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"Sie werden sich wehren, auch wenn ihr Land besetzt ist"

Von dpa, afp, rtr
Aktualisiert am 24.02.2022Lesedauer: 10 Min.
"Diesen Traum werden sie nicht zerstören": Annalena Baerbock kritisierte, wie auch Olaf Scholz, Putins Vorgehen scharf. (Quelle: t-online)
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Der Westen reagiert entsetzt auf den russischen Angriff auf die Ukraine. Die Bundesregierung bereitet sich auf Cyberangriffe vor. SPD-Politiker Schulz warnt Putin, dass sich die Ukrainer ihm nicht beugen werden.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat nach dem Treffen des Sicherheitskabinetts der Bundesregierung noch fĂŒr diesen Donnerstag Sanktionen angekĂŒndigt. Es sei ein furchtbarer Tag fĂŒr die Ukraine und dĂŒsterer Tag fĂŒr Europa. "FĂŒr all das gibt es keine Rechtfertigung. Das ist Putins Krieg", sagte Scholz.


Das dramatische Ausmaß des Ukraine-Kriegs

24 Kilometer von Kiew entfernt steht ein Einwohner vor einem brennenden Wohnhaus.
Zhytomyr: GebÀude liegen in Schutt und Asche.
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Man stimme nun Sanktionen ab und stehe eng an der Seite der Ukraine. Im Laufe des Tages werde er sich erneut Ă€ußern. Die Lage sei sehr ernst. "Es wird sich zeigen: Putin hat mit seinem Krieg einen schweren Fehler begangen."

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD): "Das ist Putins Krieg."
Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD): "Das ist Putins Krieg." (Quelle: Michael Kappeler/dpa-bilder)
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Bundesinnenministerin: "Sind auf Cyberangriffe vorbereitet"

Auch Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (GrĂŒne) hat den russischen Überfall auf die Ukraine auf das SchĂ€rfste verurteilt. "Mit dem Angriff auf die Ukraine bricht Russland mit den elementarsten Regeln der internationalen Ordnung", sagte Baerbock nach Angaben des AuswĂ€rtigen Amts am Donnerstagmorgen in Berlin. "Die Weltgemeinschaft wird Russland diesen Tag der Schande nicht vergessen", so Baerbock weiter. "Unsere ganze SolidaritĂ€t gilt der Ukraine."

Nancy Faeser: Die Bundesinnenministerin steht in engem Austausch mit anderen Regierungen wegen befĂŒrchteter FlĂŒchtlingsströme.
Nancy Faeser: Die Bundesinnenministerin steht in engem Austausch mit anderen Regierungen wegen befĂŒrchteter FlĂŒchtlingsströme. (Quelle: Florian Gaertner/photothek.de/imago-images-bilder)

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) teilte auf Twitter mit, Deutschland sei auf Cyberangriffe vorbereitet. "Wir haben Schutzmaßnahmen hochgefahren." Auch Proteste und Demonstrationen in Deutschland halte man im Blick. Wegen möglicher Fluchtbewegungen sei ihr Ministerium mit Polens Regierung sowie der EU-Kommission in engem Austausch.

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Habeck: "Schamloser Bruch des Völkerrechts"

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (GrĂŒne) zeigte sich ebenfalls entsetzt ĂŒber den russischen Angriff auf die Ukraine. "Nun ist das Unfassbare geschehen. Russland greift die Ukraine an", sagte der Vizekanzler. "Wir haben einen Landkrieg in Europa, von dem wir dachten, er sei nur noch in GeschichtsbĂŒchern zu finden." Habeck sprach von einem "schamlosen Bruch des Völkerrechts".

Dieser Tag sei eine ZĂ€sur fĂŒr Europa und die Welt, so Habeck. Diese bewusst herbeigefĂŒhrte russische Aggression werde Leid ĂŒber viele Menschen bringen. "FĂŒr Russland wird dieser Angriff schwere politische und wirtschaftliche Konsequenzen haben."

Lindner (FDP): "Putin als LĂŒgner entlarvt"

Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) bezeichnete den russischen Angriff als einen "Albtraum". "Putin hat sich als LĂŒgner entlarvt. Gemeinsam mit unseren Partnern aus EU, Nato und G7 sind wir solidarisch mit der Ukraine", schrieb Lindner am Donnerstag auf Twitter. Der Kreml werde harte Sanktionen erfahren.

