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Zehntausende BeschÀftigte erhalten eine Corona-PrÀmie

Von dpa
Aktualisiert am 19.01.2022Lesedauer: 4 Min.
Einsatz in außergewöhnlichen Zeiten: Bei Zehntausenden BeschĂ€ftigten in Deutschland wird dies mit einer Corona-PrĂ€mie honoriert.
Einsatz in außergewöhnlichen Zeiten: Bei Zehntausenden BeschĂ€ftigten in Deutschland wird dies mit einer Corona-PrĂ€mie honoriert. (Quelle: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa./dpa)
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Berlin (dpa) - Netto wie brutto: Zehntausende BeschÀftigte in Deutschland erhalten Corona-PrÀmien. Mal sind es einige hundert Euro, manchmal vierstellige Summen ohne Abzug von Steuern oder Abgaben, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab.

Am besten schnitten in diesem Punkt zuletzt die 1,1 Million BeschÀftigten der LÀnder im Tarifpoker ab. Sie bekommen bis spÀtestens MÀrz 1300 Euro als Corona-PrÀmie. 1000 bis 1100 Euro wurden im Herbst rund 170.000 BeschÀftigten der bundeseigenen Deutschen Bahn zugesagt.

Unternehmen honorieren Engagement ihrer BeschÀftigten

Gerade vierstellig ausgefallen sind auch die PrĂ€mien fĂŒr 120.000 BeschĂ€ftigte bei Volkswagen und bei den Energiekonzernen Eon und RWE mit insgesamt rund 55.000 BeschĂ€ftigten. Vielfach liegen die PrĂ€mien bei einigen hundert Euro.

"Das sind Maßnahmen, um unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine klare Botschaft zu geben: Wir sagen nicht nur Danke fĂŒr ihren unermĂŒdlichen Einsatz in dieser schwierigen Ausnahmesituation, sondern wir honorieren ihr Engagement zugleich in finanziell spĂŒrbarer Weise", sagte etwa ein Sprecher der Rewe-Gruppe, zu der der Discounter Penny gehört. Nach eigenen Angaben zahlte die Gruppe in Deutschland Corona-PrĂ€mien in dreistelliger Millionenhöhe aus.

Wieviele Unternehmen keine Corona-PrĂ€mie ĂŒberweisen, lĂ€sst sich weder auf Arbeitgeber- noch auf Gewerkschaftsseite ermitteln. Sicher ist: Wer bis Ende MĂ€rz keine Corona-PrĂ€mie bekommt, kann sich vorerst keine Hoffnung mehr auf die steuer- und abgabenfreie Sonderzahlung machen. Denn der Bund hatte diese nur vorĂŒbergehend ermöglicht. In den zwei Jahren seit MĂ€rz 2020 dĂŒrfen insgesamt 1500 Euro ohne AbzĂŒge ausgezahlt werden.

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Kaufkraftverlust durch geringen Lohnanstieg

Große SprĂŒnge lassen sich damit nicht unbedingt machen. Denn die PrĂ€mien mildern vor allem den Kaufkraftverlust, den BeschĂ€ftigte im vergangenen Jahr hinnehmen mussten. Nach Angaben der gewerkschaftlichen Hans-Böckler-Stiftung stiegen die Tariflöhne 2021 um vergleichsweise schwache 1,7 Prozent. Gleichzeitig legten die Preise nach ersten SchĂ€tzungen mit 3,1 Prozent so stark zu wie lange nicht - real hatten die Meisten damit weniger in der Tasche.

Die Gewerkschaft Verdi versucht noch, bei der Postbank und der Deutschen Bank Corona-PrĂ€mien durchzusetzen, bevor sich das Zeitfenster dafĂŒr schließt. Hoffnung können sich dann nur noch PflegekrĂ€fte machen. SPD, GrĂŒne und FDP wollen fĂŒr sie einen steuerfreien Corona-Bonus von bis zu 3000 Euro ermöglichen.

2020 hatten BeschÀftigte in der Altenpflege einen staatlich finanzierten Bonus von bis zu 1500 Euro erhalten, viele Mitarbeitende in der Krankenpflege bis zu 1000 Euro aus Mitteln der Krankenversicherungen.

