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Pentagon: Es gab keine Hinweise auf iranische AnschlagsplÀne

Von dpa, afp, rtr, pdi, jmt, dru

Aktualisiert am 13.01.2020Lesedauer: 93 Min.
Mark Esper: Laut dem US-Verteidigungsminister gab es keine Hinweise auf bevorstehende Attacken des Iran auf US-Botschaften.
Mark Esper: Laut dem US-Verteidigungsminister gab es keine Hinweise auf bevorstehende Attacken des Iran auf US-Botschaften. (Quelle: ap-bilder)
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Laut Pentagon hatten die USA doch keine Hinweise auf AnschlagsplĂ€ne der Iraner, bevor sie Soleimani töteten. Im Irak ist derweil erneut ein StĂŒtzpunkt beschossen worden. Alle Infos im Newsblog.

Die USA haben bei einem Drohnenangriff den iranischen Top-General Ghassem Soleimani getötet. Wenige Tage spĂ€ter ĂŒbte Teheran Vergeltung und attackierte US-Ziele im Irak mit Raketen. Dabei schossen die iranischen Revolutionsgarden auch ein ukrainisches Passagierflugzeug ab – versehentlich, wie sie beteuern. Informationen zur Lage hier im Newsblog.


Iran-Konflikt: So reagieren Politiker weltweit

US-PrĂ€sident Donald Trump meldet sich nach den iranischen Raketenangriffen in ruhigem Ton zu Wort. Die Lage werde noch sondiert, twittert Trump und kĂŒndigt fĂŒr Mittwoch eine ErklĂ€rung an. "Alles ist gut!", schreibt er.
Nancy Pelosi, Sprecherin des US-ReprÀsentantenhauses, hat den Iran zur Einstellung aller Gewalt aufgefordert. Die Regierung von US-PrÀsident Donald Trump wiederum solle ihre "unnötigen Provokationen" beenden, forderte die demokratische Politikerin Pelosi. "Amerika und die Welt können sich keinen Krieg leisten", schrieb sie auf Twitter.
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8.58 Uhr: Iranische Polizei widerspricht Hinweisen auf SchĂŒsse auf Demonstranten

Die iranische Polizei hat Hinweise zurĂŒckgewiesen, sie habe auf regierungskritische Demonstranten in Teheran geschossen. "Bei den Protesten hat die Polizei absolut nicht geschossen, weil die Polizei der Hauptstadt die Anweisung hatte, sich zurĂŒckzuhalten", hieß es in einer am Montag auf der Web-Seite des staatlichen Fernsehens veröffentlichten ErklĂ€rung von Polizeichef Hossein Rahimi.

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In Videos, die im Internet verbreitet wurden, sind SchĂŒsse in unmittelbarer NĂ€he von Kundgebungen zu hören. Zudem werden Blutlachen gezeigt. Zu sehen sind auch bewaffnete MĂ€nner, die offenbar SicherheitskrĂ€ften angehören. In einigen Videos schlagen EinsatzkrĂ€fte mit Schlagstöcken auf Demonstranten ein. Menschen rufen: "Schlagt sie nicht." Reuters konnte die AuthentizitĂ€t der Videos zunĂ€chst nicht ĂŒberprĂŒfen.

Nachdem die iranische Staatsspitze den versehentlichen Abschusses einer Passagiermaschine durch das MilitĂ€r am Samstag eingestanden hatte, ist es im ganzen Land zu Protestkundgebungen gekommen. Die Demonstranten verlangen unter anderem die RĂŒcktritte der Verantwortlichen. Am Wochenende riefen Demonstranten "Tod dem Diktator" in Anspielung auf den mĂ€chtigsten Mann des Landes, das geistliche Oberhaupt Ajatollah Ali Chamenei.

8.27 Uhr: Leiter der MĂŒnchner Sicherheitskonferenz fordert ZurĂŒckhaltung

Vor dem Hintergrund der aktuellen Spannungen in der Golfregion hat der Leiter der MĂŒnchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, zu ZurĂŒckhaltung aufgerufen. Auch mit Blick auf die derzeitigen regierungskritischen Proteste im Iran sei "Augenmaß" nötig, sagte Ischinger am Montag im ZDF-"Morgenmagazin". Zwar sei es wichtig, dass die Bevölkerung im Iran spĂŒrt: Die Welt schaut zu. Gleichzeitig könne zu viel UnterstĂŒtzung fĂŒr die Demonstranten den Konflikt eskalieren lassen, warnte der Diplomat.

Ischinger forderte auch ein konsequentes Festhalten der EU an dem 2015 mit Teheran geschlossenen internationalen Atomabkommen. "Ich wĂŒrde es fĂŒr falsch halten, wenn wir EuropĂ€er irgendwelche zweifel an dem Nuklearabkommen aufkommen lassen wĂŒrden", sagte der Leiter der MĂŒnchner Sicherheitskonferenz. Zentral sei, dass die EU außenpolitisch geschlossen auftrete.

Er wĂŒrde es auch fĂŒr falsch halten, wenn die USA oder gar EuropĂ€er einen Regime-Wechsel in Teheran vorschlagen, betonte Ischinger. Niemand könne wissen, wer kommen wĂŒrde, wenn die Mullahs ihre Macht aufgeben – auch nicht US-PrĂ€sident Donald Trump.

Sonntag, 12. Januar 2020: 22.35 Uhr: Pompeo empört ĂŒber weiteren Raketenangriff

US-Außenminister Mike Pompeo zeigte sich "empört ĂŒber Berichte ĂŒber einen weiteren Raketenangriff auf eine irakische Luftwaffenbasis". Pompeo schrieb auf Twitter, er bete fĂŒr eine schnelle Genesung der Verwundeten. Er forderte die irakische Regierung auf, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. "Diese fortgesetzten Verletzungen der SouverĂ€nitĂ€t des Iraks durch Gruppen, die der irakischen Regierung nicht loyal sind, mĂŒssen ein Ende haben."

22.10 Uhr: USA: Gab keine Hinweise auf iranische AnschlagsplÀne

US-Verteidigungsminister Mark Esper zufolge haben die amerikanischen Geheimdienste keine konkreten Hinweise darauf, dass der Iran Angriffe auf US-Botschaften plant. US-PrÀsident Donald Trump hatte damit die Tötung des hochrangigen iranischen Generals Kassem Soleimani gerechtfertigt.

"Der PrĂ€sident hat nicht auf ein spezifisches Beweismittel verwiesen", sagte Esper am Sonntag dem Sender CBS. "Was der PrĂ€sident gesagt hat, ist, dass es möglicherweise weitere Angriffe auf Botschaften geben könnte." Auf die Frage, ob Geheimdienstler konkrete Beweise dafĂŒr vorgelegt hĂ€tten, sagte Esper: "Ich habe keinen mit Blick auf die vier Botschaften gesehen."

Trump hatte am Freitag erklĂ€rt, die USA hĂ€tten mit der Tötung Soleimanis im Irak geplanten Angriffen auf US-Botschaften zuvorkommen wollen. "Wir haben es getan, weil sie unsere Botschaft in die Luft sprengen wollten", hatte Trump gesagt und hinzugefĂŒgt, Soleimani habe noch weitere AnschlagsplĂ€ne gehabt.

20.52 Uhr: Bis zu 3.000 Menschen protestieren gegen iranische FĂŒhrung

Bis zu 3000 Menschen haben der Nachrichtenagentur ILNA zufolge in West-Teheran wegen des Abschusses eines ukrainischen Passagierflugzeuges durch den Iran gegen die Regierung protestiert. Die Teilnehmer kritisierten auf dem Asadi Platz demnach auch die Vertuschung von Fakten durch die iranische Regierung. Es gab dem Bericht zufolge Forderungen nach dem RĂŒcktritt aller beteiligten Offiziellen. Polizei und SicherheitskrĂ€fte vor Ort versuchten laut ILNA, die Proteste zu beenden. In den sozialen Medien kursierten nicht verifizierte Videos, in denen die Demonstranten auch den RĂŒcktritt der iranischen FĂŒhrungselite forderten.

19.36 Uhr: Maas bei Krisentreffen in Paris

Bundesaußenminister Heiko Maas ist zu einem KrisengesprĂ€ch ĂŒber das vom Scheitern bedrohte Atomabkommen mit dem Iran in Paris eingetroffen. Gemeinsam mit seinen Kollegen aus Frankreich und Großbritannien, Jean-Yves Le Drian und Dominic Raab, sowie dem EU-Außenbeauftragten Josep Borrell will der SPD-Politiker dazu beitragen, die Spannungen im Nahen Osten nach dem Schlagabtausch zwischen den USA und dem Iran abzubauen. "Die unmittelbare Kriegsgefahr in Nah- und Mittelost scheint gebannt, aber die Spannungen, die es dort gibt, die werden uns weiter begleiten", sagte Maas vor dem Abflug in Berlin.

19.02 Uhr: Raketen aus russischer Produktion

Bei den Geschossen, die am Abend auf der irakischen Basis Balad eingeschlagen sind, soll es sich um Raketen vom Typ Katjuscha aus russischer Produktion handeln, teilte das irakische MilitÀr der staatlichen Nachrichtenagentur INA zufolge mit. Laut den Angaben waren es acht Geschosse. Die Polizei in der Region sprach zuvor von neun.

18.36 Uhr: Merkel, Macron und Johnson richten Appell an Iran

Die Regierungschefs von Deutschland und Großbritannien, Angela Merkel und Boris Johnson, sowie Frankreichs StaatsprĂ€sident Emmanuel Macron haben in einem gemeinsamen Aufruf den Iran zur RĂŒckkehr zu den Vereinbarungen des Atomabkommens aufgerufen. Einen Bericht zum Thema sowie die ErklĂ€rung im Wortlaut finden Sie hier.

18.28 Uhr: Noch kein Bekenntnis

Wer hinter dem Beschuss des MilitĂ€rstĂŒtzpunktes Balad steckt, ist zur Minute noch unklar. Bekannt hat sich noch niemand, auch nicht der Iran oder mit ihm verbĂŒndete Milizen im Irak. Die Geschosse sollen laut Berichten verschiedener, in der Region aktiver Reporter aus russischer Produktion stammen.

Bereits vor dem iranischen Vergeltungsangriff in der Nacht auf Mittwoch hatte es wiederholt Attacken mit Raketen auf StĂŒtzpunkte im Irak gegeben, hinter denen pro-iranische Milizen vermutet wurden.

18.14 Uhr: Wieviele US-Soldaten befanden sich auf dem irakischen StĂŒtzpunkt?

Zum Zeitpunkt des neuerlichen Raketenangriffs sollen sich nur wenige Angehörige der US-Armee auf der Basis Balad befunden haben. Das gaben irakische MilitĂ€rvertreter auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP bekannt. Derzeit befĂ€nden sich nur noch 15 US-Soldaten und ein Flugzeug auf dem StĂŒtzpunkt.

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Balad Air Base nördlich von Bagdad: Mehrere Geschosse schlugen am Sonntag auf dem StĂŒtzpunkt ein und verletzten mehrere irakische Soldaten.
Balad Air Base nördlich von Bagdad: Mehrere Geschosse schlugen am Sonntag auf dem StĂŒtzpunkt ein und verletzten mehrere irakische Soldaten. (Quelle: Screenshot Google)

In Balad sind unter anderem F-16-Kampfflugzeuge stationiert, die der Irak von den USA gekauft hat. Auf dem StĂŒtzpunkt waren demnach auch Mitarbeiter von US-Firmen stationiert. Der StĂŒtzpunkt war bereits in der Nacht zu Mittwoch Ziel des iranischen Vergeltungsangriffs fĂŒr den Tod von General Ghassem Soleimani, weshalb die USA die meisten ihrer BĂŒrger aus Balad abzog. 90 Prozent der US-Soldaten und der Angestellten der US-Unternehmen Sallyport und Lockheed Martin seien bereits nach Tadschi und Erbil verlegt worden, sagte ein irakischer MilitĂ€rvertreter zu AFP.

18.01 Uhr: Zahl der GeschĂŒtze korrigiert – offenbar neun EinschlĂ€ge

Auf der Luftwaffenbasis Balad sind nach Angaben der Polizei in der Provinz Salah al-Din neun Mörsergranaten eingeschlagen. Die GeschĂŒtze hĂ€tten das Rollfeld sowie den Eingangsbereich getroffen. Wer hinter dem Angriff steckt, war zunĂ€chst unklar. Der StĂŒtzpunkt liegt rund 80 Kilometer nördlich der Hauptstadt Bagdad.

17.50 Uhr: StĂŒtzpunkt war schon vor einer Woche Ziel

Der MilitĂ€rstĂŒtzpunkt Balad liegt weniger als hundert Kilometer nördlich von Bagdad. In Balad waren schon vor rund einer Woche zwei Raketen eingeschlagen. Nach der Tötung des iranischen Generals Ghassem Soleimani durch einen US-Drohnenangriff im Irak hatte Teheran zuletzt mit mehreren Raketenangriffen auf vom US-MilitĂ€r genutzte StĂŒtzpunkte geantwortet.

Die US-Armee ĂŒbernahm 2003 das Kommando ĂŒber Balad. WĂ€hrend des Irakkrieges war die Basis eine der wichtigsten im Rahmen des US-Einsatzes. im November 2011 wurde sie den irakischen StreitkrĂ€ften zurĂŒckgegeben.

17.21 Uhr: Raketen schlagen auf US-genutztem StĂŒtzpunkt im Irak ein

Nach Angaben des irakischen MilitĂ€rs ist erneut ein US-genutzter StĂŒtzpunkt im Land mit Raketen angegriffen worden. Vier Geschosse schlugen demnach auf der Luftwaffenbasis Balad nördlich von Bagdad ein. Vier irakische Soldaten seien dabei verletzt worden, sagten irakische MilitĂ€rvertreter der Nachrichtenagentur AFP. Die meisten US-Soldaten hatten den StĂŒtzpunkt demnach bereits zuvor wegen des Konflikts zwischen den USA und dem Iran verlassen.

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17.06 Uhr: Bundeswehr setzt auch AufklĂ€rungs- und TankflĂŒge in Jordanien aus

Die Luftwaffe hat im Rahmen des internationalen Einsatzes gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) inzwischen auch ihre AufklĂ€rungs- und TankflĂŒge eingestellt. Das teilte das EinsatzfĂŒhrungskommando der Bundeswehr am Sonntag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Potsdam mit. Der letzte AufklĂ€rungsflug habe am 7. Januar von Jordanien aus stattgefunden.

Das bei der Anti-IS-Mission eingesetzte deutsche Kontingent wird von der jordanischen Luftwaffenbasis Al-Asrak aus gefĂŒhrt. Von Jordanien aus war die Luftwaffe mit Tornado-AufklĂ€rern und Tankflugzeugen am Einsatz gegen den IS beteiligt - darunter mit FlĂŒgen ĂŒber Syrien und dem Irak.

Auch die deutsche Ausbildungsmission im Irak wurde nach der jĂŒngsten Eskalation im Konflikt zwischen den USA und dem Iran eingestellt. Ein Teil der im Irak eingesetzten deutschen Soldaten wurde deshalb nach Jordanien verlegt. Ende MĂ€rz soll der Einsatz der FlĂŒge von Jordanien aus ganz eingestellt werden. Der ĂŒbrige Teil des Mandates lĂ€uft weiter.

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16.43 Uhr: Irans erste Olympia-Medaillengewinnerin flieht aus dem Land

Die erste und bislang einzige olympische Medaillengewinnerin des Iran hat das Land verlassen und ihre Flucht mit der politischen Situation in der Islamischen Republik begrĂŒndet. Die Taekwondo-KĂ€mpferin Kimia Alisadeh schreibt auf Instagram, sie sei "eine der Millionen unterdrĂŒckter Frauen im Iran". Nach Informationen der Nachrichtenagentur Isna ist Alisadeh in die Niederlande geflohen. Die 21-JĂ€hrige kritisiert unter anderem, dass sie einen Hidschab tragen mĂŒsse und beschuldigt Offizielle im Iran des Sexismus und schlechter Behandlung. Ihre Entscheidung, den Iran zu verlassen, sei schwer gewesen, aber notwendig, schreibt Alisadeh.

Die stellvertretende Sportministerin Mahin Farhadizad wird von Isna mit den Worten zitiert, dass man keine Sportlerin zwingen könne, im Iran zu bleiben. "Was wir tun können, ist, Frauen und Frauensport zu unterstĂŒtzen", sagt Farhadizad. Alisadeh hatte 2016 bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro die Bronzemedaille gewonnen.

Kimia Alisadeh: Die Iranerin gewann 2016 in Rio de Janeiro Bronze im Taekwondo in der Klasse bis 57 Kilogramm.
Kimia Alisadeh: Die Iranerin gewann 2016 in Rio de Janeiro Bronze im Taekwondo in der Klasse bis 57 Kilogramm. (Quelle: Issei Kato/Reuters-bilder)

16.03 Uhr: Demonstranten verbrennen britische Flagge

Nach der kurzzeitigen Festnahme des britischen Botschafters in Teheran verbrennen iranische Demonstranten eine Flagge Großbritanniens. Unter Rufen wie "Tod fĂŒr Großbritannien" haben sich bis zu 200 Demonstranten vor dem britischen BotschaftsgebĂ€ude in der iranischen Hauptstadt versammelten, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP beobachten. Neben der britischen Flagge wird auch die von Irans Erzfeind Israel verbrannt.

Am Samstag hatten die iranischen Behörden den britischen Botschafter Rob Macaire kurzzeitig in Gewahrsam genommen und ihm vorgeworfen, sich an illegalen Protesten beteiligt und diese provoziert zu haben. Die Festnahme sorgte fĂŒr diplomatische Spannungen.

15.39 Uhr: "Luke Skywalker" stichelt gegen Trumps Iran-Tweet

Keine Woche ist es her, da drohte US-PrĂ€sident Donald Trump dem Iran mit schweren Luftangriffen, die selbst kulturelle StĂ€tten nicht verschonen wĂŒrden. Seither scheint Trump Sympathien fĂŒr die Iraner entwickelt zu haben, denn am Sonntag wandte er sich auf Twitter direkt an sie und versprach ihnen UnterstĂŒtzung – und das sogar auf Persisch.

'Moment mal', dachte sich wohl US-Schauspieler Mark Hamill. Der Leinwand-Star, der in den Star-Wars-Filmen Luke Skywalker verkörpert, antwortete Trump auf Twitter, indem er sich ebenfalls auf Persisch an das iranische Volk wandte, und erinnerte den US-PrĂ€sidenten an seine Drohungen und Sanktionen gegen Teheran: "Bitte ignorieren Sie die Tatsache, dass ich ein Reiseverbot fĂŒr Sie eingefĂŒhrt und mit der Bombardierung Ihrer KulturstĂ€tten gedroht habe", schrieb Hamill aus der Sicht Trumps.

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14.41 Uhr: Irans Außenminister bestellt britischen Botschafter ein

Das iranische Außenministerium hat den britischen Botschafter in Teheran wegen dessen Beteiligung an einer Kundgebung fĂŒr die Opfer der abgeschossenen ukrainischen Passagiermaschine einbestellt. Rob Macaire wurde dabei mitgeteilt, dass seine Teilnahme an einer "illegalen Kundgebung" gegen die diplomatischen Vorschriften verstoßen habe. Die Teilnahme habe nichts mit seinen Verpflichtungen als Vertreter seines Landes zu tun gehabt, wie das Außenministerium nach einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA dem Diplomaten weiter bekanntgab.

Macaire war am Samstagabend nach eigenen Angaben kurzzeitig festgesetzt worden, nachdem er an einer Trauerkundgebung in Teheran fĂŒr die Absturzopfer teilgenommen hatte, unter denen auch Briten waren. Die Veranstaltung verließ er aber nach eigenen Angaben nach fĂŒnf Minuten, als Parolen gerufen wurden. Er habe nicht an einer Demonstration teilgenommen, betonte er. Eine Zusammenfassung der Ereignisse in der letzten Nacht lesen Sie hier.

13.26 Uhr: Auch am Sonntag Protest in Teheran

Von mindestens zwei UniversitĂ€ten in Teheran vermelden Medien auch am Sonntag Proteste wegen des irrtĂŒmlichen Abschusses einer Passagiermaschine durch das iranische MilitĂ€r. Laut Nachrichtenagentur Isna nahmen Hunderte Teilnehmer an Kundgebungen an den UniversitĂ€ten Beheschti und Alarme Tabatabei teil. Demnach gab es zunĂ€chst Trauerzeremonien fĂŒr die 176 Todesopfer, danach wurden der Abschuss angeprangert und auch die tagelange Vertuschung der Fakten durch die iranischen Behörden und Medien. Viele forderten den RĂŒcktritt der zustĂ€ndigen Verantwortlichen, heißt es weiter.

Außerdem sind Augenzeugenberichten zufolge in Teheran Polizei- und SicherheitskrĂ€fte wegen eventueller Demonstrationen an verschiedenen PlĂ€tzen der Hauptstadt stationiert. Auch in den sozialen Medien machen UnmutsĂ€ußerungen die Runde.

12.11 Uhr: Iranische Zeitungen ungewöhnlich kritisch

Die Teheraner Tageszeitungen, deren Berichterstattung im Allgemeinen regierungstreu ist, kritisieren den Abschuss der Boeing in ihren Sonntagsausgaben als "unverzeihlichen" Fehler. Die Zeitung "Iran" hat die Namen sĂ€mtlicher Opfer des UnglĂŒcks abgedruckt, unter denen zahlreiche in ihrer Heimat und im Ausland lebende Iraner waren. "Entschuldigt Euch! Tretet zurĂŒck!", fordert das reformorientierte Blatt "Etemad". Die Zeitung "Dschawan", die den Revolutionsgarden nahe steht, entschuldigt sich "zutiefst" fĂŒr den "schmerzlichen Fehler".

11.47 Uhr: Parlament soll Absturz untersuchen

Das iranische Parlament soll die VorgĂ€nge im Zusammenhang mit dem Abschuss einer ukrainischen Passagiermaschine in der NĂ€he der Hauptstadt Teheran untersuchen. Die ParlamentsausschĂŒsse fĂŒr Sicherheit und Außenpolitik sollten sich mit diesem "schwerwiegenden Zwischenfall" befassen und nach Wegen suchen, wie Ă€hnliche Katastrophen in der Zukunft vermieden werden können, sagte ParlamentsprĂ€sident Ali Lardischani am Sonntag.

Der ParlamentsprĂ€sident Ă€ußerte sich nach einer nichtöffentlichen Stellungnahme des Chefs der Revolutionsgarden, Hossein Salami, vor dem Parlament. Die Revolutionsgarden hatten mit einiger Verzögerung die Verantwortung fĂŒr den am Mittwoch erfolgten Abschuss ĂŒbernommen. Bei dem irrtĂŒmlichen Abschuss wurden alle 176 Insassen der Maschine getötet.

6.02 Uhr: Trump sichert Demonstranten im Iran UnterstĂŒtzung zu

US-PrĂ€sident Donald Trump hat den Demonstranten im Iran seine UnterstĂŒtzung zugesichert. Trump schickte inhaltsgleiche Twitter-Nachrichten auf Englisch und auf Persisch an das "tapfere, leidgeprĂŒfte Volk" im Iran. "Ich stehe seit Beginn meiner PrĂ€sidentschaft an Ihrer Seite, und meine Regierung wird Ihnen auch weiterhin zur Seite stehen", schrieb der PrĂ€sident mit Blick auf die Demonstranten. "Wir verfolgen Ihre Proteste aufmerksam und lassen uns von Ihrem Mut inspirieren."

In einem weiteren Tweet forderte Trump, die iranische Regierung mĂŒsse Menschenrechtsorganisationen erlauben, "die anhaltenden Proteste des iranischen Volkes" zu beobachten und darĂŒber zu berichten. "Es kann weder ein weiteres Massaker an friedlichen Demonstranten noch eine Abschaltung des Internets geben. Die Welt sieht zu."

Seine Tweets sendete Trump immer in einer englischen und einer persischen Version. Persisch ist die Amtssprache im Iran.

Samstag, 12. Januar, 22.21 Uhr: Bericht: Britischer Botschafter in Teheran festgenommen

Der britische Botschafter in Teheran ist der Nachrichtenagentur Tasnim zufolge fĂŒr einige Stunden festgenommen worden. Danach wurde er laut dem Bericht wieder freigelassen. Botschafter Rob Macaire hatte demnach an einer Protestkundgebung vor der UniversitĂ€t Amir Kabir wegen des Abschusses eines ukrainischen Passagierflugzeugs durch den Iran teilgenommen. Er habe die Demonstranten provoziert, "radikale Aktionen" durchzufĂŒhren, schreibt Tasnim.

Macaire sei nach "einigen Stunden" wieder freigelassen worden, werde aber am Sonntag ins Außenministerium einbestellt, zitierte Tasnim unter Berufung auf informierte Quellen. Eine offizielle BestĂ€tigung des Außenministeriums lag zunĂ€chst nicht vor.

20.38 Uhr: Trudeau fordert "vollstÀndige Klarheit"

Kanadas Premierminister Justin Trudeau fordert in einem TelefongesprĂ€ch mit dem iranischen PrĂ€sidenten Hassan Ruhani "vollstĂ€ndige Klarheit" ĂŒber den Abschuss einer ukrainischen Passagiermaschine. Trudeau sagt, das Bekenntnis des Iran zum versehentlichen Abschuss des Flugzeugs sei "ein wichtiger Schritt", dem aber noch "viele weitere Schritte" folgen mĂŒssten.

Es mĂŒsse eine "umfassende und vollstĂ€ndige Untersuchung" vorgenommen werden, sagt Trudeau zu Ruhani. "Wir brauchen vollstĂ€ndige Klarheit darĂŒber, wie so eine entsetzliche Tragödie passieren konnte." Der Iran mĂŒsse dafĂŒr "die volle Verantwortung" ĂŒbernehmen.

Trudeau kĂŒndigt zudem an, dass in KĂŒrze ein Team kanadischer Ermittler in Teheran erwartet werde. Die ersten kanadischen Experten sollten am spĂ€ten Samstagabend in der iranischen Hauptstadt eintreffen und dort "eine PrĂ€senz aufbauen, um die kanadischen Familien zu unterstĂŒtzen."

19.51 Uhr: EntschĂ€digung fĂŒr Hinterbliebene

Der ukrainische Staat und die Fluggesellschaft Ukraine International Airlines wollen den Familien der Hinterbliebenen des Absturzes Geld zahlen. MinisterprĂ€sident Alexej Hontscharuk sagt, vom Staat sollten pro Familie 200.000 Hryvnia gezahlt werden, umgerechnet rund 7.500 Euro. Die Airline werde den Familien der getöteten Flugzeug-Besatzung Geld zahlen. Hontscharuk fĂŒgt hinzu, ukrainische Diplomaten wĂŒrden klĂ€ren, wie man an das Geld aus iranischen Kompensationszahlungen komme.

18.50 Uhr: Irans PrÀsident entschuldigt sich

Der iranische PrĂ€sident Hassan Ruhani entschuldigt sich in einem TelefongesprĂ€ch mit seinem ukrainischen Kollegen Wolodymyr Selenskyj offiziell bei der Ukraine fĂŒr den versehentlichen Abschuss eines Passagierflugzeugs. "Das Zugeben der 'Raketenversion' als Ursache fĂŒr die Katastrophe hat den Weg fĂŒr die Fortsetzung der Ermittlungen ohne Verzögerungen und Behinderungen geöffnet", sagt Selenskyj einer Mitteilung zufolge. Kiew werde an Teheran eine offizielle Note unter anderem mit Kompensationsforderungen senden.

Ruhani versichert, dass alle Schuldigen fĂŒr den Fehler des iranischen MilitĂ€rs zur Verantwortung gezogen wĂŒrden und mit juristischen Konsequenzen rechnen mĂŒssten. "Wir werden in jeder Hinsicht unsere juristischen Verpflichtungen einhalten", teilt das iranische PrĂ€sidialamt mit. Laut Selenskyj sollen die Toten bereits in der kommenden Woche in die Ukraine zurĂŒckgefĂŒhrt werden. Teheran habe zugesichert, dies zu ermöglichen.

16.33 Uhr: Demonstranten in Teheran fordern RĂŒcktritt Chameneis

Auf Twitter veröffentlichte Videos zeigen Demonstranten in Teheran, die den RĂŒcktritt des geistlichen Oberhaupts Ali Chamenei fordern. Am Samstag hat die iranische FĂŒhrung erstmals eingerĂ€umt, das Passagierflugzeug sei vom MilitĂ€r abgeschossen worden.

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15.50 Uhr: Ukraine ermittelt gegen Verantwortliche der Flugzeug-Tragödie

Der ukrainische Generalstaatsanwalt eröffnet ein Ermittlungsverfahren gegen die Verantwortlichen des willkĂŒrlichen Abschusses der ukrainischen Passagiermaschine.

15.15 Uhr: UnglĂŒcks-Airline sieht keine eigene Schuld

Die Fluggesellschaft Ukraine International Airlines betont, keine Schuld am Absturz ihrer Passagiermaschine im Iran zu tragen. "Wir waren von Anfang an sicher, dass es keine Schuld des Unternehmens wegen eines Pilotenfehlers oder technischer Fehler sein konnte", sagte Firmenchef Jewgeni Dychne auf dem Kiewer Flughafen Boryspil. Alle internen Untersuchungen hĂ€tten auf einen Ă€ußeren Faktor fĂŒr die Absturzursache hingewiesen. Die Fluglinie sei in der Lage, die technische Sicherheit zu garantieren.

VorwĂŒrfe, dass das Unternehmen trotz der Krisensituation weiter Ziele im Iran angeflogen habe, wies Dychne unter Verweis auf den regulĂ€ren Flughafenbetrieb zurĂŒck. "Vor uns sind Gesellschaften der ganzen Welt geflogen und nach uns sind Fluglinien der ganzen Welt geflogen", sagte der Airline-Chef. "Es hĂ€tte jeden Flieger zu der Zeit am Flughafen Teheran treffen können."

