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Coronavirus-Krise: Nach Bayern will auch Saarland Ausgangssperren erlassen

Newsblog zum Coronavirus  

Nach Bayern will auch Saarland Ausgangsbeschränkungen erlassen

27.03.2020, 16:39 Uhr | dpa, AFP, rtr, t-online.de, nhr, sje, ds, pdi, mja

Coronavirus: Söder erlässt Ausgangsbeschränkungen für Bayern

Bayern verhängt landesweite Ausgangsbeschränkungen zur Eindämmung des Coronavirus. Diese gelten ab Freitagnacht für vorläufig zwei Wochen. (Quelle: Reuters)

Deutliche Worte: Am Freitag verkündete Ministerpräsident Markus Söder Ausgangsbeschränkungen für Bayern. (Quelle: Reuters)


Bayerns Ministerpräsident Söder verhängt Ausgangsbeschränkungen für Bayern. Sie gelten ab Freitagabend – vorerst für zwei Wochen. Nun zieht Saarland mit eigenen Plänen nach. Alle Infos im Newsblog.

In Deutschland wird das öffentliche Leben aufgrund der Coronavirus-Epidemie weitreichend eingeschränkt – im europäischen Ausland haben mehrere Länder Ausgangssperren verhängt. Es gilt eine weltweite Reisewarnung des Auswärtigen Amtes. Hier finden Sie die neuesten Entwicklungen in der Coronavirus-Krise.
 

Die nachfolgenden Newsblog-Einträge sind der zeitlichen Abfolge nach geordnet. Die erste Meldung ist die aktuellste. Einträge ab Freitag, 20. März, um 12.47 Uhr lesen Sie im aktuellen Newsblog.

13.56 Uhr: London schließt Kneipen, Kalifornien verhängt Ausgangssperre

Auch in den USA und Großbritannien werden weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie ergriffen. Für London wird es laut einem Bericht des "Evening Standard" eine Anordnung geben, wonach Pubs, Restaurants, Sport- und Freizeiteinrichtungen sowie Kinos in der britischen Hauptstadt schließen müssen. Bislang hat die Regierung nur dazu geraten, Kneipen und Menschenansammlungen zu meiden. Der US-Bundesstaat Kalifornien hat eine allgemeine Ausgangssperre mit nur wenigen Ausnahmen verhängt.

13.31 Uhr: Auch Saarland will Ausgang beschränken

Das Saarland will im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus Gaststätten schließen und eine Ausgangsbeschränkung erlassen. Das werde Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) noch am Freitag dem Kabinett zum Beschluss vorschlagen, teilte die Staatskanzlei in Saarbrücken mit. Zuvor hatte Bayern ab dem morgigen Samstag Ausgangsbeschränkungen verhängt. Andere Bundesländer beraten ebenfalls über Maßnahmen.

13.10 Uhr: Autobauer spenden Atemschutzmasken an Kliniken

Volkswagen erklärte am Freitag, der öffentlichen Gesundheitsvorsorge "zeitnah fast 200.000 Atemschutzmasken der Kategorien FFP-2 und FFP-3" liefern zu wollen. Diese fallen in die beiden höheren Stufen, FFP-3 bietet professionellen Schutz vor Krankheitserregern oder schädlichen Stoffen in der Luft. Das Unternehmen habe die Spende mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) abgestimmt.

Medizinische Ausrüstung gehe zudem an die Stadt Wolfsburg, dem Volkswagen-Stammsitz. Personalvorstand Gunnar Kilian sagte: "Die Beschäftigten des öffentlichen Gesundheitswesens vollbringen derzeit herausragende Leistungen für die Gesellschaft. Wir sind überzeugt, dass die Schutzmasken bei ihnen aktuell am besten eingesetzt sind."

Daimler will der baden-württembergischen Landesregierung etwa 110.000 Masken aus dem konzerninternen "Pandemiebestand" für Kliniken und Arztpraxen übergeben. 

13.08 Uhr: Laschet: Ausgangssperre nur letztes Mittel

Eine Ausgangssperre wegen der Corona-Pandemie bleibt für Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidenten Armin Laschet (CDU) "wirklich das allerletzte Mittel". Schon jetzt seien zahlreiche Grundrechte, wie die Bewegungsfreiheit und die Religionsfreiheit eingeschränkt worden, sagte Laschet am Freitag in einer Bürger-Fragestunde des Radiosenders WDR 2. "Der Staat muss sorgsam überlegen, wie weit kann er gehen."

Richtig sei: "Wenn wir die ganz große Ausgangssperre verhindern wollen, müssen andere Bereiche noch heruntergefahren werden." Es gebe aber eine Vorstufe, ein Betretungsverbot auf öffentlichen Plätzen, ergänzte Laschet. Die Ministerpräsidenten würden sich am Sonntag mit der Bundeskanzlerin über diese Fragen abstimmen.

12.58 Uhr: Söder präzisiert die Maßnahmen

Lokale und Cafés werden in Bayern ab morgen geschlossen sein. Ausnahmen: lediglich Drive-Ins oder Essen zum Mitnehmen. Friseure und Baumärkte werden geschlossen haben. Rausgehen sollte man nur, wenn man zur Arbeit oder sich medizinisch versorgen muss. Gassigehen mit dem Hund sei ebenfalls gestattet. Auch Spaziergänge und Sport im Freien seien überhaupt kein Problem. Aber allein oder mit der Familie, warnte Söder. Größere Menschenansammlungen seien verboten, es drohten Bußgelder von bis zu 25.000 Euro. "Das ist ein Charaktertest für Bayern", sagte Söder.



12.47 Uhr: Details zu Ausgangsbeschränkungen in Bayern

Zur Eindämmung des Coronavirus hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) weitreichende Ausgangsbeschränkungen für den ganzen Freistaat angekündigt. Das Verlassen der eigenen Wohnung ist ab Samstag nur noch bei Vorliegen triftiger Gründe erlaubt. Dazu zählen unter anderem der Weg zur Arbeit, notwendige Einkäufe, Arzt- und Apothekenbesuche, Hilfe für andere, Besuche von Lebenspartnern, aber auch Sport und Bewegung an der frischen Luft - dies aber nur alleine oder mit den Personen, mit denen man zusammenlebt. Mehr über Ausnahmen bei einer Ausgangssperre erfahren Sie hier.

12.30 Uhr: Söder verhängt Ausgangssperre ab Freitagnacht

Die Kurve in Deutschland steigt rasant an, sagt Bayerns Ministerpräsident Markus Söder. Es entwickle sich in Bayern nicht gut. Jede Infektion, jeder Tote sei zu viel. Manche Menschen müsse man vor sich selbst schützen. Es gebe Jugendliche, die sich einen Spaß daraus machen, ältere Menschen anzuhusten und dabei "Corona!" zu rufen. "Wir bekommen viele Hilferufe aus der Bevölkerung", sagt Söder. Es gebe Bitte, die Maßnahmen zu verschärfen, auch aus der Wirtschaft und aus den Unikliniken. "Wir treffen die Entscheidung auf der gesetzlichen Grundlage und handeln. Wir müssen versuchen, die Welle der sprunghaften Infektionen zu beschränken. Wir dürfen die Entwicklung nicht verschleppen. Der Maßstab ist einzig der Schutz der Bevölkerung", sagte Söder in der bayerischen Staatskanzlei in München. "Wir werden uns an Österreich orientieren, eins zu eins." Ab Freitagnacht gibt es eine allgemeine Ausgangssperre in Bayern.

12.29 Uhr: Hessen verschärft Regeln

Hessen hat die bisherige Obergrenze für Versammlungen von bislang 100 Personen auf fünf Personen reduziert. Außerdem werden Restaurants und Gaststätten ab Samstag, 12 Uhr geschlossen, teilt die Landesregierung mit. Bislang durften diese in Hessen tagsüber bis 18 Uhr offen sein. Ministerpräsident Volker Bouffier und Gesundheitsminister Kai Klose wollen die Maßnahmen um 14.30 Uhr in einer Pressekonferenz erläutern.

12.15 Uhr: Zahl der weltweit gemeldeten Toten übersteigt 10.000

Aktuelle Zahlen der Johns-Hopkins-Universität zeigen einen Anstieg der weltweit gemeldeten Todesfälle durch das Corona-Virus auf 10.031. Demnach verzeichnet Italien mit 3.405 die meisten Toten, gefolgt von China (3.133) und Iran (1.284). Es handelt sich dabei nur um die offiziell gemeldeten Fälle, die Dunkelziffer dürften in allen betroffenen Ländern höher liegen. Gleichzeitig steig aber auch die Zahl der Erkrankten, die wieder als genesen gelten. Demnach haben sich mehr als 86.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Virus wieder erholt.

12.09 Uhr: "Tun das Menschenmögliche, um Menschen nach Hause zu holen"

Die Sprecherin des Bundesaußenministeriums betonte in der Bundespressekonferenz, es werde alles getan, um die noch im Ausland befindlichen Deutschen auf Wunsch zurückzuholen. Alle 1.500 in Tunesien seien bereits zurückgeholt worden, aus Südafrika 7.000 von 15.000. Aus Spanien seien bereits 25.000 in den vergangenen Tagen zurückgekommen, aus der Türkei 20.000 von insgesamt 30.000. 

12 Uhr: "Begriff Notstand ist nicht gefallen"

Auf die Anmerkung eines Journalisten, dass nicht von Notstand die Rede sei, antwortet Steffen Seibert: "Der Begriff Notstand ist nicht gefallen – und das hat Gründe." Man werde am Sonntag betrachten, inwieweit die bisher getroffenen Maßnahmen zur Verlangsamung des Virus erfolgreich seien. Ob das Versammlungsrecht eingeschränkt werden könnte, wollte der ebenfalls anwesende Sprecher des Bundesinnenministeriums nicht beantworten. Dafür gebe es noch keine Grundlage.  

11.54 Uhr: "Jetzige Einschränkungen sind schwerwiegend"

Seibert erinnert an Merkels Fernsehansprache vom Mittwoch. Die bislang getroffenen Maßnahmen seien schwerwiegend, das hatte die Bundeskanzlerin ganz klar gesagt. Zunächst müsse man jetzt betrachten, inwiefern sie einen Effekt zeigten, sagte Seibert. Das sei das Ziel der für Sonntagabend geplanten Beratungen. Vorstöße einzelner Bundesländer will Seibert nicht bewerten.   

11.45 Uhr: Merkel wird sich mit Ministerpräsidenten beraten

Angela Merkel wird am Sonntagabend mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer beraten, ob weitere Schritte zur Eindämmung des neuartigen Coronavirus notwendig sein werden. Vor allem werde man das Wochenende betrachten, sagte Seibert – wie zuvor schon Kanzleramtsminister Helge Braun gesagt hatte. Eine Uhrzeit für die Beratungen nannte Seibert nicht. Ob eine Pressekonferenz dazu geplant ist, sagte Seibert ebenfalls nicht.

11.41 Uhr: Seibert dankt Menschen, die sich an Regeln halten

Im Namen der Bundesregierung dankte Seibert den Menschen, die sich derzeit an die geltenden Verhaltensregeln hielten. Sie zeigten Solidarität mit den gefährdeten Bevölkerungsgruppen sowie mit denjenigen, die im Gesundheitssystem arbeiteten. "Das Mittel, das wir derzeit gegen das Virus haben, das sind wir selbst", sagte Seibert.

11.30 Uhr: Bundespressekonferenz mit Regierungssprecher Seibert

Regierungssprecher Steffen Seibert gibt in der Bundespressekonferenz (BPK) einen Ausblick auf die Termine der kommenden Woche. Es werde demnächst einen Sonder-G-20-Gipfel zu Covid-19 geben. Darauf habe das vorsitzende Land Saudi-Arabien gedrängt. Angela Merkel bewerte den Vorstoß positiv. Ein Termin sei noch nicht bekannt. 

11.28 Uhr: Saudi-Arabien setzt öffentlichen Verkehr aus

Zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie setzt Saudi-Arabien seinen öffentlichen Verkehr nahezu vollständig aus. Inlandsflüge würden ausgesetzt, außerdem dürften in der Golfmonarchie ab Samstagmorgen keine Busse, Züge, Taxis und Fähren mehr verkehren, berichtete am Freitag die amtliche Nachrichtenagentur SPA unter Berufung auf eine Quelle im Innenministerium in Riad.

Ausgenommen ist demnach der Verkehr, der für die Grundversorgung etwa mit Lebensmitteln und Energie sowie für die Sicherheit im Land notwendig ist. In Saudi-Arabien sind nach offiziellen Angaben 274 Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert.

11.19 Uhr: Ausgangssperren in Österreich verlängert

Die Ausgangssperren in Österreich werden um drei Wochen verlängert. Sie gelten damit bis Ostermontag, 13. April. Das sagte Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz am Freitag in Wien.

11.13 Uhr: Esken hält Ausgangssperren für problematisch

Die SPD-Vorsitzende Saskia Esken sieht die Einführung von Ausgangssperren angesichts der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus skeptisch. "Ich finde die Idee problematisch, weil dann womöglich der Lagerkoller droht – vor allem, wenn Kinder mit im Spiel sind", sagte Esken dem "Handelsblatt". Sie hoffe, dass Appelle, etwa wie der von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch, Menschen zur Vernunft bringe. So lange das Virus grassiere, dürfe es keine größeren Menschenansammlungen mehr geben.

11.07 Uhr: Bundestagsvizepräsident: Eingeschränkte Sitzungswoche

Der Bundestag wird kommende Woche voraussichtlich mit einer verkürzten Tagesordnung seine Arbeit fortsetzen. "Die kommende Sitzungswoche des Bundestages findet statt", sagt Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki der "Augsburger Allgemeinen" (Samstagausgabe). "Ich gehe derzeit davon aus, dass die Tagesordnung im Vergleich zu normalen Wochen ausgedünnt wird", fügt der FDP-Politiker hinzu. Außerdem werde dafür gesorgt, dass der vom Robert Koch-Institut empfohlene Sicherheitsabstand zwischen den Abgeordneten eingehalten werde und zum Beispiel Sitze frei blieben.

11.03 Uhr: Drosten rechnet mit einjährigem Ausnahmezustand

Der Berliner Virologe Christian Drosten erwartet, dass die Ausnahmesituation wegen der Corona-Pandemie ein Jahr dauern könnte. Er rechnet jedoch nicht damit, dass alle Einschränkungen bestehen bleiben. "Wir müssen vielleicht davon ausgehen, dass wir gesellschaftlich ein Jahr im Ausnahmezustand verbringen müssen", sagt Drosten "Zeit"-Online. "Aber man wird wahrscheinlich nicht alle Maßnahmen genauso weiterführen, wie man sie jetzt gestartet hat." Man werde nachjustieren können und müssen. Um ein realistischeres Bild von der Zahl der Infizierten zu bekommen, plädiert der Experte der Berliner Charité dafür, jeden Haushalt, in dem ein Corona-Infizierter lebt, insgesamt als erkrankt zu zählen und entsprechend zu isolieren.

11.02 Uhr: Zwei neue Coronavirus-Todesfälle in Bayern

In Bayern sind zwei weitere Menschen gestorben, die mit dem neuartigen Coronavirus infiziert waren. Wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Freitag sagte, handelt es sich dabei um einen 85-Jährigen aus dem Landkreis Tirschenreuth und einen 82-Jährigen aus dem Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge. Damit gibt es in Bayern derzeit insgesamt 15 Coronavirus-Todesfälle.

10.58 Uhr: Europa-SPD fordert wegen Corona-Gefahr Evakuierung griechischer Flüchtlingscamps

Wegen des drohenden Ausbruchs einer Corona-Epidemie hat die SPD im Europaparlament eine sofortige Evakuierung der Flüchtlingslager auf den griechischen Inseln gefordert. In den "restlos überfüllten" Camps sei die Gefahr von Ansteckung besonders hoch, erklärten die migrationspolitische Sprecherin der europäischen Sozialdemokraten, Birgit Sippel, am Freitag. "Ein Ausbruch von Covid-19 in einem der Hotspots hätte katastrophale Auswirkungen auf die Gesundheit tausender Menschen."

"Es gibt keine Seife oder Desinfektionsmittel und teils nur ein Waschbecken für mehr als tausend Menschen", schilderte Sippel die Lage in den Camps. "Verschlimmert wird die Situation dadurch, dass der Großteil der geflüchteten Menschen keinen Zugang zum griechischen Gesundheitssystem hat." Nichtregierungsorganisationen könnten "nur notdürftig medizinische Versorgung anbieten".

"Die Lager müssen unverzüglich evakuiert werden, angefangen mit besonders gefährdeten Menschen, wie Älteren oder Menschen mit Atemwegserkrankungen", forderte Sippel. Betroffen seien auch viele Kinder mit chronischen Krankheiten.

10.55 Uhr: Regierungssprecher Seibert gibt Update

Um 11.30 Uhr wird sich Regierungssprecher Steffen Seibert in der Bundespressekonferenz zur Corona-Lage äußern. t-online.de berichtet hier wie gewohnt weiter.

10.48 Uhr: CDU-Innenpolitiker: Gruppen-Verbot für ganz Deutschland

Der CDU-Innenpolitiker Armin Schuster hat dafür plädiert, das von der Stadt Freiburg erlassene Betretungsverbot für Gruppen an öffentlichen Orten bundesweit einzuführen – auch, um eine generelle Ausgangssperre zu vermeiden. Die Regelung, die in der baden-württembergischen Stadt am Donnerstagabend verkündet worden war, könne "ein Modell für ganz Deutschland sein", sagte der Obmann der Unionsfraktion im Innenausschuss des Bundestages am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. "Das ist eine Lösung, die einerseits sehr verhältnismäßig, andererseits aber auch sehr wirksam ist – vorausgesetzt sie wird auch konsequent durchgesetzt", fügte er hinzu.

10.42 Uhr: 130.000 Franzosen sitzen im Ausland fest

Wegen der Coronavirus-Pandemie sitzen rund 130.000 Franzosen im Ausland fest. Die Regierung wolle alle diese Menschen zurückholen, sagte Außenminister Jean-Yves Le Drian am Freitag im Radiosender France Info. Dafür sollen nach seinen Worten "in den kommenden Tagen" Charterflugzeuge gemietet werden.

Zahlreiche Länder hatten ihre Flugverbindungen nach Frankreich zuvor ausgesetzt. Darunter sind Tunesien, Marokko, die Türkei, die Vereinigten Arabischen Emirate und der Senegal. Betroffen von der Flugsperre sind Touristen wie Geschäftsreisende. Aus Marokko hatte Frankreich in der vergangenen Woche bereits rund 17.000 Staatsbürger zurückgeholt.

10.35 Uhr: RKI-Chef Wieler: Krise hat unvorstellbares Ausmaß 

KI-Chef Lothar Wieler zeigt sich erschüttert von der Lage. "Wir sind alle in einer Krise, die ein Ausmaß hat, das ich mir selber habe nie vorstellen können", sagt er. "Ich erwarte jetzt, dass die Krankenhäuser vorbereitet sind. Jetzt muss es soweit sein." Die noch niedrige Todesrate mit 31 Fällen werde sich schnell ändern. "Wir sind am Anfang einer Epidemie."

RKI-Chef Wieler appelliert angesichts der exponentiell steigende Zahlen von Infizierten an die Menschen. "Wir können diese Epidemie nur verlangsamen, wenn wir uns an die Spielregeln halten. Abstand halten!" (Quelle: dpa)RKI-Chef Wieler appelliert angesichts der exponentiell steigende Zahlen von Infizierten an die Menschen. "Wir können diese Epidemie nur verlangsamen, wenn wir uns an die Spielregeln halten. Abstand halten!" (Quelle: dpa)

10.32 Uhr: Maas: Reisewarnung gilt auch über die Osterferien

Die Reisewarnung der Bundesregierung wegen der Corona-Krise gilt zunächst bis Ende April und betrifft damit auch die Osterferien. Das gab Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) am Freitag auf Twitter bekannt.

10.19 Uhr: Appell des RKI-Chefs: "Abstand halten!"

RKI-Chef Lothar Wieler appelliert angesichts der exponentiell steigende Zahlen von Infizierten an die Menschen. "Wir können diese Epidemie nur verlangsamen, wenn wir uns an die Spielregeln halten. Abstand halten!" Er kritisiert, dass Umfragen zufolge noch jeder Vierte von Panikmache spreche.

10.09 Uhr: Auch Dortmund plant Ansammlungsverbot 

Auch in Dortmund soll es wegen der Corona-Pandemie ein Ansammlungsverbot geben. Die Stadt bereite den Erlass einer entsprechenden Allgemeinverfügung vor, hieß es in einer Mitteilung vom Freitag. Dieses solle um Mitternacht in der Nacht zu Samstag beginnen. Weitere Details sollten im Laufe des Freitags veröffentlicht werden. "Bereits heute werden Einzelverfügungen als Vorstufe mit Blick auf einige "Hotspots" gelten", hieß es. Am Donnerstag hatte Leverkusen beschlossen, dass die Menschen in der Stadt wegen der Corona-Krise ab sofort bis auf wenige Ausnahmen nicht mehr im Freien zusammenkommen dürfen.

10.06 Uhr: Bisher rund 300 Kinder in Italien positiv getestet

Im Zuge der Coronavirus-Pandemie sind in Italien bisher rund 300 Kinder positiv auf den Erreger getestet worden. "Es gibt aber bisher keine Todesfälle und keine schweren Verläufe bei Kindern", sagte Alberto Villani, Präsident des italienischen Kinderarztverbandes, bei einer Pressekonferenz des Zivilschutzes in Rom. "Das dürfte viele Eltern und Großeltern beruhigen. Das Coronavirus an sich scheint derzeit kein Problem von Kindern zu sein." Insgesamt gibt es in Italien Zehntausende Infizierte und Tausende Tote.

10.02 Uhr: Söder informiert mittags über neue Entwicklungen 

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder will die Öffentlichkeit um 12.30 Uhr "aus aktuellem Anlass" über neue Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie informieren. Zu der online übertragenen Pressekonferenz kommen auch die Landesminister für Wirtschaft, Inneres und Gesundheit, wie die Staatskanzlei in München mitteilt.

9.57 Uhr: Baden-Württemberg plant Niederlassungsverbot für Gruppen

Auf öffentlichen Plätzen in Baden-Württemberg werden wegen des grassierenden Coronavirus Menschenansammlungen verboten. Die Landesregierung bereitet ein Niederlassungsverbot für Gruppen auf öffentlichen Plätzen vor, wie die Deutsche Presse-Agentur am Freitag aus Regierungskreisen erfuhr. Bei der betroffenen Gruppengröße handle es sich um eine einstellige Zahl, das Justizministerium müsse das juristisch prüfen. Das diene dazu, die tatsächlichen Sozialkontakte unterhalb einer Ausgangssperre so weit wie möglich und geboten zu verringern, hieß es aus den Kreisen.

Zugleich aber lasse Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) Voraussetzungen und Regelungen einer Ausgangssperre schon vorgreifend prüfen, damit diese schnellstmöglich umgesetzt werden könnte – sollten die Ministerpräsidenten und die Bundeskanzlerin am Sonntag zum Schluss kommen, dass eine solche unabwendbar ist. Man setze jedoch alles daran, eine Ausgangssperre zu vermeiden, hieß es den Informationen zufolge.

9.42 Uhr: Gefangene nähen Schutzmasken in Belgien

Strafgefangene haben in Belgien mit der Herstellung von Schutzmasken gegen das Coronavirus begonnen. Die Gefängnisse hätten Spezialtextil für 11.000 Masken, doch fehlten ihnen Nähmaschinen, berichtete die Nachrichtenagentur Belga am Freitag unter Berufung auf eine Sprecherin des Justizvollzugs. Die Behörde rief deshalb dazu auf, den Haftanstalten halbindustrielle oder industrielle Nähmaschinen zu spenden oder auszuleihen.

9.36 Uhr: Finanzministerium will weitere Milliarden für Schutzausrüstung geben

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus will das Finanzministerium weitere Milliarden für Schutzausrüstung und Beatmungsgeräte bereitstellen. Insgesamt geht es um Mittel von bis zu 2,11 Milliarden Euro, wie aus einem Schreiben der Parlamentarischen Staatssekretärin im Finanzministerium, Bettina Hagedorn, an den Haushaltsausschuss hervorgeht. Das Schreiben lag der Deutschen Presse-Agentur am Freitag vor.

"Die Haushaltsmittel werden zur Bekämpfung des Ausbruchs des Coronavirus zur Aufrechterhaltung der Versorgung im Gesundheitswesen benötigt", heißt es. Das neue Coronavirus verbreite sich unverändert weiter. Der Bedarf an persönlicher Schutzausrüstung, Beatmungsgeräten und antiviralen Mitteln zur Bekämpfung des Coronavirus steige immens. Zudem gebe es "extreme Lieferengpässe bei gleichzeitig steigenden Preisen".

9.15 Uhr: Berlins Bürgermeister: Ausgangssperre ist kein Allheilmittel

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller gibt sich zurückhaltend zur Frage einer Ausgangssperre wegen der Corona-Pandemie. "Die Ausgangssperre ist auch kein Allheilmittel", sagt er im Inforadio Berlin. Sie sei ein weiterer Schritt, löse aber nicht jede Schwierigkeit. Das eigentliche Problem sei, dass jeder es selbst in der Hand habe. "Es gibt immer noch Menschen, die eng zusammenstehen, die feiern oder zu Coronaparties einladen. Wir müssen alles tun, um so was zu unterbinden", sagt der SPD-Politiker. Wenn nötig, werde der Berliner Senat auch härter durchgreifen.

Berlins regierender Bürgermeister Michael Müller gibt sich zurückhaltend zur Frage einer Ausgangssperre wegen der Corona-Pandemie. (Quelle: imago images)Berlins regierender Bürgermeister Michael Müller gibt sich zurückhaltend zur Frage einer Ausgangssperre wegen der Corona-Pandemie. (Quelle: imago images)

9.13 Uhr: Baden-Württembergs Innenminister Strobl droht mit landesweiten Ausgangssperren 

Nach der für Freiburg angekündigten Ausgangssperre hat der baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl (CDU) mit landesweiten Verboten gedroht. Um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, müssten sich "alle an die drastischen Regeln und Vorgaben halten", sagte Strobl der "Rhein-Neckar-Zeitung" vom Freitag. Wenn zu viele Menschen zu unvernünftig seien, "dann steht eine Ausgangssperre als Möglichkeit im Raum – und das wird sehr schnell gehen".

Freiburg hatte am Donnerstagabend als erste deutsche Großstadt eine allgemeine Ausgangssperre angekündigt. Für öffentliche Orte gilt ab Samstag ein "Betretungsverbot".

9.08 Uhr: Saarlands Regierungschef fordert bundesweit abgestimmtes Handeln

Saarlands Ministerpräsident Tobias Hans fordert ein bundesweit abgestimmtes Vorgehen in der Coronakrise. An diesem Wochenende werde sich zeigen, ob sich die Bevölkerung an die Präventionsappelle halte, sagt der CDU-Politiker in der ARD. "Es kommt jetzt darauf an, dass wir auch darauf achten, unsere ergriffenen Maßnahmen umzusetzen. Da reicht es nicht zu sagen, 'Leute, bitte bleibt zu Hause', sondern es wird auch zu Einsätzen der Polizei kommen müssen, um sicherzustellen, dass niemand sich jetzt sozusagen in Urlaubsgefühle bewegt."

9.01 Uhr: Leverkusen untersagt Treffen von mehr als zwei Personen im Freien 

In Nordrhein-Westfalen hat Leverkusen als eine der ersten Städte zur Eindämmung des Coronavirus ein Versammlungsverbot für mehr als zwei Menschen unter freiem Himmel erlassen. Ausnahmen gebe es nur für Familien, Wohngemeinschaften, zwingende berufliche Gründe – oder Warteschlangen vor Supermärkten, teilt die Stadt mit.

8.49 Uhr: Züge in der Schweiz fahren nur noch bis Basel 

Nach der Einführung von Grenzkontrollen im Kampf gegen das Coronavirus müssen Bahnreisende in die Schweiz mit größeren Einschränkungen rechnen.

Wie die Deutsche Bahn am Donnerstag mitteilte, enden die Züge im Fernverkehr vorzeitig an der Station Basel Badischer Bahnhof. Dies betrifft die Verbindungen von Berlin nach Interlaken Ost, von Kiel/Hamburg nach Chur sowie von Dortmund nach Basel SBB. Auch der Regionalverkehr ist demnach betroffen.

8.44 Uhr: Scholz hält staatliche Beteiligung an Großkonzernen für möglich

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hat angesichts der Coronakrise eine mögliche staatliche Beteiligung an großen Unternehmen vorgeschlagen. Es gehe bei der Eindämmung der wirtschaftlichen Folgen der Pandemie "auch um Großkonzerne, bei denen ja unglaublich viele beschäftigt sind", sagte Scholz am Donnerstagabend im ZDF. "Wir können Liquidität, also Kredite und Darlehen, für diese Zeit garantieren", sagte er.

"Und ich habe vorgeschlagen, dass wir das auch ergänzen durch Programme, wo wir dann mit Eigenkapital helfen können, uns also zeitweilig an solchen Unternehmen auch beteiligen, wenn die das sinnvoll und hilfreich finden", fügte Scholz hinzu. Zur Verfügung stehen sollten "alle Instrumente", die nötig seien, "um durch eine solch schwierige Zeit zu kommen".

Zugleich bekräftigte der Finanzminister erneut, dass die Bundesrepublik die schwierige Lage "notfalls sehr lange" durchstehen könne, "weil unsere solide Haushaltspolitik uns dazu in die Lage versetzt".

8.40 Uhr: Zweiter Todesfall in Rheinland-Pfalz 

In Rheinland-Pfalz ist ein zweiter Mensch an den Folgen einer Infektion mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 gestorben. Dabei handele es sich um einen 80-Jährigen aus dem Landkreis Mayen-Koblenz, teilte der Kreis am Freitag in Koblenz mit. Der Mann sei nach der Infektion stationär in einem Koblenzer Krankenhaus behandelt worden und dort gestorben. Eine Sprecherin des Mainzer Sozialministeriums erklärte, dass es sich nach derzeitigem Stand dabei um den zweiten Todesfall im Zusammenhang mit dem Coronavirus in Rheinland-Pfalz handele. Zuvor war eine 84-jährige Frau aus dem Westerwaldkreis an den Folgen der Infektion gestorben.

8.35 Uhr: Kanzleramtschef zu Ausgangssperren: Samstag entscheidender Tag

Das Verhalten der Bürger am kommenden Wochenende wird nach Angaben von Kanzleramtschef Helge Braun maßgeblich darüber entscheiden, ob auch in Deutschland wegen der Coronakrise Ausgangssperren verhängt werden. "Wir werden uns das Verhalten der Bevölkerung an diesem Wochenende anschauen", sagt er dem "Spiegel" laut Vorabbericht. "Der Samstag ist ein entscheidender Tag, den haben wir besonders im Blick."

Helge Braun, Chef des Bundeskanzleramts: Im Hinblick auf Ausgangssperren könnte der Samstag "entscheidender Tag" sein, sagte Braun dem "Spiegel".  (Quelle: imago images)Helge Braun, Chef des Bundeskanzleramts: Im Hinblick auf Ausgangssperren könnte der Samstag "entscheidender Tag" sein, sagte Braun dem "Spiegel". (Quelle: imago images)

Am Samstag würden sich die Menschen traditionell miteinander verabreden, weil sie frei hätten. "Aber das geht abseits der Kernfamilie derzeit nun einmal leider nicht. Das muss jetzt eingestellt werden. Geschieht das nicht, kann es passieren, dass auch in den Bundesländern weitergehende Maßnahmen beschlossen werden, obwohl wir das eigentlich vermeiden wollen." Auch die Bundesregierung wolle eine Ausgangssperre vermeiden. "Deshalb rufen wir alle auf, sich die bislang beschlossenen Maßnahmen zu Herzen zu nehmen und sie umzusetzen. Und das heißt, abgesehen von der Kernfamilie, möglichst alle sozialen Kontakte zu vermeiden."

8.01 Uhr: Berliner CDU-Chef: Ausgangssperre für Berlin darf kein Tabu sein

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus darf eine Ausgangssperre für die Hauptstadt aus Sicht der Berliner CDU kein Tabu sein. Nicht alle Menschen in Berlin verhielte sich dem Ernst der Lage entsprechend, teilte der CDU-Landesvorsitzende Kai Wegner mit Blick auf Gruppen in Parkanlagen oder Corona-Partys am Freitag mit. "Das ist unvernünftig und unverantwortlich." Es müssen alles getan werden, um die Ausbreitung des Coronavirus zu stoppen. "Wir müssen heute Freiheiten einschränken, um morgen Leben zu retten. Eine Ausgangssperre darf in einer Metropole wie Berlin kein Tabu sein."

7.56 Uhr: Italien pocht auf Eurobonds

Italiens Wirtschaftsminister Roberto Gualtieri pocht darauf, Eurobonds aufzulegen. Diese Anleihen sollten speziell an die Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie und seiner wirtschaftlichen Konsequenzen geknüpft sein, sagt er der Zeitung "Il Corriere della Sera". "Wir haben es mit einem symmetrischen Schock zu tun, der alle betrifft, und darum müssen wir die Werkzeuge, die wir haben, auf innovative Weise nutzen."

7.48 Uhr: Stau an der polnischen Grenze hat sich vorerst aufgelöst

Der Stau auf der Autobahn 4 in Richtung deutsch-polnischer Grenze hat sich in der Nacht zu Freitag vorerst aufgelöst. Am Donnerstagabend hatte der Stau noch eine Länge von etwa 20 Kilometern und sich dann gegen Mitternacht ganz aufgelöst, wie ein Sprecher der Polizei Görlitz am Freitag sagte. Grund dafür sei eine Lockerung der polnischen Grenzkontrollen.

Am Wochenende hatte Polen an Grenzübergängen zu Deutschland und anderen Nachbarländern Kontrollen eingeführt, um eine Ausbreitung des Coronavirus zu erschweren. In der Folge stauten sich seit Dienstagmorgen Lastwagen und Autos auf der A4 in Richtung Grenzübergang Ludwigsdorf bei Görlitz. Zwischenzeitlich hatte der Stau eine Länge von etwa 60 Kilometern.

7.40 Uhr: Altmaier will Kartellrecht für Einzelhandel lockern

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) will in der Corona-Krise die Zusammenarbeit im Einzelhandel erleichtern, um die Lebensmittelversorgung zu sichern. "Wenn Lebensmittelindustrie und Einzelhandel kooperieren, um die Versorgung der Bürger in der Krise sicherzustellen, dann werden wir Fragen des Kartellrechts mit den Kartellbehörden aufnehmen und eine Lösung erzielen", sagte Altmaier dem "Spiegel" laut einer Mitteilung des Magazins vom Freitag.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier: Um die Lebensmittelversorgung sicherzustellen, will Altmaier die Zusammenarbeit im Einzelhandel erleichtern. (Quelle: imago images)Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier: Um die Lebensmittelversorgung sicherzustellen, will Altmaier die Zusammenarbeit im Einzelhandel erleichtern. (Quelle: imago images)

Der Warentransport etwa von Früchten und Gemüse aus Spanien gestalte sich schwierig, berichtet der "Spiegel" unter Berufung auf ein internes Schreiben des Großhandelsunternehmen Iberiana Frucht. Das Unternehmen beklage einen Mangel an Lastwagenfahrern wegen der geschlossenen Grenzen. "Viele Fahrer möchten kein Risiko eingehen und bleiben lieber zu Hause", zitiert der "Spiegel" aus dem Schreiben. Sie wüssten in der gegenwärtigen Situation nicht, ob "sie danach die Rückreise überhaupt wieder antreten dürfen".

7.28 Uhr: Umfrage: Jeder Zweite in Sorge vor Corona-Infektion

Knapp die Hälfte der Wahlberechtigten ist einer aktuellen Umfrage zufolge besorgt, dass sie oder ein Familienangehöriger sich mit dem neuartigen Coronavirus infizieren. Lesen Sie hier die gesamte Meldung.

7.25 Uhr: Corona-Krise macht sich auch in Tierheimen bemerkbar

Von abgesagten Pensionsplätzen für Haustiere, über organisatorischen Mehraufwand bis hin zur Besuchersperre: Die Corona-Krise wirkt sich auch auf den Betrieb von Tierheimen aus. Bei Einrichtungen mit vielen Besuchern müsse beispielsweise die Tiervermittlung mit Terminen geregelt werden, erläuterte ein Sprecher des Deutschen Tierschutzbundes Landesverband Rheinland-Pfalz am Mittwoch in Trier. "Damit man nicht so einen Publikumsverkehr im Tierheim hat."

Wichtig sei es daher auch, die jeweilige Internetseite des Heims immer aktuell zu halten. Dann könnten Interessenten schon mal eine Vorausauswahl treffen, welches Tier sie gerne mit nach Hause nehmen wollten. Für die Mitarbeiter der Tierheime bedeute das allerdings mehr Aufwand.

6.58 Uhr: Verdi fordert Hilfen für Friseurhandwerk  

Die Gewerkschaft Verdi kritisiert die Ausnahmeregelung, wonach Friseurgeschäfte weiterhin geöffnet bleiben dürfen. Zum Schutz von Beschäftigten und Kunden seien vielmehr Schließungen erforderlich, fordert Verdi-Bundesvorstandsmitglied Christine Behle. "Wir brauchen unbürokratische Hilfen für die selbstständigen Ladenbesitzer zur Finanzierung der laufenden Kosten und Hilfen für die Angestellten."

6.47 Uhr: Bundesarbeitsminister Heil verschiebt geplante Regulierungen 

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil verschiebt angesichts der Coronakrise Gesetzesvorhaben wie die Regulierung befristeter Arbeitsverhältnisse und das Lieferkettengesetz. Die Vorbereitungen dafür liefen zwar weiter, aktuell seien aber andere Aufgaben dringlicher, sagt der SPD-Politiker dem Magazin "WirtschaftsWoche".

5 Uhr:  Ärztepräsident: Können Einschränkungen nicht monatelang fortführen

Die beispiellosen Beschränkungen im Alltagsleben wegen des Coronavirus müssen nach Ansicht des Ärztepräsidenten Klaus Reinhardt schon jetzt klar befristet werden. "Ich glaube nicht, dass wir das, was wir jetzt tun, monatelang fortführen können", sagte Reinhardt dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Freitag). "Die Ängste und Sorgen würden die Menschen psychisch überfordern", warnte der Chef der Bundesärztekammer.

4 Uhr: Von der Leyen besorgt über Grenzstaus: "Wichtige Fracht kommt zu spät"

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat sich besorgt über teils dramatische Folgen der neuen Grenzkontrollen innerhalb Europas geäußert. "In den vergangenen Tagen sind Tausende, von Pendlern bis Lastwagenfahrern, an Grenzen gestrandet, die eigentlich keine mehr sein sollen", sagte von der Leyen der Deutschen Presse-Agentur in Brüssel. "Insbesondere der Stau im Güterverkehr führt dazu, dass Lebensmittel, Medikamente und andere Hilfsgüter viel zu spät ihr Ziel erreichen."

Gesundheitsschutz sei in der Corona-Krise zwar richtig. "Aber wir müssen gemeinsam Lösungen finden, die unseren Binnenmarkt in Gang halten", fügte sie hinzu. Die Situation habe sich seit Beginn der Woche etwas gebessert. Die Kommission arbeite daran, dass alle EU-Bürger sicher nach Hause zurückkehren könnten und die Volkswirtschaft keinen gravierenden Schaden nehme. An diesem Freitag werde die zuständige EU-Kommissarin Ylva Johansson erneut mit den EU-Innenministern beraten.

