HomeGesundheitKrankheiten & SymptomeInfektionskrankheiten

Neuartiges Virus in China: Was über das Langya-Henipavirus wissen | Überblick


Was über das Langya-Henipavirus bislang bekannt ist

Von Christiane Braunsdorf

Aktualisiert am 10.08.2022Lesedauer: 3 Min.
Nachrichten
Wir sind t-online

Mehr als 150 Journalistinnen und Journalisten berichten rund um die Uhr für Sie über das Geschehen in Deutschland und der Welt.

imago images 164981976
Das Langya-Henipavirus (LayV) breitet sich aus (Symbolbild). (Quelle: IMAGO/Andre M. Chang)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Symbolbild für ein VideoPutin-Befehl löst Massenschlägereien ausSymbolbild für einen TextPolarluft bringt Kälte nach DeutschlandSymbolbild für einen TextBalkon zerbricht – mehrere VerletzteSymbolbild für einen TextHoeneß: Wut-Anruf in TV-SendungSymbolbild für einen TextStreit eskaliert: Zwei Brüder totSymbolbild für einen TextFlick will nicht lange DFB-Coach seinSymbolbild für einen TextEx-Bachelor ist wieder Vater gewordenSymbolbild für einen TextFirmenfeier eskaliert: Mehrere VerletzteSymbolbild für einen TextEx-Weltfußballer bei Marathon bejubeltSymbolbild für einen TextElefantenbaby überrascht PflegerSymbolbild für einen TextExhibitionist entblößt sich vor MädchenSymbolbild für einen Watson TeaserHerzogin Meghan: Erneut heftige VorwürfeSymbolbild für einen TextErnte gut, alles gut - jetzt spielen

In China haben sich Menschen mit einem neuen Virus infiziert. Übertragen wird es offenbar ähnlich wie Corona. Die Erkenntnisse sind jedoch noch spärlich.

Das Wichtigste im Überblick


  • Was ist das Langya-Henipavirus für ein Erreger?
  • Wer ist bislang erkrankt?
  • Wie kann man sich mit LayV infizieren?
  • Welche Symptome zeigt eine Infektion?
  • Wie gefährlich kann uns LayV werden?

Die Meldung weckt düstere Erinnerungen: China berichtet über den Ausbruch eines neuartigen Virus, das von Tieren auf Menschen übertragen werden kann. Eine Bericht dazu erschien im Fachblatt "New England Journal of Medicine".

Nach dem Aufreten von SARS-Cov-2 im Jahr 2019 werden solche Meldungen mit besonderer Sorge betrachtet. Droht uns durch das sogenannte Langya-Henipavirus (LayV) gar eine neue Pandemie? Was bislang bekannt ist.

Was ist das Langya-Henipavirus für ein Erreger?

Erstmals entdeckt wurde der LayV abgekürzte Erreger Ende 2018 bei einem Bauern in der chinesischen Provinz Shandong. Später kamen weitere Fälle auch in der Nachbarprovinz Henan hinzu. Offiziell identifiziert wurde das Virus aber erst in der vergangenen Woche.

Bei einem Henipavirus handelt es sich um ein zoonotisches Virus, eine Infektionskrankheit, die von Tieren auf Menschen übertragen wird (oder umgekehrt). Eng verwandt ist das Virus mit dem Hendra- und dem Nipahvirus. Beide wurden nach Städten in Australien und Malaysia benannt.

Anzeigen
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Meistgelesen
imago images 168019306
Geheimdienste warnen Kanzleramt vor Nukleargefahr
Symbolbild für ein Video
Baerbock kontert Lawrow in knapp 20 Sekunden aus

Was sind Zoonosen?

Zoonosen werden Infektionskrankheiten genannt, die von Tieren auf Menschen oder umgekehrt übertragen werden. Eine Infektion ist beispielsweise möglich durch Lebensmittel wie Fleisch und Eier oder durch den direkten Kontakt zwischen dem Menschen und tierischen Übeträgern wie Zecken, Mücken oder Mäusen. Laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sind rund zwei von drei Erregern, die beim Menschen Infektionskrankheiten auslösen können, vom Tier auf den Menschen übertragbar. Nahezu alle in den vergangenen Jahren neu aufgetretenen Infektionskrankheiten sind laut BfR Zoonosen. Dazu gehören auch SARS, MERS, SARS-CoV-2.

Wie das Robert Koch-Institut auf seiner Seite im Jahr 2018 vermeldete, wurden Hendraviren zuerst in den 1990er Jahren in Australien beobachtet, wo sie bei Pferden und auch vereinzelt bei Menschen auftraten. Nipahviren sorgten für größere Ausbrüche in Südostasien bei Menschen und Schweinen. Hunderte Menschen starben, da die Sterblichkeit sehr hoch ist. Reservoir beider Viren scheinen Flughunde zu sein.

