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Spahn fordert mehr Wettbewerb zwischen den Krankenkassen

"Faire-Kassenwahl-Gesetz" geplant  

Spahn fordert mehr Wettbewerb zwischen den Krankenkassen

25.03.2019, 16:59 Uhr | AFP

Spahn fordert mehr Wettbewerb zwischen den Krankenkassen. Jens Spahn: Der Bundesgesundheitsminister plant mehr Wahlfreiheit für die gesetzlich Versicherten. (Quelle: imago images/Reichwein)

Jens Spahn: Der Bundesgesundheitsminister plant mehr Wahlfreiheit für die gesetzlich Versicherten. (Quelle: Reichwein/imago images)

Mit einem neuen Gesetz will Jens Spahn (CDU) die Wahlmöglichkeiten der Mitglieder bei gesetzlichen Krankenkassen reformieren. Was können die Versicherten in Zukunft erwarten?

Mit einem "Faire-Kassenwahl-Gesetz" plant Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die meisten regionalen Kassen bundesweit zu öffnen. Spahn will den gesetzlich Krankenversicherten damit größere Wahlmöglichkeiten bieten. Nur Betriebskrankenkassen mit enger Bindung an ein Unternehmen sollen verschont bleiben. 

Vollständige Wahlfreiheit aller Mitglieder

Die Verpflichtung, bundesweit Versicherte aufzunehmen, würde unter anderem für die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) gelten, bei denen fast ein Drittel der Bevölkerung versichert ist. Sie sind bislang als elf jeweils regional tätige Kassen organisiert.

Ziel des Reformvorhabens ist laut Ministerium "die vollständige Wahlfreiheit für alle Mitglieder" der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV). "Es ist nur schwer zu vermitteln, warum einem gesetzlich Versicherten attraktive Zusatzleistungen, bestimmte Wahltarife oder günstigere Beiträge verwehrt werden, weil er scheinbar am falschen Ort wohnt", schrieb Spahn in einem Gastbeitrag für das "Handelsblatt".

Vorsorgepauschale soll Kassen unterstützen

Seine Pläne sehen außerdem vor, den sogenannten Risikostrukturausgleich (RSA) umzugestalten. Dabei handelt es sich um einen Finanzausgleich unter den Kassen. Er soll dafür sorgen, dass diese keine Nachteile haben, wenn sie etwa viele Ältere mit diversen Gebrechen und damit einhergehenden hohen Behandlungskosten versichern.

Bislang werden in den RSA nur 50 bis 80 Krankheiten einbezogen. Künftig soll das sogenannte Vollmodell gelten, dass das gesamte Krankheitsspektrum berücksichtigt. Außerdem soll der RSA um eine Regionalkomponente ergänzt werden. Diese soll zum Beispiel abbilden, dass in einer Region besonders viele Pflegebedürftige leben.

Mit der Einführung von Vorsorgepauschale im RSA will Spahn die Kassen dazu anhalten, ihre Versicherten zur Inanspruchnahme von Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen zu animieren. Außerdem plant er die Einführung eines "Risikopools", der die Kassen bei der Finanzierung besonders hoher Ausgaben für einzelne Patienten unterstützen soll.

Spitzenverband soll Frauenquote bekommen

Neue Regeln sieht das Gesetzesvorhaben auch für die Haftung der Kassen vor. Bisher müssen vor allem die Konkurrenten der gleichen Kassenart, etwa Ersatzkassen, gerade stehen, wenn eine von ihnen pleite geht oder dicht gemacht wird. Künftig soll der GKV-Spitzenverband die entstehenden Kosten übernehmen und sich das Geld bei allen Krankenkassen gleichermaßen wieder holen.

Daneben sollen neue Vorgaben für Werbung eingeführt werden – verstößt eine Kasse dagegen, sollen andere sie leichter als bisher verklagen können. Außerdem soll der GKV-Spitzenverband umorganisiert werden und eine Frauenquote bekommen.


Die Barmer begrüßte Spahns Vorlage. Diese setze "die richtigen Impulse für einen fairen Wettbewerb der Krankenkassen um die beste Versorgung der Versicherten".

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur AFP

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