12.27 Uhr: Revolutionsgarden – Hielten Flugzeug fĂŒr Marschflugkörper

Der Luftwaffenchef der Revolutionsgarden, Amirali Hadschisadeh, erklĂ€rt den Abschuss des Flugzeugs im Staatsfernsehen mit einer Verwechslung. Die Maschine sei fĂŒr einen Marschflugkörper gehalten worden. Sie sei mit einer Kurzstreckenrakete abgeschossen worden.

11.27 Uhr: Revolutionsgarden ĂŒbernehmen Verantwortung fĂŒr Abschuss

Irans Revolutionsgarden ĂŒbernehmen nach Angaben ihres Luftwaffenchefs Amirali Hadschisadeh die volle Verantwortung fĂŒr den Flugzeugabschuss. "Ich wĂŒnschte, ich könnte sterben und hĂ€tte nicht Zeuge eines solchen UnglĂŒcks sein mĂŒssen", erklĂ€rt er in einem Video, das das Staatsfernsehen online verbreitet.

10.55 Uhr: Trudeau – Abschuss ist nationale Tragödie

Kanadas Premierminister Justin Trudeau fordert eine umfassende AufklÀrung des Flugzeugabschusses sowie die volle Zusammenarbeit der iranischen Behörden. "Dies ist eine nationale Tragödie und alle Kanadier trauern gemeinsam", erklÀrt er.

10.33 Uhr: Ruhani und Selenskyj wollen wegen Abschuss telefonieren

Die PrĂ€sidenten des Iran und der Ukraine, Hassan Ruhani und Wolodymyr Selenskyj, wollen noch im Laufe des Tages miteinander telefonieren. Dies teilt Selenskyjs BĂŒro mit.

9.38 Uhr: Chamenei ordnete Bekanntgabe von Abschuss an

Der religiöse und politische FĂŒhrer des Iran, Ajatollah Ali Chamenei, wurde laut einem Bericht der halbstaatlichen Nachrichtenagentur Fars am Freitag darĂŒber informiert, dass die Passagiermaschine versehentlich abgeschossen worden sei. Nach einem Treffen des Nationalen Sicherheitsrats habe er gesagt, dass die Information öffentlich gemacht werden solle.

9.22 Uhr: USA hatten weiteren iranischen Kommandeur im Visier

Die US-Regierung hat parallel zu dem tödlichen Drohnenangriff auf den iranischen General Ghassem Soleimani nach Informationen von US-Medien einen Angriff auf einen weiteren hochrangigen iranischen MilitĂ€r vorgehabt, der aber fehlgeschlagen ist. Der zweite ins Visier der US-StreitkrĂ€fte geratene iranische MilitĂ€r sei ein Befehlshaber der iranischen Al-Kuds-Brigaden, Abdul Resa Schalai, berichteten US-Medien ĂŒbereinstimmend. Schalai habe sich zum Zeitpunkt des geplanten Angriffs zu einer geheimen Mission im Jemen aufgehalten.

Die Al-Kuds-Brigaden sind ein Zweig der iranischen Revolutionsgarden, der fĂŒr AuslandseinsĂ€tze zustĂ€ndig ist. Der US-Sonderbeauftragte fĂŒr den Iran, Brian Hook, hatte Anfang Dezember eine PrĂ€mie von 15 Millionen Dollar (umgerechnet rund 13,5 Millionen Euro) fĂŒr Hinweise auf den Aufenthaltsort Schalais ausgesetzt.

Das US-Verteidigungsministerium wollte sich nicht zu den Informationen Ă€ußern. Zuerst hatte die "Washington Post" ĂŒber den Vorgang berichtet.

8.40 Uhr: Kiew fordert Entschuldigung und EntschÀdigung

Nach dem EingestĂ€ndnis des Abschusses einer ukrainischen Passagiermaschine hat PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj den Iran aufgefordert, die Schuldigen zur Verantwortung zu ziehen und EntschĂ€digungen zu zahlen. "Der Morgen heute war nicht gut, aber zumindest brachte er die Wahrheit ans Licht", schrieb Selenskyj auf Facebook. Er erwarte ein volles SchuldeingestĂ€ndnis und eine offizielle Entschuldigung ĂŒber diplomatische KanĂ€le. Zudem sollten die Körper der Toten in ihre HeimatlĂ€nder ĂŒberstellt werden.

Der ukrainische PrÀsident betonte, dass er von Teheran eine "volle und offene Untersuchung" erwarte. "Wir hoffen, dass die Ermittlungen ohne vorsÀtzliche Verzögerungen und Hindernisse fortgesetzt werden", schrieb er. Die Experten aus der Ukraine sollten weiterhin vollen Zugang zu möglichem Beweismaterial erhalten.

6.10 Uhr: Ruhani nennt Flugzeugaabschuss "katastrophalen Fehler"

Zum Abschuss der ukrainischen Passagiermaschine erklÀrt Irans PrÀsident Hassan Ruhani auf Twitter: "Die Islamische Republik des Iran bedauert diesen katastrophalen Fehler zutiefst." Er spricht den Hinterbliebenen sein Beileid aus. Die Untersuchung zum Absturz werde fortgesetzt.

5.02 Uhr: Iranisches Staatsfernsehen: Boeing wurde durch menschlichen Fehler zum Absturz gebracht

Die ukrainische UnglĂŒcksmaschine flog laut iranischem Staatsfernsehen nah an einer wichtigen MilitĂ€rbasis vorbei und wurde durch einen menschlichen Fehler zum Absturz gebracht. Die Verantwortlichen wĂŒrden zur Rechenschaft gezogen.

Mehr Informationen finden Sie HIER.

0.45 Uhr: 57 Kanadier bei Boeing-Absturz gestorben – weniger als zunĂ€chst gedacht

Der kanadische Außenminister François-Philippe Champagne korrigiert die Zahl der kanadischen Opfer. Man gehe nun von 57 und nicht 63 Personen aus. Insgesamt waren 176 Menschen an Bord der Boeing. Niemand ĂŒberlebte das UnglĂŒck.

Freitag, 10. Januar, 21.18 Uhr: Zweiter US-Angriff schlug offenbar fehl

Die USA sollen es in der Nacht des Drohnenangriffs auf den iranischen Topgeneral Ghassem Soleimani ĂŒbereinstimmenden US-Medienberichten zufolge nicht nur auf ihn abgesehen gehabt haben. Ein geplanter Angriff auf einen anderen iranischen Kommandeur im Jemen sei allerdings fehlgeschlagen, berichtete am Freitag zunĂ€chst die "Washington Post" unter Berufung auf vier namentlich nicht genannte US-Beamte und spĂ€ter auch der TV-Sender CNN unter Berufung auf zwei Insider.

Der "Washington Post" zufolge soll die streng vertrauliche Operation einem Befehlshaber der iranischen Al-Kuds-Brigaden gegolten haben, die Soleimani angefĂŒhrt hatte. Demnach ist Abdul Resa Schalai bei den Al-Kuds-Brigaden fĂŒr Finanzen zustĂ€ndig. Die Al-Kuds-Brigaden gehören zu den Revolutionsgarden (IRGC), einer Eliteeinheit der iranischen StreitkrĂ€fte.

Die Angriffe auf Soleimani und Schalai sollen der "Washington Post" zufolge in etwa zur gleichen Zeit angeordnet worden sein. Da die Operation gegen Schalai nicht zum gewĂŒnschten Erfolg gefĂŒhrt habe, habe die US-Regierung diese nicht bekannt gegeben, fĂŒhrte die Zeitung weiter aus. Weder das US-Verteidigungsministerium oder -Außenministerium noch das Weiße Haus hĂ€tten die Operation kommentieren wollen.

18.40 Uhr: Teheran weist Spekulationen ĂŒber versehentlichen Flugzeugabschuss vehement zurĂŒck

Nach Mutmaßungen des Westens ĂŒber einen möglichen Abschuss der im Iran abgestĂŒrzten ukrainischen Passagiermaschine hat Teheran dieses Szenario vehement zurĂŒckgewiesen. "Dieses Flugzeug ist nicht von einer Rakete getroffen worden", sagte am Freitag der Chef der Flugaufsicht, Ali Abedsadeh. Zugleich Ă€ußerten aber immer mehr westliche Politiker den Verdacht, dass die Maschine versehentlich von einer iranischen Rakete getroffen wurde. Diese Version wurde durch ein im Internet verbreitetes Video gestĂŒtzt.

"Eine Sache ist sicher: Dieses Flugzeug ist nicht von einer Rakete getroffen worden", sagte Abedsadeh. "Wir bestĂ€tigen, dass das Flugzeug 60 bis 70 Sekunden lang gebrannt hat." Aber zu sagen, "dass es von etwas anderem getroffen wurde, ist wissenschaftlich nicht haltbar", fĂŒgte er hinzu. Ein von einer Rakete getroffenes Flugzeug hĂ€tte nicht so lange weiterfliegen können. Auch hĂ€tten die TrĂŒmmer nach einem Abschuss weit verstreut zu Boden fallen mĂŒssen, was nicht der Fall gewesen sei.

17.57 Uhr: Ukraine hat Zugang zu Blackbox von Flieger

Die Ukraine hat nach Angaben ihres Außenministers Zugang zu den Blackboxes der im Iran abgestĂŒrzten Passagiermaschine erhalten. Jedoch habe man die Informationen noch nicht ausgewertet, sagte Wadym Prystaiko. FĂŒr eine Schlussfolgerung zur Absturzursache sei es noch zu frĂŒh.

Eine internationale Koalition solle Untersuchungen anstellen. Spezialisten analysierten derzeit diverse Videos zum Absturz. Die iranischen Behörden kooperierten bei der AufklÀrung mit der Ukraine. Kiew habe auch Zugang zu den Rumpfteilen des Flugzeugs.

16.55 Uhr: USA verhÀngen neue Sanktionen

Nach den iranischen Angriffen auf US-Truppen im Irak haben die USA weitere Wirtschaftssanktionen gegen Teheran verhĂ€ngt. Das teilten US-Außenminister Mike Pompeo und Finanzminister Steven Mnuchin am Freitag in Washington mit.

16.16 Uhr: Maas hĂ€lt versehentlichen Abschuss fĂŒr möglich

Bundesaußenminister Heiko Maas hĂ€lt einen versehentlichen Abschuss der bei Teheran abgestĂŒrzten Passagiermaschine fĂŒr denkbar. Zum gegenwĂ€rtigen Zeitpunkt mĂŒsse man davon ausgehen, dass der Vorfall "möglicherweise" durch den irrtĂŒmlichen Abschuss einer Flugabwehrrakete verursacht wurde, sagte der SPD-Politiker am Freitag in BrĂŒssel.

"Das ist mehr als tragisch und eigentlich fehlen einem die Worte, das zu kommentieren." Nun sei eine lĂŒckenlose AufklĂ€rung wichtig. "Es darf nichts unter den Tisch gekehrt werden, denn wenn das der Fall wĂ€re, wĂ€re das der NĂ€hrboden fĂŒr neues Misstrauen."

15.09 Uhr: Niederlande gehen auch von Abschuss aus

Die Niederlande halten es fĂŒr plausibel, dass der Iran fĂŒr den Absturz der bei Teheran abgestĂŒrzten ukrainischen Passagiermaschine verantwortlich ist. "Es ist tatsĂ€chlich sehr wahrscheinlich, dass das Flugzeug von iranischen Raketen abgeschossen wurde", sagte der niederlĂ€ndische Außenminister Stef Blok am Freitag in BrĂŒssel.

Nun sei wichtig, dass eine unabhĂ€ngige Untersuchung zeige, was genau passiert sei. Zugleich rief Blok den Iran und die USA zur ZurĂŒckhaltung auf. Es sei wichtig, dass beide Seiten zur Deeskalation beitrĂŒgen. Vor allem der Iran sei fĂŒr seine negative Rolle in der Region zu kritisieren.

13.40 Uhr: Ziemiak fordert Sanktionen gegen Iran

CDU-GeneralsekretĂ€r Paul Ziemiak hat wegen des möglichen Abschusses eines ukrainischen Passagierflugzeuges bei Teheran Sanktionen gegen den Iran ins Spiel gebracht. "Diejenigen, die verantwortlich sind fĂŒr eine solche Tat, mĂŒssen zur Rechenschaft gezogen werden", sagte Ziemiak der Boulevard-Zeitung "Bild". Wenn tatsĂ€chlich der Iran das Flugzeug abgeschossen habe – "worauf jetzt alles hindeutet" – dĂŒrfe dies nicht folgenlos bleiben.

13.35 Uhr: USA sollen Truppenabzug aus dem Irak einleiten

Der Irak hat die USA offiziell aufgefordert, Mechanismen fĂŒr den Abzug der US-Truppen aus dem Krisenland festzulegen. MinisterprĂ€sident Adil Abd al-Mahdi habe US-Außenminister Mike Pompeo in einem Telefonat gebeten, dafĂŒr Gesandte in den Irak zu schicken, teilte das BĂŒro des Regierungschefs mit. Damit solle ein entsprechender Beschluss des irakischen Parlaments umgesetzt werden.

Abd al-Mahdi habe Pompeo gegenĂŒber zudem erklĂ€rt, dass es US-Truppen gebe, die ohne Erlaubnis der Regierung ins Land gekommen seien. Auch US-Drohnen seien ohne Zustimmung der Regierung im Irak aktiv. Das stelle einen Verstoß gegen die Abkommen dar, hieß es weiter.

13.29 Uhr: Lufthansa streicht FlĂŒge nach Teheran

Die Lufthansa streicht vorsorglich alle FlĂŒge nach Teheran bis zum 20. Januar. Zuvor hatte das Bundesluftfahrtamt allen deutschen Fluggesellschaften empfohlen, den Luftraum Teheran zu meiden. Es wurde allerdings kein Verbot ausgesprochen, sagt eine Sprecherin des Verkehrsministeriums. Bereits am Donnerstag war eine Lufthansa-Maschine auf dem Weg nach Teheran vorsorglich umgekehrt. Die norwegische Billigfluggesellschaft Norwegian kĂŒndigte an, vorerst den Iran nicht mehr zu ĂŒberfliegen.

13.23 Uhr: Flugschreiber sollen geöffnet werden

Die Flugschreiber der abgestĂŒrzten ukrainischen Maschine sollen noch an diesem Freitag geöffnet werden. Das meldet die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna. Das staatliche iranische Fernsehen zeigte Bilder, auf denen die Flugschreiber der Maschine zu sehen sein sollen. Angeblich sind die sogenannte Blackbox ebenso beschĂ€digt wie der Voice Recorder, der Stimmen aus dem Cockpit aufzeichnet. Der Chef der iranischen Luftfahrtbehörde kĂŒndigte an, die Ermittlungen könnten Jahre dauern.

13.01 Uhr: USA ĂŒbergeben Daten zum Absturz an Ukraine

Die Ukraine hat nach eigenen Angaben von den USA wichtige Daten zum mutmaßlichen Abschuss der Passagiermaschine im Iran erhalten. Außenminister Wadym Prystaiko schreibt auf Twitter, er selbst und PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj hĂ€tten die Informationen von US-Vertretern bekommen. Die Daten wĂŒrden nun von Experten ausgewertet. Details nennt Prystaiko nicht. Auch der Iran forderte die USA zur Übergabe der Daten auf.

11.23 Uhr: Dutzende Professoren und Forscher unter den Opfern

Unter den kanadischen Opfern des Flugzeugabsturzes sind Dutzende Professoren, Studenten und Forscher, meldet die Nachrichtenagentur Reuters. Viele von ihnen seien hochqualifizierte Akademiker, von denen einige an Teherans UniversitÀt forschten. "Die Menschen, die wir verloren haben, vertraten die cleversten jungen Forscher der ganzen Welt", sagte Soziologie-Professor Neda Maghbouleh von der UniversitÀt Toronto. "Es ist ein unaussprechlicher Verlust." Landesweit wehten Flaggen an den UniversitÀten auf halbmast.

Bilder von Opfern der UniversitĂ€t Toronto: Zahlreiche kanadische Akademiker starben bei dem mutmaßlichen Abschuss.
Bilder von Opfern der UniversitĂ€t Toronto: Zahlreiche kanadische Akademiker starben bei dem mutmaßlichen Abschuss. (Quelle: Chris Helgren/Reuters-bilder)

Unter den Toten seien fĂŒhrende Forscher in ihren Fachgebieten, hieß es unter Berufung auf Studenten und Vertreter von UniversitĂ€ten. Demnach starben bei dem mutmaßlichen Abschuss der Passagiermaschine mindestens vier Studenten der UniversitĂ€t Toronto, zehn Absolventen und Ehemalige der UniversitĂ€t Alberta und weitere Akademiker mit Verbindungen zu UniversitĂ€ten in Quebec, Ontario, Nova Scotia und British Columbia.

9.16 Uhr: Lufthansa hÀlt vorerst an Flugstopp in den Iran fest

Die Lufthansa fliegt nach dem Absturz einer ukrainischen Passagiermaschine vorerst nicht in den Iran. "Auch fĂŒr heute wird der Flug von und nach Teheran vorsorglich gestrichen", sagte eine Sprecherin. Sobald Detailinformationen vorlĂ€gen, werde man entscheiden, wann die Iran-FlĂŒge wieder erfolgen könnten. Am Donnerstag hatte die Lufthansa ein Flugzeug umkehren lassen.

9.09 Uhr: Auch Doktorandin aus Mainz starb bei Absturz

An Bord der möglicherweise abgeschossenen Maschine ist auch eine Doktorandin aus Mainz ums Leben gekommen. Man trauere um eine 29 Jahre alte Kollegin, die "bei einem tragischen Zwischenfall in der NĂ€he ihrer Heimatstadt Teheran verstorben ist", erklĂ€rte das Max-Planck-Institut fĂŒr Polymerforschung auf seiner Homepage.

Das MPI bestĂ€tigte, dass es sich dabei um den Absturz handelte. Der Name der Doktorandin steht auch auf der Passagierliste des betroffenen Fluges, den die ukrainische Fluglinie UIA veröffentlicht hat. Zuvor hatte die "Allgemeine Zeitung" ĂŒber das Thema berichtet.

8.40 Uhr: Selenskyj: Flugzeugabschuss denkbar, nicht bestÀtigt

Der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj schließt nicht aus, dass die nahe Teheran abgestĂŒrzte Passagiermaschine abgeschossen wurde. Aber das sei bislang nicht bestĂ€tigt, sagt Selenskyj. Er werde darĂŒber spĂ€ter mit US-Außenminister Mike Pompeo beraten.

8.34 Uhr: Frankreich: Iran könnte in ein bis zwei Jahren Atombombe haben

Sollte der Iran weiterhin gegen seine Auflagen aus dem Atomabkommen verstoßen, könnte er nach EinschĂ€tzung Frankreichs möglicherweise in ein bis zwei Jahren ĂŒber eine Atombombe verfĂŒgen. Derzeit sei der Iran dazu aber nicht in der Lage, sagte Außenminister Jean-Yves Le Drian dem Sender RTL.

Das Ziel des von den USA einseitig aufgekĂŒndigten Abkommens von 2015 ist es, die Zeit, die der Iran fĂŒr den Bau einer Atombombe brĂ€uchte, von zwei bis drei Monaten auf ein Jahr auszudehnen. Zu diesem Zweck wurden die Menge an niedrig angereichertem Uran und der Grad der Anreicherung beschrĂ€nkt. Beide Grenzen hat der Iran ĂŒberschritten.

8.20 Uhr: Bericht: Familie aus NRW unter den Opfern des Flugzeugabsturzes

Bei dem Flugzeugabsturz im Iran ist eine Familie aus Nordrhein-Westfalen gestorben. Es sich um eine 30 Jahre alte Frau, ihre achtjĂ€hrige Tochter und ihren fĂŒnfjĂ€hrigen Sohn. Die Frau war als Asylbewerberin aus Afghanistan anerkannt, lebte seit mehreren Jahren in Werl bei Soest und hatte eine Ausbildung zur Arzthelferin begonnen, wie der BĂŒrgermeister der Stadt sagte. Er berief sich auf den Bruder der Frau. Zuerst hatte der "Soester Anzeiger" berichtet.

8.18 Uhr: Video zeigt offenbar Abschuss der Passagiermaschine

Der Iran gerĂ€t unter Druck: Ukrainische Experten halten die angegebene Ursache des Absturzes fĂŒr unwahrscheinlich. Ein Video taucht auf, das einen Abschuss nahelegt. Es ist offenbar authentisch. Lesen Sie alles dazu HIER.

6.25 Uhr: Gutachten: Votum des irakischen Parlaments zu Abzug nicht bindend

Ein Verbleib auslĂ€ndischer Truppen im Irak gegen den erklĂ€rten Willen der Regierung in Bagdad wĂ€re nach EinschĂ€tzung des wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages völkerrechtswidrig. Das Votum des irakischen Parlamentes fĂŒr einen Abzug auslĂ€ndischer Truppen allein sei aber nicht bindend, heißt es in einem Gutachten, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Der Wortlaut der Verfassung lege nahe, dass eine ErklĂ€rung von der irakischen Regierung beschlossen und vom PrĂ€sidenten abgegeben werden mĂŒsse.

Der Irak habe die USA im Juni 2014 förmlich zu einer militĂ€rischen Intervention gegen AufstĂ€ndische eingeladen. Die Einladung Iraks an die Vereinigten Staaten könne als "zentrale völkerrechtliche Grundlage fĂŒr die PrĂ€senz auslĂ€ndischer Truppen im Irak angesehen werden". WĂŒrde der Irak – völkerrechtlich wirksam durch seinen PrĂ€sidenten vertreten – seine Einladung zurĂŒcknehmen, so entfiele die völkerrechtliche Grundlage der PrĂ€senz auslĂ€ndischer Truppen auf irakischem Territorium. Das Votum des Parlaments reiche dafĂŒr aber nicht aus.

3.15 Uhr: Großbritannien rĂ€t von Reisen in den Iran ab

Großbritannien rĂ€t nach dem Absturz der Boeing-Maschine von Reisen in den Iran ab. FlĂŒge Richtung Iran, von dort oder innerhalb des Landes seien nicht zu empfehlen, sagt der britische Außenminister Dominic Raab laut einer Mitteilung. Er begrĂŒndet dies mit Informationen, dass der Iran den Jet abgeschossen haben könnte. Raab fordert eine umfangreiche Untersuchung der Absturzursache.

3 Uhr: USA beteiligen sich an iranischer Untersuchung zu Flugzeugabsturz

Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NTSB wird sich an der iranischen Untersuchung zu dem Absturz eines ukrainischen Passagierflugzeugs beteiligen. Die Behörde teilte mit, sie habe vom Iran eine förmliche Einladung zur Teilnahme an der Untersuchung erhalten. Die NTSB ernannte daraufhin nach eigenen Angaben einen Delegierten, der sie bei der Untersuchung vertreten soll. Ein Sprecher von Boeing hatte zuvor auf Anfrage gesagt, das Unternehmen wĂŒrde die NTSB fĂŒr den Fall einer Beteiligung an den Untersuchungen unterstĂŒtzen.

Zuvor hatte der Iran mitgeteilt, das Land wolle neben Experten aus der Ukraine auch Boeing-Fachleute aus den USA, Kanada und Frankreich an den Untersuchungen zur Absturzursache der ukrainischen Passagiermaschine bei Teheran beteiligen. Das gab der Leiter der iranischen Luftfahrtbehörde, Ali Abedsadeh, am Donnerstagabend im iranischen Fernsehen bekannt.

1.50 Uhr: Trump: Getöteter Top-General hatte US-Botschaften im Visier

US-PrĂ€sident Donald Trump hat die gezielte Tötung des iranischen Top-Generals Ghassem Soleimani erneut verteidigt. "Soleimani hat aktiv neue Angriffe geplant und hatte sehr ernsthaft unsere Botschaften im Blick und nicht nur die Botschaft in Bagdad. Aber wir haben ihn gestoppt", sagte Trump am Donnerstagabend (Ortszeit) bei einem Wahlkampfauftritt in Toledo im US-Bundesstaat Ohio. "Der sadistische Massenmörder Ghassem Soleimani plante und fĂŒhrte Attacken auf amerikanische Ziele aus und tötete und verwundete Tausende US-MilitĂ€rangehörige und viele, viele Tausende und sogar Hunderttausende andere Leute."

Mit Soleimani hĂ€tten die USA ein "totales Monster" erwischt, hatte Trump am Donnerstag im Weißen Haus gesagt und hinzugefĂŒgt: "Wir haben es getan, weil sie unsere Botschaft in die Luft jagen wollten." Vor dem Angriff auf Soleimani hatten Demonstranten die amerikanische Botschaft Bagdad versucht zu erstĂŒrmen.

0 Uhr: US-ReprÀsentantenhaus stimmt gegen militÀrisches Vorgehen gegen Iran

Das US-ReprĂ€sentantenhaus hat fĂŒr eine Resolution gestimmt, die im Konflikt mit dem Iran die militĂ€rischen Vollmachten von US-PrĂ€sident Donald Trump beschrĂ€nken soll. Der am Donnerstag mit der Mehrheit der oppositionellen Demokraten beschlossene Text fordert Trump zu einem Ende des militĂ€rischen Vorgehens gegen Teheran auf. Die Resolution hat aber keine Gesetzeskraft und ist deswegen in erster Linie symbolisch.

Der mit 224 zu 194 Stimmen verabschiedete Text – eine Reaktion auf die gezielte Tötung des iranischen Generals Ghassem Soleimani vor einer Woche soll eine weitere Eskalation des Konflikts mit Teheran verhindern. Eine Fortsetzung des Einsatzes soll demnach nur mit Billigung des Kongresses möglich sein. Der Text sieht aber auch Ausnahmen vor, etwa einen drohenden Angriff gegen die USA oder die US-Armee.

Donnerstag, 9. Januar, 23.30 Uhr: Video soll Abschuss des ukrainischen Passagierflugzeugs im Iran zeigen

Die "New York Times" hat ein Video veröffentlicht, das angeblich zeigt, wie der Flug PS572 der Ukraine International Airlines nahe Teheran von einer Rakete getroffen wird. Auf der Aufnahme, die unter anderem auf Twitter verbreitet wurde, ist eine Explosion im Nachthimmel zu sehen. Die Zeitung habe den Ort der Aufnahme verifiziert, heißt es. Auch das Recherchenetzwerk "Bellingcat" meldete, es habe das Video verifizieren können. Die "New York Times" berichtete weiter, dass das Video aufgenommen wurde, weil die filmende Person einen Knall gehört hatte. Möglicherweise seien demnach zwei Raketen abgefeuert worden. Das Flugzeug sei zunĂ€chst umgekehrt und noch einige Minuten weiter in Richtung des Flughafens geflogen. Erst dann sei es explodiert und abgestĂŒrzt.

21.37 Uhr: Lufthansa-Flugzeug nach Teheran kehrt um

Die Lufthansa hat ein Flugzeug auf dem Weg in die iranische Hauptstadt Teheran umkehren lassen. Grund sei eine verĂ€nderte EinschĂ€tzung der Sicherheitslage fĂŒr den Luftraum um den Flughafen Teheran, sagte ein Sprecher am Donnerstagabend. Das Flugzeug mit der Flugnummer LH 600 befinde sich auf dem RĂŒckweg, sagte der Sprecher um kurz vor 20 Uhr. Die Maßnahme sei rein vorsorglich. Zuvor hatte es in US-Medienberichten geheißen, die am Mittwoch bei Teheran abgestĂŒrzte ukrainische Passagiermaschine könnte von einer iranischen Flugabwehrrakete getroffen worden sein.

20.36 Uhr: Rakete nahe Basis mit US-Truppen im Irak eingeschlagen

In der NĂ€he der von den US-Truppen genutzten Luftwaffenbasis Balad im Irak ist eine Rakete eingeschlagen. Das meldete die irakische Nachrichtenseite Al-Sumaria am Donnerstagabend unter Berufung auf irakische Sicherheitskreise.

Angaben zu möglichen Opfern oder SchÀden machte sie nicht. Auch wer die Rakete abgeschossen hat, war zunÀchst unklar. Die Luftwaffenbasis liegt rund 80 Kilometer nördlich der Hauptstadt Bagdad.

Der Verdacht richtet sich meistens gegen schiitische Milizen, die mit dem Nachbarland Iran verbĂŒndet sind. Der hohe SchiitenfĂŒhrer Kais al-Chasali wies am Donnerstag die Verantwortung fĂŒr den Abschuss jedoch zurĂŒck.

Die Milizen wollen wie der Iran den Abzug der US-Truppen aus dem Irak erreichen. Sie hatten nach der Tötung des iranischen Top-Generals Ghassem Soleimani und eines hohen irakischen MilizenfĂŒhrers bei einem US-Angriff vor rund einer Woche mit Vergeltung gedroht.

18.12 Uhr: Passagierjet soll abgeschossen worden sein

Die USA und Kanada gehen nun davon aus, dass das ukrainische Passagierflugzeug vom Iran abgeschossen wurde. Lesen Sie alles zu den brisanten Entwicklungen HIER.

17.45 Uhr: Hoher irakischer MilizenfĂŒhrer droht USA mit Vergeltung

Nach der Tötung des iranischen Top-Generals Ghassem Soleimani im Irak hat einer der wichtigsten MilizenfĂŒhrer des Landes den USA mit Vergeltung gedroht. Sollten die US-Truppen nicht aus dem Irak abziehen, mĂŒssten sie mit einer Antwort rechnen, die "die Welt erschĂŒttert", erklĂ€rte Kais al-Chasali, AnfĂŒhrer der Miliz Asaib Ahl al-Hak, am Donnerstag ĂŒber Twitter. Er wies den Vorwurf zurĂŒck, irakische Milizen hĂ€tten am Vorabend Raketen auf die hoch gesicherte GrĂŒne Zone in Bagdad gefeuert, wo die US-Botschaft liegt.

