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Der gro√üe Krypto-Crash ‚Äď und seine Folgen

  • Nele Behrens
Von Nele Behrens

Aktualisiert am 25.05.2022Lesedauer: 6 Min.
Das Bitcoin-Symbol (Symbolbild): Die Kryptow√§hrung ist die bekannteste ihrer Art ‚Äď den aktuellen Crash hat aber vor allem ein sogenannter Stable Coin zu verantworten.
Das Bitcoin-Symbol (Symbolbild): Die Kryptow√§hrung ist die bekannteste ihrer Art ‚Äď den aktuellen Crash hat mit Terra aber vor allem ein sogenannter Stable Coin zu verantworten. (Quelle: peterschreiber.media/Thinkstock by Getty-Images-bilder)
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Nervenaufreibend: Innerhalb weniger Tage verpufften am Kryptomarkt zig Milliarden Dollar. Der Bitcoin verlor mehr als 50 Prozent im Vergleich zu seinem Allzeithoch. t-online erklärt den Hintergrund des großen Crashs am Kryptomarkt.

Das Wichtigste im √úberblick


  • Was ist der Grund f√ľr diese Krypto-Krise?
  • Wie genau riss Terra (Luna) den Kryptomarkt in den Crash hinein?
  • Droht ein weiterer Kurseinbruch?
  • War es das jetzt f√ľr Bitcoin und Co.?

Fast √ľber Nacht sind Milliarden an Dollar verbrannt: Die Krypto-Szene erlebte in den vergangenen Wochen einen Crash, der eine Z√§sur f√ľr die vergleichsweise junge Anlageklasse ist. Der Bitcoin, die gr√∂√üte und bekannteste Kryptow√§hrung der Welt, hat seit seinem Allzeithoch etwa 56 Prozent verloren. Ethereum, die Nummer Zwei am Markt, musste bisher Einbu√üen von 58 Prozent hinnehmen.

Zeitweise rutschte der Bitcoin unter die psychologisch wichtige Marke von 30.000 US-Dollar. Kleinere Währungen haben noch deutlich schlimmere Verluste verzeichnet: Einer der großen Herausforderer Ethereums und ein Hoffnungsträger des vergangenen Jahres, Cardano, hat mehr als 80 Prozent seines Wertes verloren.

"Das ist deutlich gr√∂√üer als Wirecard", sagt etwa Philipp Sandner, der das Blockchain-Center an der Frankfurt School of Finance leitet, √ľber die aktuelle Krise. Krypto-Analyst Timo Emden nennt die aktuellen Ereignisse einen "Crash auf Raten" und zieht den Vergleich zur Dotcom-Blase Anfang der 2000er Jahre.

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W√§hrend in der Vergangenheit der Kryptomarkt meist einmalig rapide eingebrochen ist, kam es in den vergangenen Tagen immer wieder zu Einbr√ľchen, wichtige Widerstandslinien im Kurs rissen ein. "Das zerrt an den Nerven der Anleger", so Emden. "Man wei√ü nie, ob der Boden nun endlich erreicht ist."

Aber woher kommt die Krise am Kryptomarkt? t-online geht der Kettenreaktion rund um den j√ľngsten Verfall von Bitcoin und Co. auf den Grund ‚Äď und der Frage, was der Crash f√ľr die Zukunft der Anlageklasse bedeuten d√ľrfte.

Was ist der Grund f√ľr diese Krypto-Krise?

Der Ursprung der aktuellen Krypto-Krise liegt nicht etwa beim Bitcoin, sondern bei einem deutlich weniger bekannten Coin. Der Absturz begr√ľndet sich in einem Gemisch aus mehreren Faktoren, doch die gr√∂√üte Rolle spielt ein sogenannter Stable Coin.

Die W√§hrung Terra hat mit ihrem Luna-Coin und dem dazugeh√∂rigen Stable-Coin UST die Abw√§rtsspirale der Kryptow√§hrungen ausgel√∂st ‚Äď und √ľber komplexe Verflechtungen den gesamten Markt in den Abgrund gerissen. Weitere Sorgen wie die Zinswende oder die Ungewissheit √ľber die kommenden Regularien in Europa und den USA haben die Geduld der Anleger auf eine weitere Probe gestellt.

Die Ironie ist: Ein Stable Coin verspricht in der Kryptowelt vor allem Sicherheit gegen Kursschwankungen. Die Idee hinter Projekten wie Terra (Luna) ist, dass ihr Wert an den Dollar gekoppelt ist. Während bei Anlagen wie Bitcoin oder Ether der Kurs von Tag zu Tag schwankt, sollen die Stable Coins konstant bleiben.

Experte: "Es gibt keine risikofreie Rendite"

Ein weiterer Aspekt, der Terra (Luna) zu einer der Top-10-Kryptow√§hrungen gemacht hat, ist das gro√üe Renditeversprechen. Die W√§hrung hat ihren Anlegern bis zu 20 Prozent Zinsen angeboten ‚Äď und das in Zeiten, in denen klassische Banken auf Tagesgeldkonten nicht einmal ein Prozent zahlten. Gerade das h√§tte Anleger bei einer W√§hrung, die eben keine gro√üen Kurspr√ľnge machen soll, aufhorchen lassen m√ľssen.

