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Scholz-Neffen: "Unser Onkel scheut den Aktienmarkt"

  • Mauritius Kloft
Von Mauritius Kloft

Aktualisiert am 14.03.2021Lesedauer: 5 Min.
Olaf Scholz: Der SPD-Politiker und Bundesfinanzminister setzt statt auf den Aktienmarkt lieber aufs Sparbuch, sagte er zumindest vor einigen Jahren.
Olaf Scholz: Der SPD-Politiker und Bundesfinanzminister setzt statt auf den Aktienmarkt lieber aufs Sparbuch, sagte er zumindest vor einigen Jahren. (Quelle: Metodi Popow/imago-images-bilder)
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Die Neffen von Finanzminister Olaf Scholz haben eine App entwickelt, die Verbraucher leicht zu Anlegern machen soll. Zur Politik, die auch ihr Onkel vertritt, haben sie eine klare Meinung.

Fragt man Fabian und Jakob Scholz, was ihre App Rubarb kann, kommen sie ins SchwĂ€rmen – und denken gleich an die ganz große Nummer. Mit der Smartphone-Anwendung wollen sie und ihr Partner Kelvin Craig die 85 Prozent der Deutschen ansprechen, die wenig bis keine Ahnung vom Aktienmarkt haben. Und die er auch nicht interessiert.


Depot eröffnen in drei Schritten

Sie sind bereit, Ihr Geld zu investieren, statt es auf Girokonto oder Sparbuch zu parken? Das nötige Wissen haben Sie sich auch draufgeschafft? Dann fehlt jetzt nur noch eins: ein Depot fĂŒr Wertpapiere. Am besten eignen sich dafĂŒr Direktbanken im Internet wie die DKB, ING oder Comdirect. Beispielhaft zeigen wir Ihnen im Folgenden anhand der Consorsbank, wie Sie in wenigen Schritten ein Depot eröffnen.
Schritt 1: Depot beantragen. Sie können den Antrag fĂŒr ein Depot direkt auf der Website Ihres Anbieters ausfĂŒllen. DafĂŒr mĂŒssen Sie zunĂ€chst ein paar generelle Fragen beantworten – etwa ob Sie bereits Kunde bei der Bank sind.
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Rubarb ist eine sogenannte Microinvestment-Plattform. Die Idee dahinter: Beim Einkaufen rundet die App krumme BetrÀge an der Kasse auf den nÀchsten Euro. Diese Summe, in der Regel ein paar Cent, investiert Rubarb dann automatisch in breit gestreute Indexfonds, sogenannte ETFs. Kunden haben dabei die Wahl zwischen drei Portfolios.

ETFs bilden per Computersteuerung einen ganzen Aktienindex nach. Die Nutzer der App investieren also in einen ganzen Strauß an Aktien. Der Vorteil von ETFs: Sie sind vergleichsweise gĂŒnstig, das Verlustrisiko relativ gering. Mehr dazu lesen Sie hier.

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"Wir wollen jeden Deutschen zum Investor machen"

"Unsere App soll es möglich machen, schon mit kleinen BetrĂ€gen zu investieren", sagt Fabian Scholz, Chef des Start-ups. "Mit Rubarb wollen wir jeden in Deutschland zum Investor machen", ergĂ€nzt sein jĂŒngerer Bruder Jakob, der die Idee dazu hatte.

Das Ziel ist durchaus ambitioniert. Denn: Bislang sind laut Deutschem Aktieninstitut gerade einmal 12,4 Millionen Menschen am Aktienmarkt investiert, also etwa jeder sechste Deutsche.

Zwar ist der Bevölkerungsanteil, die sogenannte AktionÀrsquote, vergangenes Jahr stark gestiegen. Doch die Mehrheit der Deutschen setzt statt auf die Börse weiterhin aufs Sparbuch oder gar das Girokonto, wo Null- oder Negativzinsen und Inflation an dem Ersparten zehren.