Wegen der Coronavirus-Pandemie hatten Deutschland und andere Länder scharfe Grenzkontrollen an den EU-Grenzen eingeführt, an denen normalerweise freie Fahrt herrscht. Vor allem an der deutsch-polnischen Grenze kam es zu Dutzenden Kilometern Stau. Von der Leyen hat Leitlinien für einheitliche Verfahren und "grüne" Spuren für Lastwagen mit wichtiger Fracht vorgeschlagen. Die werden aber nur schleppend umgesetzt. Immerhin hatte sich der Stau auf der A4 Richtung Görlitz nach Lockerung der polnischen Kontrollen bis Donnerstagabend auf 30 Kilometer verkürzt.

3.07 Uhr: Steigende Fallzahlen in den USA – Ausgangssperre in ganz Kalifornien verhängt, New York wird zum Zentrum der Coronakrise

Auch in den USA sehen sich mehrere Bundesstaaten zu drastischen Maßnahmen gezwungen, um die Verbreitung des Coronavirus zu unterbinden. In Kalifornien wurden nun Ausgangssperren verhängt. Die Großmetropole New York wird derweil zum Epizentrum der Corona-Krise in den Vereinigten Staaten. Hier lesen Sie die gesamte Meldung.

02.29 Uhr: China meldet erneut keine Inlandsansteckung

China meldet den zweiten Tag in Folge keine Ansteckungen im Inland. Allerdings gebe es 39 neue Infektionsfälle unter einreisenden Menschen, teilen die Gesundheitsbehörden mit. So viele seien an einem Tag noch nie gezählt worden. Dabei handelt es sich oft um Chinesen, die aus dem Ausland zurückkehren. Um das Virus weiter einzudämmen, müssen alle Einreisenden in der Volksrepublik für 14 Tage in Quarantäne. Insgesamt sind in China nun 80.967 Infektionsfälle registriert. Die Zahl der Todesopfer stieg den Angaben zufolge um drei auf 3.248.

Auch in Südkorea hält der Abwärtstrend der vergangenen Tage an. Den Gesundheitsbehörden zufolge sind 87 neue Coronavirus-Fälle aufgetreten. Insgesamt sind in Südkorea nun 8.652 Infektionsfälle registriert.

2.00 Uhr: Altmaier stellt rasche Hilfe für Kleinselbstständige in Aussicht

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat Besitzern kleiner Läden, Freiberuflern und Selbstständigen ohne Beschäftigte schnelle Hilfen in der Corona-Krise in Aussicht gestellt. Es solle für diesen Personenkreis "Expressbürgschaften" geben, die binnen drei Tagen gewährt werden könnten, sagte Altmaier in einem am Freitag veröffentlichten Interview des Magazins "Focus". Die Bundesregierung arbeite gerade an Regelungen für diese Betroffenen, damit sie "nicht durch die Maschen der Hilfsnetze fallen".

Die Hilfen könnten beispielsweise gewährt werden, wenn durch Geschäftsschließungen die Einnahmen ausblieben, jedoch Kosten wie etwa Miete für das Ladenlokal weiterliefen, sagte Altmaier. Mit den Bürgschaftsbanken habe die Regierung bereits Verfahren besprochen, wie dafür zu sorgen sei, dass die Bewilligungen statt Wochen und Monaten nur noch wenige Tage brauchten.

1.20 Uhr: Weitere Fälle und Maßnahmen in Süd- und Mittelamerika und der Karibik

In Mexiko ist die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus binnen 24 Stunden um 46 auf 164 gestiegen, wie das Gesundheitsministerium mitteilt.

Das bislang für April geplante geplante Verfassungsreferendum in Chile wird auf Oktober verschoben. Das Parlament des südamerikanischen Landes beschloss am Donnerstag mit großer Mehrheit die Verlegung der Abstimmung vom 26. April auf den 25. Oktober. Staatschef Sebastián Piñera hatte am Mittwoch wegen der Pandemie für 90 Tage den Katastrophenfall ausgerufen. Zur Überwachung damit zusammenhängender Maßnahmen wird die Armee eingesetzt. Das Land schloss auch seine Grenzen. Versammlungen von mehr als 50 Menschen wurden verboten. In Chile gibt es inzwischen rund 340 bestätigte Corona-Infektionen, Todesfälle wurden bis Donnerstag nicht bekannt.

Auch die argentinische Regierung hat eine weitgehende Ausgangssperre verfügt. Bis zum 31. März dürfen die Menschen ihre Häuser und Wohnungen nicht mehr verlassen, wie Präsident Alberto Fernández am Donnerstag sagte. Erlaubt seien lediglich Besorgungen in nahe gelegenen Lebensmittelgeschäften und Apotheken. Polizisten sollen auf den Straßen patrouillieren und die Ausgangssperre durchsetzen. In Argentinien gibt es derzeit 128 bestätigte Coronavirus-Fälle. Drei Menschen sind bislang an der Erkrankung Covid-19 gestorben. 

Haiti hat den Notstand ausgerufen. Nach dem Auftreten der ersten beiden Infektionsfälle schließt der verarmte Karibikstaat seine Grenzen und verhängt eine nächtliche Ausgangssperre. Ab Mitternacht seien alle Häfen, Flughäfen und Grenzen nur noch für den Warenverkehr offen, sagt Präsident Jovenel Moise auf einer Pressekonferenz. Auch Schulen, Universitäten und Industrieparks würden geschlossen. Ab Freitag gelte zwischen 20.00 Uhr und 05.00 Uhr eine Ausgangssperre. Zudem würden Versammlungen mit mehr als zehn Menschen verboten.

00.30 Uhr:  Trump sagt G7-Gipfeltreffen in Camp David wegen Coronavirus ab

US-Präsident Donald Trump hat das für Juni geplante Gipfeltreffen der G7-Staatengruppe in Camp David wegen der Coronavirus-Pandemie abgesagt. Stattdessen soll nun eine Videokonferenz der Staats- und Regierungschefs der sieben Länder stattfinden, wie das Weiße Haus am Donnerstag mitteilte. In den USA ist die Zahl der Corona-Fälle zuletzt deutlich gestiegen, die Zahl der bestätigen Infektionen liegt inzwischen bei fast 10.800. Hier lesen Sie die gesamte Meldung.

00.16 Uhr: Züge in die Schweiz fahren nur noch bis Basel

Nach der Einführung von Grenzkontrollen im Kampf gegen das Coronavirus müssen Bahnreisende in die Schweiz mit größeren Einschränkungen rechnen. Wie die Deutsche Bahn am Donnerstag mitteilte, enden die Züge im Fernverkehr vorzeitig an der Station Basel Badischer Bahnhof. Dies betrifft die Verbindungen von Berlin nach Interlaken Ost, von Kiel/Hamburg nach Chur sowie von Dortmund nach Basel SBB. Auch der Regionalverkehr ist demnach betroffen.

Zuvor hatte die Bundesregierung Orte festgelegt, an denen ein Grenzübertritt aus der Schweiz sowie aus Österreich, Frankreich, Luxemburg und Dänemark noch möglich sein soll. Alle weiteren Grenzübergänge sollen von diesem Freitag an wegen der Corona-Krise geschlossen bleiben. Auch in jene Länder sind die Verbindungen beeinträchtigt. So entfallen beispielsweise Züge von und nach Paris sowie Nachtzüge der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) nach Zürich, Budapest und Rijeka.

Freitag, 20. März, 00.15 Uhr: Scholz schlägt staatliche Beteiligungen an Großkonzernen vor

Bundesfinanzminister Olaf Scholz will Großkonzernen wie der Lufthansa notfalls auch mit einer zeitweisen staatlichen Beteiligung helfen. Der Bund garantiere über die KfW-Programme Liquidität für Unternehmen, sagt der SPD-Politiker am Donnerstagabend im ZDF. "Ich habe vorgeschlagen, dass wir das auch ergänzen durch Programme, wo wir dann mit Eigenkapital helfen können, uns also zeitweilig an solchen Unternehmen auch beteiligen, wenn die das sinnvoll und hilfreich finden." Dies werde in der Bundesregierung gerade alles entwickelt.

Donnerstag, 19. März, 23.49 Uhr: US-Republikaner legen Entwurf für riesiges Corona-Nothilfepaket vor

Wegen der Corona-Krise haben die Republikaner im US-Senat einen Entwurf für ein gigantisches Hilfspaket im Umfang von einer Billion Dollar (rund 900 Milliarden Euro) vorgelegt. Darin enthalten seien unmittelbare Finanzhilfen für die Bürger, rasche Hilfen für kleine Unternehmen, Maßnahmen zur Stabilisierung der Wirtschaft und weitere Hilfen für den Gesundheitssektor, sagte am Donnerstag der Chef der Republikaner in der Kongresskammer, Mitch McConnell.

Der Entwurf wird nun von den oppositionellen Demokraten geprüft, die im Senat in der Minderheit sind. Anschließend müsste das Hilfspaket zunächst vom Senat und anschließend vom Repräsentantenhaus verabschiedet werden, wo die Demokraten die Mehrheit haben.

00.05 Uhr: Jeder zweite Wahlberechtigte in Sorge vor Corona-Infektion

Knapp die Hälfte der Wahlberechtigten ist einer aktuellen Umfrage zufolge besorgt, dass sie oder ein Familienangehöriger sich mit dem neuartigen Coronavirus infizieren. Wie aus dem am Freitag veröffentlichten "Deutschlandtrend" im ARD-"Morgenmagazin" hervorgeht, machen sich 29 Prozent große und 19 Prozent sehr große Sorgen. Das seien fast doppelt so viele wie am 5. März. Damals gaben lediglich 23 Prozent der Befragten an, dass sie sich Sorgen um eine Infektion machen. 31 Prozent der Bürger sorgen sich der aktuellen Umfrage zufolge wenig, 20 Prozent seien sorglos. Hier lesen Sie die gesamte Meldung zu der Umfrage.

23.15 Uhr: Heil will ergänzende Grundsicherung vereinfachen

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil will existenzgefährdete Solo-Selbstständige und Kleinstbetriebe auch mit einem erleichterten Zugang zu Hartz-IV-Zahlungen unterstützen. Wenn jemand wirklich existenzgefährdet sei, solle eine ergänzende Grundsicherung möglich sein, sagt der SPD-Politiker am Abend im ZDF. "Und wir werden dafür soren, dass das ohne Bürokratie und Vermögensprüfung läuft, damit die Existenz gesichert ist." Die Bundesregierung werde das in der kommenden Woche auf den Weg bringen.

23.03 Uhr: Ohne Rettungspaket droht Absturz für zehn bis 15 Jahre

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet hat den milliardenschweren Rettungsschirm für Unternehmen in dem Land mit der Gefahr begründet, dass die Wirtschaft ansonsten um "10 bis 15 Jahre" zurückgeworfen würde. Die Hilfspakete von Bund und Länder für die Unternehmen würden sich ergänzen, sagt er in der ARD. Der nordrhein-westfälische Landtag werde den Rettungsschirm bereits am Dienstag beschließen.

Laschet warnte auch davor, dass Bund und Länder eine Ausgangssperre verhängen werden, wenn sich die Bürger nicht an die Aufforderung halten, Abstand zu wahren. "Wenn es nicht mit der Selbstverpflichtung geht, dann werden wir solche Entscheidungen fällen können", sagte der CDU-Politiker in der ARD. Dies sei Ergebnis der Absprache von Kanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten gewesen. Er kritisierte, dass einzelne Bundesländer vorpreschen. Die bisherigen Maßnahmen sollten erst einmal wirken, zudem gehe es um einen massiven Eingriff in Grundrechte. "Wir brauchen eine gemeinsame Strategie", sagte Laschet.

23 Uhr: Starker Anstieg bei Covid-19-Opfern in Frankreich

Die Covid-19-Pandemie breitet sich in Frankreich weiter rasant aus. Es starben bisher 372 Menschen, das waren 108 mehr als noch am Vortag, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. In Frankreich steckten sich nach Zahlen vom Donnerstagabend bisher annähernd 11.000 Menschen an, das waren etwa 1.900 mehr als noch am Vortag. Gut 4.700 Menschen werden in Krankenhäusern behandelt. Die Epidemie ist nach den Worten von Gesundheitsdirektor Jérôme Salomon "bedeutend und breitet sich aus".

Im Kampf gegen die Pandemie hatte Frankreich zu Wochenbeginn eine Ausgangssperre verhängt, die polizeilich überwacht wird. Bürger, die vor die Türe gehen, müssen einen Passierschein vorweisen können und angeben, wohin sie gehen.

22.40 Uhr: Rumänien führt Haftstrafen bei Verletzung von Corona-Auflagen ein

In Rumänien muss ab sofort jeder mit Haftstrafen rechnen, der sich nicht an die Auflagen zum Kampf gegen das Coronavirus halten. Einem am Donnerstag von der Regierung veröffentlichten Erlass zufolge drohen bei einer einfachen Missachtung der Anordnungen bis zu drei Jahre Haft. Wenn sich dadurch ein Mensch mit dem Virus ansteckt, steigt die Strafe auf bis zu fünf Jahre Gefängnis.

Mit bis zu 15 Jahren Haft können Verstöße gegen die Anti-Corona-Maßnahmen geahndet werden, die zum Tod eines Menschen führen. "Wir können es nicht hinnehmen, wenn unverantwortliche Menschen einfach frei herumlaufen und damit andere krank machen", warnte Regierungschef Ludovic Orban.

21.49 Uhr: DGB fordert Aufstockung von Kurzarbeitergeld

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) fordert eine Aufstockung des Kurzarbeitergeldes durch die Arbeitgeber auf 80 Prozent des Verdienstausfalls. Den Arbeitgebern würden die Sozialbeiträge zu hundert Prozent erstattet, während Beschäftigte in Kurzarbeit nur 60 Prozent (mit Kindern 67 Prozent) ihres letzten Einkommens von der Bundesagentur für Arbeit erhielten, heißt es in einer Reuters vorliegenden Stellungnahme des DGB zum Verordnungsentwurf des Arbeitsministeriums: "Diese soziale Schieflage ist für die Gewerkschaften nicht akzeptabel." Die Regierung rechnet in dem Entwurf für dieses Jahr als Folge der Virus-Krise mit einer noch die dagewesenen Zahl von etwa 2,35 Millionen Kurzarbeitern.

21.35 Uhr: Freiburg erlässt eingeschränkte Ausgangssperre

Freiburg erlässt wegen der Corona-Pandemie eine eingeschränkte Ausgangssperre. Die Stadt selbst sprach von einem Betretungsverbot für öffentliche Orte, das vom 21. März bis 3. April gelten soll. Mit dieser einschneidenden Maßnahme solle die Ausbreitung des Coronavirus eingedämmt werden, teilte die Stadt am Donnerstagabend mit.

20.59 Uhr: USA veröffentlichen weltweite Reisewarnung für ihre Bürger

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus rät das US-Außenministerium amerikanischen Staatsbürgern von allen Auslandsreisen ab. Das Ministerium gab am Donnerstag einen weltweiten Reisehinweis der höchsten Stufe vier heraus. US-Bürger wurden darin aufgerufen, alle internationalen Reisen angesichts der Coronavirus-Krise zu vermeiden. Amerikaner, die sich im Ausland aufhielten, sollten sofort in die Vereinigten Staaten zurückkehren, wo immer dies mit kommerziellen Reiseoptionen möglich sei. Im Ausland lebende Amerikaner sollten internationale Reisen ebenfalls vermeiden.

20.08 Uhr: Schutzschirm für Soloselbständige und Freiberufler in Berlin

Der Berliner Senat beschließt einen Schutzschirm für Unternehmen und Arbeitsplätze in der Hauptstadt. In einer Sondersitzung habe man sich auf Soforthilfemaßnahmen für Kleinunternehmen und Soloselbstständige sowie für Freiberufler verständigt, teilt die Behörde mit. Das Soforthilfeprogramm habe ein Volumen von 100 Millionen Euro in diesem Jahr. Antragsteller müssen nachweisen, dass ein Zuschuss zur Sicherung der beruflichen beziehungsweise betrieblichen Existenz in der Corona-Krise erforderlich ist.

19.50 Uhr: Brasilien schließt Landgrenzen zu acht Nachbarländern

Brasilien hat wegen der Covid-19-Pandemie seine Landgrenzen zu insgesamt acht Nachbarländern geschlossen. Ausländer, die nicht ständig in Brasilien lebten, dürften nicht mehr einreisen, sagte der rechtsgerichtete Präsident Jair Bolsonaro am Donnerstag. Lange hatte er Warnungen vor dem Sars-CoV-2-Virus als Hysterie abgetan und damit landesweite Proteste ausgelöst. Noch am Montag hatte er Grenzschließungen als unwirksam im Kampf gegen das Coronavirus bezeichnet.

19.27 Uhr: Kommt am Sonntag die Ausgangssperre?

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder wollen laut einem Medienbericht am Sonntag über Ausgangssperren in der Corona-Krise beraten. Dies berichtet der SWR unter Berufung auf den baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne).

Mehrere Regierungschefs hatten am Donnerstag mit Ausgangssperren gedroht. "Es hängt von der Bevölkerung ab, ob wir schärfere Maßnahmen ergreifen müssen", sagte Kretschmann dem SWR. Hintergrund ist, dass viele Bundesbürger den Aufrufen, Abstand zu Mitmenschen zu halten, nicht nachkommen.

18.55 Uhr: Johnson erwartet Trendwende binnen drei Monaten

Der britische Premierminister Boris Johnson ist nach eigenen Worten sehr zuversichtlich, dass binnen zwölf Wochen eine Trendwende im Kampf gegen das Coronavirus erreicht sein wird. Abhängig sei dies davon, wie stark die Bevölkerung helfe, sagt er. Es gebe Hinweise, dass die Regeln in Teilen Londons nicht von allen eingehalten würden. Die Regierung müsse daher womöglich ihre Maßnahmen in der Hauptstadt verschärfen. Er denke allerdings nicht daran, den öffentlichen Nahverkehr lahmzulegen.

18.55 Uhr: Niederländischer Minister für medizinische Versorgung tritt zurück

Der niederländische Minister für medizinische Versorgung, Bruno Bruins, ist nach einem Schwächeanfall zurückgetreten. Der für die Koordinierung des Kampfes gegen die Coronavirus-Pandemie zuständige Politiker sei auf seinen Wunsch hin von König Willem-Alexander "in Ehren" aus dem Dienst entlassen worden, berichtete die niederländische Nachrichtenagentur ANP am Donnerstag.

18.40 Uhr: Bundesregierung legt offene Grenzübergänge fest

Die Bundesregierung hat Orte festgelegt, an denen ein Grenzübertritt aus Österreich, Frankreich, Luxemburg, Dänemark und der Schweiz noch möglich sein soll. Alle weiteren Grenzübergänge sollen dagegen von diesem Freitag an wegen der Corona-Krise geschlossen bleiben. Die Liste ist auf der Internetseite des Bundesinnenministeriums zu finden.

Das Ministerium rief am Donnerstag alle Reisenden mit dringendem Grund auf, sich vorab zu informieren, um Unannehmlichkeiten zu vermeiden. In wichtigen Ausnahmefällen - etwa bei langen Staus - soll die Bundespolizei die Überquerung der Grenze auch an anderen grenzüberschreitenden Verkehrsverbindungen ermöglichen.

18.20 Uhr: Italien meldet mehr Tote als China

Italien hat im Zuge der Coronavirus-Pandemie mehr Todesfälle als China gemeldet und ist damit das Land auf der Welt mit den meisten offiziell gemeldeten Toten. Bisher seien 3.405 mit dem Erreger infizierte Menschen gestorben, teilte der Zivilschutz am Donnerstag in Rom mit. Inwieweit die offizielle Statistik in China die wahre Lage widerspiegelt und wie hoch die Dunkelziffer dort ist, ist allerdings unklar. So hatte China mehrfach mit Änderungen bei der Zählweise der Infektionen für Verwirrung bei internationalen Beobachtern gesorgt. Auch in Italien wird mit einer hohen Dunkelziffer gerechnet.

China beklagt täglich noch immer neue Todesfälle. Am Donnerstag kamen nach offiziellen Daten acht Tote hinzu, womit die Gesamtzahl der Opfer auf 3.245 Fälle stieg. Insgesamt wurden auf dem chinesischen Festland 80.928 Infizierte registriert, von denen sich mehr als 66.000 wieder erholt haben. In Italien liegt die Zahl der gemeldeten Infizierten mittlerweile bei über 41.000. Am Vortag waren es noch rund 35.700. Die Zahl der Toten in Italien stieg innerhalb eines Tages um 427.

18.17 Uhr: Frontex kritisiert Umgang mit Corona-Krise

Die EU-Grenzschutzagentur Frontex kritisiert den unterschiedlichen Umgang der einzelnen EU-Länder mit Grenzkontrollen und Schutzmaßnahmen gegen eine Ausbreitung des Coronavirus. "Wir brauchen mehr europäische Koordination und Standards, wenn es um Bereiche geht, wo Grenzkontrollen und Gesundheitsinspektion sich zusammenfügen sollen. Viele nationale Behörden haben uns genau darum gebeten", sagte Frontex-Chef Fabrice Leggeri den Zeitungen der Funke-Mediengruppe und ihrer französischen Partnerzeitung "Ouest-France".

18.13 Uhr: London zieht teilweise Truppen aus Irak ab

Großbritannien holt im Zuge der Coronavirus-Krise einen Teil seiner im Irak stationierten Soldaten zurück. Das teilte das britische Verteidigungsministerium am Donnerstag in London mit. Die Trainingseinsätze der US-geführten globalen Allianz im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat pausiert demnach wegen der Pandemie für rund zwei Monate. Eine weitere von der Nato geführte Mission ist ebenfalls ausgesetzt worden. Daher habe die Regierung beschlossen, einen Teil der Soldaten abzuziehen, hieß es in der Mitteilung.

17.40 Uhr: Staatsakt zum 75. Jahrestag des Kriegsendes abgesagt

Der zentrale Staatsakt zum 75. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs am 8. Mai in Berlin ist wegen der Corona-Epidemie abgesagt worden. Das bestätigte das Bundespräsidialamt am Donnerstag. Wegen des historischen Datums soll es auch keine Verschiebung geben. Eine solche Absage eines Staatsaktes gab es bisher noch nie.

Bisher war geplant, am 8. Mai des Kriegsendes in Europa und der Befreiung vom Nationalsozialismus durch die Alliierten 1945 auf dem Platz der Republik in Berlin zu gedenken. Die Rede im Beisein von zahlreichen Gästen aus dem Ausland sollte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier halten.

16.30 Uhr: Verbraucher können DPD-Paketshops nicht mehr nutzen

In den 7.000 Shops des Paketdienstes DPD in der Bundesrepublik können Verbraucher keine Pakete mehr abholen oder versenden. DPD arbeite an einer kurzfristigen Klärung der Situation, sagt ein Sprecher. Der Paketdienst habe alle Pakete aus den Shops geholt und stelle diese nun direkt zu. Hintergrund sind die von Bund und Ländern beschlossenen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Krise, die Unklarheiten mit Blick auf die Läden enthalten. Der Paket-Verband BIEK fordert, dass Paketshops unbedingt geöffnet sein müssen. Die Direktzustellung zum Verbraucher funktioniere aber weiter, sagt ein DPD-Sprecher.

16.30 Uhr: Alle 16 Minuten ein Coronavirus-Toter in Madrid

In der besonders heftig von der Coronakrise betroffenen Region rund um die spanische Hauptstadt Madrid ist allein am vergangenen Montag alle 16 Minuten ein Mensch an dem Virus gestorben. Innerhalb von 24 Stunden habe es 88 Todesfälle rund um die Millionenmetropole gegeben, rechnete die Zeitung "El País" unter Berufung auf die Behörden vor. Die Region Madrid ist ganz besonders von dem Virus betroffen. Bis zum Donnerstag kletterte die Zahl der landesweit Infizierten weiter um 25 Prozent auf mehr als 17.000, rund 6.700 davon in Madrid.'Seit dem Wochenende herrscht eine Ausgangssperre.

16.06 Uhr: Von der Leyen lässt sich auf Coronavirus testen

Nach der Coronavirus-Infektion von EU-Unterhändler Michel Barnier lässt sich auch Kommissionschefin Ursula von der Leyen auf das neuartige Virus testen. Dies teilte ihr Sprecher Eric Mamer am Donnerstag mit. Der letzte direkte Kontakt der beiden Politiker liege aber schon zwei Wochen zurück.

Ursula von der Leyen: Die EU-Kommissionschefin lässt sich auf das Coronavirus testen. (Quelle: imago images/Le Pictorium)Ursula von der Leyen: Die EU-Kommissionschefin lässt sich auf das Coronavirus testen. (Quelle: Le Pictorium/imago images)

EU-Ratspräsident Charles Michel zieht sich zur Vorsicht für zwei Tage ins Heimbüro zurück, da er Barnier vor zwölf Tagen letztmals getroffen hat. Damit befolge Michel ärztlichen Rat, sagte dessen Sprecher Barend Leyts. Michel gehe es aber gut und er habe keine Symptome.

16.00 Uhr: Kieler Woche wird verschoben

Die Kieler Woche kann wegen der Auswirkungen des Coronavirus nicht wie geplant Ende Juni stattfinden, sondern soll nun vom 5. bis 13. September ausgetragen werden. Dies gaben die Organisatoren der größten Segelveranstaltung der Welt am Donnerstag bekannt. "Diesen Schritt haben wir als Stadt gemeinsam mit den Veranstaltern der Segelregatten beschlossen. Wir alle hoffen, möglichst schnell zur Normalität zurückzukehren. Dann ist auch wieder Zeit, gemeinsam zu segeln, zu feiern und die Kieler Woche zu genießen", erklärte Oberbürgermeister Ulf Kämpfer.

15.55 Uhr: NRW schnürt riesiges Rettungspaket

Mit einem beispiellosen finanziellen Kraftakt will Nordrhein-Westfalen die Folgen der Coronakrise für Unternehmen und Beschäftigte eindämmen. Über einen Nachtragshaushalt will das Land bis zu 25 Milliarden Euro an neuen Schulden machen, um Bürgschaften, Steuerstundungen sowie Soforthilfen für Kleinunternehmen finanzieren zu können.

Dieser "NRW-Rettungsschirm", sei "das größte Hilfsprogramm seit Gründung des Landes", sagte Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Donnerstag nach einer Videokonferenz mit Vertretern von Wirtschaft, Gewerkschaften und Kommunen. Dieses Sondervermögen habe die Größe von etwa einem Drittel des regulären Landeshaushalts.

15.50 Uhr: Flughafen Innsbruck stellt ab Montag Betrieb ein

Der Flughafen Innsbruck stellt aufgrund der Coronavirus-Krise von Montag an seinen Betrieb ein. Das teilte der Flughafen am Donnerstag der österreichischen Nachrichtenagentur APA mit. Für Notfälle sei man aber jederzeit einsatzbereit, hieß es laut der Agentur. Für die Mitarbeiter sei vom 1. April an Kurzarbeit geplant.

15.40 Uhr: Regierung erwartet etwa 2,35 Millionen Kurzarbeiter

Die Bundesregierung rechnet in der Virus-Krise mit rund 2,35 Millionen Beschäftigten, die aus konjunkturellen oder saisonalen Gründen Kurzarbeitergeld beziehen werden. Dies geht aus einem Verordnungsentwurf des Bundesarbeitsministeriums hervor, der am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters vorlag und über den zuerst das "Handelsblatt" berichtet hatte. Die Kosten für die Bundesagentur für Arbeit (BA) werden auf über zehn Milliarden Euro beziffert.

15.25 Uhr: Bolsonaro-Sohn löst Zwist mit China aus

Eduardo Bolsonaro, Abgeordneter und Sohn des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro, hat China mit drastischen Worten vorgeworfen, das Coronavirus verheimlicht zu haben - und damit eine diplomatische Verstimmung zwischen den beiden Staaten ausgelöst.

Eduardo Bolsonaro: Der Sohn des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro wirft China vor, das Virus verheimlicht zu haben.  (Quelle: dpa)Eduardo Bolsonaro: Der Sohn des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro wirft China vor, das Virus verheimlicht zu haben. (Quelle: dpa)

"Wer Tschernobyl verfolgt hat, wird verstehen, was passiert ist. Ersetzen Sie Atomkraftwerk durch den Coronavirus und die sowjetische Diktatur durch die chinesische", schrieb Eduardo Bolsonaro auf Twitter. "China ist schuld, Freiheit wäre die Lösung."

15.19 Uhr: Polen will Staus mit neuer Grenzabfertigung abbauen

Kanzlerin Angela Merkel hat in einem Telefonat mit dem polnischen Ministerpräsidenten Mateusz Morawiecki betont, wie wichtig der ungehinderte Warenfluss im EU-Binnenmarkt ist. Beide hätten sich über die nationalen Maßnahmen zur langsamen Ausbreitung des Coronavirus ausgetauscht, teilt ein Regierungssprecher mit. Polen habe zugesagt, ein neues Verfahren der Grenzabfertigung einzuführen, um die teilweise kilometerlangen Staus durch die polnischen Grenzkontrollen abzubauen. Dadurch geraten auch die Lieferketten der Industrie durcheinander.

14.58 Uhr: Niederländischer Regierungschef: Klopapier um zehn Jahre zu "kacken"

Die Niederlande verfügen nach den Worten von Ministerpräsident Mark Rutte über ausreichend Klopapier: "Wir haben soviel, wir können zehn Jahre kacken", sagte Rutte am Donnerstag vor laufenden Kameras beim Besuch eines Supermarktes in Den Haag. Das Video machte umgehend die Runde in den sozialen Netzen. Rutte war während des Rundgangs von einer Kundin gefragt worden, ob er selbst noch genug Klopapier habe. Zugleich wies sie ihn darauf hin, dass das Geschäft gerade wieder damit beliefert worden sei. Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie wird immer wieder über Hamsterkäufe berichtet, unter anderem auch bei Toilettenpapier.

14.53 Uhr: Berliner Krankenhäuser suchen medizinisches Fachpersonal 

Die Berliner Krankenhäuser benötigen die Unterstützung der Bevölkerung. "Um für die zu erwarteten Patientenzahlen ausreichend Personal in den Krankenhäusern vorzuhalten, müssen die Personalbestände aufgestockt werden", sagt Marc Schreiner, Geschäftsführer der Berliner Krankenhausgesellschaft. "Auch in den Pflegeeinrichtungen muss die pflegerische Versorgung sichergestellt sein, um Einweisungen von Bewohnern in Krankenhäuser zu vermeiden." Daher werden alle Berlinerinnen und Berliner mit einer medizinischen Ausbildung aufgerufen, sich an Einrichtungen – die zu ihrem Qualifikationsprofil passen – zu wenden. Um die Telefonleitungen nicht zu belasten, wird um Angebote per E-Mail an die Einrichtungen gebeten.

14.39 Uhr: Sechs neue Coronavirus-Todesfälle in Bayern

In Bayern hat sich die Zahl der Todesfälle durch Coronavirus-Infektionen binnen eines Tages fast verdoppelt. Am Donnerstag seien sechs weitere Fälle gemeldet worden, teilt das Gesundheitsministerium mit. Insgesamt summiert sich ihre Zahl im Freistaat damit auf 13. Das bayerische Landesgesundheitsamt zählte bis Mittag 2.282 Infektionen.

14.26 Uhr: Gesundheitsminister Spahn ruft zu Vernunft auf

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat angesichts der Einschränkungen im öffentlichen Leben in Deutschland die Menschen zum Mitmachen und zur Vernunft aufgerufen. "Mein Eindruck ist, dass viele mithelfen wollen und auch zu Hause bleiben", sagte Spahn am Donnerstag in Berlin. Aber man sehe auch, dass es nicht bei jedem angekommen sei. "Ich setze auch einfach auf Vernunft", sagte Spahn. "Wenn wir miteinander verstehen, worum es geht, dass dann möglichst alle es mal zwei, drei, vier Wochen aushalten, auf bestimmte Dinge im Alltag zu verzichten." Partys im Park seien nicht sein Verständnis von Solidarität.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn: Spahn erwartet in den nächsten Monaten keine Rückkehr zum Normalzustand. "Dass wird eher viele Monate so gehen als viele Wochen", sagte er am Donnerstag. (Quelle: dpa)Bundesgesundheitsminister Jens Spahn: Spahn erwartet in den nächsten Monaten keine Rückkehr zum Normalzustand. "Dass wird eher viele Monate so gehen als viele Wochen", sagte er am Donnerstag. (Quelle: dpa)

Was die Dauer der Maßnahmen angeht, verwies Spahn darauf, dass zum Beispiel die Schließung von Kitas, Schulen und Geschäften gerade erst wenige Tage in Kraft seien. "Bis sich das in den Statistiken überhaupt bemerkbar machen kann, braucht es eher 10, 14 Tage, als weniger." Mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer sei abgesprochen, dass nach Ostern gemeinsam geschaut werde, wie es mit den Einschränkungen weitergehe. "Das Virus ist da, und das Virus wird für immer bleiben." Es gehe darum, die Ausbreitung zu verlangsamen.

14.07 Uhr: Sonderregeln für Pflegeheime sollen Pflegekräfte entlasten

Angesichts der Coronakrise sollen Sonderregeln für Pflegeheime kommen. Pflegebedürftige und auch die Pflegekräfte selbst bräuchten nun besonderen Schutz und besondere Unterstützung, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Donnerstag in Berlin. Mit Pflegekassen und Pflegeverbänden sei dafür ein Maßnahmenpaket vereinbart worden, das unter anderem eine befristete Aussetzung bürokratischer Anforderungen vorsieht. Dies gilt etwa für den Pflege-Tüv, bei dem die Qualität von Einrichtungen geprüft wird. Hinweisen auf Missstände solle aber weiter nachgegangen werden.

Befristet ausgesetzt werden sollen auch Personalschlüssel und andere Vorgaben etwa zum Anteil von Fachkräften – ohne dass Vergütungen für die Heime gekürzt werden. Verdachtsfälle auf Infektionen in Heimen sollen den Pflegekassen gemeldet werden müssen. Dann solle auch dafür gesorgt werden, dass anderes Personal als Ersatz zu organisieren ist.

13.56 Uhr: Kramp-Karrenbauer stellt Bundeswehr auf langen Kriseneinsatz ein

Verteidigungsminister Annegret Kramp-Karrenbauer stellt die Bundeswehr auf einen langen Kriseneinsatz zur Bekämpfung des Coronavirus ein. "Uns allen muss bewusst sein, dass dieser Kampf gegen das Virus ein Marathon ist", sagte die CDU-Chefin am Donnerstag in Berlin. "Diese Aufgabe wird uns noch lange fordern."

Man werde "alles tun, was in unserer Macht steht", um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Gleichzeitig warnte die Ministerin aber auch vor zu großen Erwartungen. Sie wies unter anderem darauf hin, dass die Bundeswehr und ihre Krankenhäuser mit rund 3.000 Ärzten nur ein kleiner Teil des Gesundheitssystems sind.

Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer und Eberhard Zorn, Generalinspekteur der Bundeswehr: Man werde "alles tun, was in unserer Macht steht", um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, sagte Kramp-Karrenbauer am Donnerstag in Berlin. (Quelle: imago images)Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer und Eberhard Zorn, Generalinspekteur der Bundeswehr: Man werde "alles tun, was in unserer Macht steht", um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, sagte Kramp-Karrenbauer am Donnerstag in Berlin. (Quelle: imago images)

Die Bundeswehr unterstützt bereits jetzt die Krisenbewältigung vor allem mit der Beschaffung von medizinischem Material. Es gebe bereits jetzt 50 Anfragen zur Amtshilfe, von denen bereits 13 erfüllt würden.

"In der aktuellen Situation sind schnelle Entscheidungen wichtig", sagte Kramp-Karrenbauer. "Wir werden so lange unterstützen, wie wir gebraucht werden."

13.51 Uhr: Coronavirus-Fälle steigen in Österreich weiter "signifikant"

In Österreich steigt die Zahl der Coronavirus-Fälle weiterhin signifikant an, sagt Gesundheitsminister Rudolf Anschober. Insgesamt wurden bisher 1.843 Menschen positiv auf das Virus getestet, fünf Tote laut Gesundheitsministerium bislang gemeldet. Schwerpunkt sei weiterhin das Bundesland Tirol, sagt Anschober. Die Zahl der bestätigten Infektionen liege dort bei 437. Das Bundesland, eine beliebte Touristenregion, wurde am Mittwoch unter Quarantäne gestellt.

13.48 Uhr: EU legt Vorrat medizinischer Ausrüstung an

Die Europäische Kommission will einen Vorrat medizinischer Ausrüstung zur Behandlung der vom Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 anlegen. Es geht um intensivmedizinisches Material wie Beatmungsgeräte, Schutzmasken und Impfstoffe – sobald diese verfügbar seien, sagte der EU-Kommissar für Krisenmanagement, Janez Lenarcic, am Donnerstag in Brüssel. Diese Dinge sollten dann dort in der EU eingesetzt werden, wo sie am nötigsten gebraucht würden.
Lenarcic erläuterte, dass die Kommission bis 90 Prozent der Kosten für die Beschaffung tragen werde. Mitgliedstaaten könnten die Vorräte auf freiwilliger Basis beschaffen und bis zum Bedarfsfall aufbewahren.

13.25 Uhr: Lieferung von Schutzkleidung unter Polizeischutz 

Deutschlands Kassenärzte können millionenfach auf neue Schutzausrüstung gegen eine Coronavirus-Infektion hoffen. "Wir sind vorsichtig optimistisch, dass das Thema Schutzkleidung mit ein bisschen Glück keines unserer primären Probleme mehr darstellen wird in der nächsten Zeit.", sagte der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, in Berlin. Das tiefe Tal des Schutzkleidungsmangels sei durchschritten, da auch in China wieder viele Hersteller ans Netz gegangen seien. Deutsche Unternehmen hätten die Produktion von Desinfektionsmitteln hochgefahren und seien in der Lage, Praxen auch in größerem Stil zu beliefern.

Die Verteilung von Schutzkleidung, die der Bund beschafft hat, organisierten die Kassenärztlichen Vereinigungen in der Fläche über ihre Kreis- und Bezirksstellen. "Spätestens Ende der Woche ist das Material da angekommen, wo es hingehört." Das erfolgt nach Angaben der KBV unter Polizeischutz. Stefan Hofmeister, stellvertretender KBV-Chef, sagt: "Wir müssen bedauerlicherwiese inzwischen Kontakt mit der Polizei aufnehmen, um diese Lieferungen schützen zu lassen. Sie haben alle gehört, dass solche Dinge geklaut werden, sobald sie auf dem Hof sind."

12.56 Uhr: Frankfurter Flughafen will Landebahn als Jet-Parkplatz nutzen

An Deutschlands größtem Flughafen Frankfurt wird die Landebahn Nordwest ab Montag temporär zum Abstellen von Flugzeugen stillgelegt. Weitere Schließungen von Landebahnen seien vorerst nicht geplant, sagt ein Sprecher des Flughafenbetreibers Fraport. Es gebe zudem einzelne Gates und Teilbereiche, die derzeit nicht mehr genutzt würden.

12.52 Uhr: Berichte: Israel bringt 100.000 Corona-Tests nach Israel

Der israelische Geheimdienst Mossad hat laut Medienberichten 100 000 Coronavirus-Tests ins Land gebracht. Die Tests sollen auch aus einem Staat stammen, mit dem Israel keine diplomatischen Beziehungen hat. In den kommenden Tagen sollen demnach weitere vier bis fünf Millionen Tests aus verschiedenen Ländern folgen, wie israelische Medien am Donnerstag berichteten. Allerdings habe das Gesundheitsministerium kritisiert, der Mossad habe nicht die ebenfalls notwendigen Stäbchen für den Abstrich mitgebracht.

Das Büro von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu teilte lediglich mit, Israel setze in der Coronakrise alle Fähigkeiten des Staates ein, daran sei auch der Mossad beteiligt. "Die Ausrüstung, die gekommen ist, ist notwendig und essenziell."

