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Ukraine-Krieg überschattet Volkswagens starke Zahlen

Von dpa, neb

Aktualisiert am 15.03.2022Lesedauer: 4 Min.
VW-Mitarbeiter in der Produktion: Im vergangenen Jahr konnte Volkswagen seinen operativen Gewinn im Vergleich zu 2020 fast verdoppeln.
VW-Mitarbeiter in der Produktion: Im vergangenen Jahr konnte Volkswagen seinen operativen Gewinn im Vergleich zu 2020 fast verdoppeln. (Quelle: Matthias Rietschel/Reuters-bilder)
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Der Autobauer verdoppelte im vergangenen Jahr trotz Chipmangel seinen Gewinn im Vergleich zu 2020. Doch CEO Diess warnt vor schweren Folgen des Ukraine-Kriegs und zieht einen Teil der Produktion aus Europa ab.

Volkswagen hätte eigentlich jeden Grund zur Freude: Der Autobauer hat seinen Gewinn im vergangenen Jahr gesteigert. Das verdankt er nicht nur Milliarden-Einsparungen und höheren Fahrzeugpreisen, sondern auch Sanierungserfolgen in einigen Regionen der Welt.

In ehemals strauchelnden Märkten wie etwa Südamerika sei die Ertragswende gelungen, sagte Volkswagen-Finanzvorstand Arno Antlitz am Dienstag bei der Bilanzpräsentation für das Jahr 2021. Auch in Nordamerika habe die Hauptmarke Volkwagen wieder Erfolge verbucht und ausgerechnet in den USA immer mehr mit ihren E-Autos gepunktet.

Die Zahlen aus Europa und China dürften die Wolfsburger ebenfalls positiv stimmen: In Europa zahle sich die E-Offensive inzwischen aus, und auch auf seinem größten Markt in China sei der Konzern nach wie vor profitabel und in einer starken Position.

An einigen Standorten stehen Bänder still

"Unter normalen Umständen hätten wir gute Gründe, optimistisch ins neue Jahr zu blicken: Wir haben starke Zahlen und die Lage rund um den Halbleiter-Mangel hat sich ebenfalls verbessert", sagte VW-Chef Herbert Diess bei der Konferenz. Doch bei all der Freude herrscht auch Sorge.

Mit dem Krieg in der Ukraine wartet bereits die nächste Krise auf die Branche – und auch ein Gigant wie Volkswagen spüre schon erste Auswirkungen. An einigen Standorten legte der Autobauer vorübergehend Bänder still.

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Hintergrund sind fehlende Kabelbäume, die den Strom durch die Autos leiten – sie werden vor allem in der Ukraine produziert. Der Verband der Automobilindustrie warnte bereits vor Engpässen in der gesamten Branche (mehr dazu lesen Sie hier).

Diess: "Ich habe nicht an einen Krieg geglaubt"

"Wir bekommen noch Kabelbäume aus der Ukraine", betonte Diess. Es gebe aber Verzögerungen und sollte der Krieg andauern, müsste auch Volkswagen mit Ausfällen rechnen.

Die Produktion von Kabelbäumen wolle VW dennoch in der Ukraine belassen, das Unternehmen baue aber auch Kapazitäten in Nordafrika und Rumänien aus. Das Ausmaß der Eskalation in der Ukraine habe den CEO überrascht. "Ich habe nicht an einen Krieg geglaubt, bis er tatsächlich eingetreten ist", sagte Diess.

Von den Engpässen seien vor allem die Werke in Deutschland betroffen, weniger die westeuropäischen Produktionsstätten, etwa in Portugal. Der Krieg könnte noch zu weiteren Engpässen führen, etwa bei seltenen Rohstoffen wie Palladium oder Platin, die ebenfalls sehr wichtig für die Autobranche sind.

VW muss Aussichten womöglich anpassen

Inwiefern diese Entwicklungen das Geschäft von Volkswagen in diesem Jahr prägen werden, sei noch nicht endgültig abzusehen. Diess sagte aber auch deutlich: Sollte der Krieg in der Ukraine andauern, müsste Volkswagen auch seine sehr optimistischen Aussichten auf das Jahr 2022 anpassen.

