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Autozulieferer Ifa streicht Hunderte Stellen

Von dpa, sth

Aktualisiert am 13.06.2020Lesedauer: 2 Min.
Zulieferer in der Autobranche: Einige Mitarbeiter der Autobranche müssen in der Corona-Krise zu Hause bleiben. (Symbolbild)
Zulieferer in der Autobranche: Einige Mitarbeiter der Autobranche müssen in der Corona-Krise zu Hause bleiben. (Symbolbild) (Quelle: imagebroker/imago-images-bilder)
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Die Corona-Pandemie bringt Sachsen-Anhalts größten Autozulieferer ins Straucheln. Der Ifa-Konzern wollte sich ohne Kündigungen sanieren. Doch daraus wird nichts. Rund 400 Arbeitsplätze sollen abgebaut werden.

Die Auswirkungen der Corona-Krise bremsen laut Geschäftsführung die Sanierung von Sachsen-Anhalts größtem Autozulieferer Ifa. Weltweit müssten rund 400 Arbeitsplätze abgebaut werden, sagte Ifa-Geschäftsführer Arno Haselhorst dem "Mitteldeutschen Rundfunk". Eigentlich sei geplant gewesen, Ifa ohne Kündigungen zu sanieren. Doch die negativen Folgen der Corona-Pandemie hätten die Firma bei den Umstrukturierungsplänen um ein Jahr zurückgeworfen.


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Autozulieferer in finanziellen Schwierigkeiten

Der große Autozulieferer mit Sitz in Haldensleben in der Börde war in der Vergangenheit in finanzielle Schwierigkeiten geraten, nachdem unter anderem die Produktion in einem neuen Werk in Polen nicht wie geplant anlief. Seither soll das Unternehmen neu aufgestellt werden.

Die Corona-Krise habe jedoch dafür gesorgt, dass Ifa wieder Verluste gemacht habe, sagte Haselhorst dem MDR weiter. "Aber wir sind nicht so zurückgeworfen, dass wir jetzt scheitern, dafür waren wir schon zu weit."

MDR berichtet: In Haldensleben gehen 100 Jobs verloren

Es sei davon auszugehen, dass Ifa bis Jahresende 20 Prozent weniger Umsatz mache als geplant. Jetzigen Prognosen zufolge werde das Umsatzziel auch kommendes Jahr um 10 Prozent unterschritten. Daher wurden in den Werken in den USA und Polen laut Haselhorst schon Beschäftigte entlassen. Am Hauptsitz in Haldensleben gehen nach MDR-Informationen 100 Jobs verloren.

Ifa produziert Seiten- und Gelenkwellen, die für den Antrieb von Autos benötigt werden. Nach früheren Angaben beschäftigt die Firma weltweit 3.300 Mitarbeiter, davon 2.000 in Sachsen-Anhalt. Zudem produziert Ifa in Polen, China und den USA.

Unterbrochenen Lieferketten und Produktionsstopps

Die Automobilbranche hatte schon vor der Corona-Krise mit Problemen zu kämpfen und muss den Wandel zu alternativen Antrieben bewältigen. Doch durch die weltweiten Auswirkungen der Corona-Pandemie mit unterbrochenen Lieferketten, Produktionsstopps und Nachfrageschwäche hat sich die Situation weiter verschlechtert. Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer rechnet damit, dass die Autoindustrie in "von Kurzarbeit in die Entlassungswelle steuern". Er rechnet damit, dass die Krise 100.000 Job in der Auto- und Zuliefererindustrie kostet.

Bis Ende Mai seien in Deutschland 44 Prozent weniger Autos gebaut als im Vorjahreszeitraum. Weil die Nachfrage in Europa, Afrika und Südamerika schwach bleibe, rechnet Dudenhöffer für das Gesamtjahr mit einem Rückgang der Produktion in Deutschland um 26 Prozent auf 3,4 Millionen Autos. Das wäre der niedrigste Wert seit 1974.

Ifa-Beschäftigte mussten in Kurzarbeit gehen

Auch die Ifa-Beschäftigten mussten in den vergangenen Monaten in Kurzarbeit gehen, die Produktion in Haldensleben stand laut Haselhorst aber nie ganz still. Im Juni sei noch jeder zehnte Beschäftigte in Kurzarbeit gewesen. Er hoffe, dass diese Maßnahme ab Juli nicht mehr nötig sei.

Laut Ifa-Betriebsratschef Henning Raguschke ist noch bis August Kurzarbeit vereinbart. Ebenso wie die Geschäftsführung ist er zuversichtlich, dass die Sanierung des Zulieferers trotz Corona-Krise klappt. Er glaube, dass die Firma auf einem guten Weg sei, sagte er dem MDR. Vielmehr habe der Umbauprozess Ifa sogar bei der Bewältigung der Krise geholfen. "Ein Gesunder ist überrascht, wenn ihn die Grippe erwischt. Jemand, der sowieso schon krank ist, der hat schon den Medizinschrank voll", sagte Raguschke.

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Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
  • MDR: Wie IFA versucht Umstrukturierungen und Corona zu meistern
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