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Taliban sitzen auf Rohstoffen in Höhe von einer Billiarde Dollar


Eisen, Kupfer, Gold und Lithium  

Taliban sitzen auf Rohstoffen im Wert von einer Billion Dollar

19.08.2021, 13:21 Uhr | neb, t-online

Taliban sitzen auf Rohstoffen in Höhe von einer Billiarde Dollar. Förderung seltener Mineralien (Rohstoffe): Afghanistan hat eine Vielzahl seltener Erden und wichtiger Rohstoffe – auf die eine nachhaltiger Wirtschaft angewiesen ist.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/mabus 13)

Förderung seltener Mineralien (Symbolbild) : Afghanistan hat eine Vielzahl seltener Erden und wichtiger Rohstoffe – auf die eine nachhaltiger Wirtschaft angewiesen ist. (Quelle: mabus 13/Thinkstock by Getty-Images)

Die Taliban sitzen auf einem riesigen Berg an wichtigen Rohstoffen, die die westliche Welt für eine nachhaltigere Wirtschaft dringend braucht. Einige Länder melden bereits Interesse an – auch wenn sie mit den Taliban handeln müssten.

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Dem Westen droht ein wirtschaftliches Dilemma: Für die USA und Europa ist der schnelle Umsturz der Taliban in Afghanistan eine der größten Niederlagen der jüngsten Geschichte – innerhalb weniger Tage hat die islamistische Gruppe den Fortschritt aus 20 Jahren Entwicklungsarbeit zunichte gemacht.

Ein Credo des Westens lautet: Mit Terroristen verhandeln wir nicht. Doch genau hier könnte es zu einem wirtschaftlichen Konflikt kommen. Denn Afghanistan sitzt auf wertvollen Mineralien und Rohstoffen in Höhe von knapp einer Billion Dollar.

Taliban versprechen Gnade und Frauenrechte – im Rahmen der Scharia

Was haben die Taliban mit Afghanistan vor? Wie soll eine künftige Regierung aussehen? Noch ist vieles zur Zukunft des Landes unklar. Jetzt haben die Islamisten eine Pressekonferenz gegeben.

Ansage im Staatsfernsehen: Das haben die Taliban laut eigener Aussage jetzt vor. (Quelle: t-online)


Das fanden Geologen des US-Militärs 2010 heraus. Wer die Kontrolle über Afghanistan hat, hat auch Kontrolle über diesen Berg an Rohstoffen – und das sind nun die Taliban. Im Durchschnitt dauert es aber lange, bis eine Mine tatsächlich in Betrieb gehen kann. Von der Entdeckung bis zur Förderung können je nach Rohstoff bis zu 16 Jahren vergehen. Zuerst berichtete der amerikanische Fernsehsender CNN über das Thema.

Die Reichweite erstreckt sich über Eisen, Kupfer und Gold bis hin zum möglicherweise größten Lithiumvorrat der Welt, verteilt über mehrere afghanische Provinzen. Aktuell ist Afghanistan eines der ärmsten Länder der Welt, 90 Prozent der Bevölkerung lebt von weniger als zwei US-Dollar am Tag. Die seltenen Rohstoffe könnten dem Land einen ungeahnten Aufschwung geben.

Keine E-Mobilität ohne Lithium und Kupfer

Denn besonders Lithium ist für die nachhaltige Wirtschaft besonders wichtig. Es ist ein rare und sehr nachgefragter Rohstoff für Batterien und Akkus, besonders die E-Mobilität braucht Lithium sowie größere Mengen Kupfer. Auch die Solarindustrie ist auf seltene Mineralien angewiesen.

Zeitgleich herrscht neben der erhöhten Nachfrage auch ein Mangel an diesen Rohstoffen. Manche Experten sprechen bereits von einem möglichen Superzyklus. In Mai warnte die Internationale Energieagentur, dass der globale Vorrat an Lithium, Kupfer, Nickel, Kobalt und anderen seltenen Rohstoffen sich stark erhöhen müsste oder die Weltwirtschaft würde in ihrem Versuch scheitern, den Klimawandel zu verlangsamen. Bisher stammt der Großteil der seltenen Materialien aus drei Ländern – China, Kongo und Australien stellen aktuell 75 Prozents der verfügbaren Mengen an Lithium, Kobalt und andere seltenen Erden.

Bisher verhinderte die instabile Lage in Afghanistan sowie die schlechte Infrastruktur und schwere Dürren, dass das Land die seltenen Rohstoffe fördern konnte. Zudem erfordert vor allem die Förderung von Lithium auch ein gewisses technisches Hintergrundwissen. Inwiefern sich das unter den Taliban ändern dürfte, ist jedoch fraglich. Fest steht allerdings: Länder wie China, Pakistan und Indien haben bereits Interesse an den Rohstoffen gezeigt – trotz der instabilen Lage unter den Taliban.

Geht China einen Handel mit den Taliban ein?

Das könnte für die Taliban eine entscheidende Geldquelle sein. Denn von anderen Staatsmitteln hat der Westen die Islamisten bereits ausgeschlossen. Am Mittwoch gab der Chef der afghanischen Zentralbank an, dass nur 0,2 Prozent der Staatsreserven in Afghanistan lagern würden, der Großteil der knapp 9 Milliarden Dollar seien auf Konten im Ausland – besonders in den USA. Diese haben bereits die afghanischen Konten eingefroren, damit die Taliban keinen Zugriff auf das Geld haben.

Aktuell generiert Afghanistan knapp eine Milliarde Dollar mit Mineralien, bis zu 40 Prozent davon sollen bisher der Korruption zum Opfer gefallen sein sowie lokalen Warlords und den Taliban selbst, die bereits vor der Machtübernahme einige Minen kontrollierten.

Private westliche Firmen werden nach Expertenmeinung nicht in Afghanistan unter den Taliban investieren. Selbst China könnte vor der Unsicherheit, die die Taliban als Regierungskraft darstellen, zurückschrecken. Auf der anderen Seite ist der Bedarf Chinas nach Rohstoffen für ihr Nachhaltigkeitsprogramm riesig. Zuletzt betonte China nach der Machtübernahme der Taliban, dass es den Kontakt halten werde.

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