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Ein Scholz gegen die Katerstimmung von Davos

  • Florian Schmidt
Von Florian Schmidt, Davos

Aktualisiert am 26.05.2022Lesedauer: 3 Min.
Bundeskanzler Olaf Scholz (l.) traf mit seiner Abschlussrede in Davos den richtigen Ton.
Bundeskanzler Olaf Scholz (l.) traf mit seiner Abschlussrede in Davos den richtigen Ton. (Quelle: Laurent Gillieron/Keystone/dpa-bilder)
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In Davos ist das Weltwirtschaftsforum zu Ende gegangen, die Stimmung vor Ort: von Pessimismus geprägt. Mit Kanzler Scholz wollte zum Schluss wenigstens einer den Anwesenden Mut machen.

Es war eine zum Teil düstere Woche in Davos. Jeden Abend, meist ab 18 Uhr, entluden sich die Wolken über dem Schweizer Alpenort. Trotz ungewohnt warmer Temperaturen und sommerlich grüner Wiesen: So richtig gute Stimmung wollte nicht aufkommen beim diesjährigen Weltwirtschaftsforum (WEF).

Zum einen lag das daran, dass deutlich weniger Teilnehmer anreisten als sonst, von denen viele auch nur einen Tag in den Bergen blieben. Die wilden Partys und Banketts, wie es sie in früheren Jahren abseits des Konferenzzentrums gab, fielen aber vor allem wegen der zahlreichen Krisen auf der Welt aus.

Krieg, Hungersnöte, Lieferengpässe, Inflation, Klimawandel – beim WEF herrschte Katerstimmung. Viele vor Ort sahen die Welt am Scheidepunkt. Die Furcht vor einem Zurückschrauben der Globalisierung prägte fast alle Diskussionsrunden, immer wieder warnten Unternehmer und Politiker vor den Folgen einer solchen Entwicklung.

Scholz liefert maßgeschneiderte Botschaft

Der, der den Anwesenden diese Angst nehmen und für einen versöhnlichen Abschluss sorgen sollte, war ausgerechnet einer, der nicht gerade für besonders große Emotionen bekannt ist: Kanzler Olaf Scholz (SPD). Ist es ihm gelungen?

Seine Botschaft war zumindest maßgeschneidert für das Publikum. Verkürzt lautete sie: "Die Deglobalisierung ist ein Holzweg, sie wird nicht funktionieren." Zwar dürften die Abhängigkeiten von einzelnen Lieferanten, etwa Russland für Energie, künftig nie mehr so groß sein wie heute. Dennoch brauche es auch weiterhin Arbeitsteilung, nicht zuletzt, damit die Preise nicht noch weiter steigen.

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"Die 20er Jahre werden Jahre der Veränderung und des Umbaus", so der Kanzler weiter. Die Wirtschaft müsse sich, beschleunigt durch den Ukraine-Krieg, neu aufstellen, noch schneller klimaneutral werden.

"Solidarische, kluge Globalisierung"

So weit, so erwartbar, so wenig neu die Worte des Kanzlers. Dass sie bei den Anwesenden dennoch gut ankamen, lag an dem, was folgte.

Scholz rief zu mehr internationaler Zusammenarbeit auf, zu einer Stärkung des sogenannten Multilateralismus. Gemeint ist damit: Abkommen zwischen vielen Staaten, die sich verbünden, um gemeinsam an Lösungen für die Probleme der Welt zu arbeiten.

Im Fokus sollten dabei seiner Ansicht nach vor allem die Schwellenländer stehen. Diese seien "inzwischen längst leistungsfähige Volkswirtschaften geworden", die dieselben Ansprüche und Bedürfnisse haben wie Deutschland und andere Industrienationen. Ziel sei, so der Kanzler, eine "solidarische, kluge Globalisierung", die anders aussehen werde als jene, die in den vergangenen 30 Jahren für Wohlstand auf der ganzen Welt gesorgt habe: Jetzt gehe es darum, dass alle vom internationalen Handel profitierten.

Der Kanzler scheint verstanden zu haben

Was für viele Menschen nach langweiligen Phrasen klingen mochte, war für die verkaterten WEF-Teilnehmer Balsam. Schließlich diente das Forum exakt diesem Zweck: Austausch, Absprachen, Zusammenarbeit.

Die gesamte Woche über hatten Wirtschaftskapitäne wie VW-Chef Herbert Diess ähnliche Töne angeschlagen. Auch Wirtschaftsminister Robert Habeck hatte sich zu Beginn des WEFs entsprechend geäußert.

Dass nun auch Scholz so sprach, machte vielen Hoffnung – und das wahrscheinlich sogar zu Recht: Der Kanzler scheint verstanden zu haben.

Jetzt müssen Taten folgen

Er hat nicht nur die richtigen Worte für das internationale Publikum in Davos gewählt, das naturgemäß solche Ansprachen schätzt. Scholz zeigte mit seiner Rede auch, dass er über den deutschen Tellerrand hinausblickt. Er ließ erkennen, dass er eben nicht nur an die Gasversorgung Deutschlands denkt und – wie viele Sozialdemokraten – daran, dass Deutschland möglichst wenig Waffen an die Ukraine liefert, um der pazifistischen Tradition seiner Partei treu zu bleiben.

Sicher, Olaf Scholz ist weder Joe Biden noch Xi Jinping. Hätten der US-Präsident oder der chinesische Staatschef solche Worte genutzt, wäre das Aufsehen weit größer gewesen.

Und doch: Scholz' Rede hatte Gewicht, seine Sätze dürften nachhallen, auch über Davos hinaus. Zumindest, wenn aus ihnen Taten werden. Sonst bleiben sie doch wieder, was so oft vom Kanzler hängen bleibt: Phrasen.

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  • Nele Behrens
Ein Kommentar von Nele Behrens
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