"An diesem Morgen ist die Hoffnung vorbei. Der Krieg ist Wirklichkeit", sagte BundestagsvizeprĂ€sidentin Katrin Göring-Eckardt (GrĂŒne) t-online. "MĂ€nner, Frauen, Kinder sind unmittelbar bedroht", so Göring-Eckardt. Es sei furchtbar. Putin sei ein Aggressor und zerstöre die internationale Ordnung, die den Frieden sichere. "Wir stehen fest an der Seite der Menschen in der Ukraine", bekrĂ€ftigte sie.

Katrin Göring-Eckardt (GrĂŒne): "Wir stehen fest an der Seite der Menschen in der Ukraine."
Katrin Göring-Eckardt (GrĂŒne): "Wir stehen fest an der Seite der Menschen in der Ukraine." (Quelle: Chris Emil Janßen/imago-images-bilder)

Klingbeil (SPD): "Krieg sofort stoppen"

SPD-Chef Lars Klingbeil hat Russland aufgefordert, den Angriff auf die Ukraine unmittelbar zu beenden. "Russland muss diesen Krieg sofort stoppen", sagte er am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Klingbeil betonte, der militĂ€rische Angriff Russlands sei "absolut ungerechtfertigt" und werde "eine harte und geschlossene Antwort des Westens nach sich ziehen". "Die Bundesregierung hat dabei unsere volle UnterstĂŒtzung."

Der SPD-Chef sprach den Menschen in der Ukraine die uneingeschrĂ€nkte SolidaritĂ€t aus. "Wir stehen an ihrer Seite in diesen schrecklichen Stunden", betonte er. "Der Krieg mitten in Europa ist zurĂŒck." Das sei ein Angriff auf die freiheitlichen und demokratischen Werte.

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Auch der Vorsitzende des AuswĂ€rtigen Ausschusses im Bundestag, Michael Roth (SPD), hat weitreichende Sanktionen gegen Moskau gefordert. Diese mĂŒssten das "Oligarchen-System" von Russlands PrĂ€sident Wladimir Putin treffen, schrieb er am Donnerstagmorgen auf Twitter.

"Das oligarchische System Putin, das die Freiheiten und Privilegien des Westens genießt, muss finanziell komplett ausgetrocknet werden." Roth sprach von einer "Tragödie". Der Krieg sei "zurĂŒck in Europa", schrieb er. EU und Nato mĂŒssten nun "entschlossen antworten".

Schulz (SPD): "Diese Menschen werden fĂŒr ihre Freiheit kĂ€mpfen"

Der SPD-Politiker Martin Schulz hat die EuropĂ€er angesichts des russischen Einmarschs in die Ukraine dazu aufgerufen, enger zusammenzurĂŒcken. "Mehr denn je bedarf es jetzt eines starken und einigen Europas, das die StĂ€rke des Rechts Putins Recht des StĂ€rkeren entgegensetzt", sagte der Vorsitzende der Friedrich-Ebert-Stiftung t-online.

"Unsere gesamt-europĂ€ische Wirtschaft muss autonomer werden. Wir mĂŒssen als Europa autarker, souverĂ€ner und selbstbewusster werden", sagte Schulz. Das fĂŒhre der russische Einmarsch schmerzhaft vor Augen. "Wir erleben eine der dunkelsten Stunden fĂŒr Europa", sagte der frĂŒhere EU-Parlamentschef und SPD-Kanzlerkandidat. "Russland fĂŒhrt seit heute einen Angriffskrieg auf die Ukraine."

Schulz verurteilte den erneuten Bruch des Völkerrechts und plĂ€dierte fĂŒr "Sanktionen, die es jetzt großflĂ€chig geben muss". Sie wĂŒrden der russischen Wirtschaft "schweren Schaden zufĂŒgen", sagte der SPD-Politiker. Putin tĂ€usche sich, wenn er denke, sich und seinem Land einen Gefallen zu tun. "Seine imperialen Fantasien sind schĂ€dlich. Er kann seine Vorstellungen einer Weltordnung Europa nicht mit Gewalt aufzwingen."

Schulz zeigte sich ĂŒberzeugt, dass die Ukraine "nicht Teil des russischen Machtbereichs" werde. Die Mehrheit der Menschen dort wolle Teil Europas sein. "Diese Menschen werden fĂŒr ihre Freiheit kĂ€mpfen. Sie werden sich wehren, auch wenn ihr Land besetzt wird." Putin stĂ€rke mit seinem Angriff nur das ukrainische Streben nach UnabhĂ€ngigkeit und Zugehörigkeit zum Westen.