"Dass es keine risikofreie Rendite geben kann, liegt auf der Hand. F√ľr Anleger sollten solche Angebote und Versprechungen daher stets die Alarmglocken klingeln lassen", sagt Alexander Braun, Blockchain-Experte von der Technologieberatung Capco, zu t-online.

Stattdessen gewann bei vielen Anlegern aber die Gier. Viele Investoren hatten Angst, bei dem Boom zu kurz zu kommen. "Die 'Fear of missing out' war Ende vergangenen Jahres und etwas dar√ľber hinaus allgegenw√§rtig", beobachtet Marktanalyst Timo Emden.

Das zeigt auch der Krypto-"Fear and Greed"-Index, der das Verh√§ltnis zwischen Gier und Angst am Kryptomarkt misst. Dieser lag im November 2021 bei 85 Punkten ‚Äď 100 Punkte stehen f√ľr die absolute Gier. Aktuell liegt er bei 10. Der Markt ist also vom Kaufrausch zur gro√üen Furcht umgeschwenkt.

Wie genau riss Terra (Luna) den Kryptomarkt in den Crash hinein?

Am Kryptomarkt gibt es viele W√§hrungen, die erfolgreich sind ‚Äď und noch mehr, die es nicht sind. Dass eine W√§hrung scheitert, ist also nichts Ungew√∂hnliches. Das Verheerende bei Terra (Luna) war allerdings die Gr√∂√üe, die der Coin erreicht hat.

Innerhalb einer Woche verschwanden zwischen 50 bis 60 Milliarden Dollar komplett aus dem Markt. Die Ersparnisse vieler Anleger verwandelten sich so in k√ľrzester Zeit zu einem Totalverlust. Heute ist der Luna-Coin quasi wertlos.

Drei Probleme f√ľhrten letztendlich zum Crash der W√§hrung und des gesamten Marktes:

  • Der Aufbau des Terra (Luna) gab falsche Sicherheit.
  • Eine wom√∂gliche Short-Attacke von institutionellen Anlegern √ľbte Druck auf Terra aus.
  • Eine Vernetzung mit anderen W√§hrungen wie Bitcoin und anderen Marktsegmenten f√ľhrte zu einer Kettenreaktion.

Terra (Luna) suggerierte √ľber eine vermeintliche Dollarbindung Sicherheit ‚Äď dabei war der Kurs, anders als bei anderen Stable Coins, nicht durch Dollarreserven oder Anleihen gedeckt. Die W√§hrung versuchte, sich allein durch einen Algorithmus abzusichern, der die Bindung an den Dollarkurs garantieren sollte.

Zudem kursieren in der Branche Ger√ľchte, dass institutionelle Anleger gro√üe Mengen an den zugeh√∂rigen Coins f√ľr die Terra-Blockchain gekauft haben sollen und diese auf einen Schlag auf den Markt geworfen h√§tten.

Das konnte die Währung nicht auffangen und verkaufte daher große Teile der Bitcoin-Reserven. Die Folge: Der Preis der großen Kryptowährung fiel plötzlich und löste eine Kettenreaktion am Markt aus. Wenn der Bitcoin rasant fällt, nimmt der Abwärtstrend die anderen Währungen quasi in Sippenhaft.

"Viele waren nur in den Markt eingestiegen, weil sie schnelle Gewinne machen wollten. Gerade neue Anleger haben nicht investiert, weil sie sich informiert haben und an das Produkt glauben", erklärt Krypto-Analyst Emden. "Diese Anleger haben beim rasanten Absturz panikartig verkauft".

Kryptoanalyst Timo Emden: Der Experte vergleicht die aktuelle Krise am Kryptomarkt mit dem Platzen der Dotkom-Blase Anfang der 2000er.
Kryptoanalyst Timo Emden: Der Experte vergleicht die aktuelle Krise am Kryptomarkt mit dem Platzen der Dotkom-Blase Anfang der 2000er. (Quelle: Timo Emden)

Droht ein weiterer Kurseinbruch?

Schwer zu sagen. Klar ist aber: Der Optimismus ist zumindest bisher noch nicht an die Kryptom√§rkte zur√ľckgekehrt. Noch fehlen die K√§ufer, die bei niedrigen Kursen im gro√üen Stil einsteigen. "Es √∂ffnen sich neue Risikofaktoren ‚Äď aber es werden die alten nicht gel√∂st", erkl√§rt Krypto-Analyst Timo Emden die Zur√ľckhaltung am Markt.

So belaste weiterhin die Zinswende die Märkte, die Angst vor einem ungeahnten Ausmaß der Regulierungen ist ungelöst, und durch den Krieg in der Ukraine steigt bei vielen Minern auch die Sorge vor höheren Energiepreise. Das Desaster rund um Terra (Luna) habe in diesem Gemisch zusätzlich eine Menge Vertrauen verspielt.