Wer ist bislang erkrankt?

Untersucht wurden bislang 35 Fälle von infizierten Menschen. Bei 26 von ihnen wurde ausschließlich das Langya-Henipavirus festgestellt. Es handelt sich überwiegend um Bauern und Fabrikarbeiter. Wann genau sie sich angesteckt hatten, bleibt unklar.

Wie kann man sich mit LayV infizieren?

Vermutet wird die Übertragung von LayV via Tröpfcheninfektion, also ähnlich wie beim Coronavirus. Doch bislang gibt es einen entscheidenden Unterschied: Eine Übertragung von Mensch zu Mensch wurde noch nicht nachgewiesen. Vermutlich wird das Virus (bislang) von Tieren auf Menschen übertragen. Der Erreger grassiert wohl bislang in verschiedenen Tieren und wird nur durch direkten Kontakt mit ihnen übertragen.

Das internationale Forscherteam untersuchte verschiedene Tierarten auf den Erreger. Am häufigsten wurden sie bei Spitzmäusen fündig. In mehr als einem Viertel der untersuchten 262 Spitzmäuse wurde das Virus nachgewiesen. Vereinzelt fand man es auch Hunden (fünf Prozent trugen den Erreger) sowie bei Ziegen. Die genauen Übertragungswege sollen jetzt untersucht werden, berichtet die taiwanesische Gesundheitsbehörde CDC.

Was bislang bekannt ist: "Die Kontaktnachverfolgung von 9 Patienten mit 15 engen Kontakten zu Familienmitgliedern ergab keine LayV-Übertragung durch engen Kontakt", erklären die Wissenschaftler im Fachblatt "New England Journal of Medicine". Sie schränken jedoch ein: "Aber unsere Stichprobe war zu klein, um den Status der Übertragung von Mensch zu Mensch zu bestimmen."

Welche Symptome zeigt eine Infektion?

Die Krankheitsmerkmale sind mit denen einer Grippe oder auch einer Corona-Infektion vergleichbar: Jeder Infizierte hatte Fieber, außerdem klagten die Patienten über Müdigkeit, Husten, Appetitlosigkeit, Muskel- und Kopfschmerzen sowie Übelkeit teils mit Erbrechen. Darüber hinaus fanden die Ärzte Veränderungen im Blutbild sowie Leber- und Nierenschäden.

Wie gefährlich kann uns LayV werden?

Ein Co-Autor der bislang einzigen Studie, die im "New England Journal of Medicine" publiziert wurde, betont, dass bisher keine Todesfälle durch LayV zu verzeichnen sind. Prof. Wang Linfa sagte der staatlichen "Global Times", dass die LayV-Fälle bisher nicht tödlich oder sehr schwerwiegend gewesen seien und dass "keine Notwendigkeit zur Panik" bestehe.

Dennoch hat die taiwanesische Gesundheitsbehörde die Virus-Überwachung verstärkt und will zeitnahe Tests zur Genomsequenzierung einführen. So sollen auch die Übertragungswege des Virus besser erforscht werden.

In einem Tweet erklärt der Londoner Computersystembiologe Francois Balloux, der nicht an der Studie beteiligt war, dass das Langya-Henipavirus "überhaupt nicht wie eine Wiederholung von Covid-19" aussehe.

Empfohlener externer Inhalt
Twitter
Twitter

Wir benötigen Ihre Einwilligung, um den von unserer Redaktion eingebundenen Twitter-Inhalt anzuzeigen. Sie können diesen (und damit auch alle weiteren Twitter-Inhalte auf t-online.de) mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder deaktivieren.

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Balloux bemerkte dazu auf Twitter, dass das neue Virus weitaus weniger tödlich sei als andere Henipaviren und "wahrscheinlich nicht leicht von Mensch zu Mensch übertragbar ist".

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Verwendete Quellen
  • Studie aus New England Journal of Medicine: " A Zoonotic Henipavirus in Febrile Patients in China" (4.08.2022, englisch)
  • The Guardian: "Newly identified Langya virus tracked after China reports dozens of cases" (10,08.2022, englisch)
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingAnzeigen

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Von Astrid Clasen
AustralienBundesinstitut für RisikobewertungChinaCoronavirusLebensmittelMalaysia

t-online - Nachrichten für Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagramYouTubeSpotify

Das Unternehmen
Ströer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverlängerung FestnetzVertragsverlängerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website