geplanten Maßnahmen: "Es ist die Frage, ob der Einschnitt diesmal wirklich tief genug geht. Ich hätte es eher für sinnvoll gehalten, dass weniger Warenhäuser fortgeführt werden, damit auch wirklich genug Geld und Managementkapazität für die notwendige Modernisierung der verbleibenden Häuser vorhanden ist."

Die Gewerkschaft Verdi kündigte an, sie wolle nun die vorgelegte Schließungsliste genau prüfen, um nach Möglichkeiten zu suchen, um einige der Filialen doch noch zu erhalten.

Verwendete Quellen
  • eigene Recherche
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Verdi-Pressemitteilung
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