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Corona-Ausbruch in Schlachthof nahe deutscher Grenze

Von t-online, afp, dpa, rtr
Aktualisiert am 25.05.2020Lesedauer: 164 Min.
Mitarbeiter in einem Schlachthof (Symbolfoto): 79 Infizierte leben in Deutschland.
Mitarbeiter in einem Schlachthof (Symbolfoto): 79 Infizierte leben in Deutschland. (Quelle: dpa-bilder)
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Nachdem es in Deutschland mehrere Corona-AusbrĂŒche in Schlachthöfen gab, ist nun auch ein Betrieb in den Niederlanden betroffen. Viele der infizierten Mitarbeiter leben in Deutschland. Alle Infos im Newsblog.

Weltweit sind bereits ĂŒber fĂŒnf Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert, mehr als 344.000 Erkrankte sind gestorben. Das Land mit den meisten registrierten Corona-Infektionen – mehr als 1,6 Millionen FĂ€lle – sind die Vereinigten Staaten. In Deutschland gibt es inzwischen ĂŒber 180.000 FĂ€lle, ĂŒber 8.200 Menschen sind an der Infektion gestorben.

Altmaier plant weitere Milliardenhilfen fĂŒr Mittelstand

Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) will mittelstĂ€ndische Betriebe wegen der Corona-Pandemie noch stĂ€rker unterstĂŒtzen. Firmen mit bis zu 249 Mitarbeitern sollen von Juni bis Dezember monatlich bis zu 50.000 Euro bekommen können. Das berichtete die "Neue OsnabrĂŒcker Zeitung" aus einem Eckpunktepapier, das nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus dem Wirtschaftsministerium stammt. Ziel der ÜberbrĂŒckungshilfe ist, die Existenz kleiner und mittlerer Betriebe zu sichern, die von coronabedingten Auflagen und Schließungen betroffen sind.

AntrĂ€ge sollen Firmen aus allen Wirtschaftsbereichen sowie Solo-SelbststĂ€ndige und Freiberufler stellen können. Ihre UmsĂ€tze mĂŒssen dafĂŒr im April und Mai um mindestens 60 Prozent gegenĂŒber den Vorjahresmonaten eingebrochen sein. Auch Unternehmen, die bereits Soforthilfen vom Bund oder von den LĂ€ndern bekommen, dĂŒrfen weitere UnterstĂŒtzung beantragen. Das Ministerium rechnet bis August laut Bericht mit Kosten von 25 Milliarden Euro – wie viel danach anfalle, hĂ€nge vom Infektionsgeschehen ab.

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Peter Altmaier: Der Bundesminister fuer Wirtschaft und Energie plant weitere Corona-Hilfen fĂŒr Unternehmen.
Peter Altmaier: Der Bundesminister fuer Wirtschaft und Energie plant weitere Corona-Hilfen fĂŒr Unternehmen. (Quelle: Florian Gaertner/photothek/imago images)

Corona-Ausbruch in niederlÀndischem Schlachthof nahe deutscher Grenze

In einem niederlĂ€ndischen Schlachthof in Groenlo unweit der Grenze zu Deutschland sind 147 Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte die Gemeindeverwaltung Oost Gelre am Sonntag mit. Einem Bericht der Lokalzeitung "De Gelderlander" zufolge leben 79 der Infizierten in Deutschland, 68 in den Niederlanden. Insgesamt wurden der Gemeindeverwaltung zufolge von den 657 BeschĂ€ftigten in dem Betrieb der Schlachthof-Gruppe Vion 25 Mitarbeiter noch nicht getestet, darĂŒber hinaus fehlten die Daten von fĂŒnf Mitarbeitern. Die deutschen Behörden seien informiert worden.

Bereits am Freitag hatten die Behörden der Provinz Gelderland im Osten des Landes fĂŒr 600 Mitarbeiter Heim-QuarantĂ€ne angeordnet und den Schlachthof geschlossen. Im Schlachthof waren bei 45 Mitarbeitern Corona-Infektionen festgestellt worden. Zuvor waren bereits in anderen Niederlassungen der Vion-Gruppe auch in Deutschland Dutzende von Mitarbeitern infiziert worden. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben Schlachthöfe in Deutschland und den Niederlanden mit insgesamt 12.000 BeschĂ€ftigten und einem Umsatz von 5,1 Milliarden Euro.

Der Gewerkschaftsverband FNV hatte die Wohnsituation vieler Mitarbeiter fĂŒr die Verbreitung des Virus verantwortlich gemacht. Vor allem Arbeitsmigranten wĂŒrden in Gruppen-UnterkĂŒnften eng beieinander wohnen. In den meisten FĂ€llen besorgen Arbeitsvermittler die UnterkĂŒnfte fĂŒr die Migranten, vielfach in Deutschland. Die Gemeinde forderte Vion und die Zeitarbeitsfirmen dringend auf, die Unterbringung der Arbeiter menschenwĂŒrdig zu gestalten, so dass alle betroffenen Mitarbeiter sicher in QuarantĂ€ne bleiben könnten.

Chef der "Wirtschaftsweisen" begrĂŒĂŸt Vorschlag zu EU-Hilfen

Der Chef der "Wirtschaftweisen", Lars P. Feld, hat VorschlĂ€ge fĂŒr milliardenschwere EU-Wiederaufbauhilfen begrĂŒĂŸt – sich aber zugleich fĂŒr Auflagen ausgesprochen. Feld sagte der Deutschen Presse-Agentur zu einem deutsch-französischen Vorschlag: "Es sind eben keine Corona-Bonds durch die HintertĂŒr. Es ist vor allem ein politisches Signal an Italien, Spanien und Frankreich."

Schon ein erleichterter Zugang zu Krediten des EuropĂ€ischen StabilitĂ€tsmechanismus, kombiniert mit AnleihekĂ€ufen der EZB, biete viele Möglichkeiten, ein Land zu stabilisieren, das relativ hoch verschuldet sei. "Ich hoffe, dass man in den Kompromissen, die jetzt mit Österreich und anderen LĂ€ndern zu treffen sind, auch zu gewissen Auflagen kommt – zum Beispiel, dass Italien sich stĂ€rker verpflichtet, seine Schulden im Rahmen des EuropĂ€ischen Semesters abzubauen, sobald diese Krise vorbei ist."

Feld ist Vorsitzender des SachverstÀndigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, der die Politik berÀt. Umgangssprachlich werden die Experten auch als "Wirtschaftsweisen" bezeichnet.

US-Regierung verbietet wegen Coronavirus Einreisen aus Brasilien

Angesichts der rasant steigenden Zahl von Corona-Infektionen in Brasilien hat die US-Regierung weitgehende EinreisebeschrĂ€nkungen fĂŒr Menschen aus dem sĂŒdamerikanischen Land erlassen. Brasilianer und AuslĂ€nder, die sich in den zwei Wochen vor einer geplanten Einreise in dem Land aufgehalten haben, dĂŒrfen nicht mehr in die USA kommen, wie das Weiße Haus am Sonntag erklĂ€rte. Die Regelung gilt ab Freitag und ist zeitlich nicht begrenzt. Ausgenommen davon sind unter anderem US-BĂŒrger, deren Familienangehörige, Menschen mit dauerhafter Aufenthaltsgenehmigung und Diplomaten.

"Die Maßnahme wird dabei helfen, sicherzustellen, dass AuslĂ€nder, die in Brasilien waren, keine Quelle neuer Infektionen in unserem Land werden", erklĂ€rte die Sprecherin von PrĂ€sident Donald Trump, Kayleigh McEnany. Der Handel sei von den neuen BeschrĂ€nkungen nicht betroffen, hieß es weiter. Wegen der Ausbreitung des Coronavirus hatte Trump bereits einen Einreisestopp fĂŒr AuslĂ€nder aus China, dem europĂ€ischen Schengenraum, Großbritannien und Irland verhĂ€ngt. Auch Reisen ĂŒber die amerikanische Grenze zu Kanada im Norden und Mexiko im SĂŒden sind wegen der Pandemie vorĂŒbergehend eingeschrĂ€nkt.

In Brasilien gab es Daten der US-UniversitÀt Johns Hopkins zufolge bis Sonntag (Ortszeit) rund 350.000 bestÀtigte Coronavirus-Infektionen und 22.000 TodesfÀlle.

Zahl der neuen FĂ€lle in Frankreich steigt nur noch langsam

Die Zahl der neuen Virus-Toten und -Infizierten in Frankreich steigt so langsam zuletzt Mitte MĂ€rz. Den Behörden zufolge legt die Zahl der Toten um 35 auf 28.637 zu und die der bestĂ€tigten Infizierten um 115 auf 114.921. Trotz der verbesserten Lage mĂŒssten die Regeln zum "social distancing" aber in Kraft bleiben, sagt Umweltministerin Elsabeth Borne. Die Regierung wolle auch nicht, dass die BĂŒrger in diesem Sommer ins Ausland reisen. Zudem mĂŒssten die strengen BeschrĂ€nkungen in Paris bestehen bleiben, weil die Hauptstadt eine "rote Zone" mit Blick auf die Virus-Verbreitung sei.

23 Corona-Infektionen in Pflegeheim nachgewiesen

In einem Senioren- und Pflegeheim in DĂŒsseldorf sind 23 Bewohner positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Bislang sei nur eine Bewohnerin in eine Klinik eingeliefert worden, die restlichen seien zurzeit symptomfrei, teilte die Stadt am Sonntag mit. Sie blieben in der Pflegeeinrichtung in QuarantĂ€ne. Insgesamt lebten mehr als 100 Menschen in der Einrichtung im Stadtteil Benrath, hieß es.

Das Gesundheitsamt hatte alle Bewohner getestet, nachdem das Coronavirus bei einem Mitarbeiter nachgewiesen worden war. Besuch darf nun nicht mehr empfangen werden, Mitarbeiter mĂŒssen Masken mit hoher Schutzstufe tragen.

Österreichs BundesprĂ€sident verstĂ¶ĂŸt gegen Corona-Sperrstunde

Österreichs BundesprĂ€sident Alexander Van der Bellen und seine Frau Doris Schmidauer sind nach der Corona-Sperrstunde in einem Lokal in Wien von der Polizei erwischt worden. Van der Bellen bestĂ€tigte der "Kronen Zeitung" den Vorfall am Sonntag und entschuldigte sich. Er habe sich "verplaudert und leider die Zeit ĂŒbersehen". Auch die Polizei bestĂ€tigte, dass der BundesprĂ€sident bei einer Kontrolle in der Wiener Innenstadt in einem Gastgarten angetroffen wurde. Laut der "Kronen Zeitung" hatten Van der Bellen und seine Frau noch GetrĂ€nke auf dem Tisch, als das Lokal gegen 0.20 Uhr kontrolliert wurde.

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In Österreich dĂŒrfen Restaurants, Lokale und Bars aufgrund der Corona-Pandemie derzeit nur bis 23 Uhr öffnen. FĂŒr den Wirt könnte der Vorfall daher teure Folgen haben. Das Covid-19-Maßnahmengesetz sieht fĂŒr den Betrieb nach 23 Uhr Strafen von bis zu 30 000 Euro vor. Offiziell war das Lokal aber wohl bereits geschlossen.

BundesprĂ€sident Van der Bellen selbst zeigte sich am Sonntag reumĂŒtig. "Das tut mir aufrichtig leid. Es war ein Fehler", sagte er der "Kronen Zeitung".

Zahl der Corona-FĂ€lle nach Restaurantbesuch steigt

Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen nach einem Restaurantbesuch in Ostfriesland ist auf 18 gestiegen. Im Laufe des Sonntags kamen sieben bestĂ€tigte FĂ€lle hinzu, wie der Landkreis Leer am Sonntagabend mitteilte. Inzwischen sind deutlich ĂŒber 100 Personen in hĂ€uslicher QuarantĂ€ne. Mehr dazu lesen Sie hier.

Zehn Millionen Besuche im virtuellen Louvre in Corona-Krise

Die virtuellen Angebote des Pariser Louvre sind wĂ€hrend der Corona-Krise millionenfach angeklickt worden. Zwischen dem 12. MĂ€rz und dem 22. Mai seien 10,5 Millionen Online-Besuche verzeichnet worden, teilte das Museum am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP mit. Ein großer Teil der Nutzer (17 Prozent) stammte aus den USA.

Das berĂŒhmte Museum hatte Mitte MĂ€rz wegen der Corona-Pandemie schließen mĂŒssen und in der Folge seine Online-Angebote deutlich ausgebaut. Insbesondere in den ersten Wochen der Corona-Krise war das Online-Angebot des weltgrĂ¶ĂŸten Museums stark nachgefragt. 90 Prozent der Nutzer stammten aus dem Ausland. Besonders gefragt war eine Virtual-Reality-App zur "Mona Lisa" und ein Angebot fĂŒr Kinder, bei dem Kunstwerke des Museums mit animierten MĂ€rchen verknĂŒpft werden.

Italien startet riesigen Antikörper-Test am Montag

In Italien startet am Montag eine Antikörpertest-Studie mit rund 150.000 Teilnehmern, um die Dunkelziffer der Corona-Infizierten zu ermitteln. Das Gesundheitsministerium und die Statistikbehörde wollen mit dem nationalen Roten Kreuz Bluttests von Menschen aus 2.000 Orten nehmen. Das teilte das Ministerium in Rom am Wochenende mit. Die reprĂ€sentativ ausgewĂ€hlten Teilnehmer wĂŒrden telefonisch um ihre Mithilfe gebeten. Die Teilnahme sei aber freiwillig, die Daten wĂŒrden fĂŒr die Forscher anonymisiert. Nach Angaben eines italienischen Experten gibt es zudem Hinweise darauf, dass es erste Corona-FĂ€lle in Italien bereits im Dezember gab.

Die große Antikörper-Untersuchung war im April angekĂŒndigt worden. Derartige Tests sind wichtig, um herauszufinden, ob jemand bereits mit Corona infiziert war und dagegen Antikörper im Blut gebildet hat. So lĂ€sst sich der Kontakt mit dem Virus auch bei Menschen nachweisen, die kaum oder keine Symptome der Covid-19-Krankheit hatten. Diese wissen oft gar nichts von ihrer Infektion.

Mallorca öffnet StrĂ€nde wieder – doch nicht fĂŒr alle

"Vamos a la playa!" – "Auf zum Strand!", dĂŒrfen die Spanier jetzt im Sinne des alten, auch in Deutschland vielgehörten Sommerhits von 1983 wieder rufen – oder singen. Zahlreiche StrĂ€nde werden wieder geöffnet. Mehr dazu lesen Sie hier.

Papst segnet nach Corona-Pause wieder Pilger auf dem Petersplatz

Erstmals seit der Aufhebung der Corona-BeschrÀnkungen in Italien hat der Papst seinen Sonntagssegen wieder vor Pilgern erteilt, die auf dem Petersplatz standen. Der Platz vor dem Petersdom war seit MÀrz gesperrt gewesen und erst am Montag wieder geöffnet worden.

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Der 83-jĂ€hrige Franziskus hatte zunĂ€chst sein Mittagsgebet in der Bibliothek des Apostolischen Palastes gesprochen. Es wurde unter anderem zu den Menschen draußen ĂŒbertragen. Danach trat das katholische Kirchenoberhaupt ans Fenster des Palastes und segnete die GlĂ€ubigen aus großer Entfernung.

Auf dem Platz waren nur recht wenige Menschen zugelassen. Sie mussten zum Schutz vor Ansteckung mit dem Virus grĂ¶ĂŸeren Abstand voneinander halten. In Italien waren am 18. Mai viele BeschrĂ€nkungen gefallen, die beim Lockdown vom 10. MĂ€rz verhĂ€ngt worden waren. Auch Gottesdienste sind wieder erlaubt.

Petersplatz in Rom: Mit großem Abstand verfolgen GlĂ€ubige das Mittagsgebet von Papst Franziskus.
Petersplatz in Rom: Mit großem Abstand verfolgen GlĂ€ubige das Mittagsgebet von Papst Franziskus. (Quelle: Pacific Press Agency/imago-images-bilder)

Corona-FĂ€lle in Postverteilerzentrum in Stahnsdorf

In einem Postverteilerzentrum in Stahnsdorf (Landkreis Potsdam-Mittelmark) haben sich vier Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert. Eine Person stammt aus Potsdam-Mittelmark, eine aus Potsdam und zwei aus Berlin, wie der Landkreis mitteilte.

Der Kreis kĂŒndigte an, die BeschĂ€ftigten auf das Virus zu testen: "Beginnend mit der Nachtschicht von Sonntag auf Montag werden alle Mitarbeiter/innen abgestrichen." Pro Schicht arbeiteten rund 100 Menschen in dem Postverteilerzentrum. Zuvor hatte die "MĂ€rkische Allgemeine" berichtet.

Labor in Wuhan weist Schuld an Corona-Pandemie zurĂŒck

Das Hochsicherheitslabor in Wuhan, das von den USA als Ausgangspunkt fĂŒr die Corona-Pandemie bezeichnet wurde, hat entsprechende VorwĂŒrfe entschieden zurĂŒckgewiesen. Solche Anschuldigungen unter anderem von US-PrĂ€sident Donald Trump seien eine "reine Erfindung", sagte Labor-Leiterin Wang Yanyi in einem am Samstagabend vom staatlichen Fernsehsender CGTN ausgestrahlten Interview.

Das Wuhan-Institut fĂŒr Virologie beherbergt die grĂ¶ĂŸte Virusbank Asiens. Es liegt wenige Kilometer von einem Fisch- und Wildmarkt entfernt, von dem aus sich das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2 chinesischen Angaben zufolge im Dezember ausgebreitet hatte. Das hatte Spekulationen ausgelöst, das Virus könnte aus dem Labor gekommen oder sogar absichtlich geschaffen worden sein.

US-Außenminister Mike Pompeo sprach von "ĂŒberwĂ€ltigenden Beweisen", dass das Virus aus dem Labor stammt, ohne jedoch Details zu nennen. Die chinesische Regierung weist dies vehement zurĂŒck.

Ein Park in San Francisco: Besucher dĂŒrfen sich nur in den markierten Bereichen aufhalten.
Ein Park in San Francisco: Besucher dĂŒrfen sich nur in den markierten Bereichen aufhalten. (Quelle: UPI Photo/imago-images-bilder)

Vor Urlaubssaison: Mediziner warnen vor zweiter Corona-Welle

Mit Blick auf fortschreitende Lockerungen und die bevorstehende Urlaubszeit erinnern Experten an das Risiko eines erneuten Anstiegs von Corona-Neuinfektionen. Aktuell sÀhen die Infektionszahlen zwar gut aus, sagte der Arzt und Gesundheitsforscher Max Geraedts von der UniversitÀt Marburg der Deutschen Presse-Agentur dpa. Wenn Menschen jedoch wieder vielerorts eng zusammenkÀmen, etwa in Bars, könnte das dennoch ausreichen, "um wieder einen starken Anstieg loszutreten".

Gerade die Reisezeit berge zudem das Risiko, dass sich das Virus noch flĂ€chendeckender ausbreite als bislang schon, erklĂ€rte Geraedts – also auch an Orte, die bislang verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig verschont geblieben sind.


Auch Hajo Zeeb vom Leibniz-Institut fĂŒr PrĂ€ventionsforschung und Epidemiologie in Bremen erklĂ€rte: "Wenn man sich veranschaulicht, dass nur ein sehr geringer Bevölkerungsanteil bisher immun sein dĂŒrfte, so ist klar, dass das Virus sich schnell auch wieder ausbreiten kann, wenn die Bedingungen dafĂŒr stimmen." Gleichzeitig verwies auch er darauf, dass die Infektionszahlen derzeit nicht nur in Deutschland, sondern auch in ReiselĂ€ndern im Mittelmeerraum glĂŒcklicherweise rĂŒcklĂ€ufig seien.

Schlange vor einem Supermarkt in Moskau: Russland ist in Europa einer der am schwersten von der Pandemie betroffenen Staaten.
Schlange vor einem Supermarkt in Moskau: Russland ist in Europa einer der am schwersten von der Pandemie betroffenen Staaten. (Quelle: Gavriil Grigorov/ITAR-TASS/imago-images-bilder)

Mehr als zwei Millionen Infektionen in Europa

Die Zahl der Coronavirus-Infektionen in Europa ist auf mehr als zwei Millionen gestiegen. Zwei Drittel der insgesamt 2.001.995 Corona-FĂ€lle wurden in Russland, Großbritannien, Spanien, Italien und Frankreich verzeichnet, wie eine ZĂ€hlung der Nachrichtenagentur AFP auf Grundlage von Behördenangaben vom Samstag ergab. 173.133 Infizierte starben demnach.

Europa ist der am stÀrksten von der Pandemie betroffene Kontinent. Weltweit wurden mittlerweile 5,2 Millionen InfektionsfÀlle und rund 339.000 TodesfÀlle registriert. Russland ist mit knapp 336.000 gemeldeten Infektionen und 3.388 TodesfÀllen inzwischen zu einem neuen Krisenherd der Pandemie geworden. Weltweit wurden nur in den USA mehr Corona-FÀlle verzeichnet.

Besonders schwer betroffen sind in Europa außerdem Großbritannien (257.154 FĂ€lle und 36.675 Tote), Spanien (234.824 FĂ€lle und 28.628 Tote), Italien (229.327 FĂ€lle und 32.735 Tote) und Frankreich (182.219 FĂ€lle und 28.289 Tote). Experten gehen davon aus, dass die offiziell bestĂ€tigten Zahlen nur einen Bruchteil der tatsĂ€chlichen InfektionsfĂ€lle abbilden, da in vielen europĂ€ischen LĂ€ndern nur schwer erkrankte Patienten auf das Coronavirus getestet werden.

Zahl der neuen Toten in den USA steigt wieder deutlicher

Die Zahl der neuen Virus-Toten in den USA steigt wieder deutlicher als in den Vortagen an. Zuletzt habe es 1.852 neue FĂ€lle gegeben, teilte das Zentrum fĂŒr die Kontrolle und PrĂ€vention von Krankheiten (CDC) mit. Am Freitag waren es 1.089 gewesen, am Donnerstag 1.397. Insgesamt liegt die Zahl der amtlich mit Covid-19 in Verbindung gebrachten TodesfĂ€lle damit bei 96.002.

Die Zahl der Infizierten stieg um 24.268 auf knapp 1,596 Millionen. Hier hatte der Zuwachs nach Angaben des CDC am Freitag bei 20.522 und am Donnerstag bei 22.860 gelegen.

Spanien öffnet Grenzen fĂŒr Touristen erst im Juli

Der Corona-Hotspot Spanien will erst im Juli seine Grenzen fĂŒr auslĂ€ndische Touristen öffnen. "Ab Juli wird der Empfang auslĂ€ndischer Touristen unter sicheren Bedingungen wiederaufgenommen werden", sagte MinisterprĂ€sident Pedro SĂĄnchez am Samstag in einer Rede an die Nation. "Wir werden garantieren, dass die Touristen keine Risiken eingehen werden und auch, dass sie keine Risiken fĂŒr uns verursachen", erklĂ€rte der sozialistische Politiker.

Mit seiner AnkĂŒndigung machte SĂĄnchez Hoffnungen auf eine frĂŒhere Wiederaufnahme des Tourismus zunichte. Diese waren jĂŒngst gewachsen, nachdem ein anderer Corona-Brennpunkt, Italien, die Grenzöffnung fĂŒr Touristen ab dem 3. Juni angekĂŒndigt hatte.

In Spanien demonstrieren Tausende gegen Corona-Maßnahmen

Tausende haben bei Kundgebungen in ganz Spanien gegen die Anti-Corona-Maßnahmen den RĂŒcktritt des sozialistischen MinisterprĂ€sidenten Pedro SĂĄnchez gefordert. In Madrid und vielen anderen StĂ€dten des Landes folgten die Demonstranten am Samstag mehrheitlich in Privatfahrzeugen dem Aufruf der rechtspopulistischen Partei Vox. Überall wurden spanische Fahnen geschwenkt und Slogans wie "Freiheit, Freiheit, Freiheit!" und "RĂŒcktritt SĂĄnchez!" skandiert. Es gab laute Hupkonzerte und viele riefen immer wieder "Viva España!".

Vox, die drittstĂ€rkste Fraktion im spanischen Parlament, wirft der linken Regierung vor, mit den strikten Regeln und Verboten zur EindĂ€mmung der Pandemie das Land wirtschaftlich "in den Ruin" zu treiben und außerdem die Freiheiten der knapp 47 Millionen BĂŒrger illegal einzuschrĂ€nken. Diese VorwĂŒrfe erhebt auch die grĂ¶ĂŸte Oppositionspartei, die konservative Partido Popular (PP), die ihre AnhĂ€nger aber nicht zur Teilnahme an der Kundgebung aufrief. PP-VizesekretĂ€rin Ana BeltrĂĄn sagte aber, man unterstĂŒtze friedliche Proteste gegen die Regierung, "weil die Menschen es satt haben".

ThĂŒringen will Corona-BeschrĂ€nkungen im Juni beenden

Das Land ThĂŒringen will Anfang Juni die allgemeinen Corona-BeschrĂ€nkungen beenden. An deren Stelle sollen nur noch lokale Maßnahmen treten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Frankreich verordnet Einreise-QuarantĂ€ne fĂŒr Großbritannien und Spanien

Frankreich hat fĂŒr Einreisende aus Großbritannien und Spanien eine 14-tĂ€gige QuarantĂ€ne angeordnet. Damit reagiert die französische Regierung auf die von beiden LĂ€ndern erklĂ€rte QuarantĂ€neverpflichtung zur EindĂ€mmung der Corona-Pandemie. Die hĂ€usliche Isolierung gelte fĂŒr Reisende aus europĂ€ischen LĂ€ndern, deren Behörden unkoordiniert eine 14-tĂ€gige Maßnahme fĂŒr Reisende beschlossen hĂ€tten, die aus europĂ€ischen LĂ€ndern in ihr Hoheitsgebiet einreisen, teilte das Pariser Innenministerium mit.

FĂŒr aus Spanien Anreisende soll die Bestimmung ab Montag (25. Mai) gelten, allerdings nur fĂŒr Flugreisende. Spanien hat dieselbe 14-Tage-Maßnahme am 15. Mai eingefĂŒhrt. FĂŒr Reisende aus Großbritannien soll die Regelung dann greifen, wenn die britische Regierung ihre angekĂŒndigten EinschrĂ€nkungen umsetzt. Am Freitag hatte Innenministerin Priti Patel erklĂ€rt, dass ab dem 8. Juni fĂŒr nahezu alle Reisenden aus dem Ausland eine verpflichtende 14-tĂ€gige QuarantĂ€ne gĂŒltig sein solle.

Zahlreiche Corona-Infektionen nach Gottesdienst in Frankfurt

Zahlreiche Mitglieder einer Baptistengemeinde haben sich bei einem Gottesdienst in Frankfurt am Main mit dem Coronavirus infiziert. Die Betroffenen könnten das Virus in ganz Hessen verbreitet haben. Mehr dazu lesen Sie hier.

Ein Tui-Flugzeug startet vom Flughafen Palma. Der Reisekonzern Tui will bereits in wenigen Wochen wieder Reisen zu verschiedenen Zielen durchfĂŒhren.
Ein Tui-Flugzeug startet vom Flughafen Palma. Der Reisekonzern Tui will bereits in wenigen Wochen wieder Reisen zu verschiedenen Zielen durchfĂŒhren. (Quelle: dpa-bilder)

Tui will Touristen schon im Juni wieder nach Mallorca fliegen

Der Reisekonzern Tui will bereits in wenigen Wochen wieder Reisen zu verschiedenen Zielen durchfĂŒhren – unter anderem nach Mallorca. "Ab Ende Juni wollen wir pĂŒnktlich zu den Sommerferien wieder fliegen", sagte Vorstandschef Fritz Joussen der DĂŒsseldorfer "Rheinischen Post". Mallorca soll demnach schon bald angesteuert werden. "Wir wollen Mitte/Ende Juni den Flugverkehr nach Mallorca wieder aufnehmen."

Österreich, Griechenland, Zypern, Kroatien und Bulgarien seien ebenfalls sehr gut vorbereitet, sagte der Tui-Chef. Die Hotel-Saison solle dort spĂ€testens am 1. Juli starten. Mit der TĂŒrkei befinde man sich in GesprĂ€chen. "Es wird eine Dynamik der Öffnungen geben, weil es keinen Grund fĂŒr einen dauerhaften Lockdown des Tourismus gibt."

Corona-Kontrollen in China: Nun soll es erstmals keinen neuen Fall gegeben haben.
Corona-Kontrollen in China: Nun soll es erstmals keinen neuen Fall gegeben haben. (Quelle: imago-images-bilder)

China meldet erstmals keine Neuinfektionen

China hat offiziellen Angaben zufolge erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie keine neuen Infektionen mit dem Virus verzeichnet. Am Freitag habe es keine Neuinfektionen gegeben, teilte die Nationale Gesundheitskommission (NHC) am Samstag mit. Am Donnerstag waren es noch vier gewesen. Die Zahl der bestÀtigten FÀlle belÀuft sich auf insgesamt 82.971, die der offiziell gemeldeten Todesopfer blieb unverÀndert bei 4.634.

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Britische Medien: Johnsons Chefberater verstĂ¶ĂŸt gegen Corona-Regeln

Der Chefberater des britischen Premierministers Boris Johnson, Dominic Cummings, soll Medienberichten zufolge gegen die Corona-BeschrĂ€nkungen verstoßen haben. Cummings soll trotz Symptomen einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus seine Londoner Wohnung verlassen und zu seinen Eltern nach Durham im Nordosten Englands gefahren sein, berichteten der "Daily Mirror" und der "Guardian".

Dominic Cummings: Der Chefberater des britischen Premiers gilt als Architekt der Brexit-Kampagne.
Dominic Cummings: Der Chefberater des britischen Premiers gilt als Architekt der Brexit-Kampagne. (Quelle: Hannah McKay/Reuters-bilder)

Die Polizei in Durham bestĂ€tigte ohne Nennung von Namen, sie sei am 31. MĂ€rz darĂŒber informiert worden, dass jemand aus London nach Durham gekommen sei. Beamte hĂ€tten die Adresse aufgesucht und dort erfahren, dass "die fragliche Person anwesend war und sich in einem Teil des Hauses selbst isoliert hatte". Die Beamten hĂ€tten der Familie daraufhin "die Richtlinien bezĂŒglich der Selbstisolierung" erklĂ€rt und "die entsprechenden Hinweise bezĂŒglich wichtiger Reisen" wiederholt.

Den Zeitungen zufolge wurde Cummings, der Architekt der Brexit-Kampagne im Jahr 2016 gilt, spĂ€ter mit einem Kind, vermutlich seinem Sohn, in der NĂ€he seines Elternhauses gesehen. Die oppositionelle Labour-Partei verlangte eine ErklĂ€rung und sagte, die Berichte deuteten darauf hin, dass Cummings sich selbst als ĂŒber dem Gesetz stehend betrachte, wĂ€hrend die Liberaldemokraten erklĂ€rten, dies könne ein Grund fĂŒr einen RĂŒcktritt sein.

Trump will Öffnung der Kirchen erzwingen

US-PrĂ€sident Donald Trump hat die Gouverneure in den Bundesstaaten zur sofortigen Öffnung von GotteshĂ€usern in der Corona-Krise aufgefordert. Trump erklĂ€rte Kirchen und andere GotteshĂ€user wie Synagogen und Moscheen am Freitag bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus zu "essenziellen Orten, die essenzielle Dienste anbieten". Essenzielle Einrichtungen wie etwa SupermĂ€rkte können nach den Coronavirus-Richtlinien der Gesundheitsbehörde CDC in der Pandemie geöffnet bleiben.

Der PrĂ€sident rief die Gouverneure der US-Bundesstaaten dazu auf, GotteshĂ€user schon an diesem Wochenende wieder zu öffnen. "Wenn sie das nicht tun, werde ich mich ĂŒber die Gouverneure hinwegsetzen." Die Sprecherin des Weißen Hauses, Kayleigh McEnany, machte keine Angaben dazu, auf welcher Basis sich Trump ĂŒber die Gouverneure hinwegsetzen wolle. Sie sagte, das sei eine hypothetische Frage.

Trump kritisierte: "Einige Gouverneure haben AlkohollĂ€den und Abtreibungskliniken als essenziell erachtet, aber Kirchen und andere GotteshĂ€user außen vor gelassen. Das ist nicht richtig. Ich korrigiere diese Ungerechtigkeit." Der PrĂ€sident fĂŒgte hinzu: "In Amerika brauchen wir mehr Gebete, nicht weniger."

Corona-Impfstoff zeigt erste Erfolge bei Tests an Menschen

Erstmals hat sich ein möglicher Impfstoff gegen das Coronavirus bei Tests an Menschen zumindest teilweise als wirkungsvoll gezeigt. Der Wirkstoff Ad5-nCoV habe sich im sogenannten Phase-1-Versuch als sicher und gut vertrĂ€glich herausgestellt, hieß es in einer am Freitag im Fachjournal "The Lancet" veröffentlichten Studie des Beijing Institute of Biotechnology. Vor allem aber habe er eine Immunabwehr-Reaktion auf das Virus Sars-CoV-2 im menschlichen Körper erzeugt. Weitere Versuche seien jedoch notwendig, um herauszufinden, ob diese Reaktion auch eine Infektion mit dem Virus verhindere.