Finanzminister Scholz nutzt die App wohl nicht

Einer von ihnen ist mutmaßlich auch der Onkel von Fabian und Jakob, seines Zeichens Bundesfinanzminister und Kanzlerkandidat der SPD. Bei einer Bankentagung des "Handelsblatts" zumindest sagte Olaf Scholz 2018, er sei nicht am Aktienmarkt investiert. Sein Geld liege auf dem Bankkonto "und kriegt keine Zinsen". SpĂ€ter erlĂ€uterte er bei "Focus Online", er lasse sein Geld auf dem Sparbuch oder dem Girokonto – "aus ZeitgrĂŒnden".

Ob das heute noch der Fall ist, ist nicht ĂŒberliefert. WĂ€re es so, wĂ€re der Politiker jedoch der perfekte Kunde fĂŒr das Start-up seiner Neffen. Nutzt er denn die App? "Ich habe keinen Zugriff auf die Kundendaten", sagt Fabian Scholz. "Aber ich vermute stark: nein. Unser Onkel scheut offenbar den Aktienmarkt, sieht ihn wie viele andere als 'böse' an."

Die "rubarb"-GrĂŒnder: Jakob Scholz, Fabian Scholz und Kelvin Craig (v.l.)
Die "rubarb"-GrĂŒnder: Jakob Scholz, Fabian Scholz und Kelvin Craig (v.l.) (Quelle: rubarb/Privat)

NatĂŒrlich kann auch Olaf Scholz selbst entscheiden, wie er sein Geld anlegt. Nun wird es aber politisch. Denn viele Kritiker werfen Scholz vor, er fördere die Aktienkultur in Deutschland nicht genug, vergrĂ€me Anleger mit seiner Politik sogar.

"Olaf Scholz ist kein Vorbild fĂŒr die deutsche Aktienkultur"

So deutlich werden Fabian und Jakob Scholz zwar nicht, zu einer direkten Kritik an ihrem Onkel lassen sie sich nicht hinreißen. Allerdings sagt Fabian Scholz: "Die Politik muss endlich richtig kommunizieren, dass der Aktienmarkt nichts Böses ist." Und: "Es braucht mehr AufklĂ€rung in Fragen finanzieller Bildung. Hier muss die Politik dringend handeln. Denn Strafzinsen und Inflation fressen das Vermögen schnell auf."

So sieht es auch FDP-Politikerin Katja Hessel, Vorsitzende des Finanzausschusses im Deutschen Bundestag. Sie wird mit ihrer Kritik am Finanzminister allerdings deutlicher. "Olaf Scholz ist kein Vorbild fĂŒr die deutsche Aktienkultur. Dabei wĂ€re ein solches Vorbild dringend nötig", sagte sie im GesprĂ€ch mit t-online.

Das zeige alleine sein Vorstoß zu einer Finanztransaktionssteuer fĂŒr die EU. Hierbei wĂŒrde beim Kauf von Aktien großer Konzerne 0,2 Prozent des GeschĂ€ftswerts an Steuern fĂ€llig werden. "Mit solchen VorschlĂ€gen schadet Scholz den Anlegern – und der Aktienkultur." Das Bundesfinanzministerium Ă€ußerte sich bislang auf t-online-Anfrage weder zur Aktienkultur noch zur App der Scholz-Neffen.

Doch der Minister sei nicht allein Schuld an der fehlenden Begeisterung fĂŒr Aktien, sagt Hessel. "Scholz muss mehr tun, allerdings gilt auch: Die Deutschen sind ein Volk von Aktien-Muffeln." Viele hĂ€tten immer noch das Debakel mit der T-Aktie in Erinnerung. Auch der Wirecard-Skandal habe zuletzt viele Menschen verunsichert.

