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Ja, die Redaktion hat fĂŒr diesen Ratgeberartikel alle relevanten Fakten recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Darum behÀlt Ihr Chef jeden Monat einen Teil Ihres Gehalts

  • Christine Holthoff
Von Christine Holthoff

Aktualisiert am 19.01.2022Lesedauer: 4 Min.
SteuererklĂ€rung auf einem Aktenordner (Symbolbild): Wer hohe Ausgaben hat, kann eine Lohnsteuer-ErmĂ€ĂŸigung beantragen.
SteuererklĂ€rung auf einem Aktenordner (Symbolbild): Wer hohe Ausgaben hat, kann eine Lohnsteuer-ErmĂ€ĂŸigung beantragen. (Quelle: Christin Klose/dpa-tmn-bilder)
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Auf dem Konto von Arbeitnehmern kommt weniger Geld an, als im Arbeitsvertrag als Bruttolohn vereinbart wurde. Das liegt unter anderem an der Lohnsteuer. Wir erklĂ€ren, wie sich ihre Höhe bemisst und wie Sie einen Teil zurĂŒckbekommen.

Das Wichtigste im Überblick


  • Was ist die Lohnsteuer?
  • Wie hoch ist die Lohnsteuer?
  • Wie wird die Lohnsteuer vom Gehalt berechnet?
  • Was ist der Lohnsteuerjahresausgleich?
  • Welche Rolle spielt die SteuererklĂ€rung?

Der Staat verlangt so einige Steuern; auch vor Ihrem Lohn macht er nicht halt. Lohnsteuer nennt sich der Abzug denn auch passenderweise. Doch wussten Sie, dass es sich dabei gar nicht um eine richtige Steuer handelt?

Was die Lohnsteuer tatsÀchlich ist, wie hoch sie ausfÀllt und was es mit Begriffen wie Lohnsteuerjahresausgleich zu tun hat, erklÀren wir Ihnen in diesem Ratgeber.

Was ist die Lohnsteuer?

Die Lohnsteuer ist keine Steuer im eigentlichen Sinn, sondern nur eine bestimmte Form der Steuererhebung. Es handelt sich nĂ€mlich um eine in der Regel monatliche Vorauszahlung Ihrer jĂ€hrlichen Einkommensteuer. Anders ausgedrĂŒckt: Arbeitnehmer zahlen die Einkommensteuer, indem die Lohnsteuer von ihrem Arbeitslohn abgezogen wird.

Ihr Arbeitgeber muss dafĂŒr einen bestimmten Teil Ihres monatlichen Bruttoarbeitslohns einbehalten und diesen an das Finanzamt abfĂŒhren. Er haftet auch dafĂŒr, dass er die Lohnsteuer in korrekter Höhe weiterleitet (mehr zur Berechnung siehe unten). Wie viel insgesamt von Ihrem Bruttogehalt abgezogen wurde, können Sie der Lohnsteuerbescheinigung entnehmen, die Sie jedes Jahr von Ihrem Arbeitgeber erhalten.

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Lohnsteuer wird nur auf EinkĂŒnfte aus nichtselbststĂ€ndiger Arbeit erhoben. Dabei ist es egal, in welcher Form Sie Arbeitslohn erhalten – neben BarvergĂŒtungen zĂ€hlen dazu auch SachbezĂŒge wie Verpflegung und Unterkunft und andere geldwerte Vorteile wie privat genutzte Dienstwagen.

SelbststĂ€ndige sind von der Lohnsteuer nicht betroffen, da sie ja keinen Chef haben, der sie abfĂŒhren könnte. Sie mĂŒssen Ihre Einkommensteuer selbst berechnen und an das Finanzamt ĂŒberweisen.

Tipp: Arbeitnehmer können die Lohnsteuer zum Teil mit einer freiwilligen EinkommensteuererklĂ€rung zurĂŒckfordern. Mehr dazu unten.

Wie hoch ist die Lohnsteuer?

Die Höhe der zu entrichtenden Lohnsteuer bemisst sich nach der Steuerklasse. Aus ihr ergibt sich, ob der Einkommensteuer-Grundtarif (Steuerklassen I, II, IV) oder das Splitting-Verfahren (Steuerklasse III, V, VI) angewendet wird.

Je nach Lohnsteuerklasse werden zudem bestimmte Frei- und PauschbetrĂ€ge gewĂ€hrt, die direkt beim Lohnsteuerabzug berĂŒcksichtigt werden und deren Höhe sich von Jahr zu Jahr Ă€ndern kann. Dazu zĂ€hlen zum Beispiel:

  • Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.000 Euro
  • Werbungskostenpauschale fĂŒr Rentner von 102 Euro
  • Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag (Steuerklassen I bis V)
  • Sonderausgaben-Pauschbetrag von 36 Euro (Steuerklassen I bis V)
  • Vorsorgepauschale fĂŒr Renten-, Kranken- und PflegeversicherungsbeitrĂ€ge (Steuerklassen I bis VI)
  • Entlastungsbetrag fĂŒr Alleinerziehende von 4.008 Euro (Steuerklasse II)

Wenn Sie Ihre Lohnsteuer berechnen möchten, mĂŒssen Sie zunĂ€chst Ihre SteuerfreibetrĂ€ge kennen. Diese ziehen Sie von Ihrem jĂ€hrlichen Bruttolohn ab. Das Ergebnis ist das zu versteuernde Einkommen, das Sie mit Ihrem persönlichen Steuersatz multiplizieren. Dieser ist umso höher, je mehr Sie verdient haben. Mehr zur Einkommensteuer lesen Sie hier.