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Nouripour (GrĂŒne): "RĂŒckkehr zum Recht des StĂ€rkeren nicht tatenlos zusehen"

Auch GrĂŒnen-Chef Omid Nouripour hat den Angriff Russlands auf die Ukraine scharf verurteilt. "Die Ukraine und ihre Menschen sind zum Opfer der Allmachtsphantasien von PrĂ€sident Putin geworden", sagte Nouripour t-online. "Ihnen gilt unsere volle SolidaritĂ€t und UnterstĂŒtzung."

"Die breit angelegte Invasion der Ukraine durch den Keml ist ein eklatanter Bruch des Völkerrechts und ein Angriff auf die internationale Ordnung", sagte Nouripour. Russland mĂŒsse jetzt "mit massiven Sanktionen" rechnen. Putin zerstöre die Friedensordnung in Europa und erklĂ€re Russlands eingegangene Verpflichtungen fĂŒr nichtig. "Wir können als Demokratinnen und Demokraten dieser versuchten RĂŒckkehr zum Recht des StĂ€rkeren nicht tatenlos zusehen und sind auch bereit, dafĂŒr selbst EinschrĂ€nkungen in Kauf zu nehmen."

Trittin (GrĂŒne): "Putin will die gewĂ€hlte Regierung der Ukraine wegputschen"

Mit JĂŒrgen Trittin veruteilt auch einer seiner VorgĂ€nger im Amt des Parteichefs die russische Aggression gegen die Ukraine scharf. "Putins Angriffskrieg ist die grĂ¶ĂŸte militĂ€rische Attacke in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg, sagte der Bundetagsabgeordnete und Mitglied des AuswĂ€rtigen Ausschusses t-online.

Trittin kritisiert weiter: "Putin will die gewĂ€hlte Regierung der Ukraine wegputschen. Das ist ein unvorstellbar trauriger Tag fĂŒr Europa." Der ehemalige Spitzenkandidat der GrĂŒnen fordert, dass "Europa und die Welt sich von der AbhĂ€ngigkeit von russischen Rohstoffen befreien mĂŒssen."
Der Politiker tritt dafĂŒr ein, dass das russische "Vorgehen jetzt mit klaren und harten Sanktionen beantwortet wird."

Merz (CDU): "Wecken aus unserer NaivitÀt"

CDU-Chef Friedrich Merz beschrieb den Angriff als ein "Wecken aus unserer NaivitĂ€t". "Wir sind wahrscheinlich in Deutschland alle – und ich schließe mich da selber gar nicht aus – ein StĂŒck zu gutglĂ€ubig gewesen, ein bisschen naiv gewesen", sagte Merz am Donnerstag dem TV-Sender "Welt". Nun mĂŒsse der Westen mit harschen Reaktionen reagieren und zudem das diplomatische Personal Russlands weitgehend ausweisen.

Friedrich Merz: Der CDU-Parteivorsitzende bezeichnet den russischen Angriff als ein "Wecken aus unserer NaivitÀt".
Friedrich Merz: Der CDU-Parteivorsitzende bezeichnet den russischen Angriff als ein "Wecken aus unserer NaivitÀt". (Quelle: Christian Spicker/imago-images-bilder)

Es sei jetzt klar, "dass wir uns sehr viel stĂ€rker zur Wehr setzen mĂŒssen", forderte Merz. Das gelte auch fĂŒr den Umgang mit russischer Propaganda. "Unterhalb der Schwelle einer militĂ€rischen Auseinandersetzung mit Putin", die nicht infrage komme, mĂŒsse jetzt "alles auf den Tisch".

"Der wahre Kriegstreiber ist Wladimir Putin"

Konkret schlug Merz vor: "Man kann die GeschĂ€fte sĂ€mtlicher russischer Banken in der westlichen Welt beenden und die Filialen schließen, man kann auch den gesamten Technologietransfer nach Russland sofort unterbinden." Zudem sei eine Option, russische Diplomatinnen und Diplomaten aus den westlichen LĂ€ndern "weitgehend auszuweisen".

Nach den Worten des Vorsitzenden der FDP-Fraktion im Bundestag, Christian DĂŒrr, ist der russische Angriff "unentschuldbar". "Der russische PrĂ€sident bricht das Völkerrecht aufs Schwerste und bringt unzĂ€hlige Menschenleben in Gefahr. Die Ukraine hat diesen Angriff nicht provoziert, der wahre Kriegstreiber ist Wladimir Putin", erklĂ€rte DĂŒrr am Donnerstag. "Der Westen wird alle Möglichkeiten ausschöpfen und hart gegen Russland vorgehen."

