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"Herr Musk ist nicht allein mit seiner Ablehnung der Gewerkschaften"

Von rtr, neb

Aktualisiert am 27.01.2022Lesedauer: 3 Min.
Tesla-Chef Elon Musk auf dem FabrikgelĂ€nde in GrĂŒnheide (Archivbild): Der Amerikaner macht keinen Hehl daraus, dass er von Gewerkschaften nichts hĂ€lt.
Tesla-Chef Elon Musk auf dem FabrikgelĂ€nde in GrĂŒnheide (Archivbild): Der Amerikaner macht keinen Hehl daraus, dass er von Gewerkschaften nichts hĂ€lt. (Quelle: Maja Hitij/getty-images-bilder)
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Zum Ende des Jahres stehen in zwei großen Industriezweigen neue Tarifrunden an, zudem will die Gewerkschaft IG Metall im neuen Tesla-Werk Fuß fassen. Das bietet viel Stoff fĂŒr Konflikte.

Dieses Jahr hat die Gewerkschaft IG Metall die Möglichkeit, Signale zu setzen –und sich so bei vielen Arbeitnehmern auch wieder ins GedĂ€chtnis zu bringen. Vor allem mit der Forderung nach höhere Reallöhnen will die Gewerkschaft, die zuletzt mit einem stĂ€rkeren Mitgliederschwund zu kĂ€mpfen hatte, in die anstehenden Tarifrunden ziehen.

"Die Erwartungen unserer Mitglieder sind klar – steigende Reallöhne, die sich in Tabellen wiederfinden und im Geldbeutel ankommen", sagte IG-Metall-Chef Jörg Hofmann am Donnerstag. In diesem Jahr stehen Tarifrunden in der Eisen- und Stahlindustrie sowie in der Metall- und Elektroindustrie, dem grĂ¶ĂŸten Industriezweig, an.

Hofmann wehrte sich aber dagegen, konkrete Zahlen zu nennen. "Wir werden neun oder zehn Monate vor den Verhandlungen sicherlich nicht auf Zahlenwelten eingehen", sagte er auf Nachfrage.

Wirtschaftsaufschwung gehe nur mit steigenden Reallöhnen

So viel ließ der Gewerkschaftschef aber durchblicken: "Wer einen Wirtschaftsaufschwung haben will, braucht auch steigende Reallöhne." Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sollten die Lohnerhöhung zudem auch deutlich im Geldbeutel spĂŒren.

Ein Entgeltabschluss werde daher sicher ĂŒber der Zielinflationsrate der EuropĂ€ischen Zentralbank von zwei Prozent liegen. Mit welchen genauen Forderungen die Gewerkschaft in die Verhandlungen mit den Metall-Arbeitgebern ziehe, werde erst ab Juni diskutiert.

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Die Forderung setzt sich traditionell aus der Zielinflationsrate, der ProduktivitÀtsentwicklung der Gesamtwirtschaft und einer Verteilungskomponente zusammen.

SchĂ€tzung: IG Metall mĂŒsste bis zu sieben Prozent mehr fordern

Fest steht: Um sein Wort gegenĂŒber den Gewerkschaftsmitgliedern zu halten, mĂŒsste die IG Metall mit deutlich ambitionierteren Zielen in die Verhandlungen gehen. Die Bundesregierung rechnet fĂŒr das Jahr mit einer Inflationsrate von 3,3 Prozent.

Wenn die Gewerkschaft also eine "spĂŒrbare" Erhöhung aushandeln möchte, wie sie es am Donnerstag mehrfach betonte, mĂŒsste sie mindestens mit 5, eher 7 Prozent in die Verhandlungen gehen – schließlich dĂŒrften die Arbeitgeber versuchen, die Gewerkschaft herunterzuhandeln.

Unrealistisch ist das nicht: Bereits Ende 2017 forderte die Gewerkschaft fĂŒr die BeschĂ€ftigten der Metall- und Elektroindustrie sechs Prozent mehr Lohn – damals lag die Jahresinflation gerade einmal bei 1,5 Prozent.

Gewerkschaft muss Daseinsberechtigung unterstreichen

Die Metall- und Elektroindustrie sei trotz der DĂ€mpfer in der zweiten JahreshĂ€lfte 2021 aufgrund von Störungen wie dem Halbleitermangel auf Erfolgskurs, sagte Hofmann. Bei KonsumgĂŒtern gebe es einen Boom. Insofern gebe es erkennbar gute Ergebnisse der Unternehmen in fast allen Branchen. Das Risiko einer Lohn-Preis-Spirale sehe er nicht.

Die Gewerkschaft dĂŒrfte bei der aktuellen Tarifrunde ein Interesse daran haben, ein starkes Ergebnis fĂŒr die Mitglieder zu erzĂ€hlen, auch um die eigene Berechtigung zu unterstreichen. Denn die Mitgliederzahl sank in beiden Pandemiejahren spĂŒrbar. "Nun haben wir ein deutliches Minus, das wir versuchen aufzuholen", sagt Gewerkschaftschef Hofmann.

Mit starken Verhandlungsrunden könnte die IG Metall zudem auch ihr Profil in der neuen Tesla-Fabrik in GrĂŒnheide schĂ€rfen. Hier versucht die Gewerkschaft, die in der Automobilbranche sonst fest verankert ist, erst noch Fuß zu fassen – entgegen des Interesse des Tesla-Chef Elon Musk. Der macht keinen Hehl daraus, was er von Gewerkschaften hĂ€lt.

Keine Angst vor Elon Musk

Tesla ist in den USA der einzige Autobauer ohne eine Gewerkschaft – einen Mitarbeiter, der sich fĂŒr eine Gewerkschaft in den Tesla-Fabriken einsetzte, feuerte Elon Musk rechtswidrig.

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Hofmann macht deutlich, dass er den US-Amerikaner nicht fĂŒrchtet: "Herr Musk ist nicht ganz allein mit seiner Ablehnung der Gewerkschaften", sagt er auf Frage von t-online und verweist auf Unternehmer, die nach der Wende in Ostdeutschland versuchten, Tarif- und Gewerkschaftsbindungen zu umgehen. "Wir haben uns das zurĂŒckerkĂ€mpft und genauso werden wir auch bei Tesla vorgehen", sagt er.

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