12.35 Uhr: Strenge Rangfolge bei Coronavirus-Tests empfohlen 

Coronavirus-Tests sollten nach einer Empfehlung der EU-Kommission nach einer strikten Rangfolge vorgenommen werden und zu allererst für Patienten mit schweren Symptomen in Krankenhäusern zur Verfügung stehen. Die Empfehlung für ein in der Europäischen Union einheitliches Vorgehen bei den Tests lag der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag vor. Drive-In-Teststationen wertete die Kommission grundsätzlich positiv.

12.20 Uhr: 1.500 Deutsche mit Charterflügen zurückgekehrt

Die Bundesregierung hat am Mittwoch mit den ersten sieben Charterflügen ihrer Rückholaktion rund 1.500 Deutsche aus Tunesien, Ägypten, Marokko und Aserbaidschan nach Deutschland zurückgebracht. Am Donnerstag sollen zusätzlich von den Philippinen und der Dominikanischen Republik Maschinen mit deutschen Touristen starten, die dort gestrandet sind. In der größten Rückholaktion in der Geschichte der Bundesrepublik sollen insgesamt mehrere Zehntausend Menschen ausgeflogen werden.

11.47 Uhr: Saarlands Ministerpräsident fordert im Zweifel Ausgangssperre

Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) hat eine "schnelle und harte Ausgangssperre" gefordert, sollten Bürger Auflagen wegen der Coronakrise weiter nicht befolgen. "Die Lage ist ernst – jeder muss sein Leben einschränken", sagte Hans den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Sollten sich weiterhin viele nicht an die Auflagen halten, bleibe "nur eine schnelle und harte Ausgangssperre als Instrument". Zuvor hatten schon die Ministerpräsidenten Bayerns und Baden-Württembergs mit Ausgangssperren gedroht.

11.40 Uhr: Italien setzt Armee zum Transport von Coronavirus- Toten ein

In Italien wird die Armee zum Abtransport der Leichen der Coronavirus-Toten aus überforderten Bestattungsinstituten eingesetzt. In Videos von Einwohnern aus Bergamo im Nordosten von Mailand sind lange Schlangen von Militär-Lkw zu sehen, die nachts durch die Straßen des Ortes fahren und am Friedhof mit Särgen beladen werden. Ein Armeesprecher bestätigte am Donnerstag, 15 Laster und 50 Soldaten seien abkommandiert worden, um die Leichen der Verstorbenen in benachbarte Provinzen zu bringen. Zuvor hatten Behörden in Bergamo um Hilfe gebeten, da die Krematorien nicht die große Zahl der Toten aufnehmen könnten.

11.31 Uhr: EU-Brexit-Beauftragter Barnier positiv getestet

Der EU-Chefunterhändler für den Brexit, Michel Barnier, ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilt der Franzose selbst mit. Die Folgen für die Verhandlungen über die künftigen Beziehungen der Europäischen Union zu Großbritannien waren zunächst nicht absehbar. Großbritannien hatte die EU Ende Januar verlassen, doch hat sich wegen einer bis Jahresende angesetzten Übergangsphase im Alltag noch nichts geändert. Sollte jedoch bis Ende der Frist keine Vereinbarung über ein Freihandelsabkommen gelingen, droht ein harter Bruch – mit neuen heftigen Belastungen für die Wirtschaft.

11.19 Uhr: Kretschmann droht mit Ausgangssperre in Baden-Württemberg 

Winfried Kretschmann: Der grüne Ministerpräsident droht mit Ausgangssperren. (Quelle: dpa/Marijan Murat)Winfried Kretschmann: Der grüne Ministerpräsident droht mit Ausgangssperren. (Quelle: Marijan Murat/dpa)

Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat eindringlich an die Bürger appelliert, sich an die Einschränkungen zur Eindämmung des grassierenden Coronavirus zu halten – und schärfere Maßnahmen bei Zuwiderhandlung in Aussicht gestellt. "An die Vorgaben muss sich jeder halten", sagte der Grünen-Politiker am Donnerstag bei einer Sondersitzung des Landtags. Ob man in Zukunft ein Ausgangsverbot erteilte, wisse man nicht. Man wolle ein solches Verbot vermeiden. Aber wenn sich die Bürger nicht an die neuen Regelungen hielten, werde es wohl kommen. "Es kann nicht sein, dass jetzt junge Leute zu Corona-Partys rennen", sagte Kretschmann. "Wenn nicht alle ihr Verhalten grundlegend umstellen, dann kommen wir um härtere Maßnahmen und Sanktionen nicht herum."

11.15 Uhr: Ausgangssperren in zwei weiteren Kommunen in Bayern

Eine Ausgangssperre wegen der Ausbreitung des Coronavirus gilt ab sofort in zwei oberfränkischen Kommunen im Landkreis Wunsiedel in Bayern. Betroffen sind das Stadtgebiet und der Ortsteil Neuhaus in Hohenberg an der Eger. Auch für den Ortsteil Fischern, der zum Gemeindegebiet Schirnding gehört, gilt das Verbot.

"Die Fallzahlen sind dort auffällig schnell und stark gestiegen", sagte die Sprecherin des Landratsamts Wunsiedel am Donnerstag. Es handle sich um eine Vorsichtsmaßnahme. Im gesamten Landkreis gibt es derzeit 16 Corona-Patienten – Stand Mittwoch. Alle Bürger in den betroffenen Orten müssen ab sofort daheim bleiben. Sie dürfen das Haus nur verlassen, um zur Arbeit, zum Arzt oder zum Einkaufen zu gehen.

10.59 Uhr: Kitas in Hamburg bleiben länger geschlossen 

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus bleiben die Kitas in Hamburg bis zum 19. April geschlossen. Diese Entscheidung teilte ein Sprecher der Sozialbehörde am Donnerstag mit. Eine Notbetreuung sei weiterhin gewährleistet. Für den Zeitraum, für den der Senat die Einschränkungen der Kita-Regelversorgung ausgesprochen habe, würden die Elternbeiträge für die Betreuung vollständig entfallen. Eine Notbetreuung sei weiterhin gewährleistet. Am Mittwoch war bereits die Schließung der Schulen bis zum 19. April beschlossen worden. Ursprünglich sollten die Hamburger Schulen und Kitas nur bis zum 29. März geschlossen bleiben.

10.55 Uhr: Versehentlicher Versand von Push-Nachrichten

In eigener Sache: Durch einen technischen Fehler sind drei veraltete Push-Benachrichtigungen erneut versendet worden. Wir bitten, diesen Fehler zu entschuldigen. 

10.48 Uhr: Beiersdorf stellt 500 Tonnen Desinfektionsmittel her 

Der Kosmetik-Konzern Beiersdorf startet in der Coronakrise die Herstellung von medizinischen Desinfektionsmitteln. Im ersten Schritt werden mindestens 500 Tonnen Desinfektionsmittel in den Produktionswerken in Hamburg, Waldheim (Sachsen) und Tres Cantos bei Madrid hergestellt, teilte Beiersdorf am Donnerstag in Hamburg mit. In enger Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden sollen die Mittel Institutionen und Berufsgruppen zur Verfügung gestellt werden, die gegen das Coronavirus im Einsatz sind.

10.43 Uhr: Grünen-Politiker Özdemir positiv getestet 

Cem Özdemir: Der frühere Grünen-Chef ist mit dem Coronavirus infiziert. (Quelle: imago images)Cem Özdemir: Der frühere Grünen-Chef ist mit dem Coronavirus infiziert. (Quelle: imago images)

Der frühere Grünen-Chef Cem Özdemir ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der 54-Jährige veröffentlichte am Donnerstag auf Instagram ein Video. Lesen Sie hier mehr.

10.34 Uhr: Regierung plant Hilfspaket für Solo-Selbstständige 

Die Bundesregierung plant in der Coronavirus-Krise ein Hilfspaket von insgesamt bis zu 50 Milliarden Euro für Solo-Selbstständige und andere Kleinstfirmen. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Donnerstag aus Regierungskreisen. Zuvor hatte der "Spiegel" darüber berichtet.

10.30 Uhr: Erster Coronavirus-Todesfall in Russland 

Auch Russland hat nun seinen ersten Coronavirus-Todesfall. Eine 79 Jahre alte Patientin mit schweren Vorerkrankungen sei in einem Moskauer Krankenhaus an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben, teilten die Behörden der russischen Hauptstadt am Donnerstag mit. Nach offiziellen Angaben gibt es bisher vergleichsweise wenig Infizierte in Russland – Stand vom Mittwoch: landesweit 147, davon in Moskau 86 Fälle. Die russischen Behörden betonen seit Tagen, gut auf die Coronakrise vorbereitet zu sein. Russland hat sich wie andere Länder weitgehend abgeschottet.

10.13 Uhr: Polizei löst mehrere Corona-Partys auf

Die Freiburger Polizei musste in der Nacht zum Donnerstag mehrfach wegen sogenannter Corona-Partys ausrücken – dabei sollen die Menschen wegen des Coronavirus derzeit auf soziale Kontakte verzichten.

Vor allem Jugendliche und Heranwachsende hätten sich zum Beispiel auf Grill- und Spielplätzen getroffen, teilte das Polizeipräsidium mit. Die Gruppengrößen seien zwei- bis dreistellig gewesen. Einige der jungen Leute hätten sich uneinsichtig verhalten, als die Polizisten die Treffen auflösten und Platzverweise erteilten.

Behörden und Fachleute warnen seit Tagen vor solchen Partys und generell vor Versammlungen, damit sich das Coronavirus nicht weiter so rasant verbreitet wie derzeit.

10.09 Uhr: Auch Niederlande schießen Grenzen 

Zur Eindämmung der Corona-Pandemie haben nun auch die Niederlande ein faktisches Einreiseverbot für Nicht-EU-Bürger angeordnet. Es gilt laut Regierung ab Donnerstag 18 Uhr für zunächst 30 Tage. Zuvor hatten sich die Regierungen der 27 EU-Staaten auf zusätzliche Einreisebeschränkungen für den Schengenraum verständigt; Deutschland setzte dies bereits am Dienstag um.

10.03 Uhr: Söder fordert wegen Corona 100-Milliarden-Euro-Hilfspaket 

CSU-Chef Markus Söder fordert vom Bund ein mindestens 100 Milliarden Euro schweres Hilfspaket, um die Folgen der Corona-Krise für die Wirtschaft abzumildern. Bisherige Maßnahmen wie die Regelungen zum Kurzarbeitergeld und zu KfW-Bürgschaften seien ein erster Schritt, es brauche aber ein großes Finanz- und Konjunkturpaket von mindestens 100, eher 150 Milliarden Euro, sagte der bayerische Ministerpräsident am Donnerstag in einer Regierungserklärung im Landtag in München.

Zur Abfederung der unkalkulierbaren Kosten und finanziellen Folgen der Corona-Krise fordert Söder zudem die Aussetzung der Stromsteuer und der EEG-Umlage. Dies würde vielen Betrieben und dem normalen Bürger helfen.

9.54 Uhr: Berliner Coronaklinik soll in wenigen Wochen fertig sein 

Die Berliner Klinik für Coronapatienten mit bis zu tausend Betten soll in wenigen Wochen fertig sein. Projektkoordinator Albrecht Broemme zeigte sich am Mittwochabend im Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) zuversichtlich, ein gutes Ergebnis in "vielleicht 20 Tagen, vielleicht 15 Tagen" zu erzielen. "Je eher, desto besser", betonte der ehemalige Präsident des Technischen Hilfswerks.

Entstehen soll die Klinik in Zusammenarbeit unter anderem mit den Berliner Krankenhäusern und Hilfsorganisationen in einer Messehalle. Auch mit der Bundeswehr will der Senat zusammenarbeiten. Als Helfer meldeten sich bereits pensionierte Ärzte und Pflegekräfte sowie Studierende, wie Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) im RBB sagte.

9.51 Uhr: Chinesische Behörde: Ansteckungsrisiko bleibt trotz Erfolgen

Das Risiko neuer Infektionen in der Provinz Hubei bleibt nach Angaben der chinesischen Regierung bestehen. Hubei ist das Epizentrum der Coronavirus-Pandemie. Am Mittwoch hatten die Behörde keine neuen, im Inland übertragenen Ansteckungen registriert, was Hoffnungen auf eine Trendwende im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus ausgelöst hat.

9.41 Uhr: In Berlin tagt ab 10 Uhr das Krisenkabinett mit Kanzlerin Merkel 

In Berlin kommt um 10.00 Uhr das Krisenkabinett mit Kanzlerin Angela Merkel zusammen, um über weitere Hilfen gegen die wirtschaftlichen Auswirkungen der Virus-Krise zu beraten. Für 14.00 Uhr sei eine Telefonkonferenz der Kanzlerin mit den Ministerpräsidenten der Länder geplant, hieß es weiter in Regierungskreisen.

9.28 Uhr: Söder droht mit Ausgangssperre für ganz Bayern

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder: "Wenn sich viele Menschen nicht freiwillig beschränken, dann bleibt am Ende nur die bayernweite Ausgangssperre." (Quelle: imago images)Bayerns Ministerpräsident Markus Söder: "Wenn sich viele Menschen nicht freiwillig beschränken, dann bleibt am Ende nur die bayernweite Ausgangssperre." (Quelle: imago images)

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus droht Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nun ganz konkret mit einer Ausgangssperre für den ganzen Freistaat. "Wenn sich viele Menschen nicht freiwillig beschränken, dann bleibt am Ende nur die bayernweite Ausgangssperre als einziges Instrumentarium, um darauf zu reagieren. Das muss jedem klar sein", sagte Söder in einer Regierungserklärung im Landtag in München.

Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infektionen in Bayern ist nach Angaben von Söder innerhalb eines Tages um rund 400 auf 2282 gestiegen. Es gebe im Freistaat inzwischen zehn Todesfälle. "Die Fälle nehmen immer mehr und immer stärker zu", sagt Söder.

9.19 Uhr: Großbritannien verdoppelt Bereitschaftspersonal des Militärs 

In Großbritannien wurden 20.000 Militärangehörige in Bereitschaft versetzt, um bei der Bewältigung der Corona-Krise helfen zu können. Das sei eine Verdoppelung des bisherigen Bereitschaftspersonals, teilt das Verteidigungsministerium mit.

9.15 Uhr: Teile der Londoner U-Bahn wegen Corona-Pandemie stillgelegt 

Teile der Londoner U-Bahn sind seit Donnerstag wegen der Corona-Pandemie stillgelegt. Bis zu 40 Stationen sollen nach Angaben der Verkehrsbetriebe zunächst geschlossen werden, um das Ansteckungsrisiko zu verringern. Auch der Verkehr mit Bussen ist eingeschränkt worden.

Das Sars-CoV-2-Virus verbreitet sich in der Millionenstadt London schneller als in anderen Regionen Großbritanniens. Es wird erwartet, dass die Metropole in den nächsten Tagen zur Sperrzone erklärt werden könnte. Premierminister Boris Johnson hatte dies auf einer Pressekonferenz auf Nachfrage nicht ausgeschlossen.

9.13 Uhr: Kurzarbeit bei Tui Deutschland von April bis September 

Bei Tui Deutschland sollen die Beschäftigten wegen der schwierigen Geschäftslage durch die Coronakrise für ein halbes Jahr in Kurzarbeit gehen. Die mit dem Management vereinbarte Regelung greife für die Zeit vom 1. April bis zum 30. September, hieß es in einer Information von Konzernbetriebsratschef Frank Jakobi an die Mitarbeiter. Das Unternehmen will demnach über die gesamte Phase verschieden hohe Anteile von Kurzarbeit in verschiedenen Bereichen einführen. Weitere Einzelheiten hierzu würden derzeit noch verhandelt, war am Donnerstag aus der Zentrale in Hannover zu hören.

Tui ist – wie viele andere Reiseveranstalter, Fluggesellschaften und Betriebe aus dem Gastgewerbe - aufgrund der globalen Verbreitung des neuen Coronavirus erheblich in Bedrängnis geraten. Die Gespräche über Kurzarbeit-Regelungen liefen bereits seit einigen Tagen.

9.10 Uhr: Ausgangssperre in Frankreich könnte ausgeweitet werden 

Die Ausgangssperre in Frankreich könnte verlängert werden. "Der Zeitraum von 15 Tagen könnte ausgeweitet werden", sagt Innenminister Christophe Castaner dem Radiosender Europe 1. Die Polizei habe seit Mittwochmorgen 70.000 Mal kontrolliert, ob die Anordnung befolgt werde. Es seien über 4.000 Strafzettel wegen Missachtung ausgestellt worden.

9.04 Uhr: Ausgangssperre in Tirol verhängt 

In Österreich wurde Tirol abgeschottet. Das gelte bis zum 5. April, teilt die Landesregierung mit. Die Bewohner dürfen ihre Ortschaften nur verlassen, wenn es unbedingt nötig ist, sagt Landeshauptmann Günther Platter. In der Region leben 750.000 Menschen. Tirol ist eine beliebte Touristenregion. Die Ski-Orte Ischgl und St. Anton wurden bereits unter Quarantäne gestellt.

8.59 Uhr: Ausgangssperre in Italien muss verlängert werden

Die Ausgangssperre in Italien wegen der Coronavirus-Pandemie muss nach Einschätzung von Regierungschef Giuseppe Conte über den 3. April hinaus verlängert werden. Es sei unvermeidbar, die verhängten Maßnahmen wie die Schließung von Schulen und Unternehmen zu verlängern, sagte Conte der Zeitung "Il Corriere della Sera" vom Donnerstag. In Italien gelten landesweite drastische Beschränkungen der Reise- und Versammlungsfreiheit, die bislang bis zum 3. April dauern sollen.

8.55 Uhr: Drei weitere Tote im Kreis Heinsberg 

Laut eines Berichts des Kölner Stadtanzeigers sind im Kreis Heinsberg drei Menschen an dem Coronavirus gestorben. Der Bericht beruft sich auf das dortige Gesundheitsamt. "Wir fühlen mit den Familien", sagte demnach Landrat Stephan Pusch. 

Die Todesursache sei in allen drei Fällen eine durch das Coronavirus bedingte Lungenentzündung, teilte das Gesundheitsamt laut der Zeitung mit. Bei den Toten handelt es sich um zwei am Dienstag verstorbene Männer im Alter von 83 Jahren und 87 Jahren. Am Mittwoch verstarb eine 85-Jährige Frau im Uniklinikum Aachen. Alle drei Personen hatten Vorerkrankungen. 

8.42 Uhr: Kramp-Karrenbauer: Bundeswehr kann bei Waren-Transport helfen

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer will Soldaten notfalls auch beim Warentransport einsetzen, um die Versorgung der Geschäfte und Firmen zu gewährleisten. "Falls wir Transportprobleme haben sollten, weil so viele Lastwagenfahrer an den Grenzen feststecken und nicht länger verfügbar sind, hat die Bundeswehr Fahrzeuge und Fahrer, die die Versorgung der Bevölkerung übernehmen können", sagt sie im Interview mit der "Financial Times".

Touristen am Flughafen von Gran Canaria: Bundesaußenminister Heiko Maas hat angekündigt, am Wochenende weitere 20.000 Touristen zurückzuholen.  (Quelle: Reuters)Touristen am Flughafen von Gran Canaria: Bundesaußenminister Heiko Maas hat angekündigt, am Wochenende weitere 20.000 Touristen zurückzuholen. (Quelle: Reuters)

8.25 Uhr: Maas: Holen am Wochenende weitere 20.000 Touristen zurück 

Die Bundesregierung will am Wochenende allein aus Ägypten weitere 20.000 Touristen zurückbringen. Bereits am Mittwoch seien rund 7.500 Reisende zurückgeholt worden, sagt Bundesaußenminister Heiko Maas in der ARD. Die Frage der finanzielle Beteiligung der Touristen an der Rückholaktion sei zunächst zurückgestellt worden, damit es nicht zu Verzögerungen komme. Die Bundesregierung habe die Flugzeuge auf eigene Kosten gechartert, vor allem bei der Lufthansa. "Wie wir das mit den Kosten abwickeln, werden wir zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden."

7.58 Uhr: Schweizer Pharmakonzern testet Arthritis-Mittel zur Behandlung von Corona-Patienten 

Der Schweizer Pharmakonzern Roche testet sein Arthritis-Medikament Actemra zur Behandlung von schwerer Lungenentzündung bei Coronavirus-Patienten. Die klinische Studie, an der weltweit 330 Personen teilnehmen, soll Anfang April beginnen. In China darf das Mittel, das bei der Eindämmung von Entzündungen helfen kann, bei einigen schwer erkrankten Coronavirus-Patienten bereits eingesetzt werden. Auch Sanofi und Regeneron testen Arthritis-Arzneien zur Behandlung von Coronavirus-Infizierten.

7.51 Uhr: Corona-Test von Bundesfinanzminister Scholz war negativ 

Der Coronavirus-Test von Bundesfinanzminister Olaf Scholz war seinen eigenen Angaben zufolge negativ. "Die Stimme ist noch mitgenommen, die Erkältung geht etwas zurück und der Test war negativ", twittert Scholz. Er werde nicht mehr aus dem Homeoffice arbeiten, sondern zu Beratungen im Kanzleramt sein. Die Corona-Krise fordere alle. "Gemeinsam stehen wir das durch. Unser Land kann das."

7.43 Uhr: Altmeier hofft auf Klarheit bei Hilfen für Selbstständige 

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hofft in den nächsten Tagen auf Klarheit bei den angedachten zusätzlichen Hilfen für Selbstständige und Kleinstunternehmen, um beispielsweise Mieten auch in der Krise zahlen zu können. "Wir wollen natürlich denen helfen, die es dringend brauchen", sagt der CDU-Politiker im "Deutschlandfunk". Dies solle aber nicht mit der Gießkanne geschehen, sondern zielgenau sein. "Das alles wird, hoffe ich jedenfalls, dann in der nächsten Woche dazu führen, dass der Gesetzgeber notwendige Entscheidungen treffen kann."

6.34 Uhr: Australien schließt Grenzen

Im Kampf gegen die weitere Ausbreitung des Coronavirus schließt Australien seine Grenzen. Ausgenommen von dem Einreiseverbot seien lediglich die eigenen Bürger, Menschen mit dauerhaftem Wohnsitz sowie deren enge Familienmitglieder, kündigte Premierminister Scott Morrison am Donnerstag an.

5.57 Uhr: Ansbach: Zahl der Coronavirus-Fälle verdreifacht

Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Fälle hat sich in Landkreis und Stadt Ansbach innerhalb eines Tages verdreifacht. Es gebe zwölf neue nachgewiesene Fälle von Sars-CoV-2, teilte das Landratsamt Ansbach am späten Mittwochabend mit. Damit steige die Zahl in der mittelfränkischen Region auf 18. Einen Tag zuvor waren es noch insgesamt sechs Fälle. In der Stadt Ansbach leben etwas mehr als 40.000 Menschen, der Landkreis zählt laut Bayerischem Landesamt für Statistik knapp 184.000.

In der Stadt Mitterteich in der Oberpfalz hatten die Behörden unterdessen am Mittwoch eine Ausgangssperre verhängt. Hier wurde den Angaben zufolge das Virus auffällig oft festgestellt. Die Stadt Mitterteich zählt knapp 6.600 Einwohner. Bei 25 Menschen wurde dort das Coronavirus nachgewiesen.

3.55 Uhr: Sprunghafter Anstieg von Infizierten in Südkorea

Südkorea verzeichnet einen sprunghaften Anstieg an neuen Coronavirus-Fällen. Die Zentren zur Krankheits- und Seuchenkontrolle (KCDC) melden 152 neue Fälle, womit die Gesamtzahl auf 8.565 steigt. Das Land hatte bis Mittwoch vier Tage in Folge weniger als 100 Neuinfektionen registriert.

2 Uhr: Flughafen Berlin- Schönefeld: Passagier mit Corona-Verdacht in Klinik gebracht

Auf dem Flughafen Berlin Schönefeld ist am Mittwoch offenbar eine Maschine gelandet, die einen Passagier mit Verdacht auf eine Coronavirus-Infektion an Bord hatte. Der Fluggast wurde demnach ins Krankenhaus gebracht, wie rbb24 unter Berufung auf einen Flughafensprecher berichtete. Das Eurowings-Flugzeug sei aus Palma de Mallorca gekommen.

2 Uhr: Zum ersten Mal keine neuen Infektionen in Wuhan

Die zentralchinesische Stadt Wuhan meldet zum ersten Mal seit dem Ausbruch des Coronavirus Ende 2019 keine neuen Infektionen. In Festland-China werden für Mittwoch 34 neue Infektionen bestätigt, mehr als doppelt so viele wie am Vortag mit 13. Alle neuen Fälle sind importiert, was den Druck auf die Behörden zur Überprüfung von Reisenden erhöht. Insgesamt steigt die Zahl der Erkrankungen auf 80.928. Die Zahl der Todesopfer durch den Ausbruch in China liegt zum Ende des Mittwochs nach offiziellen Angaben bei 3.245, acht mehr als am Vortag. Auf die zentrale Provinz Hubei entfallen dabei alle acht Todesfälle, darunter sechs auf die Provinzhauptstadt Wuhan.

1.55 Uhr: Sachsen – weitgehende Sperrung des öffentlichen Lebens hat begonnen

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus regelt nun auch das Land Sachsen das öffentliche Leben weitgehend herunter. In der Nacht zum Donnerstag tritt um Mitternacht eine Allgemeinverfügung in Kraft, die fast alle öffentlichen und privaten Einrichtung zur Schließung verpflichtet. Messen und Volksfeste sind untersagt, Theater, Kinos und Konzerthäuser müssen zu bleiben, und auch in Schwimmbädern und Fitnessstudios darf es keinen Betrieb mehr geben.

"Wir haben uns zu drastischen Maßnahmen durchgerungen, die das öffentliche Leben auf ein Minimum reduzieren werden. Das ist nötig, um die Verbreitung des Virus zu bremsen", hatte Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) die Maßnahmen begründet. Die Regelung gilt voraussichtlich bis zum 20. April. Die anderen Bundesländer haben ähnliche Verfügungen erlassen und auch schon in Kraft gesetzt.

1.50 Uhr: Weil: Sollten Ausgangssperren gegenwärtig vermeiden

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat sich in der aktuellen Lage der Coronakrise gegen Ausgangssperren ausgesprochen. "Wir sollten Ausgangssperren zum gegenwärtigen Zeitpunkt in Deutschland vermeiden", sagte Weil den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Donnerstag). Sofern die geltenden Einschränkungen konsequent eingehalten würden, brächte eine Ausgangssperre nach Ansicht von Experten keinen wesentlichen gesundheitlichen Zusatzeffekt, so Weil.

"Deswegen können und werden wir es nicht hinnehmen, dass weiter Corona-Partys gefeiert werden und Menschen dicht an dicht in Straßencafés sitzen." Die Polizei in Niedersachsen wird laut dem Ministerpräsidenten dafür sorgen, dass Sicherheitsabstände in Gaststätten eingehalten werden. "Wer das Virus auf die leichte Schulter nimmt und die gut begründeten Vorgaben nicht umsetzt, muss damit rechnen, dass seine Gastronomie vorübergehend geschlossen wird."

Die Zusammenarbeit von Bundesregierung und Ländern in der Corona-Krise funktioniert Weils Ansicht nach gut. "Der Föderalismus ist dieser historisch einmaligen Bedrohung durchaus gewachsen."

1.53: Bayern – Landtag will milliardenschweres Hilfspaket absegnen

Der Landtag am Donnerstag (ab 9.00 Uhr) ein milliardenschweres Hilfspaket für die bayerische Wirtschaft frei machen. Dazu wurde im Eiltempo und im Einvernehmen mit allen Fraktionen der Nachtragshaushalt für das laufende Jahr geändert - und dieser Etat soll bereits am Donnerstag endgültig beschlossen werden.

Weil die bis zu zehn Milliarden Euro über neue Schulden finanziert werden sollen, wird die Schuldenbremse in der bayerischen Verfassung für eine Jahr außer Kraft gesetzt. Dies ist laut Verfassung "bei Naturkatastrophen oder außergewöhnlichen Notsituationen" möglich.

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) will die gesamten Maßnahmen der Staatsregierung im Kampf gegen die Corona-Krise zuvor in einer Regierungserklärung erläutern – vor einem geschrumpften Landtag: An der Plenarsitzung nimmt zur Minimierung möglicher Ansteckungsrisiken nur etwa ein Fünftel aller Abgeordneten teil, jeweils entsprechend der Fraktionsstärke.

1.50 Uhr: Trump bringt erstes großes Hilfspaket auf den Weg 

US-Präsident Donald Trump hat ein vom Kongress beschlossenes milliardenschweres Hilfspaket in Kraft gesetzt, mit dem die Folgen der Coronavirus-Epidemie abgefedert werden sollen. Trump unterschrieb das Gesetz am Mittwochabend (Ortszeit). Die darin vorgesehenen Maßnahmen sollen rund 100 Milliarden US-Dollar kosten.

Mit dem Hilfspaket wird unter anderem die in den USA nicht landesweit gesetzlich vorgeschriebene Lohnfortzahlung im Krankheitsfall ausgeweitet. Zudem werden die Kostenübernahme von Tests auf eine mögliche Ansteckung mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 garantiert und Zahlungen für Arbeitslose und Lebensmittelhilfen ausgeweitet. Das von beiden großen Parteien unterstützte Paket war vergangene Woche vom Repräsentantenhaus verabschiedet worden, am Mittwochnachmittag hatte der Senat zugestimmt.

Die Regierung arbeitet unterdessen bereits an einem größeren Konjunkturpaket, mit dem bis zu eine Billion US-Dollar (900 Milliarden Euro) in die Wirtschaft gepumpt werden soll. Die Verhandlungen mit dem Kongress über die Freigabe der Mittel laufen derzeit auf Hochtouren.

1.38 Uhr: Japans Region Hokkaido beendet Notstand

In Japans Region Hokkaido wird am Donnerstag der Ausnahmezustand wegen der Epidemie beendet. "Wir werden den Notstand wie geplant am 19. März beenden und vom 20. in eine neue Phase gehen, um die Krise der Coronavirus-Infektionen zu überwinden", sagte der Gouverneur der Präfektur, Naomichi Suzuki. Hokkaido hatte am Mittwoch 154 Infektionen gemeldet, während in Japan insgesamt 907 den Virus in sich tragen.

Japans regierende Liberaldemokratische Partei erwägt derweil ein Wirtschaftspaket im Wert von mehr als 30 Billionen Yen (278 Milliarden Dollar) als Reaktion auf die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie, berichtet die japanische Tageszeitung "Sankei".

1.27 Uhr: US-Autobauer wollen medizinische Geräte produzieren

US-Autohersteller bieten ihre Hilfe bei der Produktion von medizinischen Geräten an. General Motors (GM) und Ford erklären, dass die in Gesprächen mit der amerikanischen Regierung seien, wie die Produktion beispielsweise von Beatmungsgeräten zur Bekämpfung des Ausbruchs des Coronavirus unterstützen könnten.

General Motors (GM), Fiat Chrysler und Ford schließen wegen der Corona-Krise zunächst ihre Produktion in Nordamerika bis Ende März. Dies teilten die drei Unternehmen sowie die Branchengewerkschaft UAW am Mittwoch mit. Damit werde die Gesundheit von Gewerkschaftsmitgliedern, deren Angehörigen sowie der Bewohner der Orte geschützt, in denen die Fabriken ansässig sind, erklärte UAW-Chef Rory Gamble in einer gemeinsamen Erklärung mit Ford.

Anfang dieser Woche war Großbritannien an Autobauer wie Ford, Honda und Rolls Royce herangetreten, die zur Herstellung von Gesundheitsausrüstung einschließlich Beatmungsgeräten herangezogen werden sollen. In China wurde teilweise die Produktion von Masken und medizinischer Schutzkleidung von anderen Herstellern wie Apple-Partner Foxconn oder dem Jointventure von GM mit chinesischen Partnern übernommen.

1.26 Uhr: Kassen sichern Erstattung aller zusätzlichen Pflegekosten zu

Die gesetzlichen Krankenkassen haben die Erstattung aller Kosten zugesichert, die im Bereich der Pflege wegen der Corona-Krise entstehen. Die Pflegeversicherung verfüge über ausreichend Rücklagen, um die Corona-bedingten Mehrkosten bei den knapp 27.000 Pflegeheimen und Pflegediensten in Deutschland auszugleichen, sagte der Vizevorsitzende des Spitzenverbands der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV), Gernot Kiefer, den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Donnerstagsausgaben). Die Erstattung von Zusatzkosten infolge der Corona-Pandemie werde "unbürokratisch" gewährleistet.

Die Pflegekräfte in Heimen und bei ambulanten Diensten seien in der Krise "unglaublich gefordert", hob der GKV-Vize hervor. Um sich zu schützen, könnten sie weder im Homeoffice arbeiten noch auf körperliche Distanz gehen. Deshalb sei Schutzausrüstung wie Handschuhe und Atemmasken sowie zusätzliche Desinfektion enorm wichtig. "Wir stehen dafür gerade, dass auch das finanziert wird", sagte Kiefer.

Er kündigte zudem an, dass zur Entlastung der Pflegebranche bei Pflegegeldempfängern vorerst keine kontrollierenden Hausbesuche mehr stattfinden sollen. Zudem sollten Pflegekräfte in den Tagespflegeeinrichtungen weiter finanziert werden, auch wenn die Einrichtungen geschlossen würden. Die so freigewordenen Pflegekräfte sollten weiterhin in der Pflege eingesetzt werden, indem sie beispielsweise die Pflege von Heimbewohnern unterstützten.

1.10 Uhr: Telekom sieht Netze für mehr Nutzung in Virus-Krise gerüstet

Die Deutsche Telekom sieht ihre Netze für ein höheres Datenvolumen und mehr Telefonate in der Coronavirus-Krise gerüstet. Die Netze seien stabil und sicher, erklärt der Bonner Konzern am Donnerstag. "Zwar verzeichnet das Unternehmen insbesondere im Festnetz eine deutliche Zunahme im Bereich des Datenverkehrs und der Menge und Dauer an Telefonaten." Diese seien aber für das Netz nicht kritisch. Die Telekom beobachte die Lage laufend, um aktuellen Entwicklungen vorausschauend zu begegnen.

1 Uhr: EU-Politiker fordern längere Brexit-Übergangsphase

Wegen der Corona-Krise appellieren EU-Politiker an Großbritannien, die Brexit-Übergangsphase zu verlängern. Das sollte "unter den gegebenen Umständen erneut sorgfältig in London geprüft werden", sagte der Brexit-Beauftragte des Europaparlaments, David McAllister, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Donnerstag). "Auf europäischer Seite waren und sind wir bereit, die Übergangsphase bis maximal Ende 2022 zu verlängern", erklärte McAllister. Die britische Regierung lehnt dies allerdings bisher kategorisch ab, weil sie das Land in die Eigenständigkeit führen will.

Auch die Vizepräsidentin des EU-Parlaments, Katarina Barley (SPD), hielt dem entgegen, in der Krise seien persönliche Gespräche über ein Abkommen unmöglich. "Ein immer noch drohender harter Brexit mit chaotischen Zuständen und wirtschaftlichen Einbußen ist zum jetzigen Zeitpunkt eine unnötige Belastung für beide Seiten. Deshalb sollte die Übergangsphase frühzeitig verlängert werden."

Der Linken-Brexitexperte Martin Schirdewan sagte, die Befristung bis zum 31. Dezember 2020 sei ohnehin völlig unrealistisch gewesen, nun mache die Corona-Pandemie die Einhaltung noch fragwürdiger, wenn nicht gänzlich unmöglich.

00.20 Uhr: Spahn: Kein Überbietungswettbewerb bei behördlichen Beschränkungen

Im Kampf gegen das sich ausbreitende Coronavirus mahnt Gesundheitsminister Jens Spahn die Behörden dazu, sich bei den Beschränkungen des alltäglichen Lebens keinen Überbietungswettbewerb zu liefern. "Maß und Mitte, das braucht es gerade in solchen Zeiten", sagte der CDU-Politiker bei "stern TV" auf RTL. Auf die Frage, ob er eine generelle Ausgangssperre in nächster Zeit ausschließen könne, mahnte Spahn, die nun getroffenen weitreichenden Maßnahmen erst einmal wirken zu lassen – nötig seien etwa 10 bis 14 Tage.

Zugleich kündigte Spahn an, dass an diesem Donnerstag "endlich" die ersten zehn Millionen Schutzmasken ausliefert werden können: an Ärzte, kassenärztliche Vereinigungen und die Bundesländer. "Es hat lange gedauert, wir haben viel auch auf der Welt nach Lieferanten suchen müssen."

Zu den Infektionszahlen sagte Spahn am Mittwochabend: "Wir haben einen exponentiellen Verlauf, also eine sehr, sehr starke Steigerung. Das war auch zu erwarten. Die Zahlen sind wahrscheinlich auch höher, als wir es in der Statistik sehen." Deutlich mehr Menschen zu testen sei aber nicht machbar. "Wir können und schaffen es nicht, hunderttausende Bundesbürger jeden Tag zu testen. Das geben die Kapazitäten nicht her, obwohl wir mit die meisten Test-Kapazitäten auf der ganzen Welt haben."

00.18 Uhr:  Bund kann in Virus-Krise offenbar unbegrenzt Schulden machen

Trotz der Schuldenbremse kann der Bund laut einem Zeitungsbericht in einer außergewöhnlichen Notsituation wie der Coronavirus-Krise unbegrenzt neue Schulden aufnehmen. Das ermöglichten die Regeln zur Schuldenbremse im Grundgesetz, berichtet die "Rheinische Post" am Donnerstag unter Berufung auf die Antwort des Finanzministeriums auf eine Berichtsanforderung des Grünen-Politikers Sven-Christian Kindler. "Drei Voraussetzungen müssen erfüllt sein. Die Notsituation muss außergewöhnlich sein, ihr Eintritt muss sich der Kontrolle des Staates entziehen und sie muss die staatliche Finanzlage und den Haushalt erheblich beeinträchtigen."

Eine vertragliche Obergrenze der zusätzlichen Verschuldungsmöglichkeiten sei nicht festgelegt, heißt es weiter. Zusätzlich habe der Bund auch für Nachtragshaushalte die Möglichkeit, die nach der Schuldenbremse zulässige Verschuldungsobergrenze um weitere drei Prozent der veranschlagten Steuereinnahmen zu überschreiten, wenn es unerwartete Entwicklungen auf der Einnahmen- oder Ausgabenseite gebe. "Das entspricht derzeit einem Betrag von rund zehn Milliarden Euro", so das Finanzministerium laut der Zeitung. 

Donnerstag, 19. März, 00.15 Uhr:  EZB legt 750-Milliarden-Notfallprogramm auf

Zur Bewältigung der wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise hat die Europäische Zentralbank (EZB) ein Notfallprogramm im Volumen von 750 Milliarden Euro lanciert. Im Rahmen des mindestens bis Jahresende laufenden Programms will die EZB sowohl staatliche als auch private Wertpapiere aufkaufen, wie die EZB in der Nacht zum Donnerstag mitteilte. Damit solle den durch die Corona-Krise entstehenden Risiken für die Entwicklung des Euro-Kurses begegnet werden, hieß es. Hier lesen Sie die gesamte Meldung.

Mittwoch, 18. März, 22:54 Uhr: Portugal ruft Ausnahmezustand aus

Im Kampf gegen die Coronavirus-Krise hat Portugal erstmals in Demokratiezeiten den Ausnahmezustand verhängt. Staatsoberhaupt Marcelo Rebelo de Sousa verabschiedete das vom Parlament in Lissabon gebilligte entsprechende Dekret. Der zweiwöchige Ausnahmezustand – die zweithöchste Notstandsstufe des Landes – sollte demnach um Mitternacht Ortszeit (01.00 Uhr MEZ Donnerstag) in Kraft treten.