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Ramelow (Linke): Angriffskrieg mit nichts zu rechtfertigen

Auch der ThĂŒringer MinisterprĂ€sident Bodo Ramelow (Linke) hat den russischen Angriff auf die Ukraine verurteilt. "Dieser Krieg geht von Russland aus und bricht das Völkerrecht", erklĂ€rte Ramelow am Donnerstagmorgen via Twitter. "Kein Grund kann diesen Angriffskrieg gegen die Ukraine rechtfertigen." Die Waffen mĂŒssten ruhen, forderte Ramelow.

Auch die Co-Vorsitzende der Linken, Susanne Henning-Wellsow, verurteilte den Krieg. "Dieser Angriffskrieg von Putin ist ein Verbrechen und durch nichts, rein gar nichts zu rechtfertigen", sagte Henning-Wellsow t-online. "Es ist ein Akt der Aggression, der dramatische Folgen haben wird und eine Katastrophe fĂŒr die Menschen ist. Russland muss diese MilitĂ€raktion sofort einstellen", so die Linken-Chefin weiter.

Susanne Henning-Wellsow: "Dieser Angriffskrieg von Putin ist ein Verbrechen und durch nichts, rein gar nichts zu rechtfertigen."
Susanne Henning-Wellsow: "Dieser Angriffskrieg von Putin ist ein Verbrechen und durch nichts, rein gar nichts zu rechtfertigen." (Quelle: Mike Schmidt/imago-images-bilder)

Sie sei in Gedanken bei den Menschen der Ukraine. Viele Menschen mĂŒssten aus der Hauptstadt Kiew und anderen StĂ€dten fliehen. "Das Mindeste, was die Bundesregierung und die EU jetzt tun mĂŒssen, ist die rasche und unbĂŒrokratische UnterstĂŒtzung der Menschen, die mit ihren Familien Schutz suchen", forderte Henning-Wellsow gegenĂŒber t-online. Auch Deserteuren aus Russland und der Ukraine mĂŒsse Zuflucht geboten werden.

SPD-Fraktionsvize: FlĂŒchtenden BĂŒrgern Schutz gewĂ€hren

Auch der Vizevorsitzende der SPD-Fraktion im Bundestag, Dirk Wiese, Ă€ußerte sich. "Der heutige Tag ist ein furchtbarer Tag fĂŒr Europa, an dem Russland seinen Krieg gegen die Ukraine auf das ganze Land ausdehnt", sagte Wiese t-online. Es sei ein erneuter Bruch des Völkerrechts und seine Gedanken seien in diesen Stunden bei den BĂŒrgerinnen und BĂŒrgern der Ukraine.

"Wir mĂŒssen uns darauf einstellen, dass wir in enger Abstimmung mit unseren europĂ€ischen Partnern flĂŒchtenden BĂŒrgerinnen und BĂŒrgern der Ukraine bei uns Schutz gewĂ€hren", sagte Wiese mit Blick auf die FlĂŒchtlingsfrage.

AfD-Spitze: Russland muss Kampfhandlungen "umgehend" einstellen

Die AfD Ă€ußerte sich ebenfalls zum russischen Angriff. Dieser sei durch nichts gerechtfertigt, teilten die Fraktionschefs Alice Weidel und Tino Chrupalla, der auch Parteichef ist, am Donnerstag mit. "Russland muss die Kampfhandlungen umgehend einstellen und seine Truppen aus der Ukraine zurĂŒckziehen." Die Lösung zwischenstaatlicher Konflikte könne nur am Verhandlungstisch erfolgen, hieß es in der gemeinsamen Mitteilung.

Alice Weidel und Tino Chrupalla: Die AfD-Fraktionsvorsitzenden forderten Russland auf, die Kampfhandlungen einzustellen.
Alice Weidel und Tino Chrupalla: Die AfD-Fraktionsvorsitzenden forderten Russland auf, die Kampfhandlungen einzustellen. (Quelle: Reiner Zensen/imago-images-bilder)

"In den GesprĂ€chen mĂŒssen dem russischen Partner endlich glaubwĂŒrdige Angebote gemacht werden, die das gegenseitige Vertrauen wieder stĂ€rken." Der Bundesregierung sicherte die Fraktion "bei allen Versuchen, gemeinsam mit unseren VerbĂŒndeten eine friedliche Lösung des Konflikts herbeizufĂŒhren" ihre UnterstĂŒtzung zu.