Die "Stunde Null fĂŒr die Racheoperationen" habe noch nicht begonnen, schrieb Al-Chasali. Die Antwort der Miliz werden nicht kleiner sein als die des Iran, sich aber nur gegen die "militĂ€rische PrĂ€senz" der USA richten. Rund 5.000 US-Soldaten unterstĂŒtzen im Irak die Armee im Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS).

Bei dem US-Angriff auf Soleimani war in der vergangenen Woche auch der hohe irakische MilizenfĂŒhrer Abu Mahdi al-Muhandis getötet worden. Die paramilitĂ€rischen Gruppen besitzen enge Kontakte zum Iran und agieren praktisch unabhĂ€ngig von der irakischen Regierung. Die USA hatten im Dezember Sanktionen gegen Al-Chasali verhĂ€ngt. Seine Miliz machen sie seit ihrer GrĂŒndung 2006 fĂŒr mehr als 6.000 Angriffe gegen KrĂ€fte der USA und ihrer VerbĂŒndeten verantwortlich.

16.58 Uhr: TĂŒrkischer Außenminister: "Der Irak ist nicht allein"

Nach dem iranischen Angriff auf amerikanisch genutzte MilitĂ€rstĂŒtzpunkte im Irak hat der tĂŒrkische Außenminister MevlĂŒt Cavusoglu dem Land die UnterstĂŒtzung Ankaras zugesichert. "Der Irak ist nicht allein. Wir werden mit dem Irak zusammenarbeiten, um die schwierigen Tage zu ĂŒberstehen", sagte Cavusoglu bei einem Besuch in Bagdad am Donnerstag. Die TĂŒrkei werde alle diplomatischen KanĂ€le nutzen, um zu verhindern, dass das Land sich in ein "Konfliktgebiet auslĂ€ndischer MĂ€chte" verwandelt.

Cavusoglu traf in Bagdad der tĂŒrkischen Nachrichtenagentur Anadolu zufolge mit seinem irakischen Amtskollegen Mohammed al-Hakim sowie mit dem geschĂ€ftsfĂŒhrenden MinisterprĂ€sidenten Adel Abdel Mahdi und PrĂ€sident Barham Salih zusammen. Der tĂŒrkische PrĂ€sident Recep Tayyip Erdogan hatte am Mittwoch zusammen mit Russlands PrĂ€sident Wladimir Putin bereits vor einem "neuen Kreislauf der InstabilitĂ€t" in der Region gewarnt.

"Jegliche Eskalation in der Region wird Terroristen stĂ€rken", sagte der irakische Außenminister Al-Hakim. PrĂ€sident Salih sagte, der Irak bemĂŒhe sich um ausgeglichene Beziehungen zu anderen LĂ€ndern. Abdil al-Mahdi teilte seinem BĂŒro zufolge mit, dass fĂŒr die Sicherheit in der Region alle dort liegenden LĂ€nder verantwortlich seien.

16.38 Uhr: Atombehörde wird weiter Irans Nuklearanlagen ĂŒberwachen

Die Internationale Atomenergiebehörde IAEA wird nach Angaben des iranischen PrĂ€sidenten Hassan Ruhani auch weiterhin die Atomanlagen Irans ĂŒberwachen. "Teheran wird weiterhin mit der IAEA zusammenarbeiten und die UN-Behörde wird auch weiterhin die iranischen Atomanlagen ĂŒberwachen", sagte Ruhani nach einer Mitteilung des PrĂ€sidialamts am Donnerstag in einem TelefongesprĂ€ch mit dem britischen Premierminister Boris Johnson. Auch sei der Iran bereit, voll und ganz zum Wiener Atomabkommen von 2015 zurĂŒckkehren, sobald der Deal vertragsgerecht umgesetzt werde, sagte Ruhani mit Blick die USA, die den Deal 2018 einseitig aufgekĂŒndigt hatten.

Der Iran hatte am Sonntag – zwei Tage nach der gezielten Tötung des iranischen Top-Generals Ghassem Soleimani durch die USA - erklĂ€rt, dass sich das Land kĂŒnftig dem Wiener Deal nicht mehr verpflichtet fĂŒhle. Das Abkommen sollte aus US-Sicht vor allem den Bau einer Atombombe durch die Islamische Republik verhindern. Dementsprechend werde Teheran nun sein Atomprogramm unbegrenzt weiterfĂŒhren, Uran unlimitiert anreichern, keine Limitierung fĂŒr die Anzahl und Modelle ihrer Zentrifugen mehr beachten und auch soviel angereichertes Uran wie nötig anlagern. Aber die Zusammenarbeit mit der IAEA solle trotzdem weitergefĂŒhrt werden, dementsprechend auch die IAEA-Inspektionen der Atomanlagen.

16.17 Uhr: Bundeswehr fliegt knapp 30 Soldaten aus Erbil aus

Die Bundeswehr fliegt Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer zufolge knapp 30 Soldaten aus dem nordirakischen Erbil aus, die das Ende ihrer Einsatzzeit dort erreicht haben. Die ĂŒbrigen deutschen Soldaten blieben vor Ort, sagt die CDU-Chefin, nachdem sie den Wehrausschuss des Bundestags ĂŒber die Lage im Irak informiert hat. Zuletzt waren noch knapp 120 deutsche Soldaten in Erbil.

16 Uhr: Nato will mehr Engagement im Nahen Osten

Nach der Aufforderung von US-PrĂ€sident Donald Trump will die Nato prĂŒfen, wie sie zusĂ€tzlich zur StabilitĂ€t im Nahen Osten und dem Kampf gegen Terrorismus beitragen kann. Die Nato habe das Potenzial dazu, sagte der GeneralsekretĂ€r Jens Stoltenberg am Donnerstag in BrĂŒssel. "Und wir prĂŒfen, was wir zusĂ€tzlich tun können." Auch auf mehrfache Nachfrage wollte er nicht sagen, wie dieser Beitrag konkret aussehen könne.

Nachdem die Spannungen in der Region zuletzt deutlich gewachsen waren, hatte Trump die Nato am Mittwoch zu einem stÀrkeren Engagement im Nahen Osten aufgefordert.

15.42 Uhr: USA bereit zu Iran-Verhandlungen "ohne Voraussetzungen"

Nach dem iranischen Vergeltungsschlag gegen amerikanisch genutzte MilitĂ€rbasen haben die USA das GesprĂ€chsangebot an Teheran erneuert. "Wir sind bereit fĂŒr ernsthafte Verhandlungen mit dem Iran ohne Vorbedingungen", schrieb die amerikanische UN-Botschafterin Kelly Craft in einem Brief an den UN-Sicherheitsrat. Das Schreiben ist datiert auf Mittwoch und liegt der Deutschen Presse-Agentur vor. Ziel möglicher Verhandlungen mĂŒsse es sein, eine weitere GefĂ€hrdung des internationalen Friedens und der Sicherheit zu verhindern sowie eine weitere Eskalation durch den Iran zu verhindern.

Craft betont, dass die USA in den vergangenen Jahren immer wieder auf eine diplomatische Lösung des Konflikts gepocht hĂ€tten. Falls die Situation in Nahost es aber erfordere, seien die Vereinigten Staaten darauf vorbereitet, "zusĂ€tzliche Maßnahmen" zu ergreifen, um Amerikaner in der Region zu schĂŒtzen.

13.11 Uhr: USA bereiten Evakuierung aus dem Nahen Osten vor

FĂŒr den Fall, ihre BĂŒrger wegen des Konflikts mit dem Iran aus dem Nahen Osten ausfliegen zu mĂŒssen, haben die USA mehrere Transporthubschrauber und Flugzeuge nach Zypern verlegt. Wie die konservative Athener Zeitung "Kathimerini" am Donnerstag berichtete, seien am Mittwoch acht US-Hubschrauber vom Typ "Chinook" und "Black Hawk" vom griechischen MilitĂ€rflughafen bei Eleusis nahe Athen nach Zypern geflogen. Sie machten einen Zwischenstopp auf der Touristeninsel Rhodos. Auch C-130-Transporflugzeuge seien vom US-StĂŒtzpunkt Souda (Kreta) nach Zypern abgeflogen.

Bereits am Mittwoch hatte die Regierung Zyperns mitgeteilt, dass die USA einen Antrag zur Stationierung von Truppen auf der Mittelmeerinsel gestellt hatten. Es handele sich um eine "rein humanitĂ€re Aktion", hatte der zyprische Außenminister, Nikos Christodoulides, im zyprischen Staatsrundfunk (RIK) gesagt. Dem Antrag habe die Regierung in Nikosia zugestimmt, teilte er weiter mit.

Zypern war bereits 2006 Drehscheibe einer der grĂ¶ĂŸten Evakuierungen der vergangenen Jahrzehnte geworden. Damals waren nach einer schweren Krise im Libanon mehr als 150.000 BĂŒrger westlicher Staaten ĂŒber Zypern aus dem Nahen Osten ausgeflogen worden.

11.22 Uhr: Irans UN-Botschafter: Trumps Verhandlungsangebot unglaubwĂŒrdig

Die USA haben bei den Vereinten Nationen die Tötung des iranischen Generals Ghassem Soleimani als rechtmĂ€ĂŸigen Akt der Selbstverteidigung gemĂ€ĂŸ der UN-Charta verteidigt. Zudem kĂŒndigten die Vereinigten Staaten in einem Brief an den UN-Sicherheitsrat an, notfalls weitere Maßnahmen zu ergreifen, um ihre Soldaten und Interessen in der Nahost-Region zu schĂŒtzen. Zugleich erklĂ€rte sich die US-Regierung aber auch zu ernsthaften Verhandlungen mit dem Iran ohne Vorbedingungen bereit, mit dem Ziel, eine weitere GefĂ€hrdung des internationalen Friedens und der Sicherheit oder eine Eskalation durch die FĂŒhrung in Teheran zu verhindern.

Der iranische Botschafter bei den Vereinten Nationen, Madschid Tacht Rawanchi, bewertet das Angebot von US-PrĂ€sident Donald Trump zur Zusammenarbeit kritisch. Es sei "unglaubwĂŒrdig", solange die USA Sanktionen gegen den Iran aufrechterhielten, zitiert die iranische Nachrichtenagentur Irna den UN-Botschafter. Er ruft stattdessen zu einer regionalen Kooperation auf, um Frieden und StabilitĂ€t wiederherzustellen.

10.33 Uhr: Maas: Lage im Irak hat sich wieder "erheblich entspannt"

Außenminister Heiko Maas sieht im Konflikt zwischen den USA und dem Iran leichte Anzeichen der Entspannung. "Auf jeden Fall hat sich die Situation erheblich entspannt in den letzten Stunden", sagte der SPD-Politiker am Donnerstag im ARD-"Morgenmagazin". Das habe etwas damit zu tun, dass der amerikanische PrĂ€sident mehr oder weniger ein GesprĂ€chsangebot unterbreitet habe.

"Er will ĂŒber die regionale Rolle des Irans sprechen, ĂŒber das ballistische Raketenprogramm des Irans", sagte Maas. Daneben wolle der amerikanische PrĂ€sident ĂŒber das Atomabkommen reden. "Wir haben die gleichen Ziele: Der Iran soll nicht in den Besitz einer Atombombe kommen."

10.09 Uhr: BegrĂŒndung "absolut verrĂŒckt" – US-Senator kritisiert Soleimani-Tötung

Ein republikanischer Senator hat die BegrĂŒndung des US-Luftangriffs auf den iranischen General Ghassem Soleimani als "absolut verrĂŒckt" und "unamerikanisch" verurteilt. Die Regierung habe in der vertraulichen Sitzung in einem abhörsicheren Raum im Kongress kaum Beweise fĂŒr die Behauptung vorgelegt, dass mit dem Luftangriff ein unmittelbar bevorstehender Angriff verhindert worden sei, erklĂ€rte der Senator aus dem US-Bundesstaat Utah, Mike Lee, am Mittwoch. Den ganzen Artikel können Sie HIER lesen.

09.16 Uhr: Revolutionsgarden – Iran wird "bald hĂ€rter Rache nehmen"

Die iranischen Revolutionsgarden kĂŒndigen eine weitere Vergeltung fĂŒr die gezielte Tötung von General Soleimani an. Man werde schon bald schĂ€rfer Rache nehmen, zitiert die iranische Nachrichtenagentur Tasnim einen ranghohen Kommandeur der Eliteeinheit.

7.19 Uhr: Raketen auf Bagdad wohl nicht vom Iran abgefeuert

Der Einschlag von Raketen in Bagdad in der Nacht ist nach EinschĂ€tzung von Bundesaußenminister Heiko Maas nicht dem Iran zuzuordnen. Er gehe nicht davon aus, dass dies ein staatlicher Angriff gewesen sei, sagt der SPD-Politiker in der ARD. Vielmehr gebe es in der Region "viele unabhĂ€ngige Gruppen". Auch das sei ein Zeichen fĂŒr die InstabilitĂ€t. Im Regierungsviertel der irakischen Hauptstadt Bagdad, in dem die US-Botschaft ihren Sitz hat, waren in der Nacht erneut Raketen eingeschlagen. Zwei Raketen trafen am Mittwochabend die sogenannte GrĂŒne Zone.

AFP-Reporter hatten kurz vor Mitternacht (Ortszeit) zwei laute Detonationen im Zentrum der irakischen Hauptstadt und anschließend Sirenen gehört. Der Angriff erfolgte knapp 24 Stunden, nachdem der Iran zwei StĂŒtzpunkte internationaler Truppen im Irak mit Raketen beschossen hatte. Bei diesen Angriffen war niemand verletzt worden.

3.30 Uhr: US-Vize Pence geht von iranischer Deeskalation aus

US-Vize-PrĂ€sident Mike Pence geht davon aus, dass der Iran im Konflikt mit seinem Land auf Deeskalation setzt. "Und offen gesagt, wir erhalten einige ermutigende Geheimdienstinformationen, nach denen der Iran Botschaften an eben diese (verbĂŒndeten) Milizen schickt, sich nicht gegen amerikanische Ziele oder Zivilisten zu wenden", sagte er am Mittwoch (Ortszeit) dem Sender CBS News. "Und wir hoffen, dass diese Botschaft zu einem Echo fĂŒhrt." Er glaube, "dass wir heute sicherer sind" als vor der Tötung des iranischen Top-Generals Ghassem Soleimani. "Wir streben keinen Regimewechsel im Iran an, aber wir wollen, dass das Regime sein Verhalten Ă€ndert."

3.15 Uhr: Stoltenberg stĂŒtzt Trumps Forderung nach mehr Nato-Engagement im Nahen Osten

Nato-GeneralsekretĂ€r Jens Stoltenberg unterstĂŒtzt die Forderung von US-PrĂ€sident Donald Trump, dass die westlichen Partner der Vereinigten Staaten sich stĂ€rker im Nahen Osten engagieren sollten. Bei einem Telefonat mit Trump am Mittwoch habe Stoltenberg dem US-PrĂ€sidenten darin zugestimmt, dass die Nato einen grĂ¶ĂŸeren Beitrag zur "regionalen StabilitĂ€t" im Nahen Osten und zum "Kampf gegen den internationalen Terrorismus" leisten sollte, teilte die Nato mit.

Trump hatte vor dem Telefonat angekĂŒndigt, er wolle von der Allianz verlangen, dass sie sich "viel mehr" als bislang im Friedensprozess fĂŒr den Nahen Osten engagiere.

Die Nato hat eine Mission mit rund 500 Soldaten zur Ausbildung von SicherheitskrĂ€ften im Irak. Der Einsatz wurde allerdings nach der Tötung Soleimanis aus SicherheitsgrĂŒnden ausgesetzt. Stoltenberg beschrieb dies jedoch als lediglich vorlĂ€ufige Maßnahme.

3 Uhr: Iran beteuert seinen Respekt fĂŒr SouverĂ€nitĂ€t des Irak

Der Iran hat nach seinen Raketenangriffen auf internationale MilitĂ€rbasen im Irak versichert, dass er die staatliche SouverĂ€nitĂ€t des Irak respektiere. Der Iran habe vollen Respekt fĂŒr "die UnabhĂ€ngigkeit, SouverĂ€nitĂ€t, Einheit und territoriale IntegritĂ€t" des Irak, erklĂ€rte der iranische Botschafter bei den Vereinten Nationen, Majid Takht-Ravanchi, am Mittwoch in einem Brief an den UN-Sicherheitsrat und an UN-GeneralsekretĂ€r AntĂłnio Guterres.

Die irakische Regierung hatte zuvor eine "Verletzung der SouverĂ€nitĂ€t" des Landes durch die iranischen Raketenangriffe angeprangert und die Einbestellung des iranischen Botschafters in Bagdad angekĂŒndigt. Der Irak sei ein "unabhĂ€ngiges Land" und werde es nicht zulassen, zu einem "Schlachtfeld" gemacht zu werden, erklĂ€rte das Außenministerium.

Der iranische Botschafter bei der UN erklÀrte, die Angriffe seien "prÀzise" gewesen und hÀtten keine SchÀden bei Zivilisten und zivilen Einrichtungen verursacht. Der Iran sei "dem Erhalt des internationalen Friedens verpflichtet" und strebe keine "Eskalation oder Krieg" an, beteuerte Takht-Ravanchi in dem von seiner Delegation veröffentlichten Brief.

1.20 Uhr: UN – Jemen nicht fĂŒr Angriff auf saudische Ölanlagen verantwortlich

Die Huthi-Rebellen im Jemen sind Experten der Vereinten Nationen (UN) zufolge entgegen eigener Darstellung nicht fĂŒr Angriffe auf Ölanlagen in Saudi-Arabien im September verantwortlich. Die Reichweite der eingesetzten Drohnen und Raketen sei nicht so groß, als dass die Geschosse aus dem Huthi-Gebiet im Jemen hĂ€tten abgeschossen werden können, heißt es in einem von Reuters am Mittwoch eingesehenen vertraulichen Bericht eines UN-Jemen-Komitees. Zudem seien die Saudi-Aramco-Anlagen in Abkaik und Churais aus dem Norden angegriffen worden, wĂ€hrend eine Attacke aus Huthi-Gebieten aus dem SĂŒden hĂ€tte kommen mĂŒssen. Die USA sehen die Verantwortung fĂŒr die Attacke beim Iran, der aber jegliche Verwicklung zurĂŒckweist.

Die Experten erklĂ€rten weiter, dass die vergleichsweise ausgereiften Waffen ihrer Meinung nach nicht im Jemen gebaut wurden. Das UN-Komitee hat die Aufgabe, Sanktionen gegen den Jemen zu ĂŒberprĂŒfen. Ziel der Untersuchung war nicht, die Angreifer zu identifizieren. Schon bald nach den Attacken am 14. September hatten die mit dem Iran verbĂŒndeten Huthis die Tat fĂŒr sich reklamiert. Doch die Darstellung der UN-Experten dĂŒrfte die Position der USA stĂ€rken, dass der Iran dahinter steckt

1.04 Uhr: Zwei Raketen schlagen in Regierungsviertel in Bagdad ein

Im Regierungsviertel der irakischen Hauptstadt Bagdad sind erneut Raketen eingeschlagen. Zwei Raketen hĂ€tten am Mittwochabend die sogenannte GrĂŒnen Zone getroffen, in der sich die US-Botschaft befindet, sagten Sicherheitskreise der Nachrichtenagentur AFP. Von wem der Angriff ausging, war zunĂ€chst unklar.

https://www.t-online.de/tv/news/politik/id_87120252/bagdad-raketen-schlagen-nahe-us-botschaft-ein.html

AFP-Reporter hatten kurz vor Mitternacht (Ortszeit) zwei laute Detonationen im Zentrum der irakischen Hauptstadt und anschließend Sirenen gehört. Der Angriff erfolgte knapp 24 Stunden, nachdem der Iran zwei StĂŒtzpunkte internationaler Truppen im Irak mit Raketen beschossen hatte. Bei diesen Angriffen war niemand verletzt worden.

US-Verteidigungsminister Mark Esper sagte zu den neuen Raketenangriffen auf die GrĂŒne Zone, es sei zu erwarten, dass die schiitischen Milizen im Irak mit Angriffen oder anderen Aktionen weiter versuchten, die US-MilitĂ€rprĂ€senz in dem Land zu "untergraben". Der Pentagonchef vertrat gleichwohl die EinschĂ€tzung, dass durch die Tötung Soleimanis ein neuer "Abschreckungsgrad" erreicht worden sei. Allerdings mĂŒsse die weitere Entwicklung abgewartet werden, fĂŒgte er hinzu: "Wir werden sehen."

1 Uhr: US-General – Iran wollte amerikanische Soldaten bei Angriff töten

Der Iran wollte mit seinem Raketenangriff nach EinschĂ€tzung eines hochrangigen US-Generals amerikanische Soldaten töten. Der Iran habe 16 Kurzstreckenraketen von mindestens drei Standorten abgeschossen, sagte Armee-General Mark Milley. Außerdem sollte der Angriff großen Schaden auf dem LuftwaffenstĂŒtzpunkt Al-Assad anrichten. Es sei auch noch zu frĂŒh, um sagen zu können, ob der Iran weitere Attacken starte. Dies sei seine persönliche Ansicht. Die Analyse der Angriffe befinde sich aber in den HĂ€nden von Experten der Geheimdienste.

0 Uhr: Demokraten wollen Trumps Befugnisse beschneiden

Die Demokraten im Abgeordnetenhaus wollen ein mögliches militĂ€risches Vorgehen von PrĂ€sident Donald Trump gegen den Iran begrenzen. Eine entsprechende Resolution ("War Powers Resolution") werde an diesem Donnerstag ins Plenum eingebracht, teilte die Vorsitzende des Abgeordnetenhauses, die Demokratin Nancy Pelosi, am Mittwoch mit. Demnach soll die Regierung etwaige militĂ€rische Kampfhandlungen gegen den Iran innerhalb von 30 Tagen beenden mĂŒssen, wenn der Kongress ihnen nicht zustimmt.

Pelosi hatte die Resolution am Sonntag angekĂŒndigt – wenige Tage nach der gezielten Tötung des iranischen Top-Generals Ghassem Soleimani in Bagdad durch die USA. Am Mittwoch kritisierte Pelosi den MilitĂ€rschlag als provokativ und unverhĂ€ltnismĂ€ĂŸig. "Der PrĂ€sident hat deutlich gemacht, dass er keine schlĂŒssige Strategie hat, um das amerikanische Volk zu schĂŒtzen, eine Deeskalation mit dem Iran zu erreichen und die StabilitĂ€t in der Region zu sichern." Sie warf Trump außerdem vor, den Kongress nicht konsultiert zu haben.

"Die Regierung muss mit dem Kongress zusammenarbeiten, um eine sofortige, wirksame Deeskalationsstrategie voranzubringen, die weitere Gewalt verhindert", forderte Pelosi. "Amerika und die Welt können sich keinen Krieg leisten." Als Vergeltung fĂŒr die Tötung Soleimanis hatte der Iran in der Nacht zu Mittwoch zwei MilitĂ€rbasen im Irak mit Raketen beschossen. Nach Trumps Angaben wurden dabei weder irakische noch US-Soldaten getötet.

Mittwoch, 8. Januar, 22.26 Uhr: Kramp-Karrenbauer widerspricht Trump

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hat die Forderung von US-PrĂ€sident Donald Trump zurĂŒckgewiesen, Deutschland und andere Staaten sollten nicht lĂ€nger am Atomabkommen mit dem Iran festhalten. Deutschland habe insbesondere gemeinsam mit Frankreich und Großbritannien immer gesagt, dass die Existenz dieses Abkommens "ein Wert an sich" sei, sagte die CDU-Vorsitzende im "Heute Journal" des ZDF. "Deswegen kĂ€mpfen wir um diesen Wert, auch um diesen Vertrag."

22.03 Uhr: Explosionen in Bagdad

In Badgad sind Zeugen zufolge laute Explosionen zu hören. Kurz darauf habe es Sirenengeheul gegeben. Laut Polizeikreisen sollen drei Katjuscha-Raketen in die sogenannte GrĂŒne Zone eingeschlagen sein. Mindestens ein Geschoss sei 100 Meter von der US-Botschaft entfernt niedergegangen. Der Raketeneinschlag habe ein Feuer ausgelöst, Verletzte gab es nicht. Der Hintergrund blieb zunĂ€chst unklar.

21.27 Uhr: Geheimdienste: 737 wohl nicht abgeschossen

Westliche Geheimdienste haben kanadischen Sicherheitskreisen zufolge keine Hinweise darauf, dass das ukrainische Passagierflugzeug im Iran von einer Rakete abgeschossen wurde. Die Geheimdienste gingen nach einer ersten EinschĂ€tzung davon aus, dass die Maschine vom Typ Boeing 737 wegen eines technischen Defekts abgestĂŒrzt sei. Es deute darauf hin, dass die Triebwerke ĂŒberhitzt gewesen seien.

19.35 Uhr: Transatlantik-Koordinator lobt Trump

Der Transatlantik-Koordinator der Bundesregierung lobt die Reaktion von US-PrĂ€sident Donald Trump auf die iranischen Angriffe. Trump reagiere besonnen – "und das ist gut so", sagt Peter Beyer (CDU) der Nachrichtenagentur Reuters. Es sei gut, dass Trump keine militĂ€rischen Aktionen, dafĂŒr aber neue Sanktionen gegen Teheran angekĂŒndigt habe. Deutschland stehe in enger Partnerschaft an der Seite der USA.

19.02 Uhr: FĂŒr SchiitenfĂŒhrer Sadr ist die Krise vorbei

Der irakische Kleriker Moktada al-Sadr sagt, die Krise sei nach den Reden aus dem Iran und von US-PrÀsident Donald Trump beendet. Er ruft die Milizen auf, geduldig zu sein und keine militÀrischen Aktionen zu starten.

18.29 Uhr: Fotos sollen Einschlagstellen der iranischen Raketen zeigen

In den sozialen Netzwerken kursieren Fotos, die die Einschlagstelle einer iranischen Rakete zeigen sollen. Laut lokaler Medienberichte sind die Fotos nahe Erbil aufgenommen. Dort befindet sich ein MilitĂ€rstĂŒtzpunkt, in dem auch US-Soldaten stationiert sind.

17.48 Uhr: Botschaft der Deeskalation

Trump sagte in der Pressekonferenz: "Die Tatsache, dass wir dieses großartige MilitĂ€r und die AusrĂŒstung haben, bedeutet allerdings nicht, dass wir es einsetzen mĂŒssen. Wir wollen es nicht einsetzen."

17.39 Uhr: Mahnung an Deutschland, China und weitere

Trump fordert Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Russland und China auf, nicht mehr am Atomabkommen mit dem Iran festzuhalten. Stattdessen mĂŒssten diese Staaten gemeinsam mit den USA an einem neuen Abkommen mit dem Iran arbeiten, "das die Welt zu einem sichereren und friedlicheren Ort" machen wĂŒrde, sagt Trump.

17.33 Uhr: Trump kĂŒndigt neue Wirtschaftssanktionen gegen Iran an

US-PrĂ€sident Donald Trump hat weitere Sanktionen gegen den Iran angekĂŒndigt. Die USA wĂŒrden Irans Aggressionen nicht unbeantwortet lassen, erklĂ€rte Trump am Mittwoch im Weißen Haus.

17.31 Uhr: Keine amerikanischen Todesopfer bei iranischem Angriff

Die iranischen Raketenangriffe auf zwei von US-Soldaten genutzte MilitĂ€rstĂŒtzpunkte im Irak haben US-PrĂ€sident Donald Trump zufolge keine Todesopfer gefordert. Alle US-Soldaten seien sicher, sagt Trump.

17.30 Uhr: Trump: Die Iraner haben sich zurĂŒckgehalten

Der Iran hat sich nach Ansicht von US-PrĂ€sident Donald Trump bei seinem Vergeltungsschlag gegen MilitĂ€rbasen im Irak zurĂŒckgehalten. Auch Dank der Aufmerksamkeit der US-Truppen habe es keine amerikanischen Opfer bei den Angriffen in der vergangenen Nacht gegeben.

17.28 Uhr: Trump tritt vor die Pressevertreter im Weißen Haus

17.22 Uhr: Die fĂŒr 17 Uhr (MEZ) angekĂŒndigte Pressekonferenz von US-PrĂ€sident Trump in Washington verzögert sich

17.21 Uhr: Ruhani: Iran wird nicht vor den USA zurĂŒckweichen

Kurz vor Beginn der mit Spannung erwarteten Pressekonferenz von US-PrĂ€sident Trump in Washington hat der iranische PrĂ€sident Hassan Ruhani erneut die Entschlossenheit seiner FĂŒhrung betont. Die jĂŒngsten Raketenangriffe auf US-StĂŒtzpunkte im Irak sind seiner Ansicht nach Beweis dafĂŒr, dass Teheran vor Washington "nicht zurĂŒckweichen" werde. "Wenn die Amerikaner ein weiteres Verbrechen begehen, mĂŒssen sie wissen, dass sie eine noch hĂ€rtere Antwort erhalten werden", sagte Ruhani.

17.09 Uhr: Getöteter iranischer General Soleimani beigesetzt

Der bei einem US-Raketenangriff getötete iranische General Ghassem Soleimani ist in seinem Geburtsort Kerman im SĂŒdosten des Landes beigesetzt werden. Die Beisetzung sei wegen des Massenandrangs um einen Tag verschoben worden, berichtet die Nachrichtenagentur Fars. Soleimani, der im Iran nun als MĂ€rtyrer verehrt wird, war in der Nacht zum Freitag in der irakischen Hauptstadt Bagdad von US-Drohnen getötet worden. Bei einer Massenpanik wĂ€hrend des Trauerzugs waren am Dienstag Dutzende Menschen ums Leben gekommen.

16.38 Uhr: Trump-VerbĂŒndeter Graham: Vergeltung "nicht notwendig"

Der einflussreiche US-Senator und VerbĂŒndete von PrĂ€sident Donald Trump, Lindsey Graham, hat sich nach den iranischen Raketenangriffen gegen einen direkten Vergeltungsschlag der USA ausgesprochen. "Meines Erachtens ist Vergeltung um der Vergeltung willen zu diesem Zeitpunkt nicht notwendig", erklĂ€rte Graham am Mittwoch auf Twitter. "Es ist notwendig, unsere strategischen Ziele in Bezug auf den Iran auf einfache und entschiedene Weise darzulegen."

