Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Lesen Sie Merkels Rede hier in voller LĂ€nge

Von t-online
Aktualisiert am 03.10.2021Lesedauer: 10 Min.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) spricht beim Festakt zum Tag der Deutschen Einheit in der HĂ€ndel-Halle.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) spricht beim Festakt zum Tag der Deutschen Einheit in der HĂ€ndel-Halle. (Quelle: Jan Woitas/dpa-bilder)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat anlĂ€sslich des Tags der deutschen Einheit eine Rede gehalten. Überraschend emotional geht sie dabei auf ihre eigene ostdeutsche Vergangenheit ein.

Die Rede von Kanzlerin Merkel am 3. Oktober:


Angela Merkel: Meilensteine einer Kanzlerschaft

Die berĂŒhmte Raute der deutschen Kanzlerin: Nach 16 Jahren ist die Amtszeit von Angela Merkel im Dezember 2021 zu Ende gegangen. Das sind die Meilensteine in Bildern.
22. November 2005: Angekommen auf der Regierungsbank: Die CDU-Chefin wird im Parlament zur ersten deutschen Bundeskanzlerin gewĂ€hlt und leitet eine Koalition von Union und SPD. Einem solchen BĂŒndnis steht Merkel in insgesamt drei Legislaturperioden vor, zwischen 2009 und 2013 fĂŒhrt sie eine Regierung von Union und FDP.
+30

Sehr geehrter Herr BundesprÀsident,
sehr geehrte Herren PrĂ€sidenten des Bundestages, des Bundesrates und des Bundesverfassungsgerichtes, sehr geehrte Damen und Herren MinisterprĂ€sidenten, liebe Kolleginnen und Kollegen aus dem Bundeskabinett und den Parlamenten, Exzellenzen, sehr geehrter Herr OberbĂŒrgermeister, sehr geehrte Damen und Herren hier im Saal und zu Hause an den Bildschirmen,

unser Nationalfeiertag, dieser Tag der Deutschen Einheit, geht nicht auf ein Ereignis weit vor unserer Zeit tief in unserer Geschichte zurĂŒck. Vielmehr erinnert er an etwas, das die meisten von uns bewusst miterlebt haben und das heute vor 31 Jahren unser Leben verĂ€ndert hat. Der 3. Oktober 1990 steht fĂŒr die Wiedervereinigung unseres Landes in Frieden und Freiheit. Diese Freiheit brach nicht einfach ĂŒber uns herein, diese Freiheit wurde errungen. Das Land, das wir heute als wiedervereinigtes feiern, konnte werden, weil es Menschen in der DDR gab, die fĂŒr ihre Rechte, fĂŒr ihre Freiheit, fĂŒr eine andere Gesellschaft alles riskiert haben.

ANZEIGEN
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Meistgelesen
Selenskyj: Können nicht gesamtes Staatsgebiet mit Gewalt zurĂŒckholen
Der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj (Archiv): Bei einem solchen Vorgehen wĂŒrden Hunderttausende Menschen getötet.


Wir stehen in der Schuld derer, die so viel gewagt haben, die mutig, hoffungsvoll auf die Straße gegangen sind. Wir dĂŒrfen nie vergessen, dass es auch anders hĂ€tte ausgehen können. Wer damals aufstand, wer fĂŒr die demokratischen Rechte sprach und demonstrierte, konnte nicht sicher sein, dass es sich lohnen wĂŒrde, dass die Revolution gelingen wĂŒrde, dass es nicht bitter bestraft wĂŒrde. Das ist wahrhaftiger Mut.

Auch dĂŒrfen wir nie vergessen, dass die Einheit Deutschlands ohne das Engagement unserer Nachbarn in Mittel- und Osteuropa undenkbar wĂ€re. Ob in Polen, in Ungarn, in der Tschechoslowakei – ĂŒberall gab es Menschen, die mit ihrem Einsatz fĂŒr Freiheit und demokratische Mitbestimmung die Teilung Europas ĂŒberwanden. Dieser gemeinsame Einsatz fĂŒhrte auch dazu, dass auch die damalige Sowjetunion die Überwindung des Kalten Krieges geschehen ließ.

Unvergessen bleibt die UnterstĂŒtzung unserer Partner im Westen – allen voran der Vereinigten Staaten von Amerika, Frankreichs und Großbritanniens. Sie brachten einem wiedervereinigten Deutschland ein keineswegs selbstverstĂ€ndliches Vertrauen entgegen. Dieses Vertrauen war ĂŒber Jahrzehnte aufgebaut worden – zuvorderst von StaatsmĂ€nnern wie Konrad Adenauer, Willy Brandt, Helmut Kohl; und in dieser Stadt will ich auch Hans-Dietrich Genscher nennen.

