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Putin sorgt fĂĽr Stillstand bei deutschen Autobauern

Von Frederike Holewik

13.03.2022Lesedauer: 4 Min.
Volkswagen-Produktion in Zwickau (Symbolbild): Deutsche Autobauer sind auf Zulieferer in der Ukraine angewiesen.
Volkswagen-Produktion in Zwickau (Symbolbild): Deutsche Autobauer sind auf Zulieferer in der Ukraine angewiesen. (Quelle: Eibner/imago-images-bilder)
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Bei deutschen Autobauern stehen die Bänder still. Grund dafür ist der russische Angriffskrieg auf die Ukraine, der auch die Lieferung zentraler Autoteile unterbrochen hat.

Fehlende Teile, ausfallende Arbeit, steigende Energiepreise: Deutsche Autobauer spüren den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine bereits deutlich. Das liegt vor allem daran, dass in der Ukraine wichtige Zulieferer sitzen. Diese fertigen vor allem Kabelbäume – und ohne diesen Bestandteil geht es nicht. "Weil neben Tunesien bislang vor allem die Ukraine die Versorgung europäischer Hersteller gesichert hat, sind unmittelbare Engpässe aufgetreten", sagt der Verband der Automobilindustrie (VdA).

Zudem haben viele Autobauer in den Tagen nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine ihr Russland-Geschäft eingestellt – darunter auch Volkswagen und das Tochter-Unternehmen Porsche. Im vergangenen Jahr fertigten deutsche Hersteller 170.000 Pkw in Russland, vornehmlich für den dortigen Markt und exportierten noch einmal 36.000 Autos nach Russland. Lesen Sie hier, welche Firmen ebenfalls nicht mehr nach Russland liefern.

Internationale Zulieferer sitzen in der Ukraine

In der Ukraine sitzen eine Reihe wichtiger Zulieferer für die Automobilindustrie, die vor allem Kabelbäume, also die individuellen Stromreise im Auto, fertigen. In den vergangenen Jahren haben sich Firmen wie das Nürnberger Unternehmen Leoni, Kromberg & Schubert aus Renningen, Fujikura aus Japan oder Nexans aus Frankreich zu diesem Zweck dort angesiedelt.

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Die Bedingungen schienen ideal: Die Arbeitskosten waren niedrig, die Ausbildung der Bevölkerung hoch, die Lieferwege nach Europa kurz. Durch den Krieg haben nun viele Firmen ihre Produktion vor Ort einstellen müssen. Und wo gearbeitet werden kann, stehen die Zulieferer vor dem nächsten Problem, denn der Transport ins Ausland gestaltet sich derzeit umso schwieriger.

Bei VW stehen die Bänder still

Trotz Coronakrise lief es für Volkswagen im vergangenen Jahr gut. Der Wolfsburger Konzern fuhr deutlich höhere Gewinne ein. Doch der Krieg in der Ukraine mit seinen schwer kalkulierbaren Folgen für die Energie- und Rohstoffpreise sowie die Sicherheit wichtiger Lieferketten könnte nun deutlich heftigere Auswirkungen haben, warnte VW-Chef Herbert Diess.

Dass sich die Kabelbaum-Knappheit schneller auswirkt als die Chipknappheit in der Coronakrise, liegt zum einen daran, dass das Elektrosystem als eines der ersten Teile verbaut werden muss und zudem hoch individualisiert je nach Konfiguration eines Autos aufgebaut ist. Bei fehlenden Chips konnte das Auto fertiggebaut und diese nachträglich eingesetzt werden, das geht nun nicht. Und auf Lager haben die meisten Autohersteller Kabelbäume so gut wie gar nicht, da diese viel Platz einnehmen.

In den vergangenen Wochen mussten bereits erste Konsequenzen gezogen werden, da Kabelbäume aus der Ukraine fehlten. Bei der VW-Tochter Porsche in Leipzig wurde der Autobau unterbrochen, für die 2.500 Angestellten Kurzarbeit beantragt. Auch im VW-Stammwerk in Wolfsburg gab es Schichtausfälle und Kurzarbeit.

"Wir bekommen aktuell noch einiges an Versorgung, aber es ist natürlich schwierig", meinte Antlitz zur Lage in der Ukraine. "Es wird in den nächsten Tagen sukzessive zu weiteren Einschränkungen kommen."

Betriebsrat fordert diverse Lieferanten

VW-Betriebsratschefin Daniela Cavallo forderte mit Blick auf die Engpässe, künftig auf mehr Zulieferer zu setzen. "Geopolitische Krisen, Naturkatastrophen, lange Streiks, Pleiten, Hackerangriffe – es gibt viele Szenarien, in denen eine Einquellen-Zulieferer-Strategie gefährlich werden kann", sagte sie der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung".

Alles selbst herzustellen werde wirtschaftlich nicht funktionieren, so Cavallo. "Trotzdem sind wir der Meinung, dass wir uns bei essenziellen Bauteilen nicht von einzelnen externen Lieferanten zu stark abhängig machen dürfen. Batteriezellen und Digitalisierung sind so ein Fall."

Ausfälle bei BMW, Audi und MAN

Auch im BMW-Stammwerk in München und im größten europäischen BMW-Werk Dingolfing standen die Bänder still, weil Kabelbäume aus der Ukraine fehlen, es wurde Kurzarbeit beantragt. Ein ähnliches Bild bei Audi in Ingolstadt: Produktionsstopp zunächst bis zum 18. März. Insgesamt seien mehr als 10.000 Mitarbeiter davon betroffen, teilte das Unternehmen mit.

Im Stammwerk des Lastwagenbauers MAN in München lief die Produktion noch stark eingeschränkt weiter, ab 14. März wird sie jedoch komplett eingestellt – auch hier wegen fehlender Kabelbäume aus der Ukraine. Betroffen sind rund 3.500 Beschäftigte. Auch im Motorenwerk Nürnberg kommt es zu Einschränkungen.

Sorgen vor Energiepreisen und möglichem Embargo

Die Konzerne suchen derweil nach Alternativen. Einige der Zulieferer haben auch Produktionsstätten in Nordafrika und Mexiko. Doch die Lieferketten umzustellen könnte teuer werden und noch ist unklar, wer diese Kosten trägt – der Zulieferer oder die Autobauer. Die Engpässe zu beseitigen wird wohl eine Weile dauern. "Angesichts der Kurzfristigkeit der Aufgabe ist das eine echte Herausforderung", kommentiert der VdA die Lage.

Und dabei sind die Kabelbäume nicht das einzige Problem der Autoindustrie. Drastische Folgen drohen auch durch eingeschränkte Energielieferungen aus Russland. "Hier sind massive Einschränkungen und Preiserhöhungen zu befürchten. Obwohl alternative Bezugsquellen mit Hochdruck geprüft werden, ist zumindest kurzfristig keine Rückkehr zur Normalität zu erwarten", so der Branchenverband weiter.

Das dürften auch Kunden zu spüren bekommen. So kommt es bereits jetzt zu längeren Lieferzeiten für Neuwagen und auch die Preise könnten durch die zunehmenden Energie- und Rohstoffkosten steigen.

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