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Ja, die Redaktion hat fĂŒr diesen Ratgeberartikel alle relevanten Fakten recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Fear of Missing Out – wenn Status-Checken zum Problem wird

Von Geraldine Nagel

Aktualisiert am 10.04.2022Lesedauer: 7 Min.
Ein Mann sitzt auf dem Boden an ein Sofa gelehnt und schaut auf sein Smartphone.
FOMO, also die Angst, etwas zu verpassen, kann denn Alltag stark beeintrÀchtigen, (Quelle: /Thinkstock by Getty-Images-bilder)
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Das Smartphone immer in Reichweite, damit einem bloß keine neuen Nachrichten oder Status-Updates entgehen? Oftmals begleitet von dem unangenehmen GefĂŒhl, sonst außen vor zu sein? Dabei kann es sich um Anzeichen von FOMO handeln.

Das Wichtigste im Überblick


  • Was ist FOMO eigentlich?
  • FOMO ist nicht neu
  • Was bei FOMO helfen kann

FOMO ist die AbkĂŒrzung fĂŒr "Fear of Missing Out". Das bedeutet so viel wie "Angst, etwas zu verpassen". Allein die Vorstellung, das Smartphone fĂŒr einige Stunden beiseitezulegen oder zu Hause zu vergessen, löst bei Betroffenen oft großen Stress aus. Denn so wĂŒrden sie keine neuen Nachrichten von Instagram, Twitter, Facebook und Co. mehr bekommen. Je nach Ausmaß können diese Ängste das eigene Leben einschrĂ€nken und den Alltag stark beeintrĂ€chtigen.

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Wichtig zu wissen: HĂ€ufig das Smartphone zu nutzen und Nachrichten zu checken, ist nicht automatisch ein Problem. Das kann sich jedoch Ă€ndern, wenn einen das stĂ€ndige Erreichbarsein und auf dem Laufenden bleiben zu mĂŒssen anfĂ€ngt zu belasten. Im Prinzip kann sich FOMO bei jedem entwickeln. Manche sind allerdings anfĂ€lliger dafĂŒr als andere.

Das PhĂ€nomen selbst ist dabei im Grunde nicht neu; aber durch die wachsende Nutzung von Social-Media-KanĂ€len im Alltag betrifft FOMO heutzutage mehr Menschen als frĂŒher. Mit unserem Test erfahren Sie, ob Sie bereits Anzeichen fĂŒr FOMO haben und wie stark diese ausgeprĂ€gt sind.

Was ist FOMO eigentlich?

Der Ausdruck "Fear of Missing Out" beziehungsweise FOMO beschreibt das GefĂŒhl oder den Eindruck, dass andere Menschen ein besseres Leben als man selbst haben, mehr Spaß haben und spannendere oder bessere Dinge erleben. HĂ€ufig nagt diese Angst am eigenen SelbstwertgefĂŒhl und geht nicht selten mit einem gewissen Neid einher. Insbesondere Social-Media-Plattformen wie Facebook, Twitter, Instagram und Co. befeuern FOMO.

Bei FOMO geht es um die Wahrnehmung, dass man gerade irgendetwas Wichtiges verpasst. Etwas, das Freunde, Bekannte oder andere Menschen gerade jetzt im Moment erleben – bei dem man hĂ€tte dabei sein sollen, aber es nicht waren. Als Folge fĂŒhlen Betroffene sich ausgegrenzt und fĂŒrchten, nicht dazuzugehören. Zeit mit Freunden zu verbringen, ist ein grundlegendes BedĂŒrfnis und wichtig fĂŒr das SelbstwertgefĂŒhl.

FOMO kann sich auf alles Mögliche beziehen, wie etwa einen Kinobesuch, eine Party oder eine Reise, aber auch auf den tollen neuen Job, den jemand ergattert hat. Menschen mit FOMO empfinden bei solchen Nachrichten das GefĂŒhl, etwas Bedeutungsvolles zu verpassen.

Insgesamt sind Menschen mit FOMO oft weniger zufrieden mit ihrem Leben und haben Probleme, ihre BedĂŒrfnisse (wie geliebt, geschĂ€tzt und respektiert zu werden) zu erkennen und diese zu erfĂŒllen.

FOMO ist nicht neu

Das GefĂŒhl, dass man gerade etwas Großartiges verpasst, gibt es nicht erst seit gestern. Wahrscheinlich gab es bereits vor Jahrhunderten Menschen, die dieses GefĂŒhl hatten – die "Fear of Missing Out". Durch die zunehmende VerfĂŒgbarkeit und Nutzung von Social-Media-KanĂ€len wie Instagram, Facebook und Co. und der Verbreitung von Smartphone und Tablets tritt FOMO aber deutlicher zutage.

Dank Social-Media-Plattformen ist das Leben der anderen teils allgegenwÀrtig. So fÀllt es leicht, das eigene Leben mit dem vermeintlichen Alltag der anderen zu vergleichen.