Der AfD-Ehrenvorsitzende Alexander Gauland sagte der Wochenzeitung "Junge Freiheit": "Der Bruch des Völkerrechts durch Wladimir Putin ist durch nichts gerechtfertigt." Bei allem VerstĂ€ndnis fĂŒr die russischen Sicherheitsinteressen sei das Vorgehen Putins nicht akzeptabel.

MĂŒtzenich (SPD): "Der russische PrĂ€sident ist ein Kriegsverbrecher"

SPD-Fraktionschef Rolf MĂŒtzenich bezeichnete den Angriff in einem von der Fraktion auf Twitter verbreiteten ausfĂŒhrlichen Statement als "eine tiefe ZĂ€sur." Es handele sich um einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg. "Der russische PrĂ€sident ist ein Kriegsverbrecher", so MĂŒtzenich. Putin und die russische FĂŒhrung wĂŒrden einen hohen Preis dafĂŒr bezahlen, kĂŒndigte er an. Die SolidaritĂ€t und UnterstĂŒtzung der Fraktion gelte der ukrainischen Bevölkerung.

"Dies ist das Ende einer europĂ€ischen Sicherheitsordnung, die wir nach dem Ende des Kalten Krieges schaffen wollten", so MĂŒtzenich. Man stehe vor neuen, tiefgreifenden Änderungen und ZerwĂŒrfnissen und es sei zu befĂŒrchten, "dass sich ein neuer 'eiserner Vorhang' ĂŒber Europa senken werde".

Alle Versuche der Diplomatie und der militĂ€rischen Abschreckung seien gescheitert und es brauche jetzt eine entschlossene und abgestimmte Reaktion des Westens und der internationalen Gemeinschaft. "Die VerhĂ€ngung weiterer, schwerwiegender Sanktionen ist unvermeidbar", so MĂŒtzenich. Insbesondere die Vereinten Nationen sollten darĂŒber hinaus die russische Aggression klar verurteilen. "Russland hat sein Vetorecht im UN-Sicherheitsrat moralisch und politisch verwirkt", schrieb der Fraktionschef. Putin solle die Waffen sofort ruhen lassen. "Wir mĂŒssen jetzt einen FlĂ€chenbrand verhindern und humanitĂ€re Hilfe fĂŒr die Betroffenen bereitstellen", forderte er.

Kramp-Karrenbauer kritisiert mangelnde Abschreckung

Die ehemalige CDU-Vorsitzende und Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer zeigte sich enttĂ€uscht ĂŒber die mangelhafte Vorbereitung des Westen. "Ich bin so wĂŒtend auf uns, weil wir historisch versagt haben", schrieb sie auf Twitter. Man habe nach den Konflikten in Georgien, der Krim und im Donbass nichts vorbereitet, was Putin wirklich abgeschreckt hĂ€tte.

"Wir haben die Lehre von Schmidt und Kohl vergessen, dass Verhandlungen immer den Vorrang haben, aber man militĂ€risch so stark sein muss, dass Nichtverhandeln fĂŒr die andere Seite keine Option sein kann", so Kramp-Karrenbauer weiter.

Selenskyj: Putin will unseren Staat zerstören

Der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj forderte "sofortige Sanktionen" gegen Moskau. Er brauche zudem Verteidigungshilfe sowie finanzielle UnterstĂŒtzung, schrieb Selenskyj nach Telefonaten unter anderem mit Bundeskanzler Olaf Scholz am Donnerstag auf Twitter.

Selenskyj wirft dem russischen PrÀsidenten Putin vor, er wolle die Ukraine zerstören. "Ich habe alle Staatschefs der Welt aufgerufen, alle möglichen Sanktionen zu verhÀngen, auch solche gegen Putin", sagte er. Er forderte eine weltweite "Anti-Putin-Koalition". "Die Welt muss Russland zum Frieden zwingen", erklÀrte Selenskyj.

Wolodymyr Selenskyj: Der ukrainische PrÀsident fordert sofortige Sanktionen gegen Russland und Verteidigungshilfen.
Wolodymyr Selenskyj: Der ukrainische PrÀsident fordert sofortige Sanktionen gegen Russland und Verteidigungshilfen. (Quelle: Irina Yakovleva/imago-images-bilder)

Biden: "Putin hat sich fĂŒr vorsĂ€tzlichen Krieg entschieden"

Die EU werde Russland zur Verantwortung ziehen, teilte EU-KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen mit. "In diesen dunklen Stunden sind unsere Gedanken mit der Ukraine und den unschuldigen Frauen, MĂ€nnern und Kindern, die einen nicht provozierten Angriff erleben und um ihr Leben fĂŒrchten", twitterte sie.