Die FrĂŒchte all dieser Anstrengungen, die Chancen, die mit unserer demokratischen Freiheit in unserem wiedervereinigten Land einhergehen, dĂŒrfen wir heute genießen.

FĂŒr mich persönlich, die ich die Erfahrung der Mauer, der SED-Diktatur, der Angst vor dem Bespitzelungsapparat der Staatssicherheit, der Unfreiheit und Enge noch kenne, sind das Ende der Teilung und die Demokratie immer noch und immer wieder etwas Besonders – und zwar weil ich weiß, dass sie errungen wurden und nicht zuletzt weil man die Demokratie auch leben, ausfĂŒllen, schĂŒtzen muss. Sie braucht uns so, wie wir sie brauchen. Demokratie ist nicht einfach da, sondern wir mĂŒssen immer wieder fĂŒr sie miteinander arbeiten, jeden Tag.

Manchmal jedoch, so fĂŒrchte ich, gehen wir mit den demokratischen Errungenschaften etwas zu leichtfertig um, als mĂŒssten wir nichts fĂŒr sie tun, als ob sie sich von Generation zu Generation ganz selbstverstĂ€ndlich weitergeben ließen.

Wir erleben aber in dieser Zeit zusehends Angriffe auf so hohe GĂŒter wie die Pressefreiheit. Wir erleben eine Öffentlichkeit, in der demagogisch mit LĂŒgen und Desinformation Ressentiments und Hass geschĂŒrt werden, ohne Hemmung und ohne Scham. Da werden nicht nur einzelne Personen oder Gruppen diffamiert, da werden nicht nur Menschen angegriffen wegen ihrer Herkunft, ihres Aussehens oder ihres Glaubens – da wird die Demokratie angegriffen. Nicht weniger als unser gesellschaftlicher Zusammenhalt steht deshalb auf dem PrĂŒfstand.

ErschĂŒtternd sind auch die vermehrten Anfeindungen von Menschen, die sich fĂŒr das Gemeinwohl einsetzen – ob Feuerwehrleute, RettungssanitĂ€ter oder Kommunalpolitiker. Die verbale Verrohung und Radikalisierung, die da zu erleben sind, dĂŒrfen nicht nur von denen beantwortet werden, die ihr zum Opfer fallen, sondern mĂŒssen von allen zurĂŒckgewiesen werden. Denn allzu schnell mĂŒnden verbale Attacken in Gewalt – so wie es die Ermordung des Kasseler RegierungsprĂ€sidenten Walter LĂŒbcke, der Anschlag auf die Synagoge hier in Halle, das Attentat von Hanau oder die Ermordung eines 20-jĂ€hrigen Tankstellenmitarbeiters in Idar-Oberstein zeigten. Soweit darf es gar nicht erst kommen.

Deshalb mĂŒssen wir uns an einem Tag wie heute auch ehrlich fragen, wie wir miteinander umgehen, wie viel wechselseitigen Respekt wir vermitteln und wie wir die Demokratie vor denen schĂŒtzen, die sie missachten, die sie verachten. Vorurteilen und Unwissenheit können wir entgegenwirken – durch die Bereitschaft, offen fĂŒr andere und ihre Ansichten und Erfahrungen zu sein. Das ist das Besondere einer Demokratie: dass sie individuelle Überzeugungen und LebensentwĂŒrfe zulĂ€sst und schĂŒtzt. Wir dĂŒrfen verschieden sein, wir dĂŒrfen unsere Vorstellungen vom GlĂŒck so entwickeln, wie es uns guttut, solange das auf dem Boden unserer grundgesetzlichen Ordnung geschieht. Vielfalt und Unterschiede sind keine Gefahr fĂŒr die Demokratie; ganz im Gegenteil. Vielfalt und Unterschiede sind Ausdruck gelebter Freiheit. Erst recht gilt das fĂŒr unser wiedervereinigtes Land mit all den bis 1990 durch die Teilung erzwungenen so unterschiedlichen Lebenswegen der Menschen in Ost und West.

