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Weltkrebstag 2021: Ist Krebs noch immer so gefährlich?

Aktuelle Daten  

Ist Krebs noch immer so gefährlich?

04.02.2021, 10:49 Uhr | dpa, AFP

Weltkrebstag 2021: Ist Krebs noch immer so gefährlich?. Krebserkrankungen: Die häufigste tödliche Krebserkrankung in der EU ist Lungenkrebs. (Quelle: Getty Images/utah778)

Krebserkrankungen: Die häufigste tödliche Krebserkrankung in der EU ist Lungenkrebs. (Quelle: utah778/Getty Images)

Die Ursachen einzelner Krebserkrankungen stellen Forscher auch heute noch vor Rätsel. Doch wie häufig verläuft die Krankheit tödlich? Aktuelle Daten zeigen den Stand – und die gravierenden Unterschiede in der EU.

Jährlich sterben in der Europäischen Union (EU) über eine Millionen Menschen an Krebs. Karzinome sind damit bei jedem vierten Todesfall die Ursache. In Deutschland sind im Jahr 2019 rund 231.000 Menschen an den Folgen einer Krebserkrankung gestorben – 125.000 Männer und 106.000 Frauen.

Nicht nur ältere Menschen betroffen

Wie das Statistische Bundesamt anlässlich des Weltkrebstages am 4. Februar mitteilt, habe sich der Anteil innerhalb der vergangenen 20 Jahre kaum verändert, auch wenn die Zahl der Krebstoten seit 1999 um rund zehn Prozent gestiegen ist. Ein Fünftel aller an Krebs Verstorbenen war jünger als 65 Jahre.

Betroffen sind Menschen aller Altersgruppen: Bei Kindern im Alter von ein bis 14 Jahren waren Krebserkrankungen 2019 für knapp ein Viertel aller Todesfälle (23 Prozent) verantwortlich. Bei den 45- bis 65-Jährigen war eine Krebserkrankung hingegen die häufigste Todesursache: Mehr als ein Drittel (39 Prozent) aller Todesfälle in dieser Altersgruppe waren darauf zurückzuführen.

Todesfälle durch Lungen- und Bronchialkrebs am häufigsten

Mit 44.800 Toten war Lungen- und Bronchialkrebs 2019 unten den Todesfällen durch Krebs am häufigsten. Das war fast ein Fünftel aller Fälle, gefolgt von Bauchspeicheldrüsenkrebs mit 19.200 Todesfällen. An dritter und vierter Stelle folgten Brustkrebs mit 18.700 Betroffenen sowie Erkrankungen des Dickdarms mit insgesamt 15.800 Fällen. 

Insgesamt fanden sich unter den 20 häufigsten Todesursachen in Deutschland sechs verschiedene Krebserkrankungen. Dabei gab es teilweise deutliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen: War der Lungen- und Bronchialkrebs bei Männern die Krebserkrankung, die am häufigsten zum Tode führte (27.900 Fälle), so dominierte bei Frauen der Brustkrebs (18.500 Fälle).

Gravierende Unterschiede zwischen EU-Ländern

Die EU-Kommission stellte am Mittwoch, den 3. Februar, ihren Aktionsplan gegen Krebs vor – mit mehr öffentlichen Geldern für Forschung und Präventionskampagnen. Brüssel ist es zudem wichtig, langfristig die enormen Unterschiede zwischen den 27 EU-Ländern zu überbrücken. Ein Überblick über Krebserkrankungen in der EU:

Ost-West-Gefälle

In den neuen EU-Ländern im Osten der Gemeinschaft sterben bedeutend mehr Menschen an Krebs. Nach jüngsten Angaben der Statistikbehörde Eurostat aus 2017 ist Ungarn trauriger Spitzenreiter mit über 340 Krebstoten pro 100.000 Einwohnern. Es folgen Kroatien und die Slowakei. Die sieben EU-Länder mit den meisten Krebstoten relativ zur Bevölkerung liegen alle im Osten der Union.

Gut schneiden vor allem Länder in Südeuropa ab. Zypern verzeichnete demnach nur 212 Krebstote pro 100.000 Einwohner, Malta 225 und Spanien 228. Auch im Norden sterben weniger Menschen an Krebs: In Finnland lag die Todesrate bei 219, in Schweden bei 232. Deutschland liegt mit 248 Krebstoten pro 100.000 Einwohnern immerhin unter dem EU-Durchschnitt.

Mehr männliche Krebstote

In allen EU-Ländern sterben bedeutend mehr Männer als Frauen an Krebs. Am größten ist der Unterschied in Schweden, wo die Todesrate bei Männern 74 Prozent über der von Frauen liegt. Am ähnlichsten sind sich die Geschlechterstatistiken in den baltischen Ländern. Aber auch dort liegen die Todesraten bei Männern 45 Prozent über denen von Frauen.

Ursachen und der Einfluss des Lebensstils

Während die genauen Ursachen einer einzelnen Krebserkrankung kaum auszumachen sind, verweisen Experten für langfristige Strategien zur Bekämpfung der Krankheit häufig auf Punkte wie Tabakkonsum, Ernährung und körperliche Betätigung. 

Tatsächlich finden sich die drei EU-Länder mit den meisten Krebstoten (Ungarn, Kroatien, Slowakei) auch in der Top-10-Liste der Länder mit den meisten Rauchern. Zudem haben Länder mit mediterraner kulinarischer Tradition wie Spanien, Italien und Malta deutlich weniger Krebstote zu beklagen.

Noch immer zu wenig Vorsorgeuntersuchungen

Auch bei den Vorsorgeuntersuchungen gibt es gravierende Unterschiede zwischen den EU-Ländern. Etwa wurden in Finnland und Dänemark laut Eurostat-Daten von 2018 über 80 Prozent der Frauen im Alter zwischen 50 und 69 in den vorherigen zwei Jahren auf Brustkrebs untersucht. In der Slowakei durchlief im gleichen Zeitraum weniger als jede dritte Frau dieser Altersgruppe eine Mammographie, in Bulgarien sogar nur jede fünfte.

Ähnlich sieht es bei Darmkrebs aus. In Bulgarien, dem EU-Land mit den relativ zur Bevölkerung meisten Darmkrebserkrankungen, wurde nur jeder zehnte der 50- bis 74-Jährigen darauf voruntersucht. In Deutschland hingegen lag diese Quote bei über 80 Prozent. Die Daten von Eurostat stammen zwar aus dem Jahr 2014, nach Angaben der EU-Kommission bestehen aber weiterhin gravierende Unterschiede.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagenturen AFP, dpa

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