Zuvor hatte bereits US-PrĂ€sident Joe Biden den Vorstoß der Truppen verurteilt und der Regierung in Moskau Konsequenzen angedroht. Der US-PrĂ€sident sprach in der Nacht auf Donnerstag von einem "unprovozierten und ungerechtfertigten Angriff" auf die Ukraine. "PrĂ€sident Putin hat sich fĂŒr einen vorsĂ€tzlichen Krieg entschieden, der zu einem katastrophalen Verlust an Leben und zu menschlichem Leid fĂŒhren wird."

US-PrÀsident Joe Biden hat die MilitÀraktionen Russlands scharf verurteilt.
US-PrÀsident Joe Biden hat die MilitÀraktionen Russlands scharf verurteilt. (Quelle: Alex Brandon/dpa-bilder)

"Russland allein ist verantwortlich fĂŒr den Tod und die Zerstörung, zu der dieser Angriff fĂŒhren wird, und die USA und ihre VerbĂŒndeten und Partner werden geeint und entschlossen handeln", erklĂ€rte Biden weiter. "Die Welt wird Russland zur Verantwortung ziehen." Jetzt bete "die ganze Welt" fĂŒr die Menschen in der Ukraine.

Estland: "Die Masken sind gefallen"

Estlands StaatsprĂ€sident Alar Karis hat sich bestĂŒrzt ĂŒber den russischen Angriff auf die Ukraine geĂ€ußert. "Wieder einmal hat PrĂ€sident Putin den Weg des Krieges gewĂ€hlt. Ich bin zutiefst schockiert und enttĂ€uscht", erklĂ€rte er am Donnerstag in Tallinn. Russlands neuerliche Offensive sei eine "KriegserklĂ€rung an alle demokratischen Nationen und an die bestehende Sicherheitsordnung."

Moskau zeige sich völlig sorglos gegenĂŒber dem Leben der ukrainischen Menschen sowie seiner eigenen russischen BĂŒrger. "Die absurden VorwĂ€nde der russischen FĂŒhrung, die Ukraine anzugreifen, sind falsch, unbegrĂŒndet und kriminell. Sie wurden erfunden, damit PrĂ€sident Putin eine Aggression gegen eine Nation rechtfertigen kann, die Russland nie bedroht hat", betonte Karis.

Der Staatschef des baltischen EU- und Nato-Landes sicherte Kiew volle UnterstĂŒtzung zu. Zugleich rief er EU und Nato zu einer geschlossenen und entschiedenen Reaktion auf: "Jetzt, wo die Masken gefallen sind, kann die Antwort der demokratischen Nationen nur sein: Russland zu stoppen. Dies bedeutet noch hĂ€rtere Sanktionen – sowohl politisch als auch wirtschaftlich", forderte Karis in seiner ErklĂ€rung.

Johnson: "Weg des Blutvergießens und der Zerstörung"

Der britische Premierminister Boris Johnson schrieb am Donnerstag auf Twitter: "Ich bin entsetzt ĂŒber die schrecklichen Ereignisse in der Ukraine." Er habe mit dem ukrainischen PrĂ€sidenten Wolodymyr Selenskyj gesprochen, um ĂŒber die nĂ€chsten Schritte zu beraten. "Mit diesem unprovozierten Angriff auf die Ukraine hat PrĂ€sident Putin sich fĂŒr einen Weg des Blutvergießens und der Zerstörung entschieden", fĂŒgte er hinzu. "Das Vereinigte Königreich und unsere VerbĂŒndeten werden entschlossen reagieren", betonte Johnson.

Auch Kanada hat Russland mit schweren Sanktionen gedroht. "Russlands Vorgehen wird schwerwiegende Konsequenzen nach sich ziehen", teilte Premier Justin Trudeau am Mittwochabend (Ortszeit) mit. Er werde sich am Donnerstag mit den G7-Partnern treffen, "und wir werden weiterhin eng und schnell mit der Nato und unseren VerbĂŒndeten zusammenarbeiten, um gemeinsam auf diese rĂŒcksichtslosen und gefĂ€hrlichen Handlungen zu reagieren". Kanada werde zudem zusĂ€tzliche Maßnahmen gegen Moskau ergreifen.

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