"Diese Ergebnisse stellen einen wichtigen Meilenstein dar", erklĂ€rte Institutsprofessor Wei Chen als Studien-Verantwortlicher in Peking. Eine einzelne Dosis von Ad5-nCoV reiche demnach aus, um in 14 Tagen bei den Probanden virus-spezifische, neutralisierende Antikörper und eine entsprechende Reaktion spezieller Abwehrzellen (T-Zellen) zu erzeugen. Er riet dazu, die Ergebnisse dennoch "vorsichtig" zu interpretieren. "Es zeigt sich eine vielversprechende Vision fĂŒr eine Entwicklung von Covid-19-Impfstoffen, aber wir sind immer noch weit entfernt von einem Impfstoff, der allen zugĂ€nglich ist", sagte er.

Ad5-nCoV wurde 108 gesunden Freiwilligen im chinesischen Wuhan verabreicht und die Wirkung bis 28 Tage danach ausgewertet. Eine finale Auswertung soll es nach sechs Monaten geben. Eine Doppelblind-Studie mit Kontrollgruppe wurde als Phase 2-Versuch mit dem Wirkstoff ebenfalls in Wuhan bereits gestartet. Momentan sind nach "Lancet"-Angaben mehr als 100 mögliche Wirkstoffe gegen Covid-19 weltweit in der Entwicklung.

Polizei warnt vor Schreiben der "Bundesstelle fĂŒr Seuchenschutz"

Die Polizei hat vor einer neuen Betrugsmasche mit angeblichen Tests auf das Coronavirus gewarnt. In den vergangenen Tagen hĂ€tten die meist Ă€lteren Opfer in mehreren Teilen Deutschlands ein seriös anmutendes Schreiben einer angeblichen "Bundesstelle fĂŒr Seuchenschutz" bekommen, sagte ein Sprecher der Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim in Lingen. Diese Behörde gebe es gar nicht, betonte er.

Die Angeschriebenen werden dazu aufgefordert, sich mit einem Test-Set auf Covid-19 zu testen. Laut Auskunft des Einwohnermeldeamtes gehörten sie zu einer Risikogruppe, heißt es in dem Schreiben weiter. Notfalls mĂŒsse der Test zwangsweise durchgefĂŒhrt werden. FĂŒr das angebliche Test-Set wĂŒrden dann per Nachnahme 97,50 Euro kassiert. "Die Polizei warnt eindringlich davor, PĂ€ckchen, die nicht bestellt worden sind, gegen Nachnahme anzunehmen", erklĂ€rte der Sprecher. Auch die Polizei im nordrhein-westfĂ€lischen Oberhausen hatte kĂŒrzlich vor der Masche gewarnt, nachdem dort ein Fall gemeldet worden war.

Krankenkassen wollen Test-Kosten vom Staat erstattet bekommen

Die Krankenkassen pochen angesichts der geplanten Ausweitung von Corona-Tests darauf, dass der Staat die Kosten mittrĂ€gt. "Im Rahmen der PandemiebekĂ€mpfung die Tests auszuweiten, erscheint auf jeden Fall sinnvoll", sagte der Sprecher des Spitzenverbandes der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) der Deutschen Presse-Agentur. Als staatliche Aufgabe mĂŒssten Tests in diesem Rahmen auch vom Staat finanziert werden. Das forderte auch die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi.

"Wir sind gesetzlich verpflichtet, in vielen FĂ€llen die Reihentests zunĂ€chst zu finanzieren", erklĂ€rte der Sprecher. Wie hoch die Gesamtkosten wĂŒrden, hĂ€nge davon ab, wie ihre Zahl sich entwickle. "Bei 59 Euro Kosten pro Test liegt es auf der Hand, dass wir am Ende vermutlich von einer gewaltigen Summe reden werden", sagte er. "SelbstverstĂ€ndlich werden wir bei den Finanzberatungen im Herbst darauf drĂ€ngen, dass die gesetzliche Krankenversicherung diese Kosten aus dem Bundeshaushalt erstattet bekommt."

Verdi sieht das Ă€hnlich. "Die KostenĂŒbernahme darf nicht den gesetzlich Versicherten aufgebĂŒrdet werden", sagte ein Sprecher am Freitag der dpa. "Die Vorbeugung ĂŒbertragbarer Krankheiten und die Verhinderung der Weiterverbreitung von Infektionen sind originĂ€re Aufgabe des Staates. Deshalb sind solche Testungen als versicherungsfremde Leistungen durch Steuermittel zu finanzieren."

Neue Studie: Welche Masken wie sinnvoll sind

Forscher der UniversitĂ€t von Edinburgh in Schottland haben mithilfe spezieller Kameras den Effekt von Schutzmasken getestet. Die Aufnahmen zeigen, wie gut Masken vor einer Verbreitung des Coronavirus schĂŒtzen können. Das Video mit den Ergebnissen sehen Sie hier.

Bericht: Scholz plant 300 Euro Corona-Bonus pro Kind

Anfang Juni will die Bundesregierung ein Konjunkturpaket gegen die Corona-Krise beschließen – nun werden erste Details bekannt. Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) setze vor allem auf Maßnahmen, um die Kaufkraft zu stĂ€rken, berichtete der "Spiegel" am Freitag vorab. Unter anderem sollten Eltern sollen fĂŒr jedes Kind einmalig 300 Euro bekommen, wie es Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) vorgeschlagen hatte.

Allein diese Maßnahme wĂŒrde den Staat dem Bericht zufolge fĂŒnf bis sechs Milliarden Euro kosten. Überlegt werde auch, ob Konsumgutscheine des Staates die Kauflaune der Bevölkerung heben könnten. Davon wĂŒrden dann auch Menschen ohne Kinder profitieren. Gastwirte und Kulturschaffende sollen laut "Spiegel" vom Bund einen Ausgleich fĂŒr Einkommen bekommen, das ihnen wĂ€hrend der Krise verloren gegangen ist. Vergleichsmaßstab sollen durchschnittliche Verdienste der vergangenen Jahre sein. Auch diese Maßnahme koste etliche Milliarden Euro.

Neben Instrumenten zur Förderung des privaten Konsums plant das Bundesfinanzministerium dem Bericht zufolge auch weitere Hilfen fĂŒr Unternehmen. So könnten gĂŒnstigere Abschreibungen zugelassen oder Investitionszulagen gewĂ€hrt werden.

600 Schlachthof-Mitarbeiter mĂŒssen in QuarantĂ€ne

600 Mitarbeiter der niederlĂ€ndischen Schlachthof-Gruppe Vion mĂŒssen fĂŒr zwei Wochen in Heim-QuarantĂ€ne bleiben. Das ordneten die Behörden der Provinz Gelderland im Osten des Landes unweit der deutschen Grenze am Freitag an. Im Schlachthof in Groenloo waren bei 45 Mitarbeitern Corona-Infektionen festgestellt worden. Am Freitag sollten noch 250 Mitarbeiter getestet werden. Zuvor waren bereits in anderen Niederlassungen der Vion-Gruppe auch in Deutschland Dutzende von Mitarbeitern infiziert worden.

Unternehmenschef Ronald Lotgerink sagte, dass das Unternehmen sich an alle Sicherheitsvorschriften gehalten habe. "Dies ist fĂŒr uns eine neue Situation durch die Verbreitung des Corona-Virus in der Grenzregion." Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben Schlachthöfe in Deutschland und den Niederlanden mit insgesamt 12.000 BeschĂ€ftigten und einem Umsatz von 5,1 Milliarden Euro.

Der Gewerkschaftsverband FNV machte die Wohnsituation vieler Mitarbeiter fĂŒr die Verbreitung des Virus verantwortlich. Vor allem Arbeitsmigranten wĂŒrden in Gruppen-UnterkĂŒnften eng beieinander wohnen. In den meisten FĂ€llen besorgen Arbeitsvermittler die UnterkĂŒnfte fĂŒr die Migranten, vielfach in Deutschland.

Söder ĂŒber Corona-Hilfen: "nicht einfach Geld verteilen"

Vor dem Parteitag seiner CSU hat Bayerns MinisterprĂ€sident Markus Söder vor ĂŒbermĂ€ĂŸigen Corona-Hilfsprogrammen gewarnt. "Wir mĂŒssen genau ĂŒberlegen, welche Maßnahmen sind sinnvoll, welche können wir uns leisten", sagte der Parteichef im ZDF-"Morgenmagazin". "Deswegen braucht es tatsĂ€chlich eine Obergrenze." Der Staat dĂŒrfe "nicht nur einfach Geld verteilen".

Zwar seien "Steuersenkungen und Konjunkturmaßnahmen" angesichts der Corona-Krise nötig, sagte Söder. Eine Tilgung der Schulden von Kommunen, wie sie die SPD ins Spiel gebracht hat, seien aber "sicherlich der falsche Weg". Auch Corona-Bonds auf europĂ€ischer Ebene lehnte der bayerische Regierungschef ab, da diese bedeuten wĂŒrden, "dass wir fĂŒr die Schulden anderer haften".

Söder hob im ZDF hervor, dass Bayern "mit Abstand finanziell das stĂ€rkste Land in Deutschland" sei und "die niedrigsten Schulden von allen" habe. Angesichts der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie setze er sich fĂŒr Steuersenkungen ein, "damit die Menschen mehr Geld in der Tasche haben", sowie fĂŒr "Impulse, dieses Geld auch in den Wirtschaftskreislauf zu bringen". Angesichts der ExportausfĂ€lle brauche Deutschland eine zeitlich befristete Ankurbelung der Binnennachfrage.

Übersterblichkeit in Deutschland nimmt ab

Das statistische Bundesamt hat die neusten Sterbefallzahlen vorgestellt. Demnach sind in der Woche vom 20. bis 26. April mindestens 17.974 in Deutschland verstorben – 882 weniger als in der Vorwoche. Im Vergleich mit den Jahren 2016 bis 2019 liegen die Zahlen 3 Prozent ĂŒber dem Durchschnitt. Am höchsten war die Übersterblichkeit Ende MĂ€rz (23. bis 29. MĂ€rz) – hier lag sie bei 13 Prozent. Zum Vergleich: In Italien lag die Übersterblichkeit im MĂ€rz nach Angaben des dortigen Statistischen Amts bei 49 Prozent.

Das Statistische Bundesamt geht von einem Zusammenhang der leichten Übersterblichkeit mit der Corona-Pandemie aus. Die Grippewelle gilt seit Mitte MĂ€rz als beendet.

Göhring-Eckardt fordert mehr Information ĂŒber Rechte von Frauen

Die GrĂŒnen-Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt wĂŒnscht sich in der Corona-Krise einen Hinweis der Bundesregierung an alle Frauen zu ihren Rechten im Arbeitsleben. Bundesfrauenministerin Franziska Giffey (SPD) solle "jeder Frau im Land einen Brief schreiben und sie ĂŒber ihre Rechte informieren", sagte Göring-Eckardt den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland vom Freitag. Dabei solle es etwa um Lohnersatzleistungen, KĂŒndigungsschutz, AnsprĂŒche auf Notbetreuung fĂŒr die Kinder und Beratungsmöglichkeiten gehen: "Damit die Frauen wissen, was sie machen können, und nicht meinen, KĂŒndigung sei die einzige Lösung."

Hintergrund von Göring-Eckardts Forderung ist ihre Sorge, dass in der Corona-Krise Frauen aus der Arbeitswelt verdrĂ€ngt werden könnten. "Viele Frauen, die jetzt zu Hause arbeiten, mĂŒssen gleichzeitig Kinder betreuen und das Homeschooling begleiten", sagte sie. "Sie werden gerade faktisch gezwungen, ihre Arbeitszeit zu reduzieren. Ihnen bleibt oft gar nichts anderes ĂŒbrig." Am Ende liege "die grĂ¶ĂŸte Last bei den Frauen".

Auch Ex-Bundesfamilienministerin Renate Schmidt (SPD) sorgt sich um die Lage ihrer Geschlechtsgenossinnen. Weiterhin verdienten Frauen weniger als MĂ€nner, wĂ€hrend diese weniger Haus- und Familienarbeit leistete, sagte sie der "Augsburger Allgemeinen". "Die Corona-Krise verstĂ€rkt nur dieses Ungleichgewicht." Schmidt forderte die Frauen zur Gegenwehr auf. Ohne eine starke Lobby ließen sich ihre Interessen nicht durchsetzen. "Und die wird einem nicht auf dem Silbertablett serviert", betonte Schmidt. "Frauen mĂŒssen hier schon ihre eigene Lobby sein – ich kann nur sagen: Frauen, macht euren Mund auf!"

Sachsen: Kretschmer will regulÀren Schulbetrieb nach den Sommerferien

In Sachsen soll nach dem Willen von MinisterprĂ€sident Michael Kretschmer (CDU) an allen Schulen nach den Sommerferien wieder regulĂ€rer Unterricht stattfinden. "Wir wollen, dass nach den Sommerferien der Unterricht auch an allen weiterfĂŒhrenden Schulen wieder normal lĂ€uft", sagte Kretschmer dem Magazin "Focus" laut Vorabmeldung vom Freitag.

Derzeit arbeite die Landesregierung in Dresden "an einer Lösung, damit es ab dem neuen Schuljahr keinen Notbetrieb mehr gibt". Konkrete Überlegungen wollte Kretschmer laut "Focus" noch nicht nennen. Der CDU-Politiker betonte, Kitas und Schulen nĂ€hmen eine doppelte SchlĂŒsselrolle ein und seien entscheidend, damit die Wirtschaft wieder anlaufe.

"Zum einen wollen und mĂŒssen Kinder lernen", hob Kretschmer hervor. "Zum anderen können Eltern nur dann wieder ihrer Arbeit mit vollem Eifer nachgehen, wenn sie sicher sein können, dass ihre Kinder gut betreut werden." Er wisse aus eigener Erfahrung, dass "Homeoffice und Kinder ĂŒber lĂ€ngere Zeit nicht machbar" sei.

Trump ohne Maske bei Fabrik-Besuch

Trotz einer ausdrĂŒcklichen Aufforderung hat US-PrĂ€sident Donald Trump bei einem Besuch bei Ford in Michigan zeitweise keine Schutzmaske getragen. Damit verĂ€rgerte er die Justizministerin des Bundesstaates. Hier lesen Sie mehr.

Brasilien meldet ĂŒber 20.000 Corona-Tote

In Brasilien hat die Zahl der Corona-Toten die Schwelle von 20.000 ĂŒberschritten. Mit einem neuen Rekord von 1.188 gemeldeten TodesfĂ€llen binnen 24 Stunden wuchs die Zahl der Todesopfer auf 20.047, wie das brasilianische Gesundheitsministerium am Donnerstag (Ortszeit) mitteilte. Im bevölkerungsreichsten Land SĂŒdamerikas wurden mittlerweile 310.000 Ansteckungen mit dem neuartigen Coronavirus nachgewiesen. Brasilien ist damit nach den USA und Russland das am stĂ€rksten von der Pandemie betroffene Land weltweit.

Nach SchÀtzungen von Experten könnten die Infektionszahlen in Brasilien sogar um das 15-fache höher sein als offiziell erfasst, da vergleichsweise wenig getestet wird. Experten erwarten zudem, dass der Höhepunkt der Ausbreitung des neuartigen Virus in Brasilien erst im Juni erreicht wird.

In den vergangenen elf Tagen hat sich die offizielle Zahl der Corona-Toten in Brasilien bereits verdoppelt. Der ultrarechte PrÀsident Jair Bolsonaro erneuerte dennoch am Donnerstag seinen Ruf nach Lockerungen der von den Bundesstaaten angeordneten Corona-BeschrÀnkungen, um die Wirtschaft des Landes wiederzubeleben. In der Vergangenheit hatte Bolsonaro die durch das Coronavirus ausgelöste Lungenkrankheit Covid-19 als "kleine Grippe" bezeichnet.

Brasilien empfiehlt umstrittenes Chloroquin zur Corona-Behandlung

Das brasilianische Gesundheitsministerium empfiehlt das umstrittene Malaria-Medikament Hydroxychloroquin nun zur Behandlung von mit dem neuartigen Coronavirus infizierten Patienten. Das Mittel könnte auch Menschen mit nur leichten Symptomen verabreicht werden, hieß es in einem am Donnerstag veröffentlichten aktualisierten Leitfaden fĂŒr Ärzte. GegenĂŒber einer frĂŒheren Version des Dokuments wurden der Titel geĂ€ndert, eine Reihe von Quellennachweisen gestrichen und die Verantwortlichen fĂŒr den Text namentlich genannt.

Zuletzt hatte Gesundheitsminister Nelson Teich um seine Entlassung gebeten, nachdem er sich mit dem rechten PrĂ€sidenten Jair Bolsonaro wegen des Einsatzes des umstrittenen Medikaments ĂŒberworfen hatte.

Ein Einwohner des "Parks der VolksstĂ€mme" sitzt in einer Arztpraxis zur Untersuchung: Die Regierung des sĂŒdamerikanischen Landes kĂ€mpft weiter mit einer hohen Ansteckungsrate.
Ein Einwohner des "Parks der VolksstĂ€mme" sitzt in einer Arztpraxis zur Untersuchung: Die Regierung des sĂŒdamerikanischen Landes kĂ€mpft weiter mit einer hohen Ansteckungsrate. (Quelle: Alex Pazuello/BĂŒrgeramt Manaus/dpa-bilder)

Bericht: Meiste Arztpraxen in Deutschland nicht behindertengerecht ausgestattet

Die meisten Arztpraxen in Deutschland sind laut einem Zeitungsbericht nicht angemessen fĂŒr die Versorgung behinderter Menschen eingerichtet. Nur etwa jeder dritte Praxisstandort sei barrierefrei eingerichtet, schreibt die "SaarbrĂŒcker Zeitung" in ihrer Freitagsausgabe unter Berufung auf eine Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion. Etwa zwei Dritteln der Praxen fehlen demnach Merkmale wie ebenerdige Erreichbarkeit, behindertengerechte Toiletten oder spezielle Untersuchungsmöbel.

Von den derzeit im Bundesarztregister verzeichneten rund 132.000 Praxisstandorten liegen der Zeitung zufolge fĂŒr knapp 79.000 Informationen zur Barrierefreiheit vor. Lediglich 29.000 von ihnen weisen demnach wenigstens ein entsprechendes Merkmal auf, was knapp 37 Prozent entspricht.

Die Sozialexpertin der Linksfraktion im Bundestag, Sabine Zimmermann, kritisierte, dass etwa Rollstuhlfahrer bei vielen niedergelassenen Ärzten nicht behandelt werden könnten, weil keine behindertengerechten ParkplĂ€tze zur VerfĂŒgung stĂŒnden, geeignete AufzĂŒge fehlten oder die PraxisrĂ€ume nicht rollstuhlgerecht seien. De facto sei damit fĂŒr viele Menschen mit BeeintrĂ€chtigung "die gesetzlich verbriefte freie Arztwahl nicht gewĂ€hrleistet".

Ukraine bekommt Milliarden vom IWF fĂŒr Krisenkampf

Die Ukraine kann auf eine Finanzspritze in Milliardenhöhe vom Internationalen WĂ€hrungsfonds (IWF) hoffen. Auf Mitarbeiterebene habe man sich mit der Regierung ĂŒber einen Bereitschaftskredit in Höhe von fĂŒnf Milliarden Dollar bei einer Laufzeit von 18 Monaten geeinigt, teilt der IWF am Donnerstag (Ortszeit) in Washington mit. Damit soll dem osteuropĂ€ischen Land bei der BewĂ€ltigung der durch die Coronavirus-Pandemie verursachten Wirtschaftskrise geholfen werden. Das FĂŒhrungsgremium des IWF muss dem noch zustimmen.

Spahn wirft AfD "destruktive Stimmungsmache" in Corona-Krise vor

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat der AfD-Spitze "destruktive Stimmungsmache" in der Corona-Krise vorgeworfen. In der Zeitung "Die Welt" sagte der CDU-Politiker: "Die AfD, die sich jetzt als Corona-Leugner versucht, ist dieselbe AfD, die noch vor kurzem immer hĂ€rtere Maßnahmen gegen das Virus gefordert hat". Hier lesen Sie mehr.

Mundschutz und Co: Ostfriesisches Landesmuseum sucht Corona-Exponate

Ob Mund-Nase-Schutz oder Wohnzimmerkonzert: Die Corona-Pandemie ist noch nicht vorbei, aber schon museumsreif. Das Ostfriesische Landesmuseum sucht Exponate aus der Region, die den Alltag in der Corona-Krise symbolisieren. "Dies können beispielsweise besonders modische oder originelle Mund-Nasen-Masken sein oder auch einfallsreiche BeitrÀge zum sogenannten Homing wie GemeinschaftsaushÀnge in MietshÀusern", sagte Museumsdirektor Wolfgang Jahn. "Dabei ist davon auszugehen, dass KreativitÀt mindestens so ansteckend ist wie Covid 19."

StÀdtetag kritisiert Krankenkassen und KassenÀrzte wegen Corona-Tests

Der Deutsche StĂ€dtetag hat Krankenkassen und KassenĂ€rzten vorgeworfen, teilweise eine Ausweitung von Corona-Tests zu bremsen. "Leider nehmen wir im Moment wahr, dass gesetzliche Krankenkassen und KassenĂ€rztliche Vereinigungen das Rad zurĂŒckdrehen wollen", sagte HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer Helmut Dedy den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Freitag). "Vereinzelt wird schon versucht, effektive Zusammenarbeit mit den GesundheitsĂ€mtern fĂŒr Corona-Tests zu zerschlagen, anstatt sie weiter zu verbessern. Beispielsweise wurde in einigen FĂ€llen die Finanzierung von Tests in Pflegeheimen, bei PflegekrĂ€ften oder im Rettungsdienst kurzfristig aufgekĂŒndigt."

Dies sei ein Hindernis auf dem Weg zu umfangreichen Screenings, die fĂŒr eine Exit-Strategie aus Corona-BeschrĂ€nkungen notwendig seien, kritisierte Dedy. "Krankenkassen und KassenĂ€rzte leisten der PandemiebekĂ€mpfung damit einen BĂ€rendienst."

Der Bundestag hatte vor gut einer Woche ein Gesetz beschlossen, mit dem das Bundesgesundheitsministerium die gesetzlichen Krankenkassen per Verordnung verpflichten kann, Tests auf das Coronavirus grundsĂ€tzlich zu bezahlen – etwa auch wenn jemand keine Symptome hat. "Nun muss das Gesetz auch lupenrein in die Praxis umgesetzt werden, die gesetzlichen Krankenkassen mĂŒssen wie geplant die Kosten fĂŒr die Tests tragen", forderte Dedy. "Wir erwarten, dass die notwendige Rechtsverordnung das glasklar regelt und noch im Juni kommt. Sonst wird das Ziel, die Corona-Screenings in der FlĂ€che stark auszubauen, nicht zu erreichen sein."

Berichte: Offenbar verzögerte Auslieferung von Schutzmasken

Bei der Auslieferung von Schutzmasken, die durch die Regierung beschafft wurden, gibt es einem Medienbericht zufolge Verzögerungen. Das Bundesgesundheitsministerium habe auf Anfrage "logistische Probleme" bei der Auslieferung eingerĂ€umt, berichteten NDR, WDR und "SĂŒddeutsche Zeitung" am Donnerstagabend.

Dem Bericht zufolge begrĂŒndete das Haus von Minister Jens Spahn (CDU) dies damit, dass in den vergangenen beiden Wochen eine Vielzahl von Lieferungen in den Logistiklagern gleichzeitig eingetroffen seien, so dass es nun zu Verzögerungen in der Auslieferung komme. Die PrĂŒfung der Ware durch den TÜV sei außerdem sehr aufwendig. Etwa 20 Prozent der gelieferten Schutzmasken entsprĂ€chen nicht den hohen Normanforderungen. "Mangelhafte Produkte werden nicht abgenommen und nicht bezahlt", zitierten die Medien einen Sprecher des Ministeriums. Erst zehn Prozent der Lieferanten seien bezahlt worden.

Nach Informationen von NDR, WDR und "SĂŒddeutscher Zeitung" liegen bei vom Gesundheitsministerium beauftragten Logistikunternehmen mehr als 130 Millionen medizinische FFP2-Masken. Die Vorsitzende der Ärztegewerkschaft Marburger Bund, Susanne Johna, sagte in dem Bericht jedoch, in einigen Kliniken werde das Einmalmaterial wĂ€hrend der gesamten Schicht verwendet, zum Teil mehrere Tage hintereinander. "Das ist ein Zeichen dafĂŒr, dass noch nicht genug Material vor Ort ist", fĂŒhrte sie aus. "Wenn es wirklich auf den Höfen lagert, irgendwo, dann bitte ausliefern an die Kliniken, an die Praxen, an die Altenheime, damit dann das medizinische Personal diese Schutzkleidung auch nutzen kann."

Lieferung von Schutzmasken: Offenbar entsprechen nicht alle den QualitÀtsstandards.
Lieferung von Schutzmasken: Offenbar entsprechen nicht alle den QualitÀtsstandards. (Quelle: imago-images-bilder)

Trump will USA bei zweiter Coronavirus-Welle nicht wieder schließen

US-PrĂ€sident Donald Trump will die USA im Fall einer zweiten Welle von Coronavirus-Infektionen nicht wieder strengen Maßnahmen zur EindĂ€mmung unterwerfen. In diesem Fall "werden wir die Feuer löschen, wir werden das Land nicht schließen", sagte Trump am Donnerstag (Ortszeit) bei einem Besuch einer Fabrik des Autobauers Ford in Ypsilanti im Bundesstaat Michigan. "Ob es eine Glut oder eine Flamme ist, wir werden es löschen." Trump drĂ€ngte Gouverneure erneut dazu, die Schutzmaßnahmen in ihren Bundesstaaten zu lockern, damit die US-Wirtschaft wieder an Fahrt gewinnt. Hier lesen Sie mehr.

Trump setzt wegen Corona-Toten Flaggen fĂŒr drei Tage auf Halbmast

Wegen der Zehntausenden Toten in der Corona-Pandemie in den USA lĂ€sst US-PrĂ€sident Donald Trump Flaggen auf halbmast hĂ€ngen. "Ich werde die Flaggen an allen öffentlichen GebĂ€uden und NationaldenkmĂ€lern ĂŒber die kommenden drei Tage hinweg in Erinnerung an die Amerikaner, die wir wegen des Coronavirus verloren haben, auf halbmast hĂ€ngen", kĂŒndigte Trump am Donnerstagabend (Ortszeit) auf Twitter an. Am Montag begehen die USA den Memorial Day, an dem traditionell der Kriegsveteranen und Gefallenen gedacht wird. Auch dann werde auf halbmast geflaggt, erklĂ€rte Trump.

Die fĂŒhrenden Demokraten im US-Kongress, Nancy Pelosi und Chuck Schumer, hatten Trump am Donnerstag aufgefordert, die Flaggen an allen öffentlichen GebĂ€uden im Land auf halbmast zu hĂ€ngen, sobald die Zahl der Toten infolge der Pandemie 100.000 erreicht. "Es wĂŒrde ein nationaler Ausdruck der Trauer sein, den jeder in unserem Land so sehr braucht", erklĂ€rten Pelosi und Schumer.

Sachsen will nach Sommerferien regulÀren Schulunterricht

Sachsens MinisterprĂ€sident Michael Kretschmer (CDU) will an allen Schulen des Bundeslandes nach den Sommerferien wieder regulĂ€ren Schulunterricht anbieten. "Wir wollen, dass nach den Sommerferien der Unterricht auch an allen weiterfĂŒhrenden Schulen wieder normal lĂ€uft", sagt er dem "Focus". Derzeit arbeite die Landesregierung an einer Lösung, damit es ab dem neuen Schuljahr keinen Notbetrieb mehr gebe. Kitas und Schulen wĂŒrden eine doppelte SchlĂŒsselrolle einnehmen und seien entscheidend, damit die Wirtschaft wieder anlaufe.

Spahn will bald prÀventive Corona-Tests in Pflegeheimen ermöglichen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will bald die Grundlage fĂŒr mehr Tests auf das Coronavirus in KrankenhĂ€usern und Pflegeheimen schaffen. "Mein Ziel ist es, noch im Mai eine Verordnung vorzulegen, die prĂ€ventive Reihen-Tests in KrankenhĂ€usern und Pflegeheimen ermöglicht", sagte der CDU-Politiker der Zeitung "Die Welt" . "Wenn Patienten und Bewohner aufgenommen oder verlegt werden, sollten Sars-CoV-19-Tests die Regel sein."

Dem Bericht zufolge soll im Fall einer Infektion in einer Einrichtung zudem beim gesamten Personal sowie bei allen Bewohnern und Patienten vorsorglich ein Abstrich gemacht werden. Auch symptomfreie Kontaktpersonen von Infizierten sollten erstmals Anspruch auf Testung haben.

Der Minister kĂŒndigte zudem den "Aufbau einer dauerhaften nationalen Reserve an medizinischer SchutzausrĂŒstung" an. "Diese Reserve gewĂ€hrleistet Sicherheit fĂŒr mehrere Monate, damit wir nicht noch einmal in eine Lage wie im Februar und MĂ€rz kommen, als selbst fĂŒr das medizinische Personal nicht genĂŒgend Masken und Handschuhe vorhanden waren."

Söder: Mehr Menschen in Bayern auf Corona testen

In Bayern sollen nach den Worten von MinisterprĂ€sident Markus Söder kĂŒnftig deutlich mehr Menschen auf eine Ansteckung mit dem Coronavirus getestet werden. "Wir werden nĂ€chste Woche ein Konzept beschließen, Tests insgesamt massiv auszuweiten", sagte der CSU-Chef dem "MĂŒnchner Merkur" (Freitag). "Ich möchte, dass wir alle KapazitĂ€ten klug nutzen. PrioritĂ€t hat das Personal in Kliniken, Alten- und Pflegeheimen."

Söder betonte, er wolle aber auch ĂŒber deutlich mehr freiwillige Tests bei Erziehern und Lehrern reden: "Generell soll sich auch die Dauer verkĂŒrzen. Wir brauchen da raschere Ergebnisse." Die vermehrten Tests im ganzen Land seien auch wichtig, um ĂŒber weitere Lockerungen von BeschrĂ€nkungen zu sprechen.

Mit einer Impfpflicht gegen das Coronavirus in Deutschland rechnet Söder indes nicht. "Es wird aus meiner Sicht keine Impfpflicht geben, aber klare Empfehlungen, fĂŒr welche Gruppen das Impfen gut wĂ€re." Die aktuelle Debatte um die EinfĂŒhrung einer Impfpflicht halte er fĂŒr absurd. "Wir haben ja noch nicht mal einen Impfstoff! Wenn es einen gibt, werde ich mich auf jeden Fall als einer der ersten impfen lassen." Damit könne er sich selbst und andere vor einer Ansteckung schĂŒtzen.

Hamas schließt Gaza-Grenze wegen Corona-Neuinfektionen

Nach einer Zunahme von Corona-Infektionen hat die im Gazastreifen herrschende Hamas Einreisen in das Gebiet vorerst untersagt. Wie ein hochrangiges Mitglied der islamistischen PalĂ€stinenserorganisation am Donnerstag ankĂŒndigte, werden die beiden einzigen Personen-GrenzĂŒbergĂ€nge Rafah und Erez bis Ende Juni fĂŒr Einreisende geschlossen.

In dem dicht besiedelten KĂŒstenstreifen leben zwei Millionen Menschen unter prekĂ€ren UmstĂ€nden. Eine starke Ausbreitung des Coronavirus in dem Gebiet gilt deshalb als Horrorszenario. Rafah ist die Verbindung des Gazastreifens nach Ägypten, Erez nach Israel.

USA geben Milliarden-Finanzspritze fĂŒr Impfstoff aus Großbritannien

Die USA unterstĂŒtzen das Pharmaunternehmen AstraZeneca bei der Entwicklung eines Impfstoffes gegen das neuartige Coronavirus mit bis zu 1,2 Milliarden US-Dollar (1,1 Milliarden Euro). Das teilten das US-Gesundheitsministerium und der britisch-schwedische Konzern am Donnerstag mit. Die Finanzspritze soll die Entwicklung des Vakzins beschleunigen und die Lieferung von Millionen Impfdosen auch an die USA sichern. Noch ist der Impfstoff jedoch nur in der Testphase. Er ist einer von vielen Kandidaten, die weltweit in der Entwicklung sind.

AstraZeneca verfĂŒgt nach eigenen Angaben ĂŒber HerstellungskapazitĂ€ten fĂŒr eine Milliarde Dosen und sucht hierfĂŒr Kunden. Feste Zusagen hat sich das Unternehmen der Mitteilung zufolge bislang fĂŒr die Abnahme von mindestens 400 Millionen Dosen gesichert. Der Impfstoff beruht auf Arbeiten von Forschern der renommierten UniversitĂ€t Oxford.

Zahl der Neuinfektionen und weiteren TodesfÀlle in Italien stabil

In Italien werden binnen 24 Stunden 156 weitere TodesfĂ€lle im Zusammenhang mit dem Coronavirus bestĂ€tigt. Am Tag zuvor seien es noch 161 gewesen, teilt die Zivilschutzbehörde mit. Insgesamt stieg die Zahl der Todesopfer auf 32.486. Auch die Zahl der Neuinfektionen bleibt der Behörde zufolge stabil. Es wurden 642 neue AnsteckungsfĂ€lle bestĂ€tigt nach 665 am Mittwoch. Insgesamt 228.006 Menschen wurden damit bislang positiv getestet, das ist die sechsthöchste Zahl weltweit nach den USA, Russland, Spanien, Großbritannien und Brasilien. Mehr als 134.500 der Infizierten gelten als genesen.

Spanien: Neue Zahlen machen Hoffnung

In Spanien sind 48 weitere Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. Damit seien erstmals seit dem 16. MÀrz weniger als 50 TodesfÀlle binnen 24 Stunden verzeichnet worden, teilt das Gesundheitsministerium mit. Insgesamt starben bislang 27.940 Menschen im Zuge der Pandemie. Die Zahl der Infektionen stieg um 482 auf 233.037.