Auch Analysten betrachten die Entwicklung mit Sorge, sie verheiße "nichts Gutes", sagte Tobias Seige, Partner der Investmentberater-Gesellschaft Cowen, t-online.

Die Bandstillstände durch fehlende Kabelbäume "werden die Zahlen der gesamten Automobilindustrie, wie auch der von VW, weiterhin drücken", so Seige.

VW verlagert Produktion wegen des Ukraine-Kriegs

Bereits jetzt zieht der Autobauer Konsequenzen: Er verlagert einen Teil seiner Produktion aus Europa nach China und in die USA. 50.000 bis 100.000 Autos sollen aufgrund der Schwierigkeiten nun in diesen Regionen gefertigt werden. Sollte sich die Lage in Europa weiter verschärfen, müsste Volkswagen zudem weitere Kapazitäten in andere Regionen der Welt verlegen.

Der VW-Chef betonte aber auch, dass es sich dabei nur um eine vorübergehende Maßnahme handeln soll. Europa bleibe langfristig ein attraktiver Markt für Investitionen.

Russlandgeschäft steht still

Die Produktionsstätten in Russland stehen bereits still, die Mitarbeiter bekommen laut Diess aber weiterhin 80 Prozent ihres Gehaltes. Der Konzern betonte alle Sanktionen umzusetzen. Sollte Russland tatsächlich ausländische Firmen enteignen wollen, sei ein Rückzug Volkswagens aus dem Land geboten.

"Das ist kein großer materieller Schaden, aber schon ein Schlag", sagte Diess. Das Russlandgeschäft macht gerade einmal 0,5 Prozent der gesamten Bilanz aus und ist daher ein kleiner Markt für den Autobauer.

"Weltordnung der letzten Jahrzehnte bedroht"

Dennoch warnte Diess bei der Pressekonferenz deutlich vor den Folgen eines längeren Krieges in der Ukraine: "Europa muss sein gesamtes politisches Gewicht in die Waagschale werfen. Wenn sich der Krieg verlängert, wird er ernsthaft die Weltordnung der letzten Jahrzehnte bedrohen." Das würde nicht nur Russland und der Ukraine schaden, "Europa wird am meisten leiden", so Diess.

Was seinen Konzern angehe, sei dieser aber robust und widerstandsfähiger durch die vergangenen Krisen geworden – 2021 habe sich der Betriebsgewinn trotz Chip-Mangels und höherer Rohstoffkosten fast auf 19,3 Milliarden Euro verdoppelt.

Diess ist daher zuversichtlich, dass Volkswagen auch die kommende Krise bewältigen werde. Der Autobauer profitierte 2021 von der starken Nachfrage bei gleichzeitig knappem Angebot und konnte daher höhere Preise durchsetzen. Zugleich sanken die Fixkosten deutlich.

Mehr Umsatz trotz Absatzrückgang

Die Wolfsburger steigerten den Barmittelzufluss im Automobilgeschäft um 35 Prozent auf 8,6 Milliarden Euro. Die Netto-Liquidität des Konzerns lag mit 26,7 Milliarden Euro nahezu auf Vorjahreshöhe, obwohl Volkswagen investierte und auch die Übernahme des Lkw-Bauers Navistar in diesen Zeitraum fiel.

Die Umsatzrendite war auf 8 Prozent gestiegen von 4,8 Prozent im Jahr davor. Das lag an geringeren Kosten, höheren Preisen und einer Konzentration beim Absatz auf gewinnträchtige Modelle. Bei einem Absatzrückgang um 6 Prozent hat sich der Umsatz um 12 Prozent auf 250 Milliarden Euro erhöht.

Nach der operativen Gewinnverdopplung im vergangenen Jahr sieht sich Volkswagen in der Lage, den Umbau auch in Krisenzeiten weiter zu stemmen. "Wir sind voll auf Kurs, um künftige Profitpools zu erschließen, und fest entschlossen, die Zukunft der Mobilität zu gestalten", erklärte Diess.

Auch Experte Seige glaubt daran. “Aller Widrigkeiten zum Trotz legt der VW Konzern sehr ordentliche Zahlen vor." Die Zahlen zeigten, "dass es dem Management gelingt, gut durch die Krise zu manövrieren".

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  • Nele Behrens
Von Nele Behrens
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