22.55 Uhr: Die aktuellsten Zahlen aus Deutschland

Das Coronavirus breitet sich in Deutschland weiter aus. Bundesweit gibt es derzeit 12.357 bestätigte Infektionen (Stand: 18. März, 22:00 Uhr), wie die Zahlen aus den Bundesländern nach Recherchen von t-online.de zeigen. 31 Menschen sind verstorben. Hier sehen Sie die gesamte Übersicht.

22.50 Uhr: Neue Covid-19-Todesfälle in mehreren Karibikstaaten

Das Coronavirus hat Lateinamerika und die Karibik später erreicht als Europa – allmählich häufen sich nun auch dort die Fälle. Sowohl die Inselstaaten Jamaika und Kuba als auch das mittelamerikanische Costa Rica meldeten am Mittwoch (Ortszeit) jeweils einen ersten Todesfall infolge einer Covid-19-Erkrankung. Zudem bestätigte die Dominikanische Republik ein neues Todesopfer. Damit stieg die bisherige Bilanz der Todesfälle in dem Karibikstaat auf zwei.

In ganz Lateinamerika hat es bisher mindestens 13 bestätigte Todesfälle in insgesamt acht Ländern gegeben. Mit drei Toten ist die Zahl in Brasilien am höchsten. Hinzu kommt in der Karibik jeweils ein Todesopfer im englischen Überseegebiet Cayman Islands, auf der französischen Insel Martinique und in Jamaika sowie im südamerikanischen Guyana, das wegen seiner Amtssprache Englisch nicht zu Lateinamerika gezählt wird.

22:34 Uhr: Tirol wird wegen Corona-Krise unter Quarantäne gestellt

Das gesamte österreichische Bundesland Tirol wird ab Mitternacht wegen der Ausbreitung des Coronavirus unter Quarantäne gestellt. "Wir erlassen Quarantäneverordnungen für alle 279 Tiroler Gemeinden. Das bedeutet: Die Gemeinde darf nur dann verlassen werden, wenn es um die Deckung der Grundversorgung geht, um die Daseinsvorsorge oder um zur Arbeit zu kommen – und dann nur zum nächstgelegenen Ort", teilte Tirols Landeschef Günther Platter am Mittwochabend via Facebook mit. "Sofern es einen Arzt, eine Apotheke, einen Lebensmittelhandel und eine Bank im Ort gibt, darf die Gemeinde für diese Zwecke nicht verlassen werden."

21:43 Uhr: Österreich kündigt wegen Corona-Krise Milliarden-Hilfspaket an

Österreich will die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise mit einem Milliarden-Hilfspaket abfedern. Die Regierung in Wien kündigte Hilfen für die Wirtschaft in Höhe von 38 Milliarden Euro an. Kanzler Sebastian Kurz sagte, die Regierung werde "alles tun, um massenhafte Arbeitslosigkeit" zu verhindern. Wie die wirtschaftlichen Hilfen im Detail aussehen, wird noch erarbeitet.

21:04 Uhr: Frankreich meldet 89 Corona-Tote innerhalb eines Tages

In Frankreich ist die Zahl der Todesfälle durch das neuartige Coronavirus auf 264 gestiegen. 89 Menschen seien in den vergangenen 24 Stunden an den Folgen ihrer Infektion gestorben, sagte der französische Gesundheitsdirektor Jerome Salomon vor Journalisten. Die Zahl der Infektionsfälle in Frankreich insgesamt stieg demnach auf mehr als 9100.

20:49 Uhr: Auch Israel schließt seine Grenzen

Israel hat zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie mit sofortiger Wirkung seine Grenzen für Ausländer geschlossen. Das teilte die Migrationsbehörde mit. Bereits seit zwei Wochen durften Ausländer nur noch einreisen, wenn sie nachweisen konnten, dass sie sich in den ersten 14 Tagen privat in Quarantäne begeben konnten. Hotels waren dafür nicht zugelassen. Nun dürfen nur noch Israelis und Ausländer mit ständigem Wohnsitz nach Israel einreisen. Solche Maßnahmen, die auch von anderen Ländern ergriffen wurden, sollen dazu beitragen, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen.

20:35 Uhr: Fast 14.000 Infektionen in Spanien

Die Zahl der Coronavirus-Infektionen ist in Spanien am Mittwoch um etwa 2000 auf 13.716 gestiegen. Innerhalb von 24 Stunden sei die Zahl der Toten von 525 auf 598 gestiegen, teilte das Gesundheitsministerium in Madrid mit. Nach Italien ist Spanien das Land in Europa, das derzeit am stärksten von der Corona-Krise in Mitleidenschaft gezogen wird. Am stärksten betroffen ist in Spanien die Region Madrid. Dort hatten die Behörden mehr als 5600 Menschen gezählt, die sich mit dem Covid-19-Erreger Sars-CoV-2 infiziert haben. Die Zahl der Toten lag bei 390.

19:47 Uhr: Berlins Regierender Bürgermeister offenbar in Quarantäne

Michael Müller, der Regierende Bürgermeister von Berlin, hat sich nach der Coronavirus-Diagnose des israelischen Botschafters offenbar vorsorglich in Quarantäne begeben. Das berichten übereinstimmend "rbb" und "Tagesspiegel" nach Informationen aus der Senatskanzlei. Diese war war am Mittwochabend nicht mehr für eine Stellungnahme zu erreichen. Zuvor hatte bereits das Berliner Abgeordnetenhaus seine Plenarsitzung am Donnerstag abgesagt. Auslöser war ein Besuch des israelischen Botschafters Jeremy Issacharoff vor etwa anderthalb Wochen, der inzwischen positiv auf das Virus getestet wurde.

19.14 Uhr: Zahl der Todesfälle in Italien steigt dramatisch an

In Italien ist die Zahl der Todesfälle infolge des Coronavirus binnen 24 Stunden um 19 Prozent auf 2978 gestiegen. Das teilt die zuständige Behörde mit. Die Zahl der registrierten Infektionen erhöhte sich demnach binnen eines Tages um 13 Prozent auf 35.713.

18:49 Uhr: Bayern meldet siebten Corona-Todesfall

In Bayern ist ein siebter Mensch nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. "Bei diesem Todesfall handelt es sich nach Angaben des Landratsamtes Würzburg um einen über 90-jährigen Patienten mit Vorerkrankungen", teilte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums mit. Insgesamt gibt es im Freistaat mindestens 1798 Menschen, die positiv auf das Virus getestet wurden.

18:34 Uhr: Handel fürchtet Insolvenzwelle und fordert rasche Hilfe

Der Handelsverbandes Deutschland (HDE) fürchtet im Einzelhandel wegen der angeordneten Ladenschließungen eine Insolvenzwelle. "Durch massive Umsatzausfälle werden tausende selbstständige Unternehmen und Millionen von Arbeitsplätzen vernichtet", sagte HDE-Präsident Josef Sanktjohanser in einem Brief an Bundeskanzlerin Merkel. Er forderte Soforthilfen für die Branchen. Die verfügten Geschäftsschließungen führten bundesweit zu einem Umsatzausfall von rund 1,15 Milliarden Euro pro Tag oder 7 Milliarden Euro pro Woche.

18:30 Uhr: Merkel appelliert in TV-Ansprache an alle Bürger: "Die Lage ist ernst"

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat alle Menschen in Deutschland in einem dramatischen Appell aufgefordert, beim Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus mitzuhelfen. "Es ist ernst. Nehmen Sie es auch ernst", sagte Merkel in einer Fernsehansprache an die Bevölkerung. Die Rede im Wortlaut finden Sie hier.

18.09 Uhr: Österreich kontrolliert ab Mitternacht Grenze zu Deutschland

Österreich kontrolliert ab Donnerstag, 00.00 Uhr, aufgrund der Ausbreitung des neuen Coronavirus die Grenze zu Deutschland. Das bestätigte das österreichische Innenministerium in Wien.

17.48 Uhr: Mecklenburg-Vorpommern sperrt Touristen wegen Corona-Epidemie aus

Zur Eindämmung der Coronavirus-Epidemie lässt auch Mecklenburg-Vorpommern keine Touristen mehr ins Land. Seit Mittwoch sei es allen touristischen Anbietern, von Hotels über Pensionen, Gasthöfen, Campingplätzen und Wohnmobilplätzen bis hin zu Vermietern von Ferienwohnungen und auch Homesharing-Anbietern, untersagt, Urlaubsgäste aufzunehmen, teilte die Staatskanzlei in Schwerin mit. Touristen, die bereits im Land sind, müssten nun bis spätestens Donnerstag ihre Unterkünfte räumen und nach Hause zurückkehren. Schleswig-Holstein hatte zuvor ähnliche Einschränkungen verfügt.

17.40 Uhr: Auch Saarland bittet Bundeswehr um Hilfe

Das Saarland hat in der Coronakrise die Unterstützung der Bundeswehr angefordert. Es laufen derzeit zwei Anträge auf Amtshilfe, wie eine Sprecherin des saarländischen Innenministeriums mitteilte. Zuvor hatte die "Saarbrücker Zeitung" darüber berichtet. Bislang war bekannt, dass Berlin die Bundeswehr um Hilfe beim Aufbau einer Coronavirus-Klinik in der Hauptstadt gebeten hat. Auch Halle sowie das Bundesland Sachsen wollten sich um zivile Hilfe durch die Truppe bemühen.

17.37 Uhr: 850 Polizisten vorsorglich in Isolation

In Baden-Württemberg befinden sich rund 850 der insgesamt 24.500 Beamten derzeit in Isolation, teilte ein Sprecher des Innenministeriums der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage mit. In aller Regel handle es sich um Urlaubsheimkehrer aus Risikogebieten. Das entspreche aber zahlenmäßig der Lage in einer Hochphase der Grippe. Die Infektionen bei der Polizei lägen im "niedrigen zweistelligen Bereich". Allerdings stelle das Virus eine psychische Belastung dar für die Beamten. "Die Lage geht auch an Polizisten nicht spurlos vorüber."

17.28 Uhr: Hamburgs Erzbischof feiert Gottesdienst im Internet

Der Hamburger Erzbischof Stefan Heße wird von Donnerstag an in seiner Hauskapelle täglich um 11.00 Uhr die Heilige Messe allein feiern und diese in Eigenregie über die Facebook-Seite des Erzbistums live übertragen. "Mir ist es wichtig, gerade in dieser Zeit die Verbindung zu den Menschen zu erhalten. Deshalb gehe ich diesen auch für mich ungewohnten Weg", sagte der Erzbischof. Nach dem Aufenthalt in einem Corona-Risikogebiet hatte sich Heße in häusliche Quarantäne begeben.

17.21 Uhr: Fünf Branchen profitieren von der Corona-Krise

An den Börsen herrscht Panik, Autobauer stellen den Betrieb ein – die Weltwirtschaft steht Kopf. Einigen Firmen und Branchen aber spielt die Corona-Krise in die Karten. Welche genau das sind, erfahren Sie hier.

17.08 Uhr: Deutschland sichert sich in Corona-Krise womöglich hilfreiche Malaria-Medizin

Deutschland hat sich nach Angaben der Bundesregierung Zugriff auf die als mögliches Coronavirus-Medikament gehandelte Arznei Chloroquine gesichert. "Wir haben für die Bundesrepublik Deutschland bei Bayer bereits größere Mengen Chloroquine reserviert", sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland.

"Gleichzeitig begleiten unsere Behörden alle Studien dazu mit Hochdruck", sagte Spahn. "Wir wollen schnell wissen, ob dieses Medikament bei Corona hilft." Chloroquine war zuvor als Malaria-Prophylaxe eingesetzt worden.

16.48 Uhr: Mindestens 17 Corona-Tote in spanischem Altenheim – Ermittlungen

Der Tod von mindestens 17 mit dem neuen Coronavirus infizierten Heim-Senioren ruft in Spanien die Justiz auf den Plan. Auf Antrag einer Patientenschutzorganisation leitete die Staatsanwaltschaft in Madrid Ermittlungen über die Zustände in der Residenz ein.

Die Organisation "El Defensor del Paciente" wirft dem Heim Monte Hermoso im Westen der spanischen Hauptstadt demnach unter anderem "mangelhafte Sicherheits- und Hygienemaßnahmen" sowie "Personal- und Mittelmangel" vor. Das Heim betreut den Angaben zufolge im Schnitt 130 Senioren. Neben den 17 Todesopfern wurden nach Angaben der Madrider Stadtverwaltung im Heim mindestens 75 weitere Menschen – Insassen und Mitarbeiter – mit dem Covid-19-Erreger Sars-CoV-2 infiziert. Berichten zufolge waren die Infizierten bis Dienstag tagelang nicht in Krankenhäuser gebracht worden. Die meisten seien im Heim gestorben und hätten zuvor mutmaßlich sehr viele Mitbewohner und Pflegekräfte angesteckt.

16.37 Uhr: Erste Ausgangssperre in Bayern verhängt

Das Landratsamt Tirschenreuth hat wegen der Verbreitung des Coronavirus für die Stadt Mitterteich eine Ausgangssperre verhängt. Es ist die erste Stadt in Bayern mit einer solchen Maßnahme. Sie soll bis zum 2. April dauern, wie die Behörde mitteilte.

Schon am Dienstag hatte es in der Stadt in der Oberpfalz Gerüchte über die Verhängung einer Ausgangssperre gegeben. Die Feuerwehr informierte die Bürger mit Lautsprecherwagen, das dem nicht so wäre, berichtet der Bayerische Rundfunk (BR). Zugleich sei dabei auf den Ernst der Lage hingewiesen worden. Mitterteich gilt als einer der regionalen Brennpunkte der Coronavirus-Epidemie. Bis Dienstagvormittag zählte die Stadt 19 bestätigte Corona-Fälle, im ganzen Landkreis Tirschenreuth sind es nach Angaben des Landrats 40.

16.34 Uhr: Notstand in der Lombardei: Grenze ist erreicht

Der Präsident der Lombardei, Attilio Fontana, hat wegen der extrem vielen Coronakranken vor dem endgültigen Kollaps des Gesundheitssystems in seiner Region gewarnt. "Leider gehen die Zahlen der Infektionen nicht zurück, sie bleiben hoch. In Kürze sind wir nicht mehr in der Lage, den Kranken eine Behandlung zu bieten", sagte er nach Angaben von Medien. Fontana (67) richtete den Appell an die Bürger, sich an die Ausgangssperren zu halten: "Jedes Verlassen der Wohnung ist ein Risiko für Sie und andere, wir fordern dieses Opfer, um Menschenleben zu retten." Die Lombardei, in der die Metropole Mailand und die heftig von der Krankheit Covid-19 betroffenen Zone um Bergamo liegen, verzeichnet rund die Hälfte der über 30.000 offiziell erfassten Coronavirus-Fälle in Italien.

16.23 Uhr: Berlin und Brandenburg warnen vor Ausgangssperren

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller und Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (beide SPD) haben vor der Verhängung von Ausgangssperren gewarnt. Ob es weitere restriktive staatliche Maßnahmen geben müsse, hänge auch davon ab, "wie sich jeder Einzelne verhält", sagte Woidke in Potsdam. Er hoffe es zwar nicht, aber das hänge auch vom "gesunden Menschenverstand" ab.

Auch Müller appellierte an die Vernunft der Bürger. Er hoffe, dass eine Ausgangssperre vermieden werden könne. Zugleich verteidigte er die Berliner Entscheidung, anders als andere Länder Spielplätze nicht schließen zu wollen. Gerade in einem Stadtstaat wie Berlin lebten die Menschen teils schließlich "auf engstem Raum" zusammen, ohne Möglichkeit, sich in der Natur zu bewegen. Beide SPD-Politiker forderten die Bevölkerung im Rahmen dessen dringend dazu auf, auf soziale Kontakte soweit wie möglich zu verzichten.

16.18 Uhr: New Yorker Bürgermeister fordert in Coronakrise Hilfe des Militärs

New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio hat wegen sprunghaft ansteigender Coronafälle die Hilfe des US-Militärs gefordert. "Das Militär hat außergewöhnliche medizinische Kapazitäten", sagte de Blasio im Interview mit dem TV-Sender NBC. "Diese wird an Orten wie New York gerade gebraucht." Auch bei der Logistik und Koordination in der Pandemie könne die Armee helfen.

In New York City waren die Infiziertenzahlen zuletzt sprunghaft angestiegen. Am Mittwoch lag die Zahl der bestätigten Fälle bei knapp unter 1.000, die Stadt ist damit eine der am stärksten betroffenen Regionen der USA. Dabei wird eine hohe Dunkelziffer angenommen angesichts eines Engpasses bei Testkits in den Vereinigten Staaten.

16.13 Uhr: Corona-Tests in Berlin: Weniger als fünf Prozent positiv

Berliner Labore haben in der vergangenen Woche 9.253 Tests auf das neue Coronavirus durchgeführt. Davon seien 394 positiv ausgefallen, teilte die Senatsverwaltung für Gesundheit mit. Das entspricht einem Anteil von gut vier Prozent. Zuvor hatte der "Tagesspiegel" darüber berichtet. Es handelt sich nicht nur um Ergebnisse von Berlinern: Auch für Brandenburger und Menschen mit anderen Wohnsitzen würden Tests durchgeführt, hieß es. Die Zahl der bestätigten Fälle in Berlin liegt (Stand Dienstagabend) bei 383. Laut Gesundheitsverwaltung haben sieben Labore in Berlin derzeit eine Kapazität von 2.000 Tests pro Werktag. An einer Ausweitung werde gearbeitet.

15.51 Uhr: 446 neue Infektionsfälle – allein in Bayern

In Bayern haben sich weitere 446 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert. Das teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit mit Sitz in Erlangen am Mittwoch auf seiner Homepage mit. Insgesamt gibt es im Freistaat damit mindestens 1.798 Menschen, die positiv auf Sars-CoV-2 getestet wurden.

Darin eingerechnet sind unter anderem die ersten 14 Infizierten, die allesamt mit dem Autozulieferer Webasto aus Gauting-Stockdorf in der Nähe Münchens in Zusammenhang standen. Fünf Menschen mit Coronavirus-Infektion starben bislang in Bayern. Einen Überblick über alle Infizierten in Deutschland finden Sie hier. 

15.29 Uhr: Regierung bestellt für 224 Millionen Euro Schutzausrüstung

Die Bundesregierung schließt im Eiltempo neue Verträge für die Lieferung von Schutzausrüstung ab. Innerhalb von 24 Stunden nach Auftragserteilung seien mehrere Verträge abgeschlossen worden, teilte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums mit. Das Beschaffungsamt des Ministeriums war mit der Bestellung für die Regierung beauftragt worden, für die die Koalition gerade weitere 500 Millionen Euro bereitgestellt hatte.

Es gebe derzeit 33 Verträge mit einer Lieferfrist bis Ende des Monats, sagte der Sprecher. Das Volumen der Aufträge betrage 224 Millionen Euro. "Lieferzeiten sind nach meinem Verständnis keineswegs lang, sondern erste Lieferungen sind schon zugelaufen", fügte er hinzu. Bis Mitte April würden alle diese geschlossenen Verträge erfüllt. Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums verwies darauf, dass der Markt angesichts des großen Bedarfs rasch reagiere.

15.07 Uhr: Bundestag tagt trotz Coronavirus

Der Bundestag wird kommende Woche wie geplant tagen. Darauf hat sich nach Angaben der Bundestagsverwaltung Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble mit den Parlamentarischen Geschäftsführern aller Fraktionen in einer Telefonkonferenz geeinigt. "Eine Änderung der Präsenztage ist nicht vorgesehen", sagt ein Sprecher. Die Fraktionen würden nun untereinander geeignete Maßnahmen für den Ablauf der Plenarsitzungen und Ausschussberatungen abstimmen, um das Infektionsrisiko auf ein Mindestmaß zu reduzieren.

14.54 Uhr: Trump kündigt Schließung der Grenze zu Kanada an

US-Präsident Donald Trump kündigt eine weitgehende Schließung der Grenze zu Kanada an. Diese gelte für Verkehr, der "nicht wesentlich" sei, twittert er. Der Handel mit dem Nachbarland werde durch die vorübergehende und im beiderseitigen Einvernehmen getroffene Entscheidung nicht beeinträchtigt: "Details folgen", ergänzt Trump.

14.27 Uhr: Ansturm aufs Kurzarbeitergeld

Bundesweit gibt es einen Ansturm von Unternehmen auf das erweiterte Kurzarbeitergeld in der Coronakrise. Die Firmen beantragen die Leistung in großem Stil bei den örtlichen Stellen der Bundesagentur für Arbeit (BA), sagte eine Sprecherin des Arbeitsministeriums in Berlin.

Das erleichterte Kurzarbeitergeld fließt rückwirkend zum 1. März. Die BA übernimmt 60 Prozent des ausgefallenen Nettolohns, wenn ein Unternehmen Mitarbeiter in Kurzarbeit schickt. Bei Arbeitnehmern mit Kind sind es 67 Prozent. Betriebe können Kurzarbeitergeld nutzen, wenn nur 10 Prozent der Beschäftigten vom Arbeitsausfall betroffen sind – statt wie bisher ein Drittel. Den Arbeitgebern werden zudem die Sozialversicherungsbeiträge, die sie bei Kurzarbeit zu zahlen haben, in voller Höhe erstattet. Auch Zeitarbeitsunternehmen können die Leistung anzeigen.

14.19 Uhr: Sprecher: Nur eine Hilfsanfrage an Bundeswehr

Nach Angaben des Verteidigungsministeriums gibt es bislang eine Anfrage zur Unterstützung bei der Bewältigung der Virus-Krise. Wie ein Sprecher des Ministeriums in Berlin erklärte, gebe es Vorabsprachen mit dem Berliner Senat über die Errichtung eines Krankenhauses speziell für Covid-19-Erkrankte. Dabei gehe es um Hilfe der Bundeswehr beim Aufbau der Einrichtung. Anfragen für weitere Hilfen aus dem Bundesgebiet lägen ihm derzeit nicht vor.

13.52 Uhr: London erlaubt Festnahmen und Zwangstests bei Coronavirus-Verdacht

Die britische Regierung setzt im Kampf gegen das Coronavirus vor allem auch auf polizeiliche Maßnahmen. Ein auf der Website der Regierung veröffentlichter Gesetzentwurf sieht unter anderem vor, dass Polizisten künftig Menschen wegen des Verdachts auf eine Coronavirus-Infektion festnehmen und zum Test zwingen können. Zudem soll es möglich sein, frühere Mitarbeiter im Gesundheitsdienst oder Sozialarbeiter aus dem Ruhestand zurückzurufen.

Die britische Regierung war wegen ihrer lange Zeit zögerlichen Reaktion auf die Corona-Pandemie kritisiert worden. Am Montag riet sie den Bürgern schließlich zur häuslichen Isolation, zu Heimarbeit und dem Verzicht auf Massenveranstaltungen. Von einer Schließung aller Schulen sah sie zuletzt dennoch ab. Eine von Hunderttausenden Briten unterzeichnete Petition fordert das.

13.44 Uhr: Stadt Halle bittet Bundeswehr um Hilfe

Die Stadt Halle will wegen der Corona-Pandemie die Bundeswehr zur Hilfe rufen. Zudem werde eine Hundertschaft der Polizei angefordert, teilte Oberbürgermeister Bernd Wiegand mit.

13.35 Uhr: Lange Staus vor polnischer Grenze

Die polnischen Grenzkontrollen wegen der Coronafälle führen zu enormen Staus. Auf der A11 Berlin-Stettin (Szczecin) standen Lastwagen und Autos Richtung Polen bei Pomellen (Vorpommern-Greifswald) schon auf 36 Kilometern, wie eine Polizeisprecherin sagte.

13.30 Uhr: Merkel wird heute keine neuen Maßnahmen verkünden

Bundeskanzlerin Angela Merkel wird bei ihrer Fernsehansprache am Abend laut Regierungssprecherin Ulrike Demmer keine neuen Maßnahmen verkünden, um das öffentliche Leben in Deutschland einzuschränken. Das Ziel sei es, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Merkel werde appellieren, soziale Kontakte zu minimieren.

13.17 Uhr: Tschechien führt Mundschutz-Zwang in der Öffentlichkeit ein

Alle Menschen in Tschechien müssen im Kampf gegen das neuartige Coronavirus in der Öffentlichkeit eine Mund- und Nasenbedeckung tragen. Das beschloss das Kabinett des populistischen Regierungschefs Andrej Babis. Zur Bedeckung von Mund und Nase könnten medizinische Mund- und Atemschutzmasken, aber auch ein Schal, ein Tuch oder eine Sturmhaube dienen, teilte das Innenministerium mit. Die Maßnahme trete in der Nacht zu Donnerstag in Kraft. Tschechien hatte den Notstand ausgerufen und die Bürgerinnen und Bürger aufgefordert, sich so weit wie möglich zu Hause zu isolieren.

Freilich sind selbst einfachste OP-Masken in Tschechien seit Tagen Mangelware. Die Schutzartikel werden mittlerweile auch für medizinisches Personal knapp. Dies dürfte sich nun noch verschärfen. Unterdessen beschlagnahmte die Polizei knapp 700.000 aus dem Lager einer Firma in einem Industriegebiet im nordböhmischen Lovosice. Viele Menschen improvisieren und nähen sich aus bunten Stoffen eigene Gesichtsabdeckungen. Vor Textilwarengeschäften in Prag bildeten sich lange Schlangen.

13.15 Uhr: Österreich will Wirtschaft mit 38 Milliarden Euro helfen

Die österreichische Bundesregierung hat ein Hilfspaket in Höhe von 38 Milliarden Euro angekündigt, um der Wirtschaft durch die Coronakrise zu helfen. Teile des Pakets seien Steuerschuldungen, Haftungen für Kredite und Notfallhilfen, sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz in Wien.

13.10 Uhr: Polizei schließt Kneipen und Sportstätten in Berlin

Die Berliner Polizei hat am Dienstag erneut illegal geöffnete Kneipen und andere Einrichtungen wegen der Coronavirus-Krise geschlossen. Man habe Bars, Kneipen, Restaurants, Wettlokale und Imbisse kontrolliert, sagte ein Sprecher. "Wir haben diverse Gewerbebetriebe geschlossen." Restaurants seien auf den Mindestabstand der Tische hingewiesen worden. Drei Anzeigen wegen Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz wurden aufgenommen. Weitere Zahlen lägen noch nicht vor.

Außerdem hätten auch zwei Sportstätten gegen die Verbote verstoßen, so dass die Polizei sie ebenfalls geschlossen habe. Der Sprecher sagte weiter: "Eine behördlich angeordnete Quarantäne musste durchgesetzt werden." Wie das der Polizei bekannt wurde, war aber zunächst nicht klar. Die Polizei sei abends und nachts mit 100 Leuten im Einsatz gewesen. Die Kontrollen sollten am Mittwoch fortgesetzt werden. Dann dürfen auch zahlreiche Geschäfte und die Restaurants am Abend nicht mehr öffnen.

13.05 Uhr: "Luftbrücke" gestartet – Erste Urlauber kommen zurück

Die größte Rückholaktion für Deutsche aus dem Ausland in der Geschichte der Bundesrepublik ist angelaufen. Am Nachmittag soll in München die erste von der Bundesregierung gecharterte Maschine mit Urlaubern landen, die wegen der Coronakrise in Tunesien gestrandet sind. Später folgen nach Angaben des Auswärtigen Amts zwei Maschinen aus Ägypten in München und drei aus Marokko in Frankfurt am Main. Am Donnerstagabend soll der erste Flieger mit Touristen in der philippinischen Hauptstadt Manila starten.

12.52 Uhr: Scholz ist erkältet und arbeitet von daheim

Heimarbeit auch für Bundesfinanzminister Olaf Scholz. Per Twitter teilt der SPD-Politiker mit: "Heute mache auch ich Homeoffice, nachdem ich mit einer heftigen Erkältung aufgewacht bin. Und sicherheitshalber lasse ich mich testen, in diesen Zeiten ja nicht unwichtig." Als Nebeneffekt könne er beim Arbeiten in der Sonne sitzen, schrieb Scholz – begleitet von einem Foto mit Blick auf Tisch, Tablet, Kaffeetasse und Brille auf einem sonnenbeschienenen Balkon.

12.43 Uhr: Köln, 21 Uhr: Applaus von Balkonen und aus offenen Fenstern

Um 21 Uhr brandete am Dienstagabend in Köln plötzlich vielerorts Applaus auf, teilweise begleitet von Jubelrufen. Viele Menschen standen auf Balkonen, an offenen Fenstern und in Gärten und folgten mit dem Klatschen einem Aufruf zu einer Solidaritätsaktion, der über die sozialen Netzwerke verbreitet worden war. "Nun heißt es Zusammenhalt und Anerkennung zeigen!", stand dort. "Kommt heute Abend alle an eure Fenster und auf eure Balkone und applaudiert für die Menschen, die derzeit immer noch für uns und die Gesellschaft arbeiten."

12.33 Uhr: Frankreichs Armee fliegt Corona-Patienten aus Elsass aus

Die französische Armee fliegt erstmals Coronavirus-Patienten aus dem Risikogebiet im Elsass aus. Sechs Infizierte wurden mit einem Militärflugzeug in die Mittelmeerstädte Toulon und Marseille gebracht, wie aus Militärkreisen verlautete. Damit sollen Kliniken in Mülhausen und Colmar im Süden des Elsass entlastet werden. Das Gebiet grenzt an Baden-Württemberg und die Schweiz. In Südfrankreich werden die Intensiv-Patienten in Militärkrankenhäusern aufgenommen.

Die französische Region Grand-Est hatte zuvor Alarm geschlagen, weil die Krankenhäuser vor allem im Gebiet von Mülhausen überlastet sind. Das Robert Koch-Institut stuft die gesamte Region Grand-Est als Risikogebiet ein. Dort wurden zuletzt 1.820 Infizierte und 61 Todesfälle gezählt. Sie ist damit eine der am stärksten betroffenen in Frankreich. Auf Drängen von Baden-Württemberg und dem Saarland hat die Bundesregierung wieder strenge Kontrollen an der Grenze eingeführt.

12.29 Uhr: Warnung vor möglichem "Massensterben" in Syrien

Hilfsorganisationen warnen vor dramatischen Folgen, sollte sich das neuartige Coronavirus unter Vertriebenen im Nordwesten Syriens ausbreiten. "Dann muss man, so brutal sich das anhört, fast schon mit einem Massensterben rechnen", sagte Dirk Hegmanns, Regionaldirektor der Welthungerhilfe für Syrien, der Deutschen Presse-Agentur. "Da die russische Luftwaffe systematisch Kliniken zerstört hat, gibt es dort keine Gesundheitsversorgung." So gebe es im gesamten Nordwesten Syriens ganze 50 Beatmungsgeräte.

Die Region um die Stadt Idlib ist das letzte große Rebellengebiet des Bürgerkriegslands. Seit Dezember sind nach UN-Schätzungen fast eine Million Menschen vor Bombardierungen und den Truppen der Regierung geflohen. Die humanitäre Lage ist Hilfsorganisationen zufolge ohnehin dramatisch. Es fehlt akut an Lebensmitteln, Unterkünften und Heizmaterial. Seit fast zwei Wochen gilt eine Waffenruhe, die die Schutzmächte Russland und Türkei vereinbart hatten.

12.13 Uhr: Ausgangssperre in Belgien hat begonnen

Die Menschen in Belgien sollen 19 Tage lang zu Hause bleiben, um eine weitere Verbreitung des Coronavirus zu vermeiden. Am Mittag begann eine Ausgangssperre für die fast 11,5 Millionen Einwohner des Landes. Alle Unternehmen müssen – wo immer möglich – Telearbeit einführen, sonst drohen hohe Bußgelder.

Ausnahmen von der Ausgangssperre sind für wichtige Besorgungen vorgesehen. Die Menschen dürfen ihre Wohnungen zur Arbeit, zum Einkaufen von Lebensmitteln und Medikamenten, für Arztbesuche und Post- oder Bankgeschäfte verlassen. Auch Buch- und Zeitungsläden bleiben geöffnet. Spaziergänge und Sport an der frischen Luft sind nicht nur erlaubt, sondern sogar angeraten, sagte Ministerpräsidentin Sophie Wilmès bei der Vorstellung der Maßnahmen. Die Bürger dürfen jedoch maximal mit einer Begleitperson auf die Straße gehen und müssen mindestens 1,5 Meter Abstand zu anderen Menschen halten. Der Zugang zu Supermärkten wird begrenzt, damit Kunden sich nicht im Gedränge mit dem Coronavirus anstecken. Der Schulunterricht wurde bereits am Montag für drei Wochen eingestellt.

11.56 Uhr: Tübinger Institut testet Covid-19-Medikament

Das Tübinger Institut für Tropenmedizin will das Medikament Chloroquin im Kampf gegen Corona-Erkrankungen testen. Wie Institutsdirektor Peter Kremsner am Mittwoch mitteilte, soll in der kommenden Woche mit einer Studie an Menschen begonnen werden. Zuvor hatte der SWR berichtet.

Laut Kremsner ist Chloroquin schon sehr lange als Mittel gegen Malaria auf dem Markt. Es wirke aber auch gegen viele Viren – auch gegen Sars-CoV-2, wie zumindest Versuche im Reagenzglas zeigten. In China und Italien sind Kremsner zufolge sehr viele Covid-19-Patienten mit Chloroquin behandelt worden. Unklar sei aber, ob mit Erfolg, da die Erkrankten Chloroquin teils in sehr hoher Dosierung und gemeinsam mit vielen weiteren Medikamente bekommen hätten. "Es kann auch sein, dass es nicht wirkt oder sogar schadet", sagte Kremsner.

11.51 Uhr: Zahl der Infizierten übersteigt 10.000-Marke

Die Zahl der Coronavirus-Infizierten hat in Deutschland die Marke von 10.000 überschritten. Bundesweit gibt es derzeit 10.087 bestätigte Fälle (Stand: 18. März, 11:40 Uhr), wie die Zahlen aus den Bundesländern nach Recherchen von t-online.de zeigen. 26 Menschen sind verstorben. Eine Karte mit der Verteilung der Infektionen über die Bundesländer finden Sie hier.

11.43 Uhr: Bund plant für 2021 vorerst mit schwarzer Null

Die Bundesregierung plant für den Haushalt 2021 ungeachtet der Coronakrise vorerst weiter mit einer schwarzen Null. Das geht aus den Eckpunkten für den Etat hervor, die am Vormittag vom Kabinett beschlossen wurden. Das Haushaltsvolumen soll demnach im kommenden Jahr 370,3 Milliarden Euro betragen.

11.04 Uhr: Telekom schickt Handydaten ans RKI

Die Deutsche Telekom hat dem Robert Koch-Institut (RKI) anonymisierte Kundendaten zur Erforschung der Verbreitung des Coronavirus zur Verfügung gestellt. Wissenschaftler würden mit den Informationen Bewegungsströme abbilden, um Prognosen über die Ausbreitung von Covid-19 in Deutschland zu treffen, sagte eine Telekom-Sprecherin. Die Informationen ließen sich auf Bundesländer- wie auch Kreisebene herunterbrechen. Mehr Informationen zum Thema finden Sie hier.

10.57 Uhr: Kabinett berät über Maßnahmen gegen Coronakrise

Das Kabinett hat am Morgen über die Umsetzung wesentlicher Maßnahmen im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus beraten. In der Runde sei unter Leitung von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) auch über die anstehenden Fragen des grenzüberschreitenden Verkehrs im Zusammenhang mit dem Warenfluss sowie um die Aktion zur Rückholung von deutschen Staatsangehörigen aus dem Ausland gesprochen worden, hieß es in Regierungskreisen. Zudem sei es um die Reisewarnung im Zusammenhang mit dem Coronavirus gegangen.

10.45 Uhr: Russland schließt landesweit alle Schulen

Auch Russland schließt nun landesweit seine Schulen. Die Schüler werden vom kommenden Montag an drei Wochen lang in die verlängerten Frühlingsferien geschickt, sagte Bildungsminister Sergej Krawzow der Agentur Interfax zufolge. Einige Schulen haben aber bereits jetzt schon geschlossen, um eine Ausbreitung des neuartigen Virus einzudämmen.

Für Schüler solle die Möglichkeit bestehen, aus der Ferne das Lernen fortzusetzen, erklärte der Minister. Größere Verlage ermöglichen demnach im Internet einen kostenlosen Zugang zu Lernmaterialien. Im flächenmäßig größten Land der Erde gehen mehr als 16 Millionen Kinder und Jugendliche zur Schule.

10.31 Uhr: Merkel hält am Abend Fernsehansprache

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will sich am Abend mit einer Fernsehansprache an die Bevölkerung wenden. Die Ansprache soll jeweils nach den Hauptnachrichten in ARD und ZDF ausgestrahlt werden. "Es geht nicht um neue Maßnahmen. Es geht um das, was in Deutschland jetzt zu tun ist, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen und wie jeder sich daran beteiligen soll", sagte der Sprecher weiter. Er trat damit möglichen Spekulationen entgegen, Merkel könnte weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens oder gar eine Ausgangssperre verkünden.

10.19 Uhr: "Wenn wir soziale Kontakte nicht reduzieren, könnten wir Millionen Infizierte bekommen"

RKI-Präsident Lothar Wieler rief im Kampf gegen das Virus dazu auf, sich dringend an die Aufrufe der Behörden zu halten. Wieler warnte: "Wenn wir es nicht schaffen, die sozialen Kontakte drastisch zu reduzieren, könnten wir in einigen Monaten 10 Millionen Fälle in Deutschland haben."

Wieler richtete einen dringenden Appell an Ärzte, Krankenhäuser und die Bundesbürger: "Strukturieren Sie Ihre Arztpraxen um, isolieren Sie Ihre Coronavirus-Patienten, koordinieren Sie sich mit anderen Praxen. Bauen Sie in den Kliniken die Beatmungskapazitäten aus, aktivieren Sie alle Möglichkeiten, das Personal aufzustocken. Setzen Sie im Alltag unbedingt die Maßnahmen der Bundesregierung um, halten Sie immer mindestens eineinhalb Meter Abstand zu anderen Menschen, meiden Sie soziale Kontakte. Bleiben Sie zu Hause, wenn Sie Symptome zeigen. Schützen Sie alte und gefährdete Menschen."

10.08 Uhr: "Epidemie wird noch Wochen und Monate in Deutschland unterwegs sein"

Der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, sieht die Verbreitung des Coronavirus in Deutschland mit Sorge. Mit Blick auf die weiter stark ansteigende Zahl der Neuinfektionen sprach Wieler von einer exponentiellen Entwicklung. "Wir sind am Anfang einer Epidemie, die noch viele Wochen und Monate in unserem Land unterwegs sein wird", sagte er.

9.31 Uhr: Bayern verschiebt Start der Abiturprüfungen

Bayern verschiebt den Beginn der Abiturprüfungen vom 30. April auf den 20. Mai 2020. "Trotz der Corona-Krise wollen wir faire Bedingungen für unsere Abiturientinnen und Abiturienten sicherstellen", sagte Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler). Wegen der Einstellung des Unterrichts bis nach den Osterferien hätten die Schüler ohne eine Änderung des Terminplans nicht genügend Vorbereitungszeit.

Wegen der unklaren Entwicklungen bei der Virusausbreitung könnten weitere Veränderungen im Ablauf nicht ausgeschlossen werden. "Die aktuelle Situation ist eine Herausforderung für die ganze Schulgemeinschaft und erfordert flexibles Handeln. Wir müssen auf Veränderungen reagieren", sagte Piazolo.