Doch ganz ehrlich, ganz so einfach ist es hĂ€ufig nicht. MĂŒssen nicht Menschen meiner Generation und Herkunft aus der DDR die Zugehörigkeit zu unserem wiedervereinigten Land auch nach drei Jahrzehnten Deutscher Einheit gleichsam immer wieder neu beweisen, so als sei die Vorgeschichte, also das Leben in der DDR, irgendwie eine Art Zumutung?

Ich möchte Ihnen dazu ein Beispiel aus meinem Leben erzĂ€hlen. In einem Ende letzten Jahres von der Konrad-Adenauer-Stiftung herausgegeben Buch mit vielen BeitrĂ€gen und Positionen zur Geschichte der CDU heißt es in einem der dort veröffentlichten AufsĂ€tze ĂŒber mich: "Sie, die als FĂŒnfunddreißigjĂ€hrige mit dem Ballast ihrer DDR-Biographie in den Wendetagen zur CDU kam, konnte natĂŒrlich kein ‚von der Pike auf’ sozialisiertes CDU-GewĂ€chs altbundesrepublikanischer PrĂ€gung sein."

Die DDR-Biografie, also eine persönliche Lebensgeschichte von in meinem Fall 35 Jahren in einem Staat der Diktatur und Repression – "Ballast"? Dem Duden nach also eine "schwere Last, die" – in der Regel – "als Fracht von geringem Wert zum Gewichtsausgleich mitgefĂŒhrt wird" oder als 'unnĂŒtze Last, ĂŒberflĂŒssige BĂŒrde' abgeworfen werden kann? – Das war der Duden.

Loading...
Loading...
Loading...

Ich erzĂ€hle das hier nicht, um mich zu beklagen. Denn ich bin nun wirklich die Letzte, die Grund hĂ€tte, sich zu beklagen – so viel GlĂŒck, wie mir persönlich in meinem Leben beschieden ist. Ich erzĂ€hle es auch nicht als Bundeskanzlerin. Ich möchte es vielmehr als BĂŒrgerin aus dem Osten erzĂ€hlen, als eine von gut 16 Millionen Menschen, die in der DDR ein Leben gelebt haben, die mit dieser Lebensgeschichte in die Deutsche Einheit gegangen waren und solche Bewertungen immer wieder erleben – und zwar als zĂ€hle dieses Leben vor der Deutschen Einheit nicht wirklich. Ballast eben, bestenfalls zum Gewichtsausgleich tauglich, im Grunde aber als unnĂŒtze Last abzuwerfen. Ganz gleich, welche guten und schlechten Erfahrungen man mitbrachte: Ballast.

Bis heute – davon bin ich ĂŒberzeugt – wird zu wenig gesehen, dass die Wiedervereinigung fĂŒr die allermeisten Menschen in Westdeutschland im Wesentlichen bedeutete, dass es weiterging wie zuvor, wĂ€hrend sich fĂŒr uns Ostdeutsche fast alles verĂ€nderte: Politik, Arbeitswelt, Gesellschaft. Wer in seinem Leben vorankommen wollte, musste sich natĂŒrlich mit verĂ€ndern.

Jede und jeder kann nach 31 Jahren Deutscher Einheit eine eigene persönliche Bilanz ziehen. Mit dem Ende der DDR und mit der endlich gewonnenen Freiheit, sein Denken und Leben selbst bestimmen zu können, gingen so viele neue Chancen einher. Das war und ist die eine, die wunderbare Seite.

Zugleich aber fanden sich nicht wenige, die ihren Weg in der völlig neuen Lebensumwelt zu gehen versuchten, in einer Sackgasse wieder. So manche berufliche FĂ€higkeit, die frĂŒher gefragt war, zĂ€hlte plötzlich wenig oder gar nicht mehr. Das war die andere Seite. Auch solche deprimierenden Erfahrungen sind Teil unserer Geschichte. Wir dĂŒrfen sie nicht ignorieren oder vergessen, schon allein aus Respekt vor persönlichen Biografien, aber auch deshalb nicht, weil die Gestaltung der Einheit unseres Landes kein abgeschlossener Prozess ist und weil wir darauf achten mĂŒssen, dass nicht plötzlich bei manchen, ganz gleich, ob bewusst oder unbewusst, ihre Herkunft gegen sie veranschlagt wird.