Der Iran mĂŒsse aufhören, der "grĂ¶ĂŸte Förderer des Terrorismus auf der Welt" zu sein, und sein Raketenprogramm Ă€ndern, erklĂ€rte Graham. Zudem mĂŒsse ein Atomabkommen ausgehandelt werden, das den Iran mit Atomkraft versorge, aber den Weg zu einer Atombombe verbaue. Der beste Weg, diese Ziele zu erreichen, ist aus Grahams Sicht die "Kampagne des maximalen Drucks mit einer glaubwĂŒrdigen militĂ€rischen Komponente".

16.01 Uhr: Warum attackierte der Iran gerade diese MilitÀrbasis im Irak?

Ain al-Assad ist eine der grĂ¶ĂŸten Luftwaffenbasen im Irak und einer der wichtigsten StĂŒtzpunkte der US-StreitkrĂ€fte. Der MilitĂ€rflugplatz liegt rund 180 Kilometer westlich von Bagdad in der Provinz al-Anbar. Er diente wĂ€hrend des Irakkriegs als wichtiges Drehkreuz fĂŒr die US-Truppen. Die Basis wurde mehrfach von der Terrormiliz Islamischer Staat angegriffen.

US-PrĂ€sident Donald Trump hatte Ain al-Assad im Dezember 2018 besucht – es war sein erster Besuch von Kampftruppen im Ausland ĂŒberhaupt. Vize-PrĂ€sident Mike Pence war im November vergangenen Jahres dort. Berichten zufolge soll der Drohnenangriff auf den iranischen Top-General Ghassem Soleimani von Ain al-Assad aus koordiniert worden sein.

15.46 Uhr: Putin und Erdogan fĂŒr friedliche Lösung am Golf

Die PrĂ€sidenten Russlands und der TĂŒrkei, Wladimir Putin und Recep Tayyip Erdogan, haben bei einem Treffen in Istanbul nach Angaben des russischen Außenministers Sergej Lawrow auch die Lage im Irak besprochen. Beide hĂ€tten sich fĂŒr eine friedliche Lösung der Krise ausgesprochen.

15.30 Uhr: Trump will sich zum iranischen Angriff Ă€ußern

US-PrĂ€sident Donald Trump will sich um 17 Uhr zu dem iranischen Angriff auf zwei vom US-MilitĂ€r genutzte StĂŒtzpunkte im Irak Ă€ußern. Das teilte das Weiße Haus in Washington mit.

15.11 Uhr: Oberst schildert Minuten vor dem Beschuss des StĂŒtzpunkts

Die deutschen Soldaten im Nordirak sind von internationalen Partnern unmittelbar vor den in der Nacht zum Mittwoch erfolgten iranischen Raketenangriffen gewarnt worden. "Wir haben sofort alle im Camp befindlichen Soldatinnen und Soldaten ĂŒber Sirenen alarmiert", erklĂ€rte Oberst Jörg Wellbrink in Erbil. Der Offizier fĂŒhrt die derzeit etwa 100 im Nordirak stationierten Soldaten. Es seien dann schnell Schutzbauten aufgesucht worden. "Wir haben anschließend direkt dem EinsatzfĂŒhrungskommando der Bundeswehr die UmstĂ€nde gemeldet und stehen seit dieser Zeit im stetigen Kontakt."

14.12 Uhr: Kramp-Karrenbauer deutet US-Warnung vor iranischem Angriff an

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer deutet an, dass die Warnung vor dem iranischen Raketenangriff von den USA kam. "Wir waren heute Nacht in ganz enger Abstimmung mit der amerikanischen Seite", sagt die CDU-Politikerin in Berlin. "Wir sind sehr frĂŒh auch entsprechend informiert worden." Die Bundeswehr sei in internationale Gremien integriert. Man habe den Angriff deshalb "Seite an Seite" erlebt.

13.36 Uhr: Milizen im Irak kĂŒndigen massiven eigenen "Gegenschlag" gegen USA an

Nach den iranischen Angriffen auf US-MilitĂ€rstĂŒtzpunkte im Irak haben pro-iranische irakische Milizen mindestens ebenso harte eigene Attacken auf die US-Armee angekĂŒndigt. Bei dem iranischen Angriff habe es sich um den "ersten Gegenschlag" nach der Tötung des iranischen Top-Generals Ghassem Soleimani durch eine US-Drohne im Irak gehandelt, erklĂ€rte Kais al-Chasali, ranghoher Kommandant der Hasched-al-Schaabi-Milizen, am Mittwoch im Kurzbotschaftendienst Twitter. Nun sei die Zeit gekommen fĂŒr den "ersten irakischen Gegenschlag".

Mit diesem wollen die Milizen laut al-Chasali ihren stellvertretenden AnfĂŒhrer Abu Mehdi al-Muhandis rĂ€chen, der ebenfalls bei dem US-Drohnenangriff getötet worden war. "Die Iraker sind mutig und patriotisch, daher wird dieser Gegenschlag nicht weniger weitreichend sein als der iranische Gegenschlag, das ist unser Versprechen".

Die USA fĂŒhren al-Chasali auf ihrer Terrorliste. Die vom Iran bewaffneten, finanzierten und trainierten Hasched-al-Schaabi-Milizen sind offizieller Teil des irakischen Sicherheitsapparats.

Auch die radikale pro-iranische Harakat al-Nudschaba-Miliz, die Teil des al-Schaabi-BĂŒndnisses ist, richtete scharfe Drohungen an US-Soldaten im Irak. "Macht eure Augen nicht zu, denn die Rache fĂŒr den MĂ€rtyrer al-Muhandis ist nahe und sie wird von irakischen HĂ€nden ausgefĂŒhrt, bis euer letzter Soldat abgezogen ist", erklĂ€rte die Miliz.

Die al-Nudschaba-Miliz hatte erst am Dienstag einen umfassenden "Krieg gegen die US-PrĂ€senz" in der Golfregion angekĂŒndigt. Laut dem stellvertretenden Chef der Gruppierung, Nasser al-Schemmari, wollen sich die bewaffneten "KrĂ€fte des Widerstands" gegen die USA zu einer "einzigen Organisation" zusammenschließen, "um auf Washington zu reagieren". "Wir werden einen Krieg gegen die US-PrĂ€senz in allen Teilen der Region fĂŒhren, die wir erreichen können."

13.20 Uhr: Irak vorab vom Iran ĂŒber Vergeltungsangriff informiert

Iraks Regierung ist nach eigenen Angaben vor dem iranischen Vergeltungsangriff auf US-Truppen von Teheran ĂŒber den MilitĂ€rschlag informiert worden. Der Iran habe "nach Mitternacht" in einer "Verbalnote" mitgeteilt, dass "als Antwort auf die Ermordung" des iranischen Generals Ghassem Soleimani durch das US-MilitĂ€r die Angriffe "bereits begonnen haben oder bald beginnen werden", heißt es in einer ErklĂ€rung der Regierung in Bagdad, die elf Stunden nach den Angriffen veröffentlicht wurde. "Zur gleichen Zeit" sei vonseiten der USA ein Hinweis auf die Angriffe eingegangen.

Der Irak lehne "jede Verletzung seiner SouverĂ€nitĂ€t" und jegliche "Attacke auf sein Gebiet" ab, heißt es in der ErklĂ€rung Bagdads weiter. Dabei wurde nicht ausdrĂŒcklich auf die iranischen Raketenangriffe aus der Nacht hingewiesen. Der geschĂ€ftsfĂŒhrende irakische MinisterprĂ€sident Adil Abd al-Mahdi sei in Kontakt mit Partnern im In- und Ausland, um einen "offenen Krieg" zu verhindern.

Regierungschef al-Mahdi zufolge gingen die Raketen auf den Teilen zweier irakischer MilitĂ€rstĂŒtzpunkte nieder, die speziell von US-Truppen genutzt werden. Auch an anderen Positionen seien Geschosse eingeschlagen. Adil Abd al-Mahdi bestĂ€tigte Angaben seiner SicherheitskrĂ€fte, dass es unter den irakischen Truppen keine Toten gegeben habe. Zu Verlusten der internationalen Anti-IS-Koalition habe die irakische Regierung bislang keine offiziellen Angaben erhalten.

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Der MinisterprĂ€sident rief alle Seiten zur ZurĂŒckhaltung und zu einer "Sprache der Vernunft" auf. Seine Regierung bemĂŒhe sich in TelefongesprĂ€chen darum, dass eine weitere Eskalation und ein "offener Krieg" vermieden wĂŒrden, dessen erste Opfer der Irak und die Region wĂ€ren, erklĂ€rte al-Mahdi weiter.

11.31 Uhr: Irakischer MinisterprÀsident warnt vor "zerstörerischen umfassenden Krieg"

Der irakische MinisterprĂ€sident Adil Abd al-Mahdi warnt vor einer gefĂ€hrlichen Krise, die zu einem "zerstörerischen umfassenden Krieg" im Irak, in der Region und in der Welt fĂŒhren könne. Über Opfer unter den irakischen Soldaten oder denen der US-gefĂŒhrten Koalition in den angegriffenen StĂŒtzpunkten habe Mahdi keine Berichte erhalten, erklĂ€rt ein Sprecher des Regierungschefs.

11.12 Uhr: Israel droht: Bei Angriff "gewaltiger Gegenschlag"

Nach den iranischen Raketenangriffen auf zwei MilitĂ€rstĂŒtzpunkte im Irak hat Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu dem Iran im Falle eines Angriffs auf israelische Ziele mit einem "gewaltigen Gegenschlag" gedroht. "Jeder, der uns angreift, wird einen gewaltigen Gegenschlag erhalten", sagte Netanjahu am Mittwoch auf einer Konferenz in Jerusalem. Die iranischen Revolutionsgarden hatten zuvor mit Angriffen gegen Israel und auf mit den USA "verbĂŒndete Regierungen" gedroht.

Am Sonntag hatte ein hoher iranischer Beamter damit gedroht, die israelischen StĂ€dte zu "Staub" zerfallen zu lassen, "wenn Amerika nach unserer militĂ€rischen Reaktion auch nur die geringste Maßnahme ergreift".

11 Uhr: Luxemburgs Außenminister: Iranischer Raketenangriff eher Deeskalation

Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn hat den Raketenbeschuss des Irans auf US-gefĂŒhrte MilitĂ€rstĂŒtzpunkte im Irak als eher deeskalierendes Zeichen gewertet. "Es scheint ja, wie wenn es eine dosierte Antwort des Irans gewesen wĂ€re. Die Amerikaner haben auch nicht direkt zurĂŒckgeschlagen", sagte Asselborn im Interview des Deutschlandfunks auf die Frage, ob ein direkter militĂ€rischer Schlagabtausch zwischen den USA und dem Iran bevorstehe. Vielleicht habe der Iran tatsĂ€chlich nicht Soldaten treffen, sondern zeigen wollen, "dass sie natĂŒrlich imstande sind, amerikanische Basen anzugreifen", so Asselborn. "Das könnte, wie ich sage, noch einmal ein Zeichen der Entspannung sein."

Die vorangegangene Tötung des iranischen Generals Ghassem Soleimani im Irak durch einen US-Drohnenangriff wertete Asselborn als "etwas, was sehr nahe an einem Fehler ist".

10.25 Uhr: Israel bekennt sich zu seinem VerbĂŒndeten

Israel steht nach den Worten des amtierenden MinisterprĂ€sidenten Benjamin Netanjahu fest an der Seite der USA. US-PrĂ€sident Donald Trump mĂŒsse wegen seines Vorgehens gegen Soleimani beglĂŒckwĂŒnscht werden. Wer immer versuche, Israel anzugreifen, werde hart getroffen werden.

10.21 Uhr: Außenminister Maas: "Wirken auf Beruhigung der Lage hin"

Außenminister Heiko Maas (SPD) verurteilte den iranischen Raketenangriff. "Wir fordern Iran auf, alle Schritte zu unterlassen, die zu einer weiteren Eskalation fĂŒhren könnten", erklĂ€rt Maas. "Wir stehen seit Tagen in Kontakt mit allen Seiten, um auf eine Beruhigung der Lage hinzuwirken. Alle sind aufgefordert, in dieser Lage Besonnenheit und ZurĂŒckhaltung zu ĂŒben."

10.17 Uhr: Bundeswehr: Deutsche Soldaten wurden rechtzeitig gewarnt

Die Bundeswehr prĂŒft, ob SchĂ€den am StĂŒtzpunkt in Erbil entstanden sind. Die deutschen Soldaten seien vor dem Raketenbeschuss gewarnt worden und hĂ€tten daraufhin SchutzrĂ€ume aufgesucht, heißt es in einer Unterrichtung der Obleute des Verteidigungs- und des AuswĂ€rtigen Ausschusses im Bundestag.

9.39 Uhr: Ruhani: USA werden ihr Standbein in der Region verlieren

Die vergangene Nacht sei ein "Schlag ins Gesicht" der USA gewesen, sagt das geistliche und staatliche Oberhaupt des Irans, Ajatollah Ali Chamenei. Die US-Truppen mĂŒssten die Region verlassen. Ihre PrĂ€senz sei die Quelle von Korruption. "Die USA sind der Feind des Irans." Die Feinde des Irans sind nach den Worten von Chamenei, die USA und Israel. Er nennt als Gegner auch das "arrogante System" und bezieht sich damit auf den Westen.

Der iranische PrĂ€sident Hassan Ruhani erklĂ€rte, die USA mögen mit der Tötung Soleimanis dem Iran "einen Arm" abgeschnitten haben, als Antwort wĂŒrden die USA ihr Standbein in der Region verlieren.

9.23 Uhr: Bundesregierung verurteilt iranischen Angriff "auf das SchÀrfste"

Die Bundesregierung hat den iranischen Vergeltungsangriff auf US-StĂŒtzpunkte im Irak scharf verurteilt. "Ich kann nur sagen, sicherlich im Namen der Bundesregierung, dass wir diese Aggression auf das SchĂ€rfste zurĂŒckweisen", sagte Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) am Mittwoch im ARD-"Morgenmagazin". Jetzt mĂŒsse alles getan werden, um die Lage zu beruhigen.

"Es wird jetzt entscheidend darauf ankommen, dass wir diese Spirale sich nicht weiter nach oben drehen lassen", betonte Kramp-Karrenbauer. Die Bundesregierung werde dazu alle Möglichkeiten auf allen KanÀlen nutzen. "Es ist jetzt vor allem an den Iranern, keine zusÀtzliche Eskalation zu betreiben, deswegen geht der Appell insbesondere noch einmal nach Teheran."

Die Ministerin bestĂ€tigte, dass bei den iranischen Raketenangriffen auf US-StĂŒtzpunkte im Irak keine deutschen Soldaten verletzt wurden. Nach ihren Angaben stand die Bundesregierung wĂ€hrend der ganzen Nacht im Kontakt mit dem US-Verteidigungsministerium. "Das hat sehr gut funktioniert", sagte sie. Am MittwochfrĂŒh seien die zustĂ€ndigen Abgeordneten im Bundestag informiert worden.

Das Bundesverteidigungsministerium werde nun beantragen, dass die 13 Rahmennationen der internationalen Koalition schnellstmöglich zusammenkĂ€men, um ĂŒber die weitere Situation zu beraten.

8.46 Uhr: US-Luftfahrtbehörde verbietet FlĂŒge durch Luftraum im Nahen Osten

Nach den iranischen Raketenangriffen auf MilitĂ€rstĂŒtzpunkte im Irak hat die amerikanische Luftfahrtbehörde FAA US-Flugzeugen die Nutzung des Luftraums in Teilen des Nahen Ostens untersagt. Über dem Persischen Golf, dem Golf vom Oman, im Irak und im Iran dĂŒrften in den USA registrierte Flugzeuge "wegen erhöhter militĂ€rischer AktivitĂ€ten und steigender politischer Spannungen" nicht mehr operieren, hieß es in einer Mitteilung am Dienstag (Ortszeit). Es gebe ein erhöhtes Risiko, dass ein Flugobjekt falsch identifiziert werde.

8.11 Uhr: Großbritannien verurteilt iranischen Angriff

Großbritannien verurteilt den iranischen Angriff auf MilitĂ€rstĂŒtzpunkte im Irak. "Wir rufen den Iran dringend auf, solche rĂŒcksichtslosen und gefĂ€hrlichen Angriffe nicht zu wiederholen", sagt Außenminister Dominic Raab. Stattdessen dringe Großbritannien auf Deeskalation.

7.38 Uhr: Opec – irakische Ölanlagen sicher, Produktion geht weiter

Die Produktion in den irakischen Erdölanlagen geht nach Opec-Angaben ungestört weiter. Die Anlagen seien sicher, sagt Opec-GeneralsekretĂ€r Mohammed Barkindo. Das sei eine "große Erleichterung". Dem Energieminister der Vereinigten Arabischen Emirate, Suhail al-Masruei, zufolge besteht auch keine unmittelbare Gefahr fĂŒr die Öltransporte durch die Straße von Hormus.

7.25 Uhr: Irakisches MilitĂ€r – keine Opfer unter heimischen Soldaten

Das irakische MilitĂ€r teilt mit, es gebe keine Opfer unter den heimischen Truppen. In der Nacht seien 22 Raketen auf irakisches Gebiet abgeschossen worden, 17 auf den LuftwaffenstĂŒtzpunkt al-Assad und fĂŒnf auf den StĂŒtzpunkt in Erbil in der Kurdenregion im Nordirak.

7.14 Uhr: Keine dÀnischen oder norwegischen Soldaten im Irak getötet

Beim Angriff auf den MilitĂ€rstĂŒtzpunkt al-Assad sind keine dĂ€nischen Soldaten verletzt oder getötet worden. Das teilt die dĂ€nische Armee mit, die 130 Soldaten dort stationiert hat. Auch das norwegische MilitĂ€r erklĂ€rt, es gebe unter seinen Soldaten in al-Assad weder Verletzte noch Tote.

6.45 Uhr: Iranisches Staatsfernsehen behauptet: 80 "amerikanische Terroristen" getötet

Das iranische Staatsfernsehen schlachtet den Angriff auf MilitĂ€rbasen im Irak propagandistisch aus: Bei dem Angriff seien angeblich 80 Menschen ums Leben gekommen, hieß es, nĂ€mlich "amerikanische Terroristen". Außerdem seien Hubschrauber und militĂ€rische AusrĂŒstung des US-MilitĂ€rs schwer beschĂ€digt worden. Die Angaben ĂŒber die Opfer sind offenkundig falsch. Insgesamt seien 15 iranische Raketen auf US-Ziele abgeschossen worden. Keine davon sei abgefangen worden. US-PrĂ€sident Donald Trump schrieb auf Twitter, die Auswirkungen wĂŒrden untersucht. Der TV-Sender Sky News Arabia berichtete, dass fĂŒnf irakische Soldaten bei dem Angriff verletzt worden seien. Eine unabhĂ€ngige BestĂ€tigung gab es dafĂŒr nicht.

ISNA, die iranische Studenten-Nachrichtenagentur, postete auf Twitter ein Foto, das den Abschuss der Raketen aus dem Iran zeigen soll:

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6.35 Uhr: US-Soldaten im Irak wurden offenbar gewarnt

Die im Irak stationierten US-Soldaten wurden vor dem iranischen Raketenangriff einem Medienbericht zufolge gewarnt. Dank eines frĂŒhzeitigen Alarms hĂ€tten diejenigen im Gefahrenbereich Zeit gehabt, sich in Schutzbunkern in Sicherheit zu bringen, berichtete CNN unter Berufung auf einen Angehörigen des US-MilitĂ€rs.

Berichte ĂŒber mögliche Opfer oder SchĂ€den der Angriffe gab es zunĂ€chst nicht. Der TV-Sender Sky News Arabia berichtete, dass fĂŒnf irakische Soldaten bei dem Angriff verletzt worden seien. Eine unabhĂ€ngige BestĂ€tigung gab es dafĂŒr nicht.

6.19 Uhr: Pompeo spricht mit PrÀsidenten kurdischer Autonomiegebiete im Irak

US-Außenminister Mike Pompeo hat nach den iranischen Raketenangriffen auf von US-Soldaten genutzte MilitĂ€rstĂŒtzpunkte im Irak mit dem PrĂ€sidenten der kurdischen Autonomiegebiete im Norden des Landes gesprochen. Das teilte Pompeos Sprecherin Morgan Ortagus mit. Pompeo und Nechirvan Barsani hĂ€tten sich darauf verstĂ€ndigt, in engem Kontakt zu bleiben.

5.52 Uhr: Sondertreffen der EU-Kommission wegen Iran-Krise

Die EU-Kommission kommt wegen der Krise im Nahen Osten am Mittwoch (8 Uhr) zu einer Sondersitzung in BrĂŒssel zusammen. Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell soll Kommissionschefin Ursula von der Leyen und die anderen EU-Kommissare ĂŒber seine Kontakte der vergangenen Tage unterrichten. Auch die anderen Kommissare sollen ĂŒber ihre GesprĂ€che mit Beteiligten in der Region berichten. Zudem soll wĂ€hrend des Treffens das weitere Vorgehen der BrĂŒsseler Behörde koordiniert werden.

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5.30 Uhr: US-Verteidigungsminister: "Sind auf das Schlimmste vorbereitet"

US-Verteidigungsminister Mark Esper hat den Iran zur Deeskalation in der Krise zwischen Teheran und Washington aufgerufen. "Wir werden sehen, was passiert. Wir sind auf das Schlimmste vorbereitet", sagte Esper dem TV-Sender CNN. "Wir hoffen, dass es den kĂŒhleren Köpfen in Teheran einleuchten wird und sie entscheiden, diese Situation zu deeskalieren."

Esper widersprach dem Vorwurf, mit der gezielten Tötung des iranischen Top-Generals Ghassem Soleimani durch das US-MilitÀr vergangene Woche zur Eskalation der Spannungen zwischen den USA und dem Iran beigetragen zu haben. "Wir wollen keinen Krieg mit dem Iran anfangen, aber wir sind darauf vorbereitet, einen zu Ende zu bringen", sagte Esper.

Die USA hĂ€tten sich selbst verteidigt. "Es ist Zeit, die Situation zu deeskalieren. Sehen wir zu, dass wir auf einen anderen Weg zurĂŒckkommen, auf einen Weg, bei dem wir uns an den Verhandlungstisch setzen und einen besseren Weg vorwĂ€rts finden, wie der Iran damit beginnen kann, sich wie ein normales Land zu verhalten."

4.51 Uhr: Iran warnt USA vor Vergeltungsaktionen

Ein iranischer Regierungsvertreter warnt die USA vor Vergeltungsaktionen fĂŒr die Raketenangriffe auf zwei MilitĂ€rbasen im Irak. Jede feindliche US-MilitĂ€raktion werde zu einem großen Krieg in der gesamten Region fĂŒhren, twittert der Berater von PrĂ€sident Hassan Ruhani, Hessameddin Aschena.

4.48 Uhr: Offenbar keine US-Opfer durch Raketenangriff

Durch die iranischen Raketenangriffe auf zwei internationale TruppenstĂŒtzpunkte im Irak sind nach vorlĂ€ufigen US-Erkenntnissen offenbar keine Soldaten der USA getötet worden.

4.35 Uhr: Trump telefoniert mit Staatsoberhaupt von Katar

US-PrĂ€sident Donald Trump hat angesichts der Spannungen im Nahen Osten mit dem Staatsoberhaupt des WĂŒstenstaates Katar gesprochen. Trump habe mit dem Emir Tamim bin Hamad Al Thani unter anderem ĂŒber die Situation im Irak und im Iran gesprochen und ihm fĂŒr Katars "starke Partnerschaft" mit den USA gedankt, teilte das Weiße Haus am Dienstagabend (Ortszeit) mit. Ob das Telefonat vor oder nach den Raketenangriffen des Irans auf zwei von US-Soldaten genutzte MilitĂ€rstĂŒtzpunkte im Irak stattfand, wurde nicht bekannt. Das US-MilitĂ€r hat mehrere Tausend Soldaten in Katar stationiert.

4.02 Uhr: Trump-VerbĂŒndeter Graham spricht nach Raketenangriff von Kriegsakt

Der einflussreiche US-Senator Lindsey Graham hat den Angriff des Irans auf von US-Soldaten genutzte MilitĂ€rstĂŒtzpunkte im Irak aufs SchĂ€rfste verurteilt. "Das war ein kriegerischer Akt", sagte Graham dem TV-Sender Fox News. US-PrĂ€sident Donald Trump habe alle Befugnisse, darauf zu antworten, sagte der Trump-VerbĂŒndete Graham. Er habe volles Vertrauen in den PrĂ€sidenten und dessen Regierung. Der Iran hatte zuvor seine Drohungen wahr gemacht und aus Vergeltung fĂŒr die Tötung seines Top-Generals Ghassem Soleimani zwei von US-Soldaten genutzte MilitĂ€rstĂŒtzpunkte im Irak angegriffen.

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3.53 Uhr: Trump: "Alles ist gut"

US-PrĂ€sident Donald Trump will sich erst am Mittwoch nach den iranischen Raketenangriffen auf zwei von US-Soldaten genutzte MilitĂ€rstĂŒtzpunkte im Irak Ă€ußern. Das kĂŒndigte er auf Twitter an. "Alles ist gut!", schrieb er und erklĂ€rte, Raketen seien vom Iran aus auf zwei MilitĂ€rstĂŒtzpunkte im Irak abgefeuert worden. Derzeit wĂŒrden mögliche Opfer und SchĂ€den bewertet. "So weit so gut!", fĂŒgte Trump hinzu. "Wir haben das stĂ€rkste und am besten ausgestattete MilitĂ€r ĂŒberall auf der Welt, bei weitem!" Trump will sich am Mittwochmorgen (Ortszeit) Ă€ußern.

3.51 Uhr: Irans Regierung nennt Raketenangriffe "Akt der Selbstverteidigung"

Die iranische Regierung hat die Raketenangriffe auf vom US-MilitĂ€r genutzte StĂŒtzpunkte im Irak als "verhĂ€ltnismĂ€ĂŸigen" und rechtmĂ€ĂŸigen "Akt der Selbstverteidigung" bezeichnet. "Wir streben nicht nach einer Eskalation oder Krieg, aber wir werden uns gegen jede Aggression verteidigen", schrieb Außenminister Mohammed Dschawad Sarif in der ersten offiziellen Regierungsstellungnahme nach den Angriffen am Mittwoch auf Twitter.

3.43 Uhr: EU-Botschafter Huth warnt vor Stellvertreterkrieg

Der EU-Botschafter im Irak hat nach den iranischen Raketenangriffen auf vom US-MilitĂ€r genutzte StĂŒtzpunkte im Land vor einem Stellvertreterkrieg gewarnt. "Der Irak verdient es nicht, Opfer eines Stellvertreterkrieges zu werden!", twitterte der Deutsche Martin Huth. Mit den Angriffen verletze der Iran die SouverĂ€nitĂ€t des Irak. Zuvor habe der Irak bereits einen Bruch seiner SouverĂ€nitĂ€t beklagt, als die USA den iranischen Top-General Ghassem Soleimani bei einem Luftangriff in Bagdad töteten.

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3.27 Uhr: Pelosi: Die USA und die Welt können sich keinen Krieg leisten

Die Sprecherin des ReprĂ€sentantenhauses, Nancy Pelosi, hat den Iran zur Einstellung aller Gewalt aufgefordert. Die Regierung von US-PrĂ€sident Donald Trump wiederum solle ihre "unnötigen Provokationen" beenden, forderte die Frontfrau der Demokraten. "Amerika und die Welt können sich keinen Krieg leisten", schrieb sie am Dienstagabend (Ortszeit) auf Twitter. Sie verfolge die Lage infolge der iranischen Raketenangriffe auf StĂŒtzpunkte, die auch von US-StreitkrĂ€ften genutzt werden, im Irak sehr genau, schrieb sie weiter. Nun gehe es darum, die Sicherheit der US-Truppen zu garantieren.

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3.23 Uhr: Iran droht USA mit weiteren Angriffen

Der Iran droht den USA mit weiteren Angriffen. Die Raketenangriffe auf Ziele im Irak seien nur der erste Schritt gewesen, sagte ein Kommandeur der Revolutionsgarden im iranischen Fernsehen. Der Iran werde die Amerikaner nicht verschonen.

3.13 Uhr: US-Luftfahrtbehörde sperrt fĂŒr US-Airlines Luftraum am Golf

Die US-Luftfahrtbehörde FAA sperrt fĂŒr US-Fluggesellschaften den Luftraum ĂŒber dem Irak, dem Iran, dem Persischen Golf und dem Golf von Oman.

2.56 Uhr: Im Zentrum des iranischen Angriffes stand der MilitĂ€rstĂŒtzpunkt Ain al-Assad

Im Irak sind derzeit an mehreren Standorten rund 5.000 US-Soldaten stationiert. Aus Vergeltung fĂŒr die Tötung des Top-Generals Ghassem Soleimani griff der Iran unter anderem den StĂŒtzpunkt Ain al-Assad westlich der Hauptstadt Bagdad an. US-PrĂ€sident Donald Trump hatte die irakisch-amerikanische Basis im Dezember 2018 besucht – es war sein erster Besuch von Kampftruppen im Ausland ĂŒberhaupt. Vize-PrĂ€sident Mike Pence war im November vergangenen Jahres erst dort gewesen. WĂ€hrend des Irakkriegs 2003 und den folgenden Jahren bis 2011 gehörte al-Assad zu einem der grĂ¶ĂŸten US-MilitĂ€rstĂŒtzpunkte im Land. Die Basis wurde mehrfach von der Terrormiliz Islamischer Staat angegriffen.