9 Uhr: Hilfskredite für vom Coronavirus gebeutelte Unternehmen laufen an

Die deutschen Banken haben laut Finanzstaatssekretär Jörg Kukies mittlerweile Klarheit über die konkreten Bedingungen für Hilfskredite an Unternehmen. Die staatliche Förderbank KfW habe die entsprechenden Konditionen am Mittwochmorgen herumgeschickt. Die Förderprogramme seien mit der EU-Kommission abgestimmt und könnten jetzt im großen Volumen anlaufen. Die KfW arbeitet nach dem sogenannten Durchleitungsprinzip, das heißt, sie hat keine eigenen Filialen. Ein Unternehmen muss also bei seiner Geschäftsbank einen Hilfskredit beantragen – und bekommt ihn von der KfW.

8.30 Uhr: Karliczek warnt vor Hoffnungen auf raschen Corona-Impfstoff

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) hat vor überzogenen Hoffnungen auf die rasche Entwicklung eines Impfstoffs gegen das neuartige Coronavirus gewarnt. Überall arbeiteten Forscher mit Hochdruck daran, "aber die Entwicklung braucht ihre Zeit", sagte Karliczek der "Passauer Neuen Presse" vom Mittwoch. Bei der Entwicklung von Medikamenten gälten hohe Sicherheitsstandards, die eingehalten werden müssten, um Nebenwirkungen auszuschließen. "Soweit wir es verantworten können, beschleunigen wir die Verfahren", sagte die Ministerin.

Der Miteigentümer des Pharmaunternehmens CureVac, der Investor Dietmar Hopp, sagte der "Bild"-Zeitung, bei einem positiven Verlauf der Impfstoff-Entwicklung könne das Unternehmen "ungefähr im Frühsommer mit klinischen Tests beginnen". Weil der Druck enorm hoch sei, "sollte es mit der Genehmigung durch die Behörden schneller gehen als in anderen Fällen. Wir wären also in der Lage, den Impfstoff im Herbst zu liefern".

7.30 Uhr: China meldet nur eine Neuinfektion

China hat am Mittwoch lediglich eine neue Infektion mit dem Coronavirus gemeldet. Den zweiten Tag in Folge habe es nur eine neue Übertragung in der zentralen Stadt Wuhan gegeben, erklärte die Nationale Gesundheitskommission. Hinzu kämen zwölf neue Fälle, in denen das Coronavirus aus dem Ausland nach China eingeschleppt worden sei. Damit stieg die Zahl der eingeschleppten Infektionen auf 155.

6.37 Uhr: Australien verbietet Auslandsreisen

Im Kampf gegen die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus hat Australiens Regierung seinen Bürgern bis auf Weiteres jegliche Reisen ins Ausland untersagt. "Es ist das erste Mal, dass dies in der Geschichte Australiens geschieht", sagte Premierminister Scott Morrison am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in der Hauptstadt Canberra. Das Verbot gelte für unbestimmte Zeit, betonte er.

Das größte Risiko gehe von Australiern aus, die sich im Ausland mit Sars-CoV-2 infiziert hätten und nun aus Übersee ins Land zurückkehrten. Die meisten Fälle in Australien seien auf solche Rückkehrer zurückzuführen, sagte Morrison weiter. Seit dem Wochenende müssen alle Einreisenden in eine zweiwöchige Quarantäne.

6.31 Uhr: Angst vor Corona-Engpässen: Polizeiprüfungen vorgezogen

Aus Angst vor Engpässen in der Corona-Krise zieht Bayern die Prüfungen für Polizeianwärter vor. Die Abschlussprüfungen sollten ursprünglich im Mai beginnen, nun wurden sie auf den 23. März vorverlegt, wie ein Sprecher der für die Prüfungen zuständigen bayerischen Bereitschaftspolizei in Bamberg mitteilte. Mehrere Medien hatten zuvor berichtet.

"Grund hierfür ist die Fürsorgepflicht, da die Prüfungen derzeit noch mit allen Prüflingen durchgeführt werden können, was in Zukunft aufgrund möglicher Infektionen eventuell nicht mehr gegeben ist", teilte die Bereitschaftspolizei mit. Nach bestandener Prüfung stünden grundsätzlich 800 neue, fertige Polizeibeamte zur Verfügung – "und es könnte auf mögliche Personalausfälle reagiert werden". Das Problem stelle sich derzeit aber ausdrücklich noch nicht.

6.23 Uhr: NRW: Weitere Einschränkungen geplant

In Nordrhein-Westfalen greifen ab heute weitere massive Einschränkungen des öffentlichen Lebens. Geschlossene Spielplätze, Restaurants im Kurzbetrieb, endgültig eingestellter Schulbetrieb: "Die Lage ist jetzt dramatisch", sagte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet in einer Videobotschaft. "Und deshalb mein Appell: Bleiben Sie zu Hause."

Alle Spiel- und Bolzplätze sind von Mittwoch an gesperrt. In Schulen gibt es nur noch Betreuungsmöglichkeiten für Kinder, deren Eltern für die kritische Infrastruktur des Landes gebraucht werden. Gaststätten müssen bereits um 15 Uhr schließen. "Es mag reizvoll sein, jetzt bei dem schönen Wetter draußen zu sitzen in Cafés und Restaurants, aber die Lage ist zu ernst", betonte Laschet mit Blick auf Temperaturen bis zu 19 Grad am Mittwoch. Von den verschärften Maßnahmen gegen das Virus sind auch Urlauber in NRW betroffen: Sie müssen abreisen, weil sie nicht mehr in Hotels und Pensionen übernachten dürfen. Einschnitte auch in der Politik: Der Landtag schränkt seinen parlamentarischen Betrieb drastisch ein.

4.30 Uhr: Die aktuellsten Zahlen in Deutschland

Das Coronavirus breitet sich auch in Deutschland weiter aus. Bundesweit gibt es derzeit 9.360 bestätigte Infektionen (Stand: 17. März, 22.45 Uhr), wie die Zahlen aus 16 Bundesländern nach Recherchen von t-online.de zeigen. 26 Menschen sind verstorben. Hier lesen Sie den gesamten Überblick.

4 Uhr: Energiebranche setzt Pandemie-Pläne um – kein Risiko für Versorgung

Die Energiewirtschaft setzt in der Corona-Krise Pandemie-Pläne um, auch um Mitarbeiter in Kraftwerken zu schützen - sieht aber derzeit kein Risiko für die Versorgungssicherheit. In Arbeitsbereichen wie Leitstellen und Entstörungsdiensten würden zusätzlich vorsorgliche Maßnahmen ergriffen, teilte der Energieverband BDEW auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Die Energie- und Wasserwirtschaft verfüge zudem über einen hohen Automatisierungsgrad.

"Die Energiebranche weiß um ihre Verantwortung als Versorger", sagte Kerstin Andreae, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). "Derzeit sehen die Energieunternehmen kein Risiko für die Versorgungssicherheit. Sie führen regelmäßig Risikobewertungen durch, da sich die Lage national und international als sehr dynamisch abzeichnet." Die Energiewirtschaft habe im Rahmen ihres Krisen- und Notfallmanagements Prozesse aufgesetzt, die regelmäßig getestet, geprüft und evaluiert würden.

Die Unternehmen vor Ort bewerteten kontinuierlich, welche spezifischen Maßnahmen erforderlich seien. Dazu gehörten Zutrittsbeschränkungen für relevante Gebäudebereiche sowie der Schutz des Schlüsselpersonals, um betriebliche Abläufe innerhalb der Organisation und einen Notbetrieb sicherzustellen. Notwendiges Fachpersonal für den Betrieb sensibler Bereiche werde gegebenenfalls voneinander isoliert. Daneben gebe es Vorkehrungen, dass Personal beim Auftreten eines Verdachtsfalls im Team aus getrennten Räumen arbeiten könne. Außerdem werde der Personaleinsatz nach ausgearbeiteten Notfallschichtplänen geplant.

3.43 Uhr: United kürzt Flugplan im April

United Airlines kündigt für April eine Flugplanreduzierung um 60 Prozent an. Dies beinhalte laut Unternehmensangaben eine Kürzung um 42 Prozent in den Vereinigten Staaten und Kanada und eine Reduzierung der internationalen Flüge um 85 Prozent. Über den Atlantik, den Pazifik und Lateinamerika werde United im April nur noch etwa 45 tägliche Flüge durchführen, teilt das Unternehmen mit. Als Grund gibt die US-Fluggesellschaft die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf die Reisenachfrage an.

3.30 Uhr: Experten: Einkaufsgewohnheiten auf Dauer verändert

Die Einkaufsgewohnheiten in Deutschland werden sich nach Ansicht von Experten wegen der Coronavirus-Krise nachhaltig verändern. Der größte Gewinner dürfte dabei der Online-Handel sein. Davon gehen der Geschäftsführer des Kölner Instituts für Handelsforschung (IFH), Kai Hudetz, und der E-Commerce-Experte Gerrit Heinemann von der Hochschule Niederrhein aus.

Die Krise gebe dem Online-Handel noch einmal einen kräftigen Schub, sagte Hudetz. Zwar bekomme auch der Internethandel derzeit die generelle Verunsicherung der Verbraucher zu spüren. Aber wenn noch etwas gekauft werde, dann besonders gerne im Internet. "Es ist damit zu rechnen, dass der Online-Handel auch langfristig von dieser Krise profitieren wird. Auch wenn das Thema Coronavirus vorbei ist, wird weiterhin mehr online eingekauft werden als vor der Krise", prognostizierte Hudetz. Verlierer würden die kleinen stationären Läden ohne Internetangebot sein. "Wer jetzt kein Online-Angebot hat steht ohne funktionierenden Vertriebsweg da und kann die Versäumnisse der Vergangenheit auch kaum nachholen."

Die Coronavirus-Krise werde nicht das Ende des stationären Einzelhandels bedeuten, ist auch der E-Commerce-Experte Heinemann überzeugt. "Aber sie wird wie ein Katalysator wirken und das Ende vieler kleiner lokaler Händler ohne Internet-Standbein beschleunigen."

3 Uhr: Weitere Rückholflüge starten: Europa macht die Grenzen dicht

Nach der Ankündigung der Europäischen Union, keine Einreisen von Nicht-EU-Bürgern mehr zu erlauben, sind erste Reisende abgewiesen worden. Am größten deutschen Airport in Frankfurt am Main war am Dienstagabend laut Bundespolizei ein Flug aus der Türkei betroffen. Hier lesen Sie die gesamte Meldung.

02.24 Uhr: 11 Tote in China, über 100 Todesfälle in den USA

In China werden für Dienstag 13 neue Infektionen gemeldet. Am Montag waren es 21 Fälle. Damit steigt die Zahl der Erkrankungen auf 80.894. Die Zahl der Todesopfer durch den Ausbruch in China liegt zum Ende des Dienstags nach offiziellen Angaben bei 3.237, 11 mehr als am Vortag. Auf die zentrale Provinz Hubei entfallen dabei alle 11 Todesfälle, darunter 10 in der Provinzhauptstadt Wuhan. Die Zahl der importierten Fälle des Virus auf dem chinesischen Festland erreicht am Dienstag 155, 12 mehr als am Vortag.

In den USA hat die Zahl der Todesopfer durch die Coronavirus-Pandemie die symbolische Schwelle von 100 überschritten. Die Johns-Hopkins-Universität schrieb am Dienstagabend (Ortszeit) auf ihrer Website zum Coronavirus von mehr als 6.400 Infektionsfällen sowie 108 Toten. Eine Zählung der Nachrichtenagentur AFP kam auf mindestens 100 Tote.

Auch in Südkorea ist die Zahl der erfassten Infektionen weiter gestiegen. Wie die Gesundheitsbehörden am Mittwoch mitteilten, wurden am Dienstag 93 Neuansteckungen erfasst. Schon am Montag hatten die Fallzahlen über denjenigen am Wochenende gelegen. Die Gesamtzahl der bisher positiv auf das Coronavirus getesteten Menschen stieg auf 8.413. Die Zahl der Todesfälle, die mit dem Sars-CoV-19-Erreger in Verbindung gebracht werden, kletterte um drei auf 84.

1 Uhr: Justiz-Gewerkschaft fordert zweiwöchige Schließung der Gerichte

Die Deutsche Justiz-Gewerkschaft hat eine mindestens zweiwöchige Schließung der Gerichte gefordert. "Die akute Corona-Krise ist eine Gefahr für die Mitarbeitenden in Gerichten und Staatsanwaltschaften. Es ist daher jetzt notwendig, die Gerichte für mindestens zwei Wochen zu schließen", sagte der Bundesvorsitzende Emanuel Schmidt den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Prozesse vor Gericht könnten verschoben werden, Dienststellen der Gerichte und der Bewährungshilfe könnten Notfallnummern und Eildienste einrichten. Der Postverkehr etwa zwischen Anwaltschaft und Gerichten könne weiterhin laufen.

Bisher agiere jede Justizbehörde unterschiedlich. "Es ist ein Flickenteppich an Maßnahmen und kein kontrolliertes Krisenmanagement", so Schmidt.

1 Uhr: Applaudieren für Sicherheitskräfte und Gesundheitspersonal

In ganz Frankreich haben am Dienstagabend wegen des Coronavirus in ihren Wohnungen festsitzende Bürger dem Personal des Gesundheitswesens mit lautem Applaus für ihren Einsatz gegen die Pandemie gedankt. Die Menschen traten um 19.00 Uhr und dann nochmal um 20.00 Uhr an ihre Fenster oder auf Balkone und klatschten in die Hände. Der Applaus war unter anderem in Paris, Lyon, Marseille und Ajacccio auf Korsika zu hören.

Zu der Aktion war in den Onlinenetzwerken aufgerufen worden. "Ein großes Dankeschön für diese Unterstützung!" schrieb daraufhin der Verband öffentlicher Krankenhäuser in der Region Paris (AP-HP) im Kurzbotschaftendienst Twitter.

Auch in Deutschland gab es am Dienstagabend ähnliche Aktionen. So war in manchen Berliner Stadtteilen Applaus für das Gesundheitspersonal zu hören. Auch in Köln wurde die Wertschätzung für Sicherheitskräfte und Pflegepersonal mit Jubel zum Ausdruck gebracht. 

00.37 Uhr: Von der Leyen: "Wir haben das Virus unterschätzt"

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat einem Medienbericht zufolge eingeräumt, dass das Corona-Virus von der Politik unterschätzt worden ist. "Ich glaube, wir alle, die wir nicht die Experten sind, haben am Anfang das Coronavirus unterschätzt. Aber inzwischen zeigt sich auch, das ist ein Virus, das uns noch lange beschäftigen wird. All diese Maßnahmen, die sich für unsere Ohren noch vor vierzehn Tagen oder drei Wochen drastisch, drakonisch angehört haben – wir haben verstanden, dass das jetzt sein muss. Das ist sehr schwer, aber ich glaube, die Bevölkerung macht da gut mit", so Von der Leyen in einer online Sendung der Zeitung "Bild".

Sie verteidigte die EU-Einreisestopps bei mit den Worten: "Es zeigt das Ausmaß der Krise. Wir wissen, dass im Augenblick das Zentrum der Krise in Europa liegt." Von der Leyen deutete in der Sendung "Bild live" an, dass es Ausgangssperren in weiteren europäischen Ländern geben werde: "Es ist Entscheidung der Mitgliedsstaaten. Das ist wichtig, das auch zu respektieren. Wir sind ganz eng miteinander abgestimmt, die meisten gehen im gleichen Rhythmus vor, mit Abstand von ein bis drei Tagen. Das ist nicht etwas, was man von oben einfach europäisch verordnet, sondern das muss in den Mitgliedsländern mit großer, breiter Zustimmung auch gemeinsam getragen werden."

Zu möglichen Soldateneinsätzen sagte sie in dem Live-Stream der "Bild": "Ich weiß als ehemalige Verteidigungsministerin, wie enorm hilfreich die Bundeswehr in Fällen sein kann, wo es um logistische Fragen geht, wo helfende Hände Unterstützung bieten. So wie ich die Soldatinnen und Soldaten kennengelernt habe: So wie sie gerufen werden, werden sie da sein, für ihr Land einstehen und das machen, was notwendig ist und unterstützten!" 

00.10 Uhr – Bericht: KfW-Notkredite werden erst in "zwei bis drei Wochen fließen"

Die von der Bundesregierung angekündigten KfW-Notkredite zur Abmilderung der wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus können einem Zeitungsbericht zufolge ab dem kommendem Montag beantragt werden. Aktuell würden die Hausbanken (Sparkassen, Volksbanken etc.) auf das offizielle Antragsformular der staatlichen Förderbank KfW warten, die die Kreditvergabe koordiniert, berichtet die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf Bankenkreise.

"Realistisch ist, dass die ersten Gelder in zwei bis drei Wochen fließen", sagte ein KfW-Sprecher dem Blatt. Die Hausbanken müssten die Anträge schnell weiterleiten, damit die KfW sie abschließend prüfen könne. Man könne "die Kredite nicht einfach so rausblasen".

Angesichts der drastischen wirtschaftlichen Entwicklung macht der Deutsche Sparkassen- und Giroverband Druck: "Die Kreditvergabeprozesse müssen schneller werden", sagte eine Sprecherin der Zeitung. Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hatte ein Kredit-Programm in unbegrenzter Höhe versprochen, um Unternehmen, Selbstständige und Freiberufler durch die Corona-Krise zu helfen.

00.09 Uhr: Krankenhäuser fordern schnelle Zulassung ausländischer Pflegekräfte

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft hat angesichts der Coronakrise eine schnelle Zulassung ausländischer Pflegekräfte gefordert, die sich bereits in Deutschland befinden. "Die Gesundheitsämter müssen Ad-hoc-Genehmigungen für ausländische Pflegekräfte erteilen", sagte ihr Präsident Gerald Gaß der "Welt" (Mittwoch). "Diese können dann hinterher immer noch geprüft werden und das formale Verfahren nachgeholt werden."

Mittwoch, 18. März, 00.05 Uhr: Weltärztepräsident gegen Ausgehverbote

Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery hat sich in der Corona-Krise gegen Ausgehverbote für die Bevölkerung ausgesprochen. "Ich bin kein Freund des Lockdown. Wer so etwas verhängt, muss auch sagen, wann und wie er es wieder aufhebt", sagte er der "Rheinischen Post" (Mittwoch). "Da wir ja davon ausgehen müssen, dass uns das Virus noch lange begleiten wird, frage ich mich, wann wir zur Normalität zurückkehren?" Es sei ja nicht möglich, Schulen und Kitas bis Jahresende zu schließen. Denn so lange werde es mindestens dauern, bis es einen Impfstoff gebe.

Als Negativbeispiel nannte Montgomery Italien. "Die waren ganz schnell an ihren Kapazitätsgrenzen, haben aber die Virusausbreitung innerhalb des Lockdowns überhaupt nicht verlangsamt." Ein Lockdown sei eine politische Verzweiflungsmaßnahme, weil man mit Zwangsmaßnahmen meint, weiterzukommen, als man mit der Erzeugung von Vernunft käme.

23.59 Uhr: Patient in Schleswig-Holstein: Coronavirus posthum festgestellt

Bei einem 78 Jahre alten Mann ist in Schleswig-Holstein posthum eine SARS-CoV-2-Infektion bestätigt worden. Der Patient, der im Universitätsklinikum in Lübeck starb, habe an Speiseröhrenkrebs gelitten, teilte das Klinikum am Dienstag mit. "Man kann nicht sagen, welche Rolle das Virus im Geschehen des Sterbens gespielt hat", sagte der Sprecher des Klinikums der dpa. Alle engen Kontaktpersonen seien identifiziert und alle Isolierungsmaßnahmen eingeleitet, hieß es.

23.55 Uhr: Helge Braun: Soziale Kontakte auf ein Minimum begrenzen

Die Bundesregierung hat erneut an die Bevölkerung appelliert, die sozialen Kontakte stark zu reduzieren, um die Ausbreitung des Coronavirus deutlich zu verlangsamen. Die Reduzierung der sozialen Kontakte müsse jetzt sehr schnell erfolgen. Die Lage sei ernst, da die Zahl der Virus-Infektionen steil ansteige, sagte Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) am Dienstagabend in der ZDF-Sondersendung "Maybrit Illner".

Die Maßnahmen in Deutschland gegen die Ausbreitung der Epidemie seien ähnlich wie in Frankreich. Allerdings erwäge die Bundesregierung derzeit keine Ausgangssperre, machte Braun deutlich. Möglicherweise könne man in zwei Wochen schon erkennen, ob die Maßnahmen Wirkung zeigten und die Zahl der Neuerkrankungen langsamer zunehme.

Mit Blick auf den notwendigen Ausbau der Klinikkapazitäten deutete Braun an, dass das Krankenhausfinanzierungsgesetz möglicherweise überprüft werden müsse. Es seien auf jeden Fall deutlich mehr Betten und Personal nötig. Auch werde darüber nachzudenken sein, dass künftig die in der Vergangenheit ins Ausland verlagerte Produktion von zurzeit fehlenden Schutzausrüstungen oder Beatmungsgeräten wieder nach Deutschland geholt werden müsse.

23.18 Uhr: Laschet schließt Ausgangsperre nicht aus

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet schließt eine Ausgangssperre für die Zukunft nicht aus. Aktuell sei man aber noch nicht so weit, sagt er dem ZDF. "Die Frage ist: Würde es in dieser Situation jetzt helfen?" Noch habe jeder die Chance, eine Ausgangssperre zu verhindern, indem er zuhause bleibe und Abstand zu anderen Menschen halte.

23.09 Uhr: Serbien und Nordmazedonien verschieben wegen Pandemie Parlamentswahlen

Serbien hat wegen der Coronavirus-Pandemie die für den 26. April geplante Parlamentswahl verschoben. Es gebe keine Wahlen, solange das Land gegen das neuartige Coronavirus kämpfen müsse, sagte Präsident Aleksandar Vucic am Dienstag im staatlichen Fernsehen. Über ein neues Datum werde erst entschieden, wenn die Krise beendet sei, fügte er hinzu.

Nach der kürzlichen Ausrufung des Notstands und der Schließung der Schulen sowie der Grenzen für Einreisende aus dem Ausland wurden die Maßnahmen unterdessen nochmals verschärft: Für die sieben Millionen Einwohner gilt nun – abgesehen von wenigen Ausnahmen - eine nächtliche Ausgangssperre zwischen 20.00 und 05.00 Uhr; in den Großstädten dürfen alle Bewohner ab 65 und in den Dörfern alle Bewohner ab 70 Jahren ihre Wohnungen ab Mittwochmorgen gar nicht mehr verlassen.

In der benachbarten Republik Nordmazedonien beschlossen die Parteivorsitzenden ebenfalls am Dienstag eine Verschiebung der für den 12. April vorgesehenen Parlamentswahl. In den Westbalkanstaaten haben sich nach Behördenangaben bisher 250 Menschen mit dem Virus angesteckt. Montenegro, das bisher als einziges europäisches Land verschont geblieben war, meldete am Dienstag seine beiden ersten Infektionen.

Bosnien erklärte unterdessen den landesweiten Katastrophenzustand. "Wir stehen am Anfang des Kampfes gegen die Bedrohung, die eine Coronavirus-Epidemie für unsere Gesundheit und Wirtschaft darstellt", sagte der bosnische Regierungschef Zoran Tegeltija vor Journalisten. Das politisch zersplitterte und arme Land hat derzeit zwar nur 30 bestätigte Fälle, ist aber gegen eine Gesundheitskrise größeren Ausmaßes nur schlecht gewappnet.

Dienstag, 17. März, 23 Uhr: Türkei meldet ersten Toten durch Covid-19

Die Türkei hat den ersten Toten durch die neuartige Lungenkrankheit Covid-19 gemeldet. Zugleich habe sich die Zahl der mit dem Coronavirus Infizierten auf 98 mehr als verdoppelt, teilte Gesundheitsminister Fahrettin Koca am Dienstag mit.

Bei dem Toten handele es sich um einen 89-Jährigen, der sich bei jemandem angesteckt habe, der mit China in Kontakt gestanden habe. In der Türkei ist ebenso wie in vielen anderen Ländern das öffentliche Leben wegen der Coronaviruskrise bereits stark eingeschränkt worden. Auch sollten 3.614 türkische Staatsangehörige, die aus mehreren europäischen Ländern, darunter auch Deutschland, in die Heimat geflogen werden, in eine vierzehntägige Quarantäne geschickt werden. 

22.41 Uhr: Erstes Corona-Todesopfer in Schleswig-Holstein

Erstmals ist in Schleswig-Holstein ein Mensch an den Folgen einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben. Es handele sich um einen 78-Jährigen, der im Universitätsklinikum in Lübeck starb. Dies teilte das Klinikum mit.

Bei dem Mann, der an einem Ösophaguskarzinom (Speiseröhrenkrebs) litt, wurde bei Untersuchungen posthum das Virus festgestellt. Alle engen Kontaktpersonen seien identifiziert und alle Isolierungsmaßnahmen eingeleitet. Das Klinikum steht im Austausch mit dem Gesundheitsamt der Stadt Lübeck.

21.40 Uhr: Zahl der Corona-Toten in Frankreich um 27 auf 175 gestiegen

In Frankreich breitet sich das Coronavirus weiterhin massiv aus: Die Zahl der Toten stieg binnen eines Tages um 27 auf 175 an, wie der Generaldirektor im Gesundheitsministerium, Jérôme Salomon, mitteilte. Die Zahl der Infizierten erhöhte sich auf 7.730 bestätigte Fälle, das sind über tausend mehr als am Vortag. Sieben Prozent der gestorbenen Patienten waren demnach jünger als 65 Jahre.

Salomon warnte, Frankreich steuere zunehmend auf eine landesweite Epidemie zu. Er rief alle Bewohner dazu auf, zu Hause zu bleiben und alle sozialen Kontakte zu reduzieren. In ganz Frankreich gilt seit Dienstagmittag eine Ausgangssperre: Bürger dürfen ihre Wohnungen in der Regel nur noch aus zwingenden beruflichen oder medizinischen Gründen sowie für Einkäufe von Lebens- und Arzneimitteln verlassen.

21.01 Uhr: Erster Todesfall durch Coronavirus in Hessen

Erstmals ist in Hessen ein Mensch an den Folgen einer Infektion mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 gestorben. Es handele sich um einen Patienten, der stationär in einer Wiesbadener Klinik behandelt worden sei, teilte die Stadt Wiesbaden mit.

20.45 Uhr: Belgien beschließt fast dreiwöchige Ausgangssperre

In Belgien gilt von Mittwochmittag an eine fast dreiwöchige Ausgangssperre. Ausnahmen gebe es nur für unbedingt nötige Dinge, sagte Regierungschefin Sophie Wilmès nach einer stundenlangen Sitzung des Nationalen Sicherheitsrates am Dienstagabend in der Hauptstadt Brüssel, wo auch zahlreiche EU-Institutionen ihren Sitz haben.

20.32 Uhr: Sechster Todesfall in Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg ist ein weiterer mit dem Coronavirus infizierter Mensch gestorben. Es handelt sich nach Auskunft des Landesgesundheitsamtes vom Dienstagabend um eine über 80-jährige stationär behandelte Patientin aus dem Ortenaukreis, die bereits am Montag starb. Damit steigt die Zahl der Todesfälle in Baden-Württemberg auf sechs.

Dem baden-württembergischen Gesundheitsministerium wurden am Dienstagabend außerdem 536 neue bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus mitgeteilt. Damit steigt die Zahl der Infizierten im Land auf 1641 an; 916 von ihnen sind männlich (56 Prozent).

20.22 Uhr: 345 weitere Corona-Todesfälle in Italien

In Italien ist die Zahl der Todesfälle im Zuge der Coronavirus-Epidemie in den vergangenen 24 Stunden um 345 auf 2503 gestiegen, wie die Katastrophenschutzbehörde mitteilt. Die Zahl der bestätigten Infektionsfälle legte von 27.980 auf 31.506 zu. Nun sollen 10.000 Medizinstudenten in den Dienst gestellt und ihre Abschlussprüfungen gestrichen werden, um dem angeschlagenen Gesundheitssystem zu helfen, mit dem Coronavirus fertig zu werden.

20.09 Uhr: Merkel – EU stemmt sich gegen wirtschaftliche Corona-Folgen

Die EU will sich nach den Worten von Bundeskanzlerin Angela Merkel "entschieden" gegen wirtschaftliche Folgen der Corona-Krise stemmen. Dazu gehöre entscheidend die Bewegungsfreiheit für Güter und Waren im Binnenmarkt, sagte Merkel. Dies sei wichtig, damit die Zulieferung von Teilen etwa für die Autoindustrie gewährleistet sei. Man müsse generell mit "sehr ernsten" Konsequenzen für die Wirtschaft durch die Epidemie rechnen.

Merkel sagte mit Blick auf Grenzkontrollen, derzeit gebe es einige Schwierigkeiten, deswegen sollten nun spezielle Spuren für den Güter- und Warenverkehr eingerichtet werden.

19.58 Uhr: Einreisestopp für Nicht-EU-Bürger kommt

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat eine umgehende Umsetzung der Einreisebeschränkungen für Nicht-EU-Bürger nach Deutschland zugesagt. "Deutschland wird das sofort umsetzen", sagte Merkel auf einer Pressekonferenz nach dem Videogipfel mit ihren EU-Kollegen zum Vorgehen in der Coronavirus-Krise.

Die Beschränkung gelte zunächst für 30 Tage. Die Staats- und Regierungschefs sprachen auch über den gemeinsamen Kampf gegen die dramatischen wirtschaftlichen Folgen der Epidemie. Wichtig sei es, den freien Fluss von Waren aufrechtzuerhalten, sagte Merkel. Es müsse mit "ernsten, sehr ernsten Konsequenzen" für die Wirtschaft gerechnet werden.

18.04 Uhr: Bund und Länder beschließen Krankenhaus-Notfallplan

Bund und Länder haben am Dienstag im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus einen Notfallplan für die Krankenhäuser in Deutschland beschlossen. In dem der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegenden Beschluss heißt es, durch das "Auf-, Aus- und Umrüsten von Rehabilitationseinrichtungen, Hotels oder größeren Hallen können für die zahlreichen leichteren Behandlungsverläufe zusätzliche Kapazitäten aufgebaut werden". Zuerst hatte "Der Spiegel" über den Plan berichtet.

Zudem soll die Zahl der Intensivbetten verdoppelt werden. Die Länder sollten mit den Kliniken nun Pläne erarbeiten, "um dieses Ziel durch den Aufbau provisorischer Intensivkapazitäten zu erreichen", heißt es in einem der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegenden Beschluss von Bund und Ländern vom Dienstag. Laut Gesundheitsminister Jens Spahn gibt es derzeit in Deutschland 28.000 Intensivbetten, von denen 25.000 Beatmungsmöglichkeiten haben.

17.43 Uhr: Helfer kämpfen gegen Corona: "Wir bleiben für Euch da"

Zwei Krankenschwestern aus Wien machen es in der Corona-Krise vor, Ärzte und Helfer in Deutschland machen es nach. Sie verbreiten eine wichtige Botschaft im Internet – und haben nur eine Bitte.

17.31 Uhr: Touristen dürfen ab morgen nicht mehr nach Schleswig-Holstein

Aus Angst vor Ausbreitung des Coronavirus dürfen Touristen Schleswig-Holstein von diesem Mittwoch an nicht mehr betreten. Das beschloss die Landesregierung, wie Tourismusminister Bernd Buchholz (FDP) berichtete. Zuvor hatte NDR Schleswig-Holstein berichtet. Zugleich schließt das Küstenland, das traditionell von vielen Touristen besucht wird, auch alle Restaurants. Diese dürfen nur noch außer Haus verkaufen, wie Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) nach einer Sondersitzung seines Kabinetts mitteilte.

17.13 Uhr: Daimler stoppt Großteil der Produktion in Europa

Der Autobauer Daimler stoppt einen Großteil seiner Produktion in Europa. Die Maßnahme beginne noch in dieser Woche und dauere zunächst zwei Wochen, teilte der Konzern mit.

17.08 Uhr: Notbetreuung wird bislang kaum in Anspruch genommen

Die Notbetreuung in den Kitas in Hamburg oder den Schulen in Thüringen wird bislang kaum in Anspruch genommen. Von den rund 90.000 Kita-, Krippen- und Tagespflegekindern seien bislang nur fünf Prozent oder etwa 4500 Kinder betreut worden, sagte Hamburgs Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) am Dienstag. "Das ist sehr wenig. (...) Rechnerisch bedeutet das, dass jedes 20. Kind im Moment in Hamburger Kitas betreut wird." In die Notbetreuung können Kinder von Medizinern, Pflegern, Feuerwehrleuten, Polizisten oder Beschäftigten der Müllabfuhr aufgenommen werden.

Ähnlich ist das Bild an den Schulen in Thüringen. Dort sind laut Bildungsminister Helmut Holter derzeit etwas mehr als 500 Schüler in der Notbetreuung. Angesichts von etwa 240.000 Schülern landesweit zeige sich damit, dass nur ein Bruchteil der Kinder und Jugendlichen im Freistaat derzeit in den Bildungseinrichtungen betreut würden, sagte der Linke-Politiker. "Von vielen Schulen kommen Nullmeldungen." Die grundsätzliche Schließung der Schulen funktioniere, so Holter. Wie viele Kinder in den Kindergärten des Freistaats in einer Notbetreuung sind, konnte Holter zunächst nicht sagen. Diese Zahlen würden noch gemeldet.

16.46 Uhr: Von der Leyen hofft auf Corona-Impfstoff bis Herbst

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hofft, dass es bis zum Herbst einen Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus gibt. Sie stehe in Kontakt mit dem deutschen Pharmaunternehmen CureVac, das an einer "vielversprechenden Technologie" arbeite, sagte von der Leyen in einer Videobotschaft auf Twitter. Am Montag hatte die EU-Kommission dem Tübinger Unternehmen bereits Kredite in Höhe von 80 Millionen Euro in Aussicht gestellt.

Die CureVac-Technologie habe in vorläufigen Studien "eine schnelle Reaktion auf Covid-19" versprochen, erklärte die Kommission am Montag nach einem Gespräch von der Leyens mit dem Management der Firma. Bei einem Nachweis könnten "in den bestehenden CureVac-Produktionsanlagen potenziell Millionen von Impfstoffdosen zu geringen Kosten hergestellt werden".

16.38 Uhr: WHO: Europäer müssen "mutigste" Schritte zur Bekämpfung der Krise unternehmen

Die Staaten Europas sind laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gefordert, die "mutigsten" Schritte zur Bekämpfung der Krise zu unternehmen. Dies betonte der WHO-Direktor für Europa, Hans Kluge, nach einer Onlinekonferenz mit Vertretern der Gesundheitsministerien. Europa sei das "Epizentrum" der Pandemie. "Dies sind beispiellose Zeiten", so der WHO-Mitarbeiter.

16.29 Uhr: Spielplätze in NRW und Berlin bleiben vorerst offen

Trotz gegenteiliger Auffassungen in Bund und Ländern wollen Nordrhein-Westfalen und Berlin derzeit keine Spielplätze schließen. "Das werden wir in Nordrhein-Westfalen nicht machen", bekräftigte Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) im Deutschlandfunk. Er verwies auf die Lage von Familien mit Kindern in kleinen Stadtwohnungen in Ballungsgebieten wie beispielsweise im Ruhrgebiet und in Köln. "Wenn Sie sich die Lebenssituation einer Familie in einer kleinen Wohnung vorstellen, einer Alleinerziehenden – ich glaube, dass Eltern schon dafür sorgen können, dass ein Kind mal eine Stunde auf dem Spielplatz ist, ohne dass die Sozialkontakte so sind, dass wir uns da große Sorgen machen."

Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci argumentierte, es seien bereits "so viele Verbotsregelungen" und Einschränkungen auf den Weg gebracht worden. Eltern riet Kalayci, auf Spielplätzen den Sicherheitsabstand von anderthalb Metern einzuhalten und dies auch ihren Kindern zu vermitteln.

16.09 Uhr: Zurückgeholte Urlauber können mit der Bahn weiterreisen

Bei der Rückholaktion für Urlauber können die Betroffenen kostenlos mit der Deutschen Bahn zu ihren eigentlichen Zielflughäfen weiterreisen. Das Flugticket oder die Bordkarte werden in den Zügen als Fahrschein anerkannt, wie das Bundesunternehmen mitteilte. Das gelte zunächst bis Ende März.

Mit der größten Rückholaktion in der Geschichte der Bundesrepublik sollen Zehntausende Deutsche zurückkehren, die wegen der Corona-Krise im Ausland festsitzen. Nach Schätzungen des Auswärtigen Amts sind derzeit noch mehr als 100.000 Personen vor allem in den Hauptreisegebieten für diese Jahreszeit unterwegs, die zu einem großen Teil mit Sonderflügen zurückgeholt werden sollen.

16 Uhr: Glockenläuten und Gebet daheim

Gottesdienste sind wegen des Coronavirus vorerst verboten, doch im Erzbistum Köln läuten jetzt zumindest jeden Abend um 19.30 Uhr die Glocken aller Kirchen. Bis Gründonnerstag kurz vor Ostern soll das geschehen, erklärte ein Bistumssprecher. Das Läuten sei ein Zeichen dafür, dass die Gebetsgemeinschaft der Gläubigen weiter bestehen bleibe. Es lade die Gläubigen "und alle Menschen guten Willens" zu einem Gebet für die Betroffenen ein, heißt es auf der Website des Erzbistums.

In Oberhausen geht ein katholischer Pfarrer noch einen anderen Weg. Christoph Wichmann von der Pfarrei St. Pankratius in Oberhausen rief auf der Website der Gemeinde dazu auf, abends um 19 Uhr eine Kerze anzuzünden, diese auf die Fensterbank zu stellen und dann das Vaterunser zu beten. "Durch das Gottesdienstverbot ist unser Gemeinschaftsleben völlig zerbrochen", sagte Wichmann der Deutschen Presse-Agentur. "Wir wollen ein neues Gemeinschaftserlebnis schaffen. Die Botschaft ist: In alle Zweifel hinein stehen wir als Christen zusammen."

15.35 Uhr: Kliniken steuern auf Engpässe bei Schutzkleidung zu

Die bayerischen Krankenhäuser steuern durch den Anstieg der Corona-Infektionen auf Engpässe bei der Schutzausrüstung für Ärzte und Pfleger zu. "Die ersten Kliniken haben uns gemeldet, dass es gegen Ende der Woche sehr eng wird mit Masken, mit Brillen, mit Schutzkleidung", sagte Eduard Fuchshuber von der Bayerischen Krankenhausgesellschaft am Dienstag in München. "Das wird in der Tat ein Problem." Aktuell würden sich die Krankenhäuser bereits gegenseitig aushelfen, um die Versorgung der Patienten aufrechtzuerhalten.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) betonte nach einer Sitzung mit dem bayerischen Kabinett in München, ihm sei die Situation in den Praxen, Kliniken und Pflegeeinrichtungen absolut bewusst, und kündigte an: "Wie es ausschaut, werden wir in den nächsten Tagen dort konkret zu Lösungen kommen." Details wolle er aber erst verkünden, wenn die Ware in Deutschland angekommen sei. Als Lehre habe er bereits gezogen, "dass wir nicht in diesem Umfang, gerade bei solch sensiblen Produkten – auch Arzneimitteln, Masken, aber auch in den Lieferketten – abhängig sein sollten von einem großen Land, in dem Fall China".

15.05 Uhr: Berlin errichtet Klinik nur für Covid-19-Patienten

Berlin will wegen der Ausbreitung des Coronavirus ein temporäres Krankenhaus für Covid-19-Patienten errichten. Das teilte die Berliner Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci bei einer Pressekonferenz mit. Die Klinik werde in Zusammenarbeit mit der Bundeswehr und anderen Partnern geplant und solle bis zu 1.000 Betten haben. Sie sei sowohl für schwere, aber auch leichte Fälle gedacht. Als Ort für das Krankenhaus nannte Kalayci das Gelände der Messe Berlin.

