• Home
  • Wirtschaft & Finanzen
  • Unternehmen & Verbraucher
  • Konjunktur
  • Weltwirtschaftsforum: Ein Scholz gegen die Katerstimmung von Davos


Meinung
Was ist eine Meinung?

Die subjektive Sicht des Autors auf das Thema. Niemand muss diese Meinung ├╝bernehmen, aber sie kann zum Nachdenken anregen.

Ein Scholz gegen die Katerstimmung von Davos

  • Florian Schmidt
Von Florian Schmidt, Davos

Aktualisiert am 26.05.2022Lesedauer: 3 Min.
Bundeskanzler Olaf Scholz (l.) traf mit seiner Abschlussrede in Davos den richtigen Ton.
Bundeskanzler Olaf Scholz (l.) traf mit seiner Abschlussrede in Davos den richtigen Ton. (Quelle: Laurent Gillieron/Keystone/dpa-bilder)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Symbolbild f├╝r einen TextGr├Â├čter Vermieter drosselt HeizungenSymbolbild f├╝r einen TextViele Promis bei Lindner-HochzeitSymbolbild f├╝r einen TextSalihamidzic verhandelt wohl mit JuveSymbolbild f├╝r einen TextRadstar: Tour-Aus wegen WirbelbruchSymbolbild f├╝r einen TextMonatlicher Gasabschlag: So stark steigt erSymbolbild f├╝r einen TextGruppe pr├╝gelt auf lesbische Frauen einSymbolbild f├╝r ein VideoBlitz schl├Ągt in fahrendes Auto einSymbolbild f├╝r einen TextAmazon ruft Eisw├╝rfel zur├╝ckSymbolbild f├╝r einen Text15-J├Ąhriger folterte ProstituierteSymbolbild f├╝r einen TextMilliard├Ąr ist gr├Â├čter Lufthansa-Aktion├ĄrSymbolbild f├╝r einen TextToter Hertha-Fan: Polizei teilt PhantombildSymbolbild f├╝r einen Watson TeaserHabeck l├Ąsst ZDF-Moderator abblitzenSymbolbild f├╝r einen TextFesselndstes Strategiespiel des Jahres

In Davos ist das Weltwirtschaftsforum zu Ende gegangen, die Stimmung vor Ort: von Pessimismus gepr├Ągt. Mit Kanzler Scholz wollte zum Schluss wenigstens einer den Anwesenden Mut machen.

Es war eine zum Teil d├╝stere Woche in Davos. Jeden Abend, meist ab 18 Uhr, entluden sich die Wolken ├╝ber dem Schweizer Alpenort. Trotz ungewohnt warmer Temperaturen und sommerlich gr├╝ner Wiesen: So richtig gute Stimmung wollte nicht aufkommen beim diesj├Ąhrigen Weltwirtschaftsforum (WEF).

Zum einen lag das daran, dass deutlich weniger Teilnehmer anreisten als sonst, von denen viele auch nur einen Tag in den Bergen blieben. Die wilden Partys und Banketts, wie es sie in fr├╝heren Jahren abseits des Konferenzzentrums gab, fielen aber vor allem wegen der zahlreichen Krisen auf der Welt aus.

Krieg, Hungersn├Âte, Lieferengp├Ąsse, Inflation, Klimawandel ÔÇô beim WEF herrschte Katerstimmung. Viele vor Ort sahen die Welt am Scheidepunkt. Die Furcht vor einem Zur├╝ckschrauben der Globalisierung pr├Ągte fast alle Diskussionsrunden, immer wieder warnten Unternehmer und Politiker vor den Folgen einer solchen Entwicklung.

Scholz liefert ma├čgeschneiderte Botschaft

Der, der den Anwesenden diese Angst nehmen und f├╝r einen vers├Âhnlichen Abschluss sorgen sollte, war ausgerechnet einer, der nicht gerade f├╝r besonders gro├če Emotionen bekannt ist: Kanzler Olaf Scholz (SPD). Ist es ihm gelungen?

Seine Botschaft war zumindest ma├čgeschneidert f├╝r das Publikum. Verk├╝rzt lautete sie: "Die Deglobalisierung ist ein Holzweg, sie wird nicht funktionieren." Zwar d├╝rften die Abh├Ąngigkeiten von einzelnen Lieferanten, etwa Russland f├╝r Energie, k├╝nftig nie mehr so gro├č sein wie heute. Dennoch brauche es auch weiterhin Arbeitsteilung, nicht zuletzt, damit die Preise nicht noch weiter steigen.