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2.44 Uhr Berichte ĂŒber getötete US-Soldaten

Es gibt aktuell keine gesicherten informationen ĂŒber den Angriff des Iran und dessen Folgen. Das iranische Staatsfernsehen spricht von dutzenden Raketen und mindestens 30 getöteten US-Soldaten. Die USA bestĂ€tigen die Opferzahlen nicht und das Pentagon hĂ€lt sich bislang bedeckt.

2.30 Uhr: Iranische Raketen treffen US-StĂŒtzpunkt bei Erbil

Iranische Raketen sind in einem US-LuftwaffenstĂŒtzpunkt nahe dem Flughafen von Erbil in der nordirakischen Kurdenregion eingeschlagen, meldet die iranische Nachrichtenagentur Fars.

2.05 Uhr: Pompeo und Esper zu Beratungen im Weißen Haus eingetroffen

US-Außenminister Mike Pompeo und Verteidigungsminister Mark Esper sind im Weißen Haus eingetroffen, um mit PrĂ€sident Donald Trump ĂŒber die Lage nach dem iranischen Raketenangriff auf US-gefĂŒhrte Truppen im Irak zu beraten.

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1.52 Uhr: Irans Revolutionsgarden warnen USA vor Gegenangriffen

Nach iranischen Raketenangriffen auf zwei auch vom US-MilitĂ€r genutzte MilitĂ€rstĂŒtzpunkte im Irak haben die iranischen Revolutionsgarden die USA vor Gegenangriffen gewarnt. Jede US-Reaktion werde mit einer hĂ€rteren Reaktion erwidert, schrieben die iranischen Revolutionsgarden am frĂŒhen Mittwoch in einer PresseerklĂ€rung.

Außerdem sollten die VerbĂŒndeten der USA wissen, dass auch ihre den Amerikanern zur VerfĂŒgung gestellten StĂŒtzpunkte Ziel iranischer Angriffe werden könnten, falls von dort aus Angriffe auf den Iran erfolgen sollten, hieß es in der ErklĂ€rung weiter. Die USA sollten ihre Truppen abziehen, damit deren Leben nicht gefĂ€hrdet werde.

1.44 Uhr: Bundeswehr: Deutsche Soldaten im Raum Erbil wohlbehalten

Die im nordirakischen Erbil stationierten Soldaten der Bundeswehr sind nach den iranischen Raketenangriffen auf MilitĂ€rziele in dem Land wohlbehalten. "Wir stehen in Kontakt mit den Soldaten. Den Soldaten geht es gut", sagte ein Sprecher des EinsatzfĂŒhrungskommandos der Deutschen Presse-Agentur.

1.20 Uhr: USA bestÀtigen Raketenangriffe auf US-Truppen im Irak

Mindestens zwei auch von amerikanischen Soldaten genutzte MilitĂ€rstĂŒtzpunkte im Irak sind nach US-Angaben mit ballistischen Raketen aus dem Iran angegriffen worden. Betroffen seien der LuftwaffenstĂŒtzpunkt Ain al-Asad im Zentrum des Iraks und eine Basis in der nördlichen Stadt Erbil, erklĂ€rte das US-Verteidigungsministerium am Dienstagabend (Ortszeit).

1.08 Uhr: Iran verkĂŒndet "vollstĂ€ndige Zerstörung" von MilitĂ€rbasis im Irak

Der vom Iran mit Raketen angegriffene und vom US-MilitĂ€r genutzte LuftwaffenstĂŒtzpunkt Ain al-Assad im Irak ist nach Angaben der iranischen Revolutionsgarden "vollstĂ€ndig zerstört" worden. Der Angriff auf die "von den Amerikanern besetzte" Basis sei "in jeder Hinsicht ein voller Erfolg", teilten die Revolutionsgarden in der Nacht zum Mittwoch mit. Das Weiße Haus teilte lediglich mit, es wisse von Berichten ĂŒber einen solchen Angriff, bestĂ€tigte ihn zunĂ€chst aber nicht selbst.

Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete derweil, das US-PrĂ€sidialamt habe bestĂ€tigt, dass es zu Raketenangriffen auf US-Einrichtungen im Irak gekommen sei, auch auf den LuftwaffenstĂŒtzpunkt Al-Assad. US-PrĂ€sident Trump sei informiert worden und beobachte gemeinsam mit seinem nationalen Sicherheitsteam die Situation genau, teilte eine Sprecherin mit. Dem TV-Sender Al-Mayadeen zufolge wurde der StĂŒtzpunkt Al-Assad in volle Alarmbereitschaft versetzt. US-Hubschrauber kreisten ĂŒber ihm und Sirenen seien zu hören.

00.30 Uhr: Iranische Revolutionsgarden bekennen sich zu Raketenangriff im Irak

Die iranischen Revolutionsgarden haben einen Angriff mit Dutzenden Raketen auf einen vom US-MilitĂ€r genutzten LuftwaffenstĂŒtzpunkt im Irak bestĂ€tigt. Es handele sich um eine Vergeltungsattacke nach dem tödlichen US-Luftangriff auf den iranischen General Ghassem Soleimani, teilten die Revolutionsgarden in der Nacht zum Mittwoch mit.

Laut US-Angaben sei der irakische LuftwaffenstĂŒtzpunkt Ain al-Assad beschossen worden. Ob es bei dem Angriff Tote, Verletzte oder SachschĂ€den gegeben habe, sei noch unklar, sagt ein US-Vertreter zur Nachrichtenagentur Reuters. Sechs Raketen seien auf dem StĂŒtzpunkt eingeschlagen, berichtet der TV-Sender Al-Mayadeen. Anschließend habe es einen zweiten Beschuss gegeben. Zudem sei in Erbil, der Hauptstadt der nordirakischen Kurdenregion, eine Explosion zu hören gewesen.

Dienstag, 7. Januar, 23.15 Uhr: Umfrage – Mehrheit der Amerikaner missbilligt Vorgehen Trumps

Die Amerikaner sind nach einer Umfrage zunehmend unzufrieden mit der Iran-Politik von US-PrĂ€sident Donald Trump nach der Tötung des fĂŒhrenden iranischen Generals durch US-MilitĂ€r. Nach der Erhebung von Reuters/Ipsos geht eine Mehrheit der Erwachsenen davon aus, dass es in naher Zukunft zwischen beiden Staaten zum Krieg kommt. Nach der in den ganzen USA durchgefĂŒhrten Umfrage missbilligen 53 Prozent der Befragten das Vorgehen Trumps.

23.07 Uhr: Bundeswehr – Kuds-Brigaden auch nach Soleimanis Tod schlagkrĂ€ftig

Die Tötung des hochrangigen Generals Ghassem Soleimani durch die USA wird den Iran militĂ€risch nach EinschĂ€tzung des Generalinspekteurs der Bundeswehr, Eberhard Zorn, nicht entscheidend zurĂŒckwerfen. Soleimanis bisheriger Stellvertreter habe bereits dessen Nachfolge angetreten. "Ich gehe davon aus, dass man sich sehr schnell in diesem System wieder finden wird", sagte Zorn dem ZDF. "Insofern wird er (Soleimani) als MĂ€rtyrer sicherlich ĂŒberdauern, aber in der DurchfĂŒhrung und Planung von solchen entsprechenden Angriffen, denke ich, wird die Organisation weiter schlagkrĂ€ftig bleiben."

22.34 Uhr: CDU-Politiker warnt vor Einfluss Russlands und Chinas im Irak

Der CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter warnt vor einem wachsenden Einfluss Russlands und Chinas im Irak, falls der internationale Anti-IS-MilitĂ€reinsatz dort enden sollte. "Wenn wir EuropĂ€er gingen und auch die Amerikaner, haben jetzt schon Russland und China ihre 'UnterstĂŒtzung' angeboten", sagt Kiesewetter der ARD. Der Irak wĂŒrde auch stĂ€rker abhĂ€ngig werden vom Nachbarland Iran, weil die schiitischen Volksbefreiungsmilizen sehr eng weisungsgebunden an die FĂŒhrung in Teheran seien.

20.44 Uhr: Trump will sich an internationales Recht halten

US-PrÀsident Donald Trump erklÀrt, er werde sich bei der Auswahl möglicher Angriffsziele im Iran an internationales Recht halten. Angesprochen auf seine Drohung, auch kulturelle Ziele im Iran ins Visier zu nehmen, sagte der US-PrÀsident vor Reportern in Washington: "Entsprechend verschiedener Gesetze sind wir aufgerufen, sehr vorsichtig mit ihrem [dem iranischen, Anm. d. Red.] kulturellen Erbe umzugehen. Und wissen sie was: Wenn das das Recht ist, werde ich mich gern daran halten."

Am Samstag hatte Trump angekĂŒndigt, die USA hĂ€tte 52 Ziele ausgewĂ€hlt, darunter auch sehr wichtige iranische KulturstĂ€tten, sollten die Iraner Amerikaner oder amerikanische Einrichtungen angreifen.

20.02 Uhr: BKA sieht keine akute Gefahr in Deutschland

Das Bundeskriminalamt (BKA) sieht trotz der iranischen Rache-Drohungen keine akut erhöhte GefĂ€hrdung von US-Einrichtungen hierzulande. Wieaus dem Bundesinnenministerium verlautet, liegen bisher auch keine Erkenntisse ĂŒber geplante Aktionen pro-iranischer Geheimdienst-Strukturen in Deutschland vor. Damit sei auch nicht zu rechnen, heißt es.

AktivitĂ€ten "irrational handelnder" Einzelner könnten dagegen nicht ausgeschlossen werden. "Im Ergebnis sind allenfalls vereinzelte Aktionen mit dieser Zielrichtung in Betracht zu ziehen", heißt es in der internen EinschĂ€tzung, die den Sicherheitsbehörden der BundeslĂ€nder Anfang der Woche ĂŒbermittelt worden war.

19.30 Uhr: Esper: "Sind auf das Schlimmste vorbereitet"

Die USA wollen nach den Worten von Verteidigungsminister Mark Esper eine Entspannung im Konflikt mit dem Iran, wĂŒrden aber auch einen Krieg bis zum Ende ausfechten. "Wir streben nicht danach, einen Krieg mit dem Iran zu beginnen, aber wir sind bereit, einen zu beenden", sagt Esper dem Sender CNN. "Wir wĂŒrden gern eine Deeskalation der Situation sehen." Er fĂŒgt hinzu: "Wir werden sehen, was passiert. Wir sind auf das Schlimmste vorbereitet."

19.16 Uhr: Auch Kanada zielt einen Teil seiner Truppen ab

Nach der Bundeswehr und der Nato erklĂ€rt nun auch Kanada, einen Teil seiner Soldaten vorlĂ€ufig aus dem Irak abzuziehen. Von den 500 Armeeangehörigen in dem Land wĂŒrde ein Teil in den kommenden Tagen in den Golfstaat Kuwait verlegt, erklĂ€rt das Verteidigungsministerium in Ottawa. Es handele sich um Soldaten von zwei unterschiedlichen EinsĂ€tzen – einer zur BekĂ€mpfung der Terrormiliz IS sowie der Nato-Mission im Irak.

19.10 Uhr: Ruhani fordert Vergeltung

Irans PrĂ€sident Hassan Ruhani dringt weiterhin auf Vergeltung. "Die Verantwortung fĂŒr diesen Terrorakt tragen die USA." Die Amerikaner mĂŒssten wissen, dass sie vor den Konsequenzen dieses schweren Verbrechens nicht geschĂŒtzt seien, sagt Ruhani in einem Telefonat mit seinem französischen Amtskollegen Emmanuel Macron. Der Iran erwarte daher auch von allen LĂ€ndern, die fĂŒr Frieden seien, sich gegen diesen "terroristischen Akt der USA" zu positionieren.

18.05 Uhr: Milizen kĂŒndigen "Krieg gegen US-PrĂ€senz" am Golf an

Pro-iranische Milizen im Irak kĂŒndigen einen "Krieg gegen die US-PrĂ€senz" in der Golfregion an. Laut dem stellvertretenden Chef der Gruppierung Harakat al-Nudschaba, Nasser al-Schemmari, wĂŒrden sich die bewaffneten "KrĂ€fte des Widerstands" gegen die USA zu einer "einzigen Organisation" zusammenschließen, "um auf Washington zu reagieren". Dazu werde in KĂŒrze ein Dringlichkeitstreffen stattfinden.

Die "US-Aggression" gegen die Hasched al-Schaabi-Milizen, deren stellvertretender AnfĂŒhrer Abu Mahdi al-Muhandis bei dem US-Drohnenangriff am vergangenen Freitag getötet worden war, sei der "Beginn eines Kriegs" der USA gegen die pro-iranischen KrĂ€fte in der Region gewesen, erklĂ€rt al-Schemmari.

"Wir werden einen Krieg gegen die US-PrĂ€senz in allen Teilen der Region fĂŒhren, die wir erreichen können." Die US-Botschaft in Bagdad bezeichnet al-Schemmari als "Agenten-Nest". Die al-Nudschaba-Miliz sei bereits in Kontakt mit dem Iran sowie mit der von Teheran unterstĂŒtzten Hisbollah-Miliz im Libanon.

Die al-Nudschaba-Miliz wird vom Iraker Akram Kaabi angefĂŒhrt, der auf der Schwarzen Liste der USA steht. Sie ist eine der radikalsten Gruppierungen innerhalb des Hasched-al-Schaabi-Netzwerks, deren Milizen vom Iran finanziert, bewaffnet und trainiert werden. Inzwischen sind die vornehmlich schiitischen Einheiten offiziell in den irakischen Sicherheitsapparat integriert.

17.50 Uhr: Frankreich verstĂ€rkt Sicherheit fĂŒr Soldaten im Irak

Frankreich verstĂ€rkt den Schutz fĂŒr seine rund 160 Soldaten im Irak. "Alles wird unternommen, um ihre Sicherheit zu gewĂ€hrleisten", teilt Verteidigungsministerin Florence Parly via Twitter mit. In der Region solle der Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) fortgesetzt werden. Von einem Truppenabzug aus dem krisengeschĂŒttelten Land ist keine Rede.

17.36 Uhr: Pompeo: USA halten sich an internationales Recht

US-Außenminister Mike Pompeo sichert zu, die Vereinigten Staaten wĂŒrden sich bei jeglichem Vorgehen in der Iran-Krise an internationales Recht halten. "Jede Maßnahme, die wir ergreifen, wird im Einklang mit internationaler Rechtsstaatlichkeit stehen", erklĂ€rt Pompeo in Washington. "Das amerikanische Volk kann sich darauf verlassen." Pompeo ging nicht nĂ€her auf die Frage nach möglichen US-Angriffen auf kulturelle StĂ€tten im Iran ein. Auch das Pentagon hatte zuvor auf entsprechende Nachfragen hin versichert, internationales Recht werde befolgt.

US-PrĂ€sident Donald Trump hatte am Samstag mit Angriffen auf Dutzende iranische Ziele gedroht, darunter auch kulturell bedeutende Orte. Die Drohung des Republikaners sorgte im In- und Ausland fĂŒr EntrĂŒstung.

16.25 Uhr: Nato zieht Teil ihrer Soldaten aus Irak ab

Nach der Bundeswehr zieht wegen der Spannungen im Nahen Osten nun auch die Nato einen Teil ihrer Soldaten zeitweise aus dem Irak ab. Das bestĂ€tigt ein Sprecher des MilitĂ€rbĂŒndnisses am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in BrĂŒssel. Zuvor hatte der "Spiegel" darĂŒber berichtet.

Die Nato ist seit 2004 auf Bitte der irakischen Regierung im Irak und leistet UnterstĂŒtzung bei Ausbildung und Neuaufbau der irakischen SicherheitskrĂ€fte.

15.37 Uhr: Zahl der Toten nach Massenpanik steigt weiter

Nach der Panik bei der Beerdigung Soleimanis steigt die Zahl der Toten. Die iranische Nachrichtenagentur Isna spricht nun unter Berufung auf einen Behördenvertreter von 50 Getöteten, nachdem zuletzt von 40 die Rede war.

14.50 Uhr: MĂŒller: Deutschland wird Irak weiter helfen

Bundesentwicklungsminister Gerd MĂŒller (CSU) will am deutschen Engagement im Irak festhalten. "Im Irak sind viele Deutsche auch fĂŒr Hilfsorganisationen im Einsatz. Es gibt aber im Augenblick keine Hinweise auf akute GefĂ€hrdungslagen, die dazu zwingen wĂŒrden, dieses Engagement sofort zu beenden", sagt er dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. Letztlich handele es sich aber um eine Entscheidung des Iraks. "Die SouverĂ€nitĂ€t des Landes muss respektiert werden."

14.42 Uhr: Beisetzung von irakischem MilizenfĂŒhrer

Rund 30.000 Menschen geben dem ebenfalls beim US-Angriff getöteten irakischen MilizenfĂŒhrer Abu Mahdi al-Muhandis das letzte Geleit. Al-Muhandis wurde gemeinsam mit Soleimani getötet und war sein VerbĂŒndeter im Irak. Al-Muhandis wird in seiner Heimatstadt Basra zu Grabe getragen. Die Menschen rufen "Nein, nein Amerika" oder "Nein, nein Israel" und schwören Rache.

14.30 Uhr: Anti-IS-Koalition macht weiter, sagt AKK

Die internationale Koalition zur BekÀmpfung des "Islamischen Staats" (IS) will nach den Worten von Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer im Irak bleiben. "Wir wollen als internationale Gemeinschaft unsere Arbeit im Irak fortsetzen", sagt die CDU-Vorsitzende bei der Klausurtagung der CSU-Landesgruppe im Bundestag in Seeon. Ob die auslÀndischen Soldaten im Land bleiben könnten, hÀnge aber von der Entscheidung der irakischen Regierung ab. "Vorher ist alles Kaffeesatzleserei." Wenn der Irak den Abzug der internationalen Truppen fordere, "dann ist das eine Entscheidung, die wir zu akzeptieren haben".

13.35 Uhr: USA verweigern Irans Außenminister Visum fĂŒr UN-Treffen

Die USA verweigern dem iranischen Außenminister Mohammed Dschawad Sarif nach dessen Angaben das Visum fĂŒr eine Reise zu den Vereinten Nationen. "Der amerikanische Außenminister hat den UN angeblich mitgeteilt, dass sie keine Zeit hatten, fĂŒr Sarif ein Visum auszustellen", sagte der iranische Chefdiplomat der Nachrichtenagentur Isna. Dem Außenminister eines UN-Mitgliedstaates das Visum zu verweigern, sei ein Zeichen fĂŒr den "politischen Bankrott" der derzeitigen US-Regierung, fĂŒgte er hinzu. Sarif war vom vietnamesischen Außenminister zu einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats am Donnerstag in New York eingeladen worden.

13.30 Uhr: USA warnen Handelsschiffe vor Vergeltungsmaßnahmen

Angesichts wachsender Spannungen zwischen Washington und Teheran hat die US-Regierung Handelsschiffe auf den fĂŒr die globale Energieversorgung wichtigen Wasserstraßen im Nahen Osten vor möglichen iranischen Aktionen gewarnt. Die US-Seebehörde Marad sprach in einer auf ihrer Internetseite veröffentlichten Warnung von Berichten ĂŒber mehrere Bedrohungen, unter anderem im Persischen Golf und in der Straße von Hormus sowie im Indischen Ozean. Die Warnung gelte seit Montag und bleibe eine Woche lang aktiv, hieß es weiter.

Nach der Tötung des iranischen Generals Ghassem Soleimani bei einem US-Angriff im Irak in der Nacht zum Freitag hatte Teheran mit Vergeltung gedroht. "Die iranische Reaktion auf diese Aktion ist, wenn sie ĂŒberhaupt erfolgt, unbekannt, aber es besteht weiterhin die Möglichkeit eines iranischen Vorgehens gegen die maritimen Interessen der USA in der Region." Die US-Regierung ĂŒberprĂŒfe stĂ€ndig die Sicherheitslage im Seeverkehr. Ziel sei, einen freien Handel und die Sicherheit von Menschen zu gewĂ€hrleisten sowie US-Interessen zu schĂŒtzen, hieß es weiter. US-Handelsschiffe wurden aufgefordert, Vorsicht walten zu lassen.

13.02 Uhr: Zahl der Todesopfer erhöht sich

Die Zahl der Toten durch die Massenpanik wĂ€hrend des Trauerzugs fĂŒr den iranischen General Ghassem Soleimani in der Stadt Kerman im SĂŒdosten des Landes hat sich auf mindestens 40 Menschen erhöht. Das berichtete das Staatsfernsehen unter Berufung auf die örtlichen Behörden. Außerdem wurden Dutzende Menschen verletzt. Weitere Informationen finden Sie hier.

12 Uhr: Krisentreffen von EU-Staaten in BrĂŒssel

Die Außenminister von Deutschland, Frankreich, Italien und Großbritannien kommen am Nachmittag zu KrisengesprĂ€chen in BrĂŒssel zusammen. Das bestĂ€tigten mehrere EU-Diplomaten. Demnach beraten die vier Minister zunĂ€chst mit dem EU-Außenbeauftragten Josep Borrell ĂŒber die Situation im BĂŒrgerkriegsland Libyen. Anschließend will Bundesaußenminister Heiko Maas mit seinen Kollegen aus Großbritannien und Frankreich ĂŒber die Lage im Nahen Osten beraten. Dabei soll es auch um das stark gefĂ€hrdete Atomabkommen mit dem Iran gehen.

11.45 Uhr: Behörden bestÀtigen: Mindestens 30 Tote bei Trauerzug

Den iranischen Behörden zufolge sind beim Trauerzug fĂŒr den iranischen General Ghassem Soleimani mindestens 30 Menschen ums Leben gekommen. Dutzende seien verletzt worden. Die Opferzahl könnte noch steigen, teilten die Behörden nach Angaben des staatlichen Fernsehens mit. Beim Trauerzug war es zu einer Massenpanik gekommen.

11 Uhr: Bundeswehr fliegt Soldaten aus Zentralirak aus

Die Bundeswehr hat die im Zentralirak eingesetzten Soldaten wegen der Spannungen in dem Land ausgeflogen. Die zuletzt 32 MĂ€nner und Frauen im MilitĂ€rkomplex Tadschi seien mit einem Transportflugzeug A400M auf die Luftwaffenbasis Al-Asrak in Jordanien gebracht worden, teilte die Bundeswehr mit. Zudem wurden bereits am Vortag drei deutsche Soldaten zusammen mit Offizieren anderer Nationen aus dem Hauptquartier in Bagdad nach Kuwait geflogen. Ein dort genutztes Ersatz-Hauptquartier ("rear headquarters") fĂŒr den Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" wird damit wieder aufgestockt und verstĂ€rkt zur FĂŒhrung des Einsatzes genutzt. Im nordirakischen Kurdengebiet waren am Vortag noch 117 Soldaten im Einsatz.

10.45 Uhr: Massenpanik bei Beisetzung – wohl mehrere Tote

Trauernde in Kerman: Bei der Beisetzung ist es zu einer Massenpanik gekommen.
Trauernde in Kerman: Bei der Beisetzung ist es zu einer Massenpanik gekommen. (Quelle: Erfan Kouchari/Tasnim News Agency/ap-bilder)

Beim Trauerzug fĂŒr den iranischen General Ghassem Soleimani in Kerman ist es zu einer Massenpanik gekommen. Bei dem GedrĂ€nge wĂ€hrend der Prozession im Geburtsort des Generals sind mehrere Menschen ums Leben gekommen und weitere verletzt worden, sagte der Leiter der nationalen Rettungsdienste, Pir Hossein Kuliwand, im staatlichen Fernsehen. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Tasnim untersuchen die Behörden in Kerman die VorfĂ€lle, wollen aber erste Medienberichte ĂŒber hohe Opferzahlen nicht bestĂ€tigen. In den sozialen Medien ist von mindestens 35 Toten und Dutzenden Verletzten die Rede.

9.30 Uhr: Iran warnt vor "Kriegstreiberei" der USA

Der Iran hat vor einer "Kriegstreiberei" der USA gewarnt und fĂŒr eine konstruktive regionale Zusammenarbeit geworben. "Die USA haben mit der Tötung eines hochrangigen iranischen Offiziers einen gefĂ€hrlichen Kurs eingeschlagen, der schon sehr bald die gesamte Region gefĂ€hrden könnte", sagte Außenminister Mohammed Dschwad Sarif. Die Behauptung der USA, Frieden und Sicherheit fĂŒr die Region zu wollen, sei lediglich "eine große historische LĂŒge". Die USA hĂ€tten mehrmals bewiesen, dass ihre politischen Fehlkalkulationen ĂŒber den Iran nicht nur die Region, sondern die ganze Welt gefĂ€hrden. Als Lösung schlug Sarif eine regionale Zusammenarbeit ohne die Anwesenheit der USA vor. Das sei weitaus konstruktiver fĂŒr die Region, als Milliarden in amerikanische MilitĂ€rausrĂŒstungen zu investieren.

8.40 Uhr: Irans Parlament beschließt Details des Plans "harte Rache"

Das iranische Parlament hat das Budget der Revolutionsgarden (IRGC) bis zum Ende des persischen Jahres am 20. MĂ€rz 2020 erhöht. Das gab ParlamentsprĂ€sident Ali Laridschani bekannt. Auf Anweisung des obersten iranischen FĂŒhrers, Ajatollah Ali Chamenei, haben die Revolutionsgarden 200 Millionen Euro mehr Budget, wie Laridschani nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA sagte. Die Erhöhung stehe im Zusammenhang mit der Umsetzung des Plans der "harten Rache" gegen die USA fĂŒr die Tötung des iranischen Generals Ghassem Soleimani. Außerdem hat das iranische Parlament alle Kommandeure des Pentagons, die fĂŒr den Tod Soleimanis verantwortlich waren, als Terroristen bezeichnet, wie IRNA berichtete. Das Gesetz wurde demnach mit "Tod den USA"-Rufen der Abgeordneten einstimmig verabschiedet.

7 Uhr: Menschen begleiten Trauerzug in Soleimanis Geburtsort

Vor der Beisetzung des iranischen Generals Ghassem Soleimani haben zahlreiche Menschen den Trauerzug durch seinen Geburtsort Kerman begleitet. Der Marsch fĂŒhrte durch das Zentrum der Stadt im SĂŒdosten des Landes zum MĂ€rtyrerfriedhof, wo Soleimani spĂ€ter beerdigt werden sollte. Wegen des erwarteten Massenandrangs war der Dienstag in Kerman zum örtlichen Feiertag erklĂ€rt worden – wie zuvor schon der Montag in der Hauptstadt Teheran. Damit wollte die Regierung möglichst vielen Menschen die Möglichkeit geben, sich von dem als MĂ€rtyrer verehrten General zu verabschieden.

5 Uhr: Wehrbeauftragter stellt Irak-Einsatz infrage

Angesichts der Forderung des irakischen Parlaments nach einem Abzug aller auslĂ€ndischen Truppen stellt der Wehrbeauftragte des Bundestags den Bundeswehreinsatz in dem Krisenland infrage. Eine Entscheidung der FĂŒhrung in Bagdad mĂŒsse akzeptiert werden, sagte der SPD-Politiker Hans-Peter Bartels der "Passauer Neuen Presse". "Deutsche Soldatinnen und Soldaten können nicht gut gegen den ausdrĂŒcklichen Willen der irakischen Regierung und des irakischen Parlaments dem Irak weiter helfen. Hilfe muss auch gewollt sein." Auch Bundesaußenminister Heiko Maas sagte, dass die Bundeswehr nicht gegen den Willen der irakischen Regierung bleiben werde. Ein Teil des Kontingentes soll nun vorĂŒbergehend nach Jordanien und Kuwait verlegt werden.

4 Uhr: USA verweigern Irans Außenminister angeblich Visum

Die USA haben dem iranischen Außenminister Mohammed Dschawad Sarif Regierungskreisen zufolge ein Visum fĂŒr eine Anreise zu einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats am Donnerstag in New York verweigert. Die konkreten HintergrĂŒnde erlĂ€uterte der US-Regierungsvertreter, der namentlich nicht genannt werden wollte, nicht weiter. Die iranische Vertretung bei den Vereinten Nationen teilte mit, sie habe weder von den USA noch von den UN eine offizielle Mitteilung ĂŒber das Visum erhalten.

1.50 Uhr: Bundeswehr zieht sich zum Teil aus dem Irak zurĂŒck

Das im Irak eingesetzte Kontingent der Bundeswehr soll wegen der aktuellen Spannungen teilweise nach Jordanien und Kuwait verlegt werden. Vor allem die Standorte Bagdad und Tadschi wĂŒrden "vorĂŒbergehend ausgedĂŒnnt", schrieben Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer und Außenminister Heiko Maas an die Obleute im Bundestag. Beide bekrĂ€ftigen in dem Schreiben, dass GesprĂ€che zu einer Fortsetzung des Einsatzes im Irak mit der Regierung in Bagdad weiterliefen. "SelbstverstĂ€ndlich werden wir jede souverĂ€ne Entscheidung der irakischen Regierung respektieren", heißt es in dem Schreiben. "Wir sind grundsĂ€tzlich bereit, unsere bewĂ€hrte UnterstĂŒtzung in einem international koordinierten Rahmen weiterzufĂŒhren, sofern dies durch den Irak gewĂŒnscht ist und die Lage es erlaubt."

1 Uhr: Pence will Nahost-Kurs erklÀren

US-VizeprĂ€sident Mike Pence will Regierungskreisen zufolge am kommenden Montag in einer Rede den amerikanischen Kurs im Nahost-Konflikt darlegen. Dies sei bei der nationalen Sicherheitskonferenz der Stiftung zur Verteidigung von Demokratien in Washington geplant, sagte ein Vertreter des PrĂ€sidialamtes. Pence wolle dabei die Differenzen zwischen dem iranischen Volk und der FĂŒhrung in Teheran in den Fokus rĂŒcken.

