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EZB-Direktorin Schnabel stellt Zinswende im Juli in Aussicht

Von t-online, fls

Aktualisiert am 04.05.2022Lesedauer: 2 Min.
EZB-Direktorin Isabel Schnabel: Im Juli könnten die Zinsen steigen.
EZB-Direktorin Isabel Schnabel: Im Juli könnten die Zinsen steigen. (Quelle: Michael Kappeler/dpa-bilder)
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Die Zeichen verdichten sich: Im Juli dürfte die Europäische Zentralbank nach langem Zögern den Leitzins anheben. Das jedenfalls deutet nun EZB-Direktorin Isabel Schnabel an.

Angesichts der höchsten Inflationsrate seit mehr als 40 Jahren könnte es mit der Zinswende in Europa schneller kommen als bisher gedacht. Bereits im Juli und nicht erst wie zuletzt erwartet im Herbst dürfte die Europäische Zentralbank den Leitzins erhöhen. Damit rechnet zumindest die deutsche EZB-Direktorin Isabel Schnabel.

In einem Interview mit dem "Handelsblatt" sagte sie: "Wir müssen verhindern, dass sich die hohe Inflation in den Erwartungen festsetzt. Jetzt reicht es nicht mehr zu reden, wir müssen handeln." Und weiter: "Aus heutiger Sicht halte ich eine Zinserhöhung im Juli für möglich."

Damit macht jetzt erstmals auch Schnabel deutlich, dass die EZB ihren Kurs der ultralockeren Geldpolitik anpassen will. Zuletzt hatten zahlreiche Experten die Zentralbank unter ihrer Chefin Christine Lagarde dafür kritisiert, dass sie dem Beispiel der US-Notenbank Fed nicht schon jetzt folgt und die Zinswende einleitet.

Inflation so hoch wie zuletzt vor 40 Jahren

Grund dafür sind die steigenden Preise. Im April lag die Inflationsrate in Deutschland bei 7,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Im Euroraum stieg die Inflation auf 7,5 Prozent. So stark stiegen die Preise zuletzt vor mehr als 40 Jahren.

Die Zentralbank kann durch eine Anhebung des Zinses und eine Senkung der Ankäufe von Staatsanleihen die Inflation reduzieren. Vor allem jedoch kann die EZB durch entsprechende Ankündigungen dafür sorgen, dass die Menschen darauf vertrauen, dass sie ihr Mandat der Preisstabilität ernst nimmt und mittelfristig eine Inflationsrate von zwei Prozent pro Jahr garantiert.

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Wichtig ist das vor allem mit Blick auf die sogenannte Preis-Lohn-Spirale. Gemeint ist damit, dass Arbeitnehmer allein in der Erwartung weiter steigender Preise höhere Gehälter durchsetzen – die die Arbeitgeber über abermals höhere Preise für ihre Produkte und Dienstleistungen finanzieren.

Letzte Zinsanhebung ist zehn Jahre her

Schnabel sagte dem "Handelsblatt" dazu: "Es steht außer Zweifel, dass höhere Lohnforderungen kommen werden, wenn die Inflation längere Zeit so hoch bleibt." Umso wichtiger sei es nun, dass die EZB handle. "Wir dürfen also nicht erst reagieren, wenn eine Lohn-Preis-Spirale bereits in Gang gekommen ist."

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Zuletzt hatte die EZB im Jahr 2011 die Zinsen im Euro-Raum angehoben, diesen Schritt aber kurze Zeit später wieder korrigiert. In anderen Ländern wie den USA oder Großbritannien haben die Notenbanken die Zinsen in diesem Jahr bereits erhöht. In den USA wird erwartet, dass die Fed am Mittwochabend einen weiteren Zinsschritt verkündet.

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