Auch hierzu möchte ich Ihnen ein Beispiel aus meinem Leben erzĂ€hlen. Auch dieses Beispiel erzĂ€hle ich nur, weil ich es bezeichnend und damit am Tag der Deutschen Einheit bedenkenswert finde. In einem Ende letzten Jahres in der „Welt am Sonntag“ erschienenen Artikel schrieb ein – im Übrigen von mir sehr geachteter und geschĂ€tzter Journalist und Autor – Bezug nehmend auf eine Antwort von mir in einer Pressekonferenz am 15. September 2015, unter anderem: "Und sie tat etwas, was keiner ihrer AmtsvorgĂ€nger je getan hatte: Sie distanzierte sich einen Atemzug lang von der Republik, deren zweite Dienerin sie doch war. Sie sagte: Wenn man sich dafĂŒr entschuldigen mĂŒsse, in der FlĂŒchtlingskrise ein freundliches Gesicht gezeigt zu haben, ‚dann ist das nicht mein Land’. Da blitzte einen Moment lang durch, dass sie keine geborene, sondern eine angelernte Bundesdeutsche und EuropĂ€erin ist."

Keine geborene, sondern angelernte Bundesdeutsche? Keine geborene, sondern angelernte EuropĂ€erin? Gibt es zwei Sorten von Bundesdeutschen und EuropĂ€ern – das Original und die Angelernten, die ihre Zugehörigkeit jeden Tag aufs Neue beweisen mĂŒssen und mit einem Satz wie dem in der Pressekonferenz durch die PrĂŒfung fallen können? Mit einem Satz, mit dem ich in einer Antwort auf eine Reporterfrage unter anderem auf die im September 2015 um die Welt gegangenen Bilder von BĂŒrgerinnen und BĂŒrgern erinnere, die in MĂŒnchen und anderen Orten FlĂŒchtlinge mit offenem Herzen und, ja, mit einem freundlichen Gesicht am Bahnhof empfangen hatten? Distanziere ich mich in meiner Antwort tatsĂ€chlich von meinem Land? Anders gefragt – denn darum geht es mir heute hier im Kern –: Wer entscheidet, wer die Werte und Interessen unseres Landes versteht und wer das nicht tut beziehungsweise eben nur, um das Wort noch einmal aufzugreifen, in "angelernter" Weise? Welches Bild von Wiedervereinigung wird darin sichtbar? Hier die einen, die seit jeher Bundesdeutsche sind, dort die anderen, die Hinzugekommen, die sich durch Übung etwas aneignen mĂŒssen – von geborenen und angelernten EuropĂ€ern gar nicht zu reden?

Was also ist mein Land? – Ein Land, in dem alle miteinander immer neu lernen. Ein Land, in dem wir "gemeinsam Zukunft formen", wie es das Motto des diesjĂ€hrigen Tages der Deutschen Einheit sagt. Ein Land, in dem gerade auch die Erfahrung von UmbrĂŒchen in familiĂ€ren Biografien, in dem die Anstrengung, aber auch das GlĂŒck, das es bedeuten kann, neu anfangen zu mĂŒssen oder zu dĂŒrfen, als eine Erfahrung anerkannt wird, die uns gemeinsam Zuversicht und StĂ€rke gibt. Ein Land, dessen Erfahrung der Wiedervereinigung uns auch bei der BewĂ€ltigung heutiger Transformationsprozesse durch Klimaschutz oder digitalen Fortschritt helfen kann, weil wir mit dieser Erfahrung in besonderer Weise um unsere Verantwortung wissen, dass jeder Mensch Chancen braucht, dass jede und jeder Einzelne sich gehört und zugehörig fĂŒhlen können muss.

Es ist ja vor allem dieses ZusammengehörigkeitsgefĂŒhl, aus dem VerĂ€nderungsbereitschaft und SolidaritĂ€t erwachsen. Beides half uns ĂŒber die MĂŒhen der Wiedervereinigung hinweg. Beides half uns auch große Herausforderungen in den Folgejahren zu bewĂ€ltigen.

VerĂ€nderungsbereitschaft und SolidaritĂ€t waren auch die entscheidenden Werte bei der existentiellen Herausforderung der Pandemie. Ohne die wechselseitige FĂŒrsorge, ohne die Bereitschaft, sich einzuschrĂ€nken, um Leben zu schĂŒtzen, wĂ€re das nicht möglich gewesen. Ich weiß, dass der Preis sehr hoch war. Ausgerechnet im JubilĂ€umsjahr 2020, also 30 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung, die Freiheitsrechte einzuschrĂ€nken, ist mir ungeheuer schwergefallen. Etwas als politische Notwendigkeit zu erachten und zugleich als demokratische Zumutung zu empfinden – das zĂ€hle ich zu den schwierigsten Erfahrungen in meiner Amtszeit als Bundeskanzlerin.