23.13 Uhr: USA bereiten laut dpa Teilabzug aus Irak vor

Wegen der Spannungen im Irak nach der Tötung des iranischen Topgenerals Ghassem Soleimani bereitet die Koalition gegen die Terrormiliz IS einen teilweisen Abzug aus dem Irak vor. So soll das Hauptquartier fĂŒr den Einsatz "Operation Inherent Resolve" nach dpa-Informationen bei einer Eskalation teilweise nach Kuwait verlegt werden. Dies wĂŒrde auch drei der in dem Hauptquartier eingesetzten Bundeswehrsoldaten betreffen. Auch die 27 im zentralirakischen MilitĂ€rkomplex Tadschi fĂŒr die Ausbildung irakischer KrĂ€fte eingesetzten deutschen Soldaten sollen dem Plan zufolge an einen anderen Ort verlegt werden, solange die Ausbildung ruht. Insgesamt ist Deutschland mit 415 Soldaten an dem Einsatz beteiligt, darunter 120 im Irak.

22.05 Uhr: US-Verteidigungsminister: "Keine Entscheidung fĂŒr Abzug aus Irak"

US-Verteidigungsminister Mark Esper hat Berichten widersprochen, die USA bereiteten einen Abzug ihrer Truppen aus dem Irak vor. "Es gibt ĂŒberhaupt keine Entscheidung, den Irak zu verlassen", sagte er vor Reportern.

Der Brief stehe im Widerspruch zur Haltung der US-Regierung, betonte Esper. US-Generalstabschef Mark Milley sagte, bei dem Brief habe es sich um einen "Entwurf" gehandelt, der nicht unterschrieben und versehentlich verschickt worden sei. "Das war ein Fehler", sagte Milley. "Er hÀtte nicht verschickt werden sollen."

21.02 Uhr: US-Schreiben zu Truppenverlegung im Irak

Die USA bereiten offenbar eine Verlegung ihrer Soldaten im Irak vor. Aus Respekt vor der SouverĂ€nitĂ€t des Irak, sowie als Reaktion auf die Forderungen des Parlaments und des Premierministers, wĂŒrde die US-gefĂŒhrte Anti-IS-Koalition ihre Truppen im Land verlegen, heißt es in einem Schreiben des BĂŒndnisses an das irakische MilitĂ€r, ĂŒber das die Nachrichtenagenturen AFP und Reuters berichten.

Weiter heißt es, zur Umsetzung dieses Vorhabens mĂŒssten die Truppen der Koalition bestimmte Maßnahmen ergreifen, um sicherzustellen, "dass die Bewegung hinaus aus dem Irak in sicherer und effizienter Weise ausgefĂŒhrt werden kann".

Ein Vertreter der US-StreitkrĂ€fte und ein Vertreter des irakischen MilitĂ€rs bestĂ€tigten der Nachrichtenagentur AFP die AuthentizitĂ€t des Schreibens. ZunĂ€chst blieb unklar, ob das Schreiben einen RĂŒckzug der Truppen aus dem Irak ankĂŒndigt, lediglich eine Verlegung in andere Landesteile, oder eine Umstrukturierung in Vorbereitung eines spĂ€teren Abzugs aus dem Land.

Das irakische Parlament hatte nach dem US-Drohnenangriff auf den iranischen Topgeneral Ghassem Soleimani im Irak den Abzug der US-Truppen gefordert. US-PrĂ€sident Donald Trump hatte dies energisch zurĂŒckgewiesen und dem Irak "sehr große" Sanktionen angedroht, sollte Bagdad die US-Truppen des Landes verweisen. Zuletzt waren noch rund 5.000 US-Soldaten im Irak stationiert, die vor allem im Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) zum Einsatz kamen.

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20.17 Uhr: Ruhani warnt Trump: "Drohen Sie niemals dem iranischen Volk"

Der iranische PrĂ€sident Hassan Ruhani hat seinen amerikanischen Amtskollegen Donald Trump auf Twitter davor gewarnt, seinem Land zu drohen. "Drohen Sie niemals dem großen iranischen Volk", schrieb Ruhani. Diejenigen, die die Zahl 52 erwĂ€hnten, sollten sich auch an die Zahl 290 erinnern, fĂŒgte er hinzu.

Ruhani bezog sich damit auf einen Tweet Trumps, in dem der US-PrĂ€sident Teheran am Samstag im Falle iranischer Racheaktionen gegen US-BĂŒrger oder -Einrichtungen mit einem Angriff auf 52 iranische Ziele drohte. Die Zahl stand fĂŒr die 52 Amerikaner, die iranische Studenten im Jahr 1979 fĂŒr 444 Tage in der US-Botschaft in Teheran als Geiseln gehalten hatten.

Die Zahl 290 steht in Zusammenhang mit dem Abschuss eines iranischen Passagierflugzeuges durch Raketen eines US-Kreuzers ĂŒber der Straße von Hormus. Dabei waren am 3. Juli 1988 alle 290 Menschen an Bord von Flug 655 der Iran Air ums Leben gekommen.

19.58 Uhr: Soleimani wird am Dienstag beigesetzt

Der bei einem US-Angriff getötete iranische General Ghassem Soleimani soll am Dienstag in seiner Heimatstadt Kerman im SĂŒdosten des Landes beigesetzt werden. Wegen des erwarteten Andrangs wurde – wie der Montag in der Hauptstadt Teheran – der Dienstag in Kerman zum örtlichen Feiertag erklĂ€rt. Damit will die Regierung möglichst vielen Menschen die Möglichkeit geben, sich von dem General zu verabschieden, der im Iran nun als MĂ€rtyrer verehrt wird.

19.24 Uhr: Hunderttausende trauern und drohen den USA mit Rache

Die Trauerzeremonie fĂŒr General Soleimani in Teheran wurde zu einer großen anti-amerikanischen Kundgebung. Nach Angaben der Staatsmedien nahmen Millionen teil. Sie hatten eine klare Botschaft an Washington.

18.42 Uhr: Nato fordert ZurĂŒckhaltung

Nach der Zuspitzung der Spannungen zwischen den USA und dem Iran hat die Nato zu grĂ¶ĂŸter ZurĂŒckhaltung aufgerufen. Der Iran mĂŒsse jede Gewalt und Provokation unterlassen, sagte Nato-GeneralsekretĂ€r Jens Stoltenberg nach einer Botschafter-Sitzung des Nordatlantikrats in BrĂŒssel.

Alle Nato-Staaten seien sich einig, dass der Iran nie eine Atomwaffe besitzen dĂŒrfe. DarĂŒber hinaus seien alle Staaten des BĂŒndnisses besorgt wegen der jĂŒngsten "destabilisierenden AktivitĂ€ten" des Irans in der Region. Stoltenberg nannte in diesem Zusammenhang Raketentests, UnterstĂŒtzung fĂŒr Terrorgruppen und den Angriff auf ein saudisches Ölfeld im September.

Auf die Frage, ob er VerstĂ€ndnis fĂŒr den US-Angriff habe, sagte Stoltenberg: "Dies ist eine US-Entscheidung, nicht der globalen Koalition (gegen den IS) oder der Nato." Die USA hĂ€tten zu den jĂŒngsten Ereignissen gebrieft und ihre GrĂŒnde dargelegt. Er wolle jedoch nicht ins Detail gehen, sagte Stoltenberg. Die USA hatten den Angriff öffentlich damit begrĂŒndet, Soleimani habe Angriffe auf US-Diplomaten und EinsatzkrĂ€fte geplant. Washington hatte der Öffentlichkeit aber bislang keine Beweise prĂ€sentiert.

18.17 Uhr: Mahdi zu US-Botschafter – sollten bei Abzug kooperieren

Der Irak und die USA sollten beim Thema Truppenabzug nach Ansicht des irakischen Regierungschefs Adel Abd al-Mahdi zusammenarbeiten. "Der MinisterprĂ€sident hat die Bedeutung der Kooperation bei der Umsetzung des Abzugs auslĂ€ndischer Truppen gemĂ€ĂŸ der Resolution des irakischen Parlaments betont", teilte Mahdis BĂŒro nach einem Treffen des Regierungschefs mit dem US-Botschafter in Bagdad, Matthew Tueller, mit. Es gehe auch darum, die Beziehungen mit den USA auf eine feste Basis zu stellen. Zugleich habe Mahdi unterstrichen, wie gefĂ€hrlich die Lage sei und welche Konsequenzen drohten. Der Irak tue aber alles in seiner Macht stehende, um ein Abgleiten in einen offenen Krieg zu verhindern.

17.25 Uhr: Von der Leyen will zwischen USA und Teheran vermitteln

Die EU-Kommission will im Nahost-Konflikt zwischen dem Iran und den USA vermitteln. "Meine Aufgabe ist es nicht zu bewerten, sondern zu deeskalieren und Lösungen zu finden", sagt EU-KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen im oberbayerischen Seeon. Raum fĂŒr Diplomatie mĂŒsse genutzt und jene unterstĂŒtzt werden, die in dem Konflikt besonnen blieben. Irans AnkĂŒndigung, sich nicht mehr an das internationale Atomabkommen zu halten, mache ihr aber große Sorgen.

16.49 Uhr: Unesco mahnt Trump zum Schutz von KulturstÀtten

Die UN-Kulturorganisation Unesco hat angesichts einer Drohung gegen den Iran Washington darauf hingewiesen, dass sich die USA verpflichtet haben, keine kulturellen StĂ€tten vorsĂ€tzlich anzugreifen. Die USA hĂ€tten wie der Iran 1972 das Übereinkommen zum Schutz des Weltkultur- und Naturerbes unterzeichnet, betonte Unesco-Generaldirektorin Audrey Azoulay in Paris.

US-PrĂ€sident Donald Trump hatte Teheran am Samstag mit scharfen Worten vor Racheakten fĂŒr die Tötung des hochrangigen Generals Ghassem Soleimani gewarnt. FĂŒr den Fall von Angriffen auf US-BĂŒrger oder amerikanische Einrichtungen gebe es eine Liste mit 52 "wichtigen" und "hochrangigen" iranischen Zielen, die dann attackiert wĂŒrden. Die fĂŒr die Islamische Republik und deren Kultur teils sehr bedeutsamen Orte auf der Liste wĂŒrden "sehr schnell und sehr hart angegriffen", schrieb Trump bei Twitter.

Am Sonntagabend (Ortszeit) bekrĂ€ftigte Trump seine Drohung. Der Iran töte Amerikaner, foltere sie und sprenge sie mit Bomben in die Luft – "und wir sollen ihre KulturstĂ€tten nicht anrĂŒhren dĂŒrfen? So funktioniert das nicht", sagte Trump nach Angaben von mitreisenden Journalisten wĂ€hrend des RĂŒckflugs aus dem Bundesstaat Florida nach Washington in seinem Regierungsflugzeug Air Force One.

16.13 Uhr: Am Freitag Krisentreffen der EU-Außenminister in BrĂŒssel

Die EU-Außenminister kommen am Freitag in BrĂŒssel zu einem Sondertreffen zum Iran zusammen. Wie die Nachrichtenagentur AFP aus EU-Kreisen erfuhr, soll der Ministerrat am Nachmittag (14 Uhr) beginnen.

15.59 Uhr: Trump-Beraterin: USA offen fĂŒr neuen Atomdeal mit Iran

Trotz der zunehmenden Spannungen ist US-PrĂ€sident Donald Trump laut einer Beraterin offen fĂŒr GesprĂ€che ĂŒber ein neues Atomabkommen mit Teheran. Auf die Frage, ob Trump auf eine RĂŒckkehr des Iran an den Verhandlungstisch hoffe, antwortet Beraterin Kellyanne Conway: "Er sagt, er ist dafĂŒr aufgeschlossen – falls der Iran anfĂ€ngt, sich wie ein normales Land zu benehmen. Dann sicherlich, auf jeden Fall."

Der Iran hat jĂŒngst erklĂ€rt, sich nicht mehr an die Vorgaben des Atomabkommens von 2015 zu halten. Das Land hatte zuvor seine Verpflichtungen bereits zurĂŒckgefahren. Es begrĂŒndet dies mit dem Ausstieg der USA aus der Vereinbarung und US-Wirtschaftssanktionen. Russland erklĂ€rte unterdessen, dass es an dem bestehenden Abkommen festhalten wolle.

15.45 Uhr: Nato-Botschafter kommen zu Krisentreffen zusammen

Die Botschafter der Nato-LĂ€nder haben ihre Beratungen ĂŒber die Lage im Irak nach Eskalation der Spannungen mit dem Iran aufgenommen. Die Vertreter der 29 Nato-Staaten kamen am Nachmittag mit Nato-GeneralsekretĂ€r Jens Stoltenberg zusammen, der das Treffen angesetzt hatte und danach vor die Presse treten will. Wichtigste Frage ist Diplomaten zufolge die Zukunft der Ausbildungsmission der MilitĂ€rallianz im Irak, nachdem das irakische Parlament am Wochenende den Abzug der US-gefĂŒhrten Truppen gefordert hat.

Die Nato bildet seit Anfang 2017 im Irak SicherheitskrÀfte aus. Irakische Soldaten werden dabei insbesondere in der EntschÀrfung von SprengsÀtzen, der Instandhaltung und medizinischer Versorgung geschult. Zudem berÀt die Nato das irakische Verteidigungsministerium und andere Sicherheitsbehörden.

Der Einsatz umfasste zuletzt rund 500 Soldaten, die meisten aus Kanada. Wegen der jĂŒngsten Spannungen hatte die Nato die Ausbildung irakischer Soldaten am Wochenende bereits ausgesetzt. Deutschland beteiligt sich nicht an dem Nato-Einsatz, hat aber eine parallel laufende Ausbildungsmission, die seit Sonntag gleichfalls ruht.

15.03 Uhr: Bundeswehr bereitet sich auf abrupten Abzug vor

Die Bundeswehr stellt sich nach dem Aufruf des irakischen Parlaments zum Abzug aller auslĂ€ndischen Truppen auf ein womöglich abruptes Ende ihrer Ausbildungsmission im Irak ein. "Wir prĂŒfen derzeit alle Möglichkeiten, um wenn nötig die deutschen Soldaten reaktionsschnell zurĂŒckholen zu können", sagte ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums auf AFP-Anfrage in Berlin.

14 Uhr: GrĂŒne fordern Bundeswehr-Abzug aus dem Irak

Nach dem Votum des irakischen Parlaments fĂŒr einen Abzug auslĂ€ndischer Truppen sprechen sich GrĂŒnen-Politiker fĂŒr einen Abzug der Bundeswehr aus. Der Einsatz sei nicht mehr rechtskonform. "Völkerrechtliche Grundlage eines solchen Einsatzes ist die Einladung des Gastgeberlandes", teilten die Außenpolitik-Experten Tobias Lindner und Omid Nouripour mit. "Wenn auslĂ€ndische StreitkrĂ€fte, also auch die Bundeswehr im Irak nicht mehr willkommen sind, mĂŒssen die Soldatinnen und Soldaten schnellstmöglich abgezogen werden." Die Sicherheitslage habe sich dramatisch verschlechtert. Die Bundesregierung mĂŒsse den Einsatz unverzĂŒglich beenden.

12.23 Uhr: Bundeswehr will Irak-Entscheidung respektieren

Die Bundesregierung hĂ€lt den Einsatz der Bundeswehr im Irak weiterhin fĂŒr erforderlich, will Entscheidungen der Verantwortlichen in Bagdad aber respektieren. Man suche GesprĂ€che mit der irakischen Regierung, wie sich das VerhĂ€ltnis kĂŒnftig gestalten solle, sagte ein Sprecher des AuswĂ€rtigen Amtes in Berlin am Montag. Niemand wolle ein militĂ€risches Engagement gegen die Entscheidung der irakischen Regierung. Regierungssprecher Steffen Seibert betonte allerdings, der Einsatz der Bundeswehr im Irak habe einen hohen Stellenwert innerhalb der Koalition gegen die islamistische IS-Miliz. Das Erreichte dĂŒrfe nicht leichtfertig aufgegeben werden.

Nach Angaben des Bundesverteidigungsministeriums liegt die Ausbildungsmission der Bundeswehr im Irak derzeit auf Eis. Es finde keine Ausbildung statt, sagte Ministeriumssprecher Christian Thiels. Die Soldaten wĂŒrden aus SicherheitsgrĂŒnden ihr Lager nicht verlassen. WĂŒnschenswert sei, bald Klarheit zu haben ĂŒber das weitere Vorgehen und einen Schwebezustand etwa ĂŒber Monate hinweg zu vermeiden.

12.10 Uhr: "Ein Attentat ersetzt keine politische Strategie"

Nach der Tötung des iranischen Generals Ghassem Soleimani ist die Lage im Iran ist angespannter denn je. Wie wird der Iran reagieren? DarĂŒber spekuliert die Presse – und zeigt sich besorgt.

11.45 Uhr: Merkel reist nach Moskau und spricht mit Putin

Bundeskanzlerin Angela Merkel wird am Samstag Kremlchef Wladimir Putin treffen. Sie werde auf Einladung des russischen PrĂ€sidenten zu einem Arbeitsbesuch in Russland erwartet, teilte der Kreml mit. Thema des GesprĂ€chs soll demnach die gefĂ€hrliche Eskalation der Lage im Nahen Osten sein. Außerdem soll es auch um die Lage im BĂŒrgerkriegsland Syrien und die Konflikte in Libyen und der Ukraine gehen.

11.05 Uhr: Maas kĂŒndigt Beratungen mit Paris und London an

Deutschland, Frankreich und Großbritannien wollen nach Angaben von Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) am Montag ĂŒber den weiteren RĂŒckzug des Iran aus dem internationalen Atomabkommen beraten. Die AnkĂŒndigung Teherans, sich nicht mehr an die Begrenzung der Zahl der Zentrifugen fĂŒr die Urananreicherung zu halten, könne "nicht einfach so achselzuckend" hingenommen werden, sagte Maas im Deutschlandfunk. Die Entscheidung stehe "nicht im Einklang mit dem Atomabkommen". Die EuropĂ€er wĂŒrden auch noch einmal mit dem Iran sprechen, danach mĂŒssten sie eine Entscheidung treffen.

10.30 Uhr: Chamenei weint bei Trauerfeier fĂŒr Topgeneral

Trauerfeier fĂŒr Ghassem Soleimani in Teheran: Staatlichen Medien zufolge soll die Teilnehmerzahl in die Millionen gehen.
Trauerfeier fĂŒr Ghassem Soleimani in Teheran: Staatlichen Medien zufolge soll die Teilnehmerzahl in die Millionen gehen. (Quelle: Official Khamenei website/Handout/Reuters-bilder)

Bei der Trauerfeier fĂŒr Soleimani hat dem geistlichen und staatlichen Oberhaupt des Iran, Ajatollah Ali Chamenei, die Stimme versagt. In Aufnahmen des Staatsfernsehens ist auch zu sehen, wie Chamenei vor der Menge in Teheran TrĂ€nen vergießt. Staatlichen Medien zufolge soll die Zahl der Teilnehmer an den Feierlichkeiten in die Millionen gehen. Das Ausmaß erinnerte an das BegrĂ€bnis von Ajatollah Ruhollah Chomeini 1989, der die Islamische Republik gegrĂŒndet hat. Am Montag skandiert die Menge "Tod Amerika", wĂ€hrend der mit einer iranischen Flagge bedeckte Sarg Soleimanis ĂŒber die Köpfe der Menschen gereicht wird.

9.10 Uhr: Nato trifft sich zu Sondersitzung

Die Nato hat wegen der Zuspitzung des Konflikts zwischen den USA und dem Iran eine Sondersitzung einberufen. FĂŒr Montag sei ein Treffen des Nordatlantikrats auf Ebene der Botschafter angesetzt worden, teilte das VerteidigungsbĂŒndnis in BrĂŒssel mit. Dabei solle ĂŒber die Lage im Nahen Osten beraten werden.

8.40 Uhr: Pelosi will Trumps MilitÀraktionen gegen den Iran begrenzen

Die Frontfrau der US-Demokraten, Nancy Pelosi, will mit einer Abstimmung im ReprĂ€sentantenhaus US-PrĂ€sident Donald Trump an einer Eskalation des Konflikts mit dem Iran hindern. In einem Brief an ihre Parteikollegen schrieb Pelosi, das ReprĂ€sentantenhaus werde in der nun beginnenden Woche ĂŒber die Anwendung der "War Powers Resolution" stimmen. Das Gesetz aus den 1970er Jahren legt unter anderem Regeln dafĂŒr fest, wie PrĂ€sidenten das US-MilitĂ€r einsetzen können, wenn keine KriegserklĂ€rung des US-Kongresses vorliegt. Konkretes Ziel sei es, militĂ€rische Aktionen der US-Regierung gegen den Iran auf 30 Tage zu begrenzen.

Es gilt laut US-Medien als wahrscheinlich, dass das von den Demokraten kontrollierte ReprĂ€sentantenhaus fĂŒr das Pelosis Vorgehen stimmt. Dass es auch im Senat, in dem die Republikaner die Mehrheit haben, durchkommt, sei allerdings nicht anzunehmen. Es handele sich dennoch um eine "symbolische RĂŒge", schrieb die "Washington Times".

8 Uhr: Soleimanis Tochter prophezeit USA einen schwarzen Tag

Den USA und dem verbĂŒndeten Israel steht nach den Worten von Soleimanis Tochter ein schwarzer Tag bevor. "VerrĂŒckter Trump, denke nicht, dass mit dem MĂ€rtyrertod meines Vaters alles vorbei ist", sagte Seinab Soleimani vor einer großen Menge bei den Trauerfeierlichkeiten.

6.30 Uhr: Hunderttausende bei Trauerzeremonie

Hunderttausende Iraner haben in der Hauptstadt Teheran an der Trauerzeremonie fĂŒr den getöteten iranischen General Ghassem Soleimani teilgenommen. Am frĂŒhen Montagmorgen gab es zunĂ€chst ein sogenanntes Leichengebet in der UniversitĂ€t Teheran, dem Tausende beiwohnten. Die Zeremonie wurde auf fast allen FernsehkanĂ€len des Landes live ĂŒbertragen. Danach sollte Soleimanis Leiche zum Asadi-Platz im Westen Teherans transportiert werden. Entlang der fast drei Kilometer langen Strecke wurden Medienberichten zufolge Hunderttausende Menschen erwartet, um Abschied von dem getöteten Kommandeur der iranischen Al-Kuds-Einheit zu nehmen. Die Regierung hat den Montag in Teheran zum örtlichen Feiertag erklĂ€rt, damit dort alle Menschen an der Zeremonie teilnehmen können.

3 Uhr: Donald Trump telefoniert mit Boris Johnson

US-PrĂ€sident Donald Trump hat mit dem britischen Premierminister Boris Johnson ĂŒber die aktuelle Lage im Irak und im Konflikt mit dem Iran gesprochen. Das teilte das US-PrĂ€sidialamt mit, ohne auf Einzelheiten des Telefonats einzugehen. Es heißt lediglich, Trump und Johnson hĂ€tten "die enge Allianz zwischen beiden LĂ€ndern bekrĂ€ftigt".

2 Uhr: Trump droht Irak mit Sanktionen

US-PrĂ€sident Donald Trump hat dem Irak fĂŒr den Fall eines feindseligen Rauswurfs der rund 5.000 US-Soldaten aus dem Land mit drastischen Sanktionen gedroht. Sollte der Irak nicht die Bedingungen der USA fĂŒr einen Abzug erfĂŒllen, werde seine Regierung Sanktionen verhĂ€ngen "wie nie zuvor", sagte Trump.

Trump forderte, die Regierung in Bagdad mĂŒsse die Kosten fĂŒr bestimmte von den USA im Irak gebaute Infrastruktur zurĂŒckerstatten, darunter ein moderner LuftwaffenstĂŒtzpunkt, der Milliarden US-Dollar gekostet habe. "Wir ziehen nicht ab, es sei denn, sie erstatten uns das zurĂŒck", sagte Trump den Angaben zufolge. Sollte es keine einvernehmliche Lösung geben, mĂŒsse zu Sanktionen gegriffen werden, sagte er demnach weiter. "Im Vergleich dazu werden die Iran-Sanktionen einigermaßen harmlos erscheinen."

1 Uhr: Berlin, Paris und London fordern ZurĂŒckhaltung aller

Angesichts der Eskalation der Krise zwischen dem Iran und den USA haben Deutschland, Großbritannien und Frankreich alle Seiten zu "Ă€ußerster ZurĂŒckhaltung" aufgerufen. "Es kommt nunmehr entscheidend darauf an, zu deeskalieren", heißt es in einer gemeinsamen ErklĂ€rung von Bundeskanzlerin Angela Merkel, dem französischen PrĂ€sidenten Emmanuel Macron und dem britischen Premierminister Boris Johnson. Zugleich verurteilten die drei Staaten die jĂŒngsten Angriffe auf Koalitionstruppen im Irak. "(Wir) sind tief besorgt ĂŒber die negative Rolle, die Iran in der Region gespielt hat, insbesondere durch die iranischen Revolutionsgarden und die Al-Kuds-Einheit unter dem Kommando von General (Ghassem) Soleimani", hieß es. Deutschland, Frankreich und Großbritannien bekannten sich auch zur Fortsetzung des Kampfes gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat". Diesem komme weiterhin hohe PrioritĂ€t zu.

00.20 Uhr: Irak bereitet Schritte fĂŒr Abzug von US-Truppen vor

Nach einem entsprechenden Beschluss des irakischen Parlaments leitet die Regierung in Bagdad Schritte fĂŒr den Abzug der im Land stationierten US-Soldaten ein. Regierungsvertreter in verschiedenen Behörden wĂŒrden die rechtlichen Schritte und das Verfahren vorbereiten, teilte das BĂŒro des geschĂ€ftsfĂŒhrenden MinisterprĂ€sidenten Adel Abd al-Mahdi mit. Damit werde die Entscheidung des Parlaments fĂŒr den Abzug auslĂ€ndischer Truppen umgesetzt, hieß es der staatlichen irakischen Nachrichtenagentur INA zufolge. Das Parlament hatte am Sonntag in einer Dringlichkeitssitzung ĂŒberraschend fĂŒr einen Abzug der rund 5.000 im Land stationierten US-Soldaten gestimmt. Es forderte die Regierung dazu auf, den Abzug aller auslĂ€ndischen Truppen einzuleiten, die Teil des US-gefĂŒhrten BĂŒndnisses zum Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) sind.

23.30 Uhr: Maas kĂŒndigt GesprĂ€che mit Irak an

Deutschland ist nach Angaben von Außenminister Heiko Maas grundsĂ€tzlich bereit, den Irak weiter im Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) zu unterstĂŒtzen. Voraussetzung sei aber, dass dies gewĂŒnscht werde und die Lage es erlaube, sagte Maas. "Unser ĂŒberragendes Interesse ist, dass die StabilitĂ€t und Einheit des Irak nicht der jĂŒngsten Eskalation zum Opfer fĂ€llt." Deshalb werde man nun unverzĂŒglich mit der irakischen Regierung sprechen, um zu klĂ€ren, wie sie das kĂŒnftige VerhĂ€ltnis gestalten wolle. "Wir werden jede Entscheidung respektieren."

Das irakische Parlament hatte die Regierung in Bagdad zuvor aufgefordert, den Abzug aller auslĂ€ndischen Truppen im Land einzuleiten, die Teil des US-gefĂŒhrten BĂŒndnisses zum Kampf gegen die Terrormiliz IS sind. Dazu zĂ€hlen auch die deutschen Soldaten.

22.20 Uhr: Trump droht Iran mit "unverhĂ€ltnismĂ€ĂŸigem Gegenschlag"

Im Falle eines Angriffs auf US-BĂŒrger oder amerikanische Ziele muss der Iran nach Worten von PrĂ€sident Donald Trump eventuell mit einem "unverhĂ€ltnismĂ€ĂŸigen" Gegenschlag rechnen. Die Vereinigten Staaten wĂŒrden schnell und umfassend zurĂŒckschlagen, drohte Trump am Sonntag auf Twitter. Solch ein Gegenschlag könne auch "vielleicht unverhĂ€ltnismĂ€ĂŸig" sein, warnte er. Damit meinte Trump offenbar, dass die USA eine iranische Attacke mit einem wesentlich grĂ¶ĂŸeren und verheerenderen Angriff erwidern könnten.

22 Uhr: Bundeswehr setzt Kontigentwechsel im Irak aus

Die Bundeswehr setzt wegen der angespannten Lage im Irak ihren geplanten Kontingentwechsel in dem Land aus. Wegen der jĂŒngsten Entwicklungen im Irak habe Generalinspekteur Eberhard Zorn entschieden, den regulĂ€ren Kontingentwechsel der deutschen Soldaten dort auszusetzen, teilte das EinsatzfĂŒhrungskommando der Bundeswehr am Sonntagabend mit. Nach der Tötung des iranischen Topgenerals Ghassem Soleimani durch die USA im Irak ist die Lage in dem Land derzeit Ă€ußert angespannt.

21 Uhr: Laut Augenzeugenberichten sollen Raketen nahe US-Botschaft in Bagdad eingeschlagen sein

In der schwer gesicherten GrĂŒnen Zone in der irakischen Hauptstadt Bagdad sind laut Polizeikreisen sechs Raketen vom Typ Katjuscha eingeschlagen. ZunĂ€chst lagen keine Berichte ĂŒber mögliche Opfer vor. Laut der Nachrichtenagentur AFP berichteten Augenzeugen, dass die Raketen nahe der US-Botschaft niedergegangen seien.

20.15 Uhr: Merkel, Macron und Johnson drÀngen auf Deeskalation im US-Iran-Konflikt

Kanzlerin Angela Merkel, Frankreichs PrÀsident Emmanuel Macron und der britische Premierminister Boris Johnson dringen auf eine Deeskalation im US-Iran-Konflikt. Merkel habe am Sonntag sowohl mit Macron als auch Johnson telefoniert, teilte ein Regierungssprecher am Sonntagabend in Berlin mit. Dabei sei es um die aktuelle Lage im Mittleren Osten nach dem US-MilitÀrschlag gegen General Ghassem Soleimani "und die vorausgegangenen Angriffe gegen US-Ziele im Irak", gegangen.