54 neue Corona-Infektionen in Fleischunternehmen in Niedersachsen

Nach weiteren Tests haben sich unter den BeschĂ€ftigten des Fleischunternehmens Westcrown in Dissen bei OsnabrĂŒck 54 neue Coronavirus-FĂ€lle bestĂ€tigt. Das sei das Ergebnis des zweiten Tests bei 126 Mitarbeitern, die im ersten Durchlauf in der vergangenen Woche noch negativ getestet worden seien, teilte der Landkreis OsnabrĂŒck am Donnerstag mit.

38 dieser neuen bestĂ€tigten FĂ€lle seien bereits als Kontaktpersonen in QuarantĂ€ne, weitere 16 Menschen mĂŒssten nun ebenfalls in QuarantĂ€ne. Ihre Kontaktpersonen wĂŒrden ermittelt. Nach dem bisherigen Notbetrieb werde Westcrown fĂŒr zwei Wochen geschlossen.

Giffey: Öffnung von Kitas und Schulen aus Sicht des Kindeswohls wĂŒnschenswert

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hĂ€lt eine baldige flĂ€chendeckende und zugleich verantwortungsvolle Öffnung von Schulen und Kitas fĂŒr wĂŒnschenswert. "Aus Sicht des Kinderwohls wĂ€re es das Beste, wenn alle Kinder so schnell wie möglich wieder wie gewohnt in ihre Kitas und Schulen gehen könnten", sagte Giffey dem "Tagesspiegel" (Freitagsausgabe). "Denn Kinder brauchen Kinder."

"Sie leiden unter der jetzigen Situation und können Schaden nehmen, je lĂ€nger diese anhĂ€lt", fĂŒgte Giffey hinzu. FĂŒr die Entwicklung von Kindern aus sozial schwierigen VerhĂ€ltnissen und auch fĂŒr alle anderen sei es problematisch, wenn sie so lange ohne professionelle Bildungsanleitung auskommen mĂŒssten.

Fast 39 Millionen Arbeitslose in der Corona-Krise in den USA

Fast 39 Millionen Menschen haben in den USA wÀhrend der Corona-Krise seit Mitte MÀrz ihren Job verloren. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit schwÀchte sich in der vergangenen Woche zwar ab, wie das US-Arbeitsministerium am Donnerstag mitteilte. Demnach meldeten sich aber zwischen dem 10. und 16. Mai 2,43 Millionen weitere Menschen arbeitslos. Seit Mitte MÀrz verloren damit in den USA 38,6 Millionen Menschen ihren Job.

In der Woche vor dem 10. Mai waren noch knapp 2,7 Millionen neue AntrĂ€ge auf Arbeitslosenhilfe gestellt worden. Ende MĂ€rz waren es binnen einer Woche sogar knapp 6,9 Millionen Arbeitslose gewesen. In der vergangenen Woche beantragten zudem 2,2 Millionen Unternehmer und Freiberufler UnterstĂŒtzung ĂŒber ein spezielles Corona-Arbeitslosenprogramm der Regierung.

IWH-Forscher rechnen mit krÀftigem Wachstum im dritten Quartal

Das Institut fĂŒr Wirtschaftsforschung Halle rechnet einem Magazinbericht zufolge mit einer Konjunkturbelebung spĂ€testens im Sommer. Im dritten Quartal könne das Wachstum bei ĂŒberraschend krĂ€ftigen 10,7 Prozent verglichen zum Vorquartal liegen, berichtete die "Wirtschaftswoche" am Donnerstag vorab unter Berufung auf einen Indikator zur Wirtschaftsleistung, den das IWH aus etwa 160 Einzelindikatoren errechnet. Voraussetzung dafĂŒr sei, dass keine zweite Coronavirus-Welle auftrete und sich die Lage fĂŒr BĂŒrger und Wirtschaft weiter normalisiere. "Wenn das gesellschaftliche Leben wieder in Gang kommt, dĂŒrfte der private Konsum die Konjunktur etwas ankurbeln", sagte IWH-VizeprĂ€sident Oliver Holtemöller dem Magazin. Eine nachhaltige Erholung sei aber erst dann möglich, wenn auch der Außenhandel anziehe.

Im zweiten Quartal schlage der wirtschaftliche und gesellschaftliche Stillstand dagegen voll durch, hieß es weiter. Die Wirtschaftsleistung dĂŒrfte um 7,2 Prozent einbrechen. Zum Jahresauftakt war das Bruttoinlandsprodukt wegen des Lockdown zur Virus-EindĂ€mmung um 2,2 Prozent geschrumpft.

Westfellhaus schlÀgt Besuch mit "Scheibentrennung" in Heimen vor

Der PflegebevollmÀchtigte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, fordert Besuchsmöglichkeiten mit Infektionsschutz als Standard in Pflegeheimen. Als Beispiel nannte er in der "Rheinischen Post" abgetrennte Besuchszonen, "in denen sich Pflegeheimbewohner und Angehörige in einem wohnlichen Umfeld durch eine Scheibe getrennt sehen können". So sollen Besuche auch in Zeiten von Infektionswellen und Pandemien möglich sein.

"Der Schutz der PflegebedĂŒrftigen vor Infektionen darf nicht dazu fĂŒhren, dass die Menschen vereinsamen", warnte der Pflegebeauftragte. Auch fĂŒr Patienten, die etwa aufgrund ihrer Demenz solche RĂ€ume nicht nutzen könnten, sollten Besuche ermöglicht werden. Und Patienten, die im Sterben liegen, zumindest einen Menschen zum Abschied bei sich haben können. "Wenn wir das nicht sicherstellen, werden viele Menschen Angst vor einem Umzug in ein Pflegeheim haben."

Österreich setzt auf Massen-Tests bei Tourismus-Neustart

Die österreichische Regierung setzt beim Neustart des Tourismus ab dem 29. Mai auf Corona-Tests fĂŒr möglichst viele Mitarbeiter in Hotels und Beherbergungsbetrieben. "Wir werden sehr viel investieren als Republik Österreich, um hohe TestkapazitĂ€ten zu haben und möglichst viel und möglichst regelmĂ€ĂŸig Mitarbeiter, die am Gast tĂ€tig sind, zu testen", sagte Österreichs Kanzler Sebastian Kurz am Donnerstag in Wien.

Harald Mahrer, PrĂ€sident der Wirtschaftskammer Österreich, erklĂ€rte, dass bis Anfang Juli KapazitĂ€ten fĂŒr wöchentlich 65.000 Tests fĂŒr die Mitarbeiter in den UnterkĂŒnften aufgebaut werden sollen. Der Bund werde die Kosten fĂŒr die Tests ĂŒbernehmen. Mahrer sprach von "einem der besten Investments, dass man fĂŒr den Tourismus-Standort machen kann."

Infizierter SĂ€ugling in SĂŒdafrika gestorben

In SĂŒdafrika ist nach Behördenangaben ein zwei Tage altes Baby gestorben, das mit dem Coronavirus infiziert war. Wie Gesundheitsminister Zweli Mkhize am spĂ€ten Mittwochabend bekanntgegeben hatte, handelte es sich um eine FrĂŒhgeburt. Das Neugeborene war mit Lungenproblemen auf die Welt gekommen – die Mutter war mit dem Coronavirus infiziert. Corona-TodesfĂ€lle von Babys sind Ă€ußerst selten. Die panafrikanische Gesundheitsbehörde Africa CDC betonte am Donnerstag, es handele sich um den ersten derartigen Fall, der auf dem Kontinent bekannt wurde.

Mehr als fĂŒnf Millionen Menschen weltweit infiziert

Die Johns-Hopkins-UniversitĂ€t hat aktuelle Zahlen der Corona-Pandemie bekannt gegeben. Demnach ist die Zahl der Infizierten auf ĂŒber fĂŒnf Millionen angestiegen. Mehr dazu lesen Sie hier.

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Mann ohne Mundschutz attackiert Drogerie-Mitarbeiterin

In einer Dresdner Drogerie hat am Mittwoch ein Unbekannter eine Angestellte attackiert. Nach Angaben der Polizeidirektion Dresden vom Donnerstag hatte er das GeschĂ€ft ohne den vorgeschriebenen Mundschutz betreten. Als die 33 Jahre alte Mitarbeiterin ihn darauf hinwies, trat der Mann an die Frau heran, riss ihre Maske herunter und hauchte ihr ins Gesicht. Danach verließ er die Drogerie. Die Polizei ermittelt nun wegen eines Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz und Körperverletzung.

Mehr als 3.000 Corona-Tote in Russland

In Russland sind inzwischen mehr als 3.000 Menschen an oder mit dem Coronavirus gestorben. In den vergangenen 24 Stunden wurden weitere 127 Tote gemeldet. Zugleich legte die Zahl der bekannten Infektionen um 8.849 auf 317.554 zu. Russland hat nach den USA die meisten nachgewiesenen InfektionsfÀlle.

Easyjet will ab Mitte Juni wieder starten

Nach zweieinhalbmonatiger Unterbrechung wegen der Corona-Krise will Easyjet ab Mitte Juni wieder einige FlĂŒge anbieten. Geplant sei ab 15. Juni zunĂ€chst eine kleine Zahl an Verbindungen auf Strecken, bei der Easyjet von einer ausreichenden Nachfrage ausgehe, erklĂ€rte das britische Billigflugunternehmen am Donnerstag. Dabei werde man sich vorerst vor allem auf InlandsflĂŒge innerhalb Großbritanniens und Frankreichs konzentrieren.

AbhĂ€ngig von der Nachfrage und den Lockerungen der Corona-Maßnahmen in den einzelnen LĂ€ndern werde der Flugplan in den folgenden Wochen weiter ausgebaut. An Bord sei dabei das Tragen von Schutzmasken fĂŒr Passagiere und Besatzung Pflicht. Zudem sollten die Maschinen besonders grĂŒndlich geputzt und desinfiziert werden. Einen Essensservice an Bord werde es vorerst nicht geben. Easyjet hatte seinen Flugbetrieb Ende MĂ€rz wegen der Corona-Pandemie vorĂŒbergehend eingestellt

Brasilien: Rekordwert bei Neuinfektionen innerhalb eines Tages

Zum ersten Mal hat Brasilien fast 20.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus binnen 24 Stunden registriert. Das Gesundheitsministerium in BrasĂ­lia meldete am Mittwoch 19.951 neue Corona-Infektionen und 888 Tote im Zusammenhang mit dem Virus. Am Dienstag hatte das Gesundheitsministerium erstmals ĂŒber 1.000 Corona-Tote mehr als am Vortag vermeldet. Nach dem Wochenende, wenn die Labors wieder in voller Besetzung arbeiten, steigen in Brasilien die Zahlen der Corona-Nachweise und der gemeldeten TodesfĂ€lle in Zusammenhang mit dem Virus gewöhnlich an.

Insgesamt sind in dem mit 210 Millionen Menschen einwohnerreichsten Land Lateinamerikas nach offiziellen Angaben bislang 18.859 Patienten im Zusammenhang mit dem Virus gestorben, 291.579 Personen haben sich nachweislich infiziert.

Proteste in Spanien: VerlÀngerung des Notstands

Im Corona-Hotspot Spanien ist der Lockdown trotz heftigen Widerstands der Opposition und zunehmender Proteste verĂ€rgerter BĂŒrger zum fĂŒnften Mal verlĂ€ngert worden. Das Parlament in Madrid nahm einen entsprechenden Antrag der linken Regierung am Mittwochabend mit knapper Mehrheit an. Der bereits seit Mitte MĂ€rz geltende Alarmzustand samt strenger AusgehbeschrĂ€nkungen wird nach dieser Entscheidung mindestens bis 24.00 Uhr am 6. Juni anhalten.

Nur kurz nach der Abstimmung gingen Lockdown-Kritiker und Gegner der Regierung in Madrid und anderen StĂ€dten an die Fenster, auf die Balkone und zum Teil auch auf die Straßen, um lautstark zu protestieren. Sie machten ihrem Ärger Luft, indem sie auf Töpfe schlugen und "Freiheit, Freiheit!" skandierten. Viele schwenkten spanische Fahnen, andere waren in die Landesflagge gehĂŒllt.

WHO: 106.000 Neuinfektionen in den letzten 24 Stunden

In den vergangenen 24 Stunden sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) weltweit mit 106.000 Neuinfektionen so viele neue Corona-FÀlle registriert worden wie noch nie binnen eines einzigen Tages. "Wir haben bei dieser Pandemie noch einen langen Weg vor uns", sagt WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus auf einer Pressekonferenz. Sorgen bereiteten insbesondere die steigenden Fallzahlen in Àrmeren LÀndern.

Besorgt: WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus.
Besorgt: WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. (Quelle: Xinhua/imago-images-bilder)

Peru meldet ĂŒber 100.000 Corona-FĂ€lle

In Peru ist die Zahl der Corona-FĂ€lle auf ĂŒber 100.000 gestiegen. Damit ist der Andenstaat nach Brasilien das von der Corona-Pandemie am zweitstĂ€rksten betroffene Land in SĂŒdamerika. 104.020 Menschen haben sich bislang nachweislich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert, wie das Gesundheitsministerium am Mittwoch (Ortszeit) mitteilte. Mindestens 3.024 Patienten seien im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben.

Um die Ausbreitung von Sars-CoV-2 zu bremsen, hatte die peruanische Regierung zunĂ€chst recht strenge AusgangsbeschrĂ€nkungen verhĂ€ngt. Allerdings hielten sich viele Peruaner offensichtlich nicht an die Regeln. Zuletzt wurden die Maßnahmen zudem etwas gelockert.

Italien will FlĂŒge ab 3. Juni ermöglichen

Italien will im Zuge der Corona-Pandemie seine FlughĂ€fen ab dem 3. Juni wieder öffnen. Dann sollten inlĂ€ndische und internationale Reisen wieder erlaubt sein, weshalb TransportbeschrĂ€nkungen aufgehoben werden könnten, sagte Verkehrsministerin Paola De Micheli am Mittwoch in Rom laut italienischen Nachrichtenagenturen. Italien hatte angekĂŒndigt, dass ab dem 3. Juni die Einreise fĂŒr EU-BĂŒrger wieder möglich sein soll und es fĂŒr sie keine pauschale QuarantĂ€ne mehr geben werde. Bereits seit dieser Woche gibt es wieder mehr Zugverbindungen innerhalb Italiens.

Maas fordert Abstand zu Extremisten auf

Außenminister Heiko Maas (SPD) hat die BĂŒrger davor gewarnt, sich auf Demonstrationen gegen die Corona-Auflagen von Extremisten vereinnahmen zu lassen. "Wenn radikale Extremisten und Antisemiten Demonstrationen benutzen, um zu hetzen und zu spalten, dann sollte jeder deutlich mehr als nur 1,5 Meter Abstand halten", sagte Maas der "Welt" (Online Donnerstag/Print Freitag). "Wer ohne Maske, ohne Mindestabstand und ohne jede RĂŒcksicht auf andere Verschwörungstheorien in die Welt schreit, der verwechselt Mut mit blinder Wut und Freiheit mit blankem Egoismus."

Japan hebt Ausnahmezustand fĂŒr weitere Regionen auf

Japan hebt nach Angaben des Wirtschaftsministeriums den Ausnahmezustand in Osaka, Kyoto und Hyogo aufgrund sinkender Infektionszahlen am Donnerstag auf. In Tokio und vier weitere PrĂ€fekturen, darunter die nördliche Insel Hokkaido, wĂŒrden die BeschrĂ€nkungen bestehen bleiben.

Karliczek warnt vor "Überbietungswettbewerb" bei Kita-Öffnungen

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek hat vor einem "Überbietungswettbewerb" bei Rufen nach der Wiedereröffnung von Schulen und Kitas gewarnt. "Wir alle wĂŒnschen uns, dass Kitas und Schulen möglichst rasch wieder vollstĂ€ndig öffnen können", sagte die CDU-Politikerin dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Ich warne allerdings vor einem Überbietungswettbewerb entsprechender Forderungen." Die Menschen wollten vor allem VerlĂ€sslichkeit, und der Gesundheitsschutz mĂŒsse weiter an erster Stelle stehen, fĂŒhrte Karliczek aus. Auf dieser Basis trĂ€fen die BundeslĂ€nder ihre Entscheidungen.

Esken fordert weitere Verbesserungen fĂŒr Familien

Die SPD-Vorsitzende Saskia Esken wirbt angesichts der Belastungen von Eltern in der Corona-Krise fĂŒr das SPD-Modell einer Familienarbeitszeit. Konkret gehe es um "die Möglichkeit einer partnerschaftlich reduzierten Familienarbeitszeit", wobei das verminderte Einkommen durch ein Familiengeld unterstĂŒtzt werden solle, sagte Esken dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Ich setze darauf, dass auch die CDU/CSU die besondere Belastung der Familien in Zeiten von Corona nicht ĂŒbersehen kann."

"Gerade in Zeiten von Corona, wo Kitas und Schulen aus InfektionsschutzgrĂŒnden auch mittelfristig keine Vollzeitbetreuung anbieten werden, könnte die Familienarbeitszeit den Eltern Mittel an die Hand geben, bei der Vereinbarung von Familie und Beruf eigene, selbstbestimmte Wege zu gehen", erklĂ€rte Esken nun.

Über 100.000 Corona-FĂ€lle in Peru

In Peru ist die Zahl der Corona-FĂ€lle auf ĂŒber 100.000 gestiegen. Damit ist der Andenstaat nach Brasilien das von der Corona-Pandemie am zweitstĂ€rksten betroffene Land in SĂŒdamerika. 104 020 Menschen haben sich bislang nachweislich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert, wie das Gesundheitsministerium am Mittwoch (Ortszeit) mitteilte. Mindestens 3024 Patienten seien im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben.

Boliviens Gesundheitsminister in AffÀre um AtemgerÀte festgenommen

Boliviens Gesundheitsminister Marcelo Navajas ist wegen KorruptionsvorwĂŒrfen in der Covid-19-Pandemie entlassen und festgenommen worden. Dies berichtete die staatliche bolivianische Nachrichtenagentur ABI am Mittwoch. Gegen Navajas wird wegen des Skandals um den Kauf von 170 ĂŒberteuerten und zudem ungeeigneten AtemgerĂ€ten ermittelt. "So soll jegliche Einmischung in die Arbeit der Justiz oder die Behinderung von Ermittlungen vermieden werden", wurde Regierungssprecherin Isabel FernĂĄndez zitiert. Auch alle anderen Beamten, gegen die in dem Fall ermittelt wird, sollten entfernt werden, hieß es. Die bisherige Vize-Gesundheitsministerin, Eidy Roca, rĂŒckte an die Stelle von Navas.

Der Zeitung "El Deber" zufolge gab Boliviens Regierung mehr als 28.000 US-Dollar (rund 25 600 Euro) pro AtemgerĂ€t aus. Nach Angaben des spanischen Unternehmens GP Innova kosten die GerĂ€te aber nur zwischen 6.000 und 7.500 Euro pro StĂŒck.

Söder fordert europĂ€ische Lösung fĂŒr Fleischbranche

Bayerns MinisterprĂ€sident Markus Söder fordert nach der in Deutschland geplanten VerschĂ€rfung der Arbeitsschutzvorschriften in der Fleischindustrie auch eine europĂ€ische Lösung. Wenn darĂŒber geredet werde, "was wir fĂŒr Europa tun,(...) dann sollten wir auch versuchen, solche Standards dann generell in Europa zu diskutieren, so dass wir dann auch Fairness und Gleichheit in ganz Europa haben und nicht nur in Deutschland", sagte Söder am Mittwochabend in der ARD-Talksendung "Maischberger.die woche". Diese Standards mĂŒssten in Europa besser durchgesetzt werden, auch um einer Abwanderung von Schlachtbetrieben vorzubeugen.

Gleichzeitig warnte er mit Blick auf die Forderungen von den GrĂŒnen vor einer neuen Preisdiskussion, er sei gegen eine neue Fleischsteuer und auch dagegen, dass jetzt alles viel teurer werden mĂŒsse.

Brasilien meldet fast 20.000 Neuinfektionen und 888 weitere Tote

In Brasilien sind nach offiziellen Angaben binnen 24 Stunden 888 weitere Menschen an den Folgen von Covid-19 gestorben, insgesamt sind damit 18.859 Tote verzeichnet. Die Zahl der Neuinfektionen steigt um 19.951 auf 291.579, teilt das Gesundheitsministerium mit.

Spaniens Parlament segnet fĂŒnfte VerlĂ€ngerung des Corona-Ausnahmezustands ab

Spaniens Parlament hat die VerlĂ€ngerung des wegen der Corona-Pandemie verhĂ€ngten Ausnahmezustands abgesegnet. Das Unterhaus in Madrid billigte die Maßnahme am Mittwochabend mit 177 Stimmen. 162 Abgeordnete stimmten gegen die fĂŒnfte VerlĂ€ngerung des Ausnahmezustands, der nun bis zum 6. Juni gilt, elf weitere enthielten sich.

In einer Rede vor dem Parlament hatte der Chef der Minderheitsregierung, Pedro SĂĄnchez, zuvor um den Zusammenhalt im Land bei den Corona-Maßnahmen geworben. Die Spanier hĂ€tten gemeinsam die Ausbreitung des Virus gestoppt. Nun habe niemand das Recht, "zu sabotieren, was wir in den langen Wochen der Ausgangssperre erreicht haben", sagte der Chef der sozialdemokratischen PSOE.

OppositionsfĂŒhrer Pablo Casada von der rechtsgerichteten Volkspartei (PP) warf SĂĄnchez im Parlament vor: "Sie sind der Inbegriff des Chaos und das Schlimmste ist, dass Sie unfĂ€hig sind, das spanische Volk zu schĂŒtzen, ohne auf dieses brutale Einsperren zurĂŒckzugreifen."

Trump: Meine Hydroxychloroquin-Einnahmeroutine endet in KĂŒrze

US-PrĂ€sident Donald Trump sagt, seine tĂ€gliche Einnahmeroutine des Anti-Malariamittels Hydroxychloroquin ende in ein oder zwei Tagen. Er hat diese Woche bei vielen Kritikern fĂŒr UnverstĂ€ndnis gesorgt mit dem EingestĂ€ndnis, das Medikament zur Vorbeugung gegen Covid-19 zu nehmen.

Eine Wirksamkeit der Anti-Malaria-Arznei gegen das neuartige Coronavirus ist EU-Experten zufolge nicht nachgewiesen, gegenwÀrtig laufen mehrere Studien. Die US-Arzneimittelaufsicht FDA hat vor schweren Nebenwirkungen beim Einsatz von Hydroxychloroquin bei Covid-19-Patienten gewarnt.

Demonstration in Pirna – Sachsens MinisterprĂ€sident mit Mundschutz

Rund 300 Menschen haben am Mittwochabend im sĂ€chsischen Pirna fĂŒr ein friedliches Miteinander in der Corona-Krise demonstriert. Die Stadt in der SĂ€chsischen Schweiz war in den vergangenen Wochen immer wieder Schauplatz von Protesten gegen EinschrĂ€nkungen in der Pandemie. Auch Sachsen Regierungschef Michael Kretschmer (CDU) war nach Pirna gekommen. Anders als am vergangenen Samstag, wo der Regierungschef in Dresden das GesprĂ€ch mit Kritikern der Corona-BeschrĂ€nkungen gesucht hatte, trug er diesmal konsequent einen Mundschutz.

Am Mittwoch vergangener Woche war es bei einer Corona-Demonstration in Pirna zu Gewalt gegen Polizisten gekommen. Pirnas OberbĂŒrgermeister Klaus-Peter Hanke (parteilos) hatte die BĂŒrger deshalb aufgerufen, unter dem Motto "Gemeinsam aus der Krise – fĂŒr Pirnas Zukunft" ein Zeichen zu setzen. Nach Angaben der Polizei blieb alles friedlich.

Lungenarzt rechnet mit zweiter Corona-Welle

"Ich bin sicher, dass eine zweite Welle auf uns zukommt", sagt der Lungenfacharzt Dr. Jan Heyckendorf. Hier erklĂ€rt er im Interview mit t-online.de., warum – und weshalb auch gesunde Menschen Respekt vor SARS-CoV-2 haben sollten.

Corona-FĂ€lle in Saudi-Arabien steigen stark an

Kurz vor Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan ist die Zahl der Corona-Infektionen in Saudi-Arabien stark gestiegen. Das Gesundheitsministerium in Riad meldete am Mittwoch 2691 neue FÀlle. Bereits in den Tagen zuvor hatte das Königreich deutlich mehr als jeweils 2000 zusÀtzliche Infektionen gemeldet. Nach offiziellen Angaben haben sich mittlerweile mehr als 62 000 Menschen mit dem Virus Sars-CoV-2 angesteckt, 339 Menschen starben.

Das Land leidet derzeit auch wirtschaftlich, weil infolge der Pandemie der Ölpreis stark gesunken ist. Um die Krise in den Griff zu bekommen, hat die Regierung zum Ende des Ramadans eine strenge mehrtĂ€gige Ausgangssperre angekĂŒndigt. Sie beginnt am kommenden Samstag. Auch in den NachbarlĂ€ndern am Golf ist die Zahl der Corona-FĂ€lle in den vergangenen Tagen stark gestiegen. Das Emirat Katar meldete bisher mehr als 37 000 FĂ€lle, die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) mehr als 25 000 und Kuwait fast 18 000.

Bayer-Chef rechnet bald mit ersten Coronavirus-Medikamenten

Bayer-Chef Werner Baumann rechnet schon bald mit ersten wirksamen Behandlungsmethoden gegen Corona-Erkrankungen. "Ich gehe davon aus, dass es in den nĂ€chsten Monaten einen Wirkstoff oder mehrere Wirkstoffkombinationen gibt, die den Krankheitsverlauf deutlich abmildern können", sagte der Manager der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Denn mehrere Studien zur Wirksamkeit von Medikamenten gegen das Coronavirus, die ursprĂŒnglich gegen andere Krankheiten entwickelt wurden, nĂ€herten sich ihrem Abschluss. "Sobald klar ist, welche Wirkstoffe helfen können, wird die wichtige Frage lauten, wie wir die Nachfrage schnellstmöglich weltweit bedienen können. Darauf bereiten wir uns bereits vor", sagte Baumann. Zu den Testkandidaten gehören auch die Bayer-Medikamente Resochin und Betaferon.

Klinik-Chef warnt vor frĂŒhen Corona-Lockerungen

Der Chef des DĂŒsseldorfer UniversitĂ€tsklinikums, Frank Schneider, hat vor ĂŒberzogenen Lockerungen der Corona-Schutzmaßnahmen gewarnt. "Ich habe manchmal Angst, wenn draußen jetzt wieder alles sich lockert und manche Politiker die Fahne hoch halten: "Wir mĂŒssen noch mehr lockern"", sagte der Ärztliche Direktor am Mittwoch. Die nĂ€chste Infektionswelle stehe höchstwahrscheinlich bevor. "Ob die jetzt an Pfingsten kommt oder im August oder Dezember, wissen wir nicht, aber wir sind ziemlich sicher, dass sie kommt."

Schweiz lÀsst ab 28. Mai wieder Gottesdienste zu und peilt App an

Die Schweiz will die EinschrĂ€nkungen zur EindĂ€mmung der Coronavirus-Pandemie weiter lockern. Ab 28. Mai werden Gottesdienste und Feiern aller Religionen wieder erlaubt. Die Glaubensgemeinschaften mĂŒssen Schutzkonzepte erarbeiten und sicherstellen, dass Infektionsketten nachverfolgt werden können, wie die Regierung erklĂ€rt.

Zudem will sie abhĂ€ngig von der Zustimmung des Parlaments noch vor Ende Juni eine Handy-App zur Nachverfolgung von mit dem Coronavirus Infizierten einfĂŒhren. Die SwissCovid-App soll es ermöglichen, Personen zu benachrichtigen, wenn sie möglicherweise dem Erreger ausgesetzt waren, und so helfen, dessen Ausbreitung einzudĂ€mmen. Die Teilnahme sei freiwillig, das System erfasse keine Standortdaten und solle wieder außer Betrieb genommen werden, sobald es fĂŒr die BekĂ€mpfung des Coronavirus nicht mehr erforderlich sei, teilt die Regierung mit.

Mexiko: Polizei befreit Krankenpfleger aus virtueller Geiselhaft

Die Polizei in Mexiko hat 13 Krankenschwestern und Pfleger aus einer virtuellen Geiselhaft befreit. Kriminelle hatten sie per Telefon bedroht und in ihrem Hotel festgehalten, teilten die Staatsanwaltschaft von Mexiko-Stadt und die mexikanische Sozialversicherung in der Nacht auf Mittwoch mit. Die Pfleger aus dem Bundesstaat Nuevo LeĂłn im Norden des Landes waren angesichts der grassierenden Corona-Pandemie zur UnterstĂŒtzung in die mexikanische Hauptstadt verlegt worden. Die Erpresser behaupteten, Kontrolle ĂŒber die Überwachungskameras ihres Hotels zu haben und sie anzugreifen, sollten sie das Hotel verlassen.

Erste Übertragung von Tier auf Mensch in den Niederlanden

In den Niederlanden hat sich möglicherweise erstmals ein Mensch bei einem Nerz mit dem neuen Coronavirus infiziert. Laut den Untersuchungen sei es plausibel, dass sich der Mitarbeiter einer Nerzfarm nahe der sĂŒdniederlĂ€ndischen Stadt Eindhoven bei einem Tier angesteckt habe, erklĂ€rte Landwirtschaftsministerin Carola Schouten am Dienstagabend. Die Gefahr weiterer Übertragungen sei aber gering. In Luft- und Staubproben außerhalb der Stallanlagen seien keine Viren festgestellt worden.

UN: Entwicklungsgrad könnte erstmals seit 30 Jahren sinken

Der Grad der menschlichen Entwicklung könnte nach Angaben der Vereinten Nationen in diesem Jahr wegen der Corona-Krise zum ersten Mal seit der EinfĂŒhrung des UN-Entwicklungsindex vor drei Jahrzehnten sinken. Die UN-Entwicklungsagentur UNDP machte dafĂŒr am Mittwoch vor allem eine tiefe wirtschaftliche Rezession sowie die Schließung von Bildungseinrichtungen verantwortlich. Nach UNDP-SchĂ€tzungen bekommen 60 Prozent der GrundschĂŒler weltweit momentan keinen Unterricht – so viele wie seit den Achtzigerjahren nicht mehr. Dabei sei die Situation in den EntwicklungslĂ€ndern deutlich schlimmer als in Industrienationen.

Datenanalyse: Dieser Virologe wird am hÀufigsten genannt

Im Zuge der Corona-Krise haben Virologen, Experten und Wissenschaftler mehr Einfluss erhalten. Der "Spiegel" hat analysiert, welche Virologen besonders oft genannt, zitiert oder gezeigt werden.

Professor Christian Drosten von der CharitĂ© in Berlin ist die Nummer eins, wird laut dem Magazin am hĂ€ufigsten in Print-und Onlineartikeln genannt. Seit Januar hatte Drosten 1.765 ErwĂ€hnungen in Presseartikeln. Auch zwei Frauen haben es in die "Top Ten" geschafft. Melanie Brinkmann von der TU Braunschweig ist ebenso dabei wie die Impfstoffentwicklerin Marylyn Addo. Genannt wird ebenfalls Hendrik Streeck, der Direktor des Instituts fĂŒr Virologie der UniversitĂ€t Bonn. Dies ist wohl auf die Leitung der Heinsberg-Studie zurĂŒckzufĂŒhren. Brinkmann liegt zudem in den Talkshows vorn, trat laut "Spiegel" bisher neunmal auf.

Menschenrechtsexpertin kritisiert Lage in Altenheimen

Die Menschenrechtskommissarin des Europarats hat die Reaktion einiger europĂ€ischer Staaten auf die Coronavirus-Pandemie in sozialen Pflege- und Altenheimen scharf kritisiert und sieht Nachbesserungsbedarf. Die hohe Sterblichkeit in den Heimen sei auch auf schlechte Vorbereitung der Einrichtungen und ihre mangelnde UnterstĂŒtzung zurĂŒckzufĂŒhren, teilte Dunja Mijatovic am Mittwoch mit. Der zuvor schon problematische Personalmangel, fehlende SchutzausrĂŒstung fĂŒr die Angestellten und unzureichende Koordination zwischen KrankenhĂ€usern und Heimen hĂ€tten dazu gefĂŒhrt, dass die Gesundheitskrise dort besonders dramatische Auswirkungen habe, so Mijatovic.

Kabinett beschließt freiwillige Lösung fĂŒr Reisegutscheine

Wer wegen der Corona-Krise eine Pauschalreise nicht antreten kann, kann sein Geld zurĂŒckverlangen. Eine zuerst von der Bundesregierung geplante Gutschein-Lösung soll es nur noch als freiwillige Möglichkeit fĂŒr Verbraucher geben. Das hat das Bundeskabinett am Mittwoch in Berlin beschlossen. Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) appellierte gleichwohl an Betroffene, einen Gutschein zu akzeptieren: "Wer sich fĂŒr einen Gutschein entscheidet, leistet auch einen wichtigen Beitrag dazu, die Vielfalt der Angebote und Dienstleistungen im Reisesektor zu erhalten."