Ohnehin ist unserem Land mit der Wiedervereinigung insgesamt mehr Verantwortung erwachsen. Und das liegt nicht allein an der GrĂ¶ĂŸe und LeistungsfĂ€higkeit unserer Volkswirtschaft. Seit ĂŒber 30 Jahren leben wir Deutsche und EuropĂ€er nicht mehr in der BipolaritĂ€t des Kalten Krieges. Europa steht nicht mehr in dem Maße in der weltweiten Aufmerksamkeit wie zu Zeiten des Eisernen Vorhangs, der unseren Kontinent teilte. FĂŒr uns EuropĂ€er bedeutet das, dass uns mehr Verantwortung zukommt – fĂŒr unsere eigene Sicherheit, aber auch fĂŒr die StabilitĂ€t in Nachbarregionen. Kriege, Krisen und Konflikte auf dem Balkan, in Afghanistan und Afrika machen es fĂŒr das wiedervereinte Deutschland unabdingbar, Verantwortung international neu zu definieren und wahrzunehmen.

Das sagt sich so leicht, aber das war und ist in der Sicherheitspolitik auch mit schwierigen, mitunter gefĂ€hrlichen EinsĂ€tzen fĂŒr unsere Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr verbunden. Was sie in Afghanistan nicht nur, aber ganz besonders in den letzten dramatischen Tagen in Kabul ausgehalten und geleistet haben, wird sie sicherlich noch sehr lange prĂ€gen. Wir können nur erahnen, was sie alles gesehen und erlebt haben. Sie verdienen unseren höchsten Respekt und Dank.

Ein Europa, das sich seine Freiheit, Sicherheit und seine auf gemeinsamen Werten beruhende IdentitĂ€t bewahren will, kommt nicht daran vorbei, die HandlungsfĂ€higkeit der EuropĂ€ischen Union in der Außen- und Sicherheitspolitik zu stĂ€rken.

Meine Damen und Herren, durch enge Zusammenarbeit mit unseren Partnern und Freunden in Europa und der Welt, durch umsichtige Entscheidungen, durch Engagement und sicherlich auch durch etwas GlĂŒck haben wir seit der Wiedervereinigung viel erreicht. Auch aus Krisen sind wir gestĂ€rkt herausgekommen. Das war nur möglich, weil sich Menschen fĂŒr das Gemeinwohl verantwortlich fĂŒhlten, weil sie fĂŒr sich und fĂŒr andere im sozialen oder ökologischen Bereich, bei der Freiwilligen Feuerwehr oder in der Kultur, in den Kirchen, in der Wissenschaft, der Wirtschaft oder in der Politik Verantwortung ĂŒbernahmen. Die Menschen in der DDR, die sich mutig fĂŒr Freiheit stark gemacht haben, haben Verantwortung fĂŒr Freiheit und Demokratie ĂŒbernommen. Alle, die an der Einheit mitgearbeitet haben, haben Verantwortung ĂŒbernommen.

Unser Land gilt es natĂŒrlich weiter zu gestalten. Wie genau – darĂŒber lĂ€sst sich auch kĂŒnftig trefflich streiten. Aber wir wissen, dass die Antwort darauf in unseren eigenen HĂ€nden liegt, dass wir einander zuhören und miteinander sprechen mĂŒssen, dass wir Unterschiede, aber vor allem auch Gemeinsames entdecken werden.

In dem kurzen Film, den wir gerade von den Einheitsbotschaftern gesehen haben, hat eine Frau so wunderbar gesagt: "Leute, macht die TĂŒren auf und schaut nach, was dahinter ist." Seid bereit zur Begegnung, seid neugierig aufeinander, erzĂ€hlt einander eure Geschichten und haltet Unterschiede aus. Das ist die Lehre aus 31 Jahren Deutscher Einheit. Wir brauchen Respekt vor den jeweiligen Biografien und Erfahrungen und auch vor der Demokratie.

Weitere Artikel


Herzlichen Dank.

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingANZEIGEN

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Von Miriam Hollstein
Angela MerkelBundesratBundestagCDUDeutschlandEuropaFrankreichGroßbritannienHanauIdar-ObersteinPolenUSAUngarnWalter LĂŒbcke
Politiker

t-online - Nachrichten fĂŒr Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagram

Das Unternehmen
Ströer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverlÀngerung FestnetzVertragsverlÀngerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website