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München: Chinesischer Autobauer Great Wall Motors schließt Europazentrale


Alle Jobs fallen weg
Chinesischer Autohersteller schließt wohl Europazentrale in München

Von t-online, fho

Aktualisiert am 29.05.2024Lesedauer: 2 Min.
imago images 0387296546Vergrößern des BildesProduktionsstätte von Great Wall Motors in Thailand (Archivbild): Das Unternehmen will auch sein Europageschäft künftig wieder aus China steuern. (Quelle: IMAGO/Wang Teng/imago)
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Der Autobauer Great Wall Motors hatte große Pläne für das Europageschäft. Doch nun werden wohl alle Mitarbeiter vor Ort entlassen. Ist das erst der Anfang?

Der chinesische Autobauer Great Wall Motors (GWM) will seine Europazentrale in München schließen. Betroffen von dem Schritt sind 100 Angestellte von GWM Europa. Das berichtete das "Manager Magazin" unter Berufung auf Insider. Demnach wurden Belegschaft und Geschäftspartner am Dienstag über den Schritt informiert. Auch das gesamte Topmanagement rund um den kaufmännischen Geschäftsführer der Europazentrale, Steffen Cost, soll entlassen werden.

Dennoch soll die Schließung der Zentrale nicht auch einen Rückzug aus Europa bedeuten. GWM wolle die bestehenden Märkte erhalten, aber das Geschäft künftig aus China steuern, schreibt das "Manager Magazin" weiter. Eine Expansion in neue europäische Märkte hingegen sei vorerst nicht mehr geplant.

Bislang bietet GWM seine E-Autos und Plug-in-Hybride in Deutschland, Großbritannien, Irland, Schweden und Israel an. Ein Markenstart in Österreich und der Schweiz war in der Planung, werde nun aber wohl ausgesetzt.

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Ambitionierte Ziele nicht erfüllt

Die Partnerschaft mit dem Autohändler Emil-Frey-Gruppe soll laut "Manager Magazin" fortgeführt werden. Das Unternehmen hatte bislang den Import und das Händlernetz organisiert. Doch das Verhältnis war zuletzt angespannt. Nun soll die Kommunikation direkt mit der Zentrale in China erfolgen. Inwiefern das die Unstimmigkeiten beheben kann, wird sich zeigen müssen.

Great Wall Motors wurde 1984 gegründet und hat seinen Hauptsitz im chinesischen Baoding, in der Provinz Hebei. 2003 ging das Unternehmen als erster privater Autohersteller in China an die Börse. SUV werden unter der Marke Haval vertrieben. An der Spitze steht Wei Jianjun, der in Europa als Jack Wey auftritt. Für Europa hatte das Unternehmen große Ambitionen. Bis 2023 sollten so bereits 300 Personen in München arbeiten. Doch davon war GWM bis heute weit entfernt. Mit gerade einmal 6.300 Neuzulassungen im vergangenen Jahr blieb der Konzern hinter seinen gesteckten Zielen zurück.

Auch chinesischer Hersteller BYD hat Probleme

Mit seinen hohen Erwartungen ist GWM nicht alleine. Auch andere chinesische Hersteller wollen den europäischen Markt für sich erobern, gerade bei E-Autos und Hybrid-Modellen setzen sie auf eine Vielzahl von Fahrzeugen und kompetitive Preise. Die chinesische Regierung subventioniert die Autobauer stark. Was bereits zu einer Untersuchung er EU-Kommission führte. Mehr dazu lesen Sie hier.

Der Hersteller BYD hatte erst kürzlich mit seinem eigenen Frachtschiff "BYD Explorer No. 1" und 3.000 fabrikneuen E-Autos aus China an Bord in Bremerhaven angelegt. Die Sorgen vor den günstigen Autos waren zunächst groß, die Branche unruhig, denn das Unternehmen wollte die Flotte noch stark ausweiten. Doch die Nachfrage fällt wohl schwächer aus als erwartet. Die ersten Autos im Hafen haben Berichten von "Handelsblatt" und "Wall Street Journal" zufolge angefangen zu schimmeln (t-online berichtete).

Nach Zahlen des Kraftfahrtbundesamtes wurden im April in Deutschland 183 BYD-Modelle verkauft. GMW konnte 247 Autos verkaufen. Im Vergleich mit anderen asiatischen Marken sind das jedoch sehr kleine Zahlen. Hyundai verkaufte im selben Zeitraum 9.106 Autos, Kia 6.556, Mazda 4.026, Mitsubishi 1.907, Nissan 2.779 und Toyota 7.504 Autos.

Verwendete Quellen
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