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Bodo Ramelow von Legasthenie betroffen: Symptome und Ursachen der Störung


Lese-Rechtschreib-Störung
Bodo Ramelow betroffen: Wie sich Legasthenie bemerkbar macht


26.02.2024Lesedauer: 2 Min.
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Bodo Ramelow: Der Ministerpräsident gab offen zu, Legastheniker zu sein.Vergrößern des Bildes
Bodo Ramelow: Der thüringische Ministerpräsident geht offen mit seiner Legasthenie um. (Quelle: Christian Fischer/imago-images-bilder)

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow hat öffentlich über seine Legasthenie gesprochen. Welche Anzeichen auf diese Störung hindeuten und was Betroffenen helfen kann.

Der Linken-Politiker Bodo Ramelow hat erneut über seine Lese-Rechtschreib-Störung gesprochen. Wie der thüringische Ministerpräsident bei "Caren Miosga" sagte, wurde bei ihm erst im Alter von 18 Jahren Legasthenie diagnostiziert. Zuvor sei er immer als "Loser" eingeordnet worden, als "Faulpelz" und "Klassenclown", den jedes Diktat überfordert habe. Aber dann habe ein Schulpsychologe endlich die befreiende Diagnose gestellt. Bereits 2019 hatte Ramelow offen zugegeben, Legastheniker zu sein. Was steckt hinter dieser Lernstörung?

Legasthenie – Fachausdruck für Lese-Rechtschreib-Störung (LRS)

Viele Kinder leiden unter der spezifischen Lernstörung Legasthenie, Jungen zwei- bis dreimal häufiger als Mädchen. Zwischen vier bis zwölf Prozent eines Jahrgangs sind davon betroffen. Das bedeutet: Allein in Deutschland leben rund 3,5 Millionen Legastheniker. Symptome sind unter anderem das Verdrehen, Verwechseln oder Auslassen von Buchstaben, langsames Lesen und Schwierigkeiten mit Groß- und Kleinschreibung.

Definition: Legasthenie

Dem internationalen Klassifikationsschema ICD-10 der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge liegt eine Lese-Rechtschreib-Störung vor, wenn anhaltende, eindeutige Schwächen im Lesen und Rechtschreiben nicht auf eine fehlende Beschulung, das Entwicklungsalter, eine unterdurchschnittliche Intelligenz, psychische Erkrankungen oder Hirnschäden zurückzuführen sind.

Neurologisch sind die Ursachen der Lese-Rechtschreib-Störung bislang nicht vollständig geklärt, denn im Gehirn gibt es kein eigenes Lesezentrum, dessen Beeinträchtigung allein ursächlich sein könnte. Wie der "SWR" berichtet, deute eine Studie des Massachusetts Institute of Technology (MIT) an, dass ein neuronales Anpassungsdefizit einige Symptome erklären könnte. Die Forscher fanden demnach heraus, dass das Gehirn von Menschen mit Legasthenie Reize anders verarbeitet.

Legasthenie ist eine Teilleistungsstörung. Die WHO kategorisiert sie deshalb als Behinderung.

Mögliche Symptome der Lese-Rechtschreib-Störung

Folgende Symptome sind typisch bei einer Legasthenie: Der Betroffene

  • kann sich Wortbilder nicht gut merken.
  • kann gehörte Reize nicht gut unterscheiden (zum Beispiel klingen g und k gleich).
  • kann gesehene Reize nicht gut unterscheiden (zum Beispiel sehen n und m gleich aus).
  • kann nur schwer unterscheiden, in welche Richtung Teile eines Buchstabens zeigen (zum Beispiel, ob der Bauch des b nach links oder rechts zeigt).
  • hat ein schlechtes Leseverständnis, das von einem langsamen, fehlerhaften und stockenden Lesen begleitet wird.
  • kann die seriellen Abläufe von Worten nur schwer erfassen.
  • hat ein stark schwankendes Leistungs- und Aufmerksamkeitsniveau.
  • hat große Lese- und Schreibunlust.
  • vergisst immer wieder Rechtschreibregeln und kann diese nicht anwenden.
  • hat feinmotorische Schwierigkeiten, die sich in einer unruhigen Schrift zeigen.
  • kann unter Stress noch schlechter lesen und schreiben.

Übrigens

Früher wurden legasthene Kinder oft als dumm abgestempelt. Doch eine Legasthenie-Diagnose sagt nichts über die allgemeine Intelligenz eines Menschen aus. Denn es sind nicht alle Bereiche des Lernens beeinträchtigt, sondern nur das Erlernen von Schreiben und Lesen.

Therapien sollten auf den Betroffenen abgestimmt sein

Bei jedem Legastheniker liegen die Problemfelder woanders. Bestimmte Test helfen dabei, diese Defizite herauszufinden. Auf Grundlage der Ergebnisse sollte dann eine Einzeltherapie erfolgen, die individuell auf das Kind zugeschnitten ist.

Wichtig ist dabei, dass die Therapie umso bessere Ergebnisse erzielt, je früher sie beginnt. Das heißt für Eltern, dass sie mit ihrem Kind möglichst frühzeitig einen Arzt aufsuchen sollten, wenn sie beobachten, dass es Beeinträchtigungen beim Lesen und Schreiben hat.

Eine Therapie kann einen Legastheniker zwar nicht von seiner Störung befreien. Ein Legastheniker bleibt ein Leben lang ein Legastheniker. Doch erleichtert sie den Umgang mit den Buchstaben, Silben, Wörtern und Sätzen.

Transparenzhinweis
  • Die Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung und dürfen daher nicht zur Selbsttherapie verwendet werden.
Verwendete Quellen
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