Dass einem dieses nur in kleinen Schnipseln und höchstwahrscheinlich geschönt prĂ€sentiert wird und das wahre Leben möglicherweise ein wenig farbloser als dargestellt ist, geht dabei oft unter. Auch, dass vermeintliche SchnappschĂŒsse oft eigentlich mehrere Foto-AnlĂ€ufe brauchen und im Grunde inszeniert sind oder auch bearbeitet, machen sich viele nicht bewusst.

Social-Media-Nutzung kann die Wahrnehmung verÀndern

Das Leben der anderen auf diese Weise stĂ€ndig mit dem eigenen vergleichen zu können, kann das GefĂŒhl fĂŒr NormalitĂ€t verzerren. Als Folge haben manche verstĂ€rkt den Eindruck, dass sie schlechter abschneiden.

Ehe es soziale Medien und Internet gab, war diese Gefahr noch nicht so groß. Denn damals poppten nicht fortwĂ€hrend Nachrichten und Bilder von Freunden, Bekannten oder anderen Leuten, denen man online folgt, auf und man bekam nicht beinah in Echtzeit mit, was diese gerade unternehmen und wie viel Spaß sie dabei haben. Man erfuhr dies allenfalls ĂŒber Postkarten oder ErzĂ€hlungen.

Auf Social-Media-Plattformen können Menschen sich selbst bestmöglich in Szene setzen, sei es mit Bildern, Ereignissen oder Erlebnissen. In manchen FĂ€llen fĂŒhrt das zu einer Art Wettbewerb. Bei Menschen mit FOMO löst dies Druck aus, nicht mithalten zu können – und lĂ€sst sie sich oft unzulĂ€nglich fĂŒhlen.

Wer an FOMO leidet, steckt oft in einem Teufelskreis: Aus Angst, etwas zu verpassen, checken Betroffene erst recht all ihre gewohnten KanÀle. Die Angst nimmt dadurch jedoch nicht ab, sie verstÀrkt sich vielmehr. Studien zeigen, dass die hÀufige Nutzung von Instagram, Twitter, Facebook und Co. bei ihnen mit gesteigertem Stress einhergeht.

Ob MĂ€nner oder Frauen und egal wie alt – FOMO kann im Prinzip jeden treffen. Vor allem Jugendliche nutzen Social-Media-KanĂ€le jedoch hĂ€ufig und von klein auf – sie sind dadurch einem grĂ¶ĂŸeren Risiko fĂŒr FOMO ausgesetzt. Die Forschung zu diesem Thema steckt jedoch immer noch in den AnfĂ€ngen.

Was bei FOMO helfen kann

FOMO beziehungsweise "Fear of Missing Out“ scheint sich hĂ€ufiger bei Menschen zu entwickeln, die unglĂŒcklich und unzufrieden mit ihrem Leben sind. Als Reaktion darauf beginnen manche, Social-Media-KanĂ€le verstĂ€rkt zu nutzen. Das verbessert den Zustand jedoch nicht, sondern kann sogar dazu fĂŒhren, dass Betroffene sich schlechter fĂŒhlen. Mit verschiedenen Maßnahmen lĂ€sst sich die Angst, etwas zu verpassen, jedoch oft lindern.

Sich die Angst eingestehen

Der erste Schritt, um an FOMO etwas zu Ă€ndern, ist sich einzugestehen, dass es da offenbar ein Problem gibt – und das zu akzeptieren. Nun lĂ€sst sich die Angst, etwas zu verpassen, leichter in Angriff nehmen.

Trugbilder als solche wahrnehmen

Viele Menschen, die bei Instagram oder anderen Social-Media-KanĂ€len posten, versuchen sich und ihr Leben möglichst schön und spannend zu prĂ€sentieren. Behalten Sie das im Hinterkopf, wenn Sie Ihre Feeds und Status-Updates durchgehen. Sie nehmen dort letztlich immer nur einen kurzen Moment im Leben der anderen wahr – möglicherweise einen geschönten. Wie es um diese Nachrichten herum wirklich aussieht, können Sie nicht sicher wissen.

Mehr im Augenblick bleiben

Betroffene mit FOMO lassen sich bei ihren TĂ€tigkeiten meist rasch ablenken und geben dem Impuls, schnell noch einmal zu schauen, was bei den anderen los ist, oft allzu leicht nach. Egal, ob kurz nach dem Aufstehen, vor dem Zubettgehen, beim Mittagessen, im Job, in der Schule oder bei Treffen im Freundeskreis – es wird "nur mal eben" und immer wieder der Status der Kontakte bei Instagram, Facebook und Co. ĂŒberflogen, um up to date zu sein.

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Ratsamer ist es, den Fokus verstĂ€rkt auf das eigene Leben zu richten und mehr bei sich zu bleiben. Wer die Wahrnehmung eher auf eigene AktivitĂ€ten konzentriert, befĂŒrchtet seltener, etwas bei den anderen zu verpassen.

AchtsamkeitsĂŒbungen können sich hierbei positiv auswirken, denn sie helfen dabei, Dinge bewusst wahrzunehmen: etwa den intensiven Geruch von gemahlenem Kaffee, den Geschmack des Essens oder den sanften Wind auf der Haut.