Abholzung in Amazonien verdoppelt sich

Die Zerstörung im brasilianischen Amazonas-Gebiet nimmt wĂ€hrend der Corona-Pandemie dramatisch zu. 1200 Quadratkilometer abgeholzten Regenwald hat das Nationale Institut fĂŒr Weltraumforschung Inpe, das Satellitenbilder auswertet, fĂŒr das erste Quartal vorlĂ€ufig registriert. Das entspricht einem Anstieg von 55 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. "Illegale HolzfĂ€ller machen kein Homeoffice", sagte RĂŽmulo Batista, Greenpeace-Sprecher in Brasilien, der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch.

Kulturminister legen Konzept fĂŒr schrittweise Lockerungen vor

Die Kulturminister von Bund und LĂ€ndern haben ein Konzept fĂŒr eine schrittweise Wiederöffnung kultureller Einrichtungen vorgelegt. Damit auch Kulturveranstaltungen wieder stattfinden können, sieht es unter anderem Empfehlungen fĂŒr bestimmte Sektoren und SpielstĂ€tten vor. Außerdem werden VorschlĂ€ge fĂŒr Ticketing-Systeme, die Organisation von Besucherströmen und obligatorische Platzreservierungen gemacht. FĂŒr Kinos wird empfohlen, unter Wahrung strenger Hygieneauflagen "möglichst nahe beieinanderliegende Wiedereröffnungstermine anzustreben". Das Konzept soll Grundlage fĂŒr die nĂ€chsten Bund-LĂ€nder-Beratungen auf Chefebene sein.

Absatz von Desinfektionsmittel bleibt weiterhin hoch

In der Corona-Krise bleibt die Nachfrage nach Desinfektionsmitteln und Seife in Deutschland weiterhin hoch. Wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte, lag der Absatz von Desinfektionsmittel in der Vorwoche zwar nicht mehr auf dem Niveau von MĂ€rz, war immer noch rund zweieinhalbmal so hoch wie ĂŒblich. Die Nachfrage nach Seife lag immerhin ein Drittel höher als normal.

Studie sieht hohes Ansteckungsrisiko in FlĂŒchtlingsunterkĂŒnften

Das Ansteckungsrisiko nach einer Corona-Infektion in einer FlĂŒchtlingsunterkunft ist einer Studie zufolge etwa so hoch einzustufen wie auf einem Kreuzfahrtschiff. Das hat eine Untersuchung unter Leitung des Bielefelder Forschers Kayvan Bozorgmehr ergeben. Das Virus könne sich rasch ausbreiten, wenn es einmal durch Bewohner oder Personal in die Unterkunft gelangt sei, sagte der Studienleiter der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch. ZunĂ€chst hatte der SWR ĂŒber die Untersuchung berichtet.

In Russland steigt Zahl der Corona-Infektionen auf ĂŒber 300.000

In Russland haben sich inzwischen mehr als 300.000 Menschen nachweislich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Die Behörden melden am Mittwoch 8.764 Neuinfektionen, damit schwÀcht sich die Zahl etwas ab. Russland weist nach den USA weltweit die meisten InfektionsfÀlle auf. Binnen 24 Stunden starben landesweit weitere 135 Menschen an den Folgen der Erkrankung, insgesamt summiert sich die Zahl der Corona-Toten damit auf 2.972 Menschen.

Giffey: Lohnfortzahlung fĂŒr Eltern wird verlĂ€ngert

Die Bundesregierung will die Lohnfortzahlung fĂŒr Eltern in der Corona-Krise auf bis zu 20 Wochen verlĂ€ngern. Darauf habe sich die große Koalition verstĂ€ndigt, und dazu werde heute im Kabinett ein Beschluss gefasst, sagte Familienministerin Franziska Giffey am Mittwoch im ZDF. Die Lohnfortzahlung werde fĂŒr MĂŒtter und VĂ€ter auf bis zu zehn Wochen ausgedehnt. FĂŒr Alleinerziehende, die wegen der Krise die Kinderbetreuung ĂŒbernehmen mĂŒssen und nicht zur Arbeit können, werde sie auf bis zu 20 Wochen verlĂ€ngert.

"Das ist ein ganz wichtiger Schritt, um finanzielle Sicherheit zu geben", sagte die SPD-Politikerin. Zudem werde dies dabei helfen, die Kitas schrittweise zu öffnen, bis man von der erweiterten Notbetreuung wieder zum vollen Regelbetrieb kommen könne. Bislang gilt die Lohnfortzahlung fĂŒr sechs Wochen.

Israel: ZusammenkĂŒnfte in GotteshĂ€usern wieder möglich

ZusammenkĂŒnfte von GlĂ€ubigen in GotteshĂ€usern wie Kirchen, Moscheen und Synagogen sind seit Mittwoch in Israel unter Auflagen wieder möglich. Die Regierung hat entsprechende Lockerungen der im Zuge der Corona-Pandemie verhĂ€ngten EinschrĂ€nkungen beschlossen. Allerdings sind diese an Verpflichtungen gebunden. Dazu gehören neben einer Begrenzung der Teilnehmerzahl auf 50 unter anderem Hygienekonzepte, das Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen und MindestabstĂ€nde von zwei Metern. Einige der wichtigsten StĂ€tten von Judentum, Christentum und Islam liegen in Israel.

Corona-Pandemie belastet TickethÀndler stark

Die Corona-Pandemie hat das GeschĂ€ft des Veranstalters und TickethĂ€ndlers CTS Eventim im ersten Quartal stillgelegt. Umsatz und Gewinn brachen ein, wie der Konzern am Mittwoch in MĂŒnchen mitteilte. Der Umsatz verringerte sich in den ersten drei Monaten des Jahres um rund 35 Prozent auf 184,6 Millionen Euro. Der operative Gewinn (normalisiertes Ebitda) sank um etwa 76 Prozent und lag zwischen Januar und MĂ€rz bei 13,5 Millionen Euro. Die Ebitda-Marge schrumpfte von 20,2 Prozent auf 7,3 Prozent. Pro Aktie bleibt ein Gewinn von genau einem Cent hĂ€ngen, 27 Cent weniger als ein Jahr zuvor.

Spanier mĂŒssen gegen Ausbreitung Schutzmasken tragen

Die spanische Regierung schreibt das Tragen von Mund-Nasen-Schutzmasken in der Öffentlichkeit vor. Die Regelung gelte in dem schwer von der Corona-Krise getroffenen Land fĂŒr alle Menschen im Alter von ĂŒber sechs Jahren. In geschlossenen öffentlichen RĂ€umen mĂŒssen Masken getragen werden, im Freien gilt die Pflicht dann, wenn ein Mindestabstand von zwei Metern nicht eingehalten werden kann.

Umsatz im Gastgewerbe im MĂ€rz um fast die HĂ€lfte eingebrochen

Hotels und Restaurants in Deutschland haben im MĂ€rz wegen der Corona-bedingten BeschrĂ€nkungen fast die HĂ€lfte ihres Umsatzes eingebĂŒĂŸt. Die Einbußen des Gastgewerbes betrugen 44,6 Prozent im Vergleich zum Vormonat Februar und 45,4 Prozent im Vergleich zum MĂ€rz 2019, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Mittwoch mitteilte. Das seien die grĂ¶ĂŸten RĂŒckgĂ€nge seit Beginn der Zeitreihen im Jahr 1994. Mehr dazu lesen Sie hier.

Rekordwert in Brasilien: Mehr als tausend Tote an einem Tag

In Brasilien sind erstmals mehr als tausend Todesopfer der Corona-Pandemie innerhalb von 24 Stunden verzeichnet worden. Wie das Gesundheitsministerium am Dienstag mitteilte, wurden seit dem Vortag 1.179 TodesfÀlle registriert. Die Gesamtzahl der offiziell gezÀhlten TodesfÀlle in Brasilien stieg damit auf 17.971. Die Zahl der verzeichneten Infektionen wuchs dem Ministerium zufolge um 17.408 neue FÀlle auf 271.628.

Bei den Infektionszahlen liegt Brasilien weltweit inzwischen auf dem dritten Rang hinter den USA und Russland. Das Land hatte sich am Montag in der Statistik vor Großbritannien gesetzt. Nach SchĂ€tzungen von Experten könnten die Infektionszahlen in Brasilien jedoch um das 15-Fache höher sein als offiziell erfasst. In dem bevölkerungsreichsten lateinamerikanischen Land wird eine gewaltige Dunkelziffer vermutet, da es dort nur in relativ geringem Umfang Corona-Tests gibt. Experten erwarten zudem, dass der Höhepunkt der Ausbreitung des neuartigen Virus in Brasilien erst im Juni erreicht wird.

Brite soll fĂŒr Corona-Hilfe RitterwĂŒrde erhalten

Der durch seine Spenden-Sammelaktion fĂŒr das britische Gesundheitspersonal zum Corona-Helden aufgestiegene Weltkriegsveteran Tom Moore soll in den Ritterstand erhoben werden. Premierminister Boris Johnson nominierte den 100-jĂ€hrigen "Captain Tom" fĂŒr den Ehrentitel, wie die Regierung in London am Dienstag mitteilte. Mit seiner Spendenaktion habe Moore "das ganze Land inspiriert", erklĂ€rte Johnson. Der Veteran sei ein "Leuchtfeuer im Nebel des Coronavirus". Formell wird die RitterwĂŒrde von Königin Elizabeth verliehen, der Premierminister hat jedoch ein Vorschlagsrecht.

NRW-GrĂŒnen-Chefin gibt Laschet Mitschuld an Corona-Protesten

Die Landesvorsitzende der GrĂŒnen in Nordrhein-Westfalen hat MinisterprĂ€sident Armin Laschet eine Mitschuld am wachsenden Protest gegen die Maßnahmen zur Pandemie-EindĂ€mmung gegeben. Laschet sei mehrfach aus dem LĂ€nderkonsens ausgeschert und bei den Lockerungen vorgeprescht, sagte Mona Neubaur nach einem Bericht der "Rheinischen Post" (Mittwoch). "Er muss sich den Vorwurf gefallen lassen, dass er damit der Akzeptanz fĂŒr den Lockdown und dem VerstĂ€ndnis fĂŒr die GefĂ€hrlichkeit des Virus einen BĂ€rendienst erwiesen hat." Dies trage dazu bei, "dass nun Menschen gegen die EinschrĂ€nkung ihrer Grundrechte zu Tausenden demonstrieren – und sich dabei leider Verwirrte und Rechtsextreme daruntermischen", sagte Neubaur der Zeitung.

Trump: Hohe Corona-Fallzahl ist Auszeichnung fĂŒr gute Tests

US-PrĂ€sident Donald Trump kann der Vielzahl an nachgewiesenen Corona-Infektionen in den USA – mehr als 1,5 Millionen – etwas Positives abgewinnen. Er betrachte es nicht als "schlechte Sache", dass es so viele nachgewiesene Infektionen im Land gibt. "Ich betrachte es in gewisser Hinsicht als gute Sache, weil es bedeutet, dass unsere Tests viel besser sind", sagte Trump am Dienstag (Ortszeit) im Weißen Haus. "Ich betrachte es als Auszeichnung, wirklich, es ist eine Auszeichnung." Wenn man wie in den USA fast 14 Millionen Menschen teste, finde man auch mehr FĂ€lle, sagte er. Trump stellt immer wieder heraus, dass in den USA viel mehr getestet wird als in anderen LĂ€ndern.

Fast jede dritte der fast 4,9 Millionen bestÀtigten Infektion weltweit entfÀllt auf die USA, wo rund 330 Millionen Einwohner leben. In keinem anderen Land gibt es mehr nachgewiesene Infektionen. Die Fallzahlen der einzelnen LÀnder lassen sich wegen der unterschiedlichen Testquote und der erwarteten hohen Dunkelziffer jedoch nur begrenzt vergleichen.

CSU warnt Merkel vor PrÀzedenzfall bei EU-Haushalt

Nach dem Finanzierungsvorschlag von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs StaatsprĂ€sident Emmanuel Macron fĂŒr ein Corona-Wiederaufbauprogramm warnt die CSU davor, die Ausweitung des EU-Haushalts als regelmĂ€ĂŸige Finanzierungsquelle zu etablieren. "Es darf kein PrĂ€zedenzfall geschaffen werden", sagte der europapolitische Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion, Florian Hahn (CSU) dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (RND, Mittwochsausgaben). "Das kann nur eine einmalige Lösung sein." Es mĂŒssten noch rechtliche Fragen geklĂ€rt werden, sagte Hahn.

Fleischindustrie warnt eindringlich vor Ende der WerkvertrÀge

Die deutsche Fleischindustrie hat erneut eindringlich vor einem Ende der WerkvertrĂ€ge in der Branche gewarnt. Bei einem Verbot der Anheuerung von Subunternehmen drohten gravierende wirtschaftliche SchĂ€den, sagte die HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrerin des Verbands der Fleischwirtschaft, Heike Harstick, den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Mittwochsausgaben). Große Teile der Fleischproduktion wĂŒrden dann ins Ausland abwandern.

Unter Mitarbeitern deutscher Schlachtereien hatte es in den vergangenen Wochen mehrere starke AusbrĂŒche des Coronavirus gegeben. Das sogenannte Corona-Kabinett der Bundesregierung berĂ€t am Mittwoch ĂŒber MissstĂ€nde in der Branche. Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) will WerkvertrĂ€ge in der Fleischwirtschaft weitgehend verbieten.

Kritik an Linke-Fraktionsvize Hunko nach Kundgebung

FĂŒr einen Auftritt bei einer Demonstration in der Corona-Pandemie erhĂ€lt der stellvertretende Vorsitzende der Linke-Fraktion im Bundestag, Andrej Hunko, Kritik aus der eigenen Partei. "Ich habe mich ĂŒber den Auftritt von Andrej Hunko sehr geĂ€rgert", sagt der Linke-Bundestagsabgeordnete Stefan Liebich der "Welt". Die Bundestagsfraktion der Linkspartei hatte zuvor vereinbart, sich nicht an derartigen Protesten zu beteiligen. Mit seiner Teilnahme sende Hunko "ein völlig falsches Signal", sagte Liebich. Zudem habe der Fraktionsvize in einer Rede "Stichworte genannt, die an viele Verschwörungstheorien anknĂŒpfen."

Dem Bericht zufolge hatte Hunko am vergangenen Samstag auf der "Mahnwache fĂŒr unsere Grundrechte" des BĂŒndnisses "Kritische Aachener BĂŒrgerInnen zum Erhalt der Grundrechte" in Aachen gesprochen und ĂŒber Microsoft-GrĂŒnder Bill Gates gesagt: "Es kann einfach nicht sein, dass der zweitreichste Mann der Welt einen solchen Einfluss auf die Gesundheitspolitik der gesamten Menschheit und auch auf unsere Medien hat."

Hunko verteidigte in der "Welt" seine Rede: "Ich sehe Aachen als Sondersituation an, da es dort gerade eine deutliche politische Ausdifferenzierung gibt." Zudem habe er auf einer Kundgebung des Mitte-Links-Spektrums gesprochen. "Ich habe keine Rechtsextremen oder durchgeknallte VerschwörungsglÀubige auf der Kundgebung gesehen. Ich habe mich genauso wie andere Redner klar von rechten Spinnern distanziert", sagte Hunko.

FDP-Chef Lindner fordert "mutige StufenplĂ€ne" fĂŒr Schulen und Kitas

FDP-Chef Christian Lindner hat mehr Tempo bei der Öffnung von Schulen und Kitas gefordert. "Wenn vier medizinische Fachgesellschaften dazu aufrufen, Kitas und Schulen vollstĂ€ndig zu öffnen, muss die Politik so schnell wie möglich reagieren", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Mehrere MedizinerverbĂ€nde, darunter der Berufsverband der Kinder- und JugendĂ€rzte, hatten sich in einer gemeinsamen Stellungnahme fĂŒr eine umgehende Komplettöffnung von KindergĂ€rten und Schulen ausgesprochen. "Nach Ansicht der FachverbĂ€nde sind Kinder keine starken Treiber der Pandemie. Daraus mĂŒssen wir die richtigen Schlussfolgerungen ziehen", sagte Lindner.

Die Corona-Krise dĂŒrfe nicht lĂ€nger auf dem RĂŒcken von Kindern und Eltern ausgetragen werden. Es brauche "schleunigst kluge und mutige StufenplĂ€ne", wie Schulen und KindergĂ€rten schneller zurĂŒck in den Unterricht gefĂŒhrt werden könnten.

China meldet fĂŒnf neue FĂ€lle – lokale Übertragung nimmt zu

China meldet nach Angaben der nationalen Gesundheitskommission fĂŒnf neue Coronavirus-FĂ€lle binnen 24 Stunden, nach sechs einen Tag zuvor. Vier der neuen FĂ€lle seien auf lokale Übertragungen zurĂŒckzufĂŒhren, einer stamme von einem sogenannten "importierten Fall", an dem ein Reisender aus Übersee beteiligt sei, so die Kommission in einer ErklĂ€rung. Die Gesamtzahl der Covid-19-Infektionen in China steigt nach offiziellen Angaben auf 82.965, die Zahl der Todesopfer bleibt unverĂ€ndert bei 4.634.

WeltĂ€rztebund-Chef Montgomery fĂŒr Impfpflicht gegen Corona

Der Vorsitzende des WeltĂ€rztebundes, Frank Ulrich Montgomery, hat sich fĂŒr eine Impfpflicht gegen das Coronavirus ausgesprochen. "Ich war fĂŒr die Impflicht bei Masern. Ich bin auch hier fĂŒr eine Impfpflicht", sagte Montgomery den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Die Bundesregierung hatte am Montag erneut betont, dass sie eine kĂŒnftige Corona-Schutzimpfung nicht zur Pflicht machen will: "Es wird keine Impfpflicht gegen das Coronavirus geben", sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer.

Noch existiert kein solcher Impfstoff. Weltweit gibt es laut dem Verband forschender Pharma-Unternehmen (vfa) aber mehr als 120 Impfstoffprojekte. Ob ein Impfstoff noch in diesem Jahr auf den Markt gebracht werden kann, gilt als fraglich.

Montgomery forderte, die deutsche Regierung mĂŒsse mit gesetzlichen Maßnahmen dafĂŒr sorgen, "dass nicht derjenige als Erster geimpft wird, der am meisten dafĂŒr zahlt". "Als Erstes mĂŒssen die Bewohner von Alten- und Pflegeheimen und die Mitarbeiter in den Kliniken geimpft werden. Ich fĂŒrchte aber, dass auch hierzulande ein Schwarzmarkt entstehen wird." Dazu komme ein anderes Problem, sagte Montgomery: "Es wird Leute geben, die sich nicht impfen lassen wollen. Infizieren sie sich, sind sie eine Gefahr fĂŒr Menschen, die aus gesundheitlichen GrĂŒnden nicht geimpft werden können. Wir mĂŒssen deshalb möglichst viele Menschen impfen."

Bericht: Bis zu 20 Wochen Lohnersatz bei geschlossener Kita

Eltern sollen einem Medienbericht zufolge bis zu 20 Wochen Lohnersatz bekommen können, wenn sie ihre Kinder in der Corona-Krise wegen EinschrĂ€nkungen bei Kitas und Schulen zu Hause betreuen mĂŒssen. Ein entsprechender Änderungsantrag aus dem Bundesgesundheitsministerium solle an diesem Mittwoch vom Kabinett beschlossen werden, berichtet die "Neue OsnabrĂŒcker Zeitung" unter Berufung auf Ministeriumsangaben.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte der Zeitung, die "nachrangige Lohnfortzahlung" werde je Elternteil auf bis zu zehn Wochen verlĂ€ngert, fĂŒr Alleinerziehende auf bis zu 20 Wochen. "Das gibt die nötige Sicherheit in ungewisser Lage." Bislang ist die EntschĂ€digung auf sechs Wochen begrenzt."BerufstĂ€tige Eltern tragen derzeit eine große Last. Solange KindergĂ€rten und Schulen nicht wieder verlĂ€sslich fĂŒr alle geöffnet sind, brauchen hier viele unsere besondere UnterstĂŒtzung", sagte Spahn.

FlĂŒchtlingsunterkunft in Mainz unter QuarantĂ€ne

Wegen mehrerer bestĂ€tigter Corona-FĂ€lle ist eine FlĂŒchtlingsunterkunft in Mainz mit derzeit 113 Bewohnern unter QuarantĂ€ne gestellt worden. Das teilte die Stadtverwaltung am Dienstagabend mit. In der vergangenen Woche war bei einer zehnköpfigen Familie der Vater positiv auf das Virus getestet worden. Die Familie wurde daraufhin in ein dafĂŒr vorgesehenes GebĂ€ude zur 14-tĂ€gigen QuarantĂ€ne gebracht. Weitere Tests des Gesundheitsamtes ergaben, dass alle Familienmitglieder und ein Kind einer anderen Familie in der FlĂŒchtlingsunterkunft infiziert sind.

Inzwischen seien in der Gemeinschaftsunterkunft weitere Tests durchgefĂŒhrt worden – und es hĂ€tten sich drei Bewohner mit fĂŒr Covid-19 typischen Symptomen gemeldet, hieß es weiter. Und: "Es stellte sich heraus, dass sich auf jedem Stockwerk des Hauses mindestens eine Person mit dem Corona-Virus infiziert hat." Deshalb wurde die QuarantĂ€ne fĂŒr die Unterkunft angeordnet. Das DRK werde die Bewohner weiterhin betreuen und nun insbesondere auch die EinkĂ€ufe ĂŒbernehmen.

Infiziertenzahl im FlĂŒchtlingsheim in St-Augustin auf 165 gestiegen

Die Zahl der Corona-Infektionen in einem FlĂŒchtlingsheim in St. Augustin bei Bonn ist auf 165 gestiegen – 152 Bewohner und 13 Mitarbeiter. Das teilte die Bezirksregierung Köln am Dienstagabend mit. Alle infizierten Bewohner wĂŒrden in gesonderten Teilen der Unterkunft untergebracht und zeigten nur schwache oder gar keine Symptome, hieß es. Am Vortag hatte die Zahl noch bei 130 mit dem Coronavirus infizierten Menschen gelegen. Die Unterkunft biete Platz fĂŒr 600 Menschen, sei derzeit aber nur mit 312 Personen belegt.

Mitarbeiter des Ordnungsamtes verlassen eine FlĂŒchtlingsunterkunft in St. Augustin: Die Zahl der Corona-Infektionen in dem FlĂŒchtlingsheim bei Bonn ist auf 165 gestiegen. Und auch in Mainz wurde eine Unterkunft unter QuarantĂ€ne gestellt.
Mitarbeiter des Ordnungsamtes verlassen eine FlĂŒchtlingsunterkunft in St. Augustin: Die Zahl der Corona-Infektionen in dem FlĂŒchtlingsheim bei Bonn ist auf 165 gestiegen. Und auch in Mainz wurde eine Unterkunft unter QuarantĂ€ne gestellt. (Quelle: Oliver Berg/dpa-bilder)

Bislang höchster Anstieg an TodesfÀllen und Neuinfektionen in Chile

In Chile ist innerhalb von 24 Stunden die höchste Zahl an Corona-TodesfĂ€llen und Neuinfektionen seit Ausbreitung g des Virus in das Land registriert worden. 3.520 Menschen hĂ€tten sich neu angesteckt, 31 Erkrankte seien gestorben, teilte das Gesundheitsministerium am Dienstag mit. Seit dem ersten Auftreten des neuartigen Virus in dem sĂŒdamerikanischen Land Anfang MĂ€rz gab es damit laut den offiziellen Statistiken fast 50.000 Infektionen und mehr als 500 TodesfĂ€lle.

In der Hauptstadt Santiago de Chile gilt seit Freitag eine strikte Ausgangssperre, um die rasante Verbreitung des neuartigen Coronavirus einzudĂ€mmen. Dagegen gibt es zunehmend Proteste: "Wir haben Hunger" oder "Wir mĂŒssen arbeiten, wir brauchen UnterstĂŒtzung" waren einige der Protestrufe, die in den Ă€rmsten Vierteln von Santiago zu hören waren. Zudem gab es PlĂŒnderungen. Angesichts der Lage wurde am Dienstag die Armee in die betroffenen Armenviertel geschickt.

In Chile mit seinen fast 18 Millionen Einwohnern gelten 11,7 Prozent der Bevölkerung als arm. Die wegen des Coronavirus verhÀngten BeschrÀnkungen verschÀrfen die sozialen Probleme noch.

17.408 Neuinfektionen und 1.179 weitere Tote

Brasilien verzeichnet nach offiziellen Angaben einen neuen Negativrekord von 1.179 TodesfÀllen binnen 24 Stunden. Die Zahl der Todesopfer vom Dienstag ist das erste Mal, dass Brasilien mehr als 1.000 Tote an einem Tag registriert. Insgesamt sind laut Gesundheitsministerium 17.971 Menschen an den Folgen von Covid-19 gestorben. Die Zahl der bestÀtigten FÀlle steigt um 17.408 auf 271.628.

US-Notenbanker rechnet mit anhaltend hoher Arbeitslosigkeit in USA

Die US-Arbeitsmarktlage dĂŒrfte nach Darstellung eines fĂŒhrenden Vertreters der Notenbank Fed noch ĂŒber Monate hinweg erheblich angespannt bleiben. Die Arbeitslosenrate könnte im Zuge der EinschrĂ€nkungen zur EindĂ€mmung der Corona-Pandemie auf nahezu 20 Prozent steigen, hieß es in Anmerkungen des PrĂ€sidenten der Notenbank von Boston, Eric Rosengren, fĂŒr ein Webinar am Dienstag. "Leider erwarte ich, dass selbst zum Jahresende die Arbeitslosenrate im zweistelligen Bereich bleiben wird."

DÀnemark lÀsst keine Urlauber von und nach Sylt

Die dĂ€nische Polizei lĂ€sst keine deutschen Urlauber mehr zu Transitzwecken ĂŒber die Grenze. Betroffen davon sind SyltgĂ€ste, die mit der SyltFĂ€hre von Havneby auf der dĂ€nischen Insel RĂžmĂž nach List oder in die andere Richtung fahren wollen, wie die dĂ€nische Polizei am Dienstagabend mitteilte. Die dĂ€nischen Behörden hĂ€tten in Havneby bereits Campingfahrzeuge auf die FĂ€hre zurĂŒck nach Sylt geschickt, sagte Tim Kunstmann, GeschĂ€ftsfĂŒhrer der RĂžmĂž-Sylt Linie, der Deutschen Presse-Agentur. Anders als in den vergangenen Wochen, seitdem Sylt wieder fĂŒr Zweitwohnungsbesitzer und Dauercamper geöffnet ist und auch Camper die Grenze passieren konnten, können Kunstmanns Angaben zufolge ab sofort nur noch Versorgungsfahrzeuge etwa fĂŒr die SupermĂ€rkte auf Sylt mitgenommen werden.

Seit diesem Montag dĂŒrfen auch wieder HotelgĂ€ste und Ferienwohnungsurlauber auf die nordfriesischen Inseln. Die SyltfĂ€hre hatte daher eine zweite FĂ€hre eingesetzt, um auch die Autozugverbindung zu entlasten. Die Einreise nach DĂ€nemark ist derzeit wegen der Corona-Pandemie nur in begrĂŒndeten Ausnahmen erlaubt. Transitfahrten, um auf die Insel Sylt zu reisen oder wieder zurĂŒck, zĂ€hlen nach Angaben der dĂ€nischen Polizei aber nicht dazu. Es gebe auf deutscher Seite einen Autozug nach Sylt.

Spanische Regierung will Ausnahmezustand nur noch um zwei Wochen verlÀngern

Die spanische Regierung will den wegen der Corona-Pandemie verhÀngten Ausnahmezustand nicht mehr um einen weiteren Monat, sondern nur noch um zwei Wochen verlÀngern.

Die Regierung wolle im Parlament eine VerlĂ€ngerung bis zum 7. Juni beantragen, kĂŒndigte Regierungssprecherin MarĂ­a JesĂșs Montero (54) am Dienstagabend in Madrid an. Damit beugt sich MinisterprĂ€sident Pedro SĂĄnchez (48) dem wachsenden Widerstand im Parlament gegen eine immer weitere VerlĂ€ngerung des Ausnahmezustandes.

Frankreich korrigiert Zahl der Toten leicht nach unten

Die französischen Gesundheitsbehörden haben die Zahl der Toten in Folge einer Infektion mit dem Coronavirus leicht nach unten korrigiert. 28.022 Infizierte seien bisher gestorben, teilte die Gesundheitsagentur am Dienstagabend auf ihrer Webseite mit. Am Sonntag hatte das Gesundheitsministerium 28.108 Tote vermeldet. Der Unterschied basiere auf Anpassungen bei ĂŒbermittelten Daten aus Alten- und sozialen Pflegeheimen, berichtete die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf das Gesundheitsministerium. Die Zahlen waren bereits zuvor manchmal nachtrĂ€glich angepasst worden, vor allem nach einem Wochenende.

Schon fast 10.000 Corona-Tote in Altenheimen in England und Wales

In Altenheimen in England und Wales sind durch das neuartige Coronavirus bereits fast 10.000 Menschen ums Leben gekommen. Wie aus Angaben der nationalen Statistikbehörde ONS vom Dienstag hervorgeht, sind das rund ein Viertel aller Corona-Toten in England und Wales. Im gesamten Vereinigten Königreich gab es laut ONS 41.020 Corona-Tote.

Niederlande öffnen Schulen, Restaurants, Museen, Kinos

Die Niederlande werden ab dem 1. Juni einen weiteren Schritt zurĂŒck in Richtung NormalitĂ€t machen. Dann sollen alle Schulen und eingeschrĂ€nkt auch Museen, Theater, Kinos, Restaurants und CafĂ©s wieder geöffnet werden, wie MinisterprĂ€sident Mark Rutte am Dienstag in Den Haag mitteilte. GaststĂ€tten, Theater und Kinos dĂŒrften aber vorerst nur jeweils 30 Personen empfangen und ĂŒberall mĂŒsse ein Sicherheitsabstand von eineinhalb Metern eingehalten werden. Im öffentlichen Nahverkehr mĂŒssen Reisende ab dem 1. Juni einen Mundschutz tragen.

Die deutlich positiven Entwicklungen bei den Infektionen rechtfertigten die Lockerungen, sagte Rutte. "Wir dĂŒrfen Vertrauen haben, aber wir mĂŒssen wachsam bleiben." Eine nĂ€chste Stufe der Lockerungen ist fĂŒr den 1. Juli geplant. Aus Sorge vor zu großem Andrang an StrĂ€nden und in StĂ€dten dĂŒrfen GaststĂ€tten und Terrassen nicht bereits am Pfingstwochenende öffnen.

Corona-Kabinett berĂ€t ĂŒber MissstĂ€nde in der Fleischindustrie

Das sogenannte Corona-Kabinett der Bundesregierung berĂ€t am Mittwoch unter anderem ĂŒber die MissstĂ€nde in der Fleischindustrie. Das Thema stand bereits am Montag auf der Tagesordnung, wurde dann aber verschoben; die Union hatte laut Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) noch GesprĂ€chsbedarf. Heil hat VorschlĂ€ge zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Fleischindustrie vorgelegt; er will WerkvertrĂ€ge fĂŒr die Branche weitgehend verbieten.

Straßenkinder fordern in Corona-Krise UnterstĂŒtzung

Zwei ehemalige Straßenkinder haben am Dienstag fĂŒr die Initiative Momo mehr als 10.000 Unterschriften an Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) ĂŒbergeben, um einen besseren Schutz fĂŒr die Jugendlichen wĂ€hrend der Corona-Krise einzufordern. Das teilte das Portal change.org mit, das die Unterschriftensammlung organisiert hatte. Demnach leben rund 20.000 Jugendliche in Deutschland auf der Straße.

Bayern senkt Grenzwert fĂŒr Corona-Hotspots auf 35 Neuinfektionen

Bayern verschĂ€rft seinen Grenzwert im FrĂŒhwarnsystem fĂŒr die Corona-Neuinfektionen. Das Landeskabinett setzte den Grenzwert auf 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen in einer Stadt oder einem Landkreis herab, wie Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) am Dienstag in MĂŒnchen mitteilte. Das FrĂŒhwarnsystem sei ein "probates Mittel", um lokale Ausbruchsgeschehen schnell zu erkennen. Bund und LĂ€nder hatten sich auf den Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner geeinigt. Auch das Land Berlin hĂ€lt dies fĂŒr zu viel und hat ein eigenes Warnsystem entwickelt, das bereits bei 30 auf Rot schaltet.

Herrmann sagte in MĂŒnchen: "Das Virus ist nicht besiegt, also wird es diese lokalen AusbrĂŒche immer wieder geben." Die frĂŒhzeitige Erkennung von Hotspots sei in der aktuellen Phase der Pandemie sehr wichtig.

Grenzschließung zwischen USA und Kanada verlĂ€ngert

Aus Sorge vor einer weiteren Ausbreitung des neuartigen Coronavirus soll die Grenze zwischen den USA und Kanada fĂŒr weitere 30 Tage weitgehend geschlossen bleiben. Das teilte Kanadas Premierminister Justin Trudeau am Dienstag mit, wie kanadische Medien berichteten. Kanadische Provinzen an der Grenze hĂ€tten ein "deutliches Verlangen" nach einer VerlĂ€ngerung gezeigt und die USA seien dafĂŒr "komplett offen" gewesen.