"Olaf Scholz ist kein Vorbild fĂŒr die deutsche Aktienkultur", sagt FDP-Politikerin Katja Hessel.
"Olaf Scholz ist kein Vorbild fĂŒr die deutsche Aktienkultur", sagt FDP-Politikerin Katja Hessel. (Quelle: Christian Spicker/imago-images-bilder)

FĂŒr Altersvorsorge helfe App der Scholz-BrĂŒder nicht

"Die Angst ist aber nicht berechtigt", sagt Hessel. "Es gibt genug Studien, die belegen, dass ein langfristiges Investment am Aktienmarkt fast risikofrei ist." Ob die App der Scholz-BrĂŒder hier helfen könne? "Das kann sicher ein Ansatz sein, um die Menschen ĂŒberhaupt an Aktien heranzufĂŒhren."

Fakt ist: Mit kleinen BetrĂ€gen wie bei Rubarb wird es in Sachen Altersvorsorge schwer. Hessel schlĂ€gt deshalb etwa die WiedereinfĂŒhrung einer Spekulationsfrist vor. Anleger, die Aktien eine bestimmte Zeit halten, sollten dadurch keine Abgeltungssteuer zahlen mĂŒssen, sagt sie: "Besonders fĂŒr die Altersvorsorge kann es nicht sein, dass ErtrĂ€ge aus Aktien besteuert werden."

Auch VerbraucherschĂŒtzer blicken skeptisch auf das, was die App der GebrĂŒder Scholz leisten kann. "Solche Trading-Apps sind ohne Kenntnisse in Geldanlage-Dingen immer mit einem Risiko verbunden", sagt etwa Kerstin Becker-Eiselen, Abteilungsleiterin Geldanlage und Altersvorsorge bei der Verbraucherzentrale Hamburg. "Zum Ausprobieren und Spielen mit Geld, das 'ĂŒbrig' ist, können sie sicher helfen. Aber nicht fĂŒr die langfristige Altersvorsorge."

"Bisherige Altersvorsorgeprodukte sind einfach schlecht"

Diese Kritik nehmen die Scholz-BrĂŒder an. "Rubarb ist kein explizites Produkt fĂŒr die Altersvorsorge", sagt Jakob Scholz. "Alle uns bekannten klassischen Altersvorsorgeprodukte sind allerdings auch einfach schlecht und dringend reformbedĂŒrftig."

Eine langfristige Anlagestrategie auf Basis von ETFs sei daher neben anderen staatlichen, betrieblichen und privaten Vorsorgemöglichkeiten "mindestens eine sehr gute Idee", so Jakob Scholz weiter. "Hier kann unsere App helfen, Menschen genau diesen Baustein einfach zugÀnglich zu machen."

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Bald wollen die BrĂŒder Geld mit der App verdienen

Bislang nutzen ohnehin gerade einmal 3.500 Menschen Rubarb, ĂŒbrigens hauptsĂ€chlich junge Leute und Frauen. Auch verdienen die BrĂŒder bislang noch kein Geld mit der App, Rubarb sei "quasi eine Charity-Organisation".

Das aber soll sich Ă€ndern. Bald wollen sie die App ausbauen – und profitabel machen. "Es geht nicht nur ums Geld anlegen, sondern auch darum, wie man das Geld ausgibt", so Fabian Scholz. "Hier wollen wir etwa mit Partnern aus dem Handel zusammenarbeiten, die exklusive Angebote fĂŒr Rubarb-Kunden bieten."

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Der Name der App, Rubarb, fast wie das englische Wort "rhubarb" fĂŒr "Rhabarber", ist ĂŒbrigens nicht groß ausgeklĂŒgelt sondern ein Zufallsprodukt. Bei einem Meeting stand eine Rhabarberschorle auf dem Tisch. "Da haben wir uns gedacht: Das ist unser Name", sagt Fabian Scholz. "Aus Rhabarber kann man auf viele Weisen etwas Leckeres machen – Ă€hnlich wie beim Aktienmarkt."

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