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"Ich sehe sehr, sehr starke Parallelen zur Dotcom-Blase. Da haben viele Anleger in eine einzelne Aktie investiert und geglaubt, dass dieses Unternehmen das nächste große Ding ist", sagt Emden. Auch die Blockchain-Technologie habe sich noch nicht so durchgesetzt wie bisher erwartet. "Es wird dauern, das Vertrauen wieder aufzubauen. Über den Sommer ist die Luft raus", so der Analyst.

Doch es gibt durchaus optimistischere Stimmen in der Branche: "Der relativ pl√∂tzliche Absturz k√∂nnte auch in einen k√ľrzeren B√§renmarkt m√ľnden als in vergangenen Crash-Phasen", sagt etwa Alexander Braun. Er verweist auf die positiven Entwicklungen, die sich trotz der Krise abzeichnen.

So beweisen sich die gro√üen Kryptow√§hrungen wie Bitcoin oder Ether in der Krise als deutlich widerstandsf√§higer als viele andere Coins. Zudem ist das Vertrauen der Investoren stark: In den vergangenen 15 Monaten, w√§hrend der Bl√ľtezeit des Sektors, seien knapp 42 Milliarden Dollar in neue Kryptoprojekte geflossen.

Miner √ľberpr√ľfen ihre Computer (Symbolbild): Steigende Strompreise sowie h√§rtere Regulierungen belasten die Miner, die Transaktionen der Kryptow√§hrungen verschl√ľsseln und so neue Coins generieren.
Miner √ľberpr√ľfen ihre Computer (Symbolbild): Steigende Strompreise sowie h√§rtere Regulierungen belasten die Miner, die Transaktionen der Kryptow√§hrungen verschl√ľsseln und so neue Coins generieren. (Quelle: Matt Hunt/imago-images-bilder)

Auch die Kleinanleger reagierten laut den gro√üen Anbietern deutlich ruhiger, als der Markt vermuten lassen w√ľrde. So berichten sowohl Bitpanda als auch Bison und Coinbase im Gespr√§ch mit t-online, dass sie keine Ausverk√§ufe bei privaten Investoren auf ihren Plattformen erlebt h√§tten ‚Äď und widersprechen damit der Erkl√§rung einiger Analysten.

"F√ľr viele Anleger ist eine solche Phase durchaus gesund", sagt etwa Ulli Spankowski, CEO und Mitgr√ľnder des Kryptoh√§ndlers Bison. "Der Crash erinnert sie daran, dass sie in eine hochvolatile Assetklasse investieren."

War es das jetzt f√ľr Bitcoin und Co.?

Nicht, wenn man den Stimmen aus der Branche vertrauen m√∂chte. Unter den Brokeranbietern und B√∂rsenbetreibern herrscht trotz der Katerstimmung keine Furcht. "Dieser Crash wird die Branche nur resilienter machen", sagt etwa Binance-Gr√ľnder Changpeng Zhao ‚Äď obwohl er beim Terra-Absturz selbst Milliardensummen verloren haben soll.

Dass mit Terra eine der Top-10-Kryptow√§hrungen fast √ľber Nacht ihren gesamten Wert verloren hat, beunruhigt auch Alexander Braun nicht. "Von wenigen Ausnahmen abgesehen, waren die Top-10-Coins des vorherigen Bullenmarktes in den Top 10 des n√§chsten Bullenmarktes nicht mehr vertreten", sagt der Experte. Die aktuelle Entwicklung sei also nichts Au√üergew√∂hnliches.

Einstiegschancen f√ľr Anleger?

Zugegeben: Der Vergleich mit der Dotcom-Blase kann Anleger in Angst versetzen ‚Äď etwa wenn sie sich an die Aktien erinnern, die Anfang des Jahrtausends nie wieder ihren Wert zur√ľckgewonnen haben. Er kann aber auch Mut machen und Chancen aufzeigen.

"In der Dotcom-Blase st√ľrzten auch Gr√∂√üen wie Amazon damals um knapp 90 Prozent ab", erkl√§rt Braun. Heute geh√∂rt das Unternehmen zu den Tech-Giganten, die Aktien sind am Markt besonders begehrt. In den vergangenen f√ľnf Jahren legte der Aktienkurs um mehr als 120 Prozent zu ‚Äď und das, obwohl Anleger die Techaktien seit Jahresbeginn heftig abstrafen.

Wer also tats√§chlich an die Technologie hinter Bitcoin, Ethereum und Co. glaubt, k√∂nnte jetzt wieder gute Einstiegsm√∂glichkeiten am Markt haben. Denn dieser wendet sich nun ein St√ľck weit ab von den kurzfristigen Spekulanten und fordert wieder √ľberzeugte Investoren. Ein Zyklus, den man bereits aus dem letzten gro√üen Crash 2018 wiedererkennt.

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