CharitĂ©-Chef: Werden Trumps Behandlungsmethoden nicht ĂŒbernehmen

Der Chef des Berliner CharitĂ©-Klinikums, Hayo Kroemer, reagiert zurĂŒckhaltend auf die Selbstbehandlung des US-PrĂ€sidenten Donald Trump mit dem Medikament Hydroxychloroquin. "Ich glaube, der US-PrĂ€sident ist in der jĂŒngeren Vergangenheit durch relativ außergewöhnliche TherapievorschlĂ€ge aufgefallen, die wir wahrscheinlich nicht ĂŒbernehmen wĂŒrden", sagte Kroemer in einer Pressekonferenz mit Bundesbildungsministerin Anja Karliczek. "Wir wĂŒrde sehr klar dafĂŒr plĂ€dieren, Substanzen, die in der Tat diskutiert werden (
), sorgfĂ€ltig in klinischen Studien anzusehen." Trump hatte das Anti-Malaria-Mittel bereits frĂŒher angepriesen und am Montag gesagt, dass er tĂ€glich eine Tablette nehme. EU-Experten sehen keinen Beleg, dass es gegen Covid-19 wirkt.

Spaniens Schuldenberg steigt auf Rekordhoch

Die Staatschulden in Spanien sind im MĂ€rz auf den Rekordwert von 1,224 Billionen Euro gestiegen, wie aus Daten der Notenbank hervorgeht. Die sogenannte Schuldenstandsquote veröffentlichte die Zentralbank allerdings nicht. Dieses VerhĂ€ltnis von Schulden zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) kletterte nach Reuters-Berechnung auf Basis von Zahlen des spanischen Statistikamts auf knapp 99 Prozent. Die Obergrenze in der EU betrĂ€gt hier eigentlich 60 Prozent, dĂŒrfte aber wegen des Kampfs gegen die Corona-Krise noch auf Jahre hinaus weit verfehlt werden. Spanien prognostiziert fĂŒr 2020 ein Staatsdefizit von 10,3 Prozent - bei einer Obergrenze von drei Prozent. Wegen der Rezession befĂŒrchtet die Regierung in Madrid fĂŒr 2020 einen BIP-Einbruch um 9,2 Prozent.

WHO-Staaten beschließen unabhĂ€ngige Untersuchung

Die Mitgliedstaaten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben eine unabhĂ€ngige Untersuchung der Reaktion auf die Coronavirus-Pandemie beschlossen. Bei der Jahrestagung der WHO stimmten die Teilnehmer am Dienstag fĂŒr eine Resolution, in der eine "unparteiische, unabhĂ€ngige und umfassende Evaluierung" der weltweiten Reaktion gefordert wird. Gegenstand der Untersuchung soll demnach auch die Reaktion der WHO selbst und deren zeitlicher Ablauf sein. Die Resolution fordert auch, mögliche Impfstoffe und Arzneimittel gegen das neuartige Coronavirus fĂŒr alle LĂ€nder verfĂŒgbar zu machen.

Bahn testet Technik zur Entkeimung von Rolltreppen

Um FahrgĂ€ste vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus zu schĂŒtzen, wird an zwei Rolltreppen am Frankfurter Hauptbahnhof eine spezielle Reinigung mit UV-Licht getestet. Die Anlage sorge dafĂŒr, dass die HandlĂ€ufe der Treppen keimfrei seien, sagte Bahnhofsmanager Hartmut Schwarz am Dienstag. Sie sei voraussichtlich ab diesem Mittwoch in Betrieb und reinige die HandlĂ€ufe der Treppen, die von der S-Bahn hinauf in die Bahnhofshalle fĂŒhren. Sie werde zunĂ€chst fĂŒr vier Wochen getestet, bevor sie an anderer Stelle in Frankfurt oder an anderen Bahnhöfen eingesetzt werden könne.

Brasilien mit weltweit dritthöchster Zahl von Corona-Infektionen

In Brasilien wurden innerhalb von 24 Stunden weitere 13.140 AnsteckungsfĂ€lle verzeichnet. Dadurch löste das sĂŒdamerikanische Land Großbritannien auf Rang drei der weltweit am stĂ€rksten betroffenen LĂ€nder ab. An der Spitze stehen die USA mit 1,5 Millionen InfektionsfĂ€llen, gefolgt von Russland mit rund 300.000 FĂ€llen. Nach SchĂ€tzungen von Experten könnte die Infektionszahl in Brasilien jedoch um das 15-fache höher sein. In dem bevölkerungsreichsten lateinamerikanischen Land wird eine gewaltige Dunkelziffer vermutet, da es dort nur in relativ geringem Umfang Corona-Tests gibt.

Österreichs KriminalitĂ€t hat sich durch BeschrĂ€nkungen fast halbiert

Die KriminalitĂ€t ist in Österreich im Zuge der Corona-Krise deutlich zurĂŒckgegangen. Nach Angaben des Innenministeriums ist die Zahl der angezeigten Straftaten zwischen dem 16. MĂ€rz und Anfang Mai um rund 46 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Allerdings habe es deutliche Verschiebungen von der Straßen-, Einbruchs- und RaubkriminalitĂ€t hin zur InternetkriminalitĂ€t gegeben, erklĂ€rte Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) am Dienstag in Wien. "Und sehr genau hinschauen mussten und mĂŒssen wir, wie sich das Thema hĂ€usliche Gewalt weiterentwickelt."

China: Zwei Provinzen bieten Aufgabe-EntschÀdigung der Wildtierhaltung

Als Konsequenz aus der Corona-Pandemie haben zwei Provinzen in China EntschĂ€digungsprogramme angekĂŒndigt, um Betrieben eine Alternative zu Haltung und Verkauf von Wildtieren zu bieten. FledermĂ€use oder Schuppentiere, die in Teilen Chinas als Delikatesse gelten, könnten den Erreger der Lungenkrankheit Covid-19 auf den Menschen ĂŒbertragen haben. Die chinesische Zentralregierung hat deshalb bereits im Februar den Verzehr und den Handel mit Wildtieren verboten. Nun bieten die zentralchinesischen Provinzen Hunan und Jiangxi den betroffenen Betrieben Geld fĂŒr eine Umstellung auf den Anbau von GemĂŒse oder Heilpflanzen an.

Studie: Hohe Sommertemperaturen werden Pandemie kaum bremsen

Die höheren Temperaturen im Sommer werden die Corona-Pandemie einer Studie zufolge kaum bremsen. Statistische Auswertungen deuteten daraufhin, dass heißeres Wetter und eine höhere Luftfeuchtigkeit die Ausbreitung des Virus nur in geringem Maß beeinflussen, hieß es in einer Studie der US-UniversitĂ€t Princeton, die am Montag im Fachmagazin "Science" veröffentlicht wurde. Der Einfluss der klimatischen Bedingungen auf den neuartigen Erreger seien "gering".

Zwar beeinflusse eine höhere Luftfeuchtigkeit die Ausbreitung anderer Coronaviren und der Grippe, im Fall des neuen Erregers SARS-CoV-2 sei aber das Fehlen einer "weitverbreiteten ImmunitÀt" entscheidend, schrieben die Forscher. Daher werde sich das Virus unabhÀngig von den klimatischen Bedingungen schnell ausbreiten.

Spanien hebt Verbot von DirektflĂŒgen aus Italien auf

Spanien hebt das seit dem 11. MĂ€rz geltende Einreiseverbot aus Italien auf, wie die Regierung in Madrid mitteilt. Damit können Flugzeuge und Schiffe aus Italien das Land wieder direkt ansteuern. Reisende mĂŒssen sich aber wie alle anderen Einreisende an eine zweiwöchige QuarantĂ€ne halten, solange der Notstand in Kraft ist. Einem Bericht des Senders Cadena Ser zufolge berĂ€t das spanische Kabinett noch im Tagesverlauf ĂŒber eine VerlĂ€ngerung des Notstands bis zum 27. Juni. Ein Regierungssprecher war zunĂ€chst nicht fĂŒr eine Stellungnahme zu erreichen. Spanien gehört zu den LĂ€ndern, die besonders stark von der Pandemie betroffen sind.

WeltĂ€rzteprĂ€sident warnt vor Öffnung europĂ€ischer Grenzen fĂŒr Urlauber

WeltĂ€rzteprĂ€sident Frank Ulrich Montgomery hat vor einer Öffnung der innereuropĂ€ischen Grenzen fĂŒr den Tourismus gewarnt. Die deutschen Grenzen sollten angesichts der fortdauernden Corona-Pandemie in beide Richtungen fĂŒr Urlauber geschlossen bleiben, sagte Montgomery den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Aus gesundheitlichen GrĂŒnden wĂ€re es das Beste, die Menschen blieben an ihrem Wohnort", betonte er. Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) hatte am Montag fĂŒr einen "kontrollierten Wiedereinstieg in den europĂ€ischen Tourismus" im Sommer plĂ€diert.

Montgomery warnte jedoch vor einem gefĂ€hrlichen Wettlauf. Die anvisierten Lockerungen fĂŒr Urlauber bereiteten ihm große Sorge, weil sie einen Überbietungswettbewerb einleiteten, welches Land sich "weiter" und "schneller" öffne. Durch den Reiseverkehr steige das Risiko einer zweiten Infektionswelle. Sie werde hĂ€rter sein als die erste, "weil wir nicht mehr so vorsichtig sein werden", sagte der PrĂ€sident des WeltĂ€rztebundes.

Frankreich fĂŒhrt 14-tĂ€gige QuarantĂ€ne auf freiwilliger Basis ein

Zur EindĂ€mmung der Corona-Pandemie fĂŒhrt Frankreich ab Mittwoch eine zweiwöchige QuarantĂ€ne zur Einreise aus Nicht-EU-LĂ€ndern ein. Das Außenministerium in Paris teilte am Dienstag mit, alle Franzosen und AuslĂ€nder mit Wohnsitz in Frankreich sollten sich auf "freiwilliger" Basis 14 Tage lang isolieren, wenn sie aus einem Land außerhalb der EU zurĂŒckkehrten.

Tschechien: stÀrkster Neuinfektionen-Anstieg seit vier Wochen

In Tschechien steigt die Zahl der Neuinfektionen so stark wie seit vier Wochen nicht mehr. Mit 111 neuen FÀllen wurden erstmals in diesem Monat nach Angaben des Gesundheitsministeriums mehr als 100 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet. Insgesamt wurde damit die Infektion bislang bei 8.586 Menschen nachgewiesen. Neue TodesfÀlle wurden nicht gemeldet. Die Zahl der Toten bleib damit bei 297.

Österreich pocht bei Corona-Hilfen auf EU-Kredite

Österreich beharrt im Ringen um Corona-Hilfen fĂŒr Krisenstaaten auf die Vergabe von zurĂŒckzuzahlenden EU-Krediten. "Wir werden uns weiterhin solidarisch zeigen und LĂ€nder, die am stĂ€rksten von der Corona-Krise betroffen sind, unterstĂŒtzen. Jedoch muss dies ĂŒber Kredite erfolgen und nicht ĂŒber ZuschĂŒsse", heißt es aus dem Bundeskanzleramt in Wien.

Maskenpflicht in Israel wegen Hitzewelle gelockert

Die israelische Regierung hat die im Zuge der Corona-Pandemie verhĂ€ngte Maskenpflicht vorĂŒbergehend gelockert. Grund ist eine Hitzewelle in dem Land mit Temperaturen von bis zu 40 Grad Celsius. Bis zum Wochenende sei es SchĂŒlern gestattet, ihre Masken in KlassenrĂ€umen abzusetzen, teilte der neue Gesundheitsminister Juli Edelstein am spĂ€ten Montagabend mit. Auch auf öffentlichen PlĂ€tzen sei die Maskenpflicht vorerst ausgesetzt, ausgenommen bei Versammlungen.

Großbritannien: AnsprĂŒche auf Arbeitslosenhilfe steigen im Rekordtempo

Die Corona-Krise hat im April voll auf den britischen Arbeitsmarkt durchgeschlagen. Die Zahl der Menschen mit Anspruch auf Arbeitslosenhilfe ("Claimant Count") ist im April um 856.500 gestiegen, wie das Statistikamt ONS am Dienstag in London mitteilte. Dies ist der höchste jemals gemessene Anstieg. Im Vormonat hatte der Wert noch bei revidierten 5.400 (zunÀchst 12.200) gelegen.

Polen stellt Grenzöffnung Mitte Juni in Aussicht

Die polnische Regierung stellt in Aussicht, die Grenzen am 15. Juni wieder zu öffnen. Sie sehe eine Chance dafĂŒr, sagt die stellvertretende MinisterprĂ€sidentin Jadwiga Emilewicz der Tageszeitung "Puls Biznesu". Am 1. Juli könnten dann womöglich alle ĂŒbrigen Coronavirus-BeschrĂ€nkungen aufgehoben werden. Bundesaußenminister Heiko Maas hatte erst kĂŒrzlich an Polen appelliert, bald die Grenzen wieder vollstĂ€ndig zu öffnen. Die Bundesregierung peilt an, dass ab dem 15. Juni die Reisefreiheit im gesamten Schengenraum wieder hergestellt ist.

Hoffnung auf Sommerurlaub am Mittelmeer wÀchst

Sonnenhungrige BundesbĂŒrger können hoffen: Die Chancen auf einen Sommerurlaub am Mittelmeer sind gestiegen, da Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) und Amtskollegen aus Europa auf eine Öffnung der Grenzen fĂŒr Touristen bis zum Sommerbeginn hinarbeiten wollen. Die von der Corona-Krise stark getroffene Reisebranche bereitet sich auf einen Start in Europa vor. Trotz steigender Kosten durch Hygiene- und Schutzmaßnahmen wegen der Corona-Pandemie rechnen Branchenexperten nicht mit generellen Preiserhöhungen.

"Wir wollen Schritt fĂŒr Schritt in die Normalisierung zurĂŒck", hatte Maas am Montag nach einer Videokonferenz mit Kollegen aus zehn der beliebtesten UrlaubslĂ€nder der Deutschen gesagt. Er betonte aber auch, dass der Sommerurlaub nicht so werden wird wie vor der Corona-Krise. "Wir sollten uns nicht der Illusion hingeben, dass es eine schnelle RĂŒckkehr zu Business as usual geben kann."

US-PrÀsident nimmt Malaria-Medikament als Corona-Prophylaxe

US-PrĂ€sident Donald Trump nimmt nach eigenen Angaben ein Malaria-Medikament als Corona-Prophylaxe. Er nehme seit etwa eineinhalb Wochen Hydroxychloroquin ein, sagte Trump am Montag im Weißen Haus. Er habe "sehr gute Dinge" ĂŒber das seit Langem zugelassene Malaria-PrĂ€parat gehört, sagte Trump. Das Weiße Haus veröffentlichte am Abend ein Schreiben von Trumps Leibarzt Sean Conley, wonach Trump und er nach zahlreichen Diskussionen zu dem Schluss gekommen seien, dass mögliche Vorteile einer Behandlung mit Hydroxychloroquin die damit verbundenen Risiken ĂŒberwiegen. Mehr dazu lesen Sie hier.

Virus bringt US-Wahlkampf zum Erliegen

Es sollte ein heftiger Wahlkampf werden – der Kampf um die Wiederwahl von Donald Trump als PrĂ€sident der Vereinigten Staaten, der Kampf gegen Joe Biden, seinen designierten Herausforderer von den Demokraten. Doch dann kam das Coronavirus und damit bislang etwa 90.000 tote US-BĂŒrger, eine ruinierte Wirtschaft und ein ins Surreale abgeglittener Wahlkampf.

Weniger als sechs Monate vor dem Wahltag kann keiner der Kandidaten einen normalen Wahlkampf fĂŒhren, die WĂ€hler sorgen sich um ihre Sicherheit, und Trump sieht sich einer Art Referendum darĂŒber ausgesetzt, wie er mit der beispiellosen Krise umgeht. "Wir wissen wirklich nicht, wie das ausgeht", sagt der Politikprofessor Christopher Arterton von der George Washington UniversitĂ€t der Nachrichtenagentur AFP.

Mehr als 90.000 Corona-Tote in den USA

Seit Beginn der Corona-Pandemie sind in den USA nach Angaben von Wissenschaftlern mehr als 90.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Virus ums Leben gekommen. Das ging am Montagabend aus den Daten der UniversitÀt Johns Hopkins in Baltimore hervor. Die Zahl der bestÀtigten Infektionen in den USA lag der Uni zufolge bei mehr als 1,5 Millionen. Weltweit sind mehr als 4,7 Millionen FÀlle bekannt.

Noch vor wenigen Wochen war das Institut IHME der UniversitĂ€t Washington in Seattle davon ausgegangen, dass sich die Opferzahl im Hochsommer bei etwa 90.000 stabilisieren wĂŒrde. Mittlerweile gehen die Wissenschaftler davon aus, dass die Zahl der Toten in den USA bis Ende des Monats auf rund 110.000 Tote ansteigen könnte. Erst ab Ende Juli könnte sich die Opferzahl dann bei rund 145.000 stabilisieren.

Trump droht WHO mit endgĂŒltigem Zahlungsstopp und Austritt

US-PrĂ€sident Donald Trump hat der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit einem endgĂŒltigen Zahlungsstopp gedroht. Sollte sich die WHO innerhalb der kommenden 30 Tage nicht zu "wesentlichen Verbesserungen" verpflichten, werde er zudem die Mitgliedschaft der USA in der Organisation ĂŒberdenken, heißt es in einem Schreiben an WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus, das Trump am Montagabend auf Twitter veröffentlichte. Mehr dazu lesen Sie hier.

Verbandsumfrage: Viele Autozulieferer befĂŒrchten starke Jobverluste

Große Teile der deutschen Autozulieferindustrie stellen sich laut einer Mitgliederumfrage des Branchenverbands VDA im Fall anhaltend schwacher FahrzeugverkĂ€ufe auf drastische Jobverluste ein. Allein in den 132 teilnehmenden Firmen sollen demnach schon bis zu 12 500 ArbeitsplĂ€tze auf der Kippe stehen, falls die Nachfrage nicht bald anzieht. Die Ergebnisse der Befragung mittelstĂ€ndischer Zulieferer lagen der Deutschen Presse-Agentur am Montagabend vor. Die analysierte Stichprobe steht fĂŒr zusammen rund 187.000 BeschĂ€ftigte.

"Unter unverĂ€nderten Bedingungen werden bis Ende Juni 39 Prozent der Unternehmen Personal abbauen", so der Verband der Automobilindustrie (VDA) in Berlin. "Bis Ende Juli werden es 65 Prozent sein." Derzeit liefen bereits in jedem zehnten Betrieb Stellenstreichungen. Konkrete PlĂ€ne hierzu hĂ€tten aktuell 3 von 5 Zulieferern. Manche Firmen erwĂ€gen demzufolge die KĂŒrzung von bis zu 40 Prozent der Jobs.

Hunderte Deutsche sitzen immer noch im Ausland fest

Mehr als drei Wochen nach der vorlĂ€ufigen Einstellung der RĂŒckholflĂŒge des AuswĂ€rtigen Amts sitzen immer noch Hunderte Deutsche im Ausland fest. Wie die Deutsche Presse-Agentur aus dem AuswĂ€rtigen Amt erfuhr, befindet sich alleine in Marokko noch eine "hohe dreistellige Zahl" rĂŒckkehrwilliger deutscher StaatsbĂŒrger, die wegen der Kappung der Flug- und FĂ€hrverbindung in der Corona-Krise nicht wegkommen. "In SĂŒdafrika gehen wir von einer mittleren dreistelligen Zahl von ausreisewilligen Deutschen aus, in Argentinien und Pakistan von einer jeweils niedrigen bis mittleren dreistelligen Zahl", heißt es aus dem Ministerium. Die Botschaften versuchen weiter in jedem Einzelfall, RĂŒckkehrmöglichkeiten etwa mit den vereinzelten kommerziellen FlĂŒgen zu finden.

Bei den jetzt noch festsitzenden Deutschen handelt es sich nicht nur um gestrandete Touristen, sondern auch um dauerhaft oder vorĂŒbergehend im Ausland lebende Deutsche. "Einige konnten aufgrund von fehlenden Transportmöglichkeiten, BewegungsbeschrĂ€nkungen oder QuarantĂ€nemaßnahmen nicht an RĂŒckkehrflĂŒgen teilnehmen", heißt es aus dem AuswĂ€rtigen Amt. "Andere haben sich erst spĂ€ter zu einer Ausreise entschlossen, zum Beispiel aufgrund der Entwicklung der Pandemielage oder weil gebuchte RĂŒckflĂŒge jetzt noch storniert wurden."

Ziel sei es, fĂŒr alle RĂŒckkehrwilligen pragmatische Lösungen zu finden. So sind am Dienstag und Mittwoch drei kommerzielle FlĂŒge aus Casablanca und Marrakesch geplant, um Reisende aus Marokko zurĂŒckzuholen. Dort hĂ€ngen allerdings auch noch etwa 150 deutsche Wohnmobile fest, fĂŒr die nach außerplanmĂ€ĂŸigen FĂ€hrverbindungen gesucht wird. Zuletzt konnten am 21. April 30 Camper mit ihren Fahrzeugen per FĂ€hre von Tanger ausreisen.

Vier Minister und mehr als 20 Senatoren in Chile in QuarantÀne

In Chile haben sich vier Minister sowie rund die HÀlfte der Senatoren in QuarantÀne begeben. Die Politiker hatten direkten Kontakt zu drei Parlamentariern gehabt, die sich mit dem Coronavirus infiziert hatten, wie am Montag aus offiziellen Quellen in der Hauptstadt Santiago mitgeteilt wurde.

In die hĂ€usliche Isolation begeben mussten sich die Minister fĂŒr Finanzen, Inneres, Soziales sowie der Stabschef im PrĂ€sidialamt, der ebenfalls Ministerrang hat. Seit dem Wochenende stellten sich zudem mehr als 20 der 50 Mitglieder des Senats unter QuarantĂ€ne.

In dem sĂŒdamerikanischen Land war Mitte der vergangenen Woche die Zahl der verzeichneten Neuinfektionen sprunghaft um 60 Prozent gestiegen. FĂŒr die sieben Millionen Einwohner von Santiago wurde daraufhin eine rigorose Ausgangssperre verhĂ€ngt. Die offizielle Zahl der Coronavirus-Infektionen in Chile stieg bis Montag auf rund 46.000, 478 Todesopfer wurden verzeichnet.

Medizinische FachverbÀnde: Kitas und Grundschulen vollstÀndig öffnen

Vier medizinische Fachgesellschaften haben dazu aufgerufen, KindergĂ€rten und Schulen trotz der Corona-Pandemie umgehend und vollstĂ€ndig zu öffnen. In einem gemeinsamen Papier, ĂŒber das die "Neue OsnabrĂŒcker Zeitung" (Dienstag) berichtet, heißt es: "Insbesondere bei Kindern unter 10 Jahren sprechen die aktuellen Daten sowohl fĂŒr eine geringere Infektions- als auch fĂŒr eine deutlich geringere Ansteckungsrate." Im Gegensatz dazu seien die sozialen und gesundheitlichen Folgen der Schließung gravierend.

In ihrer Stellungnahme schreiben die Deutsche Gesellschaft fĂŒr Krankenhaushygiene, die Deutsche Gesellschaft fĂŒr PĂ€diatrische Infektiologie, die Deutsche Akademie fĂŒr Kinder- und Jugendmedizin und der Berufsverband der Kinder- und JugendĂ€rzte in Deutschland, "Kitas, KindergĂ€rten und Grundschulen sollen möglichst zeitnah wiedereröffnet werden", und zwar "uneingeschrĂ€nkt". Es mĂŒssten keine kleinen Gruppen gebildet werden. Auch mĂŒssten die Kinder weder Abstand wahren noch Masken tragen.

"Entscheidender als die individuelle GruppengrĂ¶ĂŸe ist die Frage der nachhaltigen Konstanz der jeweiligen Gruppe und Vermeidung von Durchmischungen", heißt es in dem Papier. Soll heißen: Es könnte durchaus eine komplette Klasse unterrichtet werden, solange man etwa in den Pausen darauf achte, dass sich die SchĂŒler nicht mit denen anderer Klassen trĂ€fen.

Bericht: Bahn will wegen Coronavirus noch mehr fĂŒr Sauberkeit tun

Die Deutsche Bahn will in Zeiten der Corona-Pandemie noch mehr fĂŒr Hygiene und Sauberkeit in ZĂŒgen und an Bahnhöfen tun. Das berichtet die Funke Mediengruppe am Dienstag. Demnach soll die Zahl der ReinigungskrĂ€fte in den ZĂŒgen bis Juli auf 500 Mitarbeiter verdoppelt werden. Im August sollen dann 600 dieser "Unterwegsreiniger" im Einsatz sein, hieß es. Insgesamt seien bundesweit 4.300 Mitarbeiter fĂŒr die Reinigung zustĂ€ndig. Die Deutsche Bahn Ă€ußerte sich zunĂ€chst nicht dazu.

Die "Unterwegsreiniger" sollen laut Medienbericht wĂ€hrend der Zugfahrt vor allem KontaktflĂ€chen wie TĂŒrdrĂŒcker, Griffe und Haltestangen reinigen und desinfizieren. Dasselbe gelte fĂŒr WaschrĂ€ume und Toiletten. An Bahnhöfen wĂŒrden vor allem Fahrkarten- und Snackautomaten besonders hĂ€ufig geputzt. Zudem werden demnach alle FernzĂŒge vor ihrem Einsatz in den Werken gereinigt und desinfiziert.

Dem Medienbericht zufolge will die Bahn an rund 180 Bahnhöfen und den 150 Service Stores kĂŒnftig auch Desinfektionsmittel aus Spendern kostenlos anbieten. Außerdem können demnach dann an den 20 großen Bahnhöfen – wie Berlin, Hamburg, MĂŒnchen, Frankfurt oder Köln – die WaschrĂ€ume kostenlos genutzt werden, um sich die HĂ€nde zu waschen. Wer keine Maske besitze, könne fĂŒr 1,50 Euro im Bordbistro der FernzĂŒge eine kaufen. Die Bahn habe dafĂŒr nach eigenen Angaben 19 Millionen StĂŒck erworben.

Brasilien hat mehr Corona-Infizierte als Großbritannien

Brasilien hat Großbritannien bei der Zahl der Corona-Infizierten ĂŒberholt. Dies ist aus den jĂŒngsten Daten des Gesundheitsministeriums in BrasĂ­lia vom Montag ersichtlich. Demnach haben sich in dem mit 210 Millionen Einwohnern grĂ¶ĂŸten Land in Lateinamerika 254.220 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 244.995 in Großbritannien. 16.792 Menschen sind in Brasilien im Zusammenhang mit dem Virus bislang gestorben.

Nach den Daten der in den USA beheimateten Johns-Hopkins-UniversitĂ€t liegt das Land mit kontinentalen Ausmaßen damit bei der Zahl der Todesopfer weiter auf Platz sechs, bei der Zahl der Infizierten rĂŒckt es auf Platz drei der am schwersten betroffenen LĂ€nder vor Großbritannien und hinter die USA und Russland. Die Dunkelziffer der Infizierten dĂŒrfte unter anderem aufgrund fehlender Tests und noch nicht ausgewerteter Laborergebnisse noch weit höher liegen.

Der strukturschwache Norden und der Nordosten Brasiliens sind nach einer Erhebung des Portals "G1" am meisten betroffen. Die fĂŒnf StĂ€dte mit der höchsten Infektionsrate und auch mit der höchsten MortalitĂ€tsrate liegen allesamt im Bundesstaat Amazonas. Auch in anderen LĂ€ndern Lateinamerikas steigen die Infektionszahlen mit dem neuen Coronavirus und auch die Zahlen der Todesopfer.

US-Forscher: Mehr als 90.000 Corona-Tote in den USA

Seit Beginn der Corona-Pandemie sind in den USA nach Angaben von Wissenschaftlern mehr als 90.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Virus ums Leben gekommen. Das ging am Montagabend aus den Daten der UniversitÀt Johns Hopkins in Baltimore hervor.
Die Zahl der bestÀtigten Infektionen in den USA lag der Uni zufolge bei mehr als 1,5 Millionen. Weltweit sind mehr als 4,7 Millionen FÀlle bekannt.

Noch vor wenigen Wochen war das Institut IHME der UniversitĂ€t Washington in Seattle davon ausgegangen, dass sich die Opferzahl im Hochsommer bei etwa 90.000 stabilisieren wĂŒrde. Mittlerweile gehen die Wissenschaftler davon aus, dass die Zahl der Toten in den USA bis Ende des Monats auf rund 110.000 Tote ansteigen könnte. Erst ab Ende Juli könnte sich die Opferzahl dann bei rund 145.000 stabilisieren.

Das Modell wird immer wieder aktualisiert – auch weil es vielerorts in den USA Lockerungen der EindĂ€mmungsmaßnahmen gibt. Die Regierung von US-PrĂ€sident Donald Trump hat das IHME-Modell mehrfach fĂŒr ihre eigenen Prognosen herangezogen.Die Webseite der Forscher der Johns-Hopkins-UniversitĂ€t wird regelmĂ€ĂŸig mit eingehenden Daten aktualisiert und zeigt daher einen höheren Stand bestĂ€tigter Infektionen als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der US-Gesundheitsbehörde CDC. In manchen FĂ€llen wurden die Zahlen der UniversitĂ€t zuletzt allerdings auch wieder nach unten korrigiert.

Kurz gegen ZuschĂŒsse zum Wiederaufbau der EU-Wirtschaft

Der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz hat sich kritisch zu dem von Deutschland und Frankreich vorgeschlagenen Wiederaufbauplan fĂŒr die europĂ€ische Wirtschaft geĂ€ußert. Österreich halte an seiner Position fest, dass von der EU rĂŒckzahlbare Kredite und keine ZuschĂŒsse an Krisenstaaten vergeben werden sollten, sagte Kurz am Montag in Wien. "Wir werden uns weiterhin solidarisch zeigen und LĂ€nder, die am stĂ€rksten von der Coronakrise betroffen sind, unterstĂŒtzen, jedoch muss dies ĂŒber Kredite erfolgen und nicht ĂŒber ZuschĂŒsse", hieß es auf Anfrage der Nachrichtenagentur APA aus dem Bundeskanzleramt.

Dazu habe er sich auch mit den Regierungschefs DÀnemarks, der Niederlande und Schwedens ausgetauscht, schrieb der konservative Politiker auf Twitter. "Unsere Position bleibt unverÀndert", so Kurz weiter.

Bericht: Elf Prozent aller Corona-FĂ€lle in Gesundheitsberufen

Mitarbeiter von KrankenhĂ€usern sowie Alten- und Pflegeheimen in Deutschland sind einem Medienbericht zufolge ĂŒberdurchschnittlich hĂ€ufig von einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus betroffen. Wie aus Recherchen der "SĂŒddeutschen Zeitung" (Dienstag) hervorgeht, haben sich seit Mitte April durchschnittlich tĂ€glich mehr als 230 Ärzte, Pfleger und andere Mitarbeiter in Gesundheitsberufen mit Sars-CoV-2 angesteckt.

Insgesamt hĂ€tten sich bisher rund 20.000 Mitarbeiter aus diesen Bereichen eine Infektion mit dem Virus zugezogen, berichtet die Zeitung unter Berufung auf Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI). Das entspreche etwa elf Prozent aller Infizierten. Mindestens 894 Menschen aus dem Gesundheitssektor mussten demnach stationĂ€r behandelt werden, mindestens 60 seien infolge der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Auf das Virus getestet werde das Personal aber nur punktuell, hieß es weiter. Das RKI habe auf Anfrage der Zeitung eingerĂ€umt, es sei dem Institut nicht bekannt, wie umfassend in den Einrichtungen getestet werde.

Deutschlandweit sind bis Montag ĂŒber 175.100 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden. Mindestens 7.974 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang gestorben. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der BundeslĂ€nder berĂŒcksichtigt.

Merkel dringt auf Angleichung der der Anti-Corona-Regeln in der EU

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat eine Angleichung der Regeln zur BekĂ€mpfung der Corona-Pandemie innerhalb der EuropĂ€ischen Union angemahnt, um den freien Reiseverkehr wieder zu ermöglichen. Sie regte am Montag nach einem GesprĂ€ch mit dem französischen PrĂ€sidenten Emmanuel Macron an, sich dabei an der deutschen Obergrenze fĂŒr Neuinfektionen zu orientieren. Danach sollen aufgehobene Lockerungen rĂŒckgĂ€ngig gemacht werden, wenn die Grenze von 50 Neuerkrankungen binnen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner ĂŒberschritten wird. "So muss es auch in anderen LĂ€ndern sein, dann kann man sich gut aufeinander verlassen", betonte Merkel. "Wir mĂŒssen den Mut haben – das wird jetzt das Wichtige sein – nicht einfach auf Teufel komm raus (...) alle Regionen gleichermaßen zu behandeln".

Merkel stellte die Urlauber darauf sein, dass sie in ihrem Urlaub mit gewissen EinschrĂ€nkungen rechnen mĂŒssen. "Es wird keine normale Tourismussaison sein können, es wird eine Tourismussaison im Zeichen der Pandemie sein. Das ist die Wahrheit. Aber wir wollen so viel wie möglich natĂŒrlich ermöglichen, was verantwortbar ist."

Italien: Erstmals seit Anfang MĂ€rz weniger als 100 Tote am Tag

In Italien sinkt die Zahl der aktuell Corona-Infizierten und der Todesopfer durch die Lungenkrankheit stetig weiter. Wie der Zivilschutz in Rom am Montag mitteilte, registrierten die Behörden in den vergangenen 24 Stunden 99 Corona-Tote. Das war der niedrigste Wert seit dem sogenannten Lockdown in der ersten MĂ€rzhĂ€lfte. Auf dem Höhepunkt der Viruswelle hatte der Zivilschutz am 27. MĂ€rz fast 1.000 Tote an einem Tag gemeldet. Insgesamt wurden in Italien seit Februar 32.007 Corona-Todesopfer gezĂ€hlt. Experten vermuten jedoch, dass die Zahl noch höher liegt. Denn viele mögliche Opfer, die zum Beispiel zu Hause starben, seien nicht getestet worden, heißt es.