"In beiden GesprĂ€chen bestand Einigkeit, dass Deeskalation nun dringlich ist. Insbesondere Iran ist in der jetzigen Lage zur ZurĂŒckhaltung aufgerufen", sagte der Sprecher. Außerdem sei man sich einig, gewesen, dass "SouverĂ€nitĂ€t und Sicherheit des Irak" geschĂŒtzt werden mĂŒssen. Die Kanzlerin, der PrĂ€sident und der Premierminister hĂ€tten verabredet, sich "nach KrĂ€ften" fĂŒr eine Reduzierung der Spannungen in der Region einzusetzen.

20 Uhr: Iran steigt aus Atomabkommen aus – Fortsetzung des Atomprogramms

Der Iran sieht sich dem Wiener Atomabkommen nicht weiter verpflichtet. Das Land wird sein Atomabkommen unbegrenzt fortsetzen und unlimitiert Uran anreichern, heißt es in einer Pressemitteilung der Regierung. Mehr Informationen dazu finden Sie hier.

19 Uhr: Iran bestellt deutschen GeschÀftstrÀger ein

Nach der gezielten Tötung des iranischen Topgenerals Ghassem Soleimaini durch die USA hat Teheran den deutschen GeschĂ€ftstrĂ€ger einbestellt. Grund seien "inakzeptable" Äußerungen "bestimmter deutscher Vertreter" zum Tod Soleimanis, teilte das iranische Außenministerium am Sonntag mit. Dem deutschen GeschĂ€ftstrĂ€ger sei in einem GesprĂ€ch der "vehemente Protest" Teherans verdeutlicht worden.

Einige deutsche Vertreter hĂ€tten nach der Tötung Soleimanis "falsche, gedankenlose und schĂ€digende Äußerungen" getĂ€tigt, mit denen "Amerikas Terroranschlag im Irak unterstĂŒtzt" worden sei. Die Äußerungen seien "einseitig und inakzeptabel".

Das iranische Außenministerium bezog sich mutmaßlich auf Äußerungen der stellvertretenden Sprecherin der Bundesregierung, Ulrike Demmer, vom Freitag. Zwar hatten sie und andere Sprecher der Bundesregierung es auf Anfragen vermieden, den von US-PrĂ€sident Donald Trump angeordneten Angriff auf Soleimani zu bewerten. Demmer verwies allerdings auf vorherige "militĂ€rische Provokationen, fĂŒr die der Iran die Verantwortung trĂ€gt".

16.45 Uhr: US-Außenminister verteidigt Luftangriff

US-Außenminister Mike Pompeo hat Zweifel am Zeitplan und der BegrĂŒndung fĂŒr den Luftangriff auf den iranischen General Ghassem Soleimani in Bagdad zurĂŒckgewiesen. Die Erkenntnisse der Geheimdienste hĂ€tten eindeutig auf einen unmittelbar bevorstehenden Angriff von Soleimani hingewiesen, sagte er am Sonntag im GesprĂ€ch mit dem Fernsehsender ABC. Es habe bei der Entscheidung fĂŒr den Luftschlag unter den Entscheidern "keine Skepsis" gegeben, sagte er.

FĂŒhrende Demokraten stellten die Darstellung der Regierung jedoch am Wochenende in Frage. Die "New York Times" berichtete zudem unter Berufung auf nicht namentlich genannte Regierungsquellen, dass die Erkenntnisse der Geheimdienste "dĂŒnn" gewesen seien. PrĂ€sident Donald Trump habe mit der Entscheidung, den Angriff auf Soleimani anzuordnen, seine eigenen Berater und das MilitĂ€r ĂŒberrascht, hieß es weiter. Einige Demokraten fragten auch, ob Trump mit dem Luftangriff womöglich vom innenpolitischen Druck auf ihn ablenken wollte.

16.40 Uhr: Schiitischer Geistlicher fordert im Irak internationalen Widerstand gegen die USA

Die Parlamentsresolution zum Abzug der US-Truppen aus dem Irak geht dem populistischen Schiiten-Geistlichen Moktada al-Sadr nicht weit genug. Der Chef der grĂ¶ĂŸten Gruppe im Parlament ist hingegen fĂŒr die Bildung von "Heerscharen internationalen Widerstands". Zudem fordert er in einem Schreiben an das Parlament die Schließung der US-Botschaft in Bagdad. Die US-Truppen mĂŒssten zudem in erniedrigender Weise des Landes verwiesen werden.

16.10 Uhr: Iraks Parlament fordert Abzug der US-Soldaten

Das Parlament im Irak hat ĂŒberraschend fĂŒr einen Abzug der rund 5000 im Land stationierten US-Soldaten gestimmt. Eine Mehrheit der Abgeordneten stimmte am Sonntag fĂŒr eine entsprechende Resolution. Diese fordert die Regierung dazu auf, den Abzug aller auslĂ€ndischen Truppen im Land einzuleiten, die Teil des US-gefĂŒhrten BĂŒndnisses zum Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) sind.

15.45 Uhr: Koalitionstruppen im Irak setzen EinsÀtze gegen Terrormiliz IS aus

Die von den USA angefĂŒhrte internationale MilitĂ€rkoalition im Irak hat angesichts der jĂŒngsten Spannungen die UnterstĂŒtzung des Kampfes gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) ausgesetzt. Das erklĂ€rte das MilitĂ€rbĂŒndnis am Sonntag. Auch die Ausbildung der Partner pausiert werde wegen der wiederholten Raketenangriffe auf die StĂŒtzpunkte der Truppen im Irak. Man werde die Iraker weiter unterstĂŒtzen und sei bereit, sich zu einem spĂ€teren Zeitpunkt wieder ganz dem Kampf gegen den IS zu widmen, hieß es.

"Unsere oberste PrioritĂ€t ist es, das Personal des BĂŒndnisses zu schĂŒtzen, dass sich dem Sieg ĂŒber dem 'Islamischen Staat' widmet", hieß es. Die Mission konzentriere sich nun auf den Schutz der StĂŒtzpunkte, auf denen Koalitionstruppen untergebracht seien. Bereits am Samstag war die Aussetzung der Ausbildung von irakischen SicherheitskrĂ€ften bekanntgegeben worden.

Seit Ende des Jahres hatte es nach US-Angaben rund ein Dutzende Raketenangriffe einer vom Iran unterstĂŒtzten schiitischen Miliz auf die StĂŒtzpunkte gegeben. Bei einem Angriff Ende Dezember kam ein US-BĂŒrger ums Leben. Nach dem US-Luftangriff auf den iranischen General Ghassem Soleimani in Bagdad in der Nacht zum Freitag hat Teheran Rache geschworen. Experten befĂŒrchten, dass die rund 5000 US-Truppen im Irak zum Ziel von VergeltungsschlĂ€gen werden könnten.

15.30 Uhr: Iraks MinisterprÀsident dringt auf Abzug der US-Truppen

Nach der Tötung eines ranghohen iranischen Generals im Irak durch US-MilitĂ€r dringt der Regierungschef in Bagdad auf einen Abzug amerikanischer und anderer auslĂ€ndischer Truppen. MinisterprĂ€sident Adel Abd al-Mahdi empfahl dem Parlament am Sonntag Sofortmaßnahmen, die zur Beendigung der Anwesenheit internationaler Truppen im Irak fĂŒhren. Mahdi sagte in einer Sondersitzung des Parlaments in Bagdad, dies sei "grundsĂ€tzlich und aus praktischen ErwĂ€gungen" heraus das Beste fĂŒr den Irak. Und dies trotz aller Schwierigkeiten, die ein solcher Schritt mit sich bringen wĂŒrde. In den Jahren 2011 bis 2014 seien auch keine auslĂ€ndischen Kampftruppen im Land gewesen. Dies habe den Beziehungen zu den USA jedoch nicht geschadet, sagte Mahdi.

Die USA und der Iran haben ihre gegenseitigen Drohungen nach der gezielten Tötung des einflussreichen iranischen Generals Ghassem Soleimani durch das US-MilitÀr verstÀrkt. Die Regierung in Teheran bezeichnete US-PrÀsident Donald Trump am Sonntag als "Terrorist in Nadelstreifen". Trump hatte dem Iran mit Gegenangriffen gedroht und erklÀrt, die USA hÀtten 52 Ziele im Iran im Visier. Er reagierte auf Drohungen der iranischen Revolutionsgarden, wonach 35 US-Ziele in der Region und in der israelischen Stadt Tel Aviv in Reichweite des Irans lÀgen.

15 Uhr: US-gefĂŒhrte Anti-IS-Koalition setzt Einsatz im Irak aus

Die US-gefĂŒhrte internationale Koalition zum Kampf gegen die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) setzt ihren Einsatz im Irak vorerst aus. Dies betreffe sowohl die Ausbildung irakischer SicherheitskrĂ€fte als auch den direkten Kampf gegen den IS, teilte die Koalition am Sonntag mit. Die Situation in der Region ist Ă€ußerst angespannt seit die USA mit einem gezielten Angriff im Irak den iranischen Topgeneral Ghassem Soleimani getötet haben.

10.59 Uhr: Iran: USA fehlt der Mut fĂŒr Konflikt

Der Iran hat die Drohung von US-PrĂ€sident Donald Trump mit US-Angriffen auf 52 iranische Ziele zurĂŒckgewiesen. Er bezweifle, dass die USA "den Mut haben", ihre Drohungen wahr zu machen, erklĂ€rte der Oberbefehlshaber der iranischen Armee. Mit solchen Äußerungen wollten die USA nur die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit von ihren "abscheulichen und unentschuldbaren Taten" ablenken.

Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif warnte die USA im Kurzbotschaftendienst Twitter, jede Entscheidung, die KulturstĂ€tten des Landes ins Visier zu nehmen, sei ein Kriegsverbrechen. Zu dieser EinschĂ€tzung waren auch zahlreiche Beobachter angesichts der Drohungen von US-PrĂ€sident Trump gelangt.

10.56 Uhr: Irakisches Parlament plant Sondersitzung

Das irakische Parlament soll an diesem Sonntag zu einer Sondersitzung zusammenkommen. Die Abgeordneten sollen ĂŒber Schritte zum Schutz der SouverĂ€nitĂ€t des Landes beraten. Manche fordern eine Abstimmung ĂŒber eine Resolution, wonach die Regierung einen Abzug der US-Truppen verlangen soll.

10.52 Uhr: Briten fordern Stabilisierung und Deeskalation

Der britische Außenminister Dominic Raab fordert im GesprĂ€ch mit dem Sender Sky News: "Wir mĂŒssen die schĂ€ndlichen Taten des Iran eindĂ€mmen, aber wir mĂŒssen auch fĂŒr Deeskalation und eine Stabilisierung der Situation sorgen." Raab plant nach eigenen Angaben ein GesprĂ€ch mit dem iranischen Außenminister Mohammad Dschawad Sarif, nachdem er zuvor bereits mit dem irakischen MinisterprĂ€sidenten Adel Abd al-Mahdi und dem irakischen PrĂ€sidenten Barham Salih gesprochen habe.

8.36 Uhr: Angebliche iranische Hackergruppe kapert offizielle US-Website

Die offizielle Website einer US-Behörde ist von angeblichen iranischen Hackern gekapert worden. Auf dem Internetauftritt der Behörde fĂŒr die Verbreitung von US-Regierungspublikationen (FDLP) erschienen am Samstag der Schriftzug "Iranische Hacker" sowie Bilder des obersten iranischen FĂŒhrers Ayatollah Ali Chamenei. Auf der Website wurde zudem Rache fĂŒr den bei einem US-Drohnenangriff in Bagdad getöteten iranischen General Ghassem Soleimani gefordert.

Die Hacker hatten auf der Website auch eine Animation von US-PrĂ€sident Donald Trump platziert, auf den eingeschlagen wird, wĂ€hrend iranische Raketen durch das Bild fliegen. Auch nach Soleimanis Tod wĂŒrden dessen "Arbeit und sein Weg nicht enden", stand ĂŒber der Animation. "Dies ist nur ein kleiner Teil der iranischen Cyber-FĂ€higkeiten." Inzwischen ist die Seite nicht mehr erreichbar.

7.54 Uhr: Zehntausende bei Trauerzug fĂŒr Soleimani im Iran

In der sĂŒdwestiranischen Stadt Ahvaz haben die Trauerfeiern fĂŒr den getöteten General Ghassem Soleimani begonnen. In einer Live-Übertragung im iranischen Staatsfernsehen waren tausende in schwarz gekleidete Trauernde zu sehen. Der Leichnam Soleimanis soll im Laufe des Tages in Ahvaz eintreffen. Der Trauerzug ist eine von mehreren Zeremonien, die der Iran fĂŒr den getöteten Kommandeur der iranischen Al-Kuds-Einheit geplant hat.

6.28 Uhr: Trump droht Iran offenbar mit Kriegsverbrechen

US-PrĂ€sident Donald Trump droht dem Iran mit schweren Angriffen fĂŒr den Fall iranischer Vergeltung fĂŒr die Tötung des Generals Ghassem Soleimani. Die USA hĂ€tten 52 iranische Ziele ins Visier genommen, die das US-MilitĂ€r angreifen werde, falls der Iran US-BĂŒrger oder -Einrichtungen attackieren sollte, twitterte Trump. Einige dieser Ziele seien sehr bedeutend und wichtig fĂŒr den Iran und die iranische Kultur.

Die AnkĂŒndigung des US-PrĂ€sidenten wird von Beobachtern weithin als Drohung mit Kriegsverbrechen verstanden. Sowohl das Völkerrecht als auch US-Gesetze verbieten militĂ€rische Angriffe auf religiöse oder kulturelle StĂ€tten ohne militĂ€rische Notwendigkeit oder ausschließlich zivile Ziele. Trump hingegen kĂŒndigte an, die Ziele und der Iran selbst wĂŒrden im Falle iranischer weiterer iranischer Angriffe "sehr schnell und sehr hart" getroffen.

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Trump begrĂŒndete die Zahl der 52 ausgewĂ€hlten Zielorte mit einem Verweis auf 52 amerikanische Geiseln. Damit bezog er sich die Besetzung der US-Botschaft in Teheran vor 40 Jahren. Wegen der Botschaftsbesetzung brachen die USA die diplomatischen Beziehungen zum Iran ab. Der Iran hatte nach der Tötung Soleimanis bei einem Luftangriff in der Nacht zum Freitag in Bagdad Rache geschworen.

00.25 Uhr: Keine Soldaten bei Raketenangriffen verletzt

Die von den USA angefĂŒhrte Anti-IS-Koalition hat bestĂ€tigt, dass am Samstag in der NĂ€he von zwei StĂŒtzpunkten im Irak Raketen eingeschlagen sind. Dabei handele es sich um einen StĂŒtzpunkt in Bagdad und einen StĂŒtzpunkt in Balad, etwa 80 Kilometer nördlich der irakischen Hauptstadt, teilte ein Sprecher mit. Soldaten seien dabei nicht verletzt worden. Möglicherweise seien aber irakische Zivilisten zu Schaden gekommen. Insgesamt habe es 13 solcher Angriffe in den vergangenen zwei Monaten gegeben.

Samstag, 4. Januar, 22.27 Uhr: Wir beenden fĂŒr heute unsere Berichterstattung im Newsblog. Sonntag frĂŒh geht es hier weiter.

22.21 Uhr: Bundesregierung will Kampf gegen IS im Irak fortsetzen

Die Bundesregierung will den Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) im Irak ungeachtet der wachsenden Spannungen nach der Tötung des iranischen Topgenerals Ghassem Soleimani fortsetzen. "Der Irak darf nicht im Chaos versinken. Und schon gar nicht darf der Irak unter die Kontrolle von Extremisten geraten", erklÀrte Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer am Samstagabend nach Regierungsberatungen und einer Unterrichtung der Obleute im Bundestag zur Lage. Es sei wichtig, im Kampf gegen den IS jetzt nicht nachzulassen. Deutschland werde gemeinsam mit den Partnern weiter den IS bekÀmpfen und BeitrÀge zur Stabilisierung der Region leisten.

Zur Lage im Irak hatte zuvor eine Telefonschaltkonferenz der Bundeskanzlerin mit der Bundesverteidigungsministerin, dem Bundesaußenminister, dem Bundesinnenminister und dem Kanzleramtsminister stattgefunden. Im Irak sind etwa 120 deutsche Soldaten im Einsatz.

21.33 Uhr: Britische Marine schĂŒtzt Frachter

Die Londoner Regierung will Frachter mit britischer Flagge in der Straße von Hormus schĂŒtzen. Zwei Schiffe der Königlichen Marine sollen die Frachter durch die Meerenge begleiten, teilte Großbritanniens Verteidigungsminister Ben Wallace mit. Dazu wĂŒrden die Kriegsschiffe HMS Montrose und HMS Defender abgestellt. Die iranischen Revolutionsgarden hatten zuvor den USA wegen der Tötung des einflussreichen Generals Ghassem Soleimani mit Vergeltung im Nahen Osten gedroht und auch Angriffe in der Straße von Hormus nicht ausgeschlossen.

20.42 Uhr: Anschlagsdrohung gegen US-Soldaten

Die pro-iranischen Hisbollah-Brigaden im Irak haben die irakischen Truppen und SicherheitskrĂ€fte aufgefordert, sich von US-Soldaten auf StĂŒtzpunkten im Irak zu entfernen. "Wir fordern die SicherheitskrĂ€fte im Land auf, sich ab Sonntag um 17.00 Uhr (15 Uhr MEZ) mindestens 1.000 Meter von US-StĂŒtzpunkten zu entfernen", teilte die Gruppe am Samstag mit. Zuvor am Samstag waren Mörsergranaten und Raketen nahe der US-Botschaft und auf einem StĂŒtzpunkt mit US-Soldaten im Irak eingeschlagen.

20.15 Uhr: Kurz will USA und Iran an den Verhandlungstisch bringen

Zur EntschĂ€rfung der Iran-Krise hat der kĂŒnftige österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz ein Gipfeltreffen in Wien vorgeschlagen. "Wien steht selbstverstĂ€ndlich als Standort fĂŒr mögliche Verhandlungen zur VerfĂŒgung, wenn der Iran und die USA wieder GesprĂ€che fĂŒhren wollen", sagte Kurz der "Bild am Sonntag". Bereits die Verhandlungen ĂŒber das internationale Abkommen zur Verhinderung einer iranischen Atombombe waren ĂŒberwiegend in Wien gefĂŒhrt worden.

Zurzeit sieht es nach Verhandlungen jedoch weniger aus. Die FĂŒhrung in Teheran hat Rache geschworen fĂŒr die Tötung des hochrangigen iranischen Generals Ghassem Soleimani durch die US-Armee im Irak. Es werden Angriffe auf amerikanische Ziele befĂŒrchtet.

19.01 Uhr: Sirenalarm an US-Botschaft: Geschoss trifft MilitĂ€rstĂŒtzpunkt

Auf dem LuftwaffenstĂŒtzpunkt Al-Balad im Irak, auf dem auch US-Soldaten untergebracht sind, sowie im Stadtzentrum Bagdads sind am Samstag mehrere Raketen eingeschlagen. Sie seien auf der Luftwaffenbasis, auf einem Platz in der hoch gesicherten GrĂŒnen Zone in Bagdad sowie dem Stadtteil Al-Dschadirija niedergegangen, teilte das irakische MilitĂ€r mit. Angaben ĂŒber mögliche Opfer der Angriffe oder SchĂ€den gab es zunĂ€chst nicht.

Auf dem StĂŒtzpunkt Al-Balad seien am Abend im Lagerhaus-Bereich zwei Raketen niedergegangen, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen. Die US-Truppen seien in Alarmbereitschaft versetzt worden. Hubschrauber kreisten ĂŒber dem StĂŒtzpunkt am Himmel.

Auf der Basis sind die US-Ausbilder fĂŒr das irakische MilitĂ€r untergebracht. Sie liegt etwa 80 Kilometer nördlich von Bagdad und wurde schon mehrfach Ziel von bewaffneten Angriffen. Im vergangenen Jahr wurde sie etwa mit Mörsergranaten attackiert, im August wurden bei der Explosion eines Waffenlagers in der NĂ€he zudem zwei Menschen getötet.

Auch die staatliche irakische Nachrichtenagentur INA berichtete, dass auf dem StĂŒtzpunkt sowie im Zentrum von Bagdad mehrere Raketen niedergegangen seien. Im Stadtzentrum liegen in der "Green Zone" unter anderem die US-Botschaft sowie irakische Ministerien und das Parlament. Auch dort sind schon mehrfach Raketen eingeschlagen und explodiert. Die Zone war 2003 nach dem Sturz von Langzeitherrscher Saddam Hussein aus SicherheitsgrĂŒnden errichtet worden. Aus Angst vor TerroranschlĂ€gen ist der Zugang stark beschrĂ€nkt.

18.24 Uhr: Explosionen im Bagdad – HintergrĂŒnde unklar

In der hochgesicherten GrĂŒnen Zone in der irakischen Hauptstadt Bagdad sind am Samstagabend zwei Geschosse eingeschlagen. Das teilten irakische Sicherheitsvertreter sowie Verantwortliche der GrĂŒnen Zone mit. Die Raketen sollen auch einen irakischen StĂŒtzpunkt mit US-Soldaten getroffen haben, hieß es aus Sicherheitskreisen.

In der GrĂŒnen Zone befindet sich auch die US-Botschaft, die am Dienstag von tauenden pro-iranischen Demonstranten attackiert worden war. Es gebe keine Opfer, sagten zwei SicherheitskrĂ€fte.

17.87 Uhr: Macron berÀt sich mit irakischem PrÀsidenten

Der französische PrĂ€sident Emmanuel Macron hat mit dem irakischen PrĂ€sidenten Barham Salih ĂŒber die angespannte Lage beraten. Dabei habe Macron die Bedeutung der irakischen SouverĂ€nitĂ€t unterstrichen, teilt das PrĂ€sidialamt in Paris mit. Außerdem habe Macron mit dem Kronprinzen der Vereinigten Arabischen Emirate, Scheich Mohammed bin Sajed al-Nahjan, telefoniert.

17.14 Uhr: Auch Nato setzt Ausbildungseinsatz im Irak aus

Die Nato setzt ihren Einsatz zur Ausbildung irakischer Soldaten und SicherheitskrĂ€fte aus. "Die Sicherheit unserer Soldaten im Irak hat Vorrang", teilt Nato-Sprecher Dylan White mit. Der Einsatz gehe weiter, aber die Ausbildungsarbeiten seien unterbrochen. An der Nato Mission Irak (NMI) sind mehrere hundert Ausbilder, Berater und unterstĂŒtzendes Personal aus Nato-Staaten und Nicht-Mitgliedern der Allianz beteiligt. Dazu gehören militĂ€rische und zivile Mitarbeiter. Zuvor hatte bereits die Bundeswehr, die im Irak SicherheitskrĂ€fte der Kurden und der Zentralregierung ausbildet, ihren Einsatz vorerst ausgesetzt. Den Entschluss habe das Hauptquartier der Anti-IS-Koalition zum Schutz der eigenen KrĂ€fte getroffen, teilte das EinsatzfĂŒhrungskommando den Obleuten im Verteidigungsausschuss des Bundestages mit. Die Entscheidung sei fĂŒr alle beteiligten Partnernationen bindend.

15.33 Uhr: "Dumme Nachricht der Amerikaner": USA sollen Teheran nach Tötung Soleimanis kontaktiert haben

Nach der Tötung des iranischen Elite-Generals Ghassem Soleimani bei einem US-Angriff hat Washington nach Angaben der Revolutionsgarden inoffiziell Kontakt zur Regierung in Teheran gesucht. Dabei habe die US-Regierung gefordert, im Falle einer Reaktion des Iran auf den US-Angriff diese "verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig" ausfallen zu lassen. Dies sagte der stellvertretende Befehlshaber der Revolutionsgarden, Ali Fadawi, nach Angaben des iranischen Staatsfernsehens vom Samstag.

"Wenn Ihr Rache wollt, dann nehmt Rache im VerhĂ€ltnis zu dem, was wir getan haben", erklĂ€rten die USA den Angaben zufolge der Regierung in Teheran. Die Vereinigten Staaten seien aber nicht in der Position, die Reaktion des Iran zu bestimmen, fĂŒgte Fadawi in seinen am Samstag auf der Internetseite des Staatsfernsehens veröffentlichten Aussagen hinzu. Die USA mĂŒssten mit einer "harten" Antwort rechnen. Wie die Nachricht der USA an Teheran ĂŒbermittelt worden sein soll, sagte Fadawi nicht. Teheran und Washington unterhalten seit 40 Jahren keine diplomatischen Beziehungen mehr.

Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif erklĂ€rte seinerseits, der diplomatische Vertreter der Schweiz habe am Freitag eine "dumme Nachricht der Amerikaner" ĂŒbermittelt. Der Diplomat sei am Abend einbestellt worden und habe eine "entschiedene schriftliche Antwort" auf den "dreisten Brief" der USA erhalten. Die Schweizer Botschaft vertritt seit 1980 die Interessen der USA im Iran. Das Schweizer Außenministerium bestĂ€tigte am Samstag, dass sein diplomatischer Vertreter dem iranischen Außenministerium einen Brief aus Washington ĂŒbergeben habe.

15.20 Uhr: SPD-Fraktionschef wirft USA Bruch des Völkerrechts vor

SPD-Fraktionschef Rolf MĂŒtzenich wirft den USA einen Bruch des Völkerrechts vor. "Das Völkerrecht wurde verletzt und auch unser VerstĂ€ndnis von staatlicher Gewalt, die durch Recht und Demokratie begrĂŒndet und eingegrenzt ist", sagt er der "Rheinischen Post". Man dĂŒrfe diese völkerrechtlichen GrundsĂ€tze nicht einfach ĂŒbergehen, selbst dann nicht, wenn Soleimani fĂŒr den Tod Tausender Zivilisten und die Verheerung ganzer Regionen verantwortlich sei. "Die gezielte Tötung von Zivilisten oder staatlichen ReprĂ€sentanten, die nicht unmittelbar an Feindseligkeiten teilnehmen oder von denen keine unmittelbare Gefahr fĂŒr andere ausgehen, ist nicht rechtmĂ€ĂŸig und stellt auch kein legitimes Mittel dar."

14.24 Uhr: Linke beantragt Ausschuss-Sondersitzungen

Angesichts des Konflikts zwischen den USA und dem Iran hat die Linke eine Sondersitzung der BundestagsausschĂŒsse fĂŒr AuswĂ€rtiges und Verteidigung beantragt. Als Themen nannte der Parlamentarische GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Linken im Bundestag, Jan Korte, die GefĂ€hrdungslage der Bundeswehrsoldaten im Irak und in der Region, den Stand der Bundeswehr-Missionen sowie Erkenntnisse ĂŒber die Urheberschaft des Angriffs auf die US-Irakische MilitĂ€rbasis nahe Kirkuk und Auswirkungen auf die Sicherheitslage in Europa.

12.46 Uhr: Iran droht mit Angriffen in Straße von Hormus

Die iranischen Revolutionsgarden drohen den USA mit Vergeltung im Nahen Osten und schließen auch Angriffe in der Straße von Hormus nicht aus. Der Iran werde die Amerikaner bestrafen, wo immer sie erreichbar seien, sagte der Kommandeur der Eliteeinheit in der Provinz Kerman, General Gholamali Abuhamseh, der Nachrichtenagentur Tasnim. Im Nahen Osten seien seit Langem wichtige US-Ziele ausgemacht. 35 US-Stellungen in der Region und in der israelischen Stadt Tel Aviv lĂ€gen in Reichweite des Iran.

"Die Straße von Hormus ist ein wichtiger Punkt fĂŒr den Westen, und viele amerikanische Zerstörer und Kriegsschiffe passieren sie", sagte Abuhamseh demnach. Die Verbindung zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman ist einer der wichtigsten Schifffahrtswege weltweit, durch die Meerenge gehen etwa ein FĂŒnftel der weltweiten Öltransporte.

10.37 Uhr: Pompeo wirft EuropĂ€ern mangelnde UnterstĂŒtzung vor

US-Außenminister Mike Pompeo hat die Reaktion der EuropĂ€er auf die Tötung des iranischen Generals Ghassem Soleimani durch die USA kritisiert. Washingtons europĂ€ische VerbĂŒndete seien "nicht so hilfreich" gewesen wie er gehofft hatte, sagte Pompeo dem Sender Fox News.

Die Briten, die Franzosen und die Deutschen mĂŒssten verstehen, "dass das, was wir, was die Amerikaner getan haben, auch Leben in Europa gerettet hat". Die GesprĂ€che mit den US-Partnern in der Region seien dagegen "alle fantastisch" gewesen.

8.20 Uhr: Irakisches MilitÀr dementiert Luftangriff

Das irakische MilitĂ€r ebenso wie die US-gefĂŒhrte MilitĂ€rkoalition im Irak dementieren, dass ein Luftangriff auf einen Konvoi nördlich von Bagdad stattgefunden habe. Zuvor hatte eine Dachorganisation paramilitĂ€rischer Einheiten erklĂ€rt, dass ein gegen ihre KĂ€mpfer gerichteter Luftangriff einen SanitĂ€terkonvoi getroffen habe. Sowohl das irakische Staatsfernsehen als auch US-Medien berichteten unter Berufung auf eigene Quellen, ein Angriff habe den Konvoi getroffen und mehrere Menschen getötet. Der Schlag habe dem AnfĂŒhrer einer pro-iranischen Miliz gegolten.

7.59 Uhr: Tausende Iraker bei Trauerzug fĂŒr Soleimani und MilizenfĂŒhrer

Tausende Iraker haben in der irakischen Hauptstadt Bagdad an einem Trauerzug fĂŒr den in der Nacht zu Freitag getöteten iranischen Elite-General Ghassem Soleimani und den irakischen MilizenfĂŒhrer Abu Mehdi al-Muhandis teilgenommen. Sie skandierten "Tod fĂŒr Amerika", wie ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP berichtete.

