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Überstunden auszahlen lassen – ist das steuerfrei?

  • Christine Holthoff
Von Christine Holthoff

06.04.2022Lesedauer: 3 Min.
Eine junge Frau arbeitet spĂ€t abends (Symbolbild): Überstunden können Sie sich in der Regel bezahlen lassen.
Eine junge Frau arbeitet spĂ€t abends (Symbolbild): Überstunden können Sie sich in der Regel bezahlen lassen. (Quelle: Halfpoint/Thinkstock by Getty-Images-bilder)
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Wenn viel Arbeit anfĂ€llt, bleibt man schon mal lĂ€nger als vertraglich vereinbart. FĂŒr diese Zeit können Sie in der Regel zusĂ€tzliches Geld kassieren. Das hat jedoch meist Folgen fĂŒr die Steuer.

Das Wichtigste im Überblick


  • Wie viele Steuern werden von Überstunden abgezogen?
  • Wann sind ÜberstundenzuschlĂ€ge doch steuerfrei?
  • Wann lohnt es sich, Überstunden auszahlen zu lassen?
  • Wo lauern Fallstricke?
  • Statt Auszahlung: Welche Alternativen gibt es?

Wer mehr arbeitet als er muss, darf oft auch mehr Geld verlangen. Vielen Arbeitnehmern steht ein finanzieller Ausgleich fĂŒr Überstunden zu. Wir zeigen Ihnen, was diese Zahlungen fĂŒr Ihre Einkommensteuer bedeuten und welche Alternativen Sie haben.

Wie viele Steuern werden von Überstunden abgezogen?

Lassen Sie sich Überstunden auszahlen, werden diese grundsĂ€tzlich analog zu Ihrem normalen Stundenlohn vergĂŒtet. Das heißt, das Extra-Geld wird wie regulĂ€rer Arbeitslohn behandelt und erhöht Ihr Jahreseinkommen. So sorgt es unter UmstĂ€nden dafĂŒr, dass Sie in einen höheren Einkommensteuertarif rutschen und mehr Steuern zahlen mĂŒssen.

Denn im deutschen Steuersystem gilt: Wer wenig verdient, muss einen niedrigen Prozentanteil seiner EinkĂŒnfte versteuern, wer viel verdient, zahlt einen höheren Prozentsatz (progressiver Steuertarif). Wie hoch dieser Anteil genau fĂŒr Sie ausfĂ€llt, können Sie mit dem Steuerrechner des Bundesfinanzministeriums ermitteln. Hier lesen Sie zudem mehr zur Einkommensteuer.

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Sind in Ihrem Arbeitsvertrag oder in einem Tarifvertrag ZuschlĂ€ge fĂŒr Überstunden vereinbart, kommen die noch oben drauf. Da jedoch auch diese in der Regel nicht steuerfrei sind und das Jahreseinkommen weiter steigern, erhöht sich Ihre Steuerlast noch mehr.

Wann sind ÜberstundenzuschlĂ€ge doch steuerfrei?

Eine Ausnahme bilden ZuschlĂ€ge fĂŒr Überstunden, die Sie wĂ€hrend Feiertags-, Wochenend- oder Nachtarbeit leisten. Hier greifen SteuerfreibetrĂ€ge (§ 3b Einkommensteuergesetz). Einen gesetzlichen Anspruch auf solche ZuschlĂ€ge haben Sie aber nicht. Sie erhalten Sie nur, wenn sie in einem Arbeits- oder Tarifvertrag oder einer Betriebsvereinbarung festgehalten sind. Mehr zu steuerfreien ZuschlĂ€gen lesen Sie hier.

  • Beispiel: Sie arbeiten sonntags neun Stunden statt der vereinbarten acht, machen also eine Überstunde. Ihr Arbeitgeber zahlt Ihnen einen Zuschlag von 25 Prozent fĂŒr Sonntagsarbeit. Dieser wird Ihnen dann auch fĂŒr die zusĂ€tzliche Stunde gewĂ€hrt, ohne dass Sie dafĂŒr Steuern entrichten mĂŒssten. Denn bei Sonntagsarbeit sind ZuschlĂ€ge bis zu 50 Prozent des Grundlohns steuerfrei.