DĂ€nemark bietet allen Erwachsenen Corona-Tests an

In DĂ€nemark können sich ab sofort auch Erwachsene ohne Symptome auf das neuartige Coronavirus testen lassen. "Wir haben die Infektionsrate auf ein sehr niedriges Niveau gesenkt. Es ist zwingend erforderlich, dass es keine versteckten Infektionsherde gibt, die zu einer weiteren Ausbreitung des Virus fĂŒhren könnten", erklĂ€rte Gesundheitsminister Magnus Heunicke. DĂ€nemark registrierte am Montag nach offiziellen Angaben mit 41 FĂ€llen den geringsten Anstieg der Neuinfektionen seit zwei Monaten.

Nach Ramadan: TĂŒrkei verhĂ€ngt zum Zuckerfest viertĂ€gige Ausgangssperre

Der tĂŒrkische PrĂ€sident Recep Tayyip Erdogan kĂŒndigt zum Zuckerfest nach Ramadan eine viertĂ€gige Ausgangssperre ab Samstag an. Zudem bleiben die Schulen im Land fĂŒr den Rest des Schuljahres geschlossen, erklĂ€rt er nach einer Kabinettssitzung. Der Unterricht soll im September wieder aufgenommen werden.

Trotz 92 Corona-FĂ€llen: Fleischproduzent in Dissen darf vorerst weiterarbeiten

Der Fleischproduzenten Westfleisch aus dem niedersĂ€chsischen Dissen darf vorerst weiterarbeiten, obwohl 92 Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Das berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung mit Verweis auf einen Sprecher des Landkreises. Am Montagvormittag sei Westfleisch mit den niedersĂ€chsischen Landesbehörden zu der Übereinkunft gekommen, das Unternehmen als Teil der kritischen Infrastruktur einzustufen.

Wegen zahlreicher Coronavirus-Infektionen in der Belegschaft musste der Betrieb die Produktion aussetzen. Tests hatten ergeben, dass 92 Mitarbeiter des Betriebs in Dissen infiziert sind, wie der Landkreis OsnabrĂŒck am Sonntag mitteilte. Die betroffenen Mitarbeiter sowie deren Kontaktpersonen wĂŒrden in QuarantĂ€ne geschickt, hieß es.

Schulen fast ĂŒberall in der EU wieder geöffnet

Kinder und Jugendliche in 22 der 27 EU-Staaten gehen nach der ersten Welle der Corona-Pandemie inzwischen wieder zur Schule. Dies teilte die kroatische Bildungsministerin Blazenka Divjak am Montag nach einer Videokonferenz mit den ĂŒbrigen EU-Staaten mit. Allerdings habe noch kein Land alle Schulen fĂŒr alle SchĂŒler geöffnet, sondern jeweils nur fĂŒr ausgewĂ€hlte Gruppen und unter strengen Auflagen. Negative Folgen wie zusĂ€tzliche Ansteckungen seien noch nicht registriert worden.

Europol: Zunehmende AktivitÀt von PÀdophilen im Internet

Europol verzeichnet wĂ€hrend der Pandemie eine zunehmende AktivitĂ€t von PĂ€dophilen im Internet. "Was am meisten Sorge bereitet, ist der Anstieg der Online-AktivitĂ€ten von solchen, die Material mit sexuellem Missbrauch von Kindern suchen", erklĂ€rt die Direktorin der EU-Polizeibehörde, Catherine De Bolle, bei einer Anhörung im EU-Parlament. Sie beruft sich auf Daten der nationalen Polizeibehörden. Auch entsprechende Notfall-Telefone verzeichneten deutliche Zunahmen. De Bolle zufolge können noch mehr FĂ€lle ans Licht kommen, wenn die Kinder in ihre Schulen zurĂŒckkehren und sich dort an ihre Lehrer wenden.

Spanien will Ende Juni Grenzen fĂŒr Touristen öffnen

Spanien will zur Sommersaison Urlauber wieder ins Land lassen. "Von Ende Juni an werden wir mit den touristischen AktivitĂ€ten beginnen", kĂŒndigte Verkehrsminister Jose Luis Abalos am Montag im Sender TVE an. Bis dahin sollen auch die meisten BeschrĂ€nkungen wegen der Coronavirus-Pandemie aufgehoben werden.

Man mĂŒsse Spanien auch unter gesundheitlichen Gesichtspunkten zu einem attraktiven Land machen, sagte der Minister. Der Tourismus macht in Spanien mehr als zwölf Prozent der Wirtschaftsleistung aus. Der Tourismusverband Exceltur hat bereits frĂŒher erklĂ€rt, selbst wenn Ende kommenden Monats die Grenzen geöffnet wĂŒrden, sei mit Einnahmeverlusten zwischen 93 und 124 Milliarden Euro zu rechnen.

Belgien: Tödlichster April seit Zweitem Weltkrieg

Belgien verzeichnet wegen der Corona-Pandemie nach Angaben von Forschern eine Übersterblichkeit von historischem Ausmaß. "April 2020 war der tödlichste April seit dem Zweiten Weltkrieg, sowohl in absoluten Zahlen als auch pro Einwohner", erklĂ€rten Forscher der Freien UniversitĂ€t BrĂŒssel (VUB) am Montag.

Einkaufsstraße im belgischen Nieuwstraat: Durch die Corona-Pandemie wird eine Sterblichkeit verzeichnet, wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr.
Einkaufsstraße im belgischen Nieuwstraat: Durch die Corona-Pandemie wird eine Sterblichkeit verzeichnet, wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr. (Quelle: Belga/imago-images-bilder)

Demnach sind die ĂŒberzĂ€hligen TodesfĂ€lle "aller Wahrscheinlichkeit nach vollstĂ€ndig auf Covid-19" zurĂŒckzufĂŒhren. Den Forschern zufolge starben im vergangenen Monat in Belgien knapp 15.000 Menschen – rund 6.000 mehr, als zu erwarten gewesen wĂ€ren. "Dabei ist der April einer der Monate, in denen die Sterblichkeitsrate normalerweise sinkt, weil sie aufgrund von Grippeepidemien wĂ€hrend der Wintermonate Januar, Februar und MĂ€rz höher ist", sagte Patrick Deboosere, Professor fĂŒr Demografie an der VUB.

Debooseres Team geht davon aus, dass das Coronavirus besonders in der Altersgruppe der 65- bis 84-JĂ€hrigen fĂŒr viele vorzeitige TodesfĂ€lle verantwortlich war. Belgien hat 11,5 Millionen Einwohner, 55.559 Infektionen gemeldet und bislang 9.080 TodesfĂ€lle. Das ist eine der höchsten Pro-Kopf-Todesraten weltweit.

BetrĂŒger soll mindestens fĂŒnf Corona-Soforthilfen kassiert haben

Nach einem mutmaßlichem Mehrfachbetrug mit staatlichen Corona-Soforthilfen in Hamburg und Berlin ermittelt die Polizei gegen einen Mann aus Sachsen-Anhalt. Der 37-JĂ€hrige stehe nach derzeitigem Stand der Ermittlungen im Verdacht, fĂŒnfmal missbrĂ€uchlich Geld beantragt und teils bereits erhalten zu haben, teilte die Polizei am Montag in Hamburg mit. Ob er noch mehr AntrĂ€ge stellte, war zunĂ€chst unklar. Ermittler durchleuchten die Transaktionen des Manns.

Ausgelöst wurden die Nachforschungen nach Polizeiangaben durch eine Anzeige der Hamburger Investitions- und Förderbank, bei welcher der VerdĂ€chtige aus Zeitz mindestens zwei AntrĂ€ge unter falschem Namen stellte. Parallel alarmierte auch seine Haussparkasse die Justiz wegen eines Zahlungseingangs auf seinem Konto. Dies löste einen Verdacht wegen möglicher GeldwĂ€schehandlungen aus. Der Mann stellte außerdem drei AntrĂ€ge bei der Berliner Investitionsbank.

Am Mittwoch vergangener Woche durchsuchten Polizisten die Wohnanschrift des 37-JĂ€hrigen. Neben Beweismitteln beschlagnahmten sie dabei auch ein Auto der Mittelklasse, das sich der Mann von dem bereits ausgezahlten Hilfsgeld gekauft hatte. Er blieb auf freiem Fuß. GrĂŒnde, ihn in Untersuchungshaft zu nehmen, lagen nicht vor.

Corona-Infektionsrate in Greiz und Sonneberg bleibt hoch

Trotz strengerer Schutzkonzepte bleiben die Kreise Greiz und Sonneberg Brennpunkte der Corona-Pandemie in ThĂŒringen. Die Staatskanzlei bezifferte die Infektionsrate in den beiden Landkreisen auf 52,0 (Greiz) und 44,5 (Sonneberg).

Der Wert gibt an, wie viele Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner es innerhalb der vergangenen sieben Tage gab. Als kritisch gilt die Lage, wenn der Wert von 50 ĂŒberschritten wird.

Bundesregierung warnt vor Fehlinformationen

Die Bundesregierung hat eindringlich vor Fehlinformationen in der Corona-Krise gewarnt. Diese könnten "lebensbedrohliche Auswirkungen" haben, sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer am Montag in Berlin. "Völlig klar ist, dass eine kritische Öffentlichkeit, Kundgebungen, Demonstrationen, Debatten, dass das alles zur Demokratie dazugehört", sagte sie. Das gelte fĂŒr alle Themen und auch in Zeiten der Pandemie. "Wir nehmen Sorgen, Nöte und selbstverstĂ€ndlich auch Kritik zu diesem Thema sehr ernst."

Demmer erklĂ€rte: "Kein Platz ist aus der Sicht der Bundesregierung aber fĂŒr extremistische Gedankengut, fĂŒr falsche Informationen, fĂŒr Mythen, fĂŒr irrefĂŒhrende GerĂŒchte. Wer falsche ErzĂ€hlungen zur Corona-Pandemie bewusst verbreitet, der will unser Land spalten und die Menschen gegeneinander aufbringen." Im Internet, in Messenger-Gruppen kursierten viele Unwahrheiten, Verschwörungstheorien, falsche Gesundheitstipps und Aufrufe zu VerstĂ¶ĂŸen gegen die Schutzmaßnahmen oder die öffentliche Ordnung. "Dadurch werden Menschenleben in Gefahr gebracht, und das darf nicht sein."

China spendet Milliardenhilfen an Àrmere LÀnder

Chinas PrĂ€sident Xi Jinping hat Milliardenhilfen zur UnterstĂŒtzung Ă€rmerer LĂ€nder in der Coronavirus-Pandemie angekĂŒndigt. China stelle zwei Milliarden Dollar (1,85 Mrd Euro) ĂŒber zwei Jahre zur VerfĂŒgung, kĂŒndigte Xi am Montag zum Auftakt der Jahrestagung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) an. "SolidaritĂ€t und Zusammenarbeit sind die stĂ€rksten Waffen, um das Virus zu besiegen", sagte er nach der UN-Übersetzung in einem Video, das zum Auftakt der virtuellen Sitzung gezeigt wurde.

Zudem kĂŒndigte der PrĂ€sident an, im Falle einer erfolgreichen Impfstoffentwicklung gegen das Coronavirus das Mittel weltweit zur VerfĂŒgung zu stellen. Sollte China einen Impfstoff gegen das Virus entwickeln, werde Peking diesen zu einem "weltweiten Gut der Allgemeinheit" machen, sagte PrĂ€sident Xi Jinping am Montag in einer Videobotschaft zum Auftakt des Jahrestreffens der Weltgesundheitsversammlung (WHA) in Genf. Damit solle der Impfstoff auch fĂŒr EntwicklungslĂ€nder verfĂŒgbar und bezahlbar gemacht werden.

Tagestouristen dĂŒrfen nicht auf Nordseeinseln

Tagestouristen dĂŒrfen zu Christi Himmelfahrt und am darauf folgenden Wochenende sowie Pfingsten nicht auf Schleswig-Holsteins Nordseeinseln und die meisten Halligen. Auch fĂŒr St. Peter-Ording gilt an beiden Wochenenden ein Betretungsverbot. Mehr dazu lesen Sie hier.

FlĂŒchtlingsunterkunft bei Bonn: Zahl der nachgewiesnene Infektionen steigt auch 130 FĂ€lle

Die Zahl der Coronavirus-Infektionen bei FlĂŒchtlingen und Personal in einer Unterkunft in Sankt Augustin bei Bonn hat sich auf rund 130 erhöht. Insgesamt wurden bis zum Montagvormittag etwa 400 Tests vorgenommen, wie eine Sprecherin der Bezirksregierung Köln auf Anfrage mitteilte. 120 der rund 130 positiven Tests betrafen in der Unterkunft lebende FlĂŒchtlinge, die restlichen Personal wie Securitymitarbeiter und weitere BeschĂ€ftigte.

Die zentrale Unterbringungseinrichtung in Sankt Augustin-Niederpleis war nach Bekanntwerden der ersten Corona-FĂ€lle Ende vergangener Woche unter QuarantĂ€ne gestellt worden. Viele nicht infizierte Bewohner sollen in andere UnterkĂŒnfte verlegt werden.

Außenminister Maas zur Feriensaison: Reisehinweis statt weltweiter Warnung?

Vor der Beratung mit Kollegen aus beliebten UrlaubslĂ€ndern dĂ€mpft Bundesaußenminister Heiko Maas die Erwartungen. "Der Urlaub wird dieses Jahr nicht so sein, wie der, den man aus der Vergangenheit kennt", sagte Maas am Montag im ZDF-"Morgenmagazin". Die Corona-Pandemie sei noch nicht ĂŒberwunden und man mĂŒsse Sicherheitsvorkehrungen schaffen fĂŒr den Fall, dass die Infektionszahlen wieder steigen. Er hoffe aber sehr, dass der Sommerurlaub im europĂ€ischen Ausland möglich sein werde und sich dann auch "wie Urlaub anfĂŒhlt".

Bundesaussenminister Heiko Maas
Bundesaussenminister Heiko Maas (Quelle: photothek/imago-images-bilder)

Maas will am Mittag mit seinen Kollegen aus beliebten UrlaubslĂ€ndern der Deutschen darĂŒber beraten, wie die ReisebeschrĂ€nkungen wegen der Corona-Pandemie nach und nach gelockert werden können. Zu der Videokonferenz sind Spanien, Italien, Österreich, Griechenland, Kroatien, Portugal, Malta, Slowenien, Zypern und Bulgarien eingeladen.

Die Minister wollen unter anderem ĂŒber Einreisebestimmungen, QuarantĂ€neregelungen und eine Zusammenarbeit der Gesundheitsbehörden sprechen, sagte Maas. Ziel sei es, aus der weltweiten Reisewarnung, die derzeit in Deutschland gelte, nur noch einen Reisehinweis zu machen. So könnten die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger selbst beurteilen, ob und wohin sie verreisen möchten.

WHO: Europa muss sich auf zweite Welle einstellen

Die europĂ€ischen Staaten sollten sich nach Ansicht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereits jetzt auf eine zweite tödliche Welle von Coronavirus-Infektionen einstellen. Es sei an der "Zeit fĂŒr die Vorbereitung, nicht fĂŒr Feierlichkeiten", sagte der WHO-Regionaldirektor fĂŒr Europa, Hans Kluge, am Montag der britischen Zeitung "The Telegraph". Er reagierte damit auf die Lockerung von Maßnahmen gegen die Pandemie in mehreren LĂ€ndern. Besonders besorgt Ă€ußerte sich der WHO-Regionaldirektor ĂŒber die Möglichkeit einer "Doppelwelle". "In dem Fall könnten wir eine zweite Covid-Welle haben und eine saisonale Grippe oder die Masern." Viele Kinder seien nicht gegen die Masern geimpft, warnte Kluge. Die LĂ€nder mĂŒssten die Zeit nun nutzen, um ihr Gesundheitswesen zu stĂ€rken und zum Beispiel die KapazitĂ€ten in KrankenhĂ€usern auszubauen.

Ungarn will Corona-Sonderrechte der Regierung zurĂŒcknehmen

Ungarns Regierung will die umstrittenen Corona-Dekrete Ende Mai wieder rĂŒckgĂ€ngig machen. Ein entsprechender Vorschlag werde am 26. Mai im Parlament eingereicht, zitiert der Sender hirtv.hu den Stabschef von MinisterprĂ€sident Viktor Orban, Gergely Gulyas. Die weitreichenden Sonderrechte der Regierung könnten dann nach wenigen Tagen Beratung Anfang Juni auslaufen. Orban hatte den Schritt am Freitag angekĂŒndigt, aber kein konkretes Datum genannt. Das Parlament hatte Orban im MĂ€rz das Recht eingerĂ€umt, per Dekret zu regieren. Das hatte scharfe Kritik von Opposition und EU-Regierungen ausgelöst.

Spanien und Italien: Niedrigste Todeszahl seit Monaten

In mehreren europĂ€ischen LĂ€ndern sind die Zahlen neuer Todesopfer durch die Corona-Pandemie am Sonntag auf den niedrigsten Stand seit Monaten gesunken. So wurden in Italien nach Angaben des Zivilschutzes 145 Verstorbene binnen 24 Stunden verzeichnet. Das war die niedrigste Zahl tĂ€glicher Todesopfer seit dem 9. MĂ€rz. Spanien registrierte 87 weitere Corona-Tote. Es war dort das erste Mal in zwei Monaten, dass die Zahl der tĂ€glichen Todesopfer unter 100 lag. In Großbritannien wurden 170 weitere TodesfĂ€lle gemeldet. Dies war die niedrigste Zahl seit Ende MĂ€rz.

In Frankreich nahm hingegen die Zahl der neu verzeichneten Corona-Toten deutlich zu. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden binnen 24 Stunden 483 Verstorbene verzeichnet, das war die höchste Zahl seit mehreren Wochen. Die meisten der neuen TodesfĂ€lle traten in Pflege- und Altersheimen auf. In mehreren europĂ€ischen LĂ€ndern werden ab Montag die Anti-Corona-Maßnahmen weiter gelockert, darunter auch Italien und Spanien.

New Yorker Gouverneur lÀsst sich vor Journalisten testen

Der New Yorker Gouverneur Andrew Cuomo hat sich am Sonntag vor laufender Kamera einem Coronavirus-Test unterzogen. WĂ€hrend seiner tĂ€glichen Pressekonferenz zur Lage der Pandemie entnahm eine Ärztin ein Abstrichprobe aus der Nase des 62-JĂ€hrigen. Das sei schnell gegangen und habe ĂŒberhaupt nicht weh getan, sagte Cuomo. Der Demokrat forderte die Menschen in New York auf, sich bei Bedarf testen zu lassen. Sie hĂ€tten die KapazitĂ€ten deutlich ausgeweitet. An rund 700 Stationen könnten nun tĂ€glich 40.000 Tests durchgefĂŒhrt werden.

Notenbank: US-Wirtschaft könnte dieses Quartal um bis zu 30 Prozent schrumpfen

Die US-Wirtschaft könnte im laufenden Quartal nach EinschĂ€tzung der Notenbank Fed um bis zu 30 Prozent schrumpfen. Es sei gut möglich, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) infolge der Corona-Pandemie um 20 bis 30 Prozent abnehme, sagte Fed-Direktor Jerome Powell am Sonntagabend (Ortszeit) in einem Interview des Fernsehsenders CBS. Er hĂ€lt es zudem fĂŒr wahrscheinlich, dass die US-Arbeitslosenquote auf 20 bis 25 Prozent steigt.

Im ersten Quartal war die Wirtschaftsleistung der USA bereits um 4,8 Prozent geschrumpft. In der Bilanz der ersten drei Jahresmonate hatte sich die Pandemie aber noch nicht voll niedergeschlagen.

Powell rechnet nach eigenen Worten dennoch nicht damit, dass die Wirtschaftskrise in den Vereinigten Staaten Ă€hnliche Ausmaße annimmt wie in 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Er sehe eine "gute Chance", dass es im dritten Quartal wieder eine Zunahme des Wachstums gebe, sagte er. Entscheidender Faktor fĂŒr das Wirtschaftswachstum sei aber, dass die Ausbreitung des Coronavirus abnehme, betonte der Notenbankchef. Damit die US-Wirtschaft sich komplett erhole, sei es "vielleicht" nötig, dass es einen Impfstoff gegen den neuartigen Erreger gebe.

Jerome Powell: Der Fed-Chef hat einen Einbruch der US-Wirtschaft von bis zu 30 Prozent vorhergesagt.
Jerome Powell: Der Fed-Chef hat einen Einbruch der US-Wirtschaft von bis zu 30 Prozent vorhergesagt. (Quelle: Jacquelyn Martin/ap-bilder)

China: "Gewaltiger Schock" fĂŒr die Wirtschaft

Auch China kĂŒndigt weitere wirtschaftspolitische Maßnahmen an. Die weltweite Nachfrage sei infolge des Ausbruchs des Coronavirus deutlich eingebrochen und der Handel stĂŒnde vor beispiellosen Herausforderungen, sagt Chinas Handelsminister Zhong Shan auf einer Pressekonferenz in Peking. Die Unternehmen hĂ€tten eine extrem schwierige Zeit. Der Virusausbruch sei fĂŒr die wirtschaftliche und soziale Entwicklung des Landes "ein gewaltiger Schock". Die Regierung wolle daher die Binnennachfrage ankurbeln und den Konsum fördern, fĂŒgt er ohne Angabe weiterer Details hinzu.

Die chinesischen Behörden melden sieben neue Coronavirus-FĂ€lle, am Vortag waren es fĂŒnf. Nach Angaben der nationalen Gesundheitskommissionen stammen vier von Reisenden aus der Inneren Mongolei.

Trump-Berater: Gesundheitsbehörde hat Land im Stich gelassen

Der Handelsberater von US-PrĂ€sident Donald Trump, Peter Navarro, hat in der Corona-Krise schwere VorwĂŒrfe gegen die Gesundheitsbehörde CDC erhoben. Zu Beginn der Pandemie habe die Behörde "das Land mit den Tests echt im Stich gelassen", sagte Navarro am Sonntag dem Sender NBC. "Das hat uns zurĂŒckgeworfen."

CDC hatte zunĂ€chst einen eigenen Test entwickelt, statt auf bereits vorhandene Tests aus anderen LĂ€ndern zurĂŒckzugreifen. Der CDC-Test stellte sich dann als fehleranfĂ€llig heraus. Trump war wegen eines Mangels an Testmöglichkeiten in der Krise in die Kritik geraten.

Peter Navarro, Donald Trump, Mike Pence: Trump-Berater Navarro hat ĂŒber die CDC geschimpft.
Peter Navarro, Donald Trump, Mike Pence: Trump-Berater Navarro hat ĂŒber die CDC geschimpft. (Quelle: Mike Cullen/White House/imago images)

AKK fĂŒr VerlĂ€ngerung der Lohnfortzahlung an Eltern

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer unterstĂŒtzt das Vorhaben von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD), die Lohnfortzahlung fĂŒr Eltern in der Corona-Krise zu verlĂ€ngern. Sie wolle, dass die Bezugsdauer von sechs auf zehn Wochen erhöht werde, sagte Kramp-Karrenbauer der "SaarbrĂŒcker Zeitung". Der Anspruch auf diese Hilfe fĂŒr Eltern, die wegen Kita- und Schulschließungen nicht arbeiten können, solle bis Jahresende bestehen bleiben. Das Bundesarbeitsministerium hatte am Freitag mitgeteilt, dass es eine Anschlussregelung bei der Lohnfortzahlung fĂŒr Eltern anstrebe. Das Ministerium verwies aber zugleich darauf, dass dafĂŒr eine Einigung von Bund und LĂ€ndern notwendig sei.

16.000 Menschen in Brasilien an Covid-19 gestorben

Zwei Monate nach dem ersten registrierten Todesfall sind in Brasilien mehr als 16.000 Patienten im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. Dies ging aus den Daten des Gesundheitsministeriums in BrasĂ­lia vom Sonntag hervor. Demnach starben in Brasilien nach offiziellen Angaben bislang 16.118 Menschen an der Lungenkrankheit. 241.080 Infizierte wurden inzwischen verzeichnet.

Nach den Daten der in den USA beheimateten Johns-Hopkins-UniversitĂ€t liegt das Land mit kontinentalen Ausmaßen damit bei der Zahl der Todesopfer weiter auf Platz sechs, bei der Zahl der Infizierten auf Platz vier der am schwersten betroffenen LĂ€nder vor Italien und Spanien. Auch in anderen LĂ€ndern Lateinamerikas steigen die Infektionszahlen mit dem neuen Coronavirus und auch die Zahlen der Todesopfer deutlich.

Mexiko meldet knapp 50.000 FĂ€lle – hohe Dunkelziffer

Mexiko meldet 2.075 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Die Gesamtzahl der offiziell bestÀtigten FÀlle liegt damit bei 49.219 FÀllen. Die Zahl der TodesfÀlle durch Covid-19, die durch das neuartige Coronavirus verursachte Atemwegserkrankung, steigt um 132 auf insgesamt 5.177.

Der stellvertretende Gesundheitsminister Hugo LĂ©pez-Gatell gibt in einer Pressekonferenz bekannt, dass sich die FĂ€lle in der vergangenen Woche in Mexiko-Stadt und der Region, die die höchste Infektionsrate des Landes aufweist, stabilisiert hĂ€tten. Die Behörden warnen allerdings, dass die tatsĂ€chliche Anzahl der FĂ€lle bis zu neun Mal grĂ¶ĂŸer sein könnte, weil viele der Infizierten nicht zum Arzt gingen, keine Symptome entwickelten oder nicht richtig diagnostiziert wĂŒrden. Mexiko kĂŒndigte in der vergangenen Woche einen Plan zur schrittweisen Wiederaufnahme der WirtschaftstĂ€tigkeit ab dem 1. Juni an.

Trump berichtet in Golf-Sendung von seinen WĂŒnschen fĂŒr die Zukunft

Bei einem Anruf in einer Golf-Sendung auf NBC hat US-PrĂ€sident Donald Trump von seinen Vorstellung der Zeit nach dem Coronavirus berichtet. "Wir wollen nicht, dass sie (die Zuschauer, Anm.) Masken tragen mĂŒssen, so wie wir das in den vergangenen Monaten getan haben", sagte Trump am Sonntag wĂ€hrend der TV-Übertragung einer Golf-Partie fĂŒr den guten Zweck zwischen Rory McIlroy und Dustin Johnson gegen Rickie Fowler und Matthew Wolff nach Angaben der Nachrichtenagentur AP. "Wir wollen zurĂŒck zu der NormalitĂ€t mit großen Zuschauermengen, wenn sie praktisch ĂŒbereinander stehen und Spaß haben und sich keine Sorgen machen."

Das Benefiz-Spiel war das erste live im Fernsehen zu sehende Golf-Match, seit die PGA Tour wegen der Pandemie ihre Saison unterbrochen hat. Am kommenden Wochenende kommt es ebenfalls fĂŒr den guten Zweck zu einer Neuauflage des Golf-Duells zwischen Tiger Woods und Phil Mickelson, die dieses Mal auch in Teams antreten und mit den Football-Stars Peyton Manning und Tom Brady spielen. Das erste Turnier auf der PGA Tour ist fĂŒr den 11. Juni im texanischen Fort Worth geplant. Zuschauer wird es fĂŒr mindestens einen Monat nicht geben.

Auch Japans Wirtschaft stĂŒrzt in eine Rezession

Wie Deutschland ist auch Japan im Zuge der Corona-Krise in eine Rezession gerutscht. Japans Bruttoinlandsprodukt (BIP) sank im ersten Quartal dieses Jahres, auf das Jahr hochgerechnet, um real 3,4 Prozent, wie die Regierung in Tokio am Montag auf vorlĂ€ufiger Basis bekanntgab. Die vor Deutschland drittgrĂ¶ĂŸte Volkswirtschaft der Welt war bereits im Schlussquartal 2019 wegen einer Erhöhung der Mehrwertsteuer geschrumpft, auf das Jahr hochgerechnet um 7,1 Prozent. Sinkt die Wirtschaftsleistung eines Landes zwei Quartale in Folge, sprechen Ökonomen von einer "technischen Rezession".

Griechenlands Außenminister wirbt um deutsche SommergĂ€ste

Angesichts der abgeflauten Corona-Pandemie wirbt die griechische Regierung um Urlauber aus Deutschland in diesem Sommer. Griechenland komme Schritt fĂŒr Schritt aus der Krise und kehre zur NormalitĂ€t zurĂŒck, sagte Außenminister Nikos Dendias dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Die Bewegungsfreiheit wird innerhalb des Landes wiederhergestellt, unsere Hotels bereiten sich auf ihre Wiedereröffnung vor, unsere StrĂ€nde sind wieder zugĂ€nglich und archĂ€ologische StĂ€tten öffnen wieder fĂŒr die Öffentlichkeit."

Trump-Sohn: Demokraten schlachten Pandemie aus

Der Sohn von US-PrĂ€sident Donald Trump, Eric Trump, hat den US-Demokraten vorgeworfen, Maßnahmen zur EindĂ€mmung des Coronavirus zu Wahlkampfzwecken zu missbrauchen. Die Demokraten wĂŒrden das Thema "jeden einzelnen Tag zwischen jetzt und dem 3. November ausschlachten", sagte Eric Trump am Samstagabend (Ortszeit) dem Sender Fox News mit Blick auf den Wahltag. "Und wissen Sie was? Nach dem 3. November wird (das) Coronavirus plötzlich wie von Zauberhand weggehen und verschwinden, und jeder wird in der Lage sein, wieder zu öffnen." Er schien auf demokratische Gouverneure anzuspielen, die sich Bestrebungen des PrĂ€sidenten widersetzen, ihre Bundesstaaten trotz der Pandemie möglichst schnell wieder zu öffnen.

Eric Trump unterstellte dem designierten PrĂ€sidentschaftskandidaten der US-Demokraten, Joe Biden, die Lage auszukosten, weil der PrĂ€sident derzeit wegen der Maßnahmen zur EindĂ€mmung des Coronavirus keine großen Wahlkampfveranstaltungen abhalten kann. "Biden liebt das. Biden kann auf keine BĂŒhne gehen, ohne einen furchtbaren Patzer zu begehen." Die Demokraten versuchten, Donald Trump seinen grĂ¶ĂŸten Vorteil zu nehmen - dass er Arenen mit Zehntausenden Menschen fĂŒllen könne. "Joe Biden bekommt keine zehn Menschen in einen Raum."

70 Corona-FĂ€lle in FlĂŒchtlingsheim in NRW

In einer FlĂŒchtlingseinrichtung in St. Augustin (Rhein-Sieg-Kreis) sind 70 Personen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das gab die Bezirksregierung Köln am Sonntag bekannt. Insgesamt wurden in der Unterkunft 300 Personen getestet. Zuvor hatte der Kölner Stadt-Anzeiger ĂŒber bis zu 100 PositivfĂ€llen in dem FlĂŒchtlingsheim berichtet.

Die infizierten Personen wurden auf den Isolierbereich verlegt. Weitere Testergebnisse stehen noch aus. In dem FlĂŒchtlingsheim finden bis zu 600 Personen Platz. Der Großteil der positiv getesteten Menschen zeige keine oder schwache Symptome, teilte die Bezirksregierung weiter mit. 60 negativ getestete Personen wurden unterdessen in andere Einrichtungen untergebracht.

92 Corona-FĂ€lle: Fleischverarbeitender Betrieb setzt Produktion aus

Wegen zahlreicher Coronavirus-Infektionen in der Belegschaft setzt ein fleischverarbeitender Betrieb in Niedersachsen die Produktion aus. Tests hatten ergeben, dass 92 Mitarbeiter des Betriebs in Dissen infiziert sind, wie der Landkreis OsnabrĂŒck am Sonntag mitteilte. Die betroffenen Mitarbeiter sowie deren Kontaktpersonen wĂŒrden in QuarantĂ€ne geschickt, hieß es. Mit dem Land Niedersachsen werde nun das weitere Vorgehen beraten – dabei stehe die Frage im Zentrum, "ob das Unternehmen einen systemrelevanten Bereich der Lebensmittelindustrie darstellt".

Forscher weisen an Hamstern Wirksamkeit von OP-Masken gegen Corona nach

Hongkonger Forscher haben an Hamstern nachgewiesen, dass sich durch OP-Masken die kontaktlose Übertragung des Coronavirus deutlich verringern lĂ€sst. Die Übertragungsrate wurde durch den Einsatz der Masken um mehr als 60 Prozent reduziert, wie aus einer am Sonntag vorgestellten Studie der UniversitĂ€t Hongkong hervorgeht. Ohne chirurgische Maske infizierten sich zwei Drittel der Hamster binnen einer Woche.

Bei den Tieren, die sich trotz Maske infizierten, war der Virenbefall zudem weniger stark als bei Infektionen ohne Maske. FĂŒr die Studie wurden mit dem Coronavirus infizierte Hamster neben einen KĂ€fig mit gesunden Tieren gesetzt. Zwischen die beiden KĂ€fige wurden OP-Masken platziert.

Es sei deutlich geworden, dass das Maskentragen durch Infizierte, insbesondere wenn sie keine Symptome zeigen, "sehr viel wichtiger ist als alles andere", sagte Studienleiter Yuen Kwok-yung, einer der weltweit fĂŒhrenden Coronavirus-Experten. Der Mikrobiologe war einer der Entdecker des Sars-Virus im Jahr 2003 – eines VorlĂ€ufers des neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2.