Um die monatliche Steuerlast zu erhalten, mĂŒssen Sie das Ergebnis noch durch die Anzahl der Monate teilen. Am besten nutzen Sie zur Berechnung den Lohnsteuerrechner des Bundesfinanzministeriums.

Zudem gibt es die Lohnsteuertabelle, die von Jahr zu Jahr neu erstellt wird. Dort können Arbeitnehmer die Höhe ihres Lohnsteuerabzugs ablesen. Dabei wird zwischen der Grundtabelle fĂŒr Ledige und der Splittingtabelle fĂŒr Ehegatten und Lebenspartner unterschieden.

  • Beispiel: Bei einem zu versteuernden Jahreseinkommen von 25.100 Euro fallen laut Grundtabelle fĂŒr 2021 3.654 Euro an Einkommensteuer an und damit 304,50 Euro Lohnsteuer im Monat. Bei 40.100 Euro wĂ€ren es 8.368 Euro jĂ€hrliche Einkommensteuer und 697,30 Euro monatliche Lohnsteuer.

Wie wird die Lohnsteuer vom Gehalt berechnet?

Damit Arbeitgeber die Lohnsteuer fĂŒr Sie als Arbeitnehmer in der richtigen Höhe einbehalten können, benötigen sie einige Informationen. Dazu zĂ€hlen zum Beispiel Ihre Lohnsteuerklasse, eventuelle FreibetrĂ€ge und die mögliche Zugehörigkeit zu einer Religionsgemeinschaft, fĂŒr die Kirchensteuer fĂ€llig wird.

Diese sogenannten Lohnsteuerabzugsmerkmale erhĂ€lt der Arbeitgeber seit 2013 elektronisch von der Finanzverwaltung. FrĂŒher bekam er die Informationen ĂŒber die Lohnsteuerkarte, die letztmals 2010 ausgestellt wurde. Damit der Arbeitgeber die elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale abrufen darf, muss der Arbeitnehmer ihm dafĂŒr eine Berechtigung erteilt haben.

Das geschieht zu Beginn einer neuen BeschÀftigung, indem er sein Geburtsdatum und seine Steueridentifikationsnummer angibt und seinem Chef mitteilt, ob es sich um das erste oder um ein weiteres ArbeitsverhÀltnis handelt. Danach kann der Arbeitgeber den Arbeitnehmer bei der Finanzverwaltung anmelden und die Daten abrufen. Lesen Sie hier, wo Sie Ihre Steuer-ID finden.

Was ist der Lohnsteuerjahresausgleich?

Wer nicht in jedem Monat des Jahres das gleiche Einkommen bezieht, von dem hat der Arbeitgeber am Ende des Jahres unter UmstĂ€nden zu viel Lohnsteuer einbehalten. Deshalb sind nach § 42b Einkommensteuergesetz (EStG) Arbeitgeber ab zehn Mitarbeitern dazu verpflichtet, mit der Dezemberabrechnung einen Lohnsteuerjahresausgleich durchzufĂŒhren.

So sollen Monate ausgeglichen werden, in denen beim Arbeitnehmer besonders hohe oder niedrige Steuerabgaben anstanden. Der Ausgleich dient dazu, dass der Arbeitnehmer am Jahresende die korrekte Höhe an Lohnsteuern gezahlt hat und eine EinkommensteuererklÀrung zumindest theoretisch nicht mehr notwendig ist.

Welche Rolle spielt die SteuererklÀrung?

Wer sein Einkommen ausschließlich aus nichtselbststĂ€ndiger Arbeit bezieht, ist nicht dazu verpflichtet, eine EinkommensteuererklĂ€rung beim Finanzamt abzugeben. Anders sieht es aus, wenn Sie Entgeltersatzleistungen wie zum Beispiel Kurzarbeiter- oder Elterngeld erhalten haben, sofern diese 410 Euro im Jahr ĂŒbersteigen. Lesen Sie hier mehr dazu, wann eine SteuererklĂ€rung freiwillig oder Pflicht ist.

Aber auch wenn Sie keine SteuererklĂ€rung abgeben mĂŒssen, kann sich das durchaus lohnen. Denn oft können Sie mit einer Erstattung rechnen, weil Ihr Arbeitgeber im Laufe des Jahres zu viel Lohnsteuer ans Finanzamt ĂŒberwiesen hat. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn

  • Sie Werbungskosten haben, die ĂŒber den Pauschbetrag von 1.000 Euro hinausgehen,
  • Sie aufgrund einer Krankheit hohe eigene Kosten haben oder andere außergewöhnliche Belastungen,
  • Sie Sonderausgaben wie Spenden oder Kinderbetreuungskosten geltend machen können,
  • Sie Ausgaben fĂŒr haushaltsnahe Dienstleistungen haben,
  • Sie Handwerkerleistungen bezahlt haben,
  • Sie eine Haushaltshilfe angestellt haben,
  • Sie geheiratet haben und das Ehegattensplitting nutzen wollen,
  • Sie einen Verlust gemacht haben,
  • Sie auf KapitalertrĂ€ge 25 Prozent Abgeltungssteuer gezahlt haben, Ihr Grenzsteuersatz aber darunter liegt, weil Sie zum Beispiel Niedrigverdiener, Rentner oder Student sind.

Tipp: Haben Sie die oben aufgefĂŒhrten hohen Kosten, sollten Sie ĂŒber einen Antrag auf Lohnsteuer-ErmĂ€ĂŸigung nachdenken. Denn mit einem Freibetrag können Sie sich direkt ein höheres monatliches Nettogehalt sichern und mĂŒssen nicht bis zum nĂ€chsten Steuerbescheid warten. Lesen Sie hier, wie das funktioniert.

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