14.57 Uhr: In Berlin schließen viele Geschäfte

Auch in Berlin sollen Geschäfte wegen der Corona-Krise in großem Umfang schließen. Das hat der Berliner Senat bei seiner Sitzung am Dienstag entschieden. Supermärkte und andere Läden, die der Versorgung der Menschen dienen, Banken, Drogerien und Apotheken sollen allerdings offen bleiben. Die Regelungen gelten ab Mittwoch.

14.54 Uhr: Bericht: Trump plant 850 Milliarden Dollar schweres Hilfspaket

US-Präsident Donald Trump will Medienberichten zufolge wegen der Coronavirus-Pandemie ein 850 Milliarden Dollar (mehr als 760 Milliarden Euro) schweres Nothilfepaket auflegen. Finanzminister Steve Mnuchin wolle beim Kongress um Zustimmung für die Maßnahmen zur Stützung der US-Wirtschaft werben, berichteten die "Washington Post" und das "Wall Street Journal" am Dienstag.

Das Paket dürfte demnach unter anderem Steuererleichterungen für US-Bürger sowie 50 Milliarden Dollar an Nothilfen für Fluggesellschaften enthalten. Es hätte einen größeren Umfang als jenes in der Zeit der Finanzkrise 2008, das rund 700 Milliarden Dollar schwer war.

Der US-Präsident hat sich wiederholt dafür ausgesprochen, mit Steuererleichterungen auf die Coronavirus-Krise zu reagieren. Kritiker wenden ein, davon würden viele Menschen nicht profitieren – unter anderem jene, die wegen der Pandemie ihren Job verloren haben oder bereits vorher arbeitslos waren.

14.46 Uhr: Verband fordert Einschränkung von Fluggastrechten

Der Weltverband der Fluggesellschaften (IATA) will angesichts der Coronavirus-Pandemie die Passagierrechte einschränken. "Wir sind in einer der schlimmsten Krisen, die wir je hatten", sagte IATA-Generaldirektor Alexandre de Juniac am Sitz des Verbandes in Genf. Die üblichen Rechte auf Erstattungen bei Flugstreichungen oder Verspätungen seien für die Airlines nun problematisch. "Diese Vorschriften sind in so außergewöhnlichen Zeiten zu streng", sagte de Juniac. "Es übersteigt völlig die Kapazität der Fluggesellschaften, diese Vorschriften einzuhalten."

14.43 Uhr: Deutsche Urlauber sitzen in Kapstadt auf Kreuzfahrtschiff fest

Rund 1.300 Urlauber vor allem aus Deutschland und Österreich sitzen im Hafen der südafrikanischen Stadt Kapstadt auf dem Kreuzfahrtschiff "AIDAmira" fest. Für sie sind nach Angaben der Reederei Rückflüge gebucht, die jetzt allerdings zu verfallen drohen. Das Schiff war am Vortag in den Hafen gelassen worden, nachdem am Wochenende laut Reederei schlechtes Wetter ein Einlaufen verhindert hatte. Im Hafen wurden sechs Passagiere von den lokalen Gesundheitsbehörden gebeten, sich "zur Abklärung eines Sachverhaltes" an Land zu begeben. Dabei war es "um die Überprüfung von möglichen früheren Kontaktfällen" gegangen. Die übrigen Passagiere dürfen nun das Schiff nicht verlassen, bis die Ergebnisse der sechs Verdachtsfälle vorliegen. Das kann zwei bis drei Tage dauern.

Laut Reederei hatten die sechs Personen in der vergangenen Woche keinerlei Symptome gezeigt. Wie andere afrikanische Länder will auch Südafrika angesichts der Ausbreitung des Coronavirus seine Häfen künftig für Kreuzfahrtschiffe sperren.

14.38 Uhr: Griechenland verhängt Besuchsverbot in allen Flüchtlingslagern

Wegen der Corona-Krise werden in Griechenland alle Flüchtlingslager vorläufig für Besucher geschlossen. "Besuche von Einzelpersonen und Organisationen werden für mindestens 14 Tage ausgesetzt", erklärte das Einwanderungsministerium. Zutritt erhalte nur noch das Personal. Neu eingetroffene Migranten müssen sich den Angaben zufolge nach ihrer Ankunft einer Temperaturkontrolle unterziehen.

14.33 Uhr: Berlin verschiebt Vollstreckung aller Haftstrafen unter drei Jahren

Wegen des Risikos von Coronavirusinfektionen in Gefängnissen wird in Berlin ab sofort die Vollstreckung aller Haftstrafen von bis zu drei Jahren ausgesetzt. Wie Justizbehörde und Generalstaatsanwaltschaft in der Hauptstadt mitteilten, sollen auf diese Weise die nötigen personellen und medizinischen Ressourcen für den Fall von Erkrankungswellen und Quarantänemaßnahmen im Strafvollzug geschaffen werden. Die Maßnahme gilt ab sofort und soll bis zum 15. Juli dauern.

Die Regelung gilt allerdings nur für rechtskräftig Verurteilte, die sich bereits nicht wegen Fluchtgefahr oder ähnlicher Gründe vor ihrem regulären Haftantritt in Untersuchungshaft befinden. Auch bei einer drohenden sogenannten Vollstreckungsverjährung oder aus anderen zwingenden Gründen wird die Regel nach Justizangaben nicht angewendet.

14.26 Uhr: Maas rechnet mit 30 bis 40 Rückholflügen

Bundesaußenminister Heiko Maas rechnet mit 30 bis 40 Rückholflügen für Urlauber, die wegen der Corona-Krise im Ausland gestrandet sind. "Es ist eine unglaublich große Aktion, die aber auch nötig ist", sagte Maas am Dienstag in einem "Bild"-Interview. "Faktisch hat das tatsächlich jetzt mit einer Luftbrücke zu tun, ohne dass das an historische Vergleiche anknüpfen soll."

Mit dem Begriff Luftbrücke verbindet man vor allem die Berliner Luftbrücke 1948/49, als die Westalliierten den durch eine sowjetische Blockade abgeschnittenen Westteil Berlins fast elf Monate lang aus der Luft versorgten.

Maas hatte am Morgen angekündigt, dass die Bundesregierung 50 Millionen Euro für Sonderflüge zur Verfügung stellt, um Reisende zurückzuholen. 

14.07 Uhr: Merz mit Coronavirus infiziert

Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz hat sich mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt. "Ein am Sonntag bei mir durchgeführter Corona-Test ist positiv. Ich werde bis Ende nächster Woche zuhause unter Quarantäne stehen", sagte Merz der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Der 64-Jährige ergänzte: "Zum Glück habe ich nur leichte bis mittlere Symptome. Alle Termine sind abgesagt. Ich folge strikt den Anweisungen des Gesundheitsamtes."

Merz gilt als einer von drei aussichtsreichen Kandidaten für die Nachfolge der scheidenden CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer und damit auch als möglicher nächster Kanzlerkandidat der Union. Neben Merz kandidieren auch der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet und der Außenpolitiker Norbert Röttgen für das Amt.

Ein ursprünglich für den 25. April geplanter Parteitag zur Wahl des neuen Vorsitzenden war von der CDU-Spitze wegen der Ausbreitung des Coronavirus verschoben worden. Einen neuen Termin für das Treffen der 1.001 Delegierten gibt es noch nicht, es ist unklar, ob die Wahl angesichts der aktuellen Lage im Land noch vor der Sommerpause stattfinden kann. Merz, Laschet und Röttgen hatten wegen des Coronavirus auch sämtliche parteiinternen Wahlkampftermine abgesagt. Auf dem schon lange feststehenden CDU-Parteitag Anfang Dezember in Stuttgart muss sowieso die komplette Führungsspitze der Partei neu gewählt werden.

13.46 Uhr: Laschet: "Es geht um Leben und Tod"

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat die Corona-Lage im Land als "nicht nur dynamisch, sondern dramatisch" bezeichnet. Es sei eine "schwere Krise für Gesundheit, Wohlstand und den Zusammenhalt in unserem Land". Laschet sagte weiter: "Es geht um Leben und Tod – so einfach ist das." Sein eindringlicher Appell sei daher: "Bleiben Sie zu Hause." Nur so helfe man, das Virus einzudämmen, so Laschet bei einer Pressekonferenz in Düsseldorf.

Derweil habe sich die Zahl der Infizierten in den letzten Tagen verdoppelt. Mittlerweile sind 3.060 Menschen in NRW mit dem Virus infiziert. Die Zahl der Todesopfer steigt auf zwölf.  

13.36 Uhr: Flixbus stellt Betrieb ein

Der Fernbusanbieter Flixbus stellt den Betrieb bis auf Weiteres wegen der Coronavirus-Krise ab Mitternacht ein. Flixbus werde alle nationalen sowie grenzüberschreitenden Verbindungen von und nach Deutschland ab 17. März um 24 Uhr aussetzen, teilte das Unternehmen am Dienstag in München mit.

13.20 Uhr: Balearen rufen Touristen zum Verlassen der Inseln auf

Wegen der Coronavirus-Krise hat die Regionalregierung der Balearen alle rund 25.000 auf Mallorca und den anderen spanischen Inseln noch verbliebenen Touristen dazu aufgerufen, schnellstmöglich in ihre Heimat zurückzukehren. Es mache keinen Sinn, dass die Menschen in den Hotels eingesperrt blieben, sagte Regionalpräsidentin Francina Armengol am Dienstag in einem Interview des Radiosenders Cadena Ser.

Man arbeite an einer "Operation Rückkehr" für alle ausländischen und spanischen Besucher der Inseln, sagte sie. Wie andere Regionen Spaniens erwägen auch die Balearen, einige Hotels zu Krankenhäusern umzufunktionieren. Armengol appellierte außerdem erneut an die Zentralregierung, die Schließung aller Häfen und Flughäfen der Balearen anzuordnen. Mit dieser Maßnahme wäre es "viel einfacher", die Coronavirus-Epidemie zu bekämpfen, beteuerte sie. Die Behörden zählten auf den Balearen bisher bereits mehr als 70 Menschen, die sich mit dem Virus SARS-CoV-2 infiziert haben.

Am Montag waren bereits 25 Sonderflüge von den Balearen-Flughäfen vor allem Richtung Deutschland und England gestartet. Gleichzeitig wurden aber nach Behördenangaben auch 67 reguläre Flüge storniert. Die Streichungen und Überbuchungen hätten vor allem auf dem Flughafen von Palma de Mallorca beträchtliche Sorge und Unruhe unter Touristen ausgelöst, die zurück in die Heimat wollten, berichtete die Regionalzeitung "Diario de Mallorca".

13.17 Uhr: Lange Staus an Grenzen

Nach der Schließung von Polens Grenzen wegen der Corona-Krise haben sich die Wartezeiten an den deutsch-polnischen Übergängen deutlich verlängert. Vor dem Grenzübergang Jedrzychowice an der A4 bei Görlitz gab es durch die Kontrollen mehr als 18 Stunden Wartezeit, sagte eine Sprecherin des polnischen Grenzschutzes der Deutschen Presse-Agentur in Warschau.

In Olszyna an der A15 in der Nähe von Cottbus mussten Autofahrer zwölf Stunden warten, ebenso in Swiecko an der A12 bei Frankfurt (Oder). Die Sprecherin sagte: "Wir raten davon ab, diesen Grenzübergang anzusteuern." Um eine Verbreitung des Virus zu erschweren, hatte Polen am Wochenende an den Grenzübergängen zu Deutschland, Tschechien, der Slowakei und Litauen wieder Kontrollen eingeführt.

12.59 Uhr: Supermarktkette in Australien öffnet nur für Ältere – eine Stunde lang

Bilder aus Australien zeigen gähnend leere Supermarktregale. Wegen der Coronavirus-Pandemie ist oft sogar Toilettenpapier ausverkauft. Nun reagiert die größte australische Supermarktkette. Mehr dazu erfahren Sie in diesem Video von t-online.de. Die Märkte von Woolworths öffnen eine Stunde täglich nur für ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen, damit diese nicht Schlange stehen müssten. Die exklusive Stunde soll ab Dienstag morgens zwischen 7 und 8 Uhr starten.

12.52 Uhr: Polizei beendet Unterricht an Berliner Schule

Trotz der verordneten Schließung aller Berliner Schulen ab heute fand an einer Berufsschule in Charlottenburg Unterricht statt. Das fiel der Polizei bei ihren Kontrollen auf, wie sie bei Twitter schrieb. Nach einem Hinweis von Polizisten sei der Unterricht freiwillig beendet und die Schule geschlossen worden.

12.44 Uhr: Zehn Todesfälle in Nordrhein-Westfalen

Die Zahl der Coronavirus-Todesfälle ist in Nordrhein-Westfalen auf zehn gestiegen. Zwei ältere vorerkrankte Menschen starben in Aachen und Eschweiler, wie Stadt und Städteregion Aachen mitteilten. Ein etwa 80 Jahre alter Mann aus Aachen sei mehrfach vorerkrankt gewesen. Er starb am Montagabend in einem Aachener Krankenhaus. Ein über 80 Jahre alter Mann aus Würselen war demnach ebenfalls vorerkrankt. Er starb in einem Eschweiler Krankenhaus.

Landesweit ist die Zahl der Infektionen von mehr als 2.700 am Vortag auf 3.060 gestiegen. Nach Angaben des NRW-Gesundheitsministeriums ist der Kreis Heinsberg mit rund 710 Nachweisen (Vortag 690) und sechs Todesfällen besonders betroffen.

Markus Söder, Ministerpräsident von Bayern, und Jens Spahn (CDU), Bundesgesundheitsminister. (Quelle: dpa)Markus Söder, Ministerpräsident von Bayern, und Jens Spahn (CDU), Bundesgesundheitsminister. (Quelle: dpa)

12.39 Uhr: Söder: Ausgangssperre nicht geplant

Bayern plant nach Angaben von Ministerpräsident Markus Söder bewusst keine Ausgangssperre, sondern setzt darauf, dass Bürger nur notwendige Gänge in die Öffentlichkeit unternehmen. "Wir hoffen, dass die jetzigen Einschränkungen reichen", sagte Söder in München.

12.32 Uhr: Spahn: "Tiefster Einschnitt im Alltag in der Geschichte der Bundesrepublik"

"Wir erleben den wohl tiefsten Einschnitt im Alltag in der Geschichte der Bundesrepublik", sagte Gesundheitsminister Jens Spahn bei der Pressekonferenz mit Bayerns Ministerpräsident Söder in München. Es brauche etwas Zeit, sich darauf einzustellen. Das gehe den Bürgern so, das gehe ihm auch so. "Wir werden das bewältigen, wenn wir besonnen reagieren und aufeinander achtgeben."

Er nehme eine sehr große Bereitschaft wahr, einander zu helfen, sagte Spahn. Es sei nicht einfach, auf Dinge zu verzichten, die man lieb gewonnen habe und die Freude machten. Doch es gehe darum, jene zu schützen, die besonders gefährdet seien. "Und ich denke für die meisten ist die Entscheidung klar, dass sie verhindern wollen, dass ihre Nächsten womöglich schwer erkranken könnten."

Verkäuferinnen in Supermärkten und Drogeriemärkten könne jeder ein Lächeln oder Lkw-Fahrern einen freundlichen Wink schenken. Spahn hob eine gute Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern in der Corona-Krise hervor. Manchmal brauche es im Föderalismus mit Entscheidungen ein, zwei Tage länger, bei der Umsetzung zeige er dann aber seine Stärke.

12.10 Uhr: Söder nennt neue Details zum Katastrophenfall

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat neue Beschlüsse der Landesregierung in Bayern bekannt gegeben. So sollen etwa die Kompetenzen in dem am Montag über Bayern verhängten Katastrophenfall in der Staatskanzlei in München in einem Katastrophenstab gebündelt werden. 400 Mitarbeiter aus anderen Behörden würden in die Gesundheitsbehörden abgeordnet, sagte Söder in München. Krankenhäuser würden angewiesen, nur noch dringend notwendige Operationen durchzuführen. Alle anderen Eingriffe würden verschoben. Die bayerischen Unikliniken sollten ab sofort primär versorgen und nicht forschen.

11.44 Uhr: Lufthansa plant "Luftbrücke" zur Warenversorgung

Die Lufthansa arbeitet an Plänen zur Warenversorgung aus der Luft in Zeiten der Corona-Krise. Hintergrund sind die weltweiten Reisebeschränkungen, die auch Auswirkungen auf die Kapazität der Frachtflüge haben. Konzernchef Carsten Spohr sagte der "Bild"-Zeitung: "Lufthansa wird alles dafür tun, um auch die Lieferketten für die Versorgung der deutschen Bevölkerung aus der Luft aufrechtzuerhalten. Wir arbeiten mit Hochdruck an einer Luftbrücke für ganz Deutschland."

Die Flotte der 747-Passagiermaschinen und die Frachttochter LH Cargo spielen demnach bereits Szenarien durch, "wie und wo unsere Jumbos für Frachtflüge eingesetzt werden können". Seit Ende Januar seien 185.000 Flüge weltweit wegen der Corona-Pandemie gestrichen worden, erklärte die Luftverkehrsvereinigung IATA in Genf. Damit sei auch ein Großteil der Frachtkapazität "verschwunden".

Grundsätzlich wird Luftfracht vor allem für höherwertige Güter eingesetzt. Der Preis pro Kilo beträgt zu normalen Zeiten etwa das 40-fache der Seefracht. IATA-Chef Alexandre de Juniac rief die Regierungen weltweit auf, Frachtflugzeuge von Flugbeschränkungen auszunehmen und das notwendige Personal nicht in Quarantäne zu stecken.

11.42 Uhr: Audi stoppt Produktion ab Montag

Die VW-Tochter Audi fährt ihre Werke in Ingolstadt, Neckarsulm, Belgien, Mexiko und Ungarn bis Ende dieser Woche schrittweise komplett herunter. Angesichts der deutlich verschlechterten Absatzlage und der sich abzeichnenden Unsicherheit der Teileversorgung der Werke "wird es an den meisten Standorten des Volkswagen-Konzerns zu Produktionsunterbrechungen kommen", teilte Audi mit. In den deutschen Audi-Fabriken arbeiten rund 60.000 Beschäftigte.

11.36 Uhr: Keine Ansteckungen über Lebensmittel

Bisher gibt es nach Angaben der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein keine nachgewiesenen Fälle einer Übertragung des Coronavirus über Lebensmittel oder importierte Produkte. "Wie überall spielen auch bei der Zubereitung von Lebensmitteln die Hygieneregeln eine entscheidende Rolle", betonte die Verbraucherzentrale in einer Pressemitteilung in Kiel. Diese seien streng einzuhalten, um sich selbst und andere vor einer Ansteckung zu schützen. Nach derzeitigem Wissensstand sei eine Übertragung des Virus über Lebensmittel oder importierte Produkte unwahrscheinlich.

Das gelte laut Umweltbundesamt auch für eine Übertragung durch Trinkwasser. Um sich selbst und andere Menschen vor einer Ansteckung zu schützen, seien die allgemeinen Hygieneregeln wie häufiges, gründliches Händewaschen sowie Husten oder Niesen in die Armbeuge besonders wichtig. Auf Hygiene kommt es auch bei der Zubereitung von Lebensmitteln an. Da die Viren hitzeempfindlich seien, könne das Risiko durch das Erhitzen von Lebensmitteln gesenkt werden.

11.19 Uhr: In Frankreich nur mit Formular vor die Tür

Wer in Frankreich ab dem Mittag das Haus verlassen will, kann dies nur noch mit einem Formular tun. Wegen der im Kampf gegen das Coronavirus verhängten Ausgangssperre sollen die Menschen im Land nur vor die Tür, wenn es unbedingt notwendig ist. Erlaubt ist: Lebensmittel einkaufen, zur Arbeit fahren, zum Arzt gehen, Kinder zur Betreuung bringen, Hilfsbedürftigen helfen oder allein Sport machen. Auch Menschen, die nicht im Homeoffice arbeiten können, dürfen ihre Wohnung verlassen. Den Grund müssen die Menschen auf einem Formular ankreuzen sowie ihren Namen, ihr Geburtsdatum und den Wohnort eintragen.

Menschen, die sich nicht an die Vorgaben halten, müssen bis zu 135 Euro Strafe zahlen. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte am Montagabend in einer TV-Ansprache eine zunächst 15-tägige Ausgangssperre wegen des neuartigen Coronavirus verhängt.

11.08 Uhr: EU-Kommission warnt vor Fake News

Vor falschen Informationen über das Coronavirus hat die Europäische Kommission gewarnt. Es sei wichtig, über die neuesten Entwicklungen in der Virus-Krise auf dem Laufenden zu bleiben. Allgemeine Ratschläge gebe die Generaldirektion Gesundheit der Kommission, teilte die Brüsseler Behörde via Twitter mit. Über Einzelheiten informierten die lokalen Gesundheitsbehörden. "Nehmen Sie sich vor arglistigen und irreführenden Fake News und Desinformationen in Acht – überprüfen Sie es anhand verlässlicher Quellen", riet die Kommission.

10.55 Uhr: Ikea schließt seine Einrichtungshäuser

Schon vor der angeordneten Schließung der meisten Geschäfte in Deutschland ist die große Möbelkette Ikea aktiv geworden. "Um die Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus so gering wie möglich zu halten, haben wir alle Ikea Einrichtungshäuser in Deutschland bis auf Weiteres geschlossen", teilte der Konzern mit. Die Gesundheit der Kunden und Angestellten habe oberste Priorität.

10.23 Uhr: Polens Regierung macht den Test

In Polen sind alle bei der letzten Kabinettssitzung anwesenden Regierungsmitglieder auf das Coronavirus getestet worden, nachdem ein Test von Umweltminister Michal Wos positiv ausgefallen war. Die Untersuchungsergebnisse würden am Dienstag erwartet, sagte ein Regierungssprecher der Nachrichtenagentur PAP. Bis dahin würden die betroffenen Minister unter Quarantäne arbeiten. Dem infizierten Umweltminister geht es den Angaben zufolge gut.

10.08 Uhr: RKI bezeichnet Gesundheitsgefährdung als "hoch"

Das Robert Koch-Institut hat die Risikoeinschätzung wegen des Coronavirus auf "hoch" gesetzt. RKI-Präsident Lothar Wieler begründete die Änderung der Risikoeinschätzung mit der großen Dynamik der Pandemie und dem starken Anstieg der Fallzahlen. Das Risiko für die Bevölkerung variiere von Region zu Region und könne regional auch "sehr hoch" sein wie im Landkreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen.

Bislang war die Gefährdung für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland durch das Coronavirus als insgesamt "mäßig" eingestuft worden. Wieler betonte zugleich, dass weiterhin der sehr große Teil der Erkrankungen mild verlaufe.

9.59 Uhr: Ungarn seit heute dicht

In Ungarn sind seit heute wegen der Coronavirus-Pandemie die Grenzen für den Personenverkehr geschlossen. Ausgenommen sind lediglich Tagespendler in den grenznahen Regionen und heimkehrende ungarische Staatsbürger. Auch Lastwagen sollen die Grenzen weiterhin ungehindert passieren können. 

9.41 Uhr: "Luftbrücke" gilt besonders für folgende Länder

Die von Außenminister Maas angekündigte Rückholaktion gilt insbesondere für deutsche Urlauber in Marokko, der Dominikanischen Republik, den Philippinen, Ägypten und den Malediven. In diesen Ländern sind aktuell die meisten Reisenden gestrandet. Der SPD-Politiker verwendete den Begriff "Luftbrücke", jene legendäre Aktion der Westalliierten, bei der das von der Sowjetunion blockierte West-Berlin in den späten 1940er-Jahren für gut ein Jahr mit Lebensmitteln und Waren aus der Luft versorgt wurde.

9.30 Uhr: Maas spricht weltweite Reisewarnung aus

Der Außenminister hat eine weltweite Reisewarnung ausgesprochen. Das Auswärtige Amt rät von allen Reisen ins Ausland ab. Schon jetzt sei der Reiseverkehr durch die Corona-Krise massiv eingeschränkt. Maas geht davon aus, dass die Zahl der Flug- und Zugausfälle weiter steigt. Schon jetzt seien Tausende Reisende gestrandet.

9.10 Uhr: Maas nennt zwei Notwendigkeiten für Auswärtiges Amt

Das Auswärtige Amt will Tausenden Reisenden, die im Ausland gestrandet sind, die Heimreise ermöglichen – "in den nächsten Tagen". 50 Millionen Euro werden für diese Rückholaktion bereitgestellt. Außerdem soll verhindert werden, dass weitere Urlauber stranden. Maas warnt vor allen touristischen Reisen ins Ausland. "Bitte bleiben Sie zu Hause." Diese Warnung gilt weltweit.

9 Uhr: Rückholaktion für gestrandete Deutsche geplant – Maas äußert sich

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) will sich zu "aktuellen Entwicklungen in der Corona-Krise" äußern. Dabei dürfte es um die Rückholung Tausender Deutscher gehen, die wegen massiver Reisebeschränkungen in der Corona-Krise in zahlreichen Ländern festsitzen. Das Auswärtige Amt hatte deswegen bereits am Sonntag generell von Reisen ins Ausland abgeraten und bemüht sich mit Reiseveranstaltern und Fluggesellschaften darum, die Gestrandeten zurück nach Hause zu bringen.

Allein in Marokko soll es um eine höhere vierstellige Zahl gehen. Aber auch für Deutsche in der Türkei, auf den Philippinen, in Malta, Zypern, auf den Malediven oder in der Dominikanischen Republik gestaltet sich die Rückreise schwierig.

8.30 Uhr: Indien schließt Taj Mahal

Um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen, schließt Indien das berühmte Mausoleum Taj Mahal sowie andere Denkmäler und alle Museen im Land. Die Orte, darunter mehrere Unesco-Weltkulturerbestätten, sollen zunächst bis Ende März geschlossen bleiben, hieß es aus dem Tourismusministerium. Das Taj Mahal besuchen nach Angaben des Ministeriums normalerweise täglich mehrere Zehntausend Besucher. Reisenden aus der EU und anderen Teilen Europas ist ab Mittwoch die Einreise nach Indien verboten worden. Touristen dürfen schon jetzt generell nicht mehr ins Land. Indien hat rund 1,3 Milliarden Einwohner und ist mit 125 bestätigten Fällen und drei nachgewiesenen Corona-Toten noch vergleichsweise wenig betroffen. Inzwischen sind im Land die meisten Schulen und Freizeiteinrichtungen wie Kinos geschlossen.

8.25 Uhr: "Hart aber fair" – Virologe erklärt, ob Sie noch Bahn fahren können

Der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit gibt Überraschendes preis, wo doch überall vor dem Bahnfahren gewarnt wird: Er fährt noch unbesorgt Bahn. Weil das Risiko für Schmierinfektionen gering sei, könnten Züge "sehr unproblematisch benutzt werden". Auch, weil sie im Moment so leer sind. Aber er berührt nach Möglichkeit nichts und wenn er einen Knopf drücken muss, benutzt er ein Tuch, "was ich danach wegschmeiße". Mehr dazu lesen Sie hier.

7 Uhr: Lindner fordert in Corona-Krise Überprüfung "föderaler Strukturen"

Mit Blick auf die Corona-Krise hat FDP-Chef Christian Lindner "Schwächen bei den Durchgriffsmöglichkeiten des Bundes" beklagt – und eine Überprüfung der "föderalen Strukturen" in Deutschland verlangt. Anders als Deutschland habe etwa Österreich ein Pandemiegesetz und sei in den vergangenen Wochen "erkennbar handlungsfähiger" gewesen als Deutschland, sagte Lindner am Montag dem "Focus".

"Wenn die akute Krise vorbei ist, sollte man auswerten, ob unsere föderalen Strukturen in jeder Beziehung effizient sind", forderte Lindner. Angesichts der negativen wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie forderte Lindner überdies effektivere Liquiditätshilfen vor allem für kleine Unternehmen. Ein Unternehmen, das einen Umsatzeinbruch habe, müsse sich direkt beim Finanzamt melden können. "Dann überweist das Finanzamt eine Liquiditätshilfe auf Basis der letzten Steuerbescheide", forderte Lindner.

Angesichts der Krise erwarte er nicht, "dass die schwarze Null zu halten ist", betonte der FDP-Chef. Was an Maßnahmen nötig sei, übersteige "mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" die Spielräume im Haushalt. Deutschland sei in einer Ausnahmesituation. "Das erkennt auch die FDP an", sagte Lindner.

5.30 Uhr: Pistorius: Verbreitung von Fake News zum Coronavirus bestrafen

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius fordert ein härteres Vorgehen gegen Falschnachrichten und Halbwahrheiten in der Corona-Krise. "Fake News zur Versorgungslage in Zeiten der Corona-Krise sind brandgefährlich", sagte der SPD-Politiker dem "Spiegel". "Sie können Panik, Hamsterkäufe und Konflikte auslösen und sind daher auf das Schärfste zu verurteilen. Daher müssen wir mit Bußgeldern oder sogar Strafandrohungen abschrecken", verlangte Pistorius.

Er rief die Bundesregierung auf, dafür entweder Möglichkeiten nach dem Infektionsschutzgesetz aufzuzeigen oder schnellstmöglich das Gesetz über Ordnungswidrigkeiten beziehungsweise das Strafgesetzbuch anzupassen. Es müsse verboten werden, öffentlich unwahre Behauptungen über die Versorgungslage der Bevölkerung, die medizinische Versorgung oder Ursache, Ansteckungswege, Diagnose und Therapie der Erkrankung Covid-19 zu verbreiten, sagte Pistorius.

4 Uhr: Verbraucherzentralen kritisieren: Hamsterkäufe unsolidarisch

Die Verbraucherzentralen haben Hamsterkäufe in vielen Supermärkten in der Coronavirus-Krise kritisiert. Der Chef des Bundesverbands, Klaus Müller, sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Es gibt aktuell keine Anzeichen für Versorgungsengpässe und deshalb keinen Grund für Panik- oder Hamsterkäufe." Sie seien in der jetzigen Situation auch "unsolidarisch, da sie die Verunsicherung in der Bevölkerung vergrößern und in manchen Fällen tatsächlich zu zeitweisen Engpässen in der Verfügbarkeit von Lebensmitteln oder medizinisch notwendigen Produkten im Handel führen könnten".

Müller verwies zugleich darauf, dass der Umgang mit der Corona-Krise für Verbraucher keine leichte Situation sei. "Es gibt die Maßgabe, soziale Kontakte zu minimieren. Demnach wäre es zum Beispiel besser, selten viel einzukaufen als oft wenig." Über die Auswirkungen der Krise auf Supermärkte und die Landwirtschaft will Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) am Dienstag gemeinsam mit der Lebensmittelbranche informieren.

3 Uhr: Anstieg der Infektionen in China und Südkorea, Deutscher unter Infizierten in der Mongolei

In China sind erneut 13 Menschen an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Wie die Pekinger Gesundheitskommission am Dienstag mitteilte, wurden zudem 21 neue Infektionen nachgewiesen. Laut Behördenangaben handelte es sich bei 20 Erkrankungen um "importierte Fälle", die bei Menschen während der Einreise nach China festgestellt wurden.

Die Zahl der täglich erfassten Corona-Infektionen in Südkorea ist wieder leicht angestiegen. Am Montag seien 84 Neuinfektionen festgestellt worden, teilten die Gesundheitsbehörden am Dienstag mit. Die Gesamtzahl der bisher positiv auf das Coronavirus getesteten Menschen stieg auf 8.320. Die Zahl der Todesfälle, die mit dem SARS-CoV-2-Erreger in Verbindung gebracht werden, kletterte um sechs auf 81.

Die Mongolei meldete derweil drei neue Coronavirus-Fälle, die von gecharterten Flugzeugen aus Deutschland und Südkorea zurückgeführt wurden. Der Patient aus Deutschland befinde sich in einem kritischem Zustand. Die Mongolei, die ihre südliche Grenze zu China geschlossen hat, bestätigte letzte Woche ihren ersten Coronavirus-Fall, einen französischen Staatsangehörigen, der in dem Land arbeitet.

2.30 Uhr: Deutsche Kliniken erwarten drastische Zunahme der Zahl von Patienten

Die deutschen Krankenhäuser erwarten, dass die Zahl der Corona-Patienten in den Kliniken in den nächsten Tagen drastisch steigen wird. Sollte es bis Ende der Woche 20.000 bestätigte Infektionsfälle in Deutschland geben, sei damit zu rechnen, dass davon bis zu 1.500 Patienten in den Krankenhäusern behandelt werden müssten, sagte der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Dies wäre nach seinen Angaben eine Verdreifachung der Zahl der derzeit in den Klinken behandelten Corona-Patienten. Die Krankenhäuser seien aber auf einen solchen Anstieg der Corona-Krankenzahlen vorbereitet, betonte Gaß. "Das würde sie nicht überfordern." 

Der DKG-Präsident sagte, es gehe angesichts der Pandemie jetzt darum, die Kapazitäten der Intensivstationen "von Tag zu Tag auszudehnen". In zwei oder drei Monaten sei es möglich, die Zahl der Intensivbetten von derzeit 28.000 auf rund 34.000 aufzustocken. Auch die Zahl der Beatmungsgeräte von derzeit 20.000 Stück müsse erhöht werden. "Steigt die Zahl der behandlungsbedürftigen Corona-Kranken weiter an, wird im Extremfall in den nächsten Monaten die Hälfte der Patienten auf den Intensivstationen aus Corona-Patienten bestehen", sagte Gaß.

Die Krankenhäuser müssten bis zu 50 Prozent ihrer sonst üblichen Leistungen zurückstellen, erläuterte der DKG-Präsident. Sie hätten bereits begonnen, Patienten mit planbaren Eingriffen abzubestellen. Im Moment hätten die davon betroffenen Patienten zwar "viel Verständnis". Doch viele sähen sich selbst als dringend behandlungsbedürftig, sagte Gaß und fügte hinzu: "In einzelnen Fällen wird es Klagen geben."

Der DKG-Präsident forderte noch für diese Woche einen finanziellen "Schutzschirm für alle Krankenhäuser", damit Kliniken in der Corona-Krise nicht pleitegingen. "Ohne außergewöhnliche Finanzierungsmaßnahmen werden wir die Epidemie nicht bewältigen", warnte er in der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Die öffentlichen wie privaten Kliniken könnten sich nur dann konsequent auf die Behandlung von Corona-Patienten konzentrieren, "wenn sie jetzt schnell die unbedingte Sicherheit erhalten, dass die Absagen anderer Behandlungen nicht zu Liquiditätsengpässen führen", sagte Gaß. Ansonsten stünden etliche Kliniken sehr schnell vor der Insolvenz.

2 Uhr: Staats- und Regierungschefs beraten über EU-Einreisestopp wegen Corona-Krise

Die EU-Staats- und Regierungschefs beraten am heutigen Dienstag über ihr weiteres Vorgehen bei der Eindämmung des Coronavirus. Sie halten dazu am Nachmittag (17 Uhr) wie schon vor einer Woche eine Videokonferenz ab. Die EU-Kommission hatte am Montag vorgeschlagen, wegen der rasanten Ausbreitung der Epidemie einen vorübergehenden Einreisestopp in die EU zu verhängen. Dem müssten die EU-Regierungen zustimmen.

EU-Ratspräsident Charles Michel nannte als wichtige Ziele der Beratungen auch eine ausreichende Versorgung mit medizinischer Ausrüstung und die Förderung der Forschung. Zudem gehe es um "die Begrenzung der wirtschaftlichen Folgen" der Epidemie.

1.30 Uhr: Coronavirus schränkt Arbeit der Gerichte in Bund und Ländern ein

Verschobene Urteile, abgesagte Verhandlungen, Richter im Homeoffice – die Ausbreitung des Coronavirus zwingt auch die Gerichte und Justizbehörden zu einschneidenden Maßnahmen: 

Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe verlegte am Montag die Verkündung eines wichtigen Urteils vom 24. März auf den 5. Mai. Der Bundesgerichtshof (BGH) sagte erste Verhandlungen ab. In Baden-Württemberg werden nur noch wichtige Prozesse verhandelt und die meisten Angestellten und Beamten nach Hause geschickt. Auch in Bayern und Nordrhein-Westfalen kommt es zu Einschränkungen.

Das Verfassungsgericht hatte eigentlich am Dienstag kommender Woche sein Urteil zu den milliardenschweren Staatsanleihenkäufen der Europäischen Zentralbank (EZB) verkünden wollen. Im Raum steht der Vorwurf, dass die EZB damit verbotenerweise Staatsfinanzierung und Wirtschaftspolitik betreibt. Dieser Termin sei "zum Schutz vor der Ausbreitung des Corona-Virus abgesagt", teilte das Gericht mit.

Am Bundesgerichtshof (BGH) wurden am Montag mehrere für diese Woche angesetzte Verhandlungstermine aufgehoben. Die Entscheidung hätten die jeweiligen Senatsvorsitzenden getroffen, sagte eine Sprecherin des obersten Zivil- und Strafgerichts mit Hauptsitz in Karlsruhe und Außenstelle in Leipzig. "Unser primäres Ziel ist es, die persönlichen Kontakte zu verringern." Die Reduzierung der Verhandlungen sei eine Möglichkeit. Die Lage werde jeden Tag neu bewertet. Die Durchführbarkeit von Haftprüfungen müsse aber gewährleistet bleiben.

Auf Landesebene in Baden-Württemberg wird der Betrieb nach den Worten von Justizminister Guido Wolf (CDU) stark beschränkt, aber nicht eingestellt. Ermittlungsrichter würden ebenso weiterarbeiten wie Haftrichter, auch eilige Familiensachen würden entschieden. Verhandlungen, die stattfinden müssten, seien weiter öffentlich. Die Richterinnen und Richter könnten über die elektronische Akte der Gerichtsstandorte vollwertig mobil im Homeoffice arbeiten.

In Bayern sollen an den Verwaltungsgerichten bis zum Ende des Monats keine Verhandlungen stattfinden. Der Verwaltungsgerichtshof in München habe dazu aufgerufen, den Sitzungsbetrieb zwischen dem 17. und 31. März komplett einzustellen, sagte ein Sprecher des Münchner Verwaltungsgerichts. Auch an Zivilgerichten wie dem Landgericht München I fallen nach Angaben einer Sprecherin Verhandlungen aus.

1.20 Uhr: EU bietet Tübinger Impfstoffentwickler CureVac Kredit von bis zu 80 Millionen Euro an

Im Ringen um einen Impfstoff gegen das Coronavirus will die Europäische Union dem deutschen Biotechunternehmen CureVac finanziell unter die Arme greifen. Die EU-Kommission habe CureVac einen Kredit von bis zu 80 Millionen Euro angeboten, um die Entwicklung und Produktion eines Impfstoffs gegen das Coronavirus in Europa zu beschleunigen, teilte die Brüsseler Behörde am Montag mit. Die Unterstützung würde über ein mit einer EU-Garantie abgesichertes Darlehen der Europäischen Investitionsbank (EIB) erfolgen. Zuvor gab es nach Angaben der Komission Gespräche zwischen Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und dem CureVac-Management.

CureVac hatte am Wochenende im Zentrum von Übernahmespekulationen gestanden. Denn das Unternehmen, das nach eigenen Angaben zu den Führenden beim Rennen um einen Corona-Impfstoff steht, hat das Interesse der USA auf sich gezogen, wie Wirtschaftsminister Peter Altmaier und Innenminister Horst Seehofer am Sonntagabend bestätigten. Doch sowohl das Tübinger Unternehmen als sein Hauptinvestor, SAP-Gründer Dietmar Hopp, unterstrichen, dass man einen Impfstoff nicht exklusiv für die USA produzieren wolle. Bundeskanzlerin Angela Merkel erklärte am Montag, das Thema sei "gelöst". "Die Bundesregierung hat sich sehr frühzeitig darum gekümmert."