Europa berĂ€t Montag ĂŒber Details zu Sommerreisen

Bundesaußenminister Heiko Maas hĂ€lt im Sommer Urlaub auch im europĂ€ischen Ausland fĂŒr möglich, allerdings mit EinschrĂ€nkungen fĂŒr den Gesundheitsschutz. Am Montag werde er GesprĂ€che mit zehn LĂ€ndern fĂŒhren, die beliebte Reiseziele der Deutschen seien, sagt der SPD-Politiker in der ARD. In Italien werde es zum Beispiel EinschrĂ€nkungen an den StrĂ€nden geben. Hier seien viele Fragen noch offen. Die QuarantĂ€nevorgaben innerhalb Europas könnten grundsĂ€tzlich aufgehoben werden und seien eigentlich nur noch fĂŒr Drittstaaten nötig.

Slowakei beharrt auf strengen Corona-Grenzkontrollen

Auch wenn andere europĂ€ische LĂ€nder ihre Grenzen schrittweise wieder öffnen wollen, bleibt die Slowakei bei strengen ReisebeschrĂ€nkungen und Grenzkontrollen. Das stellte die Regierung in Bratislava am Wochenende klar. "Es sieht sehr hoffnungsvoll fĂŒr weitere bedeutende Lockerungen bei uns in der Slowakei aus, aber mit dem Schutzwall an unseren Grenzen mĂŒssen wir weiterhin wachsam und vorsichtig bleiben", schrieb der konservative Regierungschef Igor Matovic am Sonntag auf Facebook.

Bundesregierung sieht gute Chancen fĂŒr Sommerurlaub in Europa

Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß, sieht gewachsene Chancen fĂŒr einen Sommerurlaub auch in anderen europĂ€ischen LĂ€ndern. "Die Chancen stehen gut, dass wir unsere Sommerferien nicht nur im Inland, sondern auch im europĂ€ischen Ausland verbringen können", sagte Bareiß der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten" (Montagsausgaben). Ziel sei, dass wieder alle LĂ€nder in Europa bereist werden können.

Nach der AnkĂŒndigung Italiens, am 3. Juni wieder die Einreise von Touristen zu gestatten, wird es dem CDU-Bundestagsabgeordneten zufolge GesprĂ€che ĂŒber die konkrete Umsetzung geben. Es mĂŒsse sichergestellt sein, "dass wir nicht zu frĂŒh starten – denn gerade in den besonders vom Tourismus abhĂ€ngigen Regionen SĂŒdeuropas ist der Druck zur Wiedereröffnung von Hotels und Ferienanlagen besonders groß". Er sei aber ĂŒberzeugt, "dass die weltweite Reisewarnung nach dem 14. Juni Geschichte sein wird".

Chinas oberster Gesundheitsberater fĂŒrchtet zweite Corona-Welle

Der oberste Gesundheitsberater der chinesischen Regierung fĂŒrchtet eine zweite Coronavirus-Welle in seinem Land. Wegen fehlender ImmunitĂ€t sei die Mehrheit der Chinesen derzeit weiterhin anfĂ€llig fĂŒr das Virus, sagte Zhong Nanshan dem Sender CNN. "Wir stehen vor einer großen Herausforderung." Die Lage sei in China nicht anders als in anderen LĂ€ndern.

Nach monatelangen Ausgangssperren und ReisebeschrÀnkungen wegen der Corona-Pandemie konnte China das Virus weitgehend unter Kontrolle bringen. Es gibt aber Furcht vor einer möglichen zweiten Welle, da zuletzt neue Infektionscluster in nordöstlichen Provinzen und der zentralchinesischen Stadt Wuhan aufgetreten waren. In Wuhan hatte die Pandemie ihren Ursprung genommen.

Papst ruft zur Vorsicht bei Gottesdiensten auf

Papst Franziskus hat die GlĂ€ubigen aufgerufen, in der Corona-Pandemie die Vorsichtsmaßnahmen bei Gottesdiensten zu befolgen. "In einigen LĂ€ndern sind die liturgischen Feiern mit GlĂ€ubigen wieder aufgenommen worden, in anderen wird die Möglichkeit erwogen", sagte der Pontifex am Sonntag. "Aber bitte, lasst uns die Vorschriften befolgen, um die Gesundheit jedes einzelnen und des Volkes zu schĂŒtzen."

US-Gesundheitsminister: Kein Anstieg von Infektionen nach Lockerungen

Amerikanische Behörden haben nach Angaben von US-Gesundheitsminister Alex Azar keine Zunahme von Infektionen an Orten registriert, an denen die Corona-bedingten EinschrÀnkungen gelockert wurden. HÀufungen von Ansteckungen gebe es nur in einigen lokal begrenzten Gebieten, sagt er dem Sender CNN.

NRW-Gesundheitsminister ĂŒber Schutzmaßnahmen: "Wir haben auch Existenzen vernichtet"

Der nordrhein-westfĂ€lische Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann hat das Vorgehen der Landesregierung in der Corona-Krise in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin "Spiegel" verteidigt – und gleichzeitig VerstĂ€ndnis fĂŒr Kritik gezeigt. Die Corona-Schutzmaßnahmen seien ein erheblicher Eingriff in die Grundrechte der Bevölkerung, so Laumann: "Wir Politiker mĂŒssen uns dafĂŒr auf ewig rechtfertigen. Wir haben mit unseren Entscheidungen Menschen geschĂŒtzt, aber auch Existenzen vernichtet. Dem mĂŒssen wir uns stellen."

Im Kreis Coesfeld, wo es letzte Woche einen großen Coronavirus-Ausbruch beim Schlachtbetrieb "Westfleisch" gegeben hatte, sei es richtig gewesen, die Schutzmaßnahmen um eine weitere sieben Tage zu verlĂ€ngern: "Der Landrat von Coesfeld erzĂ€hlte mir, dass die BeschĂ€ftigten des Schlachthofs nach Feierabend gerne in die SupermĂ€rkte gehen, um dort einzukaufen. Da war mir sofort klar, dass ich die Notbremse ziehen muss", sagte Laumann dem "Spiegel".

Ab Montag sollen die Regeln in Coesfeld aber so weit gelockert werden, dass sie denen im restlichen Bundesland entsprechen: "Wenn man die Schlachthofmitarbeiter rausrechnet, haben wir 7,3 Infizierte in sieben Tagen auf 100.000 BĂŒrgerinnen und BĂŒrger," so Laumann, "es gibt keinen Grund mehr, die Menschen in Coesfeld besonders zu beschrĂ€nken."

Café weist neuseelÀndische Premierministerin wegen Corona-Regeln ab

In Neuseeland wird fĂŒr niemanden eine Ausnahme von den strengen Corona-Regeln gemacht – nicht einmal fĂŒr Premierministerin Jacinda Ardern. Die Regierungschefin wurde am Samstag nicht in ein CafĂ© in der Hauptstadt Wellington gelassen, weil sie keine Reservierung hatte und die maximal zulĂ€ssige Kundenzahl schon erreicht war. Ardern, ihr Verlobter Clarke Gayford und mehrere Freunde mussten also zunĂ€chst wieder gehen.

Ein Gast, der die Szene beobachtete, sagte dem Nachrichtenportal Stuff, den Kellnern sei es sichtlich unangenehm gewesen, Ardern wegzuschicken. Als dann doch ein Tisch frei wurde, liefen sie der Premierministerin sogar hinterher, um sie zurĂŒckzuholen. "Es war sehr nett von ihnen, uns auf der Straße hinterherzurennen", schrieb Gayford im Onlinedienst Twitter. "Erstklassiger Service."

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Nach einer Lockerung der Corona-BeschrĂ€nkungen dĂŒrfen CafĂ©s in Neuseeland seit Donnerstag wieder öffnen. Die Tische mĂŒssen aber weit genug auseinander stehen und jeder Gast muss einen Sitzplatz haben. Die Schuld fĂŒr den peinlichen Zwischenfall mit Ardern nahm ihr Verlobter auf sich. "Ich war nicht gut organisiert und hĂ€tte irgendwo reservieren sollen", schrieb Gayford bei Twitter.

EU-Kommission: Russische Quellen verbreiten Verschwörungstheorien

Die EU-Kommission warnt vor russischen Desinformationskampagnen in der Coronakrise. "Unsere Beobachtungen zeigen, dass verschiedene offizielle und staatlich unterstĂŒtzte Quellen aus Russland – das heißt kremlfreundliche Quellen und russische Staatsmedien – weiterhin Verschwörungstheorien und Desinformationen in der EU und ihren NachbarlĂ€ndern verbreiten", sagt der EU-Kommissionssprecher fĂŒr Außenbeziehungen, Peter Stano, der Zeitung "Bild am Sonntag".

Ziel der Kampagnen sei es, die GlaubwĂŒrdigkeit der EU und der Mitgliedstaaten sowie die KrisenbewĂ€ltigung infrage zu stellen und "das Vertrauen der Öffentlichkeit in die heimischen Behörden zu untergraben". Es sei "möglicherweise mit erheblichen Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit" zu rechnen.

Röttgen wirft Laschet "Denkfehler" in Corona-Politik vor

Der Kandidat fĂŒr den CDU-Vorsitz, Norbert Röttgen, hat dem Mitbewerber und nordrhein-westfĂ€lischen MinisterprĂ€sidenten Armin Laschet vorgeworfen, sich in der Corona-Krise parteipolitisch profilieren zu wollen. "Nach dem Erfolg der ersten fĂŒnf Wochen haben sich aus taktischen und parteipolitischen Interessen heraus die Lockerungsforderungen verselbststĂ€ndigt", sagte Röttgen dem "Tagesspiegel am Sonntag". Konkret angesprochen auf Laschet sagte der CDU-Außenexperte, der Lockdown werde nun oft dargestellt als eine eigene Gefahr, und zwar fĂŒr die Wirtschaft: "Das ist ein Denkfehler, den ich bei jedem kritisiere, der ihn macht."

Wenn man die Pandemie nicht unter Kontrolle bringe, werde auch die Wirtschaft weiter leiden, mahnte Röttgen. "Politiker und Parteien, die diese beiden Aspekte in der Regel aus taktischen GrĂŒnden vermengen, schwĂ€chen uns in der BekĂ€mpfung einer so großen Gefahr wie dieser Pandemie", sagte der Außenexperte, ohne Laschet namentlich zu nennen. Es gehe hier "um Profilierung". Er stimme ausdrĂŒcklich der Kanzlerin zu, die das Vorgehen einiger MinisterprĂ€sidenten als zu forsch bezeichnet hatte, sagte Röttgen, der ebenfalls aus Nordrhein-Westfalen stammt.

Weitere Lockerungsschritte in Mecklenburg-Vorpommern

Familienfeiern mit bis zu 30 Menschen sollen vom 25. Mai an in Mecklenburg-Vorpommern wieder möglich sein. Das sagte MinisterprĂ€sidentin Manuela Schwesig (SPD) am Samstag in Schwerin nach Beratungen mit kommunalen Vertretern und Gewerkschaften ĂŒber weitere Schritte zur RĂŒckkehr aus dem sogenannten Corona-Lockdown.

Proteste gegen Corona-Maßnahmen in mehreren LĂ€ndern

Aus mehreren Staaten werden Demonstrationen gegen Corona-Maßnahmen gemeldet. Neben den Protesten in mehreren deutschen StĂ€dten kommt es auch in anderen europĂ€ischen LĂ€ndern zu Demonstrationen. In London etwa werden 19 Menschen festgenommen, die im Hyde Park absichtlich die Abstandsregeln gebrochen haben sollen.

Die Polizei stĂ¶ĂŸt im polnischen Warschau mit Demonstranten zusammen, die ein Ende der wirtschaftlichen Restriktionen aufgrund der Corona-Pandemie fordern.
Die Polizei stĂ¶ĂŸt im polnischen Warschau mit Demonstranten zusammen, die ein Ende der wirtschaftlichen Restriktionen aufgrund der Corona-Pandemie fordern. (Quelle: Czarek Sokolowski/dpa-bilder)

Auch in Polen kam es am Samstag zu ZusammenstĂ¶ĂŸen zwischen Polizei und Demonstranten. Die polnische Polizei löste eine Anti-Regierungs-Demonstration gewaltsam auf. Die Demonstranten hĂ€tten sich trotz eines Verbots wegen der Coronavirus-Pandemie in der Hauptstadt Warschau versammelt, teilte die Polizei mit. Sie setzte TrĂ€nengas gegen hunderte Menschen ein, die sowohl gegen die Verletzung von BĂŒrgerrechten, als auch gegen die ihrer Meinung nach zu geringe finanzielle staatliche UnterstĂŒtzung in der Corona-Krise protestierten.

Wie ein AFP-Fotograf beobachtete, wurde rund ein Dutzend Menschen festgenommen. Auch an anderen Orten in Bern versuchten Demonstranten, sich zu versammeln. Weitere Proteste gab es in StĂ€dten wie ZĂŒrich und Basel, die ebenfalls von der Polizei aufgelöst wurden.

Italien geht mit Lockerungen "kalkuliertes Risiko ein"

Italiens MinisterprÀsident Giuseppe Conte stellt Einzelheiten der geplanten Lockerungen vor. Ab Montag sollen die GeschÀfte wieder öffnen, SchwimmbÀder und Fitnessstudios ab dem 25. Mai und Theater und Kinos ab dem 15. Juni. Ab dem 3. Juni sollen Reisen zwischen EU-Staaten ohne QuarantÀne erlaubt sein. Man gehe mit diesen Schritten ein "kalkuliertes Risiko" ein, sagt Conte. Die Zahl der FÀlle könne wieder ansteigen.

Bundesweite Demonstrationen gegen Corona-Maßnahmen

Einige tausend Menschen haben sich in zahlreichen deutschen StĂ€dten am Samstag erneut zu Demonstrationen gegen die Coronavirus-BeschrĂ€nkungen versammelt. Lesen Sie hier mehr darĂŒber.

Teilnehmer einer Demonstrationen gegen die Anti-Corona-Maßnahmen der Politik in MĂŒnchen.
Teilnehmer einer Demonstrationen gegen die Anti-Corona-Maßnahmen der Politik in MĂŒnchen. (Quelle: Felix Hörhager/dpa-bilder)

BKA: Rechtes Lager fĂŒhlt sich von Corona-Protesten angesprochen

Das Bundeskriminalamt (BKA) sieht einer Zeitung zufolge Hinweise darauf, dass Rechtsradikale die Proteste gegen Corona-Maßnahmen fĂŒr sich nutzen wollen. "Das rechte Lager fĂŒhlt sich zunehmend von den generellen 'Corona-Protesten' angesprochen", zitiert die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" (FAS) vorab eine BKA-Sprecherin. Zwar lĂ€gen noch keine Erkenntnisse ĂŒber eine koordinierte Unterwanderung durch Rechtsextremisten vor. Jedoch sei zu erkennen, dass diese versuchten, die "aktuelle Situation fĂŒr ihre Propagandazwecke zu instrumentalisieren".

Niedrigste tÀgliche Totenzahl in Italien seit Anfang MÀrz

In Italien sinkt die Zahl der neu gemeldeten TodesfÀlle auf den niedrigsten Wert seit dem 9. MÀrz. Es seien 153 hinzugekommen nach 242 am Vortag, teilt das Katastrophenschutzamt mit. Dagegen stieg die Zahl der neuen FÀlle um 875 nach 789 am Freitag. Insgesamt sind damit 224.760 Infektionen und 31.763 TodesfÀlle gemeldet.

Polizei: ZDF-Team bei Demo gegen Corona-Maßnahmen in Halle bedrĂ€ngt

Im Zusammenhang mit einer Kundgebung gegen die Corona-Maßnahmen ist in Halle in Sachsen-Anhalt ein Kamerateam des ZDF nach Angaben der Polizei bedrĂ€ngt worden. Das Team habe in der NĂ€he eines Wagens der Demonstranten Aufnahmen machen wollen, dann sei es zu verbalen Attacken gegen die Journalisten gekommen, sagte ein Polizeisprecher. Die Polizei sei dazwischen gegangen, um eine weitere Eskalation zu verhindern. Das ZDF-Team habe spĂ€ter unter Polizeischutz freiwillig den Marktplatz verlassen. Verletzt wurde demnach niemand.

Drei Lkw von Ausstatter fĂŒr Corona-Demonstration brennen ab

Unbekannte sollen in der Nacht auf Samstag drei Lastwagen einer Firma fĂŒr Veranstaltungstechnik in Stuttgart in Brand gesetzt haben. In den Fahrzeugen hĂ€tte die Technik fĂŒr die am Nachmittag stattfindende Demonstration gegen die Corona-BeschrĂ€nkungen auf dem Cannstatter Wasen transportiert werden sollen, wie ein Polizeisprecher sagte.

Die Lastwagen seien zum Zeitpunkt des Brandes jedoch noch nicht beladen gewesen. Der Schaden betrĂ€gt etwa 70.000 Euro. Die Firma mĂŒsse sich nun um Ersatzfahrzeuge kĂŒmmern, so der Sprecher. NĂ€here Informationen zu den TĂ€tern hatte die Polizei zunĂ€chst nicht.

Feuerwehrleute löschen Lkw, die mit Veranstaltungstechnik beladen sind: Die Wagen waren noch nicht beladen, als die Flammen ausbrachen.
Feuerwehrleute löschen Lkw, die mit Veranstaltungstechnik beladen sind: Die Wagen waren noch nicht beladen, als die Flammen ausbrachen. (Quelle: Alexander Hald/dpa-bilder)

WHO: Corona-Ansteckung durch BerĂŒhrung von OberflĂ€chen nicht bewiesen

Ob Menschen sich beim BerĂŒhren von Klinken, Haltegriffen oder Computertastaturen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 anstecken können, ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) noch nicht bekannt. Gleichwohl seien Desinfektionen empfehlenswert, heißt es in einer am Samstag in Genf veröffentlichten Hygiene-Empfehlung der WHO. Darin erwĂ€hnt sie eine Studie, wonach das Virus auf der Außenseite einer medizinischen Gesichtsmaske bis zu sieben Tagen ĂŒberleben kann. SĂ€mtliche Studien ĂŒber die LebensfĂ€higkeit des Virus auf OberflĂ€chen seien aber mit Vorsicht zu genießen. Sie seien in Laboren durchgefĂŒhrt und ließen keine RĂŒckschlĂŒsse auf die echte Lebenswelt zu, so die WHO.

RKI-Chef lehnt Impfpflicht ab

Der Chef des Robert Koch-Instituts (RKI) hat sich gegen eine Impfpflicht gegen das Coronavirus ausgesprochen. "Wir haben keinen Anlass, an eine Impfpflicht zu denken", sagte RKI-PrĂ€sident Lothar Wieler am Samstag in Schwerin. Die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger seien definitiv klug genug zu wissen, wenn es einen sicheren Impfstoff gebe, dass dieser ihre Gesundheit fördern wĂŒrde.

Zum Thema Impfstoff sei vor einigen Wochen eine Arbeitsgruppe beim RKI gegrĂŒndet worden. Diese wĂŒrde sich damit befassen, sofern es einen Impfstoff gebe, welche Bevölkerungsgruppen wie geimpft werden könnten.

Bombendrohung in Moskauer Kliniken mit Corona-Patienten

In mehreren Moskauer Kliniken mit Corona-Patienten sind anonyme Bombendrohungen eingegangen. Es gebe auch derartige Mitteilung ĂŒber angebliche SprengsĂ€tze in allen Metrostationen, meldete die russische Agentur Tass am Samstag unter Berufung auf Sicherheitskreise. Die Infektionskliniken seien nicht evakuiert, aber sehr genau geprĂŒft worden, hieß es. Auch die Mitarbeiter des Moskauer Flughafens Domodedowo im SĂŒden der Millionenmetropole hĂ€tten Bombendrohungen erhalten; am Freitag waren sechs Flugzeuge aus demselben Grund betroffen.

Die Welle der Bombendrohungen erschĂŒttert das Land seit mehr als einem Jahr; bislang wurden jedoch keine SprengsĂ€tze gefunden. Zehntausende Menschen werden aber regelmĂ€ĂŸig in Sicherheit gebracht. Noch immer ist nicht bekannt, wer hinter den anonymen Mitteilungen steckt, die meistens per E-Mail eingehen. Der russische Inlandsgeheimdienst FSB ließ bereits rund ein Dutzend auslĂ€ndische Internetdienste sperren. Es wird vermutet, dass die Drohungen ĂŒber deren Konten verschickt wurden.

RĂ€tselhafte Kinderkrankheit: WHO untersucht Zusammenhang mit Coronavirus

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) untersucht einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Coronavirus und einer seltenen entzĂŒndlichen Erkrankung bei Kindern, die in mehreren LĂ€ndern beobachtet wurde. In New York sind drei Kinder daran gestorben, Frankreich meldete einen Todesfall.

Es gebe erste Berichte darĂŒber, dass jĂŒngste FĂ€lle der Kinderkrankheit, die dem Kawasaki-Syndrom Ă€hnelt, mit dem Coronavirus in Verbindung stĂŒnden, sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus am Freitag. Er forderte Mediziner in aller Welt dazu auf, mit der WHO und den nationalen Gesundheitsbehörden zusammenzuarbeiten um das Syndrom "besser zu verstehen".

Ghebreyesus betonte, es sei von höchster Wichtigkeit, das Syndrom genau zu beschreiben, die Auslöser der Krankheit zu ergrĂŒnden und Behandlungsmöglichkeiten aufzuzeigen.

Wieder Heinsberg: Corona-Ausbruch bei Paketdienstleister

In Heinsberg ist es zu einem erneuten Corona-Ausbruch gekommen. 42 Mitarbeiter des Paketdienstleisters DPD sind infiziert. Die Reproduktionsrate in dem Landkreis ist im Vergleich sehr hoch. Mehr dazu lesen Sie hier.

Maas reist nach Luxemburg – und sorgt sich um Europa

Bundesaußenminister Heiko Maas hat die Öffnung der Grenze zu Luxemburg als wichtiges Zeichen fĂŒr eine schrittweise Normalisierung des Reiseverkehrs in Europa gewĂŒrdigt. "Europa lebt davon, dass es ein Europa ohne Grenzen ist", sagte er bei einem Besuch an der Grenze auf der MoselbrĂŒcke zwischen dem deutschen Perl und dem luxemburgischen Schengen. Dort traf er den luxemburgischen Außenminister Jean Asselborn.

Die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger wĂŒrden ein Europa mit Grenzen nicht mehr verstehen, betonte Maas. Ziel sei es, "dass am Schluss Europa wieder das ist, was es mal war". Eine EinschĂ€tzung, wie lange es bis zu einer kompletten Öffnung des sogenannten Schengen-Raums ohne Grenzkontrollen dauern könnte, wollte er nicht abgeben.

Asselborn machte deutlich, dass er die Schließung der Grenze zwischen Deutschland und Luxemburg von vorneherein fĂŒr falsch gehalten habe. "Das war nicht gut", sagte er und verwies auf die 200.000 GrenzgĂ€nger zwischen Luxemburg und Deutschland. "Das hat hier sehr, sehr viel Unmut provoziert." Er betonte aber auch, dass man jetzt nach vorne schauen mĂŒsse. "Das ist jetzt vorĂŒber, es hat keinen Sinn mehr, viele Worte darĂŒber zu verlieren", sagte er. "Wir zeigen heute, dass Schengen vom Virus nicht besiegt wurde, dass Schengen wieder zum Leben erwacht."

Forschungsministerin warnt: Die Pandemie ist nicht weg

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) hat davor gewarnt, angesichts der Lockerungen von Anti-Corona-Maßnahmen zu vergessen, dass die Pandemie andauert. "Wir beschĂ€ftigen uns derzeit sehr damit, wann und wie die bisherigen EinschrĂ€nkungen gelockert werden können. Ich verstehe das, da die EinschrĂ€nkungen hart waren und fĂŒr viele sogar existenzgefĂ€hrdend. Wir vergessen aber ein wenig, dass das Virus nicht weg ist", sagte sie der "Passauer Neuen Presse".

"Covid-19-Erkrankungen haben zum Teil sehr schwere VerlĂ€ufe, und auch ĂŒber mögliche DauerschĂ€den durch die Erkrankungen wissen wir noch zu wenig." Daher mĂŒsse allen bewusst sein, dass die Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln sowie die Maskenpflicht in vielen Bereichen Voraussetzungen dafĂŒr seien, die Lockerungen beizubehalten und fortzusetzen. "Unsere zurĂŒckgewonnene Freiheit hĂ€ngt an unserer Disziplin - in der Hygiene, im Abstandhalten, im Maskentragen."

Italien erlaubt Einreisen ab dem 3. Juni

Italien ist vom Coronavirus besonders schwer betroffen, doch die Infektionszahlen gehen zurĂŒck. Nun werden Lockerungen verkĂŒndet. Einige davon machen Hoffnung auf Sommerurlaub – auch fĂŒr deutsche Touristen. Mehr dazu lesen Sie hier.

Robert Koch-Institut hĂ€lt Temperaturmessungen an FlughĂ€fen fĂŒr "ineffektiv"

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat sich gegen Temperaturkontrollen an FlughÀfen in der Corona-Pandemie ausgesprochen. Mehr dazu lesen Sie hier.

Jeder zehnte EinzelhÀndler sieht sich von Insolvenz bedroht

Laut Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags sieht sich trotz erster Lockerungsmaßnahmen jeder zehnte EinzelhĂ€ndler aktuell von einer Insolvenz bedroht, wie die Zeitung "Rheinische Post" berichtet. Auch sechs Prozent der GroßhĂ€ndler hĂ€tten angegeben, kurz vor der Pleite zu stehen.

Helge Braun: Keine Impfpflicht gegen Coronavirus

Kanzleramtschef Helge Braun lehnt eine Impfpflicht gegen das Coronavirus ab. Wenn es ein Mittel gebe, solle jeder selbst entscheiden. Mehr dazu lesen Sie hier.

Laschet: Corona-Demos sind legitim – achtsam bleiben bei Teilnehmern

Nordrhein-Westfalens MinisterprĂ€sident Armin Laschet hat grundsĂ€tzlich VerstĂ€ndnis fĂŒr Demonstrationen gegen die Corona-BeschrĂ€nkungen gezeigt. "Es ist absolut legitim und eigentlich auch nicht ungewöhnlich, dass Menschen demonstrieren, wenn es zu den gravierendsten GrundrechtseinschrĂ€nkungen seit dem Bestehen der Bundesrepublik kommt", sagte er der "Neuen OsnabrĂŒcker Zeitung" vom Samstag. Man mĂŒsse nur aufpassen, wer das politisch missbrauche und wissen, "dass Links- und Rechtsradikale und ReichsbĂŒrger diesen Protest fĂŒr sich zu nutzen versuchen".

Wie dauerhaft der Protest sei, hĂ€nge davon ab, wie der Staat agiere, ob er seine Politik beispielsweise gut erklĂ€re, sagte Laschet. "Wenn wir Grundrechte nicht lĂ€nger als absolut notwendig zum Schutz der Gesundheit einschrĂ€nken, dĂŒrfte sich die Bewegung entsprechend auch wieder verlaufen." Es gelte aber: "Wir mĂŒssen achtsam bleiben bei den MenschenfĂ€ngern aus den linken und rechten Extremen."

Scholz plant Schutzschild fĂŒr Kommunen ĂŒber 57 Milliarden Euro

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) will einem Zeitungsbericht zufolge bis zum Jahresende einen Schutzschild von insgesamt fast 57 Milliarden Euro ĂŒber die Kommunen in Deutschland spannen. Die Last sollten sich der Bund und die jeweils verantwortlichen LĂ€nder teilen, berichtet die "Rheinische Post" am Samstag unter Berufung auf ein Konzeptpapier des Bundesfinanzministeriums. "Dieser Schutzschild soll StĂ€dte und Gemeinden nicht nur durch die aktuell schwierige Situation bringen, sondern dauerhaft in die Lage versetzen, ihre Aufgaben noch besser erledigen zu können", sagte Scholz der Zeitung.

Messungen zeigen: Kunden in InnenstÀdten noch nicht in Bummel-Laune

Auch wenn mittlerweile fast alle EinzelhĂ€ndler und viele Gastronomen in Deutschland wieder geöffnet haben, kehrt das gewohnte Leben doch nur langsam wieder in die InnenstĂ€dte zurĂŒck. "Die Kunden sind beim Einkaufen in diesen Tagen eher zurĂŒckhaltend unterwegs", sagte der HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer des Handelsverbandes Deutschland (HDE), Stefan Genth, der Deutschen Presse-Agentur. "Der Einkaufsbummel mit SpontankĂ€ufen hat Seltenheitswert."

GestĂŒtzt wird diese EinschĂ€tzung von Zahlen des auf die Messung von Kundenfrequenzen in den InnenstĂ€dten spezialisierten Unternehmens Hystreet. Demnach lagen die Besucherzahlen in wichtigen Einkaufsstraßen in MĂŒnchen, Hamburg, Köln, Leipzig und Stuttgart auch in dieser Woche noch deutlich unter dem vor Corona normalen Niveau. Am besten schnitt unter den fĂŒnf untersuchten StĂ€dten noch Hamburg ab, wo auf der Spitalerstraße zwischen Montag und Donnerstag immerhin wieder 53 Prozent der "normalen" Passantenfrequenz erreicht wurden. Zum Vergleich: In der sonst gerade bei Touristen sehr beliebten Neuhauser Straße in MĂŒnchen waren es nur 42 Prozent.

MĂŒnchener Giftnotruf erhĂ€lt wĂ€hrend Corona-Krise mehr Anrufe

Die Mitarbeiter des Giftnotrufs in MĂŒnchen haben seit der Corona-Krise deutlich mehr zu tun. "Bei uns melden sich viel mehr Eltern als sonst, weil ihre Kinder auf Entdeckungstour gegangen sind und dabei Desinfektionsmittel oder Ă€hnliche Substanzen getrunken haben" sagt der Toxikologe Tobias Zellner der Deutschen Presse-Agentur. Zellner berĂ€t bei der Hotline des Klinikums rechts der Isar die Anrufer. Üblicherweise beantworten er und seine Kollegen etwa 90 Notrufe am Tag, derzeit seien es eher 130 aufwĂ€rts.

Besorgte Nachfragen, weil der Nachwuchs einen Schluck aus der Deinfektionsmittel-Flasche genommen hat, kommen laut Zellner tĂ€glich etwa eine Handvoll. "Das kam vor der Corona-Pandemie eher selten vor", sagt der Toxikologe. Grund fĂŒr den Anstieg sei, dass die Mittel derzeit in deutlich mehr Haushalten prĂ€sent seien. "Wenn die Flaschen dann ungeschĂŒtzt rumstehen, kommen die Kinder natĂŒrlich viel leichter ran." Auch aus KindertagesstĂ€tten kĂ€men derartige Anrufe. Die gute Nachricht: "Desinfektionsmittel fĂŒhren zu keinen schweren Vergiftungen, maximal zu einer leichten Alkoholvergiftung", sagt Zellner. "Ins Krankenhaus musste noch keiner." Wasser nachtrinken und etwas SĂŒĂŸes essen, um Unterzuckerung zu vermeiden, sei als Behandlung ausreichend.

ICE-Sprecher macht sich ĂŒber Verschwörungstheorien lustig

Ein Zugsprecher der Deutschen Bahn hat Verschwörungstheorien um das Coronavirus auf die Schippe genommen und im Netz fĂŒr Lacher gesorgt. In einem Video, das auf Twitter veröffentlicht wurde, ist zu hören, wie der Mitarbeiter in seiner Durchsage die Reisenden eines ICE Richtung Schweiz am Freitag ironisch aufforderte, möglichst Mund und Nase zu bedecken, um der Regierung kein Erbgut zukommen zu lassen. Als "Hinweis an alle Verschwörungstheoretiker bei uns an Bord" sagte er: "Denken Sie bitte daran, dass die Bundesregierung heimlich Speichelproben sammelt, um Klone von Ihnen zu produzieren, die Sie dann ersetzen sollen." Dies könne mit einem Mundschutz verhindert werden. Die Bundestagsbageordnete Sabine Leidig (Linke) stellte ein Video der Ansage auf Twitter online.

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JĂŒngst verbreiteten Verschwörungsideologen in der Corona-Krise vermehrt Falschnachrichten – etwa, dass insbesondere Kinder unter einer Stoffmaske Atemnot erleiden könnten, oder dass sich wegen der Mund-Nasen-Bedeckungen derzeit FĂ€lle von Augenherpes hĂ€uften. HĂ€ufig wird auch völlig faktenfrei unterstellt, die Bundesregierung nutze die Pandemie, um die Bevölkerung in Deutschland zu unterdrĂŒcken.

Spahn in den Niederlanden: Zusammenarbeit in der Krise ist "eine Notwendigkeit"

Bei der Suche nach Therapien zur BekÀmpfung des Coronavirus wollen Deutschland und die Niederlande weiter eng zusammenarbeiten. Das bekrÀftigten die Gesundheitsminister beider LÀnder am Freitag bei einem Treffen in Nimwegen, wie die niederlÀndische Nachrichtenagentur ANP berichtete.

"Bis es einen Impfstoff gibt, ist die gemeinsame Suche nach innovativen Behandlungsmethoden eine Notwendigkeit", zitierte ANP Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). In den Niederlanden gebe es eindrucksvolle Beispiele fĂŒr entsprechende Forschungen, sagte Spahn nach GesprĂ€chen mit Wissenschaftlern des Medizinischen Zentrums der Radboud-UniversitĂ€t (Radboudumc).

Forscher beider LĂ€ndern untersuchen derzeit, ob ein seit langem existierender Impfstoff gegen Tuberkulose das menschliche Immunsystem gezielt fĂŒr die BewĂ€ltigung des Virus Sars-CoV-2 stĂ€rken kann. Damit könnten – so die Hoffnung – auch Corona-Symptome abgemildert und der Verlauf der Erkrankung abgeschwĂ€cht werden, wie der Nimweger Wissenschaftler Mihai Netea erlĂ€uterte. Spahns Amtskollege Hugo de Jonge bedankte sich bei der Gelegenheit fĂŒr die Behandlung niederlĂ€ndischer Corona-Patienten auf Intensivstationen deutscher Kliniken.