Auch Mitarbeitende im Einzelhandel besonders stark belastet

Besondere Belastungen in der Pandemie gab es auch fĂŒr die Mitarbeitenden im Einzelhandel. Die Schwarz-Gruppe mit den Ketten Lidl und Kaufland hat mehrfach PrĂ€mien an ĂŒber 170.000 Mitarbeitende in Deutschland ausgezahlt. Insgesamt belief sich diese Summe fĂŒr die Jahre 2020 und 2021 laut Unternehmen auf 95 Millionen Euro. Auch die Mitarbeiter der Drogeriemarktkette dm erhielten neben einer Jahresabschlusszahlung Corona-Sonderzahlungen. Im Jahr 2020 waren es in Summe jeweils 400 Euro in Form eines Warengutscheins und einer Sonderzahlung.

Der Discounter Aldi SĂŒd bedankte sich nach eigenen Angaben drei Mal mit Corona-PrĂ€mien, teils als Warengutschein, teils als Sonderzahlung - wobei Mitarbeiter in Verkauf und Logistik besser abschnitten als die Verwaltung. Beim Schwesterunternehmen Aldi Nord erhielten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im MĂ€rz 2020 eine freiwillige Sonderleistung in Form eines Warengutscheins in Höhe von 250 Euro.

Die Folgen der Corona-Krise fĂŒhrten bei der Deutschen Post zu deutlichem MehrgeschĂ€ft - auch wegen zwischenzeitlich geschlossener LĂ€den bestellten die Menschen deutlich mehr Elektronik oder Kleidung im Internet und bekamen mehr Pakete aus frĂŒher. Die BeschĂ€ftigten erhielten 2020 und 2021 je einen Corona-Sonderbonus von 300 Euro.

Nicht in allen Betrieben gibt es eine einheitliche Regelung

RWE hat 2021 BeschĂ€ftigten nach Angaben eines Sprechers einmalig 1000 Euro gezahlt. Im Industriekonzern Thyssenkrupp gab es keine einheitliche Regelung. Grund seien "unterschiedliche betriebliche Gegebenheiten", sagte ein Sprecher. So seien fĂŒr Mitarbeitende in den Metall- und Stahltarifen Einmalzahlungen von 500 Euro geleistet worden. Ob darĂŒber hinausgehende Corona-PrĂ€mien gezahlt wurden oder werden, entschieden die einzelnen Thyssenkrupp-Unternehmen.

Sonderzahlungen sind in manchem Unternehmen nicht der einzige Weg, BeschĂ€ftigten einen Ausgleich zu gewĂ€hren: Der Softwarehersteller SAP veranstaltete im April 2021 einen "Mental Health Day" - ein zusĂ€tzlicher und bezahlter Urlaubstag fĂŒr die mehr als 100.000 BeschĂ€ftigten weltweit. Zudem gab es ein aktienbasiertes Beteiligungsprogramm, fĂŒr das SAP 2021 zusĂ€tzlich 50 Millionen Euro zur VerfĂŒgung gestellt hat.

Mitarbeitende spenden Resturlaub an Kollegen

Beim Karlsruher Energieversorger EnBW wurde fĂŒr Mitarbeiter 2021 neben einer Corona-PrĂ€mie eine "Urlaubsspende" eingefĂŒhrt. Die Idee: Mitarbeitende können Resturlaub an Kollegen spenden, die dringend auf Urlaubstage zur Betreuung ihrer Kinder oder Angehörigen angewiesen sind. So kamen 2020 laut EnBW ĂŒber 4500 Urlaubstage zusammen.

Der Europa-Park in Baden-WĂŒrttemberg bot seit Pandemie-Beginn insgesamt fĂŒr einen Millionenbetrag eine freiwillige Aufstockung des Kurzarbeitergeldes und eine ĂŒber Monate verteilte SaisonprĂ€mie. Bei der Volkswagentochter Porsche in Stuttgart sind Corona-PrĂ€mien bislang kein Thema gewesen. Der Sportwagenbauer ist aber bekannt fĂŒr seinen ĂŒppigen Bonus, den er BeschĂ€ftigten zahlt: Im GeschĂ€ftsjahr 2020 waren es 7850 Euro. Bei den Autobauern gibt es traditionell saftige PrĂ€mien. Die etwa 100.000 TarifbeschĂ€ftigten von Daimler erhalten fĂŒr 2021 eine Ergebnisbeteiligung von bis zu 6000 Euro.

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