Die folgende Tabelle zeigt Ihnen, zu welchen Zeiten ÜberstundenzuschlĂ€ge in welchem Umfang steuerfrei sind:

ZuschlĂ€ge fĂŒr Steuerfreibetrag
Nachtarbeit (20 bis 6 Uhr) bis zu 25 Prozent des Grundlohns
Nachtarbeit (0 bis 24 Uhr) bis zu 40 Prozent des Grundlohns
Sonntagsarbeit (0 bis 24 Uhr) bis zu 50 Prozent des Grundlohns
Gesetzliche Feiertage (0 bis 24 Uhr, am 31. Dezember ab 14 Uhr) bis zu 125 Prozent des Grundlohns
1. Mai / 24. Dezember ab 14 Uhr / 25. und 26. Dezember bis zu 150 Prozent des Grundlohns

Wann lohnt es sich, Überstunden auszahlen zu lassen?

Diese Frage lĂ€sst sich nur individuell beantworten. Schließlich kommt es darauf an, was Ihnen persönlich mehr wert ist: bares Geld zu kassieren oder mit freier Zeit belohnt zu werden.

Die Höhe des finanziellen Ausgleichs fĂŒr Überstunden hĂ€ngt zudem davon ab, wie viel Sie pro Stunde verdienen. Je mehr, desto ĂŒppiger fĂ€llt logischerweise auch die zusĂ€tzliche Auszahlung fĂŒr Überstunden aus. Lesen Sie hier mehr dazu, ob es sich lohnt Überstunden auszahlen zu lassen.

Überstunden-Ausgleich berechnen

Beziehen Sie ein Festgehalt, mĂŒssen Sie sich zunĂ€chst Ihren Stundenlohn ausrechnen, wenn Sie wissen möchten, wie viel Geld Sie fĂŒr eine Überstunde bekommen. Zwei Formeln fĂŒhren dabei zum Ziel. Welche das sind, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Wo lauern Fallstricke?

Der Anspruch auf Auszahlung von Überstunden verjĂ€hrt in der Regel nach drei Jahren. Das ist dann der Fall, wenn in Ihrem Arbeitsvertrag keine oder eine zu kurze und damit unwirksame Ausschlussfrist vereinbart wurde. Die Frist muss mindestens drei Monate betragen. Andernfalls startet die dreijĂ€hrige gesetzliche Frist ab Ende des Jahres, in dem Sie die Überstunden geleistet haben.

Bei einer KĂŒndigung sollten Sie zudem darauf achten, nicht unbedacht eine sogenannte Ausgleichsquittung zu unterschreiben. Damit wĂ€ren dann nĂ€mlich alle AnsprĂŒche aus dem ArbeitsverhĂ€ltnis abgegolten – also auch eine Auszahlung von Überstunden.

Statt Auszahlung: Welche Alternativen gibt es?

Statt sich Überstunden auszahlen zu lassen, können Sie je nach vertraglicher Regelung auch einen zeitlichen Ausgleich wĂ€hlen. Diesen Freizeitausgleich sieht das Arbeitszeitgesetz (ArbZG) vor: In § 3 begrenzt es die tĂ€gliche Arbeitszeit auf acht Stunden, erlaubt aber bis zu zehn Stunden, wenn sich Ihre Arbeitszeit innerhalb von sechs Monaten im Schnitt wieder auf acht Stunden pro Tag einpendelt. DafĂŒr ist Freizeitausgleich nötig.

Den Überblick kann man mit einem Arbeitszeitkonto behalten. Wie auf einem Girokonto wird dort Guthaben verwaltet – nur dass es nicht um Geld, sondern um Zeit geht. Machen Sie Überstunden, werden diese automatisch auf dem Arbeitszeitkonto gutgeschrieben. Andersherum rutschen Sie ins Minus, wenn Sie weniger arbeiten als vertraglich vereinbart.

Haben Sie gekĂŒndigt und noch ein Stundenguthaben auf dem Arbeitszeitkonto, das Sie nicht mehr durch Freizeit ausgleichen können, muss Ihr Arbeitgeber die Überstunden auszahlen. GrundsĂ€tzlich sollten Sie aber darauf achten, das Guthaben nicht zu groß werden zu lassen.

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Denn Sie geben Ihrem Arbeitgeber sonst einen erheblichen Kredit. Geht das Unternehmen insolvent, ist auch Ihr Zeitguthaben verloren. Denn das Insolvenzgeld, das Sie dann von der Bundeagentur fĂŒr Arbeit erhalten, sichert lediglich Lohn- und GehaltsansprĂŒche aus den drei Monaten vor der Insolvenz ab.

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  • Christine Holthoff
Von Miriam Hollstein, Christine Holthoff
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