6.09 Uhr: USA setzen Angriffe auf iranische Miliz angeblich fort

Einen Tag nach der gezielten Tötung des einflussreichen iranischen Generals Ghassem Soleimani sowie des Vizechefs der Hasched-al-Schaabi-Milizen im Irak hat die US-Armee Medienberichten zufolge erneut einen Konvoi der pro-iranischen Milizen attackiert. Der Luftangriff sei am frĂŒhen Samstagmorgen nördlich von Bagdad erfolgt und habe sich gegen einen Kommandanten der Hasched-al-Schaabi-Milizen gerichtet, berichtete das irakische Staatsfernsehen.

Das Bild soll den Ort des Angriffs zeigen: Auf Twitter verbreiteten mehrere Journalisten und Nachrichtenseiten das Bild ohne Angabe von Quellen. Es ist noch unklar, ob das Bild authentisch ist.
Das Bild soll den Ort des Angriffs zeigen: Auf Twitter verbreiteten mehrere Journalisten und Nachrichtenseiten das Bild ohne Angabe von Quellen. Es ist noch unklar, ob das Bild authentisch ist. (Quelle: Screenshot: Twitter)

Wie die Nachrichtenagentur AFP aus Polizeikreisen erfuhr, soll es bei dem Angriff auf die Fahrzeuge Tote und Verletzte gegeben haben. Auch US-Medien berichteten. "Newsweek" schrieb unter Berufung auf Offizielle im US-Verteidigungsministerium, der Angriff habe dem MilizenfĂŒhrer Shubub al-Zaidi gegolten und ihn wahrscheinlich getötet.

Die US-gefĂŒhrte MilitĂ€rallianz gegen den sogenannten "Islamischen Staat" im Irak erklĂ€rte hingegen, sie habe keine Luftangriffe in der NĂ€he von Bagdad durchgefĂŒhrt. Die Al-Hadsch-al-Schaabi-Miliz stritt ab, dass bei dem Angriff hochrangige Mitglieder getötet worden seien. Betroffen sei eine angeschlossene Gruppe SanitĂ€ter.

3. Januar 2020, 22.30 Uhr: Wir beenden fĂŒr heute unsere Berichterstattung im Newsblog. Samstag frĂŒh geht es hier weiter.

Eine Zusammenfassung der Ereignisse des Tages und der Reaktionen auf die Tötung des iranischen Generals Ghassem Soleimani lesen Sie hier.

21.43 Uhr: "Die Welt ist sicherer ohne Monster wie Soleimani"

US-PrÀsident Donald Trump hat betont, dass er keinen Krieg mit Teheran wolle. "Wir haben gehandelt, um einen Krieg zu beenden", sagte Trump im US-Bundesstaat Florida. "Wir haben nicht gehandelt, um einen Krieg zu beginnen." Die Vereinigten Staaten wollten Frieden, Partnerschaft und Freundschaft mit anderen LÀndern.

Die USA wollten auch keinen Regimewechsel im Iran erreichen. "Allerdings mĂŒssen die Aggression des iranischen Regimes in der Region und ihr Einsatz von Söldnerarmeen, die die NachbarlĂ€nder destabilisieren, aufhören – und zwar jetzt. Lesen Sie mehr dazu HIER.

20.42 Uhr: Berichte ĂŒber Angriff auf US-Basis sind falsch

Berichte ĂŒber einen angeblichen Angriff auf einen US-MilitĂ€rstĂŒtzpunkt im Irak sind Insidern zufolge falsch. Zuvor hatte der Tweet eines Reporters der "New York Times" an den internationalen MĂ€rkten fĂŒr Aufsehen gesorgt. Der Journalist verwies auf einen unbestĂ€tigten Bericht, wonach Raketen eine US-MilitĂ€rbasis im Irak getroffen hĂ€tten. Die Wall Street baute Verluste aus, die Ölpreise erhöhten sich. Doch ein Sicherheitsvertreter im Ain al-Assad-LuftwaffenstĂŒtzpunkt, wo US-StreitkrĂ€fte stationiert sind, sowie der Vertreter einer nahe gelegenen Ortschaft in der westirakischen Provinz Anbar wiesen die Berichte zurĂŒck.

20.14 Uhr: Iran kĂŒndigt juristische Schritte gegen USA an

Der Iran will die USA juristisch fĂŒr die Tötung von Topgeneral Soleimani zur Verantwortung ziehen. Es seien verschiedene rechtliche Schritte auf internationaler Ebene geplant, sagte Außenminister Mohammad Dschawad Sarif dem staatlichen Fernsehen. "Es handelte sich eindeutig um eine terroristische Handlung", so Sarif ĂŒber den US-Angriff auf Soleimani im Irak.

19.07 Uhr: USA schicken 3.000 bis 3.500 weitere Soldaten nach Nahost

Die USA entsenden nach Pentagon-Angaben 3.000 bis 3.500 zusĂ€tzliche Soldaten in den Nahen Osten. Dies sei eine Vorsichtsmaßnahme angesichts einer verstĂ€rkten Bedrohung fĂŒr amerikanische KrĂ€fte in der Region, verlautete laut Reuters aus Washingtoner Regierungskreisen. Die Truppen der 82. Luftlandedivision wĂŒrden sich den rund 750 Soldaten anschließen, die in den vergangenen Tagen schon nach Kuwait geschickt worden seien. Reuters hatte diese Woche bereits aus US-Regierungskreisen erfahren, dass sich Tausende Soldaten auf eine Entsendung in die Region vorbereiten sollten.

18.11 Uhr: US-Angriff lÀsst Dax einknicken

Die Zuspitzung der geopolitischen Lage im Nahen Osten hat den deutschen Aktienmarkt klar ins Minus befördert. Der Dax verlor in der Spitze 2 Prozent an Wert, konnte sich jedoch am Nachmittag ĂŒber der Marke von 13.200 Punkten stabilisieren. Letztlich verlor der Leitindex 1,25 Prozent auf 13 219,14 ZĂ€hler. In den USA lag der Leitindex Dow Jones Industrial zum europĂ€ischen Handelsschluss rund 0,7 Prozent im Minus.

Investoren suchten nach risikoĂ€rmeren Anlagen und griffen zu Gold, Staatsanleihen und dem japanischen Yen. Außerdem fĂŒrchten Anleger eine Unterbrechung des Rohöl-Nachschubs, was zum grĂ¶ĂŸten Anstieg des Ölpreises seit vier Monaten fĂŒhrte.

17.31 Uhr: "Schwere Vergeltung am richtigen Ort zur richtigen Zeit"

Der Oberste Nationale Sicherheitsrat des Iran hat den USA "schwere Vergeltung am richtigen Ort zur richtigen Zeit" angedroht. Der "kriminelle" Angriff auf General Soleimani sei "der grĂ¶ĂŸte Fehler", den die USA in der Region begangen hĂ€tten, teilte der Nationale Sicherheitsrat in Teheran mit. "Amerika wird den Konsequenzen dieser FehleinschĂ€tzung nicht einfach ausweichen können", erklĂ€rte das höchste iranische Gremium fĂŒr Verteidigungsangelegenheiten.

16.56 Uhr: Trump warnt vor Einfluss des Iran

US-PrĂ€sident Donald Trump hat die irakische FĂŒhrung vor einem wachsenden Einfluss des Irans auf die Politik des Landes gewarnt. Die Menschen im Irak wollten nicht vom Iran "dominiert und kontrolliert" werden, schrieb Trump auf Twitter. Letztlich sei es die Angelegenheit der Iraker, rĂ€umte er ein. Aber: In den letzten 15 Jahren habe der Iran immer mehr Einfluss im Irak gewonnen, was vielen Irakern missfalle. "Das wird nie gut ausgehen", warnte Trump.

16.28 Uhr: SPD-Chef kritisiert Trumps Angriff im Irak scharf

SPD-Parteichef Norbert Walter-Borjans hat den von US-PrĂ€sident Donald Trump angeordneten Angriff im Irak mit deutlichen Worten kritisiert. "Trumps Vorgehen destabilisiert die Lage in der gesamten Region weiter und birgt die Gefahr eines unkontrollierbaren FlĂ€chenbrandes mit nicht absehbaren Folgen auch fĂŒr Europa", sagte Walter-Borjans t-online.de. Auch andere Politiker in Deutschland Ă€ußerten Kritik am US-Vorgehen und zeigten ich besorgt wegen der Gefahr einer Eskalation in der Golfregion. Ein Überblick.

16.22 Uhr: Macron: Iran soll Provokationen unterlassen

Frankreichs PrĂ€sident Emmanuel Macron hat nach dem US-Luftschlag im Irak alle Beteiligten zur "ZurĂŒckhaltung" aufgerufen. Macron werde in "engem Kontakt" mit dem russischen PrĂ€sidenten Wladimir Putin bleiben, um eine "weitere gefĂ€hrliche Eskalation der Spannungen" in der Golfregion zu verhindern, teilte der ElysĂ©e-Palast nach einem GesprĂ€ch der beiden Staatschefs mit.

Macron habe in dem GesprĂ€ch erklĂ€rt, dass sich Frankreich fĂŒr die "SouverĂ€nitĂ€t und Sicherheit des Irak und die StabilitĂ€t in der Region" einsetze. Er habe den Iran zudem aufgefordert, seine Verpflichtungen aus dem Atomabkommen wieder vollstĂ€ndig zu erfĂŒllen und "von Provokationen abzusehen", hieß es in der Mitteilung.

16.11 Uhr: Anti-Iran-Kundgebung in Berlin

In Berlin haben mehrere Dutzend Demonstranten gegen das politische System im Iran protestiert. Knapp 70 Menschen versammelten sich gegen Mittag vor der iranischen Botschaft in der Podbielskiallee im Stadtteil Dahlem, wie ein Polizeisprecher sagte. Der Nationale Widerstandsrat Iran (NRWI), der zu dem Protest aufgerufen hatte, sprach von gut 120 Teilnehmern. Vor allem Deutsch-Iraner hÀtten sich beteiligt, sagte ein Sprecher der Organisation.

Den bei einem US-MilitÀrschlag im Irak getöteten General Soleimani bezeichnete der Sprecher als Kriegsverbrecher. Sein Tod werde den "Trend zum Abgrund des iranischen Regimes" beschleunigen. Man fordere ein hÀrteres Vorgehen der Bundesregierung gegen das Land.

15.59 Uhr: "Welt kann sich keinen weiteren Golf-Krieg leisten"

UN-GeneralsekretĂ€r AntĂłnio Guterres hat Staats- und Regierungschefs zu "maximaler ZurĂŒckhaltung" aufgerufen. "Die Welt kann sich keinen weiteren Golf-Krieg leisten", sagte Guterres nach der Tötung des iranischen Generals Soleimani im Irak laut Mitteilung der Vereinten Nationen. Er habe sich immer fĂŒr eine Deeskalation in der Golf-Region eingesetzt und die jĂŒngste Eskalation beunruhige ihn zutiefst, sagte der UN-Chef weiter.

15.52 Uhr: Pelosi kritisiert US-Angriff

Die Sprecherin des US-ReprĂ€sentantenhauses, die Demokratin Nancy Pelosi, hat deutliche Kritik am US-Raketenangriff auf den iranischen General Ghassem Soleimani geĂŒbt. "Die höchste PrioritĂ€t der US-FĂŒhrung ist, das Leben von Amerikanern und deren Interessen zu schĂŒtzen", erklĂ€rte Pelosi. "Aber wir können das Leben amerikanischer Soldaten, Diplomaten und anderer nicht weiter gefĂ€hrden, indem wir provokative und unverhĂ€ltnismĂ€ĂŸige Aktionen unternehmen."

Pelosi warnte vor einer "gefĂ€hrlichen Eskalation der Gewalt". Amerika und die Welt könnten es sich nicht leisten, Spannungen zu haben, die so weit eskalierten, dass man nicht mehr umkehren könne. Pelosi fĂŒgte hinzu, dass das Vorgehen der US-Regierung im Irak ohne vorherige RĂŒcksprache mit dem Kongress stattgefunden habe, und forderte eine unverzĂŒgliche Unterrichtung ĂŒber die Lage.

15.38 Uhr: Trump: Soleimani hĂ€tte schon vor Jahren getötet werden mĂŒssen

US-PrĂ€sident Donald Trump hat die Tötung des iranischen Topgenerals Ghassem Soleimani auf Twitter verteidigt und gesagt, der AnfĂŒhrer der Al-Kuds-Brigaden der iranischen Revolutionsgarden hĂ€tte schon "vor vielen Jahren" getötet werden mĂŒssen. "General Ghassem Soleimani hat ĂŒber einen langen Zeitraum Tausende Amerikaner getötet oder schwer verletzt, und plante, viele weitere zu töten."

Soleimani sei "direkt und indirekt" sogar fĂŒr den Tod von "Millionen von Menschen" verantwortlich, einschließlich der bei den jĂŒngsten Protesten im Iran getöteten Menschen, schrieb Trump weiter. Auch wenn es die iranische FĂŒhrung nicht zugeben werde, sei der General in seinem Land "gehasst und gefĂŒrchtet" worden. Worauf sich Trump bei den "Millionen" Toten bezog, war zunĂ€chst unklar.

15.32 Uhr: "GefÀhrliche Provokationen Irans"

Außenminister Heiko Maas bemĂŒht sich mit Kontakten nach Teheran und zur US-Regierung um eine Deeskalation nach der Tötung des iranischen Generals Ghassem Soleimani. "Die US-MilitĂ€roperation folgte auf eine Reihe gefĂ€hrlicher Provokationen Irans. Es ist durch die Aktion aber nicht einfacher geworden, Spannungen abzubauen", erklĂ€rte der SPD-Politiker. "Die Folgen fĂŒr die Region sind schwer absehbar." Das habe er auch seinem US-Amtskollegen Mike Pompeo "deutlich gesagt". Maas hatte mit Pompeo telefoniert.

Jetzt gehe es darum, zu verhindern, dass eine weitere Eskalation die ganze Region in Brand setze, so Maas. "Dazu nutzen wir unsere diplomatischen KanĂ€le auch zu Iran und den Staaten der Region", sagte der Minister weiter. Er habe auch mit dem EU-Außenbeauftragten Josep Borrell gesprochen. "Seit heute Morgen sind wir in engem Kontakt mit den britischen und französischen Partnern und den anderen EuropĂ€ern, wie wir gemeinsam am besten auf eine Beruhigung der Lage hinwirken können", erklĂ€rte Maas.

14.45 Uhr: UN-Expertin: Gezielte Tötung ist wohl Menschenrechtsverletzung

Die gezielte Tötung des iranischen Generals Ghassem Soleimani ist nach Auffassung einer UN-Menschenrechtsexpertin wahrscheinlich ein Verstoß gegen internationales Recht. "Rechtfertigungen fĂŒr solche Tötungen sind sehr eng definiert, und es ist schwer vorstellbar, wie eine davon auf diese Tötungen angewendet werden kann", twitterte Agnes Callamard, die unabhĂ€ngige Berichterstatterin des UN-MenschenrechtsbĂŒros fĂŒr außergerichtliche, summarische oder willkĂŒrliche Hinrichtungen.

Der Einsatz von Drohnen oder anderen Mitteln fĂŒr gezielte Tötungen sei außer bei aktiven Kampfhandlungen fast nie legal. Tödliche Gewalt sei höchstens erlaubt, wenn unmittelbar Gefahr fĂŒr Leben bestehe. "Dass jemand in der Vergangenheit an Terrorangriffen beteiligt war, reicht nicht aus, um eine solche Tötung legal zu machen."

14.20 Uhr: Trump Ă€ußert sich erstmals – auf Twitter

PrĂ€sident Donald Trump hat sich erstmals selbst zum US-Angriff geĂ€ußert – zumindest auf Twitter. Dort schrieb er nur: "Iran hat nie einen Krieg gewonnen, aber nie eine Verhandlung verloren!"

Der Tweet lĂ€sst sich als Drohung verstehen: Der Iran wĂŒrde einen Krieg gegen die USA in jedem Fall verlieren, so möglicherweise der Gedanke. Mit den Verhandlungen könnte Trump auf das ihm verhasste Atomabkommen anspielen, das unter FĂŒhrung seines VorgĂ€ngers Barack Obama ausgehandelt worden war und das er aufgekĂŒndigt hat.

13.38 Uhr: Pompeo: Werden Provokationen nicht unbeantwortet lassen

US-Außenminister Mike Pompeo hat Teheran zur Deeskalation aufgefordert. Iran solle sich nun wie ein normales Land verhalten und nicht mehr Terroristen in der ganzen Region unterstĂŒtzen, sagte Pompeo im GesprĂ€ch mit dem US-Sender Fox News. Sollte Iran einen anderen Weg verfolgen, sei die gesamte US-Regierung bereit, "angemessen zu antworten", sagte er. "Wir wollen keinen Krieg mit dem Iran." Die US-Regierung werde aber Provokationen des Irans nicht unbeantwortet lassen. Durch Soleimanis Tod seien der Irak und der Nahe Osten heute sicherer und hĂ€tten eine bessere Chance auf ein Leben in Freiheit und Sicherheit.

13.35 Uhr: Netanjahu: USA haben Recht auf Selbstverteidigung

Der israelische MinisterprĂ€sident Benjamin Netanjahu hat betont, dass die USA das Recht hĂ€tten, sich selbst zu verteidigen und Soleimani zu töten. "Ghassem Soleimani ist verantwortlich fĂŒr den Tod amerikanischer BĂŒrger und vieler unschuldiger Menschen. Er hatte weitere solche Angriffe geplant", sagte Netanjahu. "PrĂ€sident Trump verdient Anerkennung dafĂŒr, dass er reibungslos, kraftvoll und entschlossen gehandelt hat. Israel steht an der Seite der USA im Kampf fĂŒr Frieden, Sicherheit und Selbstverteidigung."

13.15 Uhr: Pompeo: Bleiben Deeskalation verpflichtet

Die USA bleiben Außenminister Mike Pompeo zufolge der Deeskalation verpflichtet. Er habe mit seinen Amtskollegen aus Großbritannien und Deutschland, Dominic Raab und Heiko Maas, ĂŒber die Entscheidung fĂŒr den Angriff auf Soleimani gesprochen, schrieb Pompeo auf Twitter. Deutschland sei ebenfalls ĂŒber die anhaltenden militĂ€rischen Provokationen des Irans besorgt.

13.10 Uhr: EU-RatsprÀsident warnt vor Spirale der Gewalt

EU-RatsprĂ€sident Charles Michel hat vor einer Spirale der Gewalt gewarnt. "Der Kreislauf von Gewalt, Provokationen und GegenschlĂ€gen, den wir in den vergangenen Wochen im Irak erlebt haben, muss aufhören", teilte Michel mit. "Eine weitere Eskalation muss um jeden Preis verhindert werden." Zu viele Waffen und zu viele Milizen verlangsamten die RĂŒckkehr zu einem normalen Alltag fĂŒr die irakischen BĂŒrger, fĂŒhrte der EU-RatsprĂ€sident aus, ohne den tödlichen US-MilitĂ€rschlag gegen den iranischen General in der irakischen Hauptstadt direkt anzusprechen.

12.10 Uhr: Iran ernennt Nachfolger des getöteten Generals

Der Iran hat nach dem tödlichen US-Angriff auf General Ghassem Soleimani einen neuen Chef der Al-Kuds-Brigaden ernannt. Den Posten ĂŒbernehme nach dem "MĂ€rtyrertod des glorreichen Generals" der Brigadegeneral Esmail Kaani, teilte Irans geistliches Oberhaupt Ajatollah Ali Chamenei auf seiner Internetseite mit. Einen Hintergrund zu den Al-Kuds-Brigaden lesen Sie hier.

12 Uhr: Bundesregierung ruft zur Deeskalation auf

Die Bundesregierung hat die Beteiligten zu Besonnenheit aufgerufen. "Es kommt gerade an diesem Punkt jetzt auf Deeskalation an", sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer. Das amerikanische Vorgehen sei eine Reaktion auf eine ganze Reihe von Provokationen, fĂŒr die der Iran die Verantwortung trage. Auf Nachfrage vermied sie direkte Kritik am Vorgehen der US-Regierung. Soleimani war Kommandeur der iranischen Al-Kuds-Brigaden.

11.45 Uhr: Spontane Proteste im Iran: "Tod den USA"

Demonstranten in Teheran: Iranische BĂŒrger haben sich an mehreren Orten im Land zu spontanen Protesten versammelt.
Demonstranten in Teheran: Iranische BĂŒrger haben sich an mehreren Orten im Land zu spontanen Protesten versammelt. (Quelle: Vahid Salemi/ap-bilder)

In fast allen Teilen des Irans ist es zu spontanen Kundgebungen gegen die USA gekommen. Besonders bei den Freitagsgebeten fielen harte Worte in Richtung Washington wie "Tod den USA" und "Rache, Rache". "Den Begriff Sicherheit und Entspannung können die Amerikaner ab heute vergessen", sagte Ahmad Chatami beim Freitagsgebet in Teheran. US-PrĂ€sident Donald Trump könne sich darauf einstellen, dass der Iran "das Blut Soleimanis rĂ€chen" werde und "seine Tage in dunkle NĂ€chte" umwandeln werde, sagte der Geistliche, der den Hardlinern im Land nahe steht. Medienangaben zufolge nahmen Hunderttausende an den Demonstrationen teil. Die Zahl ließ sich nicht unabhĂ€ngig ĂŒberprĂŒfen.

11.30 Uhr: Wer ist der zweite getötete MilizenfĂŒhrer?

Bei dem US-Angriff ist nicht nur der hohe iranische General Ghassem Soleimani getötet worden (lesen Sie hier ein PortrĂ€t), sondern auch der irakische MilizenfĂŒhrer Abu Mahdi al-Muhandis. Er gilt als der militĂ€rische Kopf der Haschd-Brigaden und als einer der wichtigsten Strippenzieher im irakischen Machtapparat. Seine Rolle ist zugleich exemplarisch fĂŒr den Einfluss Teherans und der ihm nahe stehenden Milizen in Bagdad. Al-Muhandis wurde in den Achtzigerjahren im Iran ausgebildet. Als Teil der Iranischen Revolutionsgarden soll er in jener Zeit an TerroranschlĂ€gen auf BotschaftsgebĂ€ude in Kuwait beteiligt gewesen sein. Im irakischen Sicherheitsapparat galt der 65-jĂ€hrige Kommandeur als Garant dafĂŒr, dass die dem Iran nahe stehenden Milizen ihre Autonomie behielten.

11 Uhr: China ruft USA zu ZurĂŒckhaltung auf

China hat alle Seiten im Konflikt zur MĂ€ĂŸigung aufgerufen. "Wir mahnen alle beteiligten Parteien, besonders die Vereinigten Staaten, Ruhe und ZurĂŒckhaltung walten zu lassen, um weitere Spannungen und Eskalationen zu vermeiden", sagte ein Sprecher des Außenministeriums. Frieden und StabilitĂ€t in der Golfregion mĂŒssten gewahrt werden. Die SouverĂ€nitĂ€t und territoriale Unversehrtheit des Irak mĂŒssten respektiert werden. China habe die Anwendung von Gewalt in internationalen Beziehungen immer abgelehnt.

10.40 Uhr: Bundeswehr verschĂ€rft Sicherheitsmaßnahmen

Die im Irak eingesetzten Bundeswehrsoldaten verschĂ€rfen ihre Sicherheitsmaßnahmen. Das Hauptquartier der internationalen MilitĂ€rkoalition gegen die Terrormiliz IS habe EinschrĂ€nkungen fĂŒr Bewegungen am Boden und in der Luft angeordnet, sagte ein Sprecher des EinsatzfĂŒhrungskommandos in Potsdam.

Im MilitĂ€rkomplex Tadschi, 30 Kilometer nördlich der Hauptstadt Bagdad, sind derzeit 27 Bundeswehrsoldaten fĂŒr die Ausbildung irakischer KrĂ€fte im Einsatz. Zudem gibt es im Hauptquartier der Anti-IS-Koalition in Bagdad fĂŒnf deutsche Soldaten. Knapp 90 Bundeswehrleute sind im nordirakischen Kurdengebiet im Einsatz, um dort kurdische KrĂ€fte auszubilden.

10.30 Uhr: Konflikt lĂ€sst Gold- und Ölpreis steigen und setzt Dax zu

Die deutliche VerschĂ€rfung der Spannungen zwischen den USA und dem Iran hat die Preise fĂŒr Gold und Rohöl steigen lassen. Aus Furcht vor LieferausfĂ€llen deckten sich Anleger am Freitag ein. Auch der deutsche Aktienindex Dax wird durch den Konflikt belastet.

10.20 Uhr: Netanjahu bricht Reise ab – Israel in Alarmbereitschaft

Israels MinisterprĂ€sident Benjamin Netanjahu hat seinen Besuch in Griechenland abgebrochen. Er werde frĂŒhzeitig heimkehren, um die aktuellen Entwicklungen zu verfolgen, teilte sein BĂŒro mit. Israel befindet sich nach dem US-Angriff in erhöhter Alarmbereitschaft. Israel und der Iran sind Erzfeinde. Vertreter des Iran haben in der Vergangenheit mit VergeltungsschlĂ€gen gegen den US-VerbĂŒndeten Israel gedroht.

10 Uhr: Russland: "Abenteuerlicher Schritt"

Russland hat den Angriff kritisiert und befĂŒrchtet, dass sich die Spannungen im Nahen Osten weiter verschĂ€rfen könnten. Das teilte das Außenministerium der Staatsagentur Tass zufolge mit. Es sprach mit Blick auf das Vorgehen der Amerikaner von einem "abenteuerlichen Schritt". Soleimani habe sich fĂŒr den Schutz der nationalen Interessen des Iran eingesetzt.

9.20 Uhr: US-Regierung ruft ihre BĂŒrger zur Ausreise auf

Die US-Botschaft in Bagdad hat alle US-BĂŒrger zur sofortigen Ausreise aufgefordert. Sie sollten auf dem Luftweg aus dem Land ausreisen, solange dies möglich sei. Andernfalls sollten sie auf dem Landweg in andere Staaten ausreisen. Die wichtigsten GrenzĂŒbergĂ€nge fĂŒhren in den Krisenstaat Syrien und den Iran. Weitere fĂŒhren nach Saudi-Arabien und in die TĂŒrkei.

9 Uhr: Mehrere schiitische Milizen drohen den USA und Israel

Mehrere schiitische Milizen im Irak drohen den USA mit Vergeltung. Der einflussreiche MilizenfĂŒhrer Kais al-Khasali teilte mit, im Gegenzug fĂŒr das vergossene Blut wĂŒrden das Ende der amerikanischen MilitĂ€rprĂ€senz im Irak und die Zerstörung Israels kommen. Der Chef der irantreuen Miliz Asaib Ahl al-Hak rief seine KĂ€mpfer außerdem dazu auf, bereit zu sein, da die nĂ€chsten Tage "eine baldige Eroberung und einen großen Sieg" bringen wĂŒrden.

8.40 Uhr: Iraks MinisterprÀsident kritisiert Angriff scharf

Der irakische MinisterprĂ€sident Adil Abd al-Mahdi hat die Tötung Soleimanis als Aggression gegen sein Land und als empörenden Verstoß gegen die Voraussetzungen fĂŒr die PrĂ€senz der US-Truppen im Irak verurteilt. Er sprach von einer gefĂ€hrlichen Eskalation und warnte vor einem Krieg in der Region.

8.30 Uhr: Iraks SchiitenfĂŒhrer al-Sadr will Anti-US-Miliz reaktivieren

Der einflussreiche irakische SchiitenfĂŒhrer Muktada al-Sadr will seine Anti-US-Miliz reaktivieren. Über Twitter rief er die KĂ€mpfer seiner vor gut einem Jahrzehnt offiziell aufgelösten Mahdi-Armee auf, sich "bereitzuhalten". WĂ€hrend der jahrelangen US-PrĂ€senz im Irak war die etwa 60.000 Mann starke Mahdi-Armee von al-Sadr lange der mĂ€chtigste Gegner der US-Truppen.

8 Uhr: Irans PrÀsident: "Schreckliches Verbrechen der USA"

Irans PrĂ€sident Hassan Ruhani hat die USA scharf verurteilt und Vergeltung angekĂŒndigt. "Zweifellos werden der Iran und andere unabhĂ€ngige Staaten dieses schreckliche Verbrechen der USA rĂ€chen", schrieb Ruhani in einem Beileidsschreiben. Diese feige Tat zeige die Verzweiflung der amerikanischen Nahostpolitik und wie die Amerikaner ihrer Interessen wegen alle menschlichen Prinzipien außer Acht ließen.

6.45 Uhr: Irans oberster FĂŒhrer droht mit Rache

Irans oberster FĂŒhrer hat den USA Vergeltung angedroht. "Soleimanis Weg wird auch ohne ihn weitergefĂŒhrt, aber die Kriminellen erwartet eine schwere Rache", schrieb Ajatollah Ali Chamenei in einem Beileidsschreiben.

4 Uhr: US-MilitÀr tötet hohen iranischen General

Die USA haben nach eigenen Angaben den Raketenangriff im Irak ausgefĂŒhrt, bei dem einer der höchsten iranischen GenerĂ€le getötet worden ist. Das US-Verteidigungsministerium teilte mit, der Angriff sei auf Anweisung von PrĂ€sident Donald Trump erfolgt, um weitere Attacken auf amerikanische KrĂ€fte in der Region zu verhindern. Lesen Sie hier mehr.

3 Uhr: Hoher iranischer General bei Raketenangriff im Irak getötet

Bei einem Raketenangriff nahe dem Flughafen von Bagdad ist einer der höchsten iranischen GenerĂ€le getötet worden. Dabei handele es sich um Ghassem Soleimani, den Kommandeur der iranischen Al-Kuds-Brigaden, meldete die Medienstelle der vom Iran unterstĂŒtzten irakischen VolksmobilisierungskrĂ€fte. Ums Leben kam demnach auch deren stellvertretender Leiter Abu Mahdi al-Muhandis.

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