1 Uhr:  Berichte: Coronavirus bedroht Boeing-Produktion – Staatshilfen

Die Probleme des US-Luftfahrtriesen Boeing nehmen laut US-Medien weiter zu. Aufgrund von Mitarbeitern, die mit dem Coronavirus infiziert seien, müssten die Gesundheitsbehörden nun über die weitere Produktion des Flugzeugbauers entscheiden, berichtete das "Wall Street Journal" am Montag (Ortszeit). Laut einem internen Memo, auf das sich das Blatt bezieht, hatte der Konzern bis Sonntag 11 positiv auf den Virus getestete Beschäftigte und 339, die wegen des Verdachts auf Infizierung in Quarantäne seien. Weitere 87 seien in Quarantäne gewesen, aber schon wieder zur Arbeit zurückgekehrt.

Der Finanzdienst Bloomberg berichtete unter Berufung auf Insider, dass Boeing bei der US-Regierung auf kurzfristige Finanzhilfen für sich selbst sowie für Zulieferer und Fluggesellschaften dränge. Der Airbus-Rivale versuche, Entlassungen und Schäden für Hunderte von kleineren Firmen in der Fertigungskette zu vermeiden. Boeing wollte sich zu beiden Berichten auf Nachfrage nicht äußern. An der Börse geriet das Unternehmen am Montag mit einem Kurssturz um 24 Prozent massiv unter Druck. Der Konzern steht wegen seines nach zwei Abstürzen binnen kurzer Zeit weltweit mit Flugverboten belegten Verkaufsschlagers 737 Max ohnehin schon mit dem Rücken zur Wand.

00.25 Uhr: Qantas streicht internationale Flüge um 90 Prozent

Die australische Fluggesellschaft Qantas Airways reduziert ihre internationalen Flüge bis mindestens Ende Mai um 90 Prozent. Die Reisenachfrage nach Australien sei wegen neuer Beschränkungen für Einreisende im Zusammenhang mit dem Coronavirus deutlich zurückgegangen, berichtet der Konzern. Auch Inlandsflüge würden um 60 Prozent zurückgefahren. Die Auswirkungen auf die Routen würden in den kommenden Tagen bekanntgegeben.

Fast die gesamte Großraumflotte mit rund 150 Flugzeugen bleibt damit am Boden. Qantas-Rivale Air New Zealand reduziert seine Langstreckenkapazität um 85 Prozent, bei Virgin Australia wurde die Kreditwürdigkeit herabgestuft.

Montag, 16. März, 23 Uhr: Rückholaktion für gestrandete Deutsche geplant – Maas äußert sich

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) will sich am Dienstag (9 Uhr) zu "aktuellen Entwicklungen in der Corona-Krise" äußern. Dabei dürfte es um die Rückholung Tausender Deutscher gehen, die wegen massiver Reisebeschränkungen in der Corona-Krise in zahlreichen Ländern festsitzen. Das Auswärtige Amt hatte deswegen bereits am Sonntag generell von Reisen ins Ausland abgeraten und bemüht sich mit Reiseveranstaltern und Fluggesellschaften darum, die Gestrandeten zurück nach Hause zu bringen.

Allein in Marokko soll es um eine höhere vierstellige Zahl gehen. Aber auch für Deutsche in der Türkei, auf den Philippinen, in Malta, Zypern, auf den Malediven oder in der Dominikanischen Republik gestaltet sich die Rückreise schwierig.

Die deutschen Reiseveranstalter hatten bereits am Montag erklärt, dass sie Pauschalurlauber zusammen mit dem Auswärtigen Amt zurückholen wollten, hatten aber noch keine Details genannt. Der Deutsche Reiseverband (DRV) erklärte lediglich, dass sich die Bundesregierung um die "Flugkapazitäten" kümmern werde. Da Auswärtige Amt hatte sich dazu nicht geäußert.

22.20 Uhr: Söder fordert mehr Tempo von der Politik

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) fordert im Kampf gegen das Coronavirus ein noch schnelleres und entschlosseneres Handeln von Bund und Ländern. "Ich glaube, wir brauchen auch ein Stück mehr Tempo in der deutsche Politik", sagte Söder am Abend im ZDF. "Die Herausforderung ist größer als gedacht. Wir können nicht endlos darüber debattieren, wir müssen entscheiden." Es gebe in den Ländern "den einen oder anderen, den muss man noch überzeugen". Er sei aber froh, dass am Ende doch alles klappe "und dass wir jetzt im Gleichklang sind", sagte der CSU-Chef.

Ausgangssperren wie in einigen anderen europäischen Ländern schloss Söder erneut nicht aus. "Ich kann Ihnen keine Garantie abgeben, was in einer Woche ist", sagte er, betonte aber: "Wir handeln immer angemessen, wir handeln immer nach Empfehlung der Virologen." Grundsätzlich sagte Söder: "Ich möchte, dass wir keinen Tag zögern, wenn wir die Empfehlung bekommen, jetzt zu handeln."

22.19 Uhr: EIB schlägt Corona-Hilfspaket von 40 Milliarden Euro vor

Angesichts der massiven Belastungen für europäische Unternehmen durch die Coronavirus-Pandemie hat die Europäische Investitionsbank-Gruppe ein Finanzpaket im Umfang von 40 Milliarden Euro vorgeschlagen. Vorgesehen seien Überbrückungskredite, Zahlungsaufschübe sowie weitere Maßnahmen, um Liquiditätsengpässen und der Einschränkung von Betriebsmitteln bei kleinen, mittleren und mittelgroßen Unternehmen entgegenzuwirken, teilte die EIB-Gruppe am Montagabend in Luxemburg mit.

Auch sollten zusätzliche Mittel für den Gesundheitssektor, für Notfallinfrastruktur sowie die Entwicklung von Therapien und Impfstoffen zur Verfügung gestellt werden, hieß es weiter. EIB-Präsident Werner Hoyer appellierte an die EU-Mitgliedstaaten, "eine bedeutende zusätzliche Garantie" für die EIB und die nationalen Förderbanken einrichten: "Dies würde dazu beitragen, Märkte und Bürger in dieser Zeit beispielloser Unsicherheit zu beruhigen."

Die Maßnahmen zur Unterstützung von Banken ließen sich kurzfristig umsetzen, um Finanzierungsengpässen zu begegnen, erklärte die EIB-Gruppe. Sie sollten, wo immer möglich, zusammen mit nationalen Förderbanken umgesetzt werden.

22 Uhr: Talfahrt an den Börsen – Dax und Dow Jones brechen ein

Die Talfahrt der Börsen wegen der Coronavirus-Pandemie hat sich auch zu Beginn der neuen Woche fortgesetzt. Der Deutsche Aktienindex (Dax) schloss am Montag in Frankfurt am Main mit 8.742 Punkten und einem Minus von 5,31 Prozent. Auch die US-Börsen erlebten erneut einen schwarzen Tag. An der New Yorker Wall Street brach der Leitindex Dow Jones um knapp 13 Prozent ein und endete bei rund 20.188 Punkten. Hier lesen Sie die gesamte Meldung.

Bereits zum Handelsauftakt war der Index der 30 größten deutschen Unternehmen erstmals seit dem Jahr 2016 unter die Schwelle von 9.000 Punkten gerutscht. Dabei hatten sich in Frankfurt im Tagesverlauf zeitweilig noch deutlich höhere Verluste angedeutet. Zwischenzeitlich lag der deutsche Leitindex sogar mehr als zehn Prozent im Minus, am frühen Nachmittag notierte er bei 8.335 Punkten, was einem Minus von 9,72 Prozent entspricht.

Auch an den Handelsplätzen in London, Paris und Mailand ging der Abwärtstrend weiter. In der britischen Hauptstadt betrug das Minus vier Prozent, in Paris sackte der CAC der 40 größten Unternehmen um rund 5,8 Prozent ab, in Mailand lagen die Verluste am Montag bei Handelsschluss bei 6,1 Prozent.

21.40 Uhr: US-Metropole verhängt Ausgangssperre

Die US-Westküstenmetropole verhängt wegen der Ausbreitung des Coronavirus eine Ausgangssperre. Die Bürgermeisterin der Stadt, London Breed, kündigte am Montag auf Twitter an, ab Mitternacht Ortszeit (Dienstag, 8 Uhr MEZ) seien die Bewohner San Franciscos aufgefordert, zu Hause zu bleiben, "außer für grundlegende Bedürfnisse". Notwendige Regierungsstellen und wesentliche Geschäfte blieben geöffnet, betonte sie. Der Schritt basiere auf dem Rat von Gesundheitsexperten, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. "Das Wichtigste ist, so viel wie möglich zu Hause zu bleiben", mahnte Breed. Es sei nicht nötig, umherzueilen, um Lebensmittel zu besorgen. Diese Läden blieben geöffnet.

20.40 Uhr: Trump rät Amerikaner zum Verzicht

US-Präsident Donald Trump ruft alle Amerikaner dazu auf, im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus in den kommenden 15 Tagen auf nicht notwendige Reisen zu verzichten. Als Teil der neuen verschärften Richtlinien fordere er außerdem dazu auf, auf Besuche von Bars und Restaurants zu verzichten und Ansammlungen von mehr als zehn Menschen zu vermeiden, sagte Trump am Montag bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus. Wo immer es möglich sei, sollten Kinder zu Hause unterrichtet werden.

20.31 Uhr: Macron: EU-Außengrenzen ab Dienstag dicht

Im Kampf gegen die Corona-Krise sollen die EU-Außengrenzen Frankreichs Präsident Emmanuel Macron zufolge ab Dienstagmittag geschlossen werden. Es handle sich um eine gemeinsame Entscheidung, die am Montagmorgen von den Europäern getroffen wurde, sagte Macron am Abend in einer TV-Ansprache. Konkret würden alle Reisen zwischen außereuropäischen Ländern und EU-Ländern für 30 Tage ausgesetzt. Die Franzosen, die sich derzeit im Ausland befinden und zurückkehren wollen, könnten natürlich in ihr Land zurückkehren.

Die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte am Nachmittag einen solchen Vorschlag unterbreitet und weitreichende Einreisebeschränkungen in die Europäische Union für zunächst 30 Tage vorgeschlagen. An diesem Dienstag soll der weitgehende Einreisestopp von den 27 Staats- und Regierungschefs bei einer Videokonferenz beschlossen werden.

20.18 Uhr: Frankreich verhängt Ausgangssperre für ganz Frankreich

Im Kampf gegen die Verbreitung des Coronavirus schränkt Frankreich die Bewegungsfreiheit seiner Bürger stark ein. Die Menschen dürfen ihre Häuser nur noch verlassen, um einzukaufen oder zum Arzt oder zur Arbeit zu gehen, sagte Staatschef Emmanuel Macron am Montagabend in einer TV-Ansprache. Auch Sport sei unter bestimmten Bedingungen möglich.

Die Einschränkungen sollen von Dienstagmittag an gelten und für mindestens 15 Tage aufrechterhalten werden. "Wir sind im Krieg", sagte Macron. "Wir kämpfen weder gegen Armeen noch gegen eine andere Nation. Aber der Feind ist da, unsichtbar – und er rückt vor." Um die Ausgangssperre durchzusetzen, will Frankreich 100.000 Polizisten mobilisieren. Das teilte das Innenministerium mit. 

19.02 Uhr: Fünfter Corona-Todesfall in Bayern

In Bayern ist ein weiterer Mensch nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Es handele sich um einen über 90-jährigen Patienten aus Würzburg, teilte das Gesundheitsministerium in München unter Berufung auf das Landratsamt Würzburg mit. Der Gestorbene sei Bewohner des gleichen Pflegeheims gewesen, aus dem auch zwei andere Coronavirus-Todesfälle in Bayern stammten.

Damit sind fünf Menschen in Bayern nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Mindestens 1.067 Menschen wurden bislang positiv auf SARS-CoV-2 getestet. Darin eingerechnet sind die ersten 14 Infizierten, die allesamt mit dem Autozulieferer Webasto aus Gauting-Stockdorf in der Nähe Münchens in Zusammenhang standen. Mit eingerechnet sind zudem drei Bayern, die außerhalb des Freistaats positiv getestet wurden.

Ein Labor in den USA: Ein erster Versuchsteilnehmer bekam am Montag den neu entwickelten Impfstoff. (Quelle: AP/dpa)Ein Labor in den USA: Ein erster Versuchsteilnehmer bekam am Montag den neu entwickelten Impfstoff. (Quelle: AP/dpa)

18.50 Uhr: Erste klinische Tests für Corona-Impfstoff in den USA gestartet

In den USA haben erste klinische Tests für einen neuen Coronavirus-Impfstoff begonnen. Wie die US-Gesundheitsbehörde National Institutes of Health (NIH) mitteilte, bekam ein erster Versuchsteilnehmer am Montag den neu entwickelten Impfstoff. Insgesamt solle der Test über rund sechs Wochen an 45 gesunden Erwachsenen im Alter zwischen 18 und 55 Jahren laufen.

Kanzlerin Angela Merkel spricht im Kanzleramt über das neue Maßnahmenpaket in der Corona-Krise. (Quelle: AP/dpa)Kanzlerin Angela Merkel spricht im Kanzleramt über das neue Maßnahmenpaket in der Corona-Krise. (Quelle: AP/dpa)

18.20 Uhr: Merkel beendet Pressekonferenz

Kanzlerin Merkel hat die Pressekonferenz nach nur wenigen Minuten beendet.

18.19 Uhr: Merkel: G7 mit Bekenntnis zum internationalen Handel

Die G7-Länder sind sich laut Bundeskanzlerin Angela Merkel einig, dass es ein koordiniertes Vorgehen geben muss. Die G7-Länder hätten ein Bekenntnis zum internationalen Handel abgegeben, sagt Merkel.

18.17 Uhr: Merkel: Grenzschließungen vorübergehend

Bei den Grenzschließungen handelt es sich nach den Worten von Merkel um befristete Maßnahmen.

18.15 Uhr: Merkel setzt auf Einsehen der Bürger

Maßnahmen wie auch Spielplatzschließungen werden und können kontrolliert werden, sagt Merkel. "Ich setze aber auch darauf, dass es ein Einsehen bei den Bürgern gibt."

18.13 Uhr: Merkel: Keine Urlaubsreisen mehr

Um das Coronavirus einzudämmen, sollen die Deutschen zudem keine Urlaubsreisen ins In- und Ausland mehr unternehmen, sagte die Kanzlerin. 

18.05 Uhr: Merkel zählt Schließungen auf

Es brauche einschneidende Maßnahmen, betont die Kanzlerin: Für den Publikumsverkehr zu schließen sind unter anderem Gaststätten, Kinos, Theater, Freizeit- und Tierparks sowie Bordelle, sagt Merkel. Der Sportbetrieb in sämtlichen Einrichtungen werde ebenfalls gestoppt. 

18.02 Uhr: "Maßnahmen, die es so noch nicht gegeben hat"

Merkel betont, dass es sich bei den Leitlinien um "Maßnahmen handelt, die es so noch nicht in Deutschland gegeben hat." Aber nur so sei die Ausbreitung des Virus zu verhindern. Die Länder haben diese Maßnahmen durchzusetzen. 

18.01 Uhr: Merkel beginnt 

Kanzlerin Merkel beginnt die Pressekonferenz. Sie teilt mit, dass zusammen mit den Bundesländern weitere Maßnahmen gegen das Coronavirus beschlossen wurden. 

17.55 Uhr: Journalisten warten auf Merkel

Kanzlerin Angela Merkel wird in wenigen Minuten zur Pressekonferenz im Kanzleramt erwartet. Es wird erwartet, dass sie sich zu den weitreichenden Maßnahmen äußern wird, die heute zwischen Bund und Ländern beschlossen wurden.  

17.20 Uhr: Schweiz erklärt Notstand und mobilisiert die Armee

Die Schweiz führt wegen der rasanten Ausbreitung der Coronavirus-Infektionen Notrecht ein. Alle Läden, Restaurants, Bars sowie Unterhaltungs- und Freizeitbetriebe müssen bis am 19. April 2020 geschlossen bleiben, ordnete die Regierung am Montag an. Ausgenommen seien unter anderem Lebensmittelläden und die Gesundheitseinrichtungen. Die Regierung kündigte zudem an, ab Mitternacht Kontrollen auch an den Grenzen zu Deutschland, Österreich und Frankreich einzuführen. Sie bewilligte zur Unterstützung von Spitälern, der Logistik und des Sicherheitsbereichs den Einsatz von bis zu 8.000 Armeeangehörigen.

Leipzig: Besucher der Leipziger Innenstadt gehen durch eine Einkaufsstraße im Zentrum der Stadt.  (Quelle: dpa)Leipzig: Besucher der Leipziger Innenstadt gehen durch eine Einkaufsstraße im Zentrum der Stadt. (Quelle: dpa)

16.05 Uhr: Bund und Länder beschließen weitgehende Schließung von Läden

Zur Eindämmung des neuartigen Coronavirus soll das öffentliche Leben in Deutschland drastisch eingeschränkt werden. Die Bundesregierung vereinbarte nach eigenen Angaben am Montag mit den Ministerpräsidenten der Länder, dass zahlreiche Geschäfte geschlossen werden sollen. Ausgenommen sind unter anderem Lebensmittelgeschäfte, Apotheken und Drogerien sowie Tankstellen, Banken, Poststellen und der Großhandel. Hier sollen aber Hygiene- und Zugangsauflagen erlassen werden.

Wie in verschiedenen Bundesländern bereits geschehen, sollen außerdem überall zahlreiche Einrichtungen zugemacht werden. Einen Überblick finden Sie hier.

15.19 Uhr: Regierung empfiehlt Schließung von Läden

Die Bundesregierung schlägt den Ländern im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus die Schließung einer Vielzahl von Geschäften vor. Supermärkte und andere Läden, die zur Versorgung der Menschen dienen, sollen demnach allerdings offen bleiben, wie die Deutsche Presse-Agentur am Montag nach einer Sitzung des Kabinettsausschusses zur Corona-Krise aus Regierungskreisen erfuhr. 

Das Papier mit Empfehlungen des Kabinettsausschuss an die Länder liegt t-online.de vor. Einzelhandelsbetriebe für Lebens- und Futtermittel, Wochenmärkte, Lieferdienste, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Tankstellen und Banken und Sparkassen, Poststellen, Waschsalons und der Großhandel sollen geöffnet bleiben. Outlet-Center beispielsweise sollen aber schließen. 

Bau- und Tierbedarfsmärkte dürfen nach den Empfehlungen öffnen, dabei gelten aber strenge Auflagen, die sicherstellen sollen, das es keine Warteschlangen gibt und nicht zu viele Menschen zugleich die Läden betreten.

15.09 Uhr: Merkel tritt am Abend vor die Presse

Kanzlerin Merkel will am Abend über die Maßnahmen der Bundesregierung im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus informieren. Merkel werde um 18 Uhr vor die Medien treten, kündigte das Bundespresseamt am Montag an. Zuvor hatte der von Merkel geleitete Kabinettsausschuss Corona getagt.

Die Pressekonferenz werden wir für Sie live begleiten. 

14.57 Uhr: IWF stellt eine Billion US-Dollar für Finanzhilfen bereit 

Zur Bewältigung der Coronavirus-Krise bietet der Internationale Währungsfonds (IWF) betroffenen Ländern massive Finanzhilfen an. Die Kreditkapazität von einer Billion US-Dollar des Fonds könne zur Unterstützung von Mitgliedstaaten eingesetzt werden, die mit der Ausbreitung des Virus kämpfen, teilte IWF-Direktorin Kristalina Georgieva am Montag in einem Blogeintrag mit.

Sie machte jedoch deutlich, dass Regierungen gefordert seien, finanzpolitische Maßnahmen zu ergreifen. Weltweit abgestimmte Konjunkturhilfen würden Stunde für Stunde dringender. Der IWF habe flexible Notfallkredite im Volumen von 50 Milliarden Dollar zur raschen Verwendung für Schwellen- und Entwicklungsländer parat. 10 Milliarden Dollar könnten zum Nullzins vergeben werden.

14.45 Uhr: "Bild": Regierung empfiehlt Schließung von Geschäften 

Die "Bild"-Zeitung berichtet, das Krisenkabinett der Bundesregierung habe weitere Empfehlungen verabschiedet: Danach sollen die sozialen Kontakte auf ein Minimum reduziert werden. Dafür sollen Läden geschlossen werden, Restaurants frühestens ab 6 Uhr öffnen und spätestens um 18 Uhr (MEZ) schließen. Dies gelte nicht für Geschäfte für Lebens- und Futtermittel, Wochenmärkte, Lieferdienste, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Tankstellen, Banken und Sparkassen, Poststellen und Waschsalons. Umgesetzt werden müssen die Empfehlungen aber von den Ländern.

14.28 Uhr: Eurogruppen-Chef: Volkswirtschaften befinden sich "in kriegsähnlichen Zeiten"

Eurogruppen-Chef Mario Centeno sieht Europa noch vor einem langen Kampf gegen das Coronavirus. Es sei klar, dass das Virus noch nicht seine maximale Verbreitung erreicht habe, sagte Centeno vor einer Video-Konferenz der EU-Finanzminister zu den wirtschaftlichen Folgen der Epidemie am Montag. Die EU habe "die ersten Schritte in einem vorübergehenden, aber langen Kampf ergriffen". Die erzwungene Eindämmungsmaßnahmen brächten Europas Volkswirtschaften "in kriegsähnliche Zeiten".

Die EU-Kommission rechnet bereits damit, dass die europäische Wirtschaft dieses Jahr wegen der Corona-Krise schrumpfen wird. Mehrere EU-Länder haben Milliardenprogramme angekündigt, um sich gegen die wirtschaftlichen Folgen der Krise zu stemmen und Unternehmenspleiten zu verhindern.

Die EU-Kommission will ihrerseits Entgegenkommen bei den Vorgaben für Haushaltsdefizite und Staatsbeihilfen für Firmen zeigen. Zudem will sie betroffene Länder mit einem bis zu 37 Milliarden Euro schweren Investitionsprogramm unterstützen. Für all diese Maßnahmen braucht sie noch die Unterstützung der Mitgliedstaaten. "Wir werden sicherstellen, dass Regeln der EU für Haushalte und Staatsbeihilfen der Unterstützung unserer Volkswirtschaften nicht entgegen stehen", sagte Centeno in einer Video-Botschaft. "Es gibt Flexibilität und sie wird genutzt werden."

14.20 Uhr: Österreichische Fluglinien stellen Betrieb ein 

Die zur Lufthansa gehörende Austrian Airlines und die Ryanair-Tochter Laudamotion stellen wegen der Corona-Krise ihren regulären Flugbetrieb temporär ein. Austrian werde die Flüge ab Donnerstag aussetzen, der vorerst letzte Flug werde am 19. März in den Morgenstunden aus Chicago in Wien landen, teilte die Fluglinie mit. Bis dahin werde der Flugbetrieb kontrolliert und strukturiert zurückgefahren, um möglichst alle Passagiere, Crews und Flugzeuge nach Hause zu holen. Zunächst streicht Austrian Airlines alle Flüge bis zum 28. März. Passagiere, die in diesem Zeitraum einen gebuchten Flug haben, würden wenn möglich auf andere Fluglinien umgebucht, hieß es.

Die zur irischen Billigfluglinie Ryanair gehörende Laudamotion stellt ihren Flugbetrieb ab sofort bis auf weiteres ein. Bis 8. April werden sämtliche Flüge aus dem Programm gestrichen. Betroffene Passagiere werden umgehend per E-Mail informiert und können kostenfrei umbuchen, sowie auf Wunsch eine Erstattung des Flugpreises erhalten.

14.10 Uhr: Ausgangssperre in Spanien soll länger dauern 

Der am Samstagabend in Spanien ausgerufene Alarmzustand samt Ausgangssperre soll länger als die zunächst angepeilten 15 Tage dauern. Zwei Wochen würden "nicht ausreichen, um den Kampf zu gewinnen", sagte Transportminister José Luis Ábalos am Montag in einem Radiointerview mit dem Sender RTVE. "Es ist offensichtlich, dass wir keinen sicheren Zeitplan haben. Aber wenn wir jetzt keine besonders strengen Maßnahmen ergreifen, um die Ausbreitung des Virus und die Auswirkungen auf die Gesundheit und das Leben zu stoppen, dann hat das überhaupt keinen Effekt", so Ábalos.

Im Rahmen des sogenannten Alarmzustands, der dritthöchsten Notstandsstufe, wurden auch die meisten Läden geschlossen und der öffentliche Nah- und Fernverkehr drastisch reduziert. Die Menschen dürfen aber etwa in Supermärkten und Apotheken einkaufen sowie zu ihrer Arbeit fahren. Die längstmögliche Dauer des Alarmzustands beträgt eigentlich 15 Tage – eine Verlängerung muss vom Parlament genehmigt werden, wie Regierungschef Pedro Sánchez in einer Fernsehansprache betont hatte.

14.05 Uhr: BASF will mit Produktion von Desinfektionsmitteln beginnen

Wegen der Coronavirus-Krise will der BASF-Konzern im Laufe dieser Woche mit der Herstellung von Desinfektionsmittel beginnen. Derzeit würden die organisatorischen und technischen Voraussetzungen dafür geschaffen, da Desinfektionsmittel nicht zum Produktportfolio des Unternehmens gehörten, teilte ein Konzernsprecher am Montag in Ludwigshafen mit.

BASF plane derzeit, Krankenhäusern in der Metropolregion Rhein-Neckar Hand-Desinfektionsmittel zur Verfügung zu stellen, hieß es. Für die Herstellung habe das Chemieunternehmen eine Ausnahmegenehmigung des rheinland-pfälzischen Gesundheitsministeriums erhalten. 

13.55 Uhr: EU-Kommissionsvize Timmermans in Quarantäne 

Der Vizepräsident der EU-Kommission, Frans Timmermans, hat sich wegen der Coronavirus-Krise in freiwillige Quarantäne begeben. Hintergrund ist der Kontakt mit einer später positiv auf das Virus getesteten Person bei einem Termin am 6. März, teilte die EU-Kommission mit. Timmermans habe aber keine Symptome und sage selbst: "Ich fühle mich vollkommen in Ordnung." Die Selbstisolation soll bis zum 20. März dauern. Bisher gebe es keinen weiteren Infektionsverdacht in den Reihen der 27 Kommissare, stellte ein Sprecher klar.

13.30 Uhr: Neue Todesfälle in Nordrhein-Westfalen und in Hamburg 

In Nordrhein-Westfalen ist die Zahl der Coronavirus-Todesfälle auf acht gestiegen. Im Kreis Heinsberg sind zwei weitere Menschen im Zusammenhang mit einer Coronavirusinfektion gestorben. Eine 94-jährige Heinsbergerin mit Vorerkrankungen sei an einer Lungenentzündung im Krankenhaus Heinsberg gestorben, berichtete der Kreis. Im Krankenhaus Erkelenz verstarb eine 81-jährige Patientin aus Heinsberg, ebenfalls an einer Lungenentzündung durch eine Coronavirusinfektion. "Sie war ebenfalls durch Vorerkrankungen bereits gesundheitlich belastet", hieß es. Damit sind allein im Kreis Heinsberg insgesamt bereits sechs Coronatote zu beklagen. Außerdem starb in Essen und in Düsseldorf jeweils eine infizierte Person.

Auch in Hamburg ist erstmals ein Mensch an den Folgen einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben. Es handele sich um einen Bewohner einer Seniorenresidenz, sagte ein Sprecher der Gesundheitsbehörde. Der Mann sei bereits am Freitag gestorben und man habe nun bei Untersuchungen posthum das Virus festgestellt. Zuvor hatte die "Bild"-Zeitung darüber berichtet. Damit steigt die Zahl der Todesfälle in Deutschland auf 18.

13.22 Uhr: Griechenland verhängt Quarantäne für Einreisende 

Griechenland verhängt eine zweiwöchige Quarantäne für Menschen, die aus dem Ausland einreisen. Einzelhandelsgeschäfte sollen ab Mittwoch geschlossen bleiben. Supermärkte, Apotheken und Essenlieferdienste seien davon ausgenommen, sagt ein Regierungssprecher in Athen.

13.20 Uhr: US-Militärmanöver "Defender Europe 20" wird beendet 

Die von den USA geführte Militärübung "Defender Europe 20" wird wegen der Corona-Epidemie kontrolliert eingestellt. "Nach meiner Kenntnis ist die Entscheidung seitens der Amerikaner gefallen, jetzt geordnet diese Übung zu beenden", sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Berlin. 

Nach seinen Angaben sind maximal 5.500 US-Soldaten über Deutschland eingereist. Schiffe auf dem Weg nach Deutschland seien umgelenkt worden. Abgesagt seien von deutscher Seite "alle aktiven Übungsanteile". Die Bundeswehr leiste nun logistische Unterstützung dabei, die US-Kräfte geordnet zurückzuführen.

13.04 Uhr: Eigentümer von CureVac glaubt an Impfstoff bis zum Herbst

SAP-Mitbegründer Dietmar Hopp geht davon aus, dass bis zum Herbst ein Impfstoff gegen das Coronavirus zur Verfügung steht. "Das müsste dann verfügbar sein, aber es müssten ja erstmals Tests gemacht werden an Tieren und dann an Menschen", sagte der Mehrheitseigner des Fußball-Bundesligisten 1899 Hoffenheim in einem Sport1-Interview.

Der 79-Jährige ist Mehrheitseigner der Tübinger Firma CureVac, die seit Jahresbeginn nach einem Impfstoff forscht. US-Präsident Donald Trump sollte offenbar vergeblich versucht haben, Hopp das Exklusivrecht für den neuen Impfstoff abzukaufen. Die Firma hat entsprechende Berichte dementiert.

12.55 Uhr: Opel-Mutter PSA schließt Werke in Frankreich 

Der Mutterkonzern des Autobauers Opel, die französische PSA-Gruppe, schließt wegen der Coronavirus-Pandemie alle Werke in Frankreich. Das verlautete am Montag aus Gewerkschaftskreisen. Zuvor hatten schon der US-italienische Autobauer Fiat Chrysler, der französische Autobauer Renault sowie der französische Reifenhersteller Michelin Werksschließungen wegen der Corona-Krise angekündigt.

12.46 Uhr: Firma mit möglichem Impfstoff hat kein Angebot von Trump erhalten

Der Vertrieb eines möglichen Corona-Impfstoffs des Tübinger Biotech-Unternehmens CureVac ist nach Angaben der Firma noch völlig offen. Medienberichten zufolge versucht US-Präsident Donald Trump, das Medikament exklusiv für sein Land zu sichern und bietet der Firma dafür einen hohen Betrag. "Ein Angebot liegt uns nicht vor", sagte ein CureVac-Sprecher am Montag.

CureVac forscht derzeit an einem Impfstoff gegen das Coronavirus und hat dafür 8,3 Millionen US-Dollar Fördergeld (rund 7,5 Millionen Euro) von der Internationalen Impfstoff-Allianz CEPI ("Coalition for Epidemic Preparedness Innovations") bekommen. Auch die Bundesregierung ist Mitglied von CEPI. Wenn ein geeigneter Impfstoffkandidat gefunden und in klinischen Studien geprüft ist, will CureVac das Medikament selbst herstellen.

12.42 Uhr: Nahverkehr in Sachsen eingeschränkt 

Die Ausbreitung des Coronavirus führt in Sachsen zu Einschränkungen im Nahverkehr. "Wir denken darüber nach, unser Angebot dem anzupassen, was vorgegeben wird", sagte etwa Falk Lösch, Sprecher der Dresdner Verkehrsbetriebe, am Montag. Seit Anfang der Woche entfallen in Dresden Verstärkungsfahrten zur Beförderung von Schülern. Um eine Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, ist in Sachsen seit Montag die Schulpflicht aufgehoben.

Ebenso wie in Dresden öffnen auch in Leipzig die Türen von Bussen und Straßenbahnen automatisch. Damit soll vermieden werden, dass sich Passagiere beim Drücken der Haltewunschtaste mit dem Erreger SARS-CoV-2 infizieren. Verkehrsbetriebe im Freistaat fordern außerdem dazu auf, hinten im Bus einzusteigen und Tickets vor der Fahrt zu kaufen. In Chemnitz entfallen seit Montag drei Buslinien bis auf Widerruf, teilte die Chemnitzer Verkehrs AG mit.

12.40 Uhr: Bundesregierung will Luftfahrtbranche unterstützen 

Die Coronavirus-Krise wird nach Einschätzung von Branchenexperten zu einer riesigen Pleitewelle in der internationalen Luftverkehrswirtschaft führen. Ende Mai dürften die meisten Airlines der Welt zahlungsunfähig sein, schreibt die Beratungsgesellschaft Capa am Montag. Die Folgen des neuartigen Coronavirus und die vielfältigen Reiseeinschränkungen durch die nationalen Regierungen hätten bereits jetzt zahlreiche Gesellschaften in die technischen Insolvenz getrieben.

Die Barreserven schmelzen angesichts der Flottenstilllegungen und der nur noch weniger als halb vollen Flüge, hieß es. Jede neue Reisebeschränkung trockne die Nachfrage weiter aus und Normalisierung sei nicht in Sicht. Das Zentrum für Luftfahrt Capa kritisierte das unkoordinierte Vorgehen der nationalen Regierungen. So habe es US-Präsident Donald Trump beispielsweise unterlassen, die europäischen Regierungen vorab über das faktische Landeverbot für EU-Gesellschaften in den USA zu unterrichten.

12.35 Uhr: Muslime sollen nicht in die Moschee gehen 

Muslime in Deutschland sind aufgerufen, wegen des Coronavirus nicht mehr in der Moschee, sondern zu Hause zu beten. Das teilten der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) und der Koordinationsrat der Muslime (KRM) mit. Sie legten allen Gemeinden, Vereinen und Verbänden nahe, die fünf täglichen Pflichtgebete nicht in der Moschee zu vollziehen. Dies gelte ab sofort, hieß es. Für seelsorgerische Angelegenheiten und Einzeltermine bleiben die Moscheen den Angaben zufolge aber geöffnet.

12.28 Uhr: Scheuer will große Flughäfen offen halten

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) will in der Coronavirus-Krise große deutsche Flughäfen wie Frankfurt und München offen halten. "Wir arbeiten daran, die Infrastruktur aufrecht zu halten, vor allem wegen Versorgung und Logistik", sagte Scheuer der Deutschen Presse-Agentur. "Ich stehe in dieser Frage in enger Abstimmung mit den Ländern und den Flughafenbetreibern." Die Landesregierung von Baden-Württemberg will den Betrieb an allen Flughäfen in dem Bundesland wegen des Coronavirus einstellen.

12.27 Uhr: Bundesfinanzminister Scholz will an der Schuldenbremse festhalten

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) sieht derzeit einem Medienbericht zufolge keinen Grund, wegen der Corona-Krise von der im Grundgesetz verankerten Schuldenbremse abzuweichen. "Die Schuldenbremse hemmt uns gegenwärtig nicht", zitierten die Zeitungen der Funke Mediengruppe am Montag einen Sprecher des Finanzressorts. Dagegen verlangt Bayern mehr Spielraum für die Neuverschuldung, um die Wirtschaft in der Krise stärker unterstützen zu können.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) will deswegen die Schuldenbremse für ein Jahr aussetzen. Dies soll Hilfsleistungen in Milliardenhöhe ermöglichen. Allerdings sieht das Grundgesetz bereits jetzt Ausnahmen von der Schuldenbremse vor "für Naturkatastrophen oder außergewöhnliche Notsituationen, die sich der Kontrolle des Staates entziehen und die staatliche Finanzlage erheblich beeinträchtigen".

12.22 Uhr: Robert Koch-Institut warnt vor "Corona-Partys" 

Der Klub hat dicht, also steigt die Party zu Hause? Von solchen Überlegungen hat das Robert Koch-Institut (RKI) angesichts der Coronavirus-Ausbreitung vehement abgeraten. Nach Hause einzuladen oder zu anderen Festen zu gehen, sei im Sinne der Eindämmungsbestrebungen nicht sinnvoll, sagte RKI-Vizepräsident Lars Schaadeg in Berlin. "Ich sage das deshalb, weil es inzwischen offenbar bereits sogenannte Corona-Partys gibt, wenn die Klubs geschlossen wurden." Er appellierte: "Bitte tun Sie das nicht. Bleiben Sie möglichst zu Hause, und schränken Sie ihr Gesellschaftsleben so weit wie möglich ein."

Da die Zahlen weiter relativ stark anstiegen, sei es wichtig, die nun eingeleiteten Maßnahmen konsequent umzusetzen. Inwieweit sich die Schließung etwa von Schulen und Klubs auf die Statistik auswirkt, zeige sich voraussichtlich nach zehn bis zwölf Tagen, erläuterte Schaade. Er verwies auf die Inkubationszeit sowie Verzug bei Diagnose und Meldung.

Medienberichte über Aussagen eines Wissenschaftlers, wonach ein acht Wochen lang unerkannt infiziertes Kind 3.000 andere Menschen ansteckt, wies Schaade als "völlig unrealistisch" zurück. Welche Rolle Kinder spielten, um die Infektion weiterzugeben, sei für SARS-CoV-2 noch nicht ganz beantwortet. Klar sei bisher, dass Kinder infiziert werden und das Virus weitergeben können, aber sie hätten weniger Symptome. Die Schulschließungen seien daher "plausibel".

12.20 Uhr: Tausende Deutsche sitzen wegen des Corona-Virus im Ausland fest

Die Bundesregierung geht davon aus, dass mehrere Tausend Deutsche wegen Reisebeschränkungen im Zuge der Corona-Krise im Ausland festsitzen. Vor allem in der Türkei, Marokko, Indonesien und den Philippinen haben Bundesbürger nach Angaben des Auswärtigen Amts Schwierigkeiten, nach Deutschland zurückzukehren. Man sei mit Fluggesellschaften und Reiseveranstaltern im intensiven Gespräch, "um möglichst pragmatische und möglichst schnelle Lösungen" für eine Ausreise zu finden, sagte Sprecherin Maria Adebahr am Montag in Berlin.

In den vergangenen Tagen hatten immer mehr Länder Flugverbindungen gekappt und Grenzen weitgehend geschlossen. Deswegen rät das Auswärtige Amt seit Sonntag grundsätzlich von Reisen ins Ausland ab – ein beispielloser Vorgang. "Das Risiko, dass Sie Ihre Rückreise aufgrund der zunehmenden Einschränkungen nicht mehr antreten können, ist in vielen Destinationen derzeit hoch", schrieb Außenminister Heiko Maas (SPD) dazu auf Twitter.

12.09 Uhr: Ryanair will Großteil der Flotte am Boden lassen 

Europas größter Billigflieger Ryanair streicht wegen der Coronavirus-Krise sein Flugprogramm um bis zu 80 Prozent zusammen. Unternehmenschef Michael O'Leary will den Herausforderungen aber trotzen und die Fluggesellschaft heil durch die Turbulenzen steuern. "Ryanair ist ein belastbarer Airline-Konzern mit einer starken Bilanz und erheblichen Barreserven", sagte der Manager am Montag laut Mitteilung. "Wir können und werden durch angemessenes und zeitiges Handeln auch eine längere Zeit mit weniger oder sogar gar keinen Flügen überstehen."

In den Monaten April und Mai wird Ryanair das Flugangebot voraussichtlich um bis zu 80 Prozent zurückfahren. Binnen der nächsten sieben bis zehn Tage werde es dazu kommen, dass der Großteil der Flotte in Europa nicht mehr abheben kann. Bis dahin will Ryanair die geplanten Flüge noch so weit wie erlaubt durchführen, um Kunden zurück in ihre Heimat zu bringen. Einige Länder hätten internationale Flüge jedoch untersagt. Zu Ryanair gehören auch die österreichische Airline Lauda und die polnische Fluglinie Buzz.

11.58 Uhr: Kölns Oberbürgermeisterin Reker ist in Quarantäne 

Nachdem Sie Kontakt zu einer mit dem Coronavirus infizierten Person hatte, befindet sich nun auch die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker in häuslicher Quarantäne. Mehr dazu lesen Sie hier.