Dankbarkeit ĂŒben

Auch Dankbarkeit ĂŒben kann Menschen mit FOMO helfen. Insbesondere sich zu ĂŒberlegen, was fĂŒr Dinge man an anderen schĂ€tzt, und diese dann schriftlich festzuhalten (zum Beispiel in einer Art Tagebuch), wirkt sich nachweislich positiv auf die eigene Stimmung aus. Denn dafĂŒr muss man achtsam sein und seine Wahrnehmung auf Dinge lenken, die einem guttun. Das wiederum lenkt den Fokus weg von Sachen, die einen Ă€ngstigen. Solche DankbarkeitsĂŒbungen verdeutlichen, was man bereits hat, und verringern das GefĂŒhl, dass einem etwas fehlt.

Statt solche Dinge nur aufzuschreiben, können Sie zudem einmal versuchen, anderen Leuten mitzuteilen, was Sie an ihnen schĂ€tzen. Das wird die anderen höchstwahrscheinlich freuen – und bei Ihnen ein gutes GefĂŒhl hinterlassen.

Social-Media-Pause einlegen

Bei einigen Menschen mit FOMO nimmt das regelmĂ€ĂŸige Checken der Nachrichten in Social-Media-KanĂ€len beinah zwanghafte ZĂŒge an und kann in einen unguten Kreislauf ĂŒbergehen. Denn die Angst, etwas zu verpassen, lĂ€sst beim stĂ€ndigen PrĂŒfen nicht unbedingt nach. Sie kann sich dadurch sogar steigern.

Versuchen Sie, aus diesem Kreislauf eine Weile auszusteigen. Deaktivieren Sie auf Ihrem Smartphone Benachrichtigungen fĂŒr Instagram, Facebook und Co. fĂŒr einige Stunden (oder sogar Tage) und widerstehen Sie dem Drang, aktiv nachzuschauen. Legen Sie stattdessen eine genaue Zeit fest, an der Sie die Nachrichten durchgehen. Tauchen Sie wĂ€hrend dieser Auszeit wieder mehr in Ihr eigenes Leben ein und nehmen Sie den Alltag bewusster wahr.

Eigene BedĂŒrfnisse erkennen

Zwischenmenschliche Beziehungen und sich mit anderen Menschen verbunden fĂŒhlen, das braucht wohl jeder. Die Interaktion auf Social-Media-KanĂ€len scheint einem dies zu bieten, allerdings eben nur scheinbar.

Wer solche Plattformen ĂŒbermĂ€ĂŸig nutzt, vernachlĂ€ssigt hĂ€ufig seine Beziehung zu anderen im echten Leben – und oft auch eigene BedĂŒrfnisse (wie geliebt, geschĂ€tzt oder respektiert zu werden) im Allgemeinen. Finden Sie heraus, was Ihre wirklichen BedĂŒrfnisse sind, und versuchen Sie, sich im echten Leben um diese zu kĂŒmmern.

Erlebnisse offline festhalten

Viele Leute posten stĂ€ndig Dinge, die sie erleben. Dagegen ist im Prinzip auch nichts einzuwenden. Menschen mit FOMO achten jedoch hĂ€ufig sehr stark darauf, wie ihre Posts bei anderen ankommen und bewertet werden. Dabei löst schon allein der Gedanke an jegliche Form von Reaktionen bei ihnen Stress aus – egal, ob diese negativer oder positiver Natur sind.

Wer das bei sich bemerkt, sollte einmal versuchen, nicht alle Fotos und Erlebnisse zu teilen, sondern manche stattdessen nur fĂŒr sich selbst in einer Art Tagebuch festzuhalten. Das kann dabei helfen, das Erlebte besser wahrzunehmen und wertzuschĂ€tzen, auch ganz ohne öffentliche Anerkennung.

Kontakte im echten Leben pflegen

Menschen, die sich Ă€ngstlich oder depressiv fĂŒhlen, fĂŒhlen sich möglicherweise auch allein und einsam und suchen deshalb zwischenmenschliche Kontakte. Das ist normal und auch gesund, denn zwischenmenschliche Beziehungen tun uns gut und stĂ€rken das GefĂŒhl von Zugehörigkeit.

Im ersten Moment scheint es leichter, diesen BedĂŒrfnissen auf Social-Media-Plattformen nachzukommen. Das wirkt sich jedoch hĂ€ufig eher negativ aus. Besser wĂ€re es in solchen FĂ€llen, Menschen auch im echten Leben zu treffen und zum Beispiel mit guten Freunden etwas zu unternehmen, das einem Spaß macht. So lĂ€sst sich die Angst, etwas zu verpassen, auch gleichzeitig aktiv aushebeln.

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LĂ€sst sich das nicht umsetzen, kann es auch helfen, mit Freunden zu telefonieren oder sich ĂŒber Direktnachrichten auszutauschen. Von Posts, die an alle gehen und von allen bewertet werden können, sollten Betroffene mit FOMO hingegen eher absehen.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dĂŒrfen nicht verwendet werden, um eigenstĂ€ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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