ANZEIGEN
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Meistgelesen
Worauf Deutschland laut Habeck "problemlos" verzichten kann
Robert Habeck: Der Wirtschaftsminister sieht die Gasversorgung unter Druck und fordert zum Sparen auf.


"Die 20er Jahre werden Jahre der Ver├Ąnderung und des Umbaus", so der Kanzler weiter. Die Wirtschaft m├╝sse sich, beschleunigt durch den Ukraine-Krieg, neu aufstellen, noch schneller klimaneutral werden.

"Solidarische, kluge Globalisierung"

So weit, so erwartbar, so wenig neu die Worte des Kanzlers. Dass sie bei den Anwesenden dennoch gut ankamen, lag an dem, was folgte.

Scholz rief zu mehr internationaler Zusammenarbeit auf, zu einer St├Ąrkung des sogenannten Multilateralismus. Gemeint ist damit: Abkommen zwischen vielen Staaten, die sich verb├╝nden, um gemeinsam an L├Âsungen f├╝r die Probleme der Welt zu arbeiten.

Im Fokus sollten dabei seiner Ansicht nach vor allem die Schwellenl├Ąnder stehen. Diese seien "inzwischen l├Ąngst leistungsf├Ąhige Volkswirtschaften geworden", die dieselben Anspr├╝che und Bed├╝rfnisse haben wie Deutschland und andere Industrienationen. Ziel sei, so der Kanzler, eine "solidarische, kluge Globalisierung", die anders aussehen werde als jene, die in den vergangenen 30 Jahren f├╝r Wohlstand auf der ganzen Welt gesorgt habe: Jetzt gehe es darum, dass alle vom internationalen Handel profitierten.

Der Kanzler scheint verstanden zu haben

Was f├╝r viele Menschen nach langweiligen Phrasen klingen mochte, war f├╝r die verkaterten WEF-Teilnehmer Balsam. Schlie├člich diente das Forum exakt diesem Zweck: Austausch, Absprachen, Zusammenarbeit.

Die gesamte Woche ├╝ber hatten Wirtschaftskapit├Ąne wie VW-Chef Herbert Diess ├Ąhnliche T├Âne angeschlagen. Auch Wirtschaftsminister Robert Habeck hatte sich zu Beginn des WEFs entsprechend ge├Ąu├čert.

Dass nun auch Scholz so sprach, machte vielen Hoffnung ÔÇô und das wahrscheinlich sogar zu Recht: Der Kanzler scheint verstanden zu haben.

Jetzt m├╝ssen Taten folgen

Er hat nicht nur die richtigen Worte f├╝r das internationale Publikum in Davos gew├Ąhlt, das naturgem├Ą├č solche Ansprachen sch├Ątzt. Scholz zeigte mit seiner Rede auch, dass er ├╝ber den deutschen Tellerrand hinausblickt. Er lie├č erkennen, dass er eben nicht nur an die Gasversorgung Deutschlands denkt und ÔÇô wie viele Sozialdemokraten ÔÇô daran, dass Deutschland m├Âglichst wenig Waffen an die Ukraine liefert, um der pazifistischen Tradition seiner Partei treu zu bleiben.

Sicher, Olaf Scholz ist weder Joe Biden noch Xi Jinping. H├Ątten der US-Pr├Ąsident oder der chinesische Staatschef solche Worte genutzt, w├Ąre das Aufsehen weit gr├Â├čer gewesen.

Und doch: Scholz' Rede hatte Gewicht, seine S├Ątze d├╝rften nachhallen, auch ├╝ber Davos hinaus. Zumindest, wenn aus ihnen Taten werden. Sonst bleiben sie doch wieder, was so oft vom Kanzler h├Ąngen bleibt: Phrasen.

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingANZEIGEN

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
  • Mauritius Kloft
Von Mauritius Kloft
DeutschlandInflationOlaf ScholzSPDUkraine
Ratgeber

t-online - Nachrichten f├╝r Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagram

Das Unternehmen
Str├Âer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverl├Ąngerung FestnetzVertragsverl├Ąngerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website