11.56 Uhr: Auch Ungarn schließt die Grenzen

Ungarn wird nach Worten von Ministerpräsident Viktor Orban seine Grenzen für Reisende aus anderen Ländern schließen. Zudem kündigt Orban im Parlament eine Absage von Kultur- und Sportveranstaltungen sowie eine Schließung entsprechender Einrichtungen an. Alle Geschäfte außer Lebensmittelläden, Apotheken und Drogerien müssen schließen. Die Öffnungszeiten von Restaurants werden verkürzt.

11.48 Uhr: EU-Sondergipfel am Dienstag per Video 

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus halten die EU-Staats- und Regierungschefs am Dienstag per Video-Konferenz einen weiteren Sondergipfel ab. Wie EU-Ratspräsident Charles Michel am Montag im Onlinedienst Twitter mitteilte, geht es um das weitere Vorgehen bei der Eindämmung der Epidemie. Er nannte als wichtige Ziele insbesondere eine ausreichende Versorgung mit medizinischer Ausrüstung, die Förderung der Forschung und "die Begrenzung der wirtschaftlichen Folgen" der Epidemie.

11.45 Uhr: Hunderte Berliner Polizisten in Quarantäne 

Die Zahl der Corona-Infizierten und Betroffenen bei der Berliner Polizei und Feuerwehr ist weiter gestiegen. Bei der Polizei gebe es inzwischen 7 infizierte Beamte und weitere 95 seien in Quarantäne, sagte Innenstaatssekretär Torsten Akmann (SPD) im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses. Zudem seien 202 Polizisten auf Anordnung des Amtsarztes vorsorglich in Quarantäne, außerdem gebe es 3 Rückkehrer aus Risikogebieten. Insgesamt betroffen seien also 307 Polizisten und Polizeiangestellte.

Bei der Feuerwehr gebe es einen Infektionsfall, 31 Menschen seien in Quarantäne und ein weiterer Mitarbeiter der Feuerwehr in vorsorglicher Quarantäne. Zudem gebe es 6 Menschen, die aus Risikogebieten zurückkamen. Insgesamt seien 39 Menschen bei der Feuerwehr betroffen. Akmann sagte: "Die Gesundheitslage ist längst eine Sicherheitslage." Die Funktionsfähigkeit von Polizei und Feuerwehr müsse unbedingt bewahrt bleiben.

11.38 Uhr: Deutsches Rotes Kreuz bittet um Blutspenden 

In der Corona-Krise arbeitet der Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) nach eigenen Angaben mit Hochdruck an einer Sicherung der Patientenversorgung mit Spenderblut. Derzeit sei die Versorgung mit lebensrettenden Blutpräparaten "noch auf niedrigstem Niveau gesichert", erklärte der medizinische Geschäftsführer des DRK-Blutspendedienstes Nord-Ost, Torsten Tonn. Dies könne sich aufgrund der weiteren Ausbreitung des Erregers und den zunehmenden Einschränkungen des öffentlichen Lebens in vielen Teilen des Landes aber "in kurzer Zeit grundlegend ändern". Sollten in den kommenden Tagen nicht genug Blutspenden eingehen, wäre die Versorgung "innerhalb kurzer Zeit nicht mehr lückenlos abgesichert".

Der Blutspendedienst Nord-Ost rief alle gesunden Bürger dringend zu Blutspenden auf. Bei einer Blutspende bestehe kein gesteigertes Risiko einer Coronainfektion, es seien zusätzliche Schutzmaßnahmen ergriffen worden. Gerade in der derzeitigen Frühphase der Epidemie in Deutschland seien zahlreiche Spenden wichtig, weil die Verbreitung des Virus in der Bevölkerung noch vergleichsweise begrenzt sei.

Alle Menschen, die in Risikogebieten waren oder Kontakt zu Coronainfizierten hatten, dürfen dabei nicht spenden. Wie das DRK weiter betonte, sind auch alle Menschen mit Symptomen einer Erkältung oder grippaler Infekte generell nicht zu Blutspenden zugelassen. Es gibt bisher keine Hinweise, dass Corona durch Blutspenden übertragen wird.

11.24 Uhr: Ostbeauftragter der Bundesregierung: Wirtschaft im Osten "stärker gefährdet"

Der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Marco Wanderwitz, sieht die Wirtschaft im Osten Deutschlands angesichts der Corona-Pandemie "potenziell stärker gefährdet" als andere Regionen. Das liege an der "kleinteiligeren Wirtschaftsstruktur und der tendenziell geringeren Kapitaldecke", sagte Wanderwitz den Thüringer Zeitungen der Funke-Mediengruppe vom Montag. Die Regierung sei im ständigen Austausch mit Unternehmen.

Das von der Bundesregierung errichtete Schutzschild für Beschäftigte und Unternehmen umfasse aber für die "derzeitige Situation alles Erforderliche", sagte der Ostbeauftragte. Er halte die Ansätze auch im Osten "für gut geeignet", um die Nachteile aufzufangen.

11.22 Uhr: Robert Koch-Institut erklärt drei US-Bundesstaaten zum Risikogebiet

Das Robert Koch-Institut (RKI) stuft inzwischen auch die US-Bundesstaaten Kalifornien, Washington und New York als Coronavirus-Risikogebiete ein. Dort gebe es nach Einschätzung der US-Gesundheitsbehörden eine anhaltende Virusübertragung innerhalb der Bevölkerung, begründete RKI-Vizepräsident Lars Schaade den Schritt. Bisher sind Italien und Iran sowie Regionen in China, Südkorea, Frankreich (Region Grand Est), Österreich (Bundesland Tirol) sowie Madrid in Spanien als Risikogebiete eingestuft. In Deutschland gilt der Kreis Heinsberg in NRW als "besonders betroffen".

11.05 Uhr: Baden-Württemberg will den Flugverkehr stoppen

Die Landesregierung will den Betrieb an allen Flughäfen in Baden-Württemberg wegen des Coronavirus einstellen. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Montag aus Regierungskreisen in Stuttgart. Reisende aus dem Ausland würden aber noch zurückgeholt. Der Beschluss soll im Laufe der Woche in Kraft treten.

11.02 Uhr: Wirtschaftsministerium rechnet mit "relevanten konjunkturellen Auswirkungen"

 Das Bundeswirtschaftsministerium rechnet infolge der Coronavirus-Krise mit "relevanten konjunkturellen Auswirkungen". Das Coronavirus setze der deutschen Wirtschaft zu, heißt es im Bericht zur wirtschaftlichen Lage in Deutschland im März, der am Montag vorgelegt wurde. Wie stark und wie lange, sei gegenwärtig noch nicht belastbar abzuschätzen, weil noch keine aussagekräftigen konjunkturellen Daten verfügbar seien. "Auch ist noch zu ungewiss, wie schnell und wie stark sich das Coronavirus verbreiten wird."

Die wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus werden immer gravierender. Viele Ökonomen rechnen damit, dass Deutschland in diesem Jahr in die Rezession rutscht. Die Bundesregierung hatte bereits ein umfassendes Maßnahmenpaket beschlossen.

11.02 Uhr: Kanzleramtschef: "Das Hamstern ist nicht notwendig"

Die Bundesregierung will nach den Worten von Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) Engpässe in der Versorgung der Bürger vermeiden. "Die Supermärkte, die Apotheken, die Banken - die bleiben alle offen", sagte Braun am Montag im "Bild"-Talk "Die richtigen Fragen". "Wir werden das Wirtschaftsleben so aufrechterhalten, sodass es da keine Engpässe gibt." Zugleich betonte er: "Die Warenzuflüsse sind nicht gefährdet. Das Hamstern ist nicht notwendig."

11.00 Uhr: 730 Freiwillige melden sich auf Bundeswehr-Aufruf 

Der Sanitätsdienst der Bundeswehr hat auf seinen Aufruf an Reservisten wegen der Corona-Krise seit Freitag 730 Anfragen erhalten. "Davon können recht zeitnah 380 Reservistinnen und Reservisten beim Sanitätsdienst der Bundeswehr eingesetzt werden", sagte ein Sprecher am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Es habe sich auch Fachpersonal gemeldet, das vorher nicht in der Bundeswehr gearbeitet habe. Diese Interessenten seien an zivile Hilfsorganisationen, wie das DRK, die Johanniter oder die Malteser verwiesen worden.

Um Reservisten kurzfristig für den Dienst in sogenannten stationären Gesundheitseinrichtungen der Bundeswehr zu gewinnen, hat der Sanitätsdienst eine Hotline unter der Nummer 0261 896 32444 eingerichtet. Gesucht werden militärisch ausgebildete Pflegefachkräfte, Krankenpfleger, Notfallsanitäter, Laborassistenten und pharmazeutisch-technische Assistenten.

10.15 Uhr: Bayern ruft den Katastrophenfall aus 

Bei einer Pressekonferenz hat der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bekannt gegeben, dass Bayern aufgrund der Corona-Krise den Katastrophenfall ausruft. Der Freistaat stellt zum Schutz der Wirtschaft bis zu 10 Milliarden Euro Sondervermögen bereit. Auch die Schuldenbremse wird außer Kraft gesetzt. "Wir lassen niemanden allein", sagte Söder. Nicht nur Kinos, Klubs, Vereinsräume und Ähnliches werden ab Dienstag geschlossen, sondern auch Sportplätze und Spielplätze werden gesperrt. 

9.45 Uhr: Klöckner: Gastro-Personal kann bei Ernte auf Bauernhöfen aushelfen 

Beschäftigte der Gastronomie könnten nach Ansicht von Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) als Saisonarbeiter in der Landwirtschaft aushelfen. Denn einerseits kämen wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus in Europa viele Saisonarbeitskräfte aus dem Ausland nicht mehr nach Deutschland, wie Klöckner der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Montag) sagte. Andererseits blieben den Restaurants und Kneipen in Deutschland die Gäste aus. "Ob diejenigen Mitarbeiter, die in der Gastronomie leider immer weniger zu tun haben, in der Landwirtschaft einspringen können und möchten – auch so etwas müssen wir überlegen", so Klöckner.

Dafür müsse auch geprüft werden, ob während der Krise für derart "unkonventionelle Wege" bürokratische Anforderungen heruntergefahren werden können. Im Frühjahr beginnt die Erntesaison auf deutschen Gemüsefeldern, für die häufig Arbeitskräfte aus dem benachbarten Ausland kommen. Ihre Einreise dürfte wegen Einschränkungen durch das Coronavirus nun zum Problem werden. 

9 Uhr: Macron, Merkel und von der Leyen sprechen über Grenzkontrollen

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron wird heute zusammen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, EU-Ratspräsident Charles Michel und EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen über die Virus-Krise und das Thema Grenzkontrollen sprechen, wie Macrons Büro mitteilt.

8.50 Uhr: Kontrollen an Grenzen im Süden und Norden begonnen

Deutschland hat an den Grenzen nach Österreich, die Schweiz, Frankreich, Luxemburg und Dänemark am Montagmorgen um 8 Uhr mit den geplanten Kontrollen begonnen. Dadurch soll eine rasante Ausbreitung des Virus verhindert und die Zahl der Infizierten und Toten kleingehalten werden. Reisende ohne triftigen Grund dürfen daher nicht mehr nach Deutschland einreisen, wie ein Sprecher der Bundespolizei mitteilte. Der Warenverkehr und Berufspendler seien davon aber nicht betroffen.

An der Grenze zu Österreich blieb es kurz vor und zu Beginn der Kontrollen ruhig. Der Verkehr rollte zunächst normal weiter, der Rückstau nach Österreich war gering, wie dpa-Reporter vor Ort berichteten. Auch Raststätten und deren Parkplätze im Grenzgebiet seien auffällig leer.

8.36 Uhr: NRW: "Mehr als jeder zweite Eingriff" von Corona betroffen

Die Verschiebung von planbaren Operationen könnte in Nordrhein-Westfalen mehr als jeden zweiten Eingriff betreffen, wie der Präsident der Krankenhausgesellschaft NRW, Jochen Brink, am Montag im WDR verkündete. Für die Krankenhäuser bedeute das eine "gewaltige Herausforderung". Aktuell seien die Krankenhausleitungen überall im Land damit beschäftigt, ihre Betriebsabläufe umzuorganisieren. Welche Eingriffe ohne Schaden der Patienten um einige Monate verschoben werden könnten, entscheide der behandelnde Arzt. Die Patienten reagierten nach seinem ersten Eindruck "sehr verständnisvoll", sagte Brink.

Mit der Verschiebung, die bundesweit und vom NRW-Gesundheitsministerium empfohlen worden war, sollen Intensivbetten und Beatmungsgeräte für die Behandlung schwer kranker Coronavirus-Patienten frei gehalten werden.

7.45 Uhr: Italien will mehr Geld für Corona-Krise bereitstellen

Die italienische Regierung will ihre Maßnahmen zur Eindämmung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise weiter hochfahren. "Was bislang genehmigt wurde, reicht nicht aus", sagt Ministerpräsident Giuseppe Conte im Interview mit der Tageszeitung "Corriere della Sera". "Wir brauchen einen richtigen Plan zum Wiederaufbau." Bislang sind insgesamt 25 Milliarden Euro vorgesehen, um die Wirtschaft zu stützen.

6 Uhr: New York City und der Bundesstaat Washington schließen Restaurants

Um einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus entgegenzuwirken, schränken die Ostküstenmetropole New York und der Bundesstaat Washington an der Westküste der USA das Sozialleben in den kommenden Tagen weiter ein. Bars, Restaurants und Cafés würden vorerst weitgehend geschlossen bleiben, kündigten die Behörden am Sonntag (Ortszeit) an. Nur Lieferdienste sowie Speisen und Getränke zum Mitnehmen seien weiter verfügbar. In New York müssten ab Dienstagmorgen um 9 Uhr (14 Uhr MEZ) zudem Nachtklubs, Kinos und andere Veranstaltungsorte schließen, hieß es.

"Geht nach Hause!": Einwohner in New York forderten Passanten auf, freiwillig in Isolation zu gehen. (Quelle: Reuters)

Diese Entscheidung sei ihm nicht leicht gefallen, schrieb Bürgermeister Bill de Blasio auf Twitter. "Aber unsere Stadt ist bedroht wie nie zuvor, und wir müssen mit einer Kriegsmentalität darauf reagieren", so de Blasio weiter. Der Gouverneur von Washington, Jay Inslee, teilte mit, er werde am Montag den Notstand ausrufen, um Veranstaltungsorte schließen zu lassen. Alle Versammlungen von mehr als 50 Teilnehmern würden verboten.

5 Uhr: Nach Grenzschließung in Polen: Acht Stunden Wartezeit auf A4

Autofahrer auf dem Weg nach Polen haben auf der Autobahn 4 am Grenzübergang von Ludwigsdorf zum polnischen Jedrzychowice mehrere Stunden Wartezeit in Kauf nehmen müssen. Die Abfertigung habe am Sonntagabend zeitweise bis zu acht Stunden gedauert, teilte die Bundespolizei mit. Die Autos hätten sich bis zu drei Kilometer angestaut. Hauptsächlich wollten polnische Staatsbürger über die Grenze. Nach Angaben der Bundespolizei wurden unter anderem Deutsche an der Grenze abgewiesen.

Polen hatte wegen der Coronavirus-Krise in der Nacht zu Sonntag seine Grenzen zu Deutschland und anderen EU-Nachbarländern für Ausländer geschlossen. An insgesamt 58 Grenzübergängen zu Deutschland, Tschechien, der Slowakei und Litauen wurden Kontrollen eingeführt, wie aus einem Erlass des polnischen Innenministeriums hervorging.

2.30 Uhr: Mittlerweile 13 Menschen in Deutschland an Coronavirus verstorben 

Am Sonntagabend gab es Meldungen über einen dreizehnten Todesfall im Zusammenhang mit dem Coronavirus. 

2 Uhr: Ab heutigem Montag strenge Kontrollen an deutschen Grenzen

Mit Einreiseverboten und strengen Grenzkontrollen will Deutschland von Montag an die Ausbreitung des Coronavirus weiter eindämmen. Die Maßnahmen sollen um 8 Uhr in Kraft treten, und zwar an den Grenzübergängen zur Schweiz, zu Frankreich, Österreich, Dänemark und auch Luxemburg, wie Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) am Sonntag ankündigte. "Für Reisende ohne triftigen Reisegrund gilt, dass sie nicht mehr einreisen können", sagte er.

Ausnahmen gibt es etwa für den Warenverkehr und für Pendler. Außerdem: "Deutsche Staatsangehörige haben selbstverständlich das Recht, wieder in ihr Heimatland einzureisen", erklärte Seehofer. Das Gleiche gelte auch für Ausländer mit Aufenthaltsberechtigung und Wohnsitz in Deutschland, erklärte Staatssekretär Hans-Georg Engelke.

1.42 Uhr: 16 neue Infektionen in China

In China werden für Sonntag 16 neue Infektionen gemeldet. Am Samstag waren es 20 Fälle. Damit steigt die Zahl der Erkrankungen auf 80.860. Die Zahl der Todesopfer durch den Ausbruch in China liegt zum Ende des Sonntags bei 3.213, 14 mehr als am Vortag. Auf die zentrale Provinz Hubei entfallen dabei alle neuen Todesfälle, darunter 13 allein auf die Provinzhauptstadt Wuhan.

1.09 Uhr: EU will koordinierte wirtschaftliche Reaktion 

Die Finanzminister der Europäischen Union wollen sich am Montag auf eine koordinierte wirtschaftliche Reaktion auf die Coronavirus-Pandemie einigen. "Unsere Eurogruppe am Montag wird sich der Reaktion auf Covid-19 widmen", erklärt der Vorsitzende der Finanzminister der Eurozone, Mario Centeno aus Portugal, auf Twitter. "Der größte Teil der ersten politischen Maßnahmen kommt aus den Hauptstädten, aber ich werde unsere Gruppe dazu bringen, sich auf eine umfassende und koordinierte wirtschaftspolitische Reaktion der EU auf diese Gesundheitskrise zu einigen", sagte er.

1 Uhr: Alle norddeutschen Inseln werden für Touristen gesperrt

Rügen statt Rom? Wer ob geschlossener europäischer Grenzen hoffte, nun auf einer Insel in Deutschland Urlaub genießen zu können, wird erneut enttäuscht: Alle norddeutschen Küstenländer sperren wegen der Ausbreitung des Coronavirus ab Montag ihre Inseln in der Nord- und Ostsee für Touristen. Darauf haben sich die Ministerpräsidenten von Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Niedersachsen am Sonntag verständigt, wie die Staatskanzlei in Schwerin am Sonntagabend mitteilte. Für den Tourismus auf dem Festland kündigten die Landesregierungen auch Regelungen an. "Morgen werden wir uns darüber unterhalten, wie wir mit dem Festland umgehen", sagte der Regierungssprecher von Mecklenburg-Vorpommern der dpa.

Schleswig-Holstein hatte bereits am Sonntagnachmittag mitgeteilt, seine Inseln in Nord- und Ostsee ab Montagfrüh 6 Uhr für Touristen abzuriegeln. Das habe die Landesregierung in Kiel beschlossen, teilte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) nach einer Telefonkonferenz des Kabinetts mit. Zu den betroffenen Inseln gehören Sylt, Amrum, Föhr, Fehmarn und Nordstrand. In Mecklenburg-Vorpommern würden die Maßnahmen auf den Inseln Rügen, Usedom, Hiddensee und Poel schrittweise eingeführt, hieß es am Abend; wegen der Größe der Inseln und der zahlreichen direkten Verbindungen aufs Festland.

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) twitterte: "Wir sind gerne beliebtestes Urlaubsland und ich selbst mache auch wahnsinnig gerne Urlaub in #MV. Deshalb ist dieser Schritt bitter: Wir werden den Tourismus auf den Inseln und auf dem Festland für die nächsten Wochen massiv einschränken. Zum Schutz der Bevölkerung & Gäste."

Von den Zugangsbeschränkungen ausgenommen seien lediglich Personen, die ihren ersten Wohnsitz auf einer der norddeutschen Inseln haben oder zur Arbeit auf die Inseln müssen – oder von der Arbeit auf dem Festland zurückkehren. Die Versorgung der Inseln mit Gütern des täglichen Bedarfs wird weiterhin sichergestellt. Grund für die Abriegelung ist, dass die Gesundheitssysteme der Inseln nicht auf eine größere Zahl von mit dem Coronavirus infizierten Menschen vorbereitet sind. Die Maßnahme dient damit sowohl dem Schutz der Inselbevölkerung als auch dem Schutz der Gäste. Urlauber, die bereits auf einer der Inseln Quartier bezogen haben, werden gebeten, den Heimweg anzutreten.

0.40 Uhr: Schulen und Kitas machen dicht

Im Kampf gegen die weitere Ausbreitung des Coronavirus werden von diesem Montag an deutschlandweit Tausende Schulen und Kitas geschlossen. Die beispiellosen Anordnungen gelten in den meisten Bundesländern bis zum Ende der Osterferien, also bis Mitte oder Ende April. Betroffen sind Millionen Menschen: Deutschlandweit gibt es 2,8 Millionen Grundschüler, in Tageseinrichtungen und Horten werden 3,7 Millionen Kinder betreut.

Die wochenlange Schließung stellt Eltern und Arbeitgeber vor massive Probleme. Arbeitsminister Hubertus Heil appellierte an Firmenchefs und Behördenleiter, zusammen mit ihren Mitarbeitern unbürokratische und einvernehmliche Lösungen für die Kinderbetreuung zu finden, sodass den Eltern keine Lohneinbußen drohen. Die Länder versuchen auch, Notbetreuungen auf die Beine zu stellen. Es geht dabei aber vor allem darum, dass Eltern in sogenannten kritischen Berufen wie Polizei, Feuerwehr, Krankenpflege oder Rettungsdienst weiterhin zur Arbeit gehen können.

Sonntag, 15. März, 23.55 Uhr: Führende Notenbanken stellen Dollar-Versogung sicher

Weltweit führende Notenbanken stellen angesichts der Coronavirus-Krise die Versorgung des Finanzsystems mit der Weltreservewährung US-Dollar sicher. Zum einen werden die Kosten bereits bestehender gegenseitiger Dollar-Leihgeschäfte (Swaps) verringert. Zum anderen werden zusätzliche Leihgeschäfte mit einer längeren Laufzeit durchgeführt. Dies teilten die sechs beteiligten Notenbanken, darunter die Europäische Zentralbank (EZB), am Sonntag gemeinsam mit.

Wie die Notenbanken bekanntgaben, sollen neben den bestehenden Dollar-Geschäften mit einwöchiger Laufzeit Geschäfte mit rund dreimonatiger Laufzeit angeboten werden. Die ersten Geschäfte sollen schon an diesem Montag ablaufen und so lange wie notwendig fortgeführt werden. Damit soll die ordnungsgemäße Funktion des Marktes für Dollar-Liquidität sichergestellt werden. Banken benötigen Dollar für viele wichtige Finanzgeschäfte, nicht zuletzt mit Unternehmen.

Beteiligt an der konzertierten Aktion sind die US-Notenbank Fed, die EZB, die Bank of England, die Bank of Japan, die Schweizerische Nationalbank SNB und die Bank of Kanada.

23.50 Uhr: Frankreich bereitet offenbar Ausgangssperre vor

Nach Italien und Spanien bereitet Insidern zufolge auch Frankreich wegen der Coronavirus-Pandemie eine landesweite Ausgangssperre vor. Die Einwohner würden demnach angewiesen, zu Hause zu bleiben. Davon abweichen dürfe man nur in Notfällen, für Lebensmitteleinkäufe oder wenn man zur Apotheke, ins Krankenhaus oder zur Arbeit müsse, sagen mit der Angelegenheit vertraute Personen. Die Maßnahme könnte ab Dienstagmitternacht gelten.

23.17 Uhr: Trump: Keine Notwendigkeit für Panikkäufe in den USA

US-Präsident Donald Trump hat die Amerikaner dazu aufgerufen, von Panikkäufen wegen der Ausbreitung des Coronavirus abzusehen. Trump sagte am Sonntagabend (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus nach einer Telefonschalte mit Chefs großer Handelsketten an die Adresse der US-Bürger: "Sie müssen nicht so viel kaufen. Nur keine Hektik, entspannen Sie sich einfach." Seine Gesprächspartner hätten ihm zugesagt, die Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen. Sie würden ihre Läden während der Krise offen halten.

Trump sagte, die Menschen kauften derzeit "drei bis fünf Mal so viel, wie sie normalerweise einkaufen würden". Als Reaktion darauf würden Supermärkte ihre Lager deswegen in einem Ausmaß auffüllen, das jenes für das Weihnachtsgeschäft übersteigen werde. Trump betonte: "Es gibt für niemandem im Land die Notwendigkeit, Grundnahrungsmittel zu horten." Seine Gesprächspartner hätten ihn gebeten, den Amerikanern auszurichten, dass sie "bitte ein bisschen weniger kaufen" sollten.

In den USA gibt es – wie auch in anderen von dem Virus betroffenen Ländern – einen Run auf Klopapier, Desinfektionsmittel, haltbare Lebensmittel wie Nudeln sowie Wasser. Vor manchen Supermärkten bildeten sich in den vergangenen Tagen lange Schlangen. Einige Läden begrenzen den Verkauf von Waren, die wegen der Ausbreitung des Coronavirus besonders gefragt sind, auf eine bestimmte Stückzahl.

23.15 Uhr: Bundesregierung rät von allen nicht notwendigen Auslandsreisen ab

Die Bundesregierung rät wegen der Corona-Krise von allen nicht notwendigen Reisen ins Ausland ab. "Das Risiko, dass Sie Ihre Rückreise aufgrund der zunehmenden Einschränkungen nicht mehr antreten können, ist in vielen Destinationen derzeit hoch", schrieb Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) am Sonntagabend zur Begründung auf Twitter.

Auf der Internetseite des Auswärtigen Amts heißt es weiter, es sei mit weiter zunehmenden drastischen Einschränkungen des Luft- und Reiseverkehrs, Quarantänemaßnahmen und der Einschränkung des öffentlichen Lebens in vielen Ländern zu rechnen. Änderungen der Einreise- und Quarantänevorschriften würden teilweise ohne jede Vorankündigung und mit sofortiger Wirkung erfolgen. Davon seien derzeit zahlreiche Reisende in mehreren Ländern betroffen und an der Weiter- oder Rückreise gehindert.

Bisher hatte das Auswärtige Amt wegen der rasanten Ausbreitung des Coronavirus nur von Reisen in besonders betroffene Länder wie Italien oder Iran abgeraten. Eine Reisewarnung gibt es bisher nur für die chinesische Region Hubei, von wo aus sich das Virus ausgebreitet hatte. Reisewarnungen werden nur bei einer akuten Gefahr für Leib und Leben ausgesprochen und sind daher selten. Sie können eine kostenfreie Stornierung von Reisen ermöglichen.

22.55 Uhr: Scholz: 10.000 Beatmungsgeräte werden in Sonderschichten produziert

Die von der Bundesregierung beim Hersteller Drägerwerk bestellten 10.000 Beatmungsgeräte für die Bewältigung der Corona-Krise werden nach Worten von Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) in Sonderschichten hergestellt. "Das wird sich über das ganze Jahr hinstrecken", sagte der Bundesfinanzminister am Sonntag in der ARD-Sendung "Anne Will". Nach seinen Worten bringt der Medizintechnikhersteller seine Kapazität bis ans Limit. Nach seinen Worten sind für medizinische Beschaffungen, darunter auch Materialien wie Schutzmasken, mehr als eine Milliarde Euro mobilisiert.

22.30 Uhr: Bericht: Britische Behörde rechnet mit Corona-Krise für ein Jahr

Die britische Gesundheitsbehörde Public Health England rechnet einem Bericht der Zeitung "The Guardian" zufolge damit, dass die Corona-Krise bis zum Frühjahr 2021 anhalten könnte. Das geht angeblich aus einem geheimen Briefing-Dokument hervor, das dem Blatt zugespielt wurde. Bis zu 80 Prozent der Briten könnten sich demnach in den kommenden 12 Monaten mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 infizieren, heißt es demnach weiter. Für 15 Prozent der Bevölkerung wäre aufgrund der Erkrankung Covid-19 ein Krankenhausaufenthalt notwendig. Das wären in Großbritannien rund acht Millionen Menschen. Der ohnehin schon weitgehend ausgelastete Nationale Gesundheitsdienst NHS käme damit weiter unter Druck.

Einem Experten für Epidemiologie von der University of East Anglia zufolge wird die Ausbreitung des Virus in den Sommermonaten aber nachlassen und erst im November wieder an Fahrt aufnehmen. "Ich denke es wird immer da sein, aber weniger heftig werden, wenn die Immunität zunimmt", sagte Professor Paul Hunter dem "Guardian" zufolge.

Die britische Regierung gerät derzeit immer stärker unter Druck, drastischere Maßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Epidemie einzuführen. Bislang sind in dem Land die Schulen geöffnet und Großveranstaltungen weiterhin erlaubt. Nur wer Symptome wie Husten und Fieber entwickelt, soll sich für sieben Tage isolieren. Die Regierung will damit verhindern, dass der Ausbruch zu stark unterdrückt wird und im Herbst mit unverminderter Stärke zurückkehrt.

22.13 Uhr: Bayern kündigt Ausrufung des Katastrophenfalls an

Bayern will wegen der grassierenden Coronavirus-Pandemie den Katastrophenfall ausrufen. Das bestätigte Ministerpräsident Markus Söder im Bayerischen Fernsehen. "Es muss eine Strategie geben unter einer Führung", begründete der CSU-Politiker den Schritt. "Die Herausforderung wächst täglich."

Mit der Ausrufung des Katastrophenfalls sind in erster Linie organisatorische Fragen verbunden. Diese seien notwendig, damit das Land im Kampf gegen das Coronavirus entsprechende Maßnahmen ergreifen könne, hieß es in Regierungskreisen. Der Katastrophenfall soll zunächst für 14 Tage gelten.

21.37 Uhr: Neue Infektionszahlen für Deutschland

In Deutschland gibt es nach Informationen von t-online.de derzeit 5.771 bestätigte Covid-19-Infektionen. Das sind über 200 mehr als noch vor wenigen Stunden. Lesen Sie alles dazu HIER.

20.19 Uhr: Supermärkte, Apotheken und Banken bleiben geöffnet

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat um Verständnis für drastische Maßnahmen geworben, um gegen eine weitere Ausbreitung des Coronavirus "das öffentliche Leben herunterzufahren". In der ZDF-Sendung "Berlin direkt" sagte er: "Supermärkte, Apotheken, Banken – die werden auf jeden Fall auf bleiben, die stellen die Grundversorgung sicher."

19.22 Uhr: Teilweise Grenzschließungen nun offiziell

Bundesinnenminister Horst Seehofer macht die verstärkten Kontrollen an mehreren deutschen Grenzen in einer Pressekonferenz offiziell. Noch ein weiterer Nachbarstaat ist betroffen. Lesen Sie alles dazu HIER.

18.42 Uhr: Neue Infektionszahlen für Deutschland

In Deutschland gibt es nach Informationen von t-online.de derzeit 5.567 bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus. Lesen Sie alles dazu HIER.

18.30 Uhr: Zahl der Toten in Italien steigt binnen eines Tages um 25 Prozent

In Italien ist die Zahl der Todesfälle infolge des Coronavirus binnen 24 Stunden um 368 auf 1.809 gestiegen. Das teilt die zuständige Behörde mit. Die Zahl der registrierten Infektionen stieg demnach binnen eines Tages von 21.157 auf 24.747. 

18.30 Uhr: Zwölfter Coronavirus-Todesfall in Deutschland

Aus Bayern wird der zwölfte Todesfall aufgrund einer Covid-19-Erkrankung in Deutschland gemeldet. Es handele sich um einen über 80-jährigen Patienten mit Vorerkrankungen aus Würzburg, teilte das Gesundheitsministerium mit. Der Gestorbene sei Bewohner des gleichen Pflegeheims gewesen, aus dem auch der erste Coronavirus-Todesfall in Bayern stammte. Es ist der vierte Todesfall in Bayern.

18.15 Uhr: Auch Niedersachsen stehen weitere Einschränkungen bevor

Auch in Niedersachsen stehen weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens wegen der Coronavirus-Krise bevor. Einheitliche bundesweite Regelungen für die auch in Niedersachsen anstehenden Schließungen weiterer Einrichtungen und das Ausweiten von Besuchsverboten sollten am Montag bekanntgegeben werden, teilte die Staatskanzlei mit.

17.58 Uhr: NRW schließt weitgehend die Freizeitbetriebe

Die nordrhein-westfälische Landesregierung hat zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie weitere gravierende Einschränkungen für den Freizeitbereich beschlossen. "Wir müssen in dieser ernsten Lage die notwendige Versorgung in vollem Umfang sicherstellen", sagte Ministerpräsident Armin Laschet. "Aber alle Freizeitaktivitäten und nicht unbedingt notwendige sozialen Kontakte müssen unverzüglich vermieden werden."

Noch am Sonntag sollen deswegen durch Erlass des NRW-Gesundheitsministeriums nahezu alle Freizeit-, Sport-, Unterhaltungs- und Bildungsangebote im Land eingestellt werden, wie die Staatskanzlei mitteilte. Demnach müssten bereits ab Montag alle Bars, Clubs, Diskotheken, Spielhallen, Theater, Kinos und Museen schließen. Ab Dienstag sei dann auch der Betrieb von Fitness-Studios, Schwimm- und Spaßbädern sowie Saunen untersagt.

Ebenso ab Dienstag sind den Angaben zufolge Zusammenkünfte in Sportvereinen und sonstigen Sport- und Freizeiteinrichtungen sowie die Wahrnehmung von Angeboten in Volkshochschulen, Musikschulen und sonstigen öffentlichen und privaten Bildungseinrichtungen nicht mehr gestattet. Bibliotheken, Restaurants, Gaststätten und Hotels sollen in ihrem Betrieb an strenge Auflagen gebunden werden. Die Regelungen sollen laut Staatskanzlei zunächst bis zum 19. April gelten.

17.22 Uhr: Deutschland schließt auch Grenze zu Dänemark

Nach den angekündigten Einreisebeschränkungen zu Österreich, der Schweiz und Frankreich wird Deutschland auch die Grenze nach Dänemark am Montag schließen. Das sagte Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther. Lesen Sie mehr dazu HIER.

17.05 Uhr: Hamburg ordnet weitgehende Schließungen an

Der Hamburger Senat ordnet nach der Entscheidung zur Aussetzung des Regelbetriebs an Schulen und Kindergärten weitere Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus an. Per Allgemeinverfügung "werden grundsätzlich alle öffentlichen und nichtöffentlichen Veranstaltungen und Versammlungen unabhängig von der Teilnehmerzahl untersagt". Private Veranstaltungen mit bis zu 100 Personen dürften weiterhin durchgeführt werden. Es werde jedoch dringend empfohlen, auch diese abzusagen oder zu verschieben.

Geschlossen werden laut Senat: Messen und Ausstellungen, Theater, Museen, Kinos, Jugend- und Stadtteilkulturzentren, Seniorentreffs, Bibliotheken, Musikschulen und Einrichtungen der Hamburger Volkshochschule, Bars und Musikclubs, Bordelle, Tanz- und Nachtlokale, Spielhallen und Casinos, Schwimmbäder, Saunas, Fitness- und Sportstudios sowie alle öffentlichen und privaten Sportanlagen. 

16.48 Uhr: Fünfter Coronavirus-Todesfall in NRW – deutschlandweit nun elf Tote

In Nordrhein-Westfalen ist eine fünfte mit dem Coronavirus infizierte Person gestorben. Damit steigt die Zahl der tödlich verlaufenen Covid-19-Erkrankungen in Deutschland auf bislang 11. Zuvor waren zwei weitere Tote aus Bayern gemeldet worden.

Eine 84-jährige Frau aus Gangelt mit ernsthaften Vorerkrankungen sei in der Nacht auf Freitag einer Lungenentzündung in einem Krankenhaus in Neuss erlegen, teilte der Landrat des Kreises Heinsberg, Stephan Pusch, mit. Auch in diesem Fall sei die Virus-Infektionsquelle noch unbekannt. "Jede dieser Nachrichten betrübt mich zutiefst. Mein aufrichtiges Beileid gilt der Familie", erklärte der Landrat.

16.36 Uhr: Deutsche Inseln werden für Touristen abgeriegelt

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus will Schleswig-Holstein seine Inseln in Nord- und Ostsee ab Montag früh 6 Uhr für Touristen abriegeln. Das hat die Landesregierung in Kiel beschlossen, wie Ministerpräsident Daniel Günther nach einer Telefonkonferenz des Kabinetts mitteilte. 

Urlauber, die bereits auf einer der Insel Quartier bezogen haben, sollten den Heimweg antreten. Die medizinische Versorgung für die Inselbewohner müsse gesichert werden, sagte Landesinnenminister Heiner Garg. Für eine große Zahl Touristen seien die Kapazitäten der Intensivmedizin auf den Inseln nicht ausgelegt. 

16.28 Uhr: RKI erklärt Kalifornien und New York zu Risikogebieten

Das Robert Koch-Institut hat erstmals drei US-Bundesstaaten wegen des Coronavirus zu Risikogebieten erklärt. Kalifornien, Washington und New York gehörten zu den Gebieten, in denen eine "fortgesetzte Übertragung des Virus von Mensch zu Mensch vermutet werden" könne, erklärten die Virologen.

16.15 Uhr: Lufthansa holt Urlauber mit Sonderflügen nach Hause

Die Lufthansa hat nach eigenen Angaben heute und in den kommenden Tagen kurzfristig Sonderflüge organisiert, um vor allem Kreuzfahrtpassagiere und Urlaubsgäste wieder nach Deutschland zurückzufliegen. Die Fluggesellschaft fliege diese Charterflüge im Auftrag von Reedereien und Touristikunternehmen.

Schwerpunkte seien die Kanaren und die Karibik. Es würden Großraumflugzeuge vom Typ Boeing 747 und Airbus A340 eingesetzt. Insgesamt rechnet die Airline damit, rund 3.000 bis 4.000 Fluggäste kurzfristig nach Deutschland zurückzufliegen.

15.24 Uhr: Bayern plant Gastronomie- und Läden-Beschränkungen

Angesichts der Coronavirus-Krise plant Bayern weitere Beschränkungen des öffentlichen Lebens. Geplant sind ab Dienstag eine weitgehende Schließung von Begegnungsstätten wie etwa von Bars, Kinos und Schwimmbädern. Ab Mittwoch sollen dann auch ausgewählte Geschäfte ihre Pforten dicht machen, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Kreisen des Landesregierung in München erfuhr. Zuvor hatte bereits Berlin alle öffentlichen und nicht-öffentlichen Veranstaltungen ab 50 Personen verboten. Das betraf unter anderem Kneipen, Bars, Spielhallen und Clubs.

15.20 Uhr: Deutschland schließt teilweise die Grenzen zu drei Staaten

Aufgrund der Coronavirus-Pandemie werden die Maßnahmen an den Grenzen zu Frankreich, Schweiz und Österreich drastisch verschärft. Lesen Sie alles dazu HIER.

15.19 Uhr: Infizierter feierte in berühmtem Berliner Techno-Club

Ein am Coronavirus Erkrankter hat in einem der bekanntesten Berliner Clubs ausgiebig gefeiert. Nun appellieren Stadt und Club an die Gäste. Offenbar werden weitere Infektionen befürchtet. Lesen Sie alles Weitere dazu HIER.

15.15 Uhr: Neuer Newsblog 

Um das Lesen zu erleichtern und die Ladezeiten zu verringern, beginnt die Redaktion den Newsblog an dieser Stelle neu. Interessieren Sie sich für die vorherigen Neuigkeiten? Lesen Sie alle bisherigen Entwicklungen HIER.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, AFP
  • eigene Recherchen



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