Medienberichte: Italien will Grenzöffnung ab Juni

Italien plant in der Corona-Pandemie Medienberichten zufolge, die Grenzen ab 3. Juni wieder zu öffnen. Dann könnten Menschen aus der EU und dem Schengen-Raum wieder einreisen – auch ohne danach zwei Wochen in QuarantĂ€ne zu gehen, berichteten italienische Medien am Freitagabend unter Berufung auf Regierungskreise. Bisher ist eine Einreise nur in AusnahmefĂ€llen möglich, darunter zum Beispiel fĂŒr Italiener im Ausland, die in ihre Heimat zurĂŒck wollen oder AuslĂ€nder, die ihren Wohnsitz in Italien haben.

Italien ist zwar von der Covid-19-Lungenkrankheit so stark wie wenig andere LĂ€nder in der EU betroffen, bisher starben fast 32 000 Menschen. Insgesamt haben sich nach Angaben des Zivilschutzes mehr als 223 000 Menschen mit dem Virus angesteckt. Die Infektionszahlen gehen aber seit lĂ€ngerer Zeit zurĂŒck.

Eine Grenzöffnung zur Sommersaison wĂ€re vor allem fĂŒr die Tourismusbranche wichtig, die einer der wichtigsten Wirtschaftszweige Italiens ist.

Lockerung der Grenzkontrollen zu Österreich, Frankreich und der Schweiz

Die wegen der Corona-Pandemie verhĂ€ngten Grenzkontrollen zu Österreich und der Schweiz werden ab Samstag gelockert. Welche Regelungen dann gelten, lesen Sie hier.

Slowakei ersetzt QuarantÀne durch Handy-App

Wer aus dem Ausland in die Slowakei einreist, muss nicht mehr zwingend in eines der umstrittenen staatlichen QuarantĂ€ne-Zentren. Das Parlament in Bratislava stimmte am Freitag der von der Regierung am Vortag beschlossenen EinfĂŒhrung einer Handy-App zur freiwilligen Überwachung zu.

Wenn sich RĂŒckkehrer aus dem Ausland die App auf ihr Smartphone installieren lassen, dĂŒrfen sie die vorgeschriebene 14-tĂ€gige QuarantĂ€ne auch zuhause verbringen. Sobald sie aber ihre Wohnung verlassen, wird ein Alarmsignal an die Behörden gesendet. Die unter dem Namen "intelligente QuarantĂ€ne" eingefĂŒhrte Alternative solle schon ab kommender Woche eingesetzt werden und die ĂŒberfĂŒllten QuarantĂ€ne-Zentren entlasten, erklĂ€rte der konservative Gesundheitsminister Marek Krajci nach der Parlamentsabstimmung.

Erst am Mittwoch hatte das slowakische Verfassungsgericht in Kosice (Kaschau) ein Gesetz vorlĂ€ufig aufgehoben, das eine zusĂ€tzlich zur freiwilligen App geplante vollstĂ€ndige Handy-Überwachung aller BĂŒrger ohne deren Zustimmung erlaubte. Die sozialdemokratische Opposition hatte gegen diese TotalĂŒberwachung protestiert, die sie als "beispiellos in Europa" bezeichnete.

Giffey will 300 Euro Familienbonus pro Kind

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey fordert eine Extrazahlung fĂŒr Familien mit Kindern in der Corona-Krise. Dem "Spiegel" sagte die SPD-Politikerin: "Ich will einen Familienbonus: 300 Euro einmalig zur freien VerfĂŒgung fĂŒr jedes Kind." Giffey zufolge wĂŒrde das nicht nur den Familien helfen, sondern auch einen "starken Konjunkturimpuls setzen". Unklar bleibt, inwieweit es dazu möglicherweise schon konkrete PlĂ€ne innerhalb der Regierung gibt. Auf Nachfrage nannte das Familienministerium in Berlin keine weiteren Details.

Familienministerin Franziska Giffey (SPD): Sie fordert eine Extra-Zahlung fĂŒr Familien in der Corona-Krise.
Familienministerin Franziska Giffey (SPD): Sie fordert eine Extra-Zahlung fĂŒr Familien in der Corona-Krise. (Quelle: Michael Sohn/imago-images-bilder)

Laut Statistischem Bundesamt gibt es in Deutschland rund acht Millionen Familien mit Kindern, davon vier Millionen Familien mit mindestens zwei Kindern und mehr. Eine Zahlung von 300 Euro pro Kind wĂŒrde also mehr als dreieinhalb Milliarden Euro kosten.

Hund und Katzen in den Niederlanden infiziert

In den Niederlanden ist das Virus bei drei Katzen und einem Hund nachgewiesen worden. Der Hund sei vermutlich von seinem Besitzer angesteckt worden, sagt Agrarministerin Carola Schouten. Vergangenen Monat hatten sich einige Nerze auf einem Bauernhof mit dem Erreger infiziert. Nach Behördenangaben haben sich nun drei Katzen, die in der NÀhe des Hofes leben, angesteckt.

Übersterblichkeit in Deutschland "vergleichsweise gering"

Auch wenn im April mehr Menschen starben als im Durchschnitt ist laut Statistischem Bundesamt die sogenannte Übersterblichkeit in Deutschland "vergleichsweise gering". Das geht aus einer am Freitag in Wiesbaden veröffentlichten Sonderauswertung hervor. FĂŒr die jĂŒngeren Daten nutzten die Statistiker die Sterbefallmeldungen der StandesĂ€mter. Damit liegen vorlĂ€ufige Daten bis Mitte April vor.

In der Woche vom 13. bis 19. April 2020 starben in Deutschland demnach mindestens 18.693 Menschen: 1.343 FĂ€lle weniger als in der Woche davor, aber acht Prozent mehr als im Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019. Da die Grippewelle seit Mitte MĂ€rz als beendet gilt, fĂŒhren die Statistiker die "leichte Übersterblichkeit" auf die Corona-Pandemie zurĂŒck. Todesursachen werden in den Meldungen der StandesĂ€mter nicht erfasst.

Zweiter brasilianischer Gesundheitsminister tritt in Corona-Krise zurĂŒck

Brasiliens ultrarechter Staatschef Jair Bolsonaro hat in der Corona-Krise bereits seinen zweiten Gesundheitsminister verschlissen: Nelson Teich reichte am Freitag wegen "Unvereinbarkeit" mit der Corona-Politik des Staatschefs seinen RĂŒcktritt ein, wie die Nachrichtenagentur AFP aus Ministeriumskreisen erfuhr. Teich war weniger als einen Monat im Amt. Seinen in der Bevölkerung beliebten VorgĂ€nger Luiz Henrique Mandetta hatte der PrĂ€sident Mitte April entlassen.

Bolsonaro steht in der Corona-Krise schwer unter Druck: WĂ€hrend die Zahl der Infektionen in dem sĂŒdamerikanischen Land rasant steigt und inzwischen fast 14.000 Corona-Tote gemeldet wurden, hĂ€lt der rechtsradikale Staatschef Ausgangssperren und andere BeschrĂ€nkungen wegen der Corona-Pandemie weiterhin fĂŒr ĂŒberflĂŒssig.

Neue Studie in Heinsberg geplant

Forscher der Uniklinik Bonn planen nach den Worten von Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) eine weitere Studie im besonders vom Coronavirus betroffenen Kreis Heinsberg. Sie solle klĂ€ren, wie lange eine ImmunitĂ€t bei Corona-Patienten anhĂ€lt. Die Landesregierung prĂŒfe gerade, ob sie die Studie finanziell unterstĂŒtzt. Vieles spreche dafĂŒr, sagte Laumann. Eine erste Studie von Forschern der Uniklinik unter Leitung des Virologen Hendrik Streeck hatte fĂŒr Aufsehen aber auch Kritik an der Methodik und der Begleitung durch eine PR-Agentur gesorgt.

Nach Infektionen in Schlachthof: Lockerungen im Kreis Coesfeld

Die BeschrĂ€nkungen im nordrhein-westfĂ€lischen Landkreis Coesfeld aufgrund der gehĂ€uften Corona-Infektionen in einem Schlachthof werden ab Montag gelockert. Das teilte Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) in DĂŒsseldorf mit. Zwischen den Infektionsketten bei Schlachthofmitarbeitern und der Bevölkerung im Kreis gebe es keine ZusammenhĂ€nge. Es handle sich eher um "ein sehr begrenztes lokales Ausbruchsgeschehen".

Er sehe daher aktuell keinen Grund dafĂŒr, "dass die entsprechenden Lockerungen, die in ganz Nordrhein-Westfalen bereits seit dieser Woche gelten, nicht auch ab Montag im Kreis Coesfeld erfolgen können", sagte Laumann.

Nordrhein-Westfalen hatte am Freitag vergangener Woche als erstes Bundesland den Notfallmechanismus bei einem gehĂ€uften Auftreten von Coronavirus-Infektionen in Kraft gesetzt. Auslöser war der Fall Coesfeld, der Schlachthof wurde vorĂŒbergehend geschlossen. Die meisten der Mitarbeiter des Betriebs stammen aus Osteuropa und sind in SammelunterkĂŒnften untergebracht.

77 Mitarbeiter auf bayrischem Schlachthof infiziert

Mindestens 77 Mitarbeiter eines Schlachthofs im bayrischen Bogen sind mit dem Coronavirus infiziert. Bei einer Reihentestung von Hunderten BeschĂ€ftigten der Donautal-GeflĂŒgelspezialitĂ€ten (DGS) waren 59 Proben positiv. FĂŒr die Betroffenen wurde am Freitag QuarantĂ€ne angeordnet. Der Betrieb in dem Unternehmen lĂ€uft aber weiter. In der kommenden Woche sollen Ergebnisse von Ă€hnlichen Massentests in allen 51 Schlachthöfen im Freistaat vorliegen.

Ausgangssperre fĂŒr New York bis Mitte Juni verlĂ€ngert

Der Gouverneur des US-Bundesstaates New York hat die wegen des Coronavirus verhĂ€ngte Ausgangssperre bis Mitte Juni verlĂ€ngert. Ein am Donnerstagabend von Gouverneur Andrew Cuomo unterzeichnetes Dekret verlĂ€ngert die BeschrĂ€nkungen fĂŒr die Metropole New York City und die umgebenden Landkreise bis zum 13. Juni.

Ausgenommen sind lediglich fĂŒnf weniger dicht besiedelte Regionen des Bundesstaates. Dort dĂŒrfen bestimmte Wirtschaftszweige schrittweise wieder hochfahren. New York ist das am stĂ€rksten vom Coronavirus betroffene Gebiet der USA. In der Metropole wurden bereits mehr als 20.000 Tote durch die vom Coronavirus ausgelöste Lungenkrankheit Covid-19 registriert.

DĂ€nemark: Erstmals kein Corona-Toter nach zwei Monaten

In DÀnemark registrieren die Behörden erstmals seit zwei Monaten keinen Coronavirus-Toten. Am Donnerstag sei kein Patient der Infektion erlegen. Das habe es zuletzt am 13. MÀrz gegeben. Bislang sind in dem Land 537 Menschen im Zuge der Pandemie gestorben. Mit dem Virus angesteckt haben sich 10.791 Menschen.

Norwegen will Grenzen erst im August öffnen

Norwegen wird aller Voraussicht nach die BeschrĂ€nkungen fĂŒr Reisen ins Ausland und Einreisen bis zum 20. August verlĂ€ngern. Das kĂŒndigt Regierungschefin Erna Solberg an. Die Regierung rĂ€t derzeit von allen nicht unbedingt notwendigen Reisen ins Ausland ab. Einreisende mĂŒssen sich in eine zehntĂ€gige QuarantĂ€ne begeben. AuslĂ€nder ohne Aufenthalts- oder Arbeitsberechtigung dĂŒrfen nicht ins Land kommen.

Slowenien öffnet die Grenzen fĂŒr EU-BĂŒrger

Slowenien hat die Corona-Pandemie auf seinem Gebiet fĂŒr beendet erklĂ€rt und seine Grenzen ab Freitag fĂŒr EU-BĂŒrger geöffnet. Wie die Regierung in Ljubljana mitteilte, gilt fĂŒr Einreisende aus anderen LĂ€ndern zunĂ€chst weiterhin die QuarantĂ€nepflicht. EU-BĂŒrger aber können nun wieder fast uneingeschrĂ€nkt zum Sommerurlaub in das kleine Alpen- und Adrialand reisen.

Die Lage in Slowenien sei besser als in allen anderen Staaten Europas, deshalb werde der am 12. MĂ€rz erklĂ€rte Gesundheitsnotstand wieder aufgehoben, teilte Regierungschef Janez Jana mit. Vorsichtsmaßnahmen wie etwa die Abstandsregeln, die Maskenpflicht und das Verbot von öffentlichen Versammlungen bleiben aber weiter bestehen. Dies sei notwendig, da die Gefahr einer Ausbreitung des Virus noch nicht gebannt sei, erklĂ€rte die Regierung.

Grenzkontrollen in Slowenien: Die Grenzen werden fĂŒr EU-BĂŒrger wieder geöffnet.
Grenzkontrollen in Slowenien: Die Grenzen werden fĂŒr EU-BĂŒrger wieder geöffnet. (Quelle: Pixsell/imago-images-bilder)

Die Behörden des zwei Millionen Einwohner zÀhlenden Balkanstaats haben insgesamt rund 1.500 InfektionsfÀlle gemeldet, 103 Menschen starben bisher an Covid-19. Zuletzt nahm die Zahl der Neuinfektionen erheblich ab.

Moskau startet Massentests auf Corona-Antikörper

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie haben in Moskau neue Massentests auf Antikörper begonnen. Damit will Europas grĂ¶ĂŸte Metropole einen besseren Überblick ĂŒber den Verlauf des Ausbruchs bekommen. Nach Angaben der Stadtverwaltung werden seit Freitag "alle paar Tage" 70.000 Moskauer nach dem Zufallsprinzip eingeladen, um sich auf Antikörper gegen Sars-CoV-2 untersuchen zu lassen. Bis Ende Mai sollen die Tests auf bis zu 200.000 pro Tag ausgeweitet werden.

BĂŒrgermeister Sergej Sobjanin nannte es ein Vorhaben "von beispiellosem Umfang". Die Ergebnisse seien ein wichtiger Indikator fĂŒr weitere Lockerungen in der russischen Hauptstadt. Viele Menschen seien bereits infiziert gewesen, ohne es zu wissen, ist Sobjanin ĂŒberzeugt.

Unterdessen stieg die Zahl erfasster Infektionen im Land binnen eines Tages um etwa 10.600. Damit sind nun rund 262.800 FĂ€lle erfasst. Nach den USA ist Russland das Land mit der zweithöchsten offiziellen Infektionszahl. Der Statistik nach starben 2.418 mit Sars-CoV-2 infizierte Menschen, wie es am Freitag hieß.

Kreise: 59 Infizierte bei Corona-Massentest an Schlachthof in Bayern

Bei der großangelegten Corona-Testung in einem Schlachthof im Landkreis Straubing-Bogen ist das Virus bei 59 Menschen festgestellt worden. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Freitag aus Kreisen der Gesundheitsbehörden. Zuvor war bei 18 Mitarbeitern das Coronavirus nachgewiesen worden. Daraufhin hatten die Behörden eine Reihenuntersuchung aller rund 1.000 Mitarbeiter angeordnet. Damit sind nach jetzigem Stand insgesamt 77 BeschĂ€ftigte infiziert. Rund 150 weitere Mitarbeiter sollen aber noch getestet werden, die bislang bei den Tests verhindert waren.

Landkreis Coburg bleibt ĂŒber Corona-Obergrenze

Der Landkreis Coburg reißt in der Corona-Pandemie als einziger in Bayern weiter die Obergrenze von 50 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Das Robert Koch-Institut gab die Quote am Freitag mit 54,1 an, am Vortag hatte sie bei 58,7 gelegen.

Die Kreisverwaltung in Coburg vermutet einen Zusammenhang mit einer erhöhten Zahl von Erkrankungen im thĂŒringischen Nachbarlandkreis Sonneberg und einem dort beheimateten Dialyse-Zentrum. In Sonneberg lag die Zahl am Freitagmorgen laut RKI bei 46,3 und damit inzwischen unterhalb der kritischen Grenze.

Vorerst keine QuarantĂ€ne mehr fĂŒr Reisende aus EU-Staaten

Deutschland verzichtet dem Innenministerium zufolge vorerst auf die QuarantĂ€ne-Pflicht fĂŒr Einreisende aus der EU, dem Schengen-Raum und Großbritannien. Bund und LĂ€nder hĂ€tten sich darauf verstĂ€ndigt, dass es fĂŒr Reisende aus Gebieten mit hohen Infektionszahlen nur noch eine Empfehlung fĂŒr eine QuarantĂ€ne geben werde, sagt ein Sprecher des Ministeriums. DafĂŒr werde eine Verordnung mit Details erarbeitet. Bis dahin werde vorerst keine QuarantĂ€ne verhĂ€ngt. Eine Pflicht zu der zweiwöchigen QuarantĂ€ne gebe es nur noch fĂŒr Nicht-EU-Staatler.

150-Euro-Laptop-Zuschuss geht nicht direkt an SchĂŒler

Der von der großen Koalition vereinbarte Zuschuss von 150 Euro fĂŒr bedĂŒrftige SchĂŒler zur Anschaffung von Laptops oder Tablets soll nicht direkt an die Familien gehen. Die GerĂ€te sollen stattdessen fĂŒr die Schulen beschafft und von diesen an SchĂŒlerinnen und SchĂŒler ausgeliehen werden. Das haben Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) und die Vorsitzende der Kultusministerkonferenz, die rheinland-pfĂ€lzische Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) mitgeteilt. "Die GerĂ€te bleiben auch im Eigentum der Schule und können dadurch auch im Regelbetrieb von der Schule weiterhin genutzt werden", sagte Karliczek. Wer sie fĂŒr die Schulen beschaffe, werde von Land zu Land unterschiedlich geregelt.

Union und SPD hatten wegen der Schulschließungen in der Corona-Krise vereinbart, eine halbe Milliarde Euro zusĂ€tzliche Hilfsgelder fĂŒr bedĂŒrftige SchĂŒler und Schulen bereitzustellen. Das "Sofortausstattungsprogramm" sollen die Schulen auch fĂŒr die Erstellung von Online-Lehrangeboten nutzen.

Eine SchĂŒlerin lernt Zuhause: Kinder arbeiten in der Corona-Krise vermehrt mit dem Laptop.
Eine SchĂŒlerin lernt Zuhause: Kinder arbeiten in der Corona-Krise vermehrt mit dem Laptop. (Quelle: epd/imago-images-bilder)

Erste Corona-FĂ€lle in Rohingya-FlĂŒchtlingslager in Bangladesch

In Bangladesch sind in einem der grĂ¶ĂŸten FlĂŒchtlingslager weltweit erstmals Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Es handle sich dabei um einen Rohingya-FlĂŒchtling aus dem benachbarten Myanmar und einen Einheimischen, der ebenfalls im Lager lebe, sagten die zustĂ€ndigen Behörden der Deutschen Presse-Agentur. Die beiden wĂŒrden in ein Isolationszentrum innerhalb des Lagers gebracht. Zweitausend ihrer engen Kontakte sollten demnach ebenfalls in QuarantĂ€ne.

Das sĂŒdasiatische Bangladesch gehört zu den am dichtesten besiedelten LĂ€ndern der Welt. Im Kampf gegen das Virus ist die Region, wo mehr als eine Million Rohingya-FlĂŒchtlinge leben, nun seit Wochen abgeriegelt. Die Bewohner wurden aufgefordert, in ihren Behausungen zu bleiben, die oft sehr klein sind. Nur Mitarbeiter von Hilfsorganisationen, die Nothilfe leisten, dĂŒrfen rein und raus. Die Menschen wĂŒrden per Radio, mit Videos und Postern ĂŒber Schutzmöglichkeiten aufgeklĂ€rt, hieß es vom UN-FlĂŒchtlingshilfswerk UNHCR. Hilfsorganisationen sorgten dafĂŒr, dass es fĂŒr die Bewohner mehr Möglichkeiten zum HĂ€ndewaschen mit Seife gebe.

Stuttgart verschĂ€rft Auflagen fĂŒr Demo gegen Corona-Regeln

Die Stadt Stuttgart verschĂ€rft die Auflagen fĂŒr die Demonstrationen gegen die Corona-BeschrĂ€nkungen. Bei der Kundgebung am Samstag auf dem WasengelĂ€nde seien höchstens 5.000 Teilnehmer zulĂ€ssig, teilte die Stadt mit. Die Versammlungsbehörde fordert zudem 500 Ordner, die eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen mĂŒssen, da sie zwangslĂ€ufig immer wieder den erforderlichen Mindestabstand unterschreiten. Zugang und Abgang zur Demo mĂŒssen außerdem so entzerrt werden, dass die Teilnehmer nicht in direkten Kontakt kĂ€men.

"Es war eine AbwĂ€gung von Infektionsschutz und der Versammlungsfreiheit", betonte OrdnungsbĂŒrgermeister Martin Schairer. Bei der letzten Demonstration habe man festgestellt, dass Teilnehmer ohne vorgeschriebene Maske in Bussen und Bahnen unterwegs waren. DafĂŒr werde man am Samstag 300 Euro Bußgeld verhĂ€ngen.

Einreise-QuarantÀne wird gelockert

Die BundeslĂ€nder wollen in den nĂ€chsten Tagen ihre wegen der Corona-Pandemie eingefĂŒhrten allgemeinen QuarantĂ€ne-Regeln fĂŒr Einreisende aus den Nachbarstaaten aufheben. Das Bundesinnenministerium arbeite derzeit an einer neuen Musterverordnung fĂŒr die LĂ€nder, hieß es aus dem Ministerium. Die BundeslĂ€nder hĂ€tten sich am Donnerstag nach Abstimmung mit dem Bundeskanzleramt darauf verstĂ€ndigt.

Derzeit gilt in vielen BundeslĂ€ndern, dass jeder, der aus einem europĂ€ischen Nachbarland nach Deutschland einreist, fĂŒr 14 Tage in QuarantĂ€ne gehen muss. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hatte den BundeslĂ€ndern empfohlen, die bislang geltenden QuarantĂ€ne-Regeln zu lockern und nur noch auf Menschen anzuwenden, die sich zuvor in Drittstaaten aufgehalten haben. Also beispielsweise nicht mehr fĂŒr Deutsche, die aus Frankreich einreisen oder aus den Niederlanden. Die Entscheidung ĂŒber die QuarantĂ€ne-Regeln liegt alleine bei den LĂ€ndern.

Pandemie könnte zu Millionen verschobenen Operationen fĂŒhren

Hochrechnungen von Wissenschaftlern zufolge könnten infolge der Coronavirus-Pandemie weltweit geschÀtzt rund 30 Millionen geplante Operationen verschoben oder abgesagt werden. Das geht aus einer Analyse der UniversitÀt Birmingham hervor, deren Ergebnisse am Donnerstagabend veröffentlicht wurden. Die Werte gelten dabei nur unter bestimmten Voraussetzungen, etwa der, dass die Kliniken im Mittel drei Monate unter höchster Belastung stehen.

Zwei Chirurgen wÀhrend einer OP: Weltweit wurden mehrere Millionen Operationen wegen der Corona-Pandemie verschoben. (Symbolbild)
Zwei Chirurgen wÀhrend einer OP: Weltweit wurden mehrere Millionen Operationen wegen der Corona-Pandemie verschoben. (Symbolbild) (Quelle: Eibner Europa/imago-images-bilder)

Betroffen vom pandemiebedingten Aufschub sind demnach vor allem orthopĂ€dische Eingriffe wie das Einsetzen kĂŒnstlicher Knie- und HĂŒftgelenke. Doch die Wissenschaftler rechnen auch damit, dass es weltweit gut zwei Millionen verschobene oder abgesagte Krebsoperationen geben könnte. Allein in Großbritannien wird von etwa 36.000 verschobenen Krebs-OPs ausgegangen.

"Der Zustand von Patienten kann sich verschlechtern und ihre LebensqualitĂ€t einschrĂ€nken, wĂ€hrend sie auf eine verschobene Operation warten. In manchen FĂ€llen, zum Beispiel bei Krebs, können verschobene Operationen zu einer Reihe von vermeidbaren TodesfĂ€llen fĂŒhren", erklĂ€rte Aneel Bhangu, einer der beteiligten Forscher.

Arbeitsminister Heil fordert strengere Auflagen fĂŒr Schlachthöfe

Nach den Corona-AusbrĂŒchen in mehreren Schlachtbetrieben fordert Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) strengere Regeln fĂŒr die Fleischindustrie. "Hier mĂŒssen wir aufrĂ€umen. Denn wir riskieren durch das Verhalten einiger schwarzer Schafe eine zweite große Infektionswelle", sagte er dem "Spiegel". Auch Nordrhein-Westfalens Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) will hĂ€rtere Auflagen.

Die beiden Minister wollen dem Bericht zufolge etwa strengere Regelungen bei den WerkvertrÀgen. "Die gÀngigen Werkvertrags-Varianten lassen zu viele Schlupflöcher", betonte Heil. Laumann sagte: "Es geht nicht, dass Unternehmen ihr KerngeschÀft an Werkvertragsnehmer auslagern können und dann alle Verantwortung von sich wegschieben."

Heil will am Montag VorschlĂ€ge ins Corona-Kabinett einbringen, um das Arbeitsschutzgesetz zu Ă€ndern. "Wir brauchen verbindliche Quoten fĂŒr die Kontrollen, schmerzhafte Bußgelder bei VerstĂ¶ĂŸen und klare, unmissverstĂ€ndliche Verantwortung eines Arbeitgebers fĂŒr seine BetriebsablĂ€ufe."

Hubertus Heil: Der Bundesarbeitsminister fordert strengere Auflagen fĂŒr Schlachthöfe.
Hubertus Heil: Der Bundesarbeitsminister fordert strengere Auflagen fĂŒr Schlachthöfe. (Quelle: Christian Spicker/imago-images-bilder)

Behörde bezweifelt ZuverlÀssigkeit von Corona-Test in den USA

Bei einem unter anderem im Weißen Haus verwendeten Corona-Schnelltest in den USA gibt es zunehmend Zweifel an der ZuverlĂ€ssigkeit. Die US-Arzneimittelaufsicht FDA warnte am Donnerstag (Ortszeit), dass das vom Gesundheitskonzern Abbott hergestellte Testsystem womöglich falsche Ergebnisse liefere. Die FDA verwies dabei auf mehrere Studien. FĂŒr den Test hatte Abbott erst im MĂ€rz eine Notfallzulassung der FDA erhalten. US-PrĂ€sident Donald Trump, VizeprĂ€sident Mike Pence sowie Top-Mitarbeiter werden derzeit tĂ€glich mit Hilfe des Schnelltests auf eine Infektion mit dem Coronavirus getestet.

RKI: Bisher 3,1 Millionen Corona-Tests

In Deutschland sind bisher insgesamt mehr als 3,1 Millionen Coronavirus-Tests durchgefĂŒhrt worden. Davon sind rund 197.100 positiv ausgefallen, wie aus einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin hervorgeht. Die darin veröffentlichten Statistiken zeigen auch, dass die KapazitĂ€ten zuletzt bei weitem nicht ausgeschöpft wurden. Nach den Zahlen aus der vergangenen Woche (4.-10. Mai) beispielsweise wurden nach zusammengezĂ€hlten Daten von 173 Labors rund 382.000 Tests durchgefĂŒhrt. Die angegebenen TestkapazitĂ€ten lagen um ein Mehrfaches höher.

Die meisten Tests und die höchste Rate positiver Ergebnisse wurden laut RKI-Statistik in der Kalenderwoche 14 – Ende MĂ€rz, Anfang April – verzeichnet: Von rund 408.000 Tests wurde Sars-CoV-2 damals bei 9 Prozent der Proben nachgewiesen. In den Folgewochen sank die Rate der positiven Tests immer weiter, auf zuletzt noch 2,7 Prozent. 35 Labors gaben laut RKI Lieferschwierigkeiten fĂŒr Reagenzien an, hauptsĂ€chlich Extraktionskits und Abstrichtupfer.

Nachdem die Testkriterien zu Beginn der Epidemie relativ strikt waren – mit Voraussetzungen wie einem Aufenthalt im Risikogebiet oder Kontakt zu einem bestĂ€tigten Fall – , wurden sie zuletzt nach und nach gelockert. So sollen nun zum Beispiel auch Menschen mit leichten Symptomen einer Atemwegserkrankung getestet werden.

Umfrage: Mehrheit der Deutschen gegen Fortsetzung der Bundesliga

Die Mehrheit der Deutschen ist einer Umfrage zufolge zum jetzigen Zeitpunkt gegen die Fortsetzung der Fußball-Bundesliga. Demnach kritisieren 56 Prozent der Befragten den Saison-Neustart am kommenden Wochenende, wie aus dem "Deutschlandtrend" im ARD-"Morgenmagazin" (Freitag) hervorgeht. Knapp ein Drittel (31 Prozent) ist dagegen fĂŒr die FortfĂŒhrung. Zwölf Prozent interessieren sich nicht fĂŒr Fußball; ein Prozent machte keine Angaben.

40 Prozent der Befragten gaben an, sich weitere Lockerungen der Corona-Maßnahmen von der Politik zu wĂŒnschen. Unter ihnen gibt es aber keinen klaren Zuspruch fĂŒr die Fortsetzung der Saison: 45 Prozent Ă€ußern Zweifel, 40 Prozent sind dafĂŒr. Hier lesen Sie mehr zu weiteren Ergebnissen der Umfrage.

Umfrage: 56 Prozent wollen Corona-EinschrÀnkungen beibehalten

Mehr als die HĂ€lfte der Wahlberechtigten will an den derzeit bestehenden Maßnahmen zur EindĂ€mmung der Corona-Pandemie festhalten. Das ergab eine Umfrage von infratest-dimap fĂŒr den neuen ARD-"Deutschlandtrend". Demnach sehen 56 Prozent der BĂŒrger weitere Normalisierungsschritte kritisch. 40 Prozent der Befragten befĂŒrworten dagegen eine Lockerung der Maßnahmen in den kommenden Wochen. 3 Prozent antworteten mit "weiß nicht", wĂ€hrend 1 Prozent keine Angaben machte. Vor allem AnhĂ€nger der FDP (63 Prozent) und der AfD (61 Prozent) sind fĂŒr eine weitere Öffnung.

Trump will USA "voll und ganz" auf kĂŒnftige Epidemien vorbereiten

US-PrĂ€sident Donald Trump will die Vereinigten Staaten fĂŒr Epidemien in der Zukunft wappnen. "Ich bin entschlossen, dass Amerika voll und ganz auf alle kĂŒnftigen AusbrĂŒche (von Krankheiten), von denen wir hoffen, dass es keine geben wird, vorbereitet sein wird", sagte Trump am Donnerstag bei einem Auftritt in Allentown im US-Bundesstaat Pennsylvania. "Unsere Anstrengung beginnt mit der dramatischen Steigerung unserer Reserven." Nie wieder werde ein PrĂ€sident leere Regale oder abgelaufene Produkte erben – zumindest nicht in den kommenden Jahren, versprach Trump. Das Weiße Haus hatte zuvor mitgeteilt, dass die Regierung an einem "voll ausgestatteten, widerstandsfĂ€higen nationalen Lagerbestand" arbeite, der etwa Schutzmasken vorhalten soll.

Trump hat im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie der VorgĂ€ngerregierung von Barack Obama vorgeworfen, fĂŒr die Startschwierigkeiten seiner Regierung in der Krise verantwortlich zu sein – etwa fĂŒr anfĂ€ngliche Probleme mit Tests, die fehlerhafte Ergebnisse geliefert hatten. Ende April sagte Trump, die letzte Regierung habe seiner eigenen "schlechte, kaputte Tests" hinterlassen – ungeachtet der Tatsache, dass das Coronavirus erstmals Ende letzten Jahres auftauchte. Kritiker werfen Trump vor, selbst nicht energisch genug auf die Krise reagiert zu haben, so dass das Virus die USA weitgehend unvorbereitet traf.

Donald Trump in Pennsylvania: Der US-PrĂ€sident will sein Land kĂŒnftig besser auf Pandemien vorbereiten.
Donald Trump in Pennsylvania: Der US-PrĂ€sident will sein Land kĂŒnftig besser auf Pandemien vorbereiten. (Quelle: Evan Vucci/ap-bilder)

Zahl der Infektionen in den USA steigt auf rund 1,384 Mio

Die US-Seuchenbehörde CDC meldet 1.701 weitere Virus-Tote. Die Gesamtzahl steigt damit auf 83.947. Die Zahl der neu Infizierten legt demnach um 20.869 auf rund 1,384 Millionen zu. Die Zahlen seien aber vorlÀufig und nicht von den einzelnen Bundesstaaten bestÀtigt, erklÀrt die Behörde.

Fernunterricht erreicht etliche SchĂŒler nicht

In der Coronakrise konnten viele SchĂŒlerinnen und SchĂŒler in Deutschland digital nicht erreicht werden. Das ist das Ergebnis einer Auswertung des "Schul-Barometers", die am Freitag vom Institut fĂŒr Bildungsmanagement und Bildungsökonomie der PĂ€dagogischen Hochschule Zug in der Schweiz veröffentlicht wurde. Nur etwