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Coronavirus News: Johnson nennt kuriosen Grund für hohe Corona-Zahlen

Newsblog zu Covid-19  

Johnson nennt kuriosen Grund für hohe Corona-Zahlen

23.09.2020, 04:47 Uhr | AFP, dpa, rtr, t-online

Coronavirus News: Johnson nennt kuriosen Grund für hohe Corona-Zahlen . Boris Johnson bei einer Sitzung des britischen Parlaments: Der Premierminister macht die Freiheitsliebe der Briten für die hohen Corona-Infektionszahlen verantwortlich.  (Quelle: Reuters)

Boris Johnson bei einer Sitzung des britischen Parlaments: Der Premierminister macht die Freiheitsliebe der Briten für die hohen Corona-Infektionszahlen verantwortlich. (Quelle: Reuters)

Die Zahl der Corona-Infektionen ist in Großbritannien weiterhin hoch – das bringt Boris Johnson in die Kritik. Doch der hat für die Zahlen eine ungewöhnliche Erklärung. Alle Informationen im Newsblog.

Weltweit haben sich laut Johns-Hopkins-Universität mehr als 31,4 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert, mehr als 968.683 Erkrankte sind gestorben (Stand: 23. September). 

 


1.769 neue Positiv-Tests und 13 weitere Todesfälle in Deutschland

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts sind in 1.769 neuen Fällen Menschen in Deutschland positiv auf das Coronavirus getestet worden. Damit steigt die Gesamtzahl auf 275.927. Weitere 13 Menschen starben, die positiv getestet wurden. Die Zahl der Todesfälle erhöht sich dadurch auf 9.409. Hier lesen Sie mehr Informationen dazu, wie die unterschiedlichen Statistiken zustande kommen.

Johnson nennt kuriosen Grund für hohe Corona-Zahlen 

Der britische Premierminister Boris Johnson hat eine ungewöhnliche Erklärung für die Unterschiede im Infektionsgeschehen zwischen den europäischen Ländern gefunden: Die Corona-Infektionszahlen seien in Großbritannien höher als in Deutschland oder Italien, da es ein "freiheitsliebendes Land" sei, sagte er im britischen Parlament.

Die Opposition hatte Johnson vorgeworfen, die Zahlen im Königreich seien so hoch, weil – anders als in anderen Ländern – die Kontaktverfolgung und das Testprogramm nicht richtig funktionierten. Johnson wies dies zurück: Es gebe "einen wichtigen Unterschied zwischen unserem Land und vielen anderen Ländern der Welt, nämlich dass unser Land ein freiheitsliebendes Land ist", erklärte er.

In den vergangenen 300 Jahren sei "praktisch jeder Fortschritt, von der Meinungsfreiheit bis hin zur Demokratie", von Großbritannien ausgegangen, fügte der Premier hinzu. "Es ist sehr schwierig, von der britischen Bevölkerung zu verlangen, dass sie einheitlich die Regeln so befolgt, wie es notwendig ist."

100 Tage Corona-Warn-App: SAP und Telekom ziehen positive Bilanz 

Die Macher der deutschen Corona-Warn-App, SAP und Deutsche Telekom, haben 100 Tage nach dem Start der Anwendung eine positive Bilanz gezogen. "Die App funktioniert und wir arbeiten weiter an Verbesserungen", sagte Peter Lorenz, Chefentwickler bei der Telekom-Tochter T-Systems. Das sei auch der Grund, warum sich inzwischen mehrere Länder an dem Open-Source-Code des deutschen Projektes bedienen würden. Die im internationalen Vergleich sehr hohen Download-Zahlen für die deutsche App wertete Lorenz als ein "Vertrauensbeweis der Bevölkerung". Die Akzeptanz der App sage viel darüber aus, dass die Menschen in der Stimmung seien, solche Tools als einen Beitrag zur Pandemiebekämpfung zu nutzen. Die App wurde in den vergangenen 100 Tagen 18,2 Millionen Mal heruntergeladen. Da aber auch einige Anwender die App deinstalliert oder deaktiviert haben, gehen Experten von rund 15 Millionen aktiven Nutzern aus.

Michael Schuster, "Co-Lead" des Projektes bei SAP, verwies auf eine sehr gute Zusammenarbeit mit den US-Technologiekonzernen Apple und Google, die die technisch notwendigen Schnittstellen bereitstellen. Zusammen mit Apple habe man auch die jüngsten Probleme auf dem iPhone-Betriebssystem iOS lösen können. Schuster betonte, es wäre gut, wenn man noch mehr Menschen in Deutschland dazu motivieren könnten, sich die App herunterzuladen.

Manuel Höferlin (FDP), Vorsitzender des Digitalausschusses im Bundestag, sagte, die Corona-Warn-App sei "technisch sehr gut gemacht". Er bemängelte aber, dass die App nach wie vor erst ab 17 Jahren heruntergeladen werden könne. Anke Domscheit-Berg, die Digitalexpertin der Linken-Fraktion im Bundestag, lobte "die Kombination aus transparenter Entwicklung und Datensparsamkeit". Aus ihrer Sicht sollten aber mehr Menschen die App nutzen. Sie sieht die Bundesregierung und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in der Pflicht, besser über den Nutzen der App zu informieren.

Mehr als 200.000 Corona-Tote in den USA

Seit Beginn der Corona-Pandemie sind in den USA mittlerweile mehr als 200.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Virus gestorben. Das ging aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor. In keinem anderen Land der Welt gibt es so viele bekannte Corona-Tote. Die Schwelle von 150.000 Opfern war Ende Juli erreicht worden. Seit Beginn der Pandemie gab es in den USA demnach mehr als 6,8 Millionen bestätigte Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2. Die Opferzahl in den USA, einem Land mit 330 Millionen Einwohnern, ist weltweit die bislang höchste in absoluten Zahlen. 

Die Webseite der Universität Johns Hopkins wird regelmäßig aktualisiert und zeigt daher meist einen höheren Stand als die offiziellen Zahlen der US-Gesundheitsbehörde CDC. In manchen Fällen wurden die Zahlen der Universität aber auch wieder nach unten korrigiert. Der CDC zufolge gab es bis Dienstagmittag (Ortszeit) etwas mehr als 199 000 Corona-Tote. Der Erreger Sars-CoV-2 kann die Erkrankung Covid-19 auslösen, die vor allem für ältere oder immungeschwächte Menschen lebensgefährlich sein kann.

Laschet: Null Toleranz bei Verstößen auf Feiern

Die NRW-Landesregierung will Verstöße gegen die Corona-Regeln bei privaten Feiern konsequent ahnden. Ministerpräsident Armin Laschet kündigte ein "Null-Toleranz-Prinzip" an. Wer Feiern mache, müsse sich an die Regeln halten, und wenn das jemand nicht tue, müsse das "als Ordnungswidrigkeit geahndet werden". Laschet bezog sich auf eine Feier mit rund 250 Menschen, bei der es keine Listen für Kontaktnachverfolgung gegeben habe. Bei der Hochzeitsfeier hatten sich 86 Menschen infiziert. Bei dem Fest waren 236 Gäste aus Hamm.

NRW: Hamm verschärft Regeln nach Ausbruch weiter

Wegen eines deutlichen Anstiegs der Corona-Neuinfektionen hat die nordrhein-westfälische Stadt Hamm ihre Pandemieauflagen weiter verschärft. Im öffentlichen Raum dürfen nur noch fünf Menschen oder Menschen aus zwei Haushalten zusammenkommen. Außerdem gilt an weiterführenden Schulen wieder Maskenpflicht im Unterricht. 

Ortsschild von Hamm: Die Siebentageinzidenz ist hier derzeit so hoch wie nirgends sonst in Deutschland.  (Quelle: dpa/Guido Kirchner)Ortsschild von Hamm: Die Siebentageinzidenz ist hier derzeit so hoch wie nirgends sonst in Deutschland. (Quelle: Guido Kirchner/dpa)

In Hamm lag die Siebentageinzidenz am Dienstagmittag bei 87,1 und damit so deutlich über dem kritischen Wert 50 wie derzeit sonst nirgendwo im Bundesgebiet. Die Stadt hatte schon am Montag erste Corona-Auflagen verschärft. So sind nun private Feiern mit geselligem Charakter wie runde Geburtstage, Hochzeiten und Jubiläen ab 25 Teilnehmern anzeigepflichtig. Ab 50 Teilnehmern bis zur Obergrenze von 150 Teilnehmern müssen Feiern von der Stadt genehmigt werden. Auch sind bei Sportveranstaltungen nur noch maximal 150 Zuschauer zugelassen.

Söder verkündet neue Corona-Regeln für Bayern

Markus Söder zieht die Zügel an: Bayerns Ministerpräsident will künftig härter gegen lokale Ausbrüche vorgehen. Für die steigenden Zahlen hat er eine Erklärung. Lesen Sie hier mehr.

Bayerische Stadt schließt alle Schulen und Kindergärten

In Bad Königshofen in Bayern sind wegen mehrerer Corona-Infektionen nach einer Hochzeitsfeier alle Schulen und Kitas geschlossen worden. Das teilte das Landratsamt Rhön-Grabfeld mit. Damit ist die 6.000-Einwohner-Stadt die erste, die diese Maßnahme ergreift. Dies berichtet der "BR". 

Die Maßnahme soll vorerst bis einschließlich Mittwoch gelten. Auf der Hochzeitsfeier hatten sich 17 Personen mit dem Coronavirus infiziert. Danach wurden rund 400 Kontaktpersonen ausgemacht. Am Dienstagvormittag waren 270 davon bereits getestet worden. 

Der Bürgermeister von Bad Königshofen teilte auf der Website der Stadt mit: "Unser größtes Anliegen war es, derartige Schritte zu vermeiden, allerdings muss nun die Sicherheit und der Schutz aller Bürger und Bürgerinnen oberste Priorität haben."

Corona-Auflage: Frühe Sperrstunde für britische Pubs und Restaurants

Aufgrund der sich zuspitzenden Corona-Krise in England hat Premierminister Boris Johnson verschärfte Schutzvorkehrungen angekündigt. Pubs und Restaurants sollen ab Donnerstag um spätestens 22 Uhr schließen, wie die Regierung am Montagabend mitteilte. Außerdem wird nur noch Service am Tisch erlaubt sein. Johnson wollte sich am Dienstag mit einer Rede an die Briten wenden, um ihnen den Ernst der Lage bewusst zu machen und an geltende Abstands- und Hygieneregeln zu erinnern.

In England steigen die Infektionszahlen rapide an: In den vergangenen Tagen kamen fast täglich 3.500 bis 4.000 neue Fälle hinzu, die Zahl der Infektionen verdoppelte sich ungefähr innerhalb von sieben Tagen. Verbreite sich das Virus ungehindert im gleichen Tempo weiter, könnte Großbritannien Mitte Oktober fast 50.000 Fälle pro Tag zählen, warnen führende Gesundheitsexperten.

Die Regierung denkt deshalb auch über ein temporäres Herunterfahren des öffentlichen Lebens nach, eine Art Zwangspause von zwei bis drei Wochen, während die Restaurants und Pubs wieder ganz geschlossen werden könnten. Große Landesteile im Nordosten Englands, Nordirland und Wales leben bereits jetzt mit härteren Maßnahmen.

Wieder Corona-Ausbruch im Hamburger Schanzenviertel 

In Hamburg gab es auf der "Schanze" nun schon den zweiten Corona-Ausbruch. Mehr dazu lesen Sie hier. 

Kanzleramt will Grenzen zu Nachbarländern offen lassen 

Trotz steigender Infektionszahlen in den Nachbarländern sollen die Grenzen Deutschlands offen bleiben. "Wir haben keine guten Erfahrungen mit Grenzschließungen gemacht", sagt Kanzleramtsminister Helge Braun im ZDF Morgenmagazin. Deutschland brauche die Pendler wie etwa Krankenschwestern aus Frankreich, die im Saarland arbeiteten, ebenso wie den freien Warenverkehr. "Deshalb sind Grenzschließungen überhaupt nicht das Mittel der ersten Wahl", sagt der CDU-Politiker. Vielmehr müsse der Arbeitgeber des Pendlers Hygienekonzepte erarbeiten, um die Mitarbeiter zu schützen und die Ausbreitung des Corona-Virus zu verhindern.

Johnson fordert Briten zum Homeoffice auf

Der britische Premierminister Boris Johnson will einer Zeitung zufolge seine Landsleute angesichts steigender Infektionszahlen zum Verbleib im Homeoffice auffordern. Johnson habe zudem Abgeordnete gewarnt, dass ein jetziges Handeln verhindern könne, später drastisch handeln zu müssen, berichtet ein Korrespondent von "The Telegraph" unter Berufung auf Insider. Johnson soll im Laufe des Tages vor Abgeordneten und auch zur Nation sprechen. 

RKI meldet 1821 Neuinfektionen, zehn weitere Tote

In Deutschland steigt die Zahl der bekannten Infektionen um 1.821 auf 274.158, wie aus Daten auf der Internetseite des Robert Koch-Instituts (RKI) hervorgeht. Die Zahl der Todesfälle legt demnach um zehn auf 9.396 zu. Hier lesen Sie mehr Informationen dazu, wie die unterschiedlichen Statistiken zustande kommen.

Spahn: Deutschland im Kampf gegen Corona besser gerüstet als zu Pandemie-Beginn

Deutschland ist nach Ansicht von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) im Kampf gegen das Coronavirus heute "deutlich besser gerüstet" als zu Beginn der Pandemie. Unter anderem gebe es mehr Testkapazitäten und Schutzausrüstung für medizinisches Personal, sagte Spahn am Montagabend in der ARD. Zu weiteren Lockerungen bei den Corona-Maßnahmen äußerte sich der CDU-Politiker jedoch skeptisch.

Auch mehr Wissen helfe im Umgang mit dem neuartigen Coronavirus, sagte Spahn. "Wir wissen, wie wir die Intensiv-Kapazitäten steuern können, dass Operationen nicht abgesagt werden müssen." Auch wüssten Mediziner inzwischen besser, wann Corona-Patienten künstlich beatmet werden sollten und wann nicht.

Zur Debatte über Lockerungen der Regeln etwa für Clubs und Bars äußerte sich Spahn ablehnend. Beim Feiern werde das Virus besonders schnell übertragen. Im Herbst und Winter sei besondere Vorsicht geboten. Auch von Urlauben außerhalb Deutschlands in der nächsten Zeit riet der Gesundheitsminister ab. Mit dem Reisen und der Mobilität seien "zusätzliche Infektionsrisiken" verbunden.

Oper in Madrid wehrt sich gegen Vorwurf zu laxer Maßnahmen

Das Opernhaus Teatro Real in Madrid sieht sich wegen angeblich zu laxer Corona-Regeln mit heftiger Kritik konfrontiert. Nachdem eine Aufführung am Sonntagabend von protestierenden Zuschauern massiv gestört worden war, verteidigte sich das renommierte Opernhaus gegen die Vorwürfe. Das Teatro Real habe die von der Madrider Regionalregierung verhängten Corona-Auflagen beachtet und diese "sogar verstärkt", sagte am Montag der Verwaltungschef der Oper, Gregorio Marañón.

Die Aufführung von Giuseppe Verdis "Ein Maskenball" war von einigen Zuschauern aus Protest dagegen, dass sie ihrer Ansicht nach zu eng beieinander saßen, durch permanentes Klatschen und Zwischenrufe gestört worden, wie in Webvideos zu sehen war. Die Aufführung wurde daraufhin abgebrochen. Die Proteste kamen von den hintersten und damit preiswertesten Zuschauerrängen. In den Videos war zu sehen, dass dort fast jeder Sitz besetzt war. In den vorderen teureren Reihen waren hingegen viele Sitze leer.

Das Teatro Real teilte mit, die lautstarken Proteste seien weitergegangen, obwohl den Protestierenden per Lautsprecheransage angeboten worden sei, auf andere Plätze zu wechseln oder ihre Eintrittspreise erstattet zu bekommen. Deswegen sei der Abbruch der Vorstellung nötig geworden. Marañón sagte, es seien nur 51,5 Prozent der Sitze belegt gewesen, während die Behörden eine Belegung von bis zu 75 Prozent erlaubten. Auch sähen die Auflagen nicht vor, dass jeweils ein Platz zwischen den Zuschauern frei bleiben müsse. Vielmehr gelte lediglich, dass es einen Abstand von 1,50 Meter zwischen den Zuschauern geben müsse. Laut Marañón prüft das Teatro Real nun aber mögliche weitere Corona-Maßnahmen.

Tschechische Regierung appelliert an Bürger – "Wollen keinen Lockdown"

Die tschechische Regierung appelliert an die Bürger, sich an die Schutzmaßnahmen zu halten und dadurch Schaden von der Wirtschaft fernzuhalten. "Wir wollen nicht die Wirtschaft herunterfahren und damit Arbeitsplätze gefährden", sagt Ministerpräsident Andrej Babis in einer Fernsehansprache. 

"Wir wollen das mit Maßnahmen hinbekommen, die unser Leben so wenig wie möglich beeinträchtigen." Dazu müssten aber Beschränkungen eingehalten und Gesichtsmasken getragen werden. Zuvor war Gesundheitsminister Adam Vojtech angesichts drastisch steigender Neuinfektionen zurückgetreten. Er hatte erklärt, die Regierung erwäge, den Ausnahmezustand zu verhängen.

Mönche in orthodoxem griechischen Kloster infiziert

In einem orthodoxen Kloster am Berg Athos in Griechenland sind acht Mönche positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Das Kloster Sankt Paul im Norden Griechenlands wurde unter Quarantäne gestellt, wie es aus Kirchenkreisen hieß. Einer der Infizierten sei in ein Krankenhaus in Thessaloniki eingeliefert worden.

Der Berg Athos ist ein wichtiges spirituelles Zentrum der orthodoxen Kirche. Die Halbinsel mit ihren 20 Klöstern genießt als Mönchsrepublik einen halbautonomen Status, gehört völkerrechtlich aber zu Griechenland. Fast 1.700 Mönche leben auf der Insel – Frauen haben keinen Zutritt.

Kennzahl steigt in Hamm über kritischen Wert

In Hamm ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen deutlich über eine kritische Marke gestiegen. Nach Angaben der Stadt sind 70,9 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage registriert worden. Das teilte Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann mit. Zuletzt hatten sich demnach bei einer Hochzeitsfeier 86 Menschen infiziert. Bei der Feier waren 236 Gäste aus Hamm.

Die kritische Marke bei der sogenannten 7-Tage-Inzidenz liegt bei 50. Steigen die Zahlen über diese Marke, sollen Kreise und Kommunen mehr Beschränkungen im öffentlichen und privaten Leben einführen. 

Dutzende Corona-Fälle in Arbeiterunterkunft von Stuttgart 21

In Stuttgart hat es erneut einen Corona-Ausbruch im Umfeld des Bauprojektes Stuttgart 21 gegeben. Dutzende Bauarbeiter sollen sich in einer Unterkunft angesteckt haben. Lesen Sie hier mehr.

Spahn drängt Länder zu Verzicht auf Corona-Lockerungen

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat angesichts steigender Infektionszahlen an die Länder appelliert, sich an den verabredeten Verzicht auf weitere Lockerungen der Corona-Maßnahmen zu halten. "Ich wünsche mir sehr, dass wir ein gemeinsames Verständnis dafür entwickeln, was die Vereinbarung 'keine weiteren größeren Öffnungsschritte' tatsächlich heißt", sagte Spahn.

Der Gesundheitsminister verwies darauf, dass sich Bund und Länder Ende August darauf geeinigt hätten, die bestehenden Maßnahmen nicht zu lockern. Nunmehr gebe es aber Diskussionen über eine mögliche Wiedereröffnung von Clubs oder Bars. Spahn betonte zudem, dass sich das Coronavirus derzeit häufig über Familien-, oder Hochzeitsfeiern verbreite.

"Stand heute" könnten die Gesundheitsämter sehr gut mit dem Geschehen umgehen, sagte der Bundesgesundheitsminister weiter. Besorgsniserregend sei die Dynamik der Ausbreitung in den Nachbarländern. Es gebe kein deutsches Nachbarland, das nicht ein Mehrfaches an Infektionszahlen gemessen an der Bevölkerungszahlen aufweise.

Bundesregierung mahnt zu "höchster Achtsamkeit"

Die Bundesregierung hat angesichts steigender Corona-Infektionszahlen zu "höchster Achtsamkeit" aufgerufen. "Es kommt aktuell vermehrt zu Ansteckungen und Übertragungen innerhalb Deutschlands", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Politik und Bürger hätten es nun in der Hand, "ob sich die Infektionszahlen wieder unkontrolliert ausbreiten". Deutschland sei "in einer Phase der Pandemie, in der sich entscheiden wird, wie wir in diese Winter- und Herbstmonate hineingehen". Zugleich gebe es in Nachbarländern teils noch ein deutlich höheres Infektionsgeschehen.

Tausende Schüler befinden sich in Quarantäne

Die steigenden Corona-Fallzahlen machen sich auch bei den Schulen bemerkbar. Mehr als 8.800 Schüler und 771 Lehrer im Freistaat befänden sich derzeit in Quarantäne, teilte das Bayerische Kultusministerium am Montag in München mit. 343 Schüler und 48 Lehrer seien momentan nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Das Ministerium bezog sich dabei auf Zahlen vom Sonntagabend. In Bayern gibt es 1,65 Millionen Schüler sowie 150.000 Lehrerinnen und Lehrer. Aktuelle Zahlen über Schulschließungen wegen der Corona-Pandemie in Bayern lagen zunächst nicht vor.

Auch in Nordhrein-Westfalen sind viele Schulen von der Corona-Pandemie betroffen. Nach jüngsten Zahlen des nordrhein-westfälischen Schulministeriums befinden sich knapp 7.000 Schüler und rund 580 Lehrer in Quarantäne. Bei 238 Schülern und 46 Lehrkräften sei eine Infektion mit dem Virus bestätigt worden, berichtete die in Düsseldorf erscheinende "Rheinische Post" unter Berufung auf das Ministerium. Vier Schulen seien wegen der Pandemie komplett geschlossen, dazu kämen 106 Teilschließungen.

Zum Schutz vor einer Ansteckung hatte in den ersten beiden Schulwochen an weiterführenden Schulen eine Maskenpflicht auch während des Unterrichts gegolten. An manchen Orten besteht diese Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung wegen hoher Infektionszahlen fort, etwa in München. Der Verband der Lehrer NRW kritisierte, dass die Abschaffung der Maskenpflicht nach zwei Wochen habe zu massiver Verunsicherung bei Schülern und Lehrern in dem Bundesland geführt habe.

NRW: Im Bundesland sind mehr als 7.000 Schüler in Quarantäne (Symbolbild).  (Quelle: imago images/Rainer Unkel)NRW: Im Bundesland sind mehr als 7.000 Schüler in Quarantäne (Symbolbild). (Quelle: Rainer Unkel/imago images)

Mehrere Städte kratzen am RKI-Grenzwert

Hamm steht mit 46,9 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen kurz vor der wichtigen Marke von 50. Die Stadt in Westfalen stand NRW-weit am Montag an der Spitze der Liste der sogenannten 7-Tage-Inzidenz und überholte mit einem Anstieg von fast vier Punkten zum Vortag Gelsenkirchen.

Prof. Dr. Lothar H. Wieler: Einige Städte kratzen am Grenzwert des RKI. (Quelle: imago images/Jens Schicke)Prof. Dr. Lothar H. Wieler: Einige Städte kratzen am Grenzwert des RKI. (Quelle: Jens Schicke/imago images)

Auch in anderen Städten liegt der entsprechende Wert weiter über der Zahl 35, ab der bereits erste Maßnahmen ziehen: Gelsenkirchen lag - zum Vortag unverändert - bei 44,1. Remscheid bei 37,8, wobei der Wert laut Robert Koch-Institut (RKI) am Vortag noch bei 36,9 lag. Für Köln betrug der Wert am Montag 33,2 (Vortag: 34,2). Der Oberbergische Kreis stagnierte bei 33,0.

An diesem Montag wollen die Behörden entscheiden, ob in Hamm, Gelsenkirchen und Remscheid wieder striktere Beschränkungen eingeführt werden. In Köln solle am Dienstag der Krisenstab zusammentreten, teilte ein Sprecher mit.

Auch im Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg steigt die Zahl der Neuinfektionen auf über 50 pro 100.000 Einwohnern. Das berichtet der "Tagesspiegel". Demnach beträgt die 7-Tage-Inzidenz in dem Bezirk 50,8. Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci sei besorgt, da es immer schwerer werde, die Kontaktketten nachzuverfolgen.

Zu wenig Abstand: Söder will Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat eine Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen in München in Aussicht gestellt, auf denen die Abstandsregeln nicht eingehalten werden können. Er habe sehr gemischte Gefühle, etwa wenn er sich die Bilder von wilden Wiesn-Ersatzfeiern wie am Wochenende auf dem Viktualienmarkt ansehe. Daher wolle er mit der Stadt über einen Mund-Nasen-Schutz beraten, sagte der CSU-Chef am Montag dem Radiosender "B5 aktuell". "Ich will keinem die Freude nehmen", sagte Söder. Aber angesichts der hohen Infektionszahlen in München sollten Freude und Vernunft besser zusammengehen.

"Bin sehr besorgt": Wegen steigender Corona-Zahlen verschärft Ministerpräsident die Corona-Regeln in Bayern. (Quelle: Reuters)

Zudem soll das Gesundheitsamt der Stadt künftig durch die Bundeswehr unterstützt werden. "Wir werden die Bundeswehr bitten, 100 Leute zur Verfügung zu stellen, um die Nachverfolgung zu verbessern." Am Sonntag erreichten die Corona-Zahlen in München den Wert von 55,6 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner in einer Woche. Söder sprach in diesem Zusammenhang von starkem Leichtsinn einiger.

Spahn: "Wir brauchen im Herbst Fieberambulanzen"

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will Deutschland mit Fieberambulanzen, einer neuen Teststrategie und einem besonderen Schutz für Risiko-Gruppen auf einen möglichen weiteren Anstieg der Corona-Infektionszahlen vorbereiten. "Wir brauchen im Herbst regional und lokal sogenannte Fieberambulanzen, an die sich Patienten mit klassischen Atemwegssymptomen wie Corona und Grippe wenden können", sagte Spahn der "Rheinischen Post". 

Spahn betonte, er setze darauf, dass die Kassenärztlichen Vereinigungen solche zentralen Anlaufstellen vor Ort anbieten würden. "Konzeptionell gibt es die schon – sie sollten im Herbst idealerweise flächendeckend zugänglich sein." Für eine Weiterentwicklung der Teststrategie will sich Spahn bis Mitte Oktober Zeit lassen. 

922 Neuinfektionen, keine neuen Todesfälle

In Deutschland steigt die Zahl der bekannten Infektionen um 922 auf 272.337, wie aus Daten auf der Internetseite des Robert Koch-Instituts (RKI) hervorgeht. Die Zahl der Todesfälle bleibt demnach unverändert bei 9.386. Hier lesen Sie mehr Informationen dazu, wie die unterschiedlichen Statistiken zustande kommen.

Merz: Dürfen uns nicht an ein Leben ohne Arbeit gewöhnen

Der CDU-Politiker und Parteivorsitz-Kandidat Friedrich Merz zeigt sich besorgt über eine mögliche Gewöhnung an ein Leben ohne Arbeit während der Corona-Krise. "Wir müssen ein bisschen aufpassen, dass wir uns nicht alle daran gewöhnen, dass wir ohne Arbeit leben können", sagt Merz "Bild live" laut redaktioneller Fassung. "Wir müssen zurück an die Arbeit."

Englands Chefmediziner warnt vor schwierigem Winter

Englands Chefmediziner Chris Whitty warnt vor einem schwierigen Winter. Die Pandemie entwickle sich in Großbritannien in die falsche Richtung, heißt es vorab aus einer Rede, die Whitty im Laufe des Tages halten soll. "Wir schauen uns die Daten an um zu sehen, wie wir die Ausbreitung des Virus vor einer sehr herausfordernden Winterperiode handhaben können."

Neuseeland lockert Maßnahmen: Noch Auflagen in Auckland

Neuseelands Ministerpräsidentin Jacinda Ardern kündigt eine Lockerung der Auflagen an. Ab Mitternacht am Montag würden die Maßnahmen nur noch in Auckland gelten, erklärt sie. Dort sollen ab Donnerstag zumindest wieder Versammlungen von bis zu 100 Menschen zugelassen werden. Damit gilt in der größten Stadt des Landes formell die Stufe 2, im restlichen Land die Stufe 1.

14 Corona-Infizierte nach Geburtstagsparty – Hunderte in Quarantäne

Nach einer privaten Geburtstagsparty in Dettingen auf der Schwäbischen Alb sind 14 Teilnehmer positiv auf das Coronavirus getestet worden. Hunderte weitere Personen befinden sich in Quarantäne. Das teilte der Leiter des Kreisgesundheitsamtes Reutlingen, Gottfried Roller, am Sonntag mit. An der Party, für die kein Hygienekonzept notwendig gewesen sei, hätten vom 12. auf den 13. September 33 Menschen teilgenommen. In Baden-Württemberg seien bis zu 100 Teilnehmer an solchen Feiern erlaubt.

Laut Roller sind sieben Schulen im Landkreis Reutlingen mit mehr als 350 Kontaktpersonen der Kategorie 1 betroffen, das heißt, sie hatten engen Kontakt zu nachweislich Infizierten. Für sie gelte eine 14-tägige Quarantäne. Dazu kämen Kontakte zu vier Fußballvereinen mit 70 Kontaktpersonen der Kategorie 2, die beispielsweise im selben Raum mit Infizierten gewesen seien und für die eine Risikoabschätzung gemacht worden sei. Die Dimension der möglichen Ansteckungen sei durch die Erkrankung Einzelner bekannt geworden, berichtete Roller.

Die Innenstadt von Reutlingen (Symbolbild): In der Nähe, in der Schwäbischen Alb, sind nach einer Geburtstagsparty mehrere Corona-Infektionen aufgetreten.  (Quelle: imago images)Die Innenstadt von Reutlingen (Symbolbild): In der Nähe, in der Schwäbischen Alb, sind nach einer Geburtstagsparty mehrere Corona-Infektionen aufgetreten. (Quelle: imago images)

Proteste gegen Corona-Absperrungen in Madrid – "Keine Ghettos"

Tausende Menschen haben in Madrid gegen die coronabedingte Abriegelung von mehreren einkommensschwachen Gebieten der spanischen Hauptstadt protestiert. Bei Großkundgebungen wurden die Maßnahmen am Sonntag als ungerecht und diskriminierend zurückgewiesen. Sie sollen am Montag in Kraft treten.

Die Menschen trugen Plakate mit Aufschriften wie "Unsere Stadtteile sind keine Ghettos", "Mehr Ärzte, mehr Kontaktnachverfolger – keine Ausgrenzung" oder "Ihr habt uns im Stich gelassen und nun sperrt ihr uns ein". Sie forderten den Rücktritt der konservativen Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso: "Ayuso, Du bist das Virus".

Die harten Maßnahmen sollen zunächst zwei Wochen lang gelten. Betroffen sind nach amtlichen Angaben 850.000 der rund 6,6 Millionen Einwohner der Region um die Hauptstadt. Abgeriegelt werden insgesamt 37 Gebiete in sechs Stadtteilen sowie in sieben Kommunen im Umland Madrids. Die jeweiligen Gebiete dürfen dann nur noch für dringende Angelegenheiten betreten oder verlassen werden - etwa für den Weg zur Arbeit, zur Schule oder zum Arzt.

Mit mehr als 640.000 Infektionen und fast 30.500 Toten ist Spanien das von der Corona-Pandemie am schlimmsten getroffene Land Westeuropas. Auf die Region um Madrid entfällt seit Wochen mehr als ein Drittel aller Neuinfektionen.

Söder spricht für Weihnachtsmärkte aus – unter bestimmten Bedingungen

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat sich trotz der steigenden Zahl der Corona-Neuinfektionen für die Öffnung der Weihnachtsmärkte ausgesprochen. "Für die Weihnachtsmärkte muss man sich kluge Konzepte überlegen", sagte Söder der "Welt am Sonntag". So könnten beispielsweise Laufwege mit Eingang und Ausgang definiert werden, es müsse eine Maskenpflicht geben, "und man wird den Alkoholkonsum stark reduzieren müssen".

Dann könne er sich "die Christkindlmärkte vorstellen, die allerdings anders sind als die normalen – und nur, wenn es das regionale Infektionsgeschehen zulässt", erklärte Söder. Der CSU-Chef warnte davor, die errungenen Erfolge im Kampf gegen die Pandemie durch Leichtsinn aufs Spiel zu setzen und rief weiterhin zu Disziplin und Achtsamkeit auf. "Natürlich ist das anstrengend. Corona nervt alle. Aber wenn wir jetzt nicht klug und vorsichtig bleiben, gefährden wir alles, was wir bisher erreicht haben."

Immer mehr Covid-19-Patienten: Erstes Krankenhaus in Wien ist überfüllt

Wiens führende Corona-Klink, das Kaiser-Franz-Josef-Spital, ist voll belegt. Die Klinik habe keine Betten mehr für weitere Covid-19-Intensivpatienten, schreibt die österreichische Nachrichtenseite "oe24". Neue Fälle müssten nun auf andere Krankenhäuser ausweichen.

Der Meldung zufolge liegen derzeit insgesamt 171 Covid-19-Patienten in dem Kaiser-Franz-Josef-Spital, 34 davon befinden sich auf der Intensivstation. Der Wiener Gesundheitsverbund versicherte allerdings, es bestehe kein Grund zur Sorge. In anderen Kliniken sei noch ausreichend Platz: "Jeder Patient in Wien mit einem schweren, spitalspflichtigen Corona-Verlauf kann in unseren Kliniken behandelt werden", sagte eine Sprecherin des Gesundheitsverbunds dem Bericht zufolge.

England führt hohe Geldstrafen für Verstöße gegen Quarantäne-Pflicht ein

Als Reaktion auf die drastisch zunehmenden Infektionen mit dem Corona-Virus in England führt die Regierung hohe Geldstrafen für Verstöße gegen die Quarantäne-Regeln ein. Wer positiv auf das Virus getestet wird oder nach Kontakt zu Infizierten von den Gesundheitsbehörden zur Selbstisolierung angehalten wird, muss sich künftig zwingend in Quarantäne begeben.

Wird diese Pflicht missachtet, drohen Geldstrafen von mehreren Tausend Euro. Die neue Vorschrift tritt in England am 28. September in Kraft und soll möglicherweise auf ganz Großbritannien – also auch Schottland, Wales und Nordirland – ausgedehnt werden.

"Wir können das Virus am besten bekämpfen, wenn sich alle an die Regeln halten und in Selbstisolation begeben, sobald das Risiko besteht, dass sie das Coronavirus weiterverbreiten könnten", sagte Premierminister Boris Johnson. Die Mindeststrafe für Verstöße soll bei umgerechnet 1.100 Euro liegen, Wiederholungstätern drohen Geldbußen bis zu 11.000 Euro.

Der Höchstbetrag wird auch für Unternehmen fällig, die Beschäftigte an den Arbeitsplatz beordern, obwohl diese eigentlich in Selbstquarantäne bleiben müssten. Geringverdiener, die aus Infektionsschutzgründen zuhause bleiben müssen und nicht im Homeoffice arbeiten können, sollen zur Entschädigung eine Einmalzahlung von umgerechnet 550 Euro bekommen.

Drei Nachbarländer melden Rekord bei Neuinfektionen

Polen hat so viele neue Corona-Fälle registriert wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Am Samstag verzeichneten die Behörden 1.002 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden, wie das Gesundheitsministerium in Warschau mitteilte. Der Schwerpunkt der nachgewiesenen Neuinfektionen lag mit 149 Fällen in Kleinpolen im Süden des Landes, aber auch die Region um Lublin im Osten (122) und Pommern (96) waren stark betroffen. Der bisherige Rekordwert wurde am 21. August erfasst, er betrug 903 Neuinfektionen. In Polen haben sich nach offiziellen Angaben bislang 78.330 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert. 2.282 Menschen starben demnach in Zusammenhang mit dem Virus. Polen hat rund 38 Millionen Einwohner.

Auch Dänemark hat den höchsten Tageswert an Corona-Neuinfektionen seit Beginn der Pandemie registriert. Wie am Samstag aus Zahlen des dänischen Gesundheitsinstituts SSI hervorging, wurden seit dem Vortag 589 neue Infektionen mit dem Coronavirus bestätigt. Die heutigen Zahlen lassen sich allerdings nur schwer mit denjenigen der ersten Hochphase der Corona-Krise im Frühjahr vergleichen, weil in Dänemark wie in zahlreichen anderen Ländern heute viel mehr auf Corona getestet wird.

Die Regierung versucht gegenzusteuern, indem seit Samstag für ganz Dänemark eine Reihe von Beschränkungen gelten: Restaurants und Kneipen müssen nun landesweit schon um 22 Uhr schließen, in den Lokalen muss zudem ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Die maximale Teilnehmerzahl von Versammlungen wurde wieder auf 50 herabgesetzt. Insgesamt sind seit Beginn der Coronavirus-Pandemie rund 22.000 Corona-Fälle in Dänemark bestätigt worden, 635 infizierte Personen starben bislang. Mehr als 2,15 Millionen Menschen sind im Land bisher auf das Virus getestet worden.

Auch Frankreich verzeichnet einen neuen Rekord bei den Neuinfektionen. Binnen 24 Stunden kamen 13.498 Corona-Fälle hinzu, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Die Zahl der Toten erhöhte sich um 26 auf 31.274.

Bericht: Krankenhäuser reduzieren Corona-Betten

Die deutschen Krankenhäuser halten einem Medienbericht zufolge trotz steigender Infektionszahlen immer weniger Betten auf ihren Intensivstationen für Patienten frei, die schwer am neuartigen Coronavirus erkrankt sind. Wie die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" berichtet, hat die baden-württembergische Landesregierung in dieser Woche entschieden, dass künftig statt 35 Prozent nur noch zehn Prozent der Betten für diese Patienten reserviert werden sollen. Sie folgte damit der Entwicklung in anderen Bundesländern. In Berlin sind bereits seit Juni nur noch zehn Prozent der Betten für Covid-Patienten reserviert, Niedersachsen folgte Mitte Juli.

In Bayern und Brandenburg müssen die Krankenhäuser seit dem Sommer gar keine Intensivbetten mehr für Covid-Patienten freihalten, Hamburg schaffte die Quote im August ab. Anfang September kippte auch Sachsen-Anhalt die Regelung ganz. Allein in Rheinland-Pfalz sind Krankenhäuser seit dem Frühjahr unverändert dazu angehalten, 20 Prozent ihrer Intensivbetten wegen Corona freizuhalten. Es sei nicht geplant, daran etwas zu ändern, sagte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums in Mainz dem Blatt.

Gesundheitsminister Spahn besorgt über Anstieg der Corona-Infektionszahlen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich besorgt über den jüngsten Anstieg der Corona-Infektionszahle gezeigt. "Aktuell kann unser Gesundheitssystem gut mit der Situation umgehen, aber die Dynamik in ganz Europa besorgt", schrieb Spahn am Samstag im Kurzbotschaftendienst Twitter. Das Robert-Koch-Institut hatte zuvor eine Zahl von fast 2.300 Neuinfektionen gemeldet – das bedeutet einen Tages-Höchstwert seit April.

Jens Spahn (CDU): Der Gesundheitsminister betrachtet die Corona-Entwicklung in Europa mit Sorge.  (Quelle: dpa)Jens Spahn (CDU): Der Gesundheitsminister betrachtet die Corona-Entwicklung in Europa mit Sorge. (Quelle: dpa)

Auch die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Sabine Dittmar, zeigte sich beunruhigt. Sie sei zunehmend besorgt, "dass sich auch in Deutschland wieder mehr ältere Menschen infizieren und dann auch die Hospitalisierungsrate und die Todesfälle wieder zunehmen", erklärte Dittmar. "In Europa und Teilen Deutschlands können wir genau das beobachten."

Zahl der Neuinfektionen steigt weiter – neuer Hotspot in Cloppenburg?

Nach Überschreitung des 7-Tages-Grenzwerts haben sich im Landkreis Cloppenburg weitere Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Von Freitag auf Samstag wurden 18 neue Infektionen gemeldet, insgesamt waren es 109 in den vergangenen sieben Tagen. Die sogenannte 7-Tages-Inzidenz pro 100.000 Einwohner erhöhte sich damit von 61,5 auf 63,9. Bei Werten über 50 müssen verstärkte Schutzmaßnahmen eingeleitet werden.

Corona-Testzentrum: In Teilen des Landkreises Cloppenburg dürfen sich nur noch maximal sechs Personen privat treffen. (Symbolfoto) (Quelle: imago images)Corona-Testzentrum: In Teilen des Landkreises Cloppenburg dürfen sich nur noch maximal sechs Personen privat treffen. (Symbolfoto) (Quelle: imago images)

Der Kreis hat die Regeln für einen Teil seiner Kommunen bereits am Freitag verschärft. In einigen Teilen dürfen sich bis zum 4. Oktober privat maximal sechs Menschen treffen. Vereinen ist es untersagt, Zusammenkünfte abzuhalten, Gaststätten müssen um 22 Uhr schließen. Betroffen von den Maßnahmen sind die Stadt Löningen sowie die Gemeinden Essen, Lastrup und Lindern.

Cloppenburg ist nicht der erste Kreis in Niedersachsen, der mit 61,5 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in den vergangenen sieben Tagen den Schwellenwert von 50 überschreitet. Zuvor war dies im Juni in Göttingen der Fall gewesen. Bundesweit gibt es immer wieder Städte und Landkreise, die den Wert zeitweise überschreiten. Am Freitag war dies auch in München der Fall.

Grenzwert überschritten – München will abwarten

Die Stadt München lässt sich mit der Reaktion auf den überschrittenen Grenzwert von 50 Corona-Neuinfektionen pro Woche und 100.000 Einwohnern Zeit. Zwar soll sich am Montag ein Krisenstab treffen, doch Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) sagte dem Bayerischen Rundfunk: "Ich glaube nicht, dass wir weitergehende Maßnahmen schon am Montag treffen werden. Sondern da müsste schon der Wert entweder deutlicher steigen oder über längere Zeit über 50 bleiben. Das werden wir erst Mitte der nächsten Woche, Ende der nächsten Woche sehen." Dann würden die nächsten Entscheidungen getroffen.

München hatte am Freitag mit 50,7 den Grenzwert überschritten, ab dem verstärkte Infektionsschutzmaßnahmen vorgesehen sind. Bereits verlängert hat München allerdings die Maskenpflicht im Unterricht an weiterführenden Schulen.

Fast 2.300 Corona-Neuansteckungen: Robert-Koch-Institut meldet höchsten Infektionswert seit April

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus hat erneut deutlich die Schwelle von 2.000 übersprungen und den höchsten Wert seit Ende April erreicht. Innerhalb eines Tages meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland 2.297 neue Corona-Infektionen, wie das Robert Koch-Institut (RKI) bekanntgab.

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6.000 gelegen. Die Zahl war dann in der Tendenz gesunken und im Juli wieder gestiegen. Im August lag die Zahl der Fälle dann einmal bei knapp über 2.000 (2.034). Die Zahl der erkannten Neuinfektionen ist auch davon abhängig, wie viele Menschen getestet werden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht vom Freitag bei 1,16 (Vortag: 1,07). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Studie aus China: Brillenträger infizieren sich seltener

Brillenträger scheinen einer neuen Studie zufolge seltener am Coronavirus zu erkranken. Das berichten chinesische Forscher im Fachblatt "Jama Ophthalmology". Von 276 im Suizhou Zengdu Hospital behandelten Covid-19 Patienten waren demnach nur sechs Prozent Brillenträger. Der Anteil kurzsichtiger Menschen in der Bevölkerung dürfte aber bei etwa 31 Prozent liegen, heißt es unter Verweis auf frühere Studien. Die Mediziner vermuten daher, dass Brillen vor einer Ansteckung schützen können.

"Wir gehen davon aus, dass Brillenträger sich seltener in die Augen fassen und damit verhindern, dass das Virus von den Händen in die Augen gerät." Das Coronavirus nutzt die Schleimhäute in Mund, Nase und Augen als Einfallstor in den menschlichen Körper. Einen direkten Zusammenhang zwischen dem Tragen einer Brille und einem besseren Schutz vor einer Corona-Infektion konnten die Forscher freilich nicht nachweisen.

Die Studienautoren räumen selbst ein, dass die Zahl von 276 untersuchten Patienten zu gering ist, um sichere Aussagen zu machen. Auch die Datengrundlage zum Anteil von Brillenträgern in der Bevölkerung sei dünn. Außerdem lasse sich bei einer Corona-Infektion im Nachhinein nicht feststellen, über welchen Weg das Virus in den menschlichen Körper gelangt ist – ob also tatsächlich eine Brille ihren Träger geschützt hat.

Panne in Slowakei: 400.000 Testergebnisse ungesichert im Netz

Wegen eines Datenlecks im staatlichen Gesundheitssystem sind persönliche Daten von nahezu 400.000 auf das Coronavirus getesteten slowakischen Bürgern ungesichert ins Internet geraten. Das bestätigte das Nationale Zentrum für Gesundheitsinformationen NCZI am Freitag. Das Leck sei aber inzwischen repariert worden, erklärte NCZI-Chef Peter Bielik vor Journalisten. Auf den Fehler hatte eine Gruppe sogenannter ethischer Hacker aufmerksam gemacht.

"Wir hatten gar nicht die Absicht gehabt, nach den Daten zu suchen, es war reiner Zufall, dass wir auf sie bei einer einfachen Google-Suche im Internet gestoßen sind", erklärte IT-Spezialist Pavol Luptak dem Nachrichtenportal Pravda.sk bereits am Donnerstag. Es seien überhaupt keine speziellen Hackerkenntnisse notwendig gewesen, um an die Daten zu gelangen.

Er und seine Kollegen hätten probeweise die Datensätze von 130.000 Patienten heruntergeladen und dann die Behörde auf das Leck aufmerksam gemacht. Die Daten – unter anderem Namen, Geburtsdaten, Adressen, Testergebnisse, Krankheitsverläufe und andere Labordaten - wollten sie wieder löschen. Die Öffentlichkeit sei erst informiert worden, nachdem die Behörde das Datenleck geschlossen hätte, sagte Luptak

Johnson: Zweite Pandemie-Welle in Großbritannien unvermeidbar

Premierminister Boris Johnson erklärt angesichts wieder stark zunehmender Infektionszahlen, eine zweite Pandemie-Welle in Großbritannien sei unvermeidbar. Er wolle allerdings keinen zweiten Lockdown. Es stünden aber alle Maßnahmen auf dem Prüfstand.

Britischer Premierminister: Im Kabinett von Boris Johnson wird offenbar ein zweiter Lockdown erwogen. (Quelle: Reuters)Britischer Premierminister: Im Kabinett von Boris Johnson wird offenbar ein zweiter Lockdown erwogen. (Quelle: Reuters)

Französischer Finanzminister mit Corona infiziert

Der französische Finanzminister Bruno Le Maire ist nach eigenen Angaben positiv auf das Coronavirus getestet worden. Er habe aber keine Symptome, teilt er auf Twitter mit. Er werde sich für sieben Tage in Selbstisolation begeben und seinen Pflichten weiter nachkommen.

Niederlande verschärfen Corona-Maßnahmen in großen Städten

In Amsterdam, Rotterdam und weiteren großen Städten der Niederlande werden die Schutzvorkehrungen gegen das Coronavirus verschärft. In insgesamt sechs besonders betroffenen Regionen dürfen Gaststätten künftig ab Mitternacht keine Gäste mehr einlassen und müssen um ein Uhr schließen, wie die Regierung am Freitag in Den Haag mitteilte. Die Maßnahmen treten demnach am Sonntagabend in Kraft. Feiern mit mehr als 50 Personen sind ab dann verboten. Das gilt auch für Feste im Freien.

Für Veranstaltungen mit mehr Teilnehmern, etwa Konzerte, müssen Genehmigungen beantragt werden. Die Behörden in Amsterdam verfügten zusätzlich, dass die Parks nachts geschlossen werden, um illegale Partys zu verhindern. In den Niederlanden zeichnet sich nach Einschätzung der Regierung eine zweite Corona-Welle ab.

Verstoß gegen Corona-Regeln: Strafe für Niederländischen Minister

In den Niederlanden ist der Justizminister wegen eines Verstoßes gegen seine eigenen Corona-Regeln belangt worden. "Die Staatsanwaltschaft verurteilt Minister Grapperhaus zu einer Geldstrafe von 390 Euro, weil er bei seiner Hochzeit am 22. August gegen die Regeln gegen das Coronavirus verstoßen hat", erklärte die Behörde am Freitag. Auf Fotos war Ferdinand Grapperhaus dicht gedrängt mit Dutzenden Hochzeitsgästen zu sehen gewesen.

Der Justizminister hatte die seit Beginn der Pandemie geltenden Regeln zur sozialen Distanzierung stets verteidigt. Demnach sollen alle Menschen nach Möglichkeit 1,5 Meter Abstand zueinander halten. Entsprechend heftig fiel die Kritik aus, als die Hochzeitsfotos publik wurden. Grapperhaus entschuldigte sich öffentlich, lehnte einen Rücktritt jedoch ab. Das Bußgeld für den "sichtbaren Verstoß" gegen die Regeln zur sozialen Distanzierung müsse der "Glaubwürdigkeit" der Anwendung der Maßnahmen dienen, deren "Aushängeschild" der Minister sei, erklärte die Staatsanwaltschaft.

In den Niederlanden wurden nach offiziellen Angaben seit Beginn der Pandemie über 84.000 Ansteckungen mit dem neuartigen Coronavirus verzeichnet. Mehr als 6.000 Menschen starben. Zuletzt stiegen die Fallzahlen wieder deutlich an. 

Madrid verschärft Corona-Einschränkungen

In Madrid und dem Umland der spanischen Hauptstadt werden die Maßnahmen zur Eindämmung des Virus verschärft. Betroffen sind nach Angaben der Behörden 850.000 Menschen. Konkret darf man sich zwischen und innerhalb besonders betroffener Gebiete, in denen die Infektionen stark steigen, nur noch begrenzt bewegen. Auch der Zugang zu Parks und öffentlichen Bereichen wird eingeschränkt.

Außerdem werden nur noch Zusammenkünfte von maximal sechs Personen erlaubt. Ausnahmen gelten allerdings für Menschen, die zur Arbeit müssen. "Wir müssen einen Lockdown vermeiden, wir müssen eine wirtschaftliche Katastrophe vermeiden", erklärt Madrids Regionalpräsidentin Isabel Diaz Ayuso.

Höchster Wert seit Anfang Mai: Über 1.900 neue Corona-Fälle in Italien

In Italien ist die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus auf über 1.900 und damit auf den höchsten Wert seit Anfang Mai gestiegen. Das Gesundheitsministerium in Rom vermeldete am Freitag 1.907 neue Fälle innerhalb von 24 Stunden. Zuletzt hatte es am 1. Mai mit 1.965 Fällen höhere Zahlen bei den Neuinfektionen gegeben. 

Die Infiziertenzahlen sind in Italien laut Ministerium in den letzten sechs Wochen im Durchschnitt kontinuierlich gestiegen, auch wenn das Land derzeit nicht so hohe Fallzahlen wie beispielsweise Spanien oder Frankreich verzeichnet. In Italien, das im Februar besonders heftig von der Pandemie getroffen worden war, wächst dennoch die Angst vor unkontrolliert steigenden Zahlen. Dazu trägt auch die Wiedereröffnung der Schulen am vergangenen Montag nach sechs Monaten Pause bei.

Russland gibt grünes Licht für Corona-Medikament auf Rezept

Russland hat grünes Licht für die ambulante Behandlung mit dem Antivirus-Mittel Coronavir auf Rezept gegeben. Das für Patienten mit mild bis moderat verlaufenden Covid-19-Infektionen gedachte Medikament wird von dem Hersteller R-Pharm in der Stadt Jaroslawl, rund 300 Kilometer nordöstlich von Moskau, produziert. Es könnte bereits nächste Woche in die Apotheken ausgeliefert werden.

Vor der Zulassung von Coronavir als verschreibungspflichtiges Medikament hatten die Behörden bereits ein weiteres russisches Covid-19-Medikament, Avifavir, zugelassen. Beide basieren auf Favipiravir, das in Japan entwickelt wurde und häufig als Grundlage für Behandlungen von Virusinfektionen verwendet wird.

München überschreitet Grenzwert bei Neuinfektionen

München hat den Grenzwert von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohnern binnen einer Woche überschritten. Dies geht aus der täglich aktualisierten Statistik des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) vom Freitag hervor. Mehr dazu lesen Sie hier. 

Lockdown in Großbritannien steht offenbar bevor

Wegen der sich dramatisch verschlimmernden Corona-Lage in Großbritannien könnte dem ganzen Land laut einem Medienbericht im Oktober wieder ein Lockdown bevorstehen.

Top-Forscher hätten die Maßnahme der Regierung empfohlen, um die stark steigenden Infektionszahlen wieder in den Griff zu bekommen, berichtete die "Financial Times" am Freitag. Der zweiwöchige Lockdown soll demnach während der Schulferien im Oktober stattfinden.

Gesundheitsminister Matt Hancock aus dem Kabinett von Boris Johnson reagierte in einem BBC-Interview am Freitag ausweichend auf den Bericht: Ein neuer landesweiter Lockdown sei das "letzte Mittel der Verteidigung", sagte Hancock. Man setze zunächst auf lokale Beschränkungen. "Wir möchten einen nationalen Lockdown vermeiden, aber wir sind darauf vorbereitet." Der Minister räumte ein, dass nicht nur die Infektionen zunehmen, sondern auch die Zahl der Covid-19-Patienten in den britischen Krankenhäusern.

Britischer Premierminister: Im Kabinett von Boris Johnson wird offenbar ein zweiter Lockdown erwogen. (Quelle: Reuters)Britischer Premierminister: Im Kabinett von Boris Johnson wird offenbar ein zweiter Lockdown erwogen. (Quelle: Reuters)

Lauterbach warnt vor Öffnung von Stadien

Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach hält die teilweise Öffnung von Fußball-Stadien für Zuschauer für "völlig falsch". "Bundesliga-Spiele vor Zuschauern werden nur ein kurzes Intermezzo sein", sagt Lauterbach dem Wirtschaftsmagazin "Business Insider". Er ergänzt: "Dass es bei täglich 2.000 Neuinfektionen bleibt, halte ich für ausgeschlossen. Dann wird man wieder deutlich weniger oder keine Zuschauer mehr in die Stadien lassen können."

Mehr als 30 Millionen Corona-Infektionen

Seit Beginn der Corona-Pandemie sind nach Angaben von US-Wissenschaftlern weltweit mehr als 30 Millionen Infektionen mit dem Coronavirus verzeichnet worden. Das geht aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore vom Donnerstagabend (Ortszeit) hervor. Die Zahl der Toten liegt demnach bei mehr 943. 000. Weltweit entfallen die meisten Infektionen und Todesfälle auf die USA, ein Land mit rund 330 Millionen Einwohnern.

In den USA gibt es Johns Hopkins zufolge bislang mehr als 6,6 Millionen Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 und mehr als 197.000 Todesfälle. An zweiter Stelle steht – gemessen an den Ansteckungen - Indien mit 5,1 Millionen Infektionen und mehr als 83.000 Toten. An dritter Stelle folgt Brasilien mit mehr als 4,4 Millionen Infektionen und gut 134.000 Todesfällen.

Relativ zur Einwohnerzahl ist die Zahl der Toten allerdings in sechs Ländern höher als in den USA. An erster Stelle steht nach den Statistiken der Johns Hopkins-Universität Peru mit knapp 97 Todesopfern pro 100.000 Einwohner. Mit deutlichem Abstand folgen Bolivien, Spanien, Chile, Ecuador, Brasilien und die USA – dort starben gut 60 Menschen pro 100.000 Einwohner.

Die Johns-Hopkins-Webseite wird regelmäßig mit eingehenden Daten aktualisiert und zeigt daher einen höheren Stand als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). In manchen Fällen wurden die Zahlen zuletzt aber auch wieder nach unten korrigiert. Experten gehen in jedem Fall von einer höheren Dunkelziffer aus.

Ex-Beraterin von Pence kritisiert Trumps Corona-Politik

Eine frühere Beraterin von US-Vizepräsident Mike Pence hat schwere Vorwürfe gegen US-Präsident Donald Trump im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie erhoben. Mehr dazu lesen Sie hier.

Lauterbach fordert neue Pläne für Schutz an Schulen

Angesichts der zuletzt wieder gestiegenen Coronavirus-Infektionsraten in Deutschland fordert der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach neue konkrete Pläne zur Organisation des Schulbetriebs. Es müsse sichergestellt werden, dass der Präsenzunterricht an den Schulen weitergehen könne, sagte Lauterbach den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Der SPD-Politiker kritisierte, dass es bislang zu wenige Konzepte dafür gebe, wie der Schulbetrieb aufrechterhalten werden solle, sollten die Zahlen der Neuinfektionen weiter steigen und zugleich die bisherigen "Lüftungskonzepte" nicht mehr funktionieren. Er verwies darauf, dass bei den sinkenden Außentemperaturen in den kommenden Monaten die Fenster der Klassenzimmer nicht mehr ständig offen stehen können.

Notwendig seien daher entweder Lüftungsanlagen oder Unterrichtskonzepte, um den räumlichen Abstand zwischen Schülern zu gewährleisten, sagte Lauterbach. "Hier passiert einfach zu wenig. Dabei drängt die Zeit", monierte der SPD-Experte.

Paris: Das Coronavirus breitet sich in Frankreich weiter aus. (Quelle: dpa/Gao Jing/Xinhua)Paris: Das Coronavirus breitet sich in Frankreich weiter aus. (Quelle: Gao Jing/Xinhua/dpa)

Fast 10.600 Neuinfektionen in Frankreich

Frankreich verzeichnet einen Rekord bei den Neuinfektionen. Binnen eines Tages seien 10.593 weitere Fälle bestätigt worden, teilt das Gesundheitsministerium in Paris mit. Der bisherige Höchststand war am 12. September mit 10.561 Neuinfektionen registriert worden. Insgesamt wurden bislang in Frankreich 415.481 Corona-Fälle registriert. Die Zahl der Toten kletterte den Angaben zufolge um 50 auf nunmehr 31.095. Das ist der zweithöchste Tagesanstieg binnen zwei Monaten.

Bundestag beschließt milliardenschwere Entlastung der Kommunen

Der Bundestag hat angesichts der Corona-Krise eine milliardenschwere Entlastung der Kommunen beschlossen. Zum einen kompensiert der Bund in diesem Jahr Gewerbesteuerausfälle in Milliardenhöhe. Zum anderen beteiligt er sich dauerhaft stärker an den Kosten für Unterkunft und Heizung bei Hartz-IV-Empfängern.

Für beide Maßnahmen wurde am Donnerstagabend eine Änderung des Grundgesetzes beschlossen. Dafür waren eine Zweidrittel-Mehrheit und damit Stimmen aus der Opposition notwendig. Der Bundesrat muss noch zustimmen, geplant ist dies an diesem Freitag. Der Bundestag beschloss außerdem Entlastungen der neuen Länder.

Bundestag verlängert Aussetzung der Insolvenzantragspflicht bis Jahresende

Der Bundestag hat einer weiteren Aussetzung der Insolvenzantragspflicht wegen der Corona-Krise zugestimmt. Die Abgeordneten stimmten am Donnerstagabend einem entsprechenden Entwurf der großen Koalition zu. Demnach wird die Pflicht zum Stellen eines Insolvenzantrags bis zum Jahresende ausgesetzt. Bislang sollte die Ausnahmeregel Ende September auslaufen.

Ziel der großen Koalition ist es, so Unternehmen weiter die Möglichkeit zu geben, sich unter Inanspruchnahme staatlicher Hilfsangebote und im Rahmen außergerichtlicher Verhandlungen zu sanieren und zu finanzieren. Die weitere Aussetzung soll jedoch nur für Unternehmen gelten, die pandemiebedingt überschuldet, aber nicht zahlungsunfähig sind.

Niedersachsen will wohl Privatfeiern mit 500 Teilnehmern erlauben

In Niedersachsen sollen Privatfeiern von Oktober an wieder mit bis zu 500 Menschen erlaubt sein, wenn alle Teilnehmer durchweg sitzen. Findet die Party vor allem im Stehen statt, sind drinnen bis zu 50 und draußen bis zu 100 Teilnehmer ohne Genehmigung erlaubt. Das geht aus dem neuen Entwurf für die Corona-Verordnung hervor, der der Nachrichtenagentur dpa vorliegt. Der Entwurf für die neue Verordnung ist derzeit noch in der Abstimmung zwischen den Ministerien.

Auch andere Veranstaltungen sollen mit bis zu 500 Teilnehmern zulässig sein, wenn alle sitzen und Abstand gehalten wird. Großveranstaltungen wie Konzerte, Messen oder Märkte können dem Entwurf zufolge auch mit mehr als 500 Menschen erlaubt werden – dann müssen sich die Veranstalter aber eine Genehmigung holen, die widerrufen werden kann, wenn sich die Corona-Lage ändert. Auch Discos und Clubs sollen wieder öffnen dürfen – draußen mit bis zu 200 Menschen, in Innenräumen mit maximal 100 Personen und einem Alkoholverbot ab 18 Uhr, wie die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" berichtet.

Generell sollen die Regeln einfacher werden – "Bierdeckel statt Steuergesetz" heißt es dazu in der sogenannten Herbststrategie des Landes. "Um die Auswirkungen dieser erheblichen Lockerung auch evaluieren zu können, dürfen zunächst nur Genehmigungen für Veranstaltungen bis zum Ende des Jahres erteilt werden", heißt es in dem Papier weiter. In dieser Zeit sollen die neue Regeln erprobt werden. Bei Großveranstaltungen, die mit mehr als 500 Teilnehmern genehmigt werden, dürfen höchstens 30 Prozent der Sitzplätze unter Einhaltung der Abstandsregeln belegt werden. Außerdem soll es auch dabei voraussichtlich ein Alkoholverbot ab 18 Uhr geben. Ferner werden vom Veranstalter Lüftungskonzepte, personifizierte Sitzplätze und diverse andere Zugangs-, Pausen-, Sanitär- und Hygienekonzepte verlangt. Der Abstand bei Sitz-Veranstaltungen bleibt weiter bei 1,50 Meter.

Landkreis Passau: Corona-Ausbruch nach Krankenhauspanne

Mehr als 30 Corona-Fälle stehen möglicherweise im Zusammenhang mit einer Hochzeit und einer Panne im Krankenhaus Vilshofen. "Aus der Hochzeitsgesellschaft direkt haben sich bisher rund 25 Infektionsfälle bestätigt", teilte ein Sprecher des Landratsamts Passau am Donnerstag auf Anfrage mit. Zudem seien acht Personen positiv getestet worden, die im Kontakt mit Hochzeitsgästen gestanden hätten. Zwei Personen seien in stationärer Behandlung. Zuvor hatte es eine Testpanne im Krankenhaus Vilshofen gegeben, bei der zwei Personen mit Symptomen zunächst nicht getestet und isoliert wurden, wie das Krankenhaus bestätigte.

Die Familie der Braut stellt einen Zusammenhang zwischen Infektion und Hochzeit her: Ihr Vater sagte der "Passauer Neuen Presse", die Großmutter der Braut sei am Freitag, 4. September mit Symptomen eingeliefert worden, ein Test sei aber erst am 8. September erfolgt. Das positive Ergebnis habe am 9. September vorgelegen. "Dazwischen hat meine Tochter aber am Sonntag mit 100 Leuten Hochzeit gefeiert. Hätten wir von der Covid-Erkrankung gewusst, hätten wir die Feier abgeblasen."

Das Krankenhaus äußerte sich nicht zur zeitlichen Abfolge von Einlieferung und Test. Man dürfe keine patientenbezogenen Daten herausgeben, erklärte ein Sprecher. Der Betreiber des Krankenhauses hat inzwischen angekündigt, künftig an allen Standorten im Landkreis alle Patienten aller Bereiche bei der Aufnahme auf das Coronavirus zu testen und nicht nur solche mit Symptomen. 

Wegen Corona: Politik beschließt Erleichterungen für Studierende

Die rot-rot-grüne Regierungskoalition hat das Berliner Hochschulgesetz geändert, um Nachteile für Studierende durch die Corona-Pandemie abzumildern. Unter anderem wird die Regelstudienzeit verlängert. "Studierende müssen nun Verzögerungen im Studienablauf nicht mehr aufholen, sondern haben dafür ein Semester mehr Zeit", so die wissenschaftspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Ina Czyborra. Dadurch soll eine unbürokratische Verlängerung der Bafög-Förderung möglich sein. In Berlin sind den Angaben zufolge davon rund 22.000 Studierende betroffen.

Darüber hinaus soll es in Berlin im restlichen Sommersemester und im kommenden Wintersemester 2020/21 möglich sein, Prüfungen als "Freiversuch" abzulegen. Wird die Prüfung nicht bestanden, zählt der Prüfungsversuch nicht. Dadurch sollen Ungerechtigkeiten gegenüber Studierenden früherer Semester abgemildert werden. Berlin ist nach Angaben der drei Fraktionen der Regierungskoalition das einzige Bundesland, das eine solche Regelung in sein Hochschulgesetz aufnimmt. Bisher hätten ansonsten nur einzelne Hochschulen solche Regeln beschlossen.

Frankreich: Corona-Maßnahmen in zwei Großstädten verschärft

Angesichts der massiv steigenden Infektionszahlen in Frankreich hat die Regierung eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen in den Großstädten Lyon und Nizza angekündigt. Über Einzelheiten sollen bis Samstag die örtlichen Behörden entscheiden, wie Gesundheitsminister Olivier Véran am Donnerstag in Paris sagte. Auch in Marseille und im Überseegebiet Guadeloupe müssten die Maßnahmen wahrscheinlich noch weiter verschärft werden, sollte sich die Lage nicht bessern.

Im Ballungsraum um Marseille an der Mittelmeerküste waren die Auflagen erst am Montag verschärft worden. Unter anderem wurden Versammlungen und Besuche in Altenheimen eingeschränkt. Véran sagte, möglicherweise müssten in Marseille und Guadeloupe nun auch Bars geschlossen und öffentliche Versammlungen untersagt werden. Die Infektionszahlen steigen in Frankreich seit einigen Wochen deutlich an. Marseille ist derzeit der größte französische Corona-Hotspot. Eine neue landesweite Ausgangssperre wie zwischen März und Mai will die französische Regierung möglichst vermeiden. Sie setzt stattdessen auf regionale Maßnahmen.

Verán kündigte am Donnerstag zudem eine Maskenpflicht für das Personal in den französischen Kinderkrippen an. Die Erzieherinnen und Erzieher müssten ab sofort nicht nur im Beisein der Eltern, sondern auch bei der Arbeit mit den Kindern eine Maske tragen, sagte der Gesundheitsminister.

Wegen Corona-Krise: New York verschiebt erneut Schulstart

Die Millionenmetropole New York hat den eigentlich für kommende Woche geplanten Beginn des neuen Schuljahres für die meisten Schüler erneut verschoben. Nur Vorschüler, deren Eltern sie für eine Mischung aus Online- und Vor-Ort-Unterricht angemeldet hatten, sollen ab der kommenden Woche wieder tageweise zur Schule gehen, teilte Bürgermeister Bill de Blasio am Donnerstag mit. Grundschüler sind dann ab dem 29. September dran, die Älteren ab dem 1. Oktober. Auch zusätzliche Lehrkräfte sollen eingestellt werden. Ursprünglich war der Schulstart für den 10. September angesetzt, musste dann aber bereits auf den 21. verschoben werden, um den Lehrern mehr Zeit zur Vorbereitung zu geben.

Mit mehr als einer Million Schülern ist der Schulbezirk New Yorks der größte der USA – und einer der wenigen Großräume des Landes, in denen ein zumindest teilweise regulärer Unterricht geplant ist. Viele andere Schulbehörden haben bereits angekündigt, weiter online zu lehren.

Gericht: Attest gegen Maskenpflicht nur mit Diagnose

Atteste, die Schülern ohne jede Begründung bescheinigen, aus gesundheitlichen Gründen keine Mund-Nasen-Masken tragen zu können, reichten nicht aus, um glaubhaft zu machen, dass das Tragen einer Alltagsmaske tatsächlich unzumutbar sei, argumentierte ein Gericht in Würzburg in einer am Donnerstag veröffentlichten Eilentscheidung. "Es fehlt an der konkreten Diagnose eines Krankheitsbildes."

Im vorliegenden Fall hatte eine Mutter stellvertretend für ihre sieben und neun Jahre alten Grundschülerinnen geklagt, weil ihre Kinder trotz eines pauschalen Attestes zunächst vom Unterricht ausgeschlossen und später alternativ zum Tragen eines Visieres aufgefordert worden waren. Das Gericht fand die Anordnung einer Maskenpflicht zur Bekämpfung der Corona-Pandemie grundsätzlich verhältnismäßig. Zudem hätten die Schülerinnen nicht glaubhaft gemacht, dass ihnen das Tragen einer Maske aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich oder unzumutbar sei.

Virologe Streeck dämpft Impfstoff-Hoffnungen

Nach Ansicht des Bonner Virologie-Professors Hendrik Streeck könne man nicht vorhersagen, wann ein wirksamer Impfstoff gegen das Coronavirus marktreif sei. "Schon die Debatten darum halte ich für teils recht unseriös", sagte Streeck dem "Handelsblatt". "Während sich ein Wirkstoff schnell kreieren lässt, können wir nicht vorhersagen, ob er funktioniert oder nicht." Gerade die Phase der Tests sei "immer voller Überraschungen". 

Streeck warnte zugleich vor Alarmismus und Stimmungsmache in Deutschland, zumal die Pandemie aktuell "vergleichbar gut zu managen" sei. "Man muss nicht mehr das ganze Land lahmlegen."

Eine Kellnerin balanciert ein volles Tablett beim Oktoberfest (Archivbild): Das Gedränge wäre zum Corona-Infektionsherd geworden, deshalb ist das Oktoberfest abgesagt worden. (Quelle: imago images/Ralph Peters)Eine Kellnerin balanciert ein volles Tablett beim Oktoberfest (Archivbild): Das Gedränge wäre zum Corona-Infektionsherd geworden, deshalb ist das Oktoberfest abgesagt worden. (Quelle: Ralph Peters/imago images)

Neuer Corona-Hotspot? Stadt München fürchtet "wilde Wiesn"

Erstmals seit dem Krieg gibt es in München aus Angst vor Corona kein Oktoberfest. Dennoch wird gefeiert – und es grassiert die Furcht vor unvernünftigen Ersatz-Partys. Mehr dazu lesen Sie hier.

Mainzer Impfstoff-Firma kauft Produktionsstätte in Marburg

Das Mainzer Biotechunternehmen BioNTech übernimmt vom Schweizer Pharmariesen Novartis eine Produktionsanlage im hessischen Marburg zur Herstellung seines potenziellen Corona-Impfstoffes. Mit der Anlage könne BioNTech bei vollem Betrieb seine Produktionskapazitäten um bis zu 750 Millionen Dosen pro Jahr oder mehr als 60 Millionen Dosen pro Monat erweitern, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Die Anlage soll eine der größten Produktionsstätten in Europa für Boten-RNA (mRNA) werden, auf der der Impfstoff von BioNTech basiert. Das Geschäft soll im vierten Quartal abgeschlossen werden.

RKI: Knapp 2.200 Neuinfektionen in Deutschland gemeldet

Deutschland verzeichnet 2.194 neue positive Coronavirus-Tests binnen 24 Stunden. Mehr dazu lesen Sie hier.

Ermittlungen in mehr als 10.000 Fällen wegen erschlichener Corona-Soforthilfen

Bundesweit ermitteln Staatsanwaltschaften in mehr als 10.000 Fällen wegen erschlichener Corona-Soforthilfen und anderer Betrugsvorwürfe im Zusammenhang mit der Pandemie. Das geht aus einer Umfrage der Deutschen Richterzeitung bei den Justizministerien und Staatsanwaltschaften der 16 Bundesländer hervor, die dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" vorliegt.

Der Schaden geht in die zig Millionen. "Es geht dabei in der Regel um Fälle von Subventionsbetrug, die vertiefte einzelfallbezogene Ermittlungen erfordern und sich nicht standardisiert als Massenverfahren erledigen lassen", sagt Sven Rebehn, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Richterbundes.

Wegen Corona-Pandemie 150 Millionen Kinder zusätzlich in Armut

Die Coronakrise hat der Unicef zufolge 150 Millionen Kinder zusätzlich in die Armut gestürzt. Seit Ausbruch der Pandemie sei die Zahl der Kinder, die in multidimensionaler Armut leben, um 15 Prozent auf rund 1,2 Milliarden gestiegen, heißt es in einem Bericht des Kinderhilfswerks der Uno und der Hilfsorganisation Save the Children.

Für den Bericht seien Daten zu Bildung, Gesundheitssystemen oder Ernährung aus mehr als 70 Ländern ausgewertet worden. Eine Analyse von Unicef zeige demnach auf, dass rund 45 Prozent der Kinder in den untersuchten Ländern bereits vor der Pandemie in mindestens einem dieser Aspekte benachteiligt worden sind, heißt es in dem Bericht.

"Das Coronavirus und die Lockdown-Maßnahmen zur Verhinderung der Ausbreitung haben Millionen Kinder tiefer in die Armut gestürzt", sagte Unicef-Chefin Henrietta Fore. "Familien, die gerade dabei waren, der Armut zu entkommen, sind wieder hineingezogen worden, während andere mit nie gesehenen Entbehrungen umgehen müssen. Am besorgniserregendsten ist, dass wir näher am Anfang der Krise als an ihrem Ende sind." Die Organisationen riefen die Regierungen der Welt auf, das Problem mit hoher Priorität anzugehen.

Offenbar striktere Corona-Maßnahmen für Teile Englands geplant

Für große Teile von Nordost-England werden die Behörden laut einem Bericht des Senders Sky News striktere Corona-Beschränkungen verhängen. Die Maßnahmen würden am Donnerstag verkündet und ab Freitag gelten, meldet der Sender.

RKI erklärt Wien und Budapest zu Corona-Risikogebieten

Wegen der gestiegenen Zahl von Corona-Neuinfektionen hat die Bundesregierung die österreichische Hauptstadt Wien und die ungarische Hauptstadt Budapest zu Risikogebieten erklärt. 

Das bundeseigene Robert Koch-Institut (RKI) veröffentlichte am Mittwoch eine aktualisierte Liste der Corona-Risikogebiete, in der nun auch das Bundesland Wien als einziges Risikogebiet in Österreich aufgeführt wird. Zentrales Kriterium für die Einstufung als Risikogebiet ist, in welchen Staaten oder Regionen es in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner gegeben hat. Meist folgt kurz nach der Einstufung als Risikogebiet eine entsprechende Reisewarnung des Auswärtigen Amtes. Informationen zu aktuellen Reise-Risikogebieten des Auswärtigen Amts finden Sie hier.

Coronavirus in Hamburg: Mehrere Bar-Mitarbeiter positiv getestet

In einer Bar im Hamburger Schanzenviertel sind laut Senat mehrere Mitarbeiter positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Es müsse angenommen werden, dass sich Gäste ohne ausreichenden Abstand angesteckt haben könnten, teilte der Senat am Mittwoch in Hamburg mit. Das Gesundheitsamt habe zum Schutz der Gäste bereits damit begonnen, alle betroffenen Besucher der Bar "Katze" zu kontaktieren. Weil etliche von ihnen jedoch falsche Daten über sich angegeben haben, hätten noch nicht alle Kontaktpersonen ermittelt werden können. Die Bar ist gegenwärtig geschlossen.

Fast 4.000 Neuinfektionen in Großbritannien – Johnson gegen Lockdown

Großbritannien verzeichnet 3.991 Neuinfektionen binnen eines Tages – fast 900 mehr als am Dienstag und so viele an einem Tag wie seit Anfang Mai nicht mehr. Premierminister Boris Johnson beteuert vor einem Parlamentsausschuss, er wolle "keinen zweiten Lockdown". Das wäre für das Land vollkommen falsch. Die finanziellen Konsequenzen wären katastrophal. Er werde alles in seiner Macht stehende tun, um einen weiteren Lockdown zu verhindern.

Johnson kündigt an, die Zahl der Corona-Tests erheblich heraufzuschrauben. "Wir werden bis Ende Oktober auf 500.000 pro Tag hochkommen." Auch bekräftigt er vor dem Ausschuss, dass die Regierung eine Untersuchung zu ihrem Umgang mit der Pandemie einleiten werde. Einen konkreten Zeitraum dafür nennt er aber nicht.

US-Regierung legt Plan für Verteilung von Corona-Impfstoff vor

Die US-Regierung hat einen Plan zur zukünftigen Verteilung eines möglichen Corona-Impfstoffs im Land vorgelegt. Demnach solle der Impfstoff bereits innerhalb von 24 Stunden nach einer Freigabe durch die US-Arzneimittelbehörde FDA in Verteilungszentren transportiert werden, hieß es in den am Mittwoch vorgelegten Dokumenten. Die Impfung solle den Bürgern dann nach und nach weitgehend umsonst zur Verfügung gestellt werden. Priorität hätten dabei unter anderem Mitarbeiter des Gesundheitssystems. Erste Impfungen könnte es im November oder Dezember 2021 geben, schätzte der Direktor der US-Gesundheitsbehörde CDC, Robert Redfield.

Corona-Auflagen für U.S. Supreme Court verlängert

Der Oberste Gerichtshof der USA verlängert die für ihn geltenden Corona-Beschränkungen. Anwälte dürfen somit wie bereits seit Mai auch im Oktober ihre Argumente weiterhin nur mündlich per Telefonkonferenz vortragen statt im Gerichtssaal. Wie es im November weitergeht, werde abhängig von der Entwicklung der Pandemie entschieden, sagt eine Gerichtssprecherin.

Superspreaderin in Garmisch? US-Armee übernimmt Ermittlung

Nach mehreren Corona-Fällen im Bereich der US-Streitkräfte in Garmisch-Partenkirchen untersucht auch die US-Armee den Fall. "Es gibt eine Untersuchung der Umstände durch die US-Armee", sagte ein Sprecher der US-Streitkräfte in Bayern am Mittwoch. Die "Bild"-Zeitung hatte zuerst darüber berichtet.

Hintergrund ist der Fall einer infizierten 26-jährigen Amerikanerin, die in dem Hotel "Edelweiss Lodge" der US-Streitkräfte für Soldaten und deren Familien arbeitete. In der "Edelweiss Lodge" gab es nach Angaben des Landratsamtes vom Dienstag insgesamt 25 bestätigte Corona-Infektionen. Ob die Frau die erste Infizierte war, ist aber offen. Das Hotel wurde bereits am Montag für zwei Wochen geschlossen.

Personal von zwanzig französischen Corona-Testkliniken streikt

Die Beschäftigten von rund 20 Corona-Testkliniken in Südfrankreich streiken wegen schlechter Arbeitsbedingungen. Sie seien überlastet und gefährdet, sagt ein Vertreter der Gewerkschaft. Eine angemessene Entschädigung gebe es nicht. Einige hätten zwar einen Bonus von 250 Euro erhalten, sagt eine der Streikenden. Sie forderten jedoch 1000 Euro und eine bessere Bezahlung für langjährige Mitarbeiter. Ein Teil der Kliniken musste geschlossen werden, das Haupttestzentrum bleibt jedoch offen.

Wissenschaftler kritisieren russische Studie zu Corona-Impfstoff

Nach der Veröffentlichung einer Studie zu dem neuen russischen Corona-Impfstoff mit dem Namen "Sputnik V" im medizinischen Fachblatt "The Lancet" hagelt es international Kritik von Forschern. Wegen der vielen Fragen hat die Zeitschrift nun die Autoren der russischen Impfstudie zu einer Stellungnahme aufgerufen. Sie seien eingeladen worden, auf offene Fragen zu antworten, sagte eine Sprecherin der Fachzeitschrift am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. "Wir verfolgen die Situation weiterhin genau."

Hintergrund ist ein offener Brief von rund 40 internationalen Wissenschaftlern. Sie äußern darin erhebliche Zweifel an der Studie. Nach ihrer Ansicht wirft "die Darstellung der Daten einige Bedenken auf". Die Forscher um den Molekularbiologen Enrico Bucci fordern von Moskau den Zugriff auf die Originaldaten für eine vollständige Untersuchung. Das in Russland entwickelte Serum gegen das Coronavirus war das weltweit erste, das für eine breite Anwendung in der Bevölkerung zugelassen wurde. "Die Daten enthalten sehr seltsame Muster", sagte Bucci dem Portal "Moscow Times". 

Nach russischer Darstellung erzeugt der Impfstoff Antikörper. Er sei auch frei von schwerwiegenden Nebenwirkungen. Kremlchef Wladimir Putin sagte, auch seine Tochter habe sich impfen lassen.

Lauterbach: "Steigerung der Todesfälle in sechs bis acht Wochen"

Karl Lauterbach rät im "Spiegel" dazu, die Eindämmungs-Maßnahmen zur Corona-Pandemie im Herbst zu verschärfen. Er sagt in einem Interview: "Von einer Steigerung der Todesfälle gehe ich in sechs bis acht Wochen aus." Wie in Frankreich und Spanien werde es auch in Deutschland zuerst die Jüngeren treffen, bevor das Virus dann auf die Älteren übergehe und es wieder mehr schwere Verläufe geben werde.

"Das Schutzverhalten in der Bevölkerung wird sich anpassen, sobald die Not da ist", ergänzte der SPD-Gesundheitsexperte. Die Bevölkerung werde sich dann wieder vorsichtiger verhalten als es aktuell der Fall sei.

Nach Fall um Partygängerin: Garmisch-Partenkirchen übersteigt kritische Grenze 

Die Urlaubsregion Garmisch-Partenkirchen in Bayern ist nun besonders stark von Neuinfektionen mit dem Coronavirus betroffen. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner kletterte auf 54,3 – und liegt damit über dem kritischen Wert von 50 (Stand 15.9., 17 Uhr). Dies liegt laut Vermutungen des Landratsamtes an einer Superspreaderin, die trotz Symptome durch die Kneipen im Ort getourt ist anstatt sich in Quarantäne zu begeben.

Bereits am Freitag hatte das Landratsamt für den Ort Beschränkungen verhängt.  Gaststätten müssen um 22.00 Uhr schließen, maximal fünf Menschen dürfen sich im öffentlichen Raum treffen. An Privatveranstaltungen dürfen höchstens 50 Personen in geschlossenen Räumen oder 100 Personen draußen teilnehmen. Das berichtet die "Welt".

Bundesregierung will Wien zu Risikogebiet erklären 

Die Bundesregierung will Wien angesichts der hohen Zahl von Corona-Neuinfektionen zum Risikogebiet erklären. Das meldet die österreichische Zeitung "Standard" unter Berufung auf deutsche Regierungskreise. Die Bundesregierung wolle Österreichs Hauptstadt am Nachmittag zum Risikogebiet erklären, weil die Zahl der Neuinfektionen seit dem 5. September bei deutlich über 50 Fällen pro 100.000 Einwohner liege. Mit der Einstufung gelten für Besucher Wiens künftig verschärfte Quarantäne-Vorschriften nach der Rückkehr nach Deutschland.

Impfkommission erwartet mehrere Corona-Impfstoffe in Deutschland

Die Ständige Impfkommission (Stiko) beim Robert Koch-Institut geht davon aus, dass es in Deutschland mehrere unterschiedliche Impfstoffe gegen das neue Coronavirus geben wird. "Angesichts der großen Zahl von potenziellen Sars-CoV-2-Impfstoffkandidaten ist es wahrscheinlich, dass am Ende mehrere Impfstoffe in Deutschland zugelassen werden", sagte die Vize-Vorsitzende der Kommission, Sabine Wicker, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Dabei könne es sein, dass einzelne Impfstoffe insbesondere für bestimmte Bevölkerungsgruppen geeignet wären – zum Beispiel für Ältere.

Die Bundesregierung erwartet, dass ein Impfstoff gegen das Coronavirus in Deutschland für Teile der Bevölkerung in den ersten Monaten des nächsten Jahres zur Verfügung steht, für die breite Masse aber voraussichtlich erst Mitte des Jahres. Entsprechend äußerten sich Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und Forschungsministerin Anja Karliczek (CDU) am Dienstag in Berlin. Spahn hatte erklärt, dass zuerst Menschen mit Vorerkrankungen, ältere Menschen und Beschäftigte im Gesundheitswesen und in der Pflege zum Zuge kommen sollen. Mit dieser Frage beschäftigt sich die Impfkommission.

Laut Weltgesundheitsorganisation wird weltweit derzeit in rund 170 Projekten nach einer wirksamen Substanz gesucht. Bei 26 Projekten laufen demnach bereits Testimpfungen, um die gesundheitliche Verträglichkeit und Wirksamkeit zu untersuchen.

Indien: 90.000 Neuinfektionen in 24 Stunden – Sauerstoff wird knapp 

Als zweites Land nach den USA hat Indien mehr als fünf Millionen bekannte Corona-Infektionen erfasst. In absoluten Zahlen gerechnet steigen die bekannten Neuinfektionen in der südasiatischen Nation seit Wochen schneller als in jedem anderen Land. In den vergangenen 24 Stunden kamen mehr als 90.000 neue Fälle dazu, in der vergangenen Woche rund 600.000, wie offizielle Zahlen am Mittwoch zeigen. Auch gibt es anders als in den USA, wo mit 6,6 Millionen am meisten Fälle bekannt sind, keinen Hinweis auf ein Abflachen der Kurve.

Angesichts der raschen Corona-Verbreitung in Indien hatten örtliche Medien in mehreren Regionen von einem Mangel an medizinischem Sauerstoff für Patienten berichtet. Einige sollen deshalb gestorben sein. Zwar hätten Sauerstoffhersteller ihre Produktion im vergangenen halben Jahr vervierfacht – von rund 750 Tonnen pro Tag auf 3.000 Tonnen, wie die indische Herstellervereinigung für industrielle Gase dem Fernsehsender CNBC-TV18 sagte. Trotzdem könne die gesteigerte Nachfrage nicht gedeckt werden. Im südlichen Bundesstaat Karnataka hatten Ärzte angesichts steigender Sauerstoffpreise einen Preisstop gefordert, um die Behandlung der Covid-Patienten sicherzustellen, wie der Fernsehsender NDTV berichtete. Trotz der schnellen Pandemie-Verbreitung lockert die Regierung seine Corona-Maßnahmen und versucht damit die Wirtschaft wieder etwas in Schwung zu bringen.

Trump: "Könnten in drei oder vier Wochen einen Impfstoff haben"

US-Präsident Donald Trump geht von einem wirksamen Coronavirus-Impfstoff in den nächsten drei bis vier Wochen aus. "Wir stehen kurz vor einem Impfstoff", sagte er dem Sender ABC News am späten Dienstagabend. "Wenn Sie die Wahrheit wissen wollen, hätte die vorherige Regierung aufgrund der FDA und aller Zulassungen vielleicht Jahre gebraucht, um einen Impfstoff in den Händen zu halten. Und wir könnten ihn innerhalb von Wochen, drei Wochen, vier Wochen, nun haben."

Die Pharmakonzerne Pfizer und BionTech hatten vergangene Woche bekräftigt, bei erfolgreichen Ergebnissen ihrer Phase-3-Studie eines gemeinsamen Impfoffkandidaten bereits im Oktober die Zulassung zu beantragen.

Australien: Lockerungen in Victoria Ende des Monats

Der australische Bundesstaat Victoria geht von einer Lockerung der Beschränkungen zur Eindämmung des Virus-Ausbruchs zum Ende des Monats aus. Die durchschnittlichen Fälle in den letzten zwei Wochen in Melbourne, der größten Stadt des Bundesstaates, fielen nach Angaben der Gesundheitsbehörden unter 50 und lägen damit in einem Bereich, in dem Lockerungen möglich würden. S

Sollten bis zum 28. September die durchschnittliche Ansteckungsrate unter 50 bleiben, dürfen Fabriken, Lagerhäuser und Baustellen die Arbeit wieder aufnehmen, auch Kinderbetreuungseinrichtungen können wieder öffnen. Die Bewohner dürfen sich allerdings weiterhin nur innerhalb eines fünf Kilometer großen Umkreises um ihren Wohnsitz bewegen und zwei Stunden am Tag draußen Sport treiben. Die Ausgangssperre von 21-5 Uhr bleibt bestehen.

1.901 Neuinfektionen und sechs weitere Todesfälle

Deutschland verzeichnet 1.901 neue positive Coronavirus-Tests binnen 24 Stunden. Damit steigt nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) die Zahl der Coronavirus-Fälle auf 263.663. Zudem habe es sechs weitere Todesfälle gegeben. Die Gesamtzahl der Todesfälle beläuft sich nach Angaben des RKI auf 9,368.  Hier lesen Sie mehr Informationen dazu, wie die unterschiedlichen Statistiken zustande kommen.

 

Irlands Gesundheitsminister negativ auf Coronavirus getestet

Entwarnung in Irland: Gesundheitsminister Stephen Donnelly ist negativ auf das Coronavirus getestet worden. Damit seien die Pläne hinfällig geworden, die Bewegungsfreiheit der übrigen Kabinettsminister einzuschränken, sagte eine Regierungssprecherin. Zuvor hatte es geheißen, die irische Regierung begebe sich sicherheitshalber in Selbstisolation. Zudem wurde das Parlament kurzzeitig geschlossen. Donnelly hatte Covid-19-Symptome gezeigt.

Indonesien: Maskenverweigerer müssen Gräber ausheben

Im indonesischen Distrikt Cerme, in der Ost-Provinz Java, sind acht Menschen besonders bestraft worden: Weil sie sich weigerten, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen, sind sie dazu verpflichtet worden, Gräber auszuheben. Konkret geht es um letzte Ruhestätten für Menschen, die am Coronavirus gestorben sind, wie die Zeitung "Jakarta Post" berichtet. In der Stadt würden derzeit nur noch wenige Totengräber zur Verfügung stehen, heißt es in dem Bericht. Das sei auch ein Grund für die Strafe gewesen. "Hoffentlich wirkt das auch bei anderen abschreckend", sagte ein MItarbeiter der lokalen Behörden der Zeitung. 

Laut Johns Hopkins University sind in Indonesien derzeit 255.000 Corona-Fälle registriert worden. Fast 9.000 Menschen starben bislang an Covid-19.

Spanien meldet 600.000 Infizierte und 30.000 Tote

Im Corona-Hotspot Spanien sind die Marken von 600.000 Infektionen und 30.000 Todesopfern überschritten worden. Das Gesundheitsministerium in Madrid meldete am Dienstagabend 9.437 neue Ansteckungen. Die Zahl der seit Ausbruch der Pandemie nachgewiesenen Fälle kletterte damit auf mehr als 603.000. Bei den neuen Fällen handele es sich um 3022 positive Testergebnisse der vergangenen 24 Stunden sowie um nachgemeldete Infektionen, hieß es. Die Zahl der Menschen, die mit Covid-19 starben, stieg den Angaben zufolge in den vergangenen sieben Tagen um 303 auf 30.004.

Spanien verzeichnet damit mehr bestätigte Infektionen als jedes andere Land Westeuropas. Die größten Sorgen bereitete weiterhin die Lage in Madrid. Auf die Region um die Hauptstadt entfielen am Dienstag mit 1207 positiven Testergebnissen binnen 24 Stunden knapp 40 Prozent aller neuen Fälle. Dahinter folgen mit großem Abstand die Regionen Navarra (302 Fälle), Baskenland (270) und Andalusien (228).

Irische Regierung in Selbstisolation

Die irische Regierung begibt sich nach der Erkrankung von Gesundheitsminister Stephen Donnelly in Selbstisolation. Das teilt ein Parlamentssprecher mit. Zudem werde das Parlament für eine Woche geschlossen. Laut dem Sender "RTE" soll Donnelly einen Covid-19-Test am Nachmittag angefordert haben. Das irische Gesundheitsministerium meldet für Dienstag 357 Neuinfektionen. Das ist der höchste Zuwachs seit Mitte März. Die Zahl liegt zudem deutlich über dem Durchschnitt von 203 Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen.

Groß angelegte Corona-Tests in Garmisch erbringen nur drei neue Fälle

Nach dem mutmaßlich durch eine sogenannte Superspreaderin verursachten großen Corona-Ausbruch in Garmisch Partenkirchen hat sich die Zahl der neuen Fälle nur geringfügig erhöht. Die am Wochenende vorgenommenen zusätzlichen 740 Corona-Tests hätten nur drei neue positive Tests ergeben, sagte Landrat Anton Speer (Freie Wähler) am Dienstag vor Journalisten. "Das ist sehr erfreulich." Die Ergebnisse von am Montag vorgenommenen Tests standen aber noch aus.

Eine 26 Jahre alte US-Bürgerin, die als zivile Mitarbeiterin der US-Armee in der Gastronomie arbeitet, soll trotz Corona-Anzeichen und einer Quarantäneempfehlung im Nachtleben unterwegs gewesen sein und dabei mehrere Menschen angesteckt haben. Die Staatsanwaltschaft München II ermittelt deshalb gegen sie.

Misstrauen in Corona-Krise auch von Parteipräferenz abhängig

Bei der Frage, ob Menschen in der Corona-Krise dem Gesundheitssystem und der Politik der Bundesregierung vertrauen, spielt laut einer Studie der Universität Konstanz auch die Parteinähe eine entscheidende Rolle. Generell schätzt die Bevölkerung die Leistungsfähigkeit des Gesundheitssystems als hoch ein. 67,6 Prozent der Befragten gaben an, dass sie ein "sehr hohes" oder "hohes" Vertrauen haben, im Falle einer eigenen Corona-Erkrankung die notwendige Versorgung zu bekommen, wie der Politikwissenschaftler Marius Busemeyer am Dienstag mitteilte.

Die Zustimmungswerte unterscheiden sich laut Studie aber stark zwischen den Anhängern der Parteien. Während diejenigen, die die Grünen unterstützen, zu 80,4 Prozent dem Gesundheitssystem vertrauen, tun dies nur 44,1 Prozent der AfD-Unterstützer. Bei CDU/CSU beträgt die Quote 79,5 Prozent, SPD 73,8 Prozent, FDP 76,1 Prozent und Linke 75,8 Prozent. Sowohl Besserverdienende als auch ältere Menschen hätten ein besonders hohes Vertrauen in das Gesundheitssystem.

Die Konstanzer Forscher befragten für ihre repräsentative Untersuchung von April bis Mai dieses Jahres 3.200 Menschen in Deutschland. Über die Informationspolitik der Bundesregierung herrsche demnach eine größere Unzufriedenheit. Im Bevölkerungsdurchschnitt seien lediglich 48,2 Prozent der Meinung, dass die Bundesregierung "ziemlich" oder "sehr wahrheitsgetreu" informiert habe. Auch bei diesem Thema seien AfD-Anhänger besonders misstrauisch. Nur 11,9 Prozent von ihnen glauben an eine "ziemlich" oder "sehr" wahrheitsgetreue Informationslage. Im Gegensatz dazu bringen diejenigen, die den Grünen (69,4 Prozent) oder der CDU/CSU (66 Prozent) nahestehen, der Informationspolitik der Regierung viel Vertrauen entgegen. Bei der SPD sind es 61,1 Prozent, bei der FDP 54,3 und bei den Linken 53,1 Prozent.

Pressekonferenz mit Spahn und Karliczek zu Corona-Impfstoffen

Gesundheitsminister Jens Spahn und Forschungsministerin Anja Karliczek haben über den aktuellen Stand der Impfstoffforschung informiert. 

Eine Zusammenfassung der Pressekonferenz lesen Sie HIER.

Deutschland hat sich 26 Millionen Grippe-Impfstoffdosen gesichert

Deutschland steht nach Einschätzung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn genügend Impfstoff für die kommende Grippesaison zur Verfügung. Man habe sich 26 Millionen Dosen für Deutschland gesichert, normalerweise seien es 18 bis 19 Millionen, sagt Spahn. Wenn es gelänge, dass alle 26 Millionen Dosen verimpft würden, wäre das schon ein "großer Erfolg" in dieser Pandemie. Er wäre dann "ein sehr glücklicher Gesundheitsminister". Denn sowohl die Grippe als auch Covid-19 seien beides Atemwegserkrankungen, die dieselben Teile des Gesundheitswesens gleichzeitig belasten könnten. Für das Grippegeschehen würden es einen deutlichen Unterschied machen, wenn alle gesicherten Impfdosen verimpft würden.

Nicht alle Bürgerinnen und Bürger können sich von Anfang an impfen lassen

Wenn ein Impfstoff in den Umlauf kommt, werden zunächst nicht genug Kapazitäten für die gesamte Bevölkerung vorhanden sein. "Es muss am Anfang priorisiert werden", erklärt Spahn. "Ich gehe aber davon aus, dass dann schnell genug Impfstoff vorhanden sein wird." Eine Journalistin fragt: "Wie lange dauert es zwischen der Zulassung des Impfstoffs und der Verfügbarkeit in der Praxis?" Spahn spricht sich für eine schnelle Versorgung der Bevölkerung nach dem Abschluss der Studien aus. "So schnell wie möglich. Wenige Tage bis maximal wenige Wochen", sagt Spahn. Das sei möglich, weil die Impfstoffe schon parallel zur Impfstoffentwicklung hergestellt werden können.  

Cichutek: Zeitpunkt für Impfstoff ist spekulativ

Auch Klaus Cichutek, Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts, erklärt, dass die beschleunigte Impfstoffentwicklung nicht mit fehlender Sorgfalt einhergehen wird. Die Zulassung eines Impfstoffs hänge stark von der dritten Studienphase ab, erklärt Cichutek. Daher kann derzeit nur spekuliert werden, wann genau ein Impfstoff auf dem Markt sein wird.

Spahn blickt besorgt nach Russland

Spahn betont wiederholt den Faktor Sicherheit. Er sei froh, dass Deutschland im Rennen um einen Impfstoff international derzeit so gut dastehe. Aber bevor ein Impfstoff auf den Markt kommen könnte, müssten alle drei Studienphasen durchlaufen werden. "Es wird keinen schnellen Notimpfstoff geben." Die schnelle Produktion eines Impfstoffes in Russland sieht Spahn mit Sorge. 

Der Gesundheitsminister bestätigt, dass die Wirkung und die Nebenwirkungen eines Impfstoffes gut erforscht sein müssten, bevor eine große Anzahl von Menschen geimpft werden kann. Auch Spahn meint: "Sicherheit geht vor. Wir müssen verantwortungsvoll mit der Verfügbarkeit eines Impfstoffes umgehen." 

Gesundheitsminister betont Freiwilligkeit der Impfung

Spahn meint, dass sich in Deutschland insgesamt 65 Prozent der Bevölkerung impfen lassen müsste, um eine Herdenimmunität zu erlangen. Es sei aber sicher, dass die Menschen sich freiwillig impfen lassen würden. Spahn stellt klar: "Es wird nur eine freiwillige Impfung geben."

Karliczek: Keine riskanten Abkürzungen zum Corona-Impfstoff

Forschungsministerin Karliczek rechnet unverändert nicht vor Mitte nächsten Jahres mit einem Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus. "Wir müssen uns weiter darauf einstellen, dass erst Mitte 2021 ein Impfstoff zur Verfügung steht, mit dem breite Teile der Bevölkerung geimpft werden können", sagt die CDU-Politikerin. Die Forschung verlaufe "unglaublich schnell", man sei aber noch nicht am Ziel. In den nächsten Wochen könne noch viel passieren. Wichtig sei, dass den Menschen nur sichere und wirksame Impfstoffe zur Verfügung gestellt würden. Von dieser Linie werde man in Deutschland nicht abrücken, "riskante Abkürzungen werden wir hier nicht nehmen".

Anja Karliczek (Quelle: imago images/Metodi Popow)Anja Karliczek (Quelle: Metodi Popow/imago images)

"Wir wünschen uns, dass es möglichst schnell einen Impfstoff geben wird", meint die Forschungsministerin. Aber Sicherheit gehe vor, es müsse erst gewährleistet sein, dass ein Impfstoff den gewünschten Nutzen hat. "Sicherheit hat oberste Priorität." Deshalb gehöre zur Wahrheit dazu, dass die Entwicklung Zeit brauche.

Fast ganzes Fußballteam in Cloppenburg mit Corona infiziert

In einer Fußballmannschaft eines Vereins in Löningen im Landkreis Cloppenburg haben sich mehrere Spieler mit dem Coronavirus infiziert. "Der gesamte Trainings- und Spielbetrieb ruht im Seniorenbereich bis auf weiteres", teilte der Verein mit Verweis auf mehrere positiv getestete Spieler auf seiner Homepage mit. Nach einem Bericht von NDR 1 Niedersachsen sind zehn Spieler und der Trainer positiv getestet worden. Nur der Torwart, ein Verteidiger und einige Einwechselspieler seien virusfrei, sagte Mannschaftsbetreuer Paul Schnieders dem Radiosender.

Der Landkreis Cloppenburg teilte mit, die Zahl der Infektionen sei bis Montagmittag um 31 gestiegen. Demnach gibt es allein in der Stadt Löningen 21 neue Fälle. Nachgewiesen wurde das Virus demnach in einem Sportverein, einem Handwerksbetrieb, an einem Gymnasium, einer Realschule und in einem Kindergarten. Weitere Infektionen im Landkreis wurden an einer Grundschule und in einem Altenpflegeheim registriert. "Das Gesundheitsamt arbeitet angesichts dieser großen Zahl von neuen Fällen auf Hochtouren, um die Kontaktermittlung im Umfeld dieser Gruppen abzuschließen", hieß es.

Die Sportvereine wurden gebeten, den Sport- und Trainingsbetrieb für 14 Tage einzustellen. Zudem müssten die Hygienekonzepte der Fachverbände strikt eingehalten werden, so der Landkreis. Jeder solle physische Kontakte zu anderen Menschen, die nicht zu den Mitgliedern des eigenen Hausstandes gehören, auf das Notwendige beschränken. Im Landkreis Cloppenburg sind aktuell 75 Menschen mit dem Virus infiziert, für 165 Menschen gilt derzeit eine Quarantäne.

Impfstoff aus China könnte bis November bereit sein

Coronavirus-Impfstoffe, die in China entwickelt werden, könnten bereits im November für die breite Öffentlichkeit einsatzbereit sein, sagte ein Beamter des chinesischen Zentrums für Krankheitskontrolle und Prävention (CDC).

In China befinden sich vier COVID-19-Impfstoffe in der letzten Phase der klinischen Studie. Mindestens drei dieser Impfstoffe wurden bereits im Rahmen eines im Juli gestarteten Notfallverwendungsprogramms für wichtige Arbeitskräfte angeboten. Die klinischen Versuche der Phase 3 verliefen reibungslos, und die Impfstoffe könnten im November oder Dezember für die breite Öffentlichkeit bereit sein, sagte der leitende Biosicherheitsexperte der CDC, Guizhen Wu, in einem Interview mit dem staatlichen Fernsehen am späten Montag.

Nachweis von drei Corona-Infektionen: ganze chinesische Stadt im Lockdown

Auf die Entdeckung von drei Coronavirus-Infektionen an der Grenze zu Myanmar haben die chinesischen Behörden mit umfangreichen Maßnahmen reagiert. Wie die Behörden am Dienstag mitteilten, ordneten sie nach dem Nachweis der Ansteckungen in Ruili einen Lockdown der Grenzstadt in der Provinz Yunnan sowie Massentests der Bevölkerung an. Seit Montagabend dürfe niemand mehr in die Kleinstadt einreisen oder sie verlassen.

Die Bewohner wurden aufgerufen, zu Hause zu bleiben. Abgesehen von Lebensmittelläden und Apotheken mussten alle Geschäfte schließen. Jeder der mehr als 210.000 Einwohner von Ruili werde nun auf das neuartige Coronavirus getestet, hieß es in der Mitteilung der Behörden. Da das Coronavirus aus Myanmar eingeschleppt worden sei, werde außerdem verstärkt gegen illegale Einwanderer vorgegangen.

Ruilis Vize-Bürgermeister Yang Bianqiang hatte bereits am Montag bei einer Pressekonferenz gesagt, alle, die nicht das Datum ihrer Ankunft in Ruili sowie einen festen Wohnsitz und Arbeitsplatz nachweisen könnten, würden aus der Stadt ausgewiesen.

Bill Gates erwartet bis zu vier Corona-Impfstoffe Anfang 2021

Bill Gates rechnet Anfang des kommenden Jahres mit einem Durchbruch in der Impfstoffforschung. "Ich erwarte, dass mit etwas Glück im ersten Quartal drei oder sogar vier davon zugelassen werden", sagt der Microsoft-Gründer der Zeitung "Bild". Die Herausforderung sei dann, das Mittel in Massen zu produzieren. "Um den Impfstoff sieben Milliarden Menschen zur Verfügung zu stellen, brauchen wir fast 14 Milliarden Dosen. Das wurde zuvor noch nie gemacht", so Gates.

Über die Verbreitung von Desinformation und Lügen im Internet zeigte Gates sich besorgt. "Diese verrückten Ideen verbreiten sich irgendwie schneller in den sozialen Medien als die Wahrheit. Ich bin überrascht, dass mein Name in diesen Verschwörungstheorien auftaucht", sagte Gates.

Bill Gates: Der Microsoft-Gründer erwartet bis zu vier Corona-Impfstoffe Anfang 2021. (Archivbild) (Quelle: Reuters/Matthew Knight)Bill Gates: Der Microsoft-Gründer erwartet bis zu vier Corona-Impfstoffe Anfang 2021. (Archivbild) (Quelle: Matthew Knight/Reuters)

"Ich finde, dass es irgendwie ironisch ist, dass ich anmahnte, auf diese Pandemie vorbereitet zu sein – und jetzt gibt es Leute, die sagen, ich sei dafür verantwortlich." Der Multimilliardär appellierte an die Vernunft der Menschen: "Wir befinden uns inmitten einer Pandemie, und es ist wichtiger als je zuvor, sich mit den Tatsachen und der Wahrheit auseinanderzusetzen."

RKI: 1.407 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom frühen Dienstagmorgen 1.407 neue Corona-Infektionen gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich demnach mindestens 261.762 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 15.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9.362. Seit dem Vortag wurden zwölf Todesfälle mehr gemeldet. Bis Dienstagmorgen hatten etwa 234.600 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Mitteilung vom Montagabend bei 1,18 (Vortag: 1,18). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 1,04 (Vortag: 1,08). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.

Die Johns-Hopkins-Universität (JHU) in Baltimore meldete unterdessen  9.356 Tote und 263.222 Infizierte in Deutschland (Stand 15. September, 5.30 Uhr). Hier lesen Sie mehr Informationen dazu, wie die unterschiedlichen Statistiken zustande kommen.

USA lockern strikte Reisewarnung für China

Trotz der ständigen Kritik des Weißen Hauses an der chinesischen Corona-Politik haben die USA ihre strikte Reisewarnung für die Volksrepublik gelockert. Die Bedingungen in China hätten sich verbessert, erklärte das Außenministerium am Montag in Washington. US-Bürger sollten zwar immer noch genau überlegen, ob sie nach China reisen wollten. Die bisherige strikte Reisewarnung gelte aber nicht mehr.

Die Lockerung der US-Reisehinweise erfolgte ein Woche, nachdem China offiziell den "Sieg" über das Coronavirus verkündet hatte. In der chinesischen Millionenstadt Wuhan war das neuartige Coronavirus Ende des vergangenen Jahres erstmals aufgetreten. US-Präsident Donald Trump wirft der Führung in Peking regelmäßig vor, sie habe den Ausbruch vertuscht und sei deshalb für die verheerenden weltweiten Auswirkungen der Pandemie mitverantwortlich.

Erste internationale Fluggesellschaft fliegt Wuhan an

Als erste internationale Airline nimmt die südkoreanische Billig-Fluglinie T'way Air Wuhan wieder in ihr Streckennetz auf. Die wöchentlichen Flüge zwischen Incheon und Wuhan seien bereits von den chinesischen und südkoreanischen Behörden genehmigt, sagt ein Beamter des südkoreanischen Verkehrsministeriums. Die Hauptstadt der zentralchinesischen Provinz Hubei gilt als Ausgangsort der Corona-Pandemie, internationale Flugverbindungen waren infolgedessen ausgesetzt.

Reiserückführungskosten von deutschen Reisenden bislang nur teilweise beglichen

Die im Zuge des weltweiten Corona-Ausbruchs gestrandeten deutschen Reisenden haben der Bundesregierung bislang 2,7 Millionen Euro Reiserückführungskosten erstattet. Das berichtet die Zeitung "Bild" unter Berufung auf Angaben des Auswärtigen Amts.

Rund die Hälfte der entstandenen Gesamtkosten in Höhe von 94 Millionen Euro soll die Europäische Union tragen, die andere Hälfte von 47 Millionen Euro sollen die im Ausland Gestrandeten selbst begleichen. "Bei einem sehr großen Teil der Bescheide ist die eingeräumte Zahlungsfrist noch nicht verstrichen", teilt das Auswärtige Amt gegenüber dem Blatt mit. Rund 240.000 deutsche Staatsbürger wurden in einer Rückholaktion mit gecharterten Maschinen im März und April 2020 wieder nach Hause gebracht.  

Impfstoff-Studie von AstraZeneca bleibt in den USA ausgesetzt

In den USA bleibt die Studie des Pharmakonzerns AstraZeneca mit einem aussichtsreichen Corona-Impfstoff offenbar noch einige Tage ausgesetzt. Die amerikanischen Behörden untersuchten ernsthafte Nebenwirkungen, die bei einem Teilnehmer aufgetreten waren, wie mit der Angelegenheit vertraute Personen sagten. Erst zur Wochenmitte oder möglicherweise noch später könnte AstraZeneca die Tests wieder aufnehmen.

In Großbritannien hatte AstraZeneca seine Studie bereits fortgesetzt. Der Konzern hatte die Studien mit dem Impfstoffkandidaten wegen einer ungeklärten Erkrankung bei einem Studienteilnehmer am 6. September unterbrechen müssen.

Tschechien lockert Quarantäneregeln – Lage weiter dramatisch

Trotz steigender Corona-Fallzahlen lockert Tschechien seine Quarantänebestimmungen. Wer mit einem Infizierten in Kontakt gekommen ist und keine Symptome zeigt, muss nicht mehr automatisch in häusliche Isolierung, wenn beide Seiten einen Mundschutz getragen haben. Diese Kontaktpersonen müssten vom Dienstag an nur noch ihren Gesundheitszustand beobachten, gab Gesundheitsminister Adam Vojtech am Montag bekannt. Ausgenommen von der Quarantänepflicht für Kontaktpersonen werden zudem Menschen, die in den letzten 90 Tagen eine Covid-Erkrankung überstanden haben. Sie hätten eine Immunität aufgebaut, hieß es zur Begründung.

Tschechien, das zu Beginn der Pandemie noch als Musterschüler gegolten hatte, kämpft derzeit mit einem rasanten Anstieg der Fallzahlen. Vojtech machte keine konkreten Angaben zur Reproduktionszahl R, die angibt, wie viele Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt. Sie liege "sicherlich nicht über 2", sei aber "hoch", sagte der Politiker der populistischen Partei ANO. Er betonte, dass die Krankenhäuser ausreichend freie Kapazitäten für Corona-Patienten hätten.

  • Corona-Lage in Tschechien: Oben in der Video-Animation oder hier.

Die Zahl der insgesamt Infizierten stieg mit Stand vom Montag auf rund 36.200, davon knapp 14.440 aktive Fälle. In Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung starben 456 Menschen. Die deutsche Bundesregierung hatte die Hauptstadtregion Prag vorige Woche zum Risikogebiet erklärt und vor Reisen dorthin gewarnt.

Frankreich: Mehr als 6.000 Infizierte an einem Tag

In Frankreich steigt die Zahl der Infizierten um 6.158 an. Die montags veröffentlichten Zahlen sind allerdings meistens auffallend niedrig, da sonntags weniger als an den anderen Wochentagen getestet wird. Im Mittel der vergangenen Woche waren über 8.000 Angesteckte pro Tag erfasst worden. Insgesamt liegt die Zahl der Infizierten bei 387.252. Die Zahl der Corona-Toten steigt in den vergangenen 24 Stunden um 34 auf 30.950 an

Am Dienstag enden kostenlose Tests für Reiserückkehrer

Wer aus einer Region nach Deutschland zurückkehrt, die nicht als Corona-Risikogebiet eingestuft ist, kann keinen kostenlosen Test mehr in Anspruch nehmen. Eine entsprechende Verordnung tritt am Dienstag in Kraft, wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Montag in Berlin mitteilte. Für Einreisende aus Risikogebieten gelte aber "vorerst weiterhin die Testpflicht sowie die Erfordernis der Quarantäne bis zum negativen Testergebnis". Die Quarantäneregeln für Rückkehrer aus Risikogebieten sollen wie beschlossen bis Ende des Monats überarbeitet werden, fügte Spahn hinzu. 

Superspreaderin aus Garmisch: Söder erwartet "sehr hohes Bußgeld"

Der Fall einer mutmaßlich als sogenannte Superspreaderin für zahlreiche Corona-Infektionen in Garmisch-Partenkirchen verantwortlichen Frau zeigt nach Überzeugung des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU), wie sehr "Leichtsinn und Unvernunft andere gefährden". Söder sagte Sonntagabend in einem "Bild"-Talk, er sage "immer wieder, wir müssen die Vernünftigen vor den Unvernünftigen schützen". Bei der Frau gehe es nun möglicherweise um "ein sehr hohes Bußgeld" als Strafe.

Auch die Staatsanwaltschaft München II hat inzwischen Ermittlungen zu dem Fall aufgenommen. Dabei gehe es um den Verdacht der fahrlässigen Körperverletzung, sagte Oberstaatsanwältin Andrea Mayer am Montag. "Was im Raum steht, ist eine mögliche Verletzung der Quarantänevorschriften." Der "Münchner Merkur" hatte zuerst darüber berichtet. Die 26 Jahre alte Frau soll trotz Corona-Symptomen und einer Quarantäneanordnung in der vergangenen Woche am Dienstag in Garmisch-Partenkirchen mehrere Lokale besucht haben. Dabei soll die hoch ansteckende Frau zahlreiche andere Menschen infiziert haben. Garmisch-Partenkirchen liegt mittlerweile über dem kritischen Wert von 50 Neuinfektionen an sieben Tagen je 100.000 Einwohner. Das Landratsamt verhängte bereits verschiedene Einschränkungen etwa bei den Öffnungszeiten in der Gastronomie.

Umstrittener Beschluss: Italiens Schulen öffnen wieder

Begleitet von Debatten um die Corona-Ausbreitung und organisatorischen Problemen ist ein Großteil der 8,5 Millionen Schüler in Italien wieder in die Klassen zurückgekehrt. Für etwa zwei Drittel der Kinder und Jugendlichen begann am Montag nach über sechs Monaten Pause wieder der Unterricht. Das Land hatte seine Schulen wegen der Corona-Pandemie am 5. März geschlossen, in keinem anderen europäischen Land waren sie länger dicht. Wegen der Ausbreitung des Virus gelten zum Schulstart strenge Vorsichts- und Schutzmaßnahmen.

Außerhalb des Unterrichts und in den Klassenräumen, in denen der Abstand nicht eingehalten werden kann, müssen Schüler über sechs Jahren einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Allerdings stockt die von der Regierung versprochene Maskenlieferung ebenso wie die angekündigte Bereitstellung von 2,4 Millionen Einzeltischen. Zudem fehlt es an Lehrern und geeigneten Räumen, Unterricht soll daher teilweise auch draußen stattfinden. Eltern sind zudem dazu aufgerufen, bei ihren Kindern vor Schulstart jeden Morgen Fieber zu messen.

"Es wird Schwierigkeiten und Unannehmlichkeiten geben, vor allem am Anfang", hatte Regierungschef Giuseppe Conte in einer Facebook-Ansprache gesagt. "Ihr müsst euren Teil dazu beitragen und die Vorsichtsmaßnahmen befolgen, die es euch ermöglichen, eure Gesundheit zu schützen und die der Menschen, die ihr liebt und die euch lieben", appellierte Conte an die Kinder und Jugendlichen und lobte die Lehrer für ihre "außergewöhnlichen Anstrengungen".

Die Öffnung der Schulen und die nötigen Schutzmaßnahmen waren auch wegen der zuletzt wieder steigenden Corona-Infektionszahlen in Italien wochenlang kontrovers diskutiert worden. Es hatte auch Forderungen nach einer weiteren Verschiebung der Rückkehr gegeben, in einigen Regionen beginnt die Schule erst in der kommenden Woche.

WHO: Todeszahlen im Herbst könnten in Europa steigen

Die Weltgesundheitsorganisation WHO rechnet mit einer Zunahme der täglichen Corona-Todesfälle in Europa im Oktober und November. "Es wird härter werden", sagte der WHO-Regionaldirektor für Europa, Hans Kluge, der Nachrichtenagentur AFP. Derzeit steigt die Zahl der Neuinfektionen mit dem Virus in Europa an, die Zahl der täglichen Todesfälle ist hingegen bisher relativ stabil geblieben.

Ein Coronavirus-Opfer im New Yorker South Bronx Lebanon Hospital Center: In den USA steigen die Fallzahlen weiter gewaltig an. (Quelle: dpa/Marcus Santos/ZUMA Wire)Ein Coronavirus-Opfer im New Yorker South Bronx Lebanon Hospital Center: In den USA steigen die Fallzahlen weiter gewaltig an. (Quelle: Marcus Santos/ZUMA Wire/dpa)

Die Welt wolle derzeit solche schlechten Nachrichten nicht hören, "und ich verstehe das", sagte Kluge. Doch im Oktober und November "werden wir einen Anstieg der Sterblichkeit beobachten". Der in Kopenhagen ansässige WHO-Funktionär warnte davor, zu große Erwartungen in Impfstoffe zu setzen. "Ich höre die ganze Zeit: 'Der Impfstoff wird das Ende der Pandemie sein'. Natürlich nicht!", sagte der Belgier.

Weltweit so viele Neuinfektionen wie nie zuvor

Laut Weltgesundheitsorganisation WHO haben sich binnen 24 Stunden knapp 308.000 Menschen neu mit dem Virus infiziert – so viele wie nie zuvor an einem Tag. Die größten Anstiege habe es dabei in Indien, den USA und Brasilien gegeben. Die Zahl der Toten steigt um 5.537 auf 917.417.

Die Johns-Hopkins-Universität (JHU) in Baltimore meldete am Montag (Ortszeit) mehr als 921.564 Tote. Hier lesen Sie mehr Informationen dazu, wie die unterschiedlichen Statistiken zustande kommen.

Israels Regierung verhängt erneut Lockdown

Israels Regierung hat angesichts steigender Neuinfektionen mit dem Corona-Virus die Verhängung eines zweiten landesweiten Lockdowns beschlossen. Das Kabinett stimmte am Sonntagabend gegen den Widerstand einiger Minister für neue drastische Ausgangsbeschränkungen. Diese sollen am Freitagnachmittag um 13 Uhr (MESZ) in Kraft treten, vor Beginn der jüdischen Feiertage, und zunächst für drei Wochen gelten.

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte, angesichts steigender Infektionszahlen hätten Klinikleiter "die rote Fahne erhoben". Es seien sofortige Maßnahmen notwendig. "Unser Ziel ist es, den Anstieg zu stoppen."

Schulen und Kindergärten sollen den Angaben zufolge geschlossen werden. Die Menschen dürfen sich außer in Ausnahmefällen nur bis zu 500 Meter von ihrem Zuhause entfernen. Auch Hotels, Restaurants und Einkaufszentren sowie Freizeiteinrichtungen sollen nach Medienberichten geschlossen bleiben. Lebensmitteleinkäufe und Arztbesuche sind weiter erlaubt. Behörden und Privatunternehmen sollen unter Einschränkungen arbeiten. Außerdem gelten Versammlungsbeschränkungen: Bis zu 20 Menschen dürfen sich im Freien und bis zu 10 Menschen in Innenräumen versammeln.

Die Anzahl der Neuinfektionen in Israel ist zuletzt dramatisch gestiegen. An vier Tagen in Folge wurden in der abgelaufenen Woche jeweils Rekordwerte verzeichnet. Die Zahl der Fälle seit Beginn der Pandemie hat inzwischen 150.000 überschritten, 1.108 Menschen sind nach einer Infektion gestorben. Es gab aus wirtschaftlichen Gründen starken Widerstand gegen neue Corona-Beschränkungen. Denn die Corona-Krise hat der Wirtschaft des Landes bereits schwer zugesetzt. Die Arbeitslosigkeit lag im Sommer bei mehr als 20 Prozent.

Hauptstraße in Tel Aviv blockiert: Während des ersten Lockdowns sorgte die Polizei dafür, dass die Beschränkungen eingehalten werden. (Quelle: imago images/ Xinhua)Hauptstraße in Tel Aviv blockiert: Während des ersten Lockdowns sorgte die Polizei dafür, dass die Beschränkungen eingehalten werden. (Quelle: Xinhua/imago images)

Indien erwägt Notfallgenehmigung für Impfstoff

Die Regierung in Indien erwägt infolge steigender Infektionszahlen eine Beschleunigung des Zulassungsverfahrens für einen möglichen Impfstoff. "Indien erwägt die Notfallgenehmigung einer Covid-19-Impfung", sagte Gesundheitsminister Harsh Vardhan. Insbesondere Senioren und Menschen, die in Umgebungen mit hohem Risiko arbeiten, sollten das Vakzin zuerst erhalten.

Der Zeitplan für die letzte Studienphase (Phase-III-Studien) könne durch die Erteilung einer Notfallgenehmigung verkürzt werden. Vardhan, betonte jedoch, dass in klinischen Studien keine Abstriche gemacht würden und dass ein Impfstoff nur dann zur Verfügung gestellt werde, wenn die Regierung seine Sicherheit und Wirksamkeit gewährleisten könne. Binnen 24 Stunden verzeichnet Indien 94.372 neue Infektionen.

Zahl der Neuinfektionen in den USA geht leicht zurück

Die Zahl der täglichen neuen Virus-Opfer in den USA schwächt sich im Vergleich zum Vortag ab. Binnen 24 Stunden gab es nach Angaben der Seuchenschutzbehörde CDC 40.423 Neuinfektionen, nach 46.047 am Vortag. Damit stieg deren Zahl auf insgesamt knapp 6,47 Millionen. Es gab zudem 807 weitere Tote, nach 1.035 am Samstag. Die Gesamtzahl summiert sich damit auf 193.195.

Nach sechs Monaten: Schulen in Italien öffnen wieder

Nach sechs Monaten zu Hause können Millionen Kinder und Jugendliche in Italien ab Montag wieder zur Schule gehen. Allerdings ist das Land auch mit Beginn des neuen Schuljahres von einem normalen Unterricht noch weit entfernt: Unter anderem besteht Maskenpflicht – dafür wollen die Behörden jeden Tag landesweit kostenlos elf Millionen Masken für Schüler und Lehrer bereitstellen.

Regierungschef Giuseppe Conte hatte sich am Mittwoch in einer Fernsehansprache an die Schüler gewandt: "Danke, ihr habt den höchsten Preis in dieser Krise gezahlt", sagte er. Italien war als eines der ersten Länder in Europa massiv vom Coronavirus getroffen worden. Anfang März wurden alle Schulen geschlossen, seitdem mussten die rund acht Millionen Schüler zu Hause bleiben.

Kurz: Österreich erlebt "Beginn der zweiten Welle" der Pandemie

Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz erwartet einen weiteren starken Anstieg der Corona-Zahlen in Österreich und vor allem in Wien. "Was wir gerade erleben, ist der Beginn der zweiten Welle", erklärte der Regierungschef der österreichischen Nachrichtenagentur APA. "Waren es vor zwei Wochen noch rund 350 Ansteckungen pro Tag, lagen wir gestern bereits bei über 850." Bald werde man die Marke von 1.000 neuen Fällen pro Tag erreichen. Als "besonders dramatisch" beschrieb Kurz die Lage in Wien, wo mehr als die Hälfte aller registrierten Neuinfektionen in Österreich verzeichnet werden.

Kurz warnte vor einem harten Herbst und Winter: "Daher sind wir jetzt alle aufgerufen und gefordert, mit gleicher Disziplin und Rücksicht wie im Frühjahr auch die Herausforderungen der kommenden Monate gemeinsam zu meistern." Er bat die Bevölkerung, die Maßnahmen einzuhalten, soziale Kontakte zu reduzieren, Mund-Nasen-Schutz zu tragen und Abstand zu halten.

Rund 5.400 Menschen gelten aktuell in Österreich als an Covid-19 erkrankt, mehr als 3.000 von ihnen in Wien. Mit 869 registrierten Neuinfektionen in 24 Stunden wurde am Samstag der höchste Anstieg seit Ende März gemessen, allerdings bei deutlich mehr Tests und weniger schweren Fällen. Die Anzahl der im Krankenhaus behandelten Covid-19-Patienten stieg jedoch binnen einer Woche um ein Drittel auf 209; von ihnen waren 42 auf der Intensivstation.

Corona-Fall in Potsdamer Grundschule

An einer Schule in Potsdam gibt es einen Corona-Fall. Eine Schülerin wurde positiv auf das Virus getestet. Das Testergebnis sei am Samstag an das Gesundheitsamt übermittelt worden, teilte die Stadt am Sonntag mit. Insgesamt wurden demnach 32 Kontaktpersonen des Mädchens ermittelt, darunter Schüler und deren Eltern sowie Lehrer der betroffenen Grundschule "Max Dortu". Sie müssen in Quarantäne und sollen am Dienstag auf das Coronavirus getestet werden. Die Schülerin hatte zuletzt am Donnerstag die Schule besucht. Die Ergebnisse aus dem Labor des Klinikums Ernst von Bergmann werden am Mittwoch erwartet.

Virologe Streeck für Strategiewechsel bei Corona-Politik

Der Bonner Virologe Hendrik Streeck hat im Umgang mit dem Coronavirus für einen Strategiewechsel geworben. Mehr dazu lesen Sie hier.

Mehr als 10.000 Neuinfektionen in Frankreich an einem Tag

In Frankreich steigt die Zahl der Neuinfektionen erstmals überhaupt auf mehr als 10.000. Binnen 24 Stunden habe es 10.561 neue Fälle gegeben, teilen die Behörden mit. Die höchste Zahl bislang hatte es am Donnerstag mit 9.843 gegeben. Der Anstieg hatte die Regierung dazu veranlasst, weitere Beschränkungen zu verhängen. Die Zahl der Toten in Kliniken und Pflegeeinrichtungen steigt um 17 auf 30.910.

Pharmaunternehmen nimmt Impfstoff-Studie wieder auf

Der britische Pharmakonzern AstraZeneca setzt seine nach einem medizinischen Zwischenfall unterbrochene Studie zur Entwicklung eines Coronavirus-Impfstoffs in seiner Heimat fort. Die Gesundheitsbehörde MHRA habe grünes Licht gegeben und bestätigt, dass eine Fortsetzung sicher sei, teilte das Unternehmen am Samstag mit. Weitere Details nannte AstraZeneca nicht. Auch wurde nicht mitgeteilt, wie es dem Probanden geht, auf dessen Erkrankung die Aussetzung der Studie zurückgeht. Medienberichten zufolge leidet der Teilnehmer der Studie unter eine Entzündung des Rückenmarks, die oft durch Virusinfektionen ausgelöst wird. AstraZeneca hatte daraufhin vor einigen Tagen erklärt, ein unabhängiger Ausschuss werde klären, ob die Fortführung der Studie sicher sei.

Weltweit forschen derzeit Pharmafirmen nach einem Impfstoff gegen Covid-19, die vom Coronavirus ausgelöste Atemwegserkrankung. Das Mittel von AstraZeneca gehört dabei nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation WHO zu den vielversprechendsten. Eine Unterbrechung aufgrund von Zwischenfällen kommt bei Studien immer wieder einmal vor.

Pfizer und Biontech: Zulassung für Impfstoff im Oktober?

Der US-Pharmakonzern Pfizer und das Mainzer Biotech-Unternehmen BionTech wollen ihre Studie für einen Covid-19-Impfstoff ausweiten. Der US-Arzneimittelaufsicht FDA sei zugesagt worden, die Phase-3-Studie mit 44.000 Teilnehmern durchzuführen, teilen beide Firmen mit. Bislang war von 30.000 Probanden die Rede gewesen, Diese Zahl sollte in der kommenden Woche erreicht werden. Pfizer und Biontech bekräftigten, bei erfolgreichen Ergebnissen solle bereits im Oktober die Zulassung des Impfstoffs beantragt werden.

Österreich verzeichnet wieder Rekordwert bei Neuinfektionen

Der Anstieg der registrierten Neuinfektionen mit dem Coronavirus liegt in Österreich am Samstag nach einem erneuten Sprung so hoch wie zuletzt Ende März. Die Behörden meldeten am Samstag 869 neue Fälle seit dem Vortag, nachdem zuletzt am Donnerstag ein Rekord-Wiederanstieg von 664 Neuinfektionen erreicht worden war. Noch vor einer Woche hatten die Zahlen meist bei etwa 300 bis 400 neuen Fällen am Tag gelegen.

Die Zahl der im Krankenhaus behandelten Covid-Patienten liegt noch deutlich unter den Werten des Frühjahrs, stieg aber binnen einer Woche um rund ein Drittel. Am Samstag lagen 209 Infizierte im Krankenhaus, 42 von ihnen auf der Intensivstation.

Gesundheitsminister Rudolf Anschober sagte am Samstag, die Zahlen seien nicht mit denen vom Frühjahr vergleichbar, da mehr getestet werde als je zuvor (zuletzt fast 15.000 Tests in 24 Stunden). Die Entwicklung sei trotzdem besorgniserregend; Experten sollen kommende Woche neue Empfehlungen erarbeiten.

Deutsches Olympiateam im Trainingslager mit Corona infiziert

Das komplette deutsche Nationalteam der Amateurboxer hat sich im Trainingslager im österreichischen Längenfeld mit dem Coronavirus infiziert. Das betrifft 18 Sportler sowie sieben Trainer und Betreuer. "Glücklicherweise gibt es keinen ernsten Fall. Einige hatten leichte Symptome wie Halsschmerzen, andere gar nichts", sagte Sportdirektor Michael Müller der Deutschen Presse-Agentur am Samstag. Zuerst hatte der "Spiegel" darüber berichtet.

Nach 14-tägiger Quarantäne dürfen die Sportler und Betreuer in der nächsten Woche wieder in die Heimat reisen. Das wird gestaffelt über mehrere Tage geschehen, weil Tests und Auswertungen an mehreren Tagen vorgenommen wurden. Schon Tage vor der Anreise hatten sich die Teammitglieder zwei Tests unterziehen müssen. Beide Male hatte es ausnahmslos negative Ergebnisse gegeben.

Die Sportler sollen nach Rückkehr in die Heimat an den Olympia- und Bundesstützpunkten gründlich untersucht werden, bevor sie ihre Vorbereitung auf den internationalen Cologne Cup (14. bis 18. Oktober) fortsetzen dürfen. Derzeit absolvieren alle Boxer lockeres Training im Mannschaftshotel in Längenfeld, weil keiner über Symptome klagt. Das Gesundheitsamt Tirol betreut das Team und verfolgt Kontaktketten.

"Wir haben einen eigenen Hoteltrakt, einen eigenen Essenraum, einen eigenen Seiteneingang. Die Boxer haben ausschließlich miteinander trainiert", sagte Müller, der auch wenige Tage in Längenfeld war, aber früher abgereist ist. "Ich habe mich zu Hause natürlich gleich testen lassen: negativ. Jetzt bin ich in freiwilliger Isolation und lasse mich in der nächsten Woche nochmals testen", betonte der Sportdirektor.

Rekord-Wiederanstieg an Coronafällen in Österreich

Der Anstieg der registrierten Neuinfektionen mit dem Coronavirus liegt in Österreich am Samstag nach einem erneuten Sprung so hoch wie zuletzt Ende März. Die Behörden meldeten am Samstag 869 neue Fälle seit dem Vortag, nachdem zuletzt am Donnerstag ein Rekord-Wiederanstieg von 664 Neuinfektionen erreicht worden war. Noch vor einer Woche hatten die Zahlen meist bei etwa 300 bis 400 neuen Fällen am Tag gelegen.

Die Zahl der im Krankenhaus behandelten Covid-Patienten liegt noch deutlich unter den Werten des Frühjahrs, stieg aber binnen einer Woche um rund ein Drittel. Am Samstag lagen 209 Infizierte im Krankenhaus, 42 davon auf der Intensivstation.

Insgesamt gelten nun landesweit über 5.300 Menschen als erkrankt, mehr als 3000 davon in der Hauptstadt Wien. Dort wird allerdings betont, dass die Werte mit März schwer vergleichbar seien. Anders als damals würden durch systematisches Testen aller Kontaktpersonen auch viele Erkrankte entdeckt, die keine Symptome zeigten, sagte ein Sprecher des Gesundheitsstadtrats der österreichischen Nachrichtenagentur APA.

"Covid-Tauschbörsen" – Corona-Explosion in Tschechien

Der Trend zunehmender Corona-Infektionszahlen in Tschechien hält ungebrochen an. Am Freitag kamen 1.447 bestätigte Fälle hinzu, mehr als je zuvor an einem Tag. Das gab das Gesundheitsministerium in Prag am Samstag bekannt. Es gab mehr als 12.200 aktive Fälle. Seit Beginn der Pandemie starben 450 Menschen in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung.

Prags Oberbürgermeister Zdenek Hrib übte im tschechischen Fernsehen CT scharfe Kritik an der Krisenpolitik der Regierung. Sie habe verschlafen, dass es mit dem Schulbeginn nach den Sommerferien zu einer Infektionswelle kommen werde, sagte der studierte Mediziner. Die Schulen seien zu "Covid-Tauschbörsen" geworden. In Tschechien gilt landesweit in fast allen Innenräumen eine Maskenpflicht, nicht aber in den Klassenzimmern der Schulen.

Infizierte gehen feiern – Garmisch verschärft Corona-Regeln

Weil die Zahl der Corona-Infektionsfälle im Landkreis Garmisch-Partenkirchen eine kritische Marke überstiegen hat, sind die Sicherheitsmaßnahmen für die Gemeinde für sieben Tage erhöht worden. Mehr dazu lesen Sie hier. 

Bayern: 44 Lehrer und 66 Schüler positiv – 1.066 in Quarantäne

Wenige Tage nach dem Schulstart in Bayern sind schon 44 Lehrer und 66 Schüler im Freistaat positiv auf das Coronavirus getestet worden. 227 Lehrer und 1.066 Schüler wurden in Quarantäne geschickt. Das teilte das Kultusministerium am Freitag in München mit, wies aber darauf hin, dass es sich um eine Momentaufnahme mit Stand Donnerstagabend handle, die nicht unbedingt tagesaktuell sei. Erst am Dienstag hatte die Schule in Bayern wieder begonnen. Weitere 7 Beschäftigte in Schulen, die nicht zu den Lehrkräften gehören, wurden positiv getestet, 33 in Quarantäne geschickt.

In Furth am Wald wurde eine komplette Mittelschule geschlossen, nachdem dort eine Lehrkraft positiv getestet worden war. Über Schließungen einzelner Klassen an bayerischen Schulen machte das Ministerium zunächst keine Angaben. Auch an zahlreichen Kindertagesstätten im Freistaat wurden Corona-Fälle registriert. Nach Angaben des Sozialministeriums mussten seit dem 1. September wegen Infektionen oder Verdachtsfällen schon rund 40 Kitas in Bayern zeitweise ganz oder teilweise schließen.

Höchstwerte bei Neuinfektionen: Israel muss erneut in Lockdown

Die Corona-Zahlen in Israel steigen immer weiter. Das Gesundheitsministerium teilte am Freitag mit, am Vortag seien 4.038 neue Fälle registriert worden. Damit wurde den vierten Tag in Folge der jeweils höchste Ein-Tages-Wert im Land seit Beginn der Pandemie verzeichnet. Am Donnerstagabend hatte das Corona-Kabinett angesichts des Anstiegs erneut striktere Ausgangsbeschränkungen beschlossen. Der Drei-Phasen-Plan muss allerdings am Sonntag noch von der israelischen Regierung gebilligt werden.

Er sieht zunächst landesweite Ausgangsbeschränkungen vor. Die Menschen dürfen sich dann nicht weiter als 500 Meter von ihrem Zuhause entfernen. Schule und Kindergärten sollen geschlossen werden, ebenso wie Restaurants und Geschäfte. Gebete sollen nur im Freien erlaubt werden. Nach Medienberichten soll diese Phase zwei Wochen dauern und vor dem jüdischen Neujahrsfest am Freitag beginnen.

Französische Regierung berät über verschärfte Corona-Maßnahmen

Die französische Regierung berät am heutigen Freitag über eine weitere Verschärfung der Corona-Maßnahmen. Der wissenschaftliche Beirat drängt die Regierung wegen der seit Wochen steigenden Infektionszahlen zum Handeln. Präsident Emmanuel Macron warnte aber vor "Panik".

Kurz vor der Sondersitzung der Regierung wurde in Frankreich die Rekordzahl von fast 10.000 Coronavirus-Neuinfektionen binnen 24 Stunden verzeichnet. Als schärfstes Mittel zur Eindämmung des Virus gelten Ausgangsbeschränkungen, wie sie in Frankreich bereits zwischen März und Mai galten. In Unternehmen und meisten Schulen des Landes gilt bereits eine Maskenpflicht. In Paris und anderen französischen Großstädten muss der Mund-Nasen-Schutz zudem auch im Freien getragen werden.

Israels Corona-Kabinett beschließt neue Ausgangsbeschränkungen

Angesichts immer weiter steigender Corona-Infektionszahlen will Israel erneut striktere Ausgangsbeschränkungen verhängen. Das Corona-Kabinett entschied am Donnerstagabend nach Medienberichten, dass mit Beginn des jüdischen Neujahrsfests in einer Woche 14-tägige landesweite Ausgangssperren herrschen sollen. Danach sollen Schulen und Kindergärten für weitere zwei Wochen geschlossen bleiben. Die Regierung muss diese Schritte aber am Sonntag noch billigen und entscheiden, wann genau die Maßnahmen in Kraft treten sollen.

Wie das Gesundheitsministerium am Donnerstag mitteilte, hat die Zahl der täglichen Neuinfektionen in Israel erstmals die 4.000er-Marke überschritten. Den dritten Tag in Folge wurde damit der jeweils höchste Ein-Tages-Wert im Land seit Beginn der Pandemie verzeichnet.

In 40 besonders betroffenen Ortschaften gelten seit Dienstagabend bereits nächtliche Ausgangssperren. Nach Medienberichten gibt es jedoch viele Verstöße gegen die Vorschriften. Betroffen von den hohen Corona-Infektionszahlen sind vor allem arabische und strengreligiöse jüdische Wohnorte. Die meisten Corona-Kranken gibt es in Jerusalem.

Studie: Vertrauen in Impfungen in Europa gering

Das Vertrauen in Impfungen ist einer Studie zufolge in Europa geringer als in anderen Teilen der Welt, etwa in Afrika. Beeinflusst werde das Vertrauen in Impfungen etwa von der politischen Stabilität eines Landes und von Falschinformationen im Internet. Was einen Impfstoff gegen das neue Coronavirus angehe, seien viele Menschen besorgt über die Schnelligkeit der Entwicklung, sagte Studienleiterin Heidi Larson von der London School of Hygiene & Tropical Medicine. "Aber die Öffentlichkeit ist nicht wirklich an Geschwindigkeit interessiert, sondern an Sorgfalt, Effektivität und Sicherheit." Für die Studie wurden im vergangenen Jahr mehr als 284.000 Personen befragt.

Israel bekommt Infektionen nicht in den Griff

Die Zahl der täglichen Neuinfektionen in Israel hat erstmals die 4.000er-Marke überschritten. Das Gesundheitsministerium teilte am Donnerstag mit, dass am Vortag 4.013 neue Fälle registriert worden seien. Den dritten Tag in Folge wurde damit der jeweils höchste Ein-Tages-Wert seit Beginn der Pandemie verzeichnet. Am Dienstag hatte es 3.554 neue Fälle gegeben.

Allerdings ist auch die Zahl der Corona-Tests deutlich höher als zuvor, am Mittwoch waren es fast 45.000. Durchschnittlich jeder elfte Test in Israel ist positiv. Im Vergleich zu Deutschland hat Israel gegenwärtig doppelt so viele Corona-Neuinfektionen – wobei Deutschland neunmal so viele Einwohner hat. In der Bundesrepublik wurden in der vergangenen Woche etwa eine Million Tests durchgeführt. Das sind rund 143.000 am Tag.

Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu sagte, man befürchte eine Überlastung der Krankenhäuser. Der Generaldirektor des Gesundheitsministeriums, Professor Chesi Levy, sagte der Nachrichtenseite ynet, er werde einen Lockdown während der jüdischen Feiertage sowie eine Schließung des Schulsystems in diesem dreiwöchigen Zeitraum empfehlen. "Wir können es uns nicht erlauben, dass die Infektionszahlen weiter so hoch bleiben", sagte er.

Assange-Anhörung wegen Corona unterbrochen – "Situation unsicher"

Aus Sorge vor Corona-Infektionen ist die Anhörung des Wikileaks-Gründers Julian Assange vor einem Gericht in London unterbrochen worden. Im Umfeld der Anwälte gebe es möglicherweise eine Infektion, berichteten britische Medien am Donnerstag. "Solange die Situation unsicher ist, sollte die Anhörung vertagt werden, bis das Ergebnis da ist", sagte die zuständige Richterin. Nach Angaben des Gerichts soll das Verfahren am Montag fortgesetzt werden.

Die Anhörung zum US-Antrag auf Auslieferung des gebürtigen Australiers läuft nach monatelanger Pause seit dieser Woche wieder. Die US-Justiz wirft dem 49-Jährigen vor, der Whistleblowerin Chelsea Manning geholfen zu haben, geheimes Material von Militäreinsätzen im Irak und in Afghanistan zu veröffentlichen. Bei einer Verurteilung drohen bis zu 175 Jahre Haft. Die Wikileaks-Enthüllungen hatten zur Aufdeckung von Kriegsverbrechen durch amerikanische Soldaten geführt.

Mitarbeiter eines Pflegeheims in Jena mit Corona infiziert

In Jena hat es am Donnerstag vier nachgewiesene neue Ansteckungen mit dem Covid-19-Virus gegeben. Unter den Infizierten ist auch eine Pflegekraft, die in einem Pflegeheim arbeitet, wie die Stadt Jena am Donnerstagabend mitteilte. Das Personal der Einrichtung sowie alle Bewohner sollen am Freitag getestet werden. Damit gibt es in Jena aktuell 16 nachgewiesene Corona-Fälle. Seit Mitte März haben sich insgesamt 188 Menschen mit dem Virus angesteckt.

Impfstoff-Studie nicht zum ersten Mal gestoppt

Der britische-schwedische Pharmakonzern AstraZeneca hat die klinische Studie für seinen vielversprechenden Corona-Impfstoff offenbar nicht zum ersten Mal gestoppt. Bereits im Juli sind der Nachrichten-Website "Statnews" zufolge Tests mit dem Vakzin unterbrochen worden, als ein Teilnehmer neurologische Symptome zeigte. Damals wurde aber eine Multiple Sklerose diagnostiziert und ein Zusammenhang mit der Impfung ausgeschlossen, wie Konzernchef Pascal Soriot laut "Statnews" Investoren bei einer Videokonferenz am Mittwoch sagte.

AstraZeneca war am Donnerstag zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Der Pharmakonzern hatte am Mittwoch erklärt, dass die Studie mit dem aussichtsreichen Vakzin gestoppt werden muss – aber nicht den früheren Fall erwähnt. Bei dem aktuellen Vorfall geht es um eine Frau in Großbritannien, die der Nachrichten-Website zufolge tatsächlich den Impfstoff und kein Placebo erhalten hatte. Sie hatte Symptome ähnlich einer Transversen Myelitis gezeigt, einer Entzündung des Rückenmarks. Ihr soll es inzwischen besser gehen.

Ein solcher vorläufiger Studienstopp sei "nicht ungewöhnlich", hatte der US-Immunologe Anthony Fauci, der auch als Berater der US-Regierung tätig ist, am Mittwoch erklärt. "Das ist eines dieser Sicherheitsventile, die man bei klinischen Studien wie dieser hat."

Wohnviertel auf Mallorca wegen Corona abgeriegelt 

Wegen hoher Corona-Zahlen hat die Regionalregierung der Balearen die Abriegelung eines Wohnviertels der Stadt Palma angeordnet. Die etwa 23.000 betroffenen Menschen im Arbeiterviertel Son Gotleu und in einigen angrenzenden Straßenzügen dürfen ihr Wohnviertel ab Freitag nur noch verlassen, um zur Arbeit, zu einem Arzt oder einem Krankenhaus sowie zur Schule oder einer anderen Bildungseinrichtung zu gehen oder sich um Pflegebedürftige zu kümmern, berichtete die deutschsprachige "Mallorca Zeitung" am Donnerstag. Geschäfte und Cafés dürfen mit der halben Zahl der üblichen Plätze weiter geöffnet bleiben. Bars müssen spätestens um 22 Uhr schließen. Die Einschränkungen gelten zunächst für zwei Wochen.

Son Gotleu im Norden der Stadt, wo viele Menschen aus Lateinamerika, Osteuropa und Afrika leben, leidet seit langem unter sozialen Problemen, die sich durch Corona noch verschärft haben. Urlauber, die für die Wirtschaft der Inseln von enormer Bedeutung sind, kommen nur selten dorthin. Allerdings gibt es kaum noch Urlauber auf den Inseln, seit das Robert Koch-Institut ganz Spanien einschließlich der bei Deutschen beliebten Balearen zum Risikogebiet erklärt hat und das Auswärtige Amt vor Reisen in das Land warnt.

Nach US-Hochzeit: 70 Coronavirus-Infektionen bei Gästen

Eine Hochzeit in Minnesota in der Kleinstadt Gent ist zum Corona-Infektionsherd geworden: Nachdem die Trauung mit Feier, Empfang und Tanz drinnen stattgefunden hatte, erkrankten später 70 Hochzeitsgäste. Laut Kris Ehresmann, Direktorin für Infektionskrankheiten, hielten sie die Teilnehmer der Feierlichkeit weder an die begrenzte Teilnehmerzahl noch an die Abstandsregeln.

Die Behörden baten die Teilnehmer, sich in Selbstisolation zu begeben. Doch Ehresmann äußerte Bedenken, die Gäste nähmen die Situation nicht ernst genug und ließen sich nicht alle testen. "Sie machen es nur schlimmer", weil sie unwissentlich andere anstecken könnten, sagte sie. Einige der Betroffenen seien Pädagogen, Langzeitpfleger und Mitarbeiter des Gesundheitswesens, weswegen es besonders wichtig sei, sich an die Quarantäne zu halten. In Minnesota gab es bisher 81.868 Coronavirus-Infektionen und 1.869 Todesfälle.

Hohe Dunkelziffer: Deutlich mehr Amerikaner hatten Corona 

In den USA haben sich einer Hochrechnung zufolge zu Beginn der Corona-Pandemie wohl rund neun Mal so viele Menschen mit dem Virus infiziert als nach den offiziellen Statistiken bekannt. Im Zeitraum von etwa Mitte Januar bis Mitte April habe es im Land womöglich bereits rund sechseinhalb Millionen Fälle gegeben, schreiben die Wissenschaftler um Jade Benjamin-Chung und Sean Wu von der University of California in Berkeley im Fachjournal "Nature Communications". Offizielle Statistiken geben für diesen Zeitraum 721.245 Fälle an. In den USA leben rund 330 Millionen Menschen.

Eine deutliche Dunkelziffer bei den Corona-Zahlen gibt es nach Experteneinschätzung auch in etlichen anderen Ländern, zum Beispiel auch in Indien und Brasilien. Die tatsächliche Lage spielen die Werte daher nur bedingt wider. Vergleiche zwischen Ländern nach den offiziellen Statistiken haben zudem nur eingeschränkt Aussagekraft.

Die Differenz liege in den USA unter anderem in der geringen Zahl von Tests begründet, so die Forscher. Zu Beginn der Ausbreitung in den USA seien in Krankenhäusern nur Patienten mit gemäßigten bis starken Symptomen getestet worden - viele Infizierte haben jedoch nur milde oder überhaupt keine Symptome. Zudem hätten nicht alle Tests akkurate Ergebnisse geliefert. Die Behörde gibt derzeit für die USA gut 6,3 Millionen bekannte Corona-Infektionen an – mehr nachgewiesene Fälle als jedes andere Land der Welt. 

Wegen Corona: US-Behörde warnt vor Halloween-Tradition

Das Gesundheitsministerium in Los Angeles hat am Mittwoch seine Halloween-Richtlinien überarbeitet, um die Ausbreitung von Covid-19 zu verhindern. Die "Trick or Treat"-Tradition – also das Von-Tür-zu-Tür-Gehen und nach "Süßem oder Saurem" fragen – wird nun angesichts der Corona-Pandemie als nicht empfehlenswert eingestuft. "Wir empfehlen, dass dieses Jahr kein Trick-or-Treating stattfindet", so Dr. Barbara Ferrer, Direktorin für öffentliche Gesundheit in Los Angeles. "Bei einer Pandemie ist das einfach nicht sinnvoll."

Ursprünglich war die beliebte Tradition sogar komplett verboten worden. Grund dafür war die Annahme, dass es schwierig werden könnte, sich dabei an die Abstandsregeln zu halten, so das Gesundheitsamt in einer Pressemitteilung. Auch könne man nie wissen, ob Personen unter der Halloweenmaske nicht doch krank seien oder die Menschen, die Süßigkeiten verschenkten, immer einen Mund-Nasen-Schutz trügen. Außerdem sei es riskant, Lebensmittel unter diesen Bedingungen miteinander zu teilen.

Das RKI meldet fast 1.900 neue Corona-Neuinfektionen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben innerhalb eines Tages 1.892 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 255.366 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Donnerstag auf seiner Homepage bekannt gab (Datenstand 10.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt bei 9.341. Das sind drei mehr als noch am Vortag.

Erstmals seit Juni hat zuletzt die Zahl vom Robert Koch-Institut (RKI) wöchentlich erfasster Corona-Tests wieder abgenommen. In der Woche vom 31. August bis 6. September wurden demnach gut eine Million Tests gezählt - etwa 50.000 weniger als in der Vorwoche. Es ist das erste Mal seit der Woche vom 22. bis 28. Juni, dass die Testzahl wieder abnimmt.

Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 0,95 (Vortag: 0,98). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.

Johns-Hopkins-Universität: Mehr als 190.000 Corona-Tote in den USA

Seit Beginn der Corona-Pandemie sind Wissenschaftlern zufolge allein in den USA mehr als 190.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Virus gestorben. Das geht aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore vom Mittwoch (Ortszeit) hervor. Insgesamt verzeichneten die USA demnach mehr als 6,3 Millionen Infektionen.

Die Zahl der täglichen Neuansteckungen ist in den vergangenen Wochen deutlich zurückgegangen, lag zuletzt aber weiterhin bei mehr als 25.000. In absoluten Zahlen haben die USA weltweit die meisten Corona-Toten zu beklagen, nicht aber relativ zur Einwohnerzahl. In dieser Kategorie liegen die USA an siebter Stelle.

Wissenschaftler befürchten einem viel beachteten Modell zufolge bis zum Jahresende mehr als 410.000 Corona-Tote in den USA. Das geht aus dem Modell der Forscher des Instituts IHME der Universität Washington in Seattle hervor, das in der Vergangenheit auch das Weiße Haus heranzog. Als Grund für den prognostizierten starken Anstieg führten die Experten geringere Vorsicht der Menschen in den USA sowie den Beginn der kalten Jahreszeit und der Grippesaison an.

Britische Forscher: Modell soll Sterberisiko ermitteln

Britische Wissenschaftler haben ein Bewertungsmodell zur Vorhersage des Sterberisikos von Covid-19-Patienten entwickelt. Es soll Ärzten helfen, schnell die bestmögliche Versorgung zu ermitteln, heißt es in der im British Medical Journal (BMJ) veröffentlichten Studie. Das neue "4C-Mortalitätswert"-Modell (Coronavirus Clinical Characterization Consortium) verwendet zur Berechnung des Sterberisikos Daten wie Alter, Geschlecht, Grunderkrankungen, Atmung und Blutsauerstoffgehalt.

Berlusconi kämpft gegen "höllische Krankheit"

Italiens früherer Regierungschef Silvio Berlusconi hat sich erstmals nach seiner Infektion mit dem Coronavirus zu Wort gemeldet und Parteikollegen vom Kampf gegen die "höllische Krankheit" berichtet. "Ich gebe alles und hoffe, dass ich bald wieder zurück bin", sagte Berlusconi am Dienstagabend laut Nachrichtenagentur Ansa bei einer Telefonkonferenz mit Mitgliedern seiner Partei Forza Italia. "Ich kämpfe, um dieser höllischen Krankheit zu entkommen."

Der 83-Jährige wird seit vergangenem Freitag wegen seiner Infektion mit dem Coronavirus im Mailänder Krankenhaus San Raffaele behandelt. Seit einigen Tagen ist der Politiker und Unternehmer, der wegen seines Alters und einiger Vorerkrankungen als Risikopatient gilt, auf dem Weg der Besserung. "Ich denke, dass uns jede Stunde, die vergeht, näher ans positive Resultat einer Genesung bringt", sagte Berlusconis Arzt Professor Alberto Zangrillo am Dienstagabend im TV-Sender Rai.

Allerdings sei Covid-19 eine "tückische Krankheit", bei der man nicht vorschnell denken dürfe, man habe sie besiegt, warnte Zangrillo. Bei Berlusconi zeige die Behandlung im Krankenhaus jedoch Erfolge. "Seine Krankheit hat den erhofften Verlauf genommen, er reagiert sehr gut auf die Therapien", sagte der Mediziner.

Reisewarnungen für weitere Gebiete in Europa: Genf und Prag betroffen

Das Auswärtige Amt hat Reisewarnungen für weitere Regionen in Europa ausgesprochen. Betroffen sind den Mitteilungen vom Mittwochabend zufolge etwa Genf, Prag, Dubrovnik oder die Insel Korsika.

So wurden bereits bestehende Reisewarnungen für Teile von Frankreich ausgeweitet. Demnach wird nun wegen der hohen Infektionszahlen auch vor Reisen nach Korsika sowie in die Regionen Île-de-France, Provence-Alpes-Côte-d'Azur, Auvergne-Rhônes-Alpes, Occitanie und Nouvelle-Aquitaine gewarnt. Zuvor galten wegen der gestiegenen Zahl der Corona-Neuinfektionen bereits Reisewarnungen für die Île-de-France mit der Hauptstadt Paris sowie die Region Provence-Alpes-Côte d'Azur an der Mittelmeerküste.

Ebenso warnt das Auswärtige Amt nun vor Reisen in die Schweizer Kantone Genf und Waadt. Auch die tschechische Hauptstadt Prag steht jetzt mit auf der Liste. 

Scholz: Erst 2021 raus aus der Krise

"Wir sind mittendrin", sagt Vize-Kanzler Olaf Scholz im Bundestag mit Blick auf die Pandemie. Die gesundheitliche Situation sei aber besser geworden zuletzt, ebenso wie die wirtschaftliche Lage. Deutschland könne wohl Ende 2021 oder Anfang 2022 das Vorkrisenniveau wieder erreichen.

Mehr als 2.500 positive Tests in Großbritannien an einem Tag

In Großbritannien sind Regierungsdaten zufolge in 2.659 (Vortag: 2.460) neuen Fällen Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die Zahl hat in den vergangenen Tagen zugenommen. Allerdings weiteten die Behörden zugleich auch die Tests aus. Acht weitere Menschen starben, die positiv getestet wurden.

Ermittlung nach Corona-Ausbruch in Lokal gestartet

Nach dem Corona-Ausbruch in einem Restaurant in Ostfriesland im Mai ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung. Alle damals Anwesenden sollten vernommen werden, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Aurich am Mittwoch. Sie nannte den Namen des niedersächsischen Lokals nicht. Nach einem Bericht der "Ostfriesen-Zeitung" handelt es sich um die "Alte Scheune" in Moormerland (Kreis Leer). Dort hatten sich bei einer Feier mehr als 30 von 50 Gästen infiziert, zwei der Infizierten starben später.

Der Verdacht richte sich gegen unbekannt, sagte die Sprecherin. Eine Möglichkeit schuldhaften Verhaltens sei, wenn jemand zu der Feier gegangen sei, obwohl er schon verdächtige Symptome aufgewiesen habe. Die Polizei solle den Ablauf des Abends möglichst genau rekonstruieren, sagte sie. Hintergründe des Falls lesen Sie hier.

Russischer Impfstoff geht in finale Testphase

In der russischen Hauptstadt Moskau haben die Impfungen im Rahmen der Phase-III-Studie für den Corona-Impfstoff "Sputnik V" begonnen. Ersten Freiwilligen sei das Präparat gespritzt worden, sagte die Vize-Bürgermeisterin Anastassija Rakowa am Mittwoch in Moskau der Agentur Interfax zufolge. "Heute ist ein wichtiger Tag nicht nur für die Stadt, sondern für das ganze Land." Mehr als 35.000 Moskauer hätten sich bereits als Freiwillige gemeldet. Geimpft werden soll demnach in 20 Kliniken in der Stadt.

Der russische Impfstoff mit dem Namen "Sputnik V" wurde vor rund einem Monat für eine breite Anwendung in der Bevölkerung freigegeben – trotz internationaler Bedenken. Die Freigabe erfolgte vor Abschluss der wichtigen "Phase III" klinischer Studien. Erst in dieser Phase wird gewöhnlich an sehr vielen Teilnehmern überprüft, ob und wie gut ein Wirkstoff vor einer Infektion schützt und welche eventuell nur seltenen Nebenwirkungen auftreten.

EU will 300 Millionen Impfstoff-Dosen von Biontech

Im Kampf gegen das Coronavirus will die EU-Kommission von der Mainzer Firma Biontech bis zu 300 Millionen Einheiten Impfstoff bestellen. Im Idealfall sollen noch vor Jahresende die ersten Impfstoff-Dosen in Europa verfügbar sein, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Voraussetzung ist der erfolgreiche Abschluss von Tests und die Zulassung des Impfstoffs, die der Hersteller bereits im Oktober beantragen will.

Nur Impfstoffe werden aus Sicht von Experten die weltweite Pandemie letztlich eindämmen und weitere verheerende wirtschaftliche Folgen vermeiden. Die EU-Kommission sondiert deshalb schon jetzt mit Pharmaherstellern. Inzwischen hat sie Gespräche mit sechs Firmen abgeschlossen.

Pauschale Reisewarnung für rund 160 Länder soll im Oktober enden

Die pauschale Reisewarnung für fast alle gut 160 Länder außerhalb der EU und des grenzkontrollfreien Schengen-Raums wird am 30. September enden. Mehr dazu lesen Sie hier.

Mehr als eine Million Infizierte in Russland

In Russland ist die Zahl der Corona-Toten binnen eines Tages um 142 auf nunmehr 18.135 gestiegen. Zudem wurden nach Angaben der Behörden 5.218 Neuinfektionen bestätigt. Insgesamt gibt es damit in dem Land 1.041.007 Fälle. Das ist die vierthöchste Zahl weltweit.

Schwangere mit Corona: seltener Fieber, aber mehr Frühgeburten

Experten haben mögliche Folgen einer Corona-Infektion bei schwangeren Frauen untersucht. Eine verfrühte Geburt ist demnach bei ihnen wahrscheinlicher, wobei die Rate spontaner Frühgeburten – also bei allein einsetzenden Wehen – kaum höher liegt. Bei infizierten Schwangeren werde also öfter eine Geburt eingeleitet und/oder der Säugling per Kaiserschnitt früher geholt, erläutern die Forscher im Fachmagazin "BMJ". Dafür gebe es verschiedene Gründe.

Das sei eine Situation, die nicht nur bei einer Ansteckung mit Sars-CoV-2, sondern auch bei anderen Infektionen auftreten könne, erklärte die Virologin Susanne Modrow, die unter anderem zu Virusinfektionen in Schwangerschaften forscht. "Akute Infektionen haben in der Spätphase der Schwangerschaft häufig das Risiko einer verfrühten Geburt."

Zusammengetragen haben die Forscher um Shakila Thangaratinam vom WHO Collaborating Centre for Global Women's Health an der University of Birmingham die Ergebnisse von insgesamt 77 Studien. Die Anzahl von Totgeburten oder Todesfällen bei Neugeborenen ist demnach bei infizierten Schwangeren nicht höher.

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