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  • Forderung nach Lohnerhöhungen: Vorsicht vor dem dicken Ende! | 1. Mai


Meinung
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Vorsicht vor dem dicken Ende!

  • Mauritius Kloft
Ein Kommentar von Mauritius Kloft

Aktualisiert am 01.05.2022Lesedauer: 3 Min.
Demonstration am 1. Mai 2021: Auch in diesem Jahr dürften wieder höhere Löhne gefordert werden.
Demonstration am 1. Mai 2021: Auch in diesem Jahr dürften wieder höhere Löhne gefordert werden. (Quelle: IPON/imago-images-bilder)
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Traditionell finden am 1. Mai Demos von Gewerkschaften statt, der Tenor stets: mehr Lohn. Doch in diesem Jahr könnten solche Forderungen fatale Folgen haben. Denn die Inflation droht auszuufern.

Es ist 1. Mai, Tag des Arbeitskampfes und der Demos von Gewerkschaftlern. Die Forderungen sind deutlich: Die Löhne sollen steigen, wegen der hohen Inflation. Zuletzt hatte DGB-Chef Reiner Hoffmann einen "Inflationsausgleich" gefordert, die IG Metall will sogar 8,2 Prozent mehr Geld für die Beschäftigten der Stahlindustrie in Nordwest- und Ostdeutschland.

Diese Forderungen aber sind nicht klug. Mehr noch: Sie sind sogar ziemlich gefährlich. Sicher: Alles wird teurer, die Inflationsrate stieg im April auf 7,4 Prozent. Forderungen nach höheren Löhnen sind daher vermeintlich eine gute Idee. Doch die Gewerkschaftler haben die Rechnung ohne die volkswirtschaftliche Theorie gemacht, genauer: die Lohn-Preis-Spirale.

Sie besagt, dass sich Preise und Löhne immer weiter hochschaukeln. Weil Arbeitnehmer angesichts der Inflation dauerhaft mehr Lohn fordern und erhalten, steigen die Kosten für Unternehmen. Diese wälzen sie wiederum an die Verbraucher ab, das Preisniveau steigt folglich. Und es geht von vorne los.

Folgen einer Lohn-Preis-Spirale sind fatal

Die Verlierer einer Lohn-Preis-Spirale sind Beschäftigte, die keiner Tarifbindung unterliegen, Selbstständige beispielsweise. Für sie wird alles teurer, während ihre Löhne nicht gleichermaßen steigen. Auch Menschen, die gerade keinen Job haben, trifft die Inflationsspirale herb.

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Die ARD-Intendanten v.l.n.r.: Manfred Krupp (HR), Prof. Dr. Karola Wille (MDR), Dr. Katja Wildermuth (BR), Generalsekretärin Dr. Susanne Pfab, Programmdirektorin Christine Strobl, Martin Grasmück (SR), Dr. Yvette Gerner (Radio Bremen), Joachim Knuth (NDR). Vorne Ex-RBB-Intendantin Patricia Schlesinger, Tom Buhrow (WDR) und Dr. Kai Gniffke (SWR).


Ganz abgesehen davon: Es ist sehr schwierig, eine Lohn-Preis-Spirale wieder einzufangen. In dem Fall müsste die Europäische Zentralbank die Zinsen schneller anheben, als sie es ohne vorgehabt hätte. Das könnte jedoch die Wirtschaft abwürgen, die eh recht fragil dasteht.

Die Folgen eines solchen Szenarios wären unangenehm. Hohe Arbeitslosigkeit beispielsweise. Zumal es noch immer die Möglichkeit gibt, dass Putin uns den Gashahn zudreht – der Kremlautokrat ist unberechenbar. Für die Wirtschaft könnte das den Kollaps bedeuten.

Ökonomen warnen vor Lohn-Preis-Spirale

Allein: Dass eine Lohn-Preis-Spirale aus der Theorie in die Praxis übergeht, muss nicht zwangsläufig geschehen. Doch die Vorzeichen stehen aktuell schlicht nicht gut. Auch Ifo-Präsident Clemens Fuest sagte t-online jüngst: "Wir sind kurz vor der Lohn-Preis-Spirale."

Statt nun große Töne anzuschlagen, sollten sich Gewerkschaften bedeckt halten, ihre Mitglieder beruhigen – und keine Eskalation der Inflationslage riskieren. Sicher: Die Arbeitnehmer sind nur eine Seite der Tarifparteien, die andere sind die Arbeitgeber, die auch ein Wörtchen mitzureden haben, was Lohnerhöhungen angeht.

Doch letztlich könnte eine höhere Inflation auch dadurch entstehen, dass schlicht genug Menschen davon ausgehen, dass sie kommt. Wenn sich die Inflationserwartungen verfestigen also. Und die Gewerkschaften haben mit entsprechenden Forderungen nach Inflationsausgleichen einen ordentlichen Anteil daran.

Arbeitnehmer sollten nicht leer ausgehen

Dass die Arbeitnehmer sich nun zurückhalten sollten, was mehr Lohn angeht, heißt dabei noch lange nicht, dass sie leer ausgehen müssen. Und auch sollten. Denn dass die Inflationsraten seit Monaten steigen, das Geld weniger wert wird, kann niemand leugnen. Auch nicht die Arbeitgeber, auch nicht die Theorie der Volkswirtschaftslehre.

Klüger als Forderungen nach höheren Löhnen, die über die aktuell hohen Inflationsraten hinaus wirken würden, wäre der Wunsch nach Einmalzahlungen durch die Arbeitgeber. So könnte die Gefahr der Lohn-Preis-Spirale, ein Entgleiten der Inflation gebannt werden.

Hier gilt jedoch ebenfalls die eben erwähnte Mahnung: Ruhig Blut bewahren, nicht übertreiben. Das dicke Ende kommt sonst – und zwar früher als uns lieb ist.

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  • Sandra Simonsen
Von Sandra Simonsen, Frederike Holewik
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