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Kurz vorm KĂ€lterekord: -26,7 Grad in ThĂŒringen gemessen

Von dpa, afp, ann, pdi, cck

Aktualisiert am 10.02.2021Lesedauer: 32 Min.
Winterwetter in Leipzig: Auch an anderen Orten werden frostige Temperaturen erwartet (Symbolbild).
Winterwetter in Leipzig: Auch an anderen Orten werden frostige Temperaturen erwartet (Symbolbild). (Quelle: Jan Woitas/dpa-bilder)
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Die Temperaturen sanken in der Nacht vielerorts weit unter den Gefrierpunkt. In ThĂŒringen kam es sogar fast zu einem KĂ€lterekord. Doch auch tagsĂŒber wird es eisig kalt. Alle Infos im Newsblog.

Schnee und Eis haben Deutschland weiter im Griff. Ein instabiler Polarwirbel brachte in diesen Tagen arktisch kalte Luft in den Norden und Osten Deutschlands, in den SĂŒden kam warme Luft. Bei dem WetterphĂ€nomen prallen Luftmassen aufeinander, die gefrierenden Regen, starke SchneefĂ€lle und gefĂ€hrliche GlĂ€tte zur Folge haben.


Extremwetter mit Schnee und Eis in Deutschland

Auch am Dienstag hĂ€lt die Extremwetterlage in Teilen Deutschlands an. Glatte Straßen und eisige Temperaturen sorgen teilweise fĂŒr Chaos. Auf der schneebedeckten A2 in Sachsen-Anhalt ist ein Lkw in einen Graben gerutscht.
RĂŒgen: Starker Wind sorgt im Norden der Insel fĂŒr Schneeverwehungen und riesige Schneeberge.
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Kurz vorm KĂ€lterekord: -26,7 Grad in ThĂŒringen gemessen

Nicht nur an der Schneedecke, sondern auch an den eisigen Temperaturen zeigt sich der Winter. Am eisigsten wurde es heute FrĂŒh in Nordbayern und der Pfalz bis ins mittlere Norddeutschland und zur Mecklenburger Seenplatte. Dort wurden zwischen -10 und -15 Grad, örtlich bis zu -20 Grad gemessen. In den Mittelgebirgen sanken die Temperaturen teilweise sogar auf bis zu -25 Grad.

Die Nacht zum Mittwoch war in ThĂŒringen am kĂ€ltesten. Dort wurde in Obersleben, im Norden ThĂŒringens, bis -26,7 Grad gemessen. Von einem ThĂŒringer KĂ€lterekord war das aber noch etwas entfernt. Dieser wurde laut Deutschem Wetterdienst (DWD) am 2. Februar 1830 in Jena mit minus 30,6 Grad gemessen.

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Im Norden Deutschland ist tagsĂŒber mit heftigen SchneefĂ€llen zu rechnen. Dort werden es bis zu -5 Grad – so auch in Berlin und Brandenburg. Mit Schneefall ist dort hingegen nicht mehr zu rechnen. Auch in Nordrhein-Westfalen lĂ€sst der Schneefall nach. Die Temperaturen bleiben jedoch bei bis zu -6 Grad eisig. Am kĂ€ltesten wird es ĂŒber den Tag im Tauberland, in Baden-WĂŒrttemberg. Dort werden bis zu -15 Grad erwartet.

Hier liegt der Zugverkehr noch immer lahm

Auch am Mittwoch bringen die eisigen Temperaturen und der Schneefall der vergangenen Tage den Zugverkehr zum Stillstand. Auf den Strecken zwischen Hamburg und MĂŒnchen sowie zwischen Hamburg und Bremen, MĂŒnster und Köln kommt es zu deutlichen VerspĂ€tungen. Zwischen Hamburg, Kiel und LĂŒbeck fallen die ZĂŒge noch den ganzen Tag lang aus. Die verbleibenden Fahrten sind aufgrund der Extremwetterlage stark eingeschrĂ€nkt.

Der Hauptbahnhof Wolfsburg ist derzeit außer Betrieb, es verkehren Ersatzbusse nach Hannover. Der Bahnhof Kassel ist nur aus dem SĂŒden, aus Fulda, WĂŒrzburg, NĂŒrnberg und MĂŒnchen, erreichbar. Am Leipziger Hauptbahnhof verkehren wieder einzelne ZĂŒge. In Dresden hingegen steht der Fernverkehr noch immer still, nur die RegionalzĂŒge verlassen den Bahnhof.

Vereinzelt fahren Intercity-ZĂŒge zwischen Köln, MĂŒnster und Norddeich Mole. So auch zwischen Leipzig, Hannover und Norddeich Mole.
Auch im europÀischen Fernverkehr kommt es noch immer zu erheblichen EinschrÀnkungen, so kommt es zwischen Deutschland und Frankreich zu massiven VerspÀtungen und AusfÀllen. Zwischen den Niederlanden und Deutschland ist der Zugverkehr komplett eingeschrÀnkt.

Hauptbahnhof Kassel eingeschneit – Zugverkehr beeintrĂ€chtigt

Nach den starken SchneefĂ€llen ist der Hauptbahnhof in Kassel fĂŒr den Zugverkehr gesperrt. Derzeit werde daran gearbeitet, den Betrieb wieder aufzunehmen, teilte ein Sprecher der Bahn mit. Der Schnee auf den DĂ€chern der Bahnsteige mĂŒsse in mehreren Schichten abgetragen werden. Bis zum Mittwoch solle der Zugang zum Bahnsteig der Regiotram wieder freigegeben werden. Im Anschluss sollen dann die anderen Bahnsteige folgen. Zuvor hatte das Portal "hessenschau.de" berichtet, dass Statiker sich um die StabilitĂ€t der DĂ€cher sorgen.

Auch der Nordhessische Verkehrsverbund (NVV) meldete eine BeeintrĂ€chtigung des Zugverkehrs. "Das betrifft weiterhin das gesamte Netz der Regiotram zwischen Kassel, Melsungen, Wolfhagen, und Hofgeismar. Dort wurde der Betrieb ebenfalls bis auf weiteres eingestellt", erklĂ€rte der NVV. Nach wie vor seien noch nicht alle Strecken von Schnee und Eis befreit worden, auch gefrorene Weichen wĂŒrden den Verkehr teilweise unmöglich machen. Nach und nach entspanne sich die Lage vor allem auf den Straßen in Nordhessen aber wieder. Daher planten die Busunternehmen im NVV in allen Landkreisen, den Betrieb ab Mittwoch wieder aufzunehmen.

Nach Angaben der Kasseler Verkehrs- und Versorgungs-GmbH wird mit Hochdruck daran gearbeitet, dass die KVG ihren Linienbetrieb mit Bussen und Bahnen wieder aufnehmen kann und auch die Regiotrams wieder starten können. Eine Betriebsaufnahme werde nach aktuellem Stand jedoch frĂŒhestens am Freitag möglich sein. Auch sei es sehr wahrscheinlich, dass dann erst Teilbereiche des Liniennetzes wieder befahren werden können.

Schifffahrt in Norddeutschland eingeschrÀnkt

Der massive Wintereinbruch hat nun auch Auswirkungen auf die Binnenschifffahrt in Norddeutschland. Von Mittwochabend an (18.00) werden der Mittellandkanal und der Elbe-Seitenkanal fĂŒr die Schifffahrt gesperrt, wie das zustĂ€ndige Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt am Dienstag in Braunschweig mitteilte. Die Eisbrecher, die sonst auf diesen KanĂ€len unterwegs sind, werden vorsichtshalber auf die Weser abgezogen, um dort vor Wehren Eisschollen zu brechen – so solle der Druck, der durch das Eis auf diesen Anlagen laste, gemindert werden, sagte ein Sprecher.

Mit Blick auf die angekĂŒndigte Dauerfrostperiode mit bis zu minus 20 Grad, die mehrere Tage anhalten soll, könnten die Eisbrecher dem Sprecher zufolge den Mittellandkanal und den Elbe-Seitenkanal voraussichtlich ohnehin nur noch eingeschrĂ€nkt frei halten. Sobald sich die Eissituation entspannt, sollen die KanĂ€le wieder fĂŒr den Schiffsverkehr freigegeben werden.

Scheuer rechnet weiter mit BeeintrÀchtigungen

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer rechnet weiter mit BeeintrĂ€chtigungen durch das extreme Winterwetter mit Schnee und Eis in großen Teilen Deutschlands. Der CSU-Politiker sagte am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur: "In vielen Regionen Deutschlands beginnt die Lage sich allmĂ€hlich zu beruhigen. Bis alles wieder seinen gewohnten Gang geht, kann es aber noch etwas dauern. Strecken- und gebietsweise bleiben BeeintrĂ€chtigungen."

Deshalb werde es selbst bei nachlassendem Schneefall noch ein paar Tage ruckeln. "Der Schnee geht, der Frost bleibt. Darauf sollten sich alle einstellen."

Rettungswagen steckt im Schnee fest

in Rettungswagen ist in NRW in den Schneemassen stecken geblieben, der Patient dank couragierter Helfer doch noch schnell in die Klinik gekommen. Der Krankenwagen hatte den Patienten in Herzebrock gerade abgeholt, als am Montagabend auf der Hofzufahrt im RĂŒckwĂ€rtsgang Schluss war, wie ein Feuerwehrsprecher am Dienstag sagte. Feuerwehrleute schaufelten das Fahrzeug frei, ein Anwohner zog den Rettungswagen mit seinem Pickup heraus. Die "Neue WestfĂ€lische" hatte ĂŒber den Vorfall berichtet.

Mann leblos neben Traktor im Schnee gefunden: Erfroren?

Ein 69 Jahre alter Mann ist im Landkreis Börde (Sachsen-Anhalt) neben seinem Traktor leblos im Schnee gefunden worden. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Mann erfroren ist, wie die Polizei mitteilte. Der Sohn habe den Mann am Montag als vermisst gemeldet. EinsatzkrĂ€fte fanden den Mann am selben Tag an einer Straße zwischen Bregenstedt und der Bundesstraße 1.

Der Notarzt konnte nur noch den Tod des 69-JÀhrigen feststellen, wie die Polizei weiter mitteilte. Ein Fremdverschulden werde als Todesursache nach bisherigen Erkenntnissen ausgeschlossen. Wie ein Polizeisprecher sagte, lag der Tote etwa 20 Meter neben dem Traktor. Das Fahrzeug sei nach ersten Erkenntnissen nicht beschÀdigt gewesen. Weshalb er aus dem Traktor ausgestiegen war, sei noch unklar.

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Fast zwei Millionen Euro Schaden: 800 UnfÀlle in NRW

Wegen des Winterwetters hat die Polizei in Nordrhein-Westfalen binnen 24 Stunden rund 900 EinsĂ€tze gehabt. Von Montagmorgen bis Dienstagmorgen (jeweils 6 Uhr) rĂŒckte sie landesweit zu rund 800 UnfĂ€llen auf verschneiten und glatten Straßen aus. Die SchĂ€den summieren sich ersten SchĂ€tzungen zufolge auf 1,8 Millionen Euro, sagte eine Sprecherin der Landesleitstelle am Dienstag. In den allermeisten FĂ€llen sei es bei BlechschĂ€den geblieben, doch es habe auch Verletzte gegeben, hieß es in einer ersten Bilanz. Bereits am Wochenende hatte die Polizei nach Angaben aus dem Innenministerium rund 730 witterungsbedingte UnfĂ€lle registriert.

Lkw-Unfall und Schneepflug-UnglĂŒck auf der A9

Auf der Autobahn 9 in Sachsen-Anhalt sind am Dienstag mehrere Lastwagen ineinander gekracht. Mindestens zwei Menschen wurden verletzt. Schwerpunkt sei die Strecke zwischen Dessau-Ost und Vockerode in Richtung Berlin, die gesperrt werden musste, teilte die Polizei mit. Eine fehlende Rettungsgasse erschwerte den EinsatzkrÀften die Anfahrt. Den Angaben nach war zunÀchst ein Sattelzug gegen 3.30 Uhr bei EisglÀtte ins Schleudern geraten. Das Fahrzeug kam quer zur Fahrbahn zum Stehen. In der Folge kollidierten wenige Minuten spÀter an der Unfallstelle ein Auto und zwei Lastwagen. Die 51 Jahre alte Autofahrerin wurde leicht verletzt.

Die A9 musste wegen der Rettungs- und Bergungsarbeiten an der Unfallstelle nahe der ElbebrĂŒcke Vockerode in Richtung Berlin seit dem Morgen gesperrt werden. Zudem hatte sich ein weiterer Sattelzug bei Dessau-Ost festgefahren. Es kam zum Stau. Auf der Gegenfahrbahn Richtung MĂŒnchen fuhr nach Angaben der Polizei ein Schneepflug aufgrund von EisglĂ€tte in die Leitplanken. Der Fahrer wurde leicht verletzt, eine Fahrspur wurde fĂŒr den Verkehr gesperrt.

Lastwagenfahrer stirbt auf der A4

Beim Auffahren auf ein Stauende ist in der Nacht zum Dienstag auf der Autobahn 4 in Fahrtrichtung Frankfurt ein Lastwagenfahrer ums Leben gekommen. Der Mann sei zwischen den Anschlussstellen Eisenach-Ost und Eisenach-West ungebremst auf einen stehenden Lkw aufgefahren, teilte die Polizei mit. Der bislang unbekannte Unfallverursacher erlag noch am Unfallort seinen schweren Verletzungen. Der 42-jÀhrige Fahrer des anderen Lkw erlitt durch den Aufprall leichte Verletzungen.

Polizei macht sich mit Hubschrauber Bild von A2

Nach dem durch heftigen Schneefall ausgelösten Stau auf der A2 bei Bielefeld macht sich die Polizei am Dienstagmorgen mit Hilfe eines Hubschraubers ein Bild von der Lage. "In Fahrtrichtung Hannover fließt es wieder", sagte ein Sprecher der Polizei der Deutschen Presse-Agentur. Aber nur mit dem Blick von oben sei zu erkennen, wo es noch Probleme bei der Auflösung des Staus gebe. Zu Spitzenzeiten habe sich der Verkehr pro Fahrtrichtung auf rund 25 Kilometer gestaut. Betroffen waren laut Polizeisprecher Stefan Bökenkamp bis auf wenige Ausnahmen Lastwagen. Familien mit Kindern habe er in der Nacht nicht gesehen.

Ohne FĂŒhrerschein: Fahrer bleibt auf Weg zu Restaurant im Schnee stecken

Ohne gĂŒltigen FĂŒhrerschein hat sich ein junger Mann in Niedersachsen bei einem Ausflug zu einem Fastfoodrestaurant im Schnee festgefahren. Wie die Polizei in Diepholz erklĂ€rte, blieb der 20-JĂ€hrige in der Nacht zum Dienstag gegen 3 Uhr in Stuhr bei Bremen mit dem Auto seines Vaters liegen, das er sich fĂŒr seine Fahrt zuvor ungefragt ausgeliehen hatte.

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Der 20-jĂ€hrige Bremer verstĂ€ndigte demnach den ADAC, um ihn aus seiner misslichen Lage zu befreien. Zugleich wurde allerdings auch die Polizei zur UnterstĂŒtzung gerufen. Als die Beamten das Fehlen einer gĂŒltigen Fahrerlaubnis bemerkten, nahmen sie dem jungen Fahrer die AutoschlĂŒssel ab und verboten ihm die Weiterfahrt. Zudem leiteten sie ein Strafverfahren gegen ihn ein.

Massive EinschrÀnkungen im Fernverkehr

In weiten Teilen Deutschlands kommt es wegen des Wetters auch am Dienstag zu massiven EinschrĂ€nkungen im Bahnverkehr. Im Regionalverkehr gibt es laut Bahn viele AusfĂ€lle und VerspĂ€tungen im Großraum Hannover und Bremen sowie im nördlichen Nordrhein-Westfalen, außerdem in ThĂŒringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen. In SĂŒddeutschland seien leichte EinschrĂ€nkungen zu erwarten. Auch der Fernverkehr ist stark betroffen. Ein Überblick:

  • Berlin: Verkehr nach Hannover, Erfurt, Frankfurt und MĂŒnchen stark eingeschrĂ€nkt.
  • Zugverkehr ziwschen Hannover und Köln ist unterbrochen.
  • Hamburg: Starke EinschrĂ€nkungen nach Frankfurt, kein Zugverkehr nach Dortmund/Köln, Hannover und MĂŒnchen sowie nach Kiel, LĂŒbeck und Westerland (Sylt).
  • Dresden: Keine FernzĂŒge in Richtung Leipzig, Frankfurt, Hannover und Köln.
  • Norddeich Mole wird derzeit weder von ICs aus Hamburg noch aus MĂŒnster angefahren.
  • Derzeit fahren keine ICEs und ICs zwischen Deutschland und den Niederlanden.
  • Zwischen Frankreich und Deutschland kommt es zu EinschrĂ€nkungen.

Die Bahn hat die Zugbindung aufgehoben. Tickets fĂŒr Fahrten, die zwischen Samstag und Dienstag nicht angetreten werden konnten, lassen sich bis sieben Tage nach Störungsende nutzen oder kostenlos stornieren.

Straßen weiter spiegelglatt – Lastwagen verursachen Probleme

Ein Lastwagen hat in der Nacht vier Stunden lang die Autobahn 72 in Bayern blockiert. Der Sattelzug sei am Autobahndreieck Bayerisches Vogtland beim Abbiegen von der A9 auf schneeglatter Straße ins Rutschen geraten, teilte die Polizei am Dienstag mit. Er riss 30 Meter der Leitplanke nieder und stellte sich quer ĂŒber die gesamte Fahrbahn bei Selbitz (Landkreis Hof). Der 57-jĂ€hrige Fahrer wurde bei dem Unfall in der Nacht auf Dienstag leicht verletzt.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) meldete fĂŒr den Morgen verbreitet GlĂ€tte. Von grĂ¶ĂŸerem Schneechaos blieb Bayern den Einsatzzentralen der Polizei zufolge weitestgehend verschont.

Auch in Hessen sind wegen Bergungsarbeiten nach einem wetterbedingten Unfall mehrere Lastwagenfahrer zum Teil die gesamte Nacht auf der Autobahn 4 steckengeblieben. Wie ein Sprecher der Polizei am Dienstag mitteilte, kamen auf hessischer Seite der BAB4 Richtung Frankfurt zwischen Wildeck-Ost und Wildeck-Hönebach mehrere Lastwagen wegen Schnee und GlÀtte nicht weiter.

Der RĂŒckstau gehe mehrere Kilometer bis ĂŒber die Landesgrenze nach ThĂŒringen, hieß es. Die Fahrer sollten vom Deutschen Roten Kreuz und dem Rettungsdienst mit Decken und warmen GetrĂ€nken versorgt werden. Auf hessischer Seite kĂŒmmere sich das Technische Hilfswerk um die Fahrer.

Chaos auf A2 in NRW – Fahrer mĂŒssen nachts im Stau ausharren

Fahrer und Mitfahrende verbrachten bei eisiger KÀlte zum Teil die ganze Nacht und damit mehr als zwölf Stunden in ihren fest sitzenden Fahrzeugen. Mehr dazu lesen Sie hier.

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Feuerwehr in Jena bringt Klinik-Angestellte zur Arbeit

FĂŒr die BeschĂ€ftigten des Jenaer UniversitĂ€tsklinikums ist ein spezieller Pendelverkehr eingerichtet worden, damit sie trotz des witterungsbedingt komplett stillgelegten Linienverkehrs ihre Arbeitsstelle erreichen – und die Patientenversorgung gesichert ist. DafĂŒr wĂŒrden Mannschaftstransportwagen der Berufsfeuerwehr und spezielle Straßenbahnen eingesetzt, teilte ein Stadtsprecher am Montagabend mit. Den Pendelservice gebe es am Montagabend, in der Nacht und am Dienstagmorgen.

Wegen der Wetterlage mit starkem Schneefall und Eis musste der Jenaer Nahverkehr in den frĂŒhen Morgenstunden am Montag den kompletten Linienverkehr von Bussen und Bahnen einstellen. Eine Entscheidung fĂŒr einen etwaigen Notbetrieb auf Teilstrecken ab Dienstag werde witterungsabhĂ€ngig im Verlauf der Nacht auf Dienstag getroffen, teilte das Unternehmen mit.

Eingeschneite Autos in Jena: Damit die Angestellten der Uni-Klinik trotzdem die Patienten versorgen können, wird fĂŒr sie ein Spezial-Pendelverkehr eingerichtet.
Eingeschneite Autos in Jena: Damit die Angestellten der Uni-Klinik trotzdem die Patienten versorgen können, wird fĂŒr sie ein Spezial-Pendelverkehr eingerichtet. (Quelle: Christoph Worsch/imago-images-bilder)

Zu viel Schnee: Dach eines Holzfachhandels in Rheine stĂŒrzt ein

Unter der tonnenschweren Last von Schnee ist am Montag in Rheine das Dach eines Holzfachhandels zusammengebrochen. Nach Angaben einer Polizeisprecherin stĂŒrzten die Schneemassen kurz vor GeschĂ€ftseröffnung gegen 9 Uhr in den Verkaufsraum. Vermutlich war zuvor ein DachtrĂ€ger unter der Last gebrochen. Menschen wurden nach Angaben der Polizei nicht verletzt.

Leipzig versinkt knietief im Schnee

KrÀftiger Schneefall hat Sachsen bis zu 30 Zentimeter Neuschnee selbst im Tiefland gebracht. Dabei gab es am Montag laut Deutschem Wetterdienst (DWD) ein West-Ost-GefÀlle im Freistaat. WÀhrend Leipzig knietief im Schnee versank, fielen am östlichen Rand Sachsens in der Oberlausitz nur 10 bis 20 Zentimeter Schnee. Besonders viel Schnee habe es auch im Vogtland mit bis zu 30 Zentimetern gegeben. Wegen des böigen Windes und vieler Schneewehen seien die Mengen aber schwierig zu bestimmen gewesen, sagte DWD-Meteorologe Florian Engelmann.

Leipzig: Auch in Sachsen kam es am Montag zu heftigen SchneefÀllen.
Leipzig: Auch in Sachsen kam es am Montag zu heftigen SchneefÀllen. (Quelle: Reuters-bilder)

Notbetrieb an Uniklinik: Über Stunden zu Fuß zum Dienst

Um zum Dienst kommen zu können, haben Mitarbeiter der Uniklinik in MĂŒnster (UKM) wĂ€hrend des Schneesturms lange FußmĂ€rsche in Kauf genommen. "Wir haben unter anderem eine Mitarbeiterin, die aus Havixbeck drei Stunden zum Dienst gelaufen ist", sagte Pflegedirektor Thomas van den Hooven am Montag. Eine 24-JĂ€hrige habe einen zweieinhalb Stunden langen Fußmarsch in Kauf genommen, sie legte neun Kilometer zurĂŒck.

Die Bereitschaft, den Betrieb aufrecht zu erhalten, betreffe aber nicht nur das Pflegepersonal. "Das gilt quer durch alle Berufsgruppen vom medizinisch-pflegerischen Personal ĂŒber die Logistik bis hin zu den GĂ€rtnern und der Werkfeuerwehr und das in einer ohnehin anstrengenden Zeit", sagt Christoph Hoppenheit, KaufmĂ€nnischer Direktor des UKM.

Schnee und GlÀtte machen auch der Post zu schaffen

Das eisige Wetter samt Schneefall hat auch bei der Deutschen Post / DHL zu BeeintrĂ€chtigungen gefĂŒhrt. Am Montag sei es unter anderem wegen gesperrter Autobahnen in Teilen Deutschlands zu Verzögerungen bei der ZufĂŒhrung von Paketsendungen zu Sortierzentren gekommen, sagte ein Konzernsprecher in Bonn.

Dies habe zur Folge gehabt, dass in manchen Gebieten die Zustellung ausgefallen sei. Als Beispiele fĂŒr teilweise betroffene BundeslĂ€nder nannte der Sprecher Nordrhein-Westfalen und ThĂŒringen.

In ThĂŒringen fiel die Zustellung von Briefen und Paketen fast komplett aus - nur im ThĂŒringer Wald waren mancherorts einige Fahrzeuge unterwegs. Bei den teils chaotischen StraßenverhĂ€ltnissen habe die Gesundheit der Mitarbeiter im Vordergrund gestanden, hieß es von der Post.

Bei Sturm ĂŒber Bord gegangen – Suche nach 24-JĂ€hriger eingestellt

Die Suche nach einer jungen Frau, die wĂ€hrend des Sturms von einem Containerschiff in die Nordsee stĂŒrzte, ist eingestellt worden. Wie eine Sprecherin der Seenotretter sagte, lieferte auch ein Flug der Marine bei Ebbe keine Hinweise auf die Vermisste. Die Polizei geht nach eigenen Angaben von einem UnglĂŒck aus. "Die 24-JĂ€hrige ist bei Arbeiten an der Gangway verunglĂŒckt", sagte ein Sprecher am Montag. Der Sturz am Sonntag zeige keine Hinweise auf Fremdverschulden.

Zum Zeitpunkt der Suche herrschte Sturm mit Böen von mehr als 100 Kilometern pro Stunde, wie die Seenotretter mitteilten. Die Lufttemperatur lag bei minus acht Grad, die Wassertemperatur bei zwei Grad. Der unter der Flagge DÀnemarks fahrende, 300 Meter lange Containerfrachter "Santa Clara" lag zunÀchst in Bremerhaven vor Anker und machte sich auf den Weg nach Rotterdam, so der Polizeisprecher.

Massive EinschrÀnkungen im Fernverkehr

In weiten Teilen Deutschlands kommt es wegen des Wetters zu massiven EinschrĂ€nkungen im Fernverkehr der Deutschen Bahn. Ein Überblick:

  • Berlin: Keine FernzĂŒge in Richtung Hannover/Köln, Erfurt, Frankfurt und MĂŒnchen.
  • Hamburg: Keine FernzĂŒge in Richtung Dortmund/Köln, Hannover, Frankfurt und MĂŒnchen sowie nach Kiel, LĂŒbeck und Westerland (Sylt).
  • Frankfurt am Main: Kein Fernverkehr in nördliche Richtung.
  • Norddeich Mole wird derzeit weder von ICs aus Hamburg noch aus MĂŒnster angefahren.
  • Derzeit fahren keine ICEs und ICs zwischen Deutschland und den Niederlanden.

Die Bahn hat die Zugbindung aufgehoben. Tickets fĂŒr Fahrten, die zwischen Samstag und Montag nicht angetreten werden konnten, lassen sich bis sieben Tage nach Störungsende nutzen oder kostenlos stornieren.

Flughafen Dortmund stellt Flugbetrieb vorĂŒbergehend ein

Aufgrund der aktuellen Wetterlage kommt es zu EinschrÀnkungen und AusfÀllen im Flugverkehr. Am Flughafen Dortmund steht momentan alles still. Mehr dazu lesen Sie hier.

Lkw-Fahrverbot auf Autobahnen rund um OsnabrĂŒck verlĂ€ngert

Das unwetterbedingte Fahrverbot fĂŒr Lastwagen ĂŒber 7,5 Tonnen auf den Autobahnen bleibt rund um OsnabrĂŒck bis zum spĂ€ten Montagabend (0 Uhr) bestehen. Das Verbot betreffe weiterhin die A1, die A30 und die A33, wie die Polizei OsnabrĂŒck mitteilte. "Vermeidet bitte weiterhin alle nicht notwendigen Fahrten", hieß es in einem Tweet der Beamten auf Twitter.

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Trotz eines Verbots fĂŒr den Schwerlastverkehr wegen des Schnee-Unwetters waren am Montagmorgen auf den Autobahnen um OsnabrĂŒck vereinzelt Lastwagen unterwegs. "Ganz verhindern können wir es nicht", sagte ein Sprecher der Polizei OsnabrĂŒck.

Fast 700 THW-Helfer bundesweit im Einsatz

Das Technische Hilfswerk (THW) ist nach dem heftigen Wintereinbruch bundesweit vielerorts im Einsatz. Aufgrund von Schneefall, SchneeglÀtte, Eisregen und Blitzeis waren in den vergangenen 24 Stunden insgesamt 685 Helfer aus 64 OrtsverbÀnden im Einsatz, wie eine Sprecherin der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk am Montagvormittag der Deutschen Presse-Agentur sagte. Teilweise dauerten die EinsÀtze noch an.

Die Aufgaben seien vielfĂ€ltig und reichten vom FreirĂ€umen von Straßen und GebĂ€udedĂ€chern ĂŒber das Enteisen von Gleisen und der Bergung von Lkws bis hin zum Transport von Lebensmitteln fĂŒr Klinken. Die meisten der THW-EinsĂ€tze seien bereits beendet. Aktuell sei noch mit weiteren EinsĂ€tzen insbesondere in den BundeslĂ€ndern Sachsen und ThĂŒringen sowie Bayern aufgrund von Neuschnee und GlĂ€tte zu rechnen.

Niederlande: Schnee und GlÀtte vereiteln ersten Schultag nach Lockdown

Schnee und GlĂ€tte behindern weiter das öffentliche Leben in den Niederlanden. Viele Grundschulen mussten am Montag geschlossen bleiben. Eigentlich sollte dies fĂŒr die GrundschĂŒler der erste Schultag sein, nachdem die Schulen durch den Lockdown Mitte Dezember geschlossen worden waren. Die weiterfĂŒhrenden Schulen sollen noch bis mindestens Anfang MĂ€rz geschlossen bleiben.

Auch konnten nur wenige ZĂŒge am Montag fahren. Eingefrorene Weichen behinderten das gesamte Streckennetz. Der öffentliche Nahverkehr ist in vielen StĂ€dten behindert. Störungen wurden auch von Autobahnen und Landstraßen gemeldet. Die Polizei rief die BĂŒrger auf, nur in dringenden FĂ€llen das Auto zu benutzen.

Toter im Schneetreiben in Bielefeld gefunden

In der Bielefelder Innenstadt hat die Polizei am Morgen im Schneetreiben einen Toten gefunden. Nach Angaben eines Sprechers der nordrhein-westfÀlischen Stadt sind die UmstÀnde derzeit noch offen. Mehr dazu lesen Sie hier.

Abellio stellt Zugverkehr in ThĂŒringen erneut ein

Witterungsbedingt hat das Bahnunternehmen Abellio Rail Mitteldeutschland am Montag den Zugverkehr in ThĂŒringen wieder eingestellt. Betroffen sind nach Unternehmensangaben die Strecke von Halle in Richtung Sangerhausen – Nordhausen – Leinefelde – Kassel, die Verbindung Sangerhausen – Erfurt sowie die Strecken von Halle/Leipzig nach Jena und Saalfeld beziehungsweise nach Erfurt und Eisenach. Bedingt durch die Witterungs- und StraßenverhĂ€ltnisse könne kein Ersatzverkehr mit Bussen angeboten werden, hieß es.

Leipzig: Snowboarder lĂ€sst sich ĂŒber Marktplatz ziehen

Mit einer wilden Snowboardfahrt in der Leipziger Innenstadt hat ein Unbekannter im Netz fĂŒr Aufsehen gesorgt. Ein Twitter-Video zeigt, wie er sich von einem GelĂ€ndewagen ĂŒber den Marktplatz ziehen ließ. Lesen Sie hier mehr dazu.

Lastwagen trotz Verbots auf Autobahnen um OsnabrĂŒck unterwegs

Trotz eines Verbots fĂŒr den Schwerlastverkehr wegen des Schnee-Unwetters sind auf den Autobahnen um OsnabrĂŒck in Niedersachsen vereinzelt Lastwagen unterwegs. "Ganz verhindern können wir es nicht", sagte ein Sprecher der Polizeileitstelle OsnabrĂŒck am Montagmorgen. Das Verbot gilt in den Landkreisen OsnabrĂŒck, Emsland und Grafschaft Bentheim.

Der Winter bleibt streng – weiterhin Probleme bei der Bahn erwartet

Nach dem heftigen Wintereinbruch in vielen Regionen Deutschlands am Wochenende soll es auch am Montag mit Extremwetter weitergehen: Der Deutsche Wetterdienst warnte in der Nacht vor teils krĂ€ftigen SchneefĂ€llen mit meist zehn bis 25 Zentimetern Neuschnee in der ersten TageshĂ€lfte in der Mitte Deutschlands – betroffen sein sollten vor allem Nordosthessen, ThĂŒringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen. Auch in anderen BundeslĂ€ndern mĂŒssen die Menschen weiter mit EinschrĂ€nkungen durch den Wintereinbruch rechnen. Menschen in Norddeutschland mĂŒssen sich auf Hochwasser an der Ostsee einstellen.

FĂŒr den Straßen-und Bahnverkehr wurden wieder Probleme erwartet. "Schnee und Eis werden den Nah- und Fernverkehr der DB in weiten Teilen des Landes auch am Montag beeintrĂ€chtigen", teilte die Deutsche Bahn am Sonntagabend mit. Das trifft vor allem Strecken in der Mitte Deutschlands. Von Berlin aus fahren etwa keine ZĂŒge nach Hannover, Köln, Erfurt, Frankfurt und MĂŒnchen. Welche Verbindungen noch betroffen sind, lesen Sie bei der Deutschen Bahn.

Ein heftiger Schneesturm hatte in Teilen Deutschlands am Sonntag ein Verkehrschaos verursacht. Es fielen mancherorts mehr als 30 Zentimeter Schnee, dazu kamen meterhohe Verwehungen. Polizei und Feuerwehr fuhren zahllose EinsÀtze. Mehr dazu lesen Sie hier.

Acht Mitarbeiter einer Reinigungsfirma nach GlÀtte-Unfall verletzt

Bei einem Unfall auf einer vereisten Straße sind acht Mitarbeiter einer Reinigungsfirma in ThĂŒringen verletzt worden. Wie ein Sprecher der Polizei am Montag mitteilte, kam der Kleinbus des 49-jĂ€hrigen Fahrers am Sonntagnachmittag im Saale-Orla-Kreis wegen GlĂ€tte in einer Kurve ins Schleudern. Daraufhin kam der Wagen von der Fahrbahn ab, kollidierte mit der Leitplanke, ĂŒberschlug sich und kam auf dem Dach auf.

Der Fahrer sowie weitere fĂŒnf MĂ€nner und zwei Frauen (alle im Alter zwischen 25 und 59 Jahren) wurden dabei verletzt. Einige der Insassen des Wagens wurden eingeklemmt und mussten von der Feuerwehr befreit werden. Bei dem Fahrzeug handelt es sich laut Polizei um den Firmenwagen einer Reinigungsfirma.

Familie bleibt stundenlang im Schnee stecken

Stundenlang ist eine dreiköpfige Familie in ThĂŒringen mit ihrem Auto im Schnee steckengeblieben. Wie eine Sprecherin der Polizei am Montag mitteilte, blieb das Fahrzeug am Sonntagabend im Landkreis Sömmerda stehen und kam nicht mehr weiter. Eigenen Angaben zufolge versuchte die Familie fĂŒnf Stunden lang, das Auto vom Schnee zu befreien.

Erst gegen Mitternacht wÀhlten sie den den Notruf. Die Eltern und ihre 7-jÀhrige Tochter wurden den Angaben zufolge von der Feuerwehr gerettet und in eine Notunterkunft gebracht. Aufgrund des schweren Schneefalls konnte das Auto der Familie bisher noch nicht geborgen werden.

Lastwagen versinken im Schnee auf Autobahnen

Auf der Autobahn 4 bei Gera in ThĂŒringen sind in der Nacht zum Montag reihenweise Lastwagen in Schneeverwehungen stecken geblieben. Auf der rechten Spur in Richtung Frankfurt am Main bildete sich ein kilometerlanger Stau, wie die Polizei mitteilte. "Die Lage ist katastrophal", sagte ein Sprecher der Polizei in Fulda. Abschleppdienste und RĂ€umfahrzeuge mussten die Lkw befreien. Auf den restlichen Spuren konnte der Verkehr weiterfließen.

Auch auf der Autobahn 6 bei NĂŒrnberg sind am Sonntagabend Lastwagen im Schnee vor einer Anhöhe stecken geblieben. Insgesamt kamen 150 Lkw zwischen der Anschlussstelle Roth und dem Autobahnkreuz NĂŒrnberg-SĂŒd zum Stehen, wie die Polizei mitteilte. Das Technische Hilfswerk musste die Fahrzeuge zum Teil befreien. Es bildete sich ein RĂŒckstau, da die Fahrbahnen in Richtung Amberg zeitweise blockiert waren.

Porschefahrer bleibt im Schnee stecken – kuriose Ausrede

Viele Autos fuhren sich am Sonntag im Schneetreiben fest – so auch ein Porschefahrer, der sich mit seinem Wagen auf der A2 festfuhr – und eine kuriose BegrĂŒndung hatte. Mehr dazu lesen Sie hier.

Gestrandete Reisende im Bahnhof versorgt

Im Hundertwasser-Bahnhof in Uelzen im Nordosten Niedersachsens ist ein Zug mit rund 25 Reisenden gestrandet. RettungskrĂ€fte des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) rĂŒckten am spĂ€ten Sonntagabend an, um die FahrgĂ€ste mit Decken, heißen GetrĂ€nken und einer Suppe zu versorgen.

Man stelle sich auf einen Einsatz bis zum frĂŒhen Montagmorgen ein, sagte ein DRK-Sprecher vor Ort. Voraussichtlich mĂŒssten die FahrgĂ€ste die Nacht im Zug verbringen, hieß es. Warum genau der Metronom-Zug seine Fahrt in Richtung Hannover am Sonntagabend nicht fortsetzen konnte, war zunĂ€chst nicht bekannt.

Lkw-Fahrverbot auf Autobahnen – Bahn stellt Nahverkehr in NRW ein

Das unwetterbedingte Lastwagen-Fahrverbot auf den Autobahnen in Westfalen und im sĂŒdlichen Niedersachsen wird bis Montagmittag um 12 Uhr ausgeweitet. Grund sei der anhaltende Schneefall, teilte die Autobahn Westfalen am Sonntagabend mit. Zudem seien einige Autobahnen so stark vereist, dass es derzeit unmöglich sei, die Fahrbahnen komplett eis- und schneefrei zu bekommen.

Hannover: Ein dicke Schneeschicht bedeckt geparkte Autos im Stadtzentrum.
Hannover: Ein dicke Schneeschicht bedeckt geparkte Autos im Stadtzentrum. (Quelle: dpa-bilder)

Der Nah- und Fernverkehr der Deutschen Bahn wird auch am Montag wegen der starken SchneefĂ€lle und des heftigen Windes deutlich eingeschrĂ€nkt sein. Die Kulanzregelung fĂŒr Reisende im Fernverkehr werden laut Bahn auf Tickets fĂŒr Fahrten am 8. Februar ausgeweitet. Bereits gebuchte Fahrkarten können demnach bis einschließlich 7 Tage nach Störungsende flexibel genutzt oder kostenfrei storniert werden. Der Nahverkehr wird in Nordrhein-Westfalen weitestgehend eingestellt.

Am Vormittag Neuschnee und stĂŒrmische Winde

In Niedersachsen soll der Schneefall in der Nacht zum Montag zunĂ€chst nachlassen - es wird aber erwartet, dass in den Morgenstunden von SĂŒden her neue Flocken aufziehen. In einem Gebiet ab Göttingen und weiter gen Norden werde es dann erneut 5 bis 15 Zentimeter Neuschnee - verteilt ĂŒber etwa acht Stunden - geben, sagte ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Sonntagabend in Hamburg. "Es wird dort zu Verkehrsbehinderungen kommen." Der stĂŒrmische Wind bleibe insbesondere an der KĂŒste erhalten. Es bestehe weiter die Gefahr von Schneeverwehungen.

Impfzentrum in Sachsen-Anhalt muß fĂŒr einen Tag schließen

Der Wintereinbruch in Teilen Deutschlands stoppt am Montag auch die Arbeit in einem Corona-Impfzentrum in Sachsen-Anhalt. Es könne nicht sichergestellt werden, dass angesichts der WetterverhĂ€ltnisse genĂŒgend Personal fĂŒr die Impfungen gegen das Coronavirus ins Impfzentrum Sangerhausen kommen könne, teilte der Landkreis Mansfeld-SĂŒdharz am Sonntagabend mit. Wer fĂŒr diesen Montag einen Termin vereinbart habe, solle sich fĂŒr einen neuen Termin in dieser Woche beim Impfzentrum melden.

Unterricht in bayerischen Landkreisen fÀllt aus

Wegen des erwarteten Wintereinbruchs fĂ€llt am Montag der Unterricht in mehreren bayerischen Landkreisen aus. In WĂŒrzburg, Schweinfurt (jeweils Stadt und Landkreis) sowie im Landkreis Bad Kissingen gibt es keinen Unterricht, wie am Sonntag auf dem Meldeportal des Bayerischen Kultusministeriums zu lesen war. Der Landkreis Rhön-Grabfeld verzichtet auf PrĂ€senzunterricht und Notbetreuung an allen Schulen. Distanzunterricht soll jedoch stattfinden. Gleiches gilt fĂŒr den Landkreis Kitzingen.

Volle Rodelbahnen – Polizei greift ein

Auf den Straßen geht derzeit wenig, auf den Rodelbahnen dafĂŒr umso mehr: Viele Menschen haben den Schnee offensichtlich dazu genutzt, den Schlitten oder die Skier auszupacken. In Berlin wurde es laut Polizei besonders eng auf den HĂ€ngen an der Teufelsseechaussee, im Fritz-Schloss-Park und im Insulaner-Park. Hier griff die Polizei ein: „Wir sind in mehreren Parks eingeschritten und haben Verwarnungen ausgesprochen“, sagte ein Sprecher der Berliner Polizei t-online am Sonntagabend.

Die Polizei dringe darauf, die AbstĂ€nde einzuhalten und bitte um Vernunft, werde ansonsten aber auch Platzverweise und Anzeigen ausstellen. Das Verlassen der eigenen Wohnung ist in der Hauptstadt laut Corona-Verordnung derzeit eigentlich „nur aus triftigen GrĂŒnden“ erlaubt.

Verkehrsminister rÀt: Am Montag lieber zuhause bleiben

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hat den vom Schneechaos betroffenen Menschen in Deutschland geraten, am Wochenbeginn besser zu Hause zu bleiben. Man könne nicht garantieren, im Laufe des Montags den Bahnverkehr wieder zum Laufen zu bekommen, sagte Scheuer nach einer Lagebesprechung am Sonntag bei "Bild live".

Das Thema Glatteis werde weniger, aber der Schnee höre nicht auf. Der Wind mache "megamĂ€ĂŸig" Probleme, vor allem mit Schneeverwehungen. Betroffen seien auch die Autobahnen und die Bahn. Das heiße, in Absprache mit dem Arbeitgeber "lieber zu Hause bleiben", so der Minister. Heftige SchneefĂ€lle hatten am Sonntag den Bahn- und Straßenverkehr teilweise lahmgelegt.

Andreas Scheuer (CSU) im Schnee: am Wochenanfang lieber ganz daheim bleiben, rÀt der Minister.
Andreas Scheuer (CSU) im Schnee: am Wochenanfang lieber ganz daheim bleiben, rÀt der Minister. (Quelle: Lukas Barth/imago-images-bilder)

UniversitĂ€tsklinikum MĂŒnster schaltet in Notbetrieb

Das UniversitĂ€tsklinikum MĂŒnster schaltet wegen der Extremwetterlage an diesem Sonntag und am Montag in den Notbetrieb: Patienten, die fĂŒr eine elektive Operation oder eine ambulante Behandlung ins Klinikum kommen sollten, werden gebeten, zuhause zu bleiben. Auch die Corona-Teststelle bleibt am Montag geschlossen. Das berichten die „WestfĂ€lischen Nachrichten“. Das Krankenhaus bleibe aber weiter erreichbar fĂŒr NotfĂ€lle und werde vom Rettungsdienst weiter angefahren. Mit betroffenen Patienten sollen in den nĂ€chsten Tagen neue Termine ausgemacht werden.

Schulen bleiben in ThĂŒringen am Montag geschlossen

Aufgrund des Schneesturms bleiben die Schulen im gesamten Freistaat ThĂŒringen am Montag geschlossen. Es finde weder PrĂ€senzunterricht noch Notbetreuung statt, wie das Bildungsministerium mitteilte. Kinder, die dennoch zur Schule erscheinen, sollen bis zur Abholung jedoch betreut werden. "Sicherheit geht vor", sagte Bildungsminister Helmut Holter (Linke) am Sonntag laut MDR.

Wind schiebt Kinderwagen in Teich – Mutter rettet Kinder

Ein Kinderwagen fĂŒr Zwillinge ist wegen des starken Windes in einem Garten in Hamburg-Nienstedten ins Rollen gekommen und in einen Teich gefahren. Dabei sei einer der 22 Monate alten Jungen mit dem Kopf kurz unter Wasser geraten, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag in Hamburg. Die Mutter habe ihr Kind sofort aus dem Teich gezogen. Ein Nachbar habe sich den zweiten Jungen geschnappt, der nur mit dem Unterkörper in dem eiskalten Wasser gelandet war.

Die Kinder seien direkt in die Wohnung gebracht und versorgt worden. Ein mit dem Rettungshubschrauber eingeflogener Notarzt habe anschließend die Zwillinge in Augenschein genommen und keine gesundheitlichen BeeintrĂ€chtigungen festgestellt.

Zu schwer im Schnee: Mehr als 50 SattelzĂŒge stecken fest

Wegen starken Schneefalls ist der Lastwagenverkehr auf den Autobahnen in Osthessen in der Nacht zum Sonntag zeitweise zum Erliegen gekommen. Mehr als 55 SattelzĂŒge hĂ€tten aufgrund der glatten Fahrbahn und ihres Gewichts die Steigungen nicht ĂŒberwinden können, teilte die Polizei in Bad Hersfeld am Sonntag mit.

In der Steigungsstrecke im KnĂŒllwald zum 448,1 Meter hohen Pommer in Richtung Kassel sei der Verkehr von Mitternacht bis vier Uhr morgens komplett zum Erliegen gekommen. 35 SattelzĂŒge hatten sich auf allen drei Fahrspuren aufgrund der SchneeglĂ€tte festgefahren. Mehrere Streifen der Autobahnpolizei und Streufahrzeuge konnten den Verkehr nach vier Stunden wieder zum Fließen bringen. In der Gegenrichtung war die Steigungsstrecke zum Pommer fĂŒr etwa zwei Stunden blockiert - zehn SattelzĂŒge hatten sich festgefahren.

Etwa zehn SattelzĂŒge waren zuvor an der Autobahn 7 nahe Kirchheim liegen geblieben. Die anderen Fahrbahnen hĂ€tten weiter befahren werden können. Die Steigung nach Friedewald auf der Autobahn 4 konnten ebenfalls mehrere SattelzĂŒge nicht ĂŒberwinden. Sie blockierten die Autobahn aber nicht vollstĂ€ndig.

RĂ€umaktion auf der Autobahn A12: Lastwagen kamen auf einigen Straßen am Sonntag nicht mehr weiter.
RĂ€umaktion auf der Autobahn A12: Lastwagen kamen auf einigen Straßen am Sonntag nicht mehr weiter. (Quelle: Patrick Pleul/dpa-bilder)
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THW: "Schnee-Einsatz wie seit zehn Jahren nicht"

Schneeschippen vorm Haus ist gerade vielerorts angesagt, so wie in Irxleben bei Magdeburg. Dort erzÀhlte der Mitarbeiter eines Winterdienstes, aktuell habe es keinen Sinn, Salz zu streuen, weil der Schnee eh drauf falle. Zur Zeit helfe einfach nur "schieben, schieben, schieben".

In Niedersachsen unterstĂŒtzte das Technische Hilfswerk (THW) die Polizei. "So einen Schnee-Einsatz hatten wir seit mindestens zehn Jahren nicht mehr", sagte THW-Sprecher Rainer Engelke.

Schneeschippen in Hannover: Da hilft nur "schieben, schieben, schieben".
Schneeschippen in Hannover: Da hilft nur "schieben, schieben, schieben". (Quelle: localpic/imago-images-bilder)

Bahn stellt Nahverkehr in Westfalen weitgehend ein

Die Deutsche Bahn hat viele Verbindungen eingestellt, auch um ein mögliches Liegenbleiben der ZĂŒge auf offener Strecke zu verhindern. Betroffen sind unter anderem die Strecken zwischen Berlin, Hannover und Dortmund/Köln sowie Hamburg und Dortmund/Köln.

In Westfalen wurde der Nahverkehr bis auf wenige Ausnahmen ganz eingestellt. Hinzu kamen Oberleitungsstörungen auf den Strecken zwischen Duisburg und Krefeld, Hagen und Wuppertal, Witten und Hagen sowie Duisburg und Essen. "Bisher haben wir leider keine Informationen zur Dauer der Störung", hieß es.

Viele Reisende strandeten in Bahnhöfen und Wartehallen. In StĂ€dten, die besonders schwer von dem Unwetter betroffen waren, stellte die Bahn AufenthaltszĂŒge bereit – so in Hamburg, Hannover, Dortmund, MĂŒnster, Halle/Saale, Leipzig und Kassel. In den ZĂŒgen konnten sich festsitzende Reisende aufwĂ€rmen.

IC in Hannover: Nicht zum Fahren, nur zum AufwÀrmen gedacht.
IC in Hannover: Nicht zum Fahren, nur zum AufwÀrmen gedacht. (Quelle: Hauke-Christian Dittrich/dpa-bilder)

Bundesliga-Spiel Bielefeld gegen Bremen abgesagt

Das Heimspiel von Arminia Bielefeld gegen Werder Bremen in der Fußball-Bundesliga am Sonntagabend ist wegen des massiven Wintereinbruchs abgesagt worden. Der verschneite Platz in der Arena sei nicht bespielbar, teilte die Deutsche Fußball Liga mit. (Mehr dazu lesen Sie hier.)

Deutschland droht KĂ€ltewelle mit bis zu minus 20 Grad

Nach dem Schneesturm kommt eine KĂ€ltewelle auf Deutschland zu. Tief "Tristan" ĂŒber Mitteleuropa und dem zentralen Mittelmeer sorgt im Zusammenspiel mit Hoch "Gisela" ĂŒber Skandinavien weiterhin fĂŒr eisiges Winterwetter hierzulande mit bis zu minus 20 Grad nachts. "Nach dem schnee- und windreichen Wochenende kommt nun aus Osten die große KĂ€lte auf uns zu", sagte Meteorologe Simon Trippler vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach am Sonntag.

Die Höchsttemperaturen sinken schon am Montag – außer im SĂŒden – fast ĂŒberall unter den Gefrierpunkt. "Zarte Plusgrade sind noch in den letzten Mild-Bastionen vom sĂŒdlichen Rheinland-Pfalz bis nach Baden-WĂŒrttemberg und im sĂŒdlichen Bayern zu erwarten", sagte Trippler. Mit Schnee mĂŒsse weiter gerechnet werden, allerdings fĂ€llt dieser nicht mehr so intensiv wie am Wochenende.

Eiszapfen in Schleswig-Holstein: In den nĂ€chsten Tagen wird es fast ĂŒberall in Deutschland noch kĂ€lter.
Eiszapfen in Schleswig-Holstein: In den nĂ€chsten Tagen wird es fast ĂŒberall in Deutschland noch kĂ€lter. (Quelle: Axel Heimken/dpa-bilder)

Meteorologe warnt vor Hochwasser an der Ostsee

Menschen in Norddeutschland mĂŒssen sich auf Hochwasser an der Ostsee einstellen. Ein kontinuierlicher Ostwind bringt Wassermassen an die OstseekĂŒste, wie Meteorologe Frank Böttcher am Sonntag in einer Online-Pressekonferenz sagte. Am Sonntag gebe es vor allem im Raum Flensburg erhöhte WasserstĂ€nde von bis zu 90 Zentimetern. FĂŒr den Montag sei in der Kieler Bucht mit bis zu 80 Zentimeter höheren WasserstĂ€nden zu rechnen und auch in der LĂŒbecker Bucht steige das Wasser deutlich an. An der NordseekĂŒste war Böttcher zufolge hingegen Niedrigwasser angesagt.

Ufer in der Kieler Förde am Sonntag: Meteorologen warnen vor Hochwasser.
Ufer in der Kieler Förde am Sonntag: Meteorologen warnen vor Hochwasser. (Quelle: Axel Heimken/dpa-bilder)

Eisregen und Schnee in NRW – Mehr als 200 UnfĂ€lle gemeldet

Der große Wintereinbruch hat Teile Deutschlands in der Nacht zum Sonntag erfasst, ist aber zunĂ€chst hinter den BefĂŒrchtungen der Rettungsdienste und Meteorologen zurĂŒckgeblieben. Der erste Eisregen fiel bereits am Samstagabend in Teilen Nordrhein-Westfalens und sorgte fĂŒr spiegelglatte Straßen.

Seit Samstagnachmittag sei es zu bislang 222 UnfĂ€llen aufgrund des Wetters gekommen, sagte ein Sprecher der Landesleitstelle der Polizei am frĂŒhen Sonntagmorgen. Dabei seien zwei Menschen schwer und 26 leicht verletzt worden. Der Sachschaden belaufe sich auf etwa eine Million Euro. Der "WDR" hatte zuvor berichtet.

Die Winterdienste waren in Nordrhein-Westfalen auf einen der grĂ¶ĂŸten EinsĂ€tze seit Jahren eingestellt. Behörden hatten appelliert, dass Autofahrer, wenn ĂŒberhaupt nötig, nur mit vollem Tank, Winterreifen und Decken zum WĂ€rmen losfahren sollten.

Unfall auf der Autobahn 2 in NRW bei Oelde: Ein Auto ĂŒberschlug sich.
Unfall auf der Autobahn 2 in NRW bei Oelde: Ein Auto ĂŒberschlug sich. (Quelle: Marcel Kusch/dpa-bilder)

Sechs Menschen aus Schwebebahn in Wuppertal befreit

EinsatzkrĂ€fte haben sechs Menschen aus einer Schwebebahn in Wuppertal befreit. Die Bahn konnte wegen des eisigen Wetters nicht mehr fahren und sei stehen geblieben, sagte ein Sprecher der Feuerwehr am Sonntag. Die FahrgĂ€ste wurden mit Drehleitern aus luftiger Höhe befreit. Alle seien unverletzt. Wann die Bahn wieder fahren wĂŒrde, konnte der Sprecher nicht sagen. (Mehr dazu lesen Sie hier.)

Die Feuerwehr befreit FahrgÀste aus einer Schwebebahn in Wuppertal: Noteinsatz mit Drehleiter
Die Feuerwehr befreit FahrgÀste aus einer Schwebebahn in Wuppertal: Noteinsatz mit Drehleiter (Quelle: Christoph Petersen/dpa-bilder)

Schnee auf der Straße, Flockdown im Netz

Schnee in Deutschland, Ausnahmezustand auf den Straßen: Unter den Hashtags #Flockdown und #Schneesturm posten Nutzer in den sozialen Medien gerade Nachrichtenbilder, Lust und Frust und vor allem: Weißes. Tief eingeschneite Balkone aus NRW, SkilĂ€ufer auf den Straßen sĂ€chsischer StĂ€dte, SchneemĂ€nner und Schneeschnippen aus ganz Deutschland laufen ein.

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Meteorologe: "Der Schneesturm ist noch nicht vorbei"

Der Schneesturm hat vor allem die Mitte Deutschlands getroffen – und er ist noch nicht ausgestanden, wie ein Experte warnt. "Der Schneesturm ist noch nicht vorbei", sagte Meteorologe Simon Trippler vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach am Sonntagmorgen. Mit fĂŒnf bis zehn Zentimetern Schnee, lokal auch bis zu 20 Zentimetern mĂŒsse im Laufe des Sonntags noch gerechnet werden. Der Wind halte auch weiterhin an mit Sturmböen von bis zu 70 Kilometern pro Stunde. "Das ist auf keinen Fall durchgestanden. Damit mĂŒssen wir bis heute Abend warten."

Der Norden von Nordrhein-Westfalen, das sĂŒdliche Niedersachsen, das nördliche ThĂŒringen und Sachsen-Anhalt seien in den nĂ€chsten Stunden besonders betroffen. In der Nacht werde es im Norden Bayerns, im SĂŒden ThĂŒringens und in SĂŒdwest-Sachsen schneien. Die Meteorologen rechnen mit 10 bis 25 Zentimetern Neuschnee in zwölf Stunden. "Aber ohne dicke Winde."

Polizei bittet um Hilfe fĂŒr Obdachlose

Die Polizei ist zurzeit auch im Sondereinsatz fĂŒr Obdachlose: In Nordrhein-Westfalen haben die EinsatzkrĂ€fte ĂŒber Nacht Obdachlose angesprochen und in warme UnterkĂŒnfte gebracht, wie die Polizei mitteilte. Die Polizei Unna appellierte an die Bevölkerung, EinsatzkrĂ€fte ĂŒber die 112 oder 110 zu informieren, sollten ihnen hilfsbedĂŒrftige Menschen auffallen. (Mehr dazu lesen Sie hier.)

MĂŒnster setzt Busverkehr aus

In MĂŒnster wurde wegen der starken SchneefĂ€lle ein Fahrverbot fĂŒr Lastwagen ausgesprochen. Das bestĂ€tigte eine Sprecherin der Polizei am Sonntagmorgen. Außerdem hat die Stadt ihren Busverkehr am Sonntagmorgen komplett eingestellt. "Schnee und glatte Straßen machen eine sichere Fahrt unmöglich", teilten die Stadtwerke mit. Die Entscheidung gelte "bis auf Weiteres" – man werde die Wetterlage genau beobachten. In MĂŒnster waren in der Nacht zum Sonntag innerhalb kurzer Zeit 20 bis 30 Zentimeter Schnee gefallen.

Fast leere A30 im Landkreis OsnabrĂŒck: Wetterdienste hatten davor gewarnt, ins Auto zu steigen.
Fast leere A30 im Landkreis OsnabrĂŒck: Wetterdienste hatten davor gewarnt, ins Auto zu steigen. (Quelle: Fotostand/elhot/imago-images-bilder)

Zirkuszelt bricht unter Schneemassen zusammen

Nach dem Zusammensturz eines Zirkuszeltes in Hagen wegen großer Schneemassen sind 13 Tiere gerettet worden. Die sieben Pferde, zwei Kamele, zwei Ziegen sowie zwei Lamas, die sich in dem Zelt befanden, blieben unverletzt, wie ein Sprecher der Polizei sagte. Sie konnten befreit werden. Es waren nach Angaben der Polizei keine Menschen unter dem Zelt. Das Zelt hatte den Schneemassen nicht standgehalten und war zusammengestĂŒrzt. Die Feuerwehr hat es den Angaben zufolge inzwischen von dem Schnee befreit. (Mehr dazu lesen Sie hier.)

EinsatzkrĂ€fte versuchen, ein unter der Schneelast eingestĂŒrztes Zirkuszelt in Hagen wieder aufzurichten: Die 13 Tiere, darunter Kamele und Lamas, konnten gerettet werden.
EinsatzkrĂ€fte versuchen, ein unter der Schneelast eingestĂŒrztes Zirkuszelt in Hagen wieder aufzurichten: Die 13 Tiere, darunter Kamele und Lamas, konnten gerettet werden. (Quelle: Alex Talash/dpa-bilder)

Polizei warnt vor Dachlawinen in MĂŒnster

Menschen in MĂŒnster sollten sich wegen des heftigen Wintereinbruchs vor Dachlawinen in Acht nehmen. Polizei und Feuerwehr warnten am Sonntag davor. Wenn es frostig sei und sich alles auf dem Dach sammele, könne das gefĂ€hrlich werden, sagte eine Sprecherin der Polizei am Morgen. Bislang gebe es jedoch noch keine aktuellen EinsĂ€tze dazu.

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A 30 nach GlĂ€tteunfall bei SchĂŒttorf gesperrt

Wegen eines umgekippten Lasters ist die Autobahn 30 (A 30) bei SchĂŒttorf in der Grafschaft Bentheim gesperrt worden. Der LKW sei in der Nacht zum Sonntag aufgrund der glatten Fahrbahn ins Schlingern und auf den Seitenstreifen geraten, sagte ein Sprecher der Autobahnpolizei. Anschließend kippte das Fahrzeug um und blieb quer auf der Straße liegen. Der Fahrer verletzte sich leicht. Die Bergung des Lasters könnte nach Polizeiinformationen noch mehrere Stunden dauern. Die A 30 ist deswegen zwischen dem Kreuz SchĂŒttorf und der Ausfahrt Salzbergen in Richtung Osten gesperrt.

Berlin, Frankfurt und Hamburg schrÀnken Zugverkehr ein

Zwischen Berlin, Brandenburg und anderen BundeslÀndern gibt es wegen starker SchneefÀlle EinschrÀnkungen im Bahnverkehr. Bislang ist vor allem der Fernverkehr betroffen, aber auch im Regionalverkehr zwischen Brandenburg und Magdeburg kommt es zu AusfÀllen, wie die Bahn am Sonntagmorgen mitteilte.

Der Fernverkehr zwischen Berlin und Frankfurt am Main ĂŒber Braunschweig/Kassel sei bis auf Weiteres eingestellt, gleiches gelte fĂŒr den Fernverkehr zwischen Berlin, Hannover und Dortmund/Köln.

Den Angaben zufolge fahren mindestens bis in die Mittagsstunden auch keine FernzĂŒge zwischen Berlin, Leipzig/Halle und Erfurt. Zwischen Hamburg und Berlin sei der Bahnverkehr eingeschrĂ€nkt.. Mehr dazu lesen Sie hier.

ZugausfÀlle bei Bahnverkehr in Nordrhein-Westfalen

Bei der Bahn in Nordrhein-Westfalen gibt es vor allem im Ruhrgebiet erste Probleme durch den heftigen Wintereinbruch. An mehreren Stellen seien Oberleitungen beschÀdigt worden, sagte eine Bahn-Sprecherin am Sonntagmorgen. Das betreffe etwa die wichtige Strecke zwischen Duisburg und Essen.

Auch die Regionalbahnen zwischen MĂŒnster und Recklinghausen und die S-Bahnen zwischen Dortmund und Hagen konnten wegen einer Oberleitungsstörung nicht mehr fahren oder mussten umgeleitet werden.

Die private Eurobahn meldete wegen des Wintereinbruchs ebenfalls mehrere ZugausfĂ€lle vor allem rund um MĂŒnster, Bielefeld und Paderborn.

Heftiger Schneefall in ThĂŒringen und Niedersachsen

Heftige SchneefĂ€lle fĂŒhrten in ThĂŒringen vielerorts zu UnfĂ€llen auf glatten Straßen. Die Polizeidienststellen registrierten zunĂ€chst keine grĂ¶ĂŸeren Probleme.

Die erwarteten starken SchneefĂ€lle haben in der Nacht auf Sonntag Niedersachsen erreicht. Als erstes schneite es wie erwartet heftig im SĂŒden um Göttingen, aber auch aus Hannover und OsnabrĂŒck meldete die Polizei nach Mitternacht Schneefall. Um LĂŒneburg und Salzwedel gibt es ebenfalls starke SchneefĂ€lle. In Hessen soll es in der Nacht gefrierenden Regen gegeben haben. An der NordseekĂŒste wurden Sturmböen bis zu 80km/h gemessen. Der starke Wind kann zu Schneeverwehungen beitragen.

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Die Verkehrsmanagementzentrale in Hannover erließ am Samstag um 22 Uhr eine Warnung fĂŒr ganz Niedersachsen. Es drohe Gefahr durch StraßenglĂ€tte, SchneeglĂ€tte, Schneefall und Schneeverwehungen. Dies gelte auch fĂŒr die Autobahnen. Autofahrer sollten besonders vorsichtig fahren.

AusfĂ€lle von RegionalzĂŒgen als Vorsichtsmaßnahme

Im Regionalverkehr der Deutschen Bahn in Niedersachsen hat es in der Nacht auf Sonntag aufgrund der erwarteten schweren SchneefĂ€lle mehrere ZugausfĂ€lle gegeben. "Das ist eine Vorsichtsmaßnahme, grĂ¶ĂŸere StreckenbeeintrĂ€chtigungen gibt es momentan nicht", sagte ein Bahnsprecher. Betroffen waren Verbindungen von und nach Hameln, Hildesheim, Nienburg, Celle und rund um Hannover. Schon im Vorfeld hatte die Deutsche Bahn witterungsbedingt mehrere Fernverbindungen im Norden Deutschlands abgesagt, unter anderem auch die Intercitys von Bremen nach Norddeich Mole.

UnfĂ€lle wegen Glatteis in ThĂŒringen

Heftige SchneefĂ€lle haben in ThĂŒringen vielerorts zu UnfĂ€llen auf glatten Straßen gefĂŒhrt. Dabei sei es aber meist bei BlechschĂ€den geblieben, hieß es am Samstagabend aus dem Lagezentrum der Landespolizeidirektion. Insgesamt wurden zwischen 16 Uhr und 21 Uhr mehr als 70 UnfĂ€lle gemeldet. So standen auf den Autobahnen vereinzelt Lastwagen quer, etwa auf der Autobahn 4 bei Erfurt. Im Landkreis Hildburghausen verunglĂŒckte am frĂŒheren Nachmittag ein Auto zwischen Rappelsdorf und ZollbrĂŒck. Dabei wurden den Angaben nach vier Insassen schwer verletzt. Der Schaden wurde auf 15.000 Euro beziffert.

Eisregen setzt in Nordrhein-Westfalen ein

In Teilen Nordrhein-Westfalens hat am Samstagabend ein gefÀhrlicher Eisregen eingesetzt. ZunÀchst habe es aber nur sehr kleine Hagelkörner gegeben, sagte eine Meteorologin des Deutschen Wetterdienstes in Essen am Samstagabend. Lediglich im Siegerland schÀtzten die Wetterexperten die Gefahr sehr hoch ein und warnten vor verbreitetem Glatteis.

Vom Siegerland aus ziehe sich der Eisregen in der Nacht in einem breiten Streifen ĂŒber Wuppertal und DĂŒsseldorf bis zur niederlĂ€ndischen Grenze. In diesem Gebiet sei zumindest örtlich mit GlĂ€tte zu rechnen, teilte der Wetterdienst mit.

Deutlich kritischer könnte es im Verlauf der Nacht weiter nördlich in NRW werden. FĂŒr die Region vom Kreis Lippe ĂŒber Bielefeld und Paderborn bis nach MĂŒnster und Unna warnte der Wetterdienst ab 21 Uhr vor starkem Schneefall und ab Mitternacht vor extrem starken Schneeverwehungen.

Hannover: Eine Anzeigetafel am Hauptbahnhof warnt vor BeeintrÀchtigungen durch extremes Unwetter.
Hannover: Eine Anzeigetafel am Hauptbahnhof warnt vor BeeintrÀchtigungen durch extremes Unwetter. (Quelle: dpa-bilder)

Übernachtungsmöglichkeiten fĂŒr gestrandete Bahn-Reisende

Wegen des erwarteten heftigen Wintereinbruchs in Teilen Deutschlands hat die Bahn in mehreren StĂ€dten Übernachtungsmöglichkeiten fĂŒr gestrandete Reisende organisiert. Auf diese Weise sei man etwa in Hamburg, Hannover, MĂŒnster, Kassel und Leipzig vorbereitet, falls Kunden ihr Reiseziel mit dem Zug nicht mehr erreichen könnten, sagte eine Sprecherin am Samstagabend. Auch das Servicepersonal an den Bahnhöfen sei verstĂ€rkt worden. Außerdem wolle man Reisenden mit Taxigutscheinen helfen, ihr Ziel womöglich doch noch zu erreichen.

Reisende sollten sich vor der Abfahrt auf jeden Fall informieren, ob ihr Zug fĂ€hrt - entweder im Internet, in der Bahn-App oder unter der extra eingerichteten Hotline 08000 996633. Die Bahn hatte bereits im Vorfeld gewarnt, dass der erwartete Wintereinbruch zu EinschrĂ€nkungen im Schienenverkehr fĂŒhren könne. Die Menschen sollten sich an die Empfehlung des Deutschen Wetterdienstes halten und wenn möglich zu Hause bleiben, sagte eine Sprecherin.

Warnstufe 4 in mehreren BundeslĂ€ndern – "Vermeiden Sie Autofahrten"

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt in einer amtlichen Gefahrenmeldung vor extremem Schneefall und Schneeverwehungen in Teilen von Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen und im Norden ThĂŒringens. Dort sei von Samstagabend bis in die Nacht zum Montag mit 15 bis 40 Zentimeter Neuschnee zu rechnen. Straßen und Schienenwege könnten durch extreme Schneeverwehungen unpassierbar werden. "Fahren Sie nur mit WinterausrĂŒstung und vermeiden Sie grundsĂ€tzlich Autofahrten!", hieß es in der Warnmeldung.

Die Warnstufe fĂŒr das Gebiet sei angebracht, sagt t-online-Wetterexpertin Michaela Koschak. In den Gebieten sei starker, lang anhaltender Schneefall zu erwarten. Auch in Sachsen könne bis zu 30 Zentimeter Neuschnee fallen. Problematisch sei, dass der Schnee pulvrig falle und leicht verweht werde. "Es kann zu Schneewehen kommen, die bis zu einem Meter hoch werden", so Koschak. FĂŒr Gebiete in NRW und Hessen, die weiter sĂŒdlicher anschließen, warnt die Wetterexpertin vor extremem Glatteis: "Ab heute Abend wird der Eisregen dort vermutlich ĂŒber Stunden fallen." Der plötzliche Eisregen könne im schlimmsten Fall zu brechenden BĂ€umen und StrommĂ€sten fĂŒhren.

Kölner Ort wird wegen Hochwassers zur Insel

Das zu Köln gehörende Örtchen Kasselberg ist durch das Rhein-Hochwasser bereits zur Insel geworden. Die Stadt richtete einen FĂ€hrverkehr ein. FĂŒr die Anwohner sei das im Moment die einzige Möglichkeit, den Ort zu erreichen oder zu verlassen. Seit Tagen sind in Kasselberg Stege aufgebaut, weil die Straßen ĂŒberflutet sind.

Wegen des weiter steigenden Pegelstands am Rhein verstĂ€rkt die Stadt Köln noch einmal ihren Hochwasserschutz. Am Samstagnachmittag wĂŒrden unter anderem an der Kölner Altstadt drei weitere Hochwassertore geschlossen, sagte eine Sprecherin. Mehr dazu lesen sie hier.

Bahn stellt Fernverkehr zwischen Kiel und Hamburg ein

Die Deutsche Bahn hat angesichts des prognostizierten Wintereinbruchs am Wochenende in Deutschland Anpassungen im Fahrplan vorgenommen. Auch mehrere Fernverkehrsverbindungen im Norden sind hiervon betroffen. Am Samstag und Sonntag sind laut Mitteilung des Unternehmens alle FernverkehrszĂŒge zwischen Hamburg und Kiel, Hamburg und LĂŒbeck sowie zwischen Hamburg und Westerland gestrichen.

Ebenfalls von den Anpassungen betroffen ist die Verbindung zwischen Hamburg und Rostock/Stralsund/Binz. Hier wird der Fahrplan laut Deutscher Bahn am Wochenende stark ausgedĂŒnnt. Es verkehren nur einzelne Intercity-ZĂŒge. Betroffene FahrgĂ€ste können gebuchte Tickets entweder bis zu sieben Tage nach Störungsende flexibel nutzen oder kostenfrei stornieren. Mehr dazu lesen Sie hier.

Erhöhte Alarmbereitschaft bei Stromnetzbetreibern

Die Netzbetreiber stellen sich auf mögliche Störungen ein. "Mit Blick auf die nĂ€chsten Tage halten wir eine erhöhte Alarmbereitschaft und vielfĂ€ltige Leitungsreserven vor und stehen dazu auch mit anderen Netzbetreibern im Austausch", teilte der Sprecher von Tennet, Mathias Fischer, auf Anfrage mit. Sollten Leitungen beschĂ€digt werden, könne Tennet den Schaden durch Sicherheitsreserven ĂŒber andere Leitungen ausgleichen. Auch ein kurzfristiges Hochfahren zusĂ€tzlicher Kraftwerke sei möglich. Das Unternehmen betreibt von Schleswig-Holstein bis Bayern das lĂ€ngste Höchstspannungsnetz in Deutschland.

Der Netzbetreiber Avacon, dessen Hochspannungsnetz von der Nordsee bis an den Main reicht, hat mehrere hundert Techniker und Monteure in Bereitschaft gerufen. "Die sind als potenzielle VerstĂ€rker verfĂŒgbar", sagte Unternehmenssprecher Ralph Montag. Auch Dienstleister und Tiefbauunternehmen seien mit Blick auf mögliche Störungen vorsorglich alarmiert worden.

Sorge bereitet Avacon, dass sowohl grĂ¶ĂŸere Schneemengen als auch Eisregen parallel die Netze belasten könnten. "Vor allem die Metallleitungen sind eine AngriffsflĂ€che", erklĂ€rte Montag. Wenn sich bis zu 30 Zentimeter dicke Eispanzer auf den Stromleitungen festsetzten, könnten die Leitungen abreißen. Eine weitere Gefahr gehe von schwerem, nassen Schnee aus, sagte der Sprecher. Unter der Schneelast zusammenbrechende BĂ€ume könnten dann etwa auf Leitungen fallen und fĂŒr KurzschlĂŒsse sorgen.

Schnee und Frost erreichen Sachsen-Anhalt

Der Samstag lĂ€utet fĂŒr Sachsen-Anhalt ein Wochenende mit Schneeschauern und frostigen Temperaturen ein. "Es beginnt noch relativ ruhig, aber wir erwarten ein sehr turbulentes Wochenende", so ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Die SchneefĂ€lle breiten sich im Tagesverlauf von SĂŒden kommend bis zur Mitte Sachsen-Anhalts aus. Im Norden halten sich die SchneefĂ€lle zunĂ€chst in Grenzen. Die Temperaturen sinken in den Frostbereich bei Tiefstwerten bis minus vier Grad.

Die Nacht auf Sonntag bringt im SĂŒden 10 bis 20 Zentimeter Neuschnee. Im Norden soll es zwischen fĂŒnf und 10 Zentimeter Schnee geben. Ein stĂŒrmischer Ostwind fĂŒhrt vermehrt zu starken Schneeverwehungen auch in tieferen Lagen. Die Temperaturen sinken weiter mit Tiefstwerten zwischen minus 4 und minus 8 Grad.

Am Sonntag geht es Ă€hnlich weiter. Es werden weitere 5 bis 15 Zentimeter Schnee erwartet. Besonders viel soll es im Harz schneien. Der Wind bleibt stĂŒrmisch. Die Temperaturen bleiben im Dauerfrostbereich mit Höchstwerten zwischen minus 3 und minus 7 Grad.

Berlins grĂ¶ĂŸtes Obdachlosencamp gerĂ€umt

Angesichts des erwarteten KĂ€lteeinbruchs wurde Berlins grĂ¶ĂŸtes Obdachlosencamp an der Rummelsburger Bucht in der Nacht aufgelöst. In Zusammenarbeit mit dem Senat sei eine Unterkunft fĂŒr 100 Menschen gefunden worden – eine Traglufthalle, die schon oft fĂŒr Obdachlose genutzt worden sei, sagte Kevin Hönicke (SPD), stellvertretender BezirksbĂŒrgermeister von Berlin-Lichtenberg. Mehr dazu lesen Sie hier.

Pegelstand des Rheins steigt weiter

Die PegelstĂ€nde im Rhein sind weiter gestiegen. Am frĂŒhen Samstagmorgen verzeichnete das Hochwasserzentrum einen Pegelstand von 8,61 Metern in Köln. In der Nacht habe sich die Lage in Köln nicht verĂ€ndert. Mehr dazu lesen Sie hier.

Bahn warnt vor ZugausfÀllen und erstattet kostenlos Tickets

Die Deutsche Bahn hat angesichts des angekĂŒndigten Winterwetters vor ZugausfĂ€llen und VerspĂ€tungen im Norden Deutschlands am Wochenende gewarnt. Ab Samstagmittag seien Auswirkungen des angekĂŒndigten starken Schneefalls auf das Bahnnetz möglich, hieß es am Freitag auf der Internetseite des Unternehmens. Die Warnung gilt bis einschließlich Sonntag. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) kĂŒndigte fĂŒr das Wochenende starken Schneefall und Glatteis vom MĂŒnsterland bis nach Brandenburg an.

Geplante Bahnreisen am Wochenende lassen sich aufgrund des erwarteten Wintereinbruchs in Norddeutschland kostenlos vorziehen, verschieben oder absagen. Mehr dazu lesen Sie hier.

FĂ€hrbetriebe an der Nordsee erwarten starken Ostwind: Fahrten fallen aus

FĂ€hrbetriebe an der NordseekĂŒste rechnen am Wochenende mit starkem Ostwind – einige Fahrten von und zu den ostfriesischen Inseln fallen deshalb aus. "Der Wind drĂŒckt dann das Wasser aus dem Wattenmeer", sagte der Sprecher der Reederei Norden Frisia, Fred Meyer, am Freitag. Den FĂ€hren fehle mitunter der nötige Tiefgang. Wegen des absehbaren Ostwindes sind alle FĂ€hrverbindungen am Wochenende von und nach Juist daher bereits gestrichen. Im Fahrplan zwischen Norderney und Juist fallen einzelne FĂ€hren aus. "Wir planen da um das Niedrigwasser herum", sagte Meyer.

Im FĂ€hrverkehr zwischen Harelsiel und Wangerooge fallen am Sonntag alle Verbindungen aus, wie die Bahn als Betreiberin mitteilte. Einzelne Fahrten wurden fĂŒr den Samstag bereits abgesagt.

Autobahnmeistereien rĂŒsten sich fĂŒr Wintereinbruch

In Norddeutschland bereitet sich der Winterdienst auf einen Schneeeinsatz auf den Autobahnen vor. Die Autobahnmeistereien stĂŒnden mit rund hundert RĂ€um- und Streufahrzeugen und 250 Mitarbeitern rund um die Uhr bereit, um am Wochenende die etwa 750 Kilometer Autobahn im Norden schnee- und eisfrei zu halten, sagte eine Sprecherin der Niederlassung Nord der Autobahn GmbH des Bundes am Freitag. Die Niederlassung ist fĂŒr die Autobahnen in Schleswig-Holstein, Hamburg und dem nördlichen Niedersachsen zustĂ€ndig.

Die Sprecherin appellierte an die Autofahrer, ihre Fahrweise den WitterungsverhĂ€ltnissen anzupassen und SchneerĂ€um- und Streufahrzeuge nicht zu ĂŒberholen. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes muss vor allem ab Sonntag im Norden mit Schneefall, GlĂ€tte, Schneeverwehungen und tiefen Temperaturen gerechnet werden.

Wetter in Sachsen-Anhalt: Viel Schnee ab Sonntag

Sachsen-Anhalt erwartet am Wochenende Schnee und niedrige Temperaturen. "Ab Sonntag wird es chaotisch mit sehr viel Schnee und Schneeverwehungen", sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Freitag. Der Samstag bleibt den Angaben zufolge weitgehend trocken. Die Nacht auf Sonntag wird kalt bis zu minus 8 Grad und bringt in weiten Teilen Sachsen-Anhalts bis zu 20 Zentimeter Neuschnee, insbesondere im Ostharz. Aufgrund der KĂ€lte handelt es sich um leicht verwehenden Pulverschnee. Ein zunehmender Ostwind könne demnach zu starken Schneeverwehungen fĂŒhren.

Der Sonntag bleibt Ă€hnlich kalt bei Temperaturen bis minus 8 Grad. Dazu schneit es den ganzen Tag. Es kann sĂŒdlich der Altmark erneut mit bis zu 15 Zentimetern Pulverschnee und starken Schneeverwehungen gerechnet werden. Zur neuen Woche lĂ€sst der Schneefall etwas nach. Es bleibe aber generell winterlich bei dauerfrostigen Temperaturen, hieß es.

Dauerfrost in Berlin und Brandenburg

Eisig kalt wird das Wochenende in Berlin und Brandenburg: Mit Temperaturen bis zu minus 12 Grad in der Nacht und minus 8 Grad am Tag herrscht am Wochenende Dauerfrost. Am Sonntag seien mancherorts sogar Schneeverwehungen möglich, so der Deutsche Wetterdienst (DWD).

Eine verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig ruhige Wetterlage wird zunĂ€chst fĂŒr den Samstag erwartet: kaum NiederschlĂ€ge und von Nordosten her fast ĂŒberall Auflockerungen mit Höchstwerten knapp unter dem Gefrierpunkt. In der Nacht zu Sonntag schlĂ€gt das Wetter um: Den Prognosen zufolge wird mit Schneefall und GlĂ€ttegefahr im FlĂ€ming und in der Niederlausitz gerechnet. Der Nordosten des Landes bleibt nachts trocken. Allerdings sei verbreitet Frost zwischen minus 5 und minus 10 Grad möglich.

TagsĂŒber geht es mit Dauerfrost bei bis zu minus 8 Grad weiter. Anders als im Norden Brandenburgs, der schneefrei bleiben soll, kann es vor allem im SĂŒden der Region und Berlin immer wieder schneien. Windböen, teils stĂŒrmische Böen mit Schneeverwehungen sind demnach nicht auszuschließen. Die Nacht zum Montag wird zwar wieder etwas ruhiger, aber mit Temperaturen zwischen minus 8 und minus 12 Grad noch eisiger als die NĂ€chte davor.

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  • Bastian Brauns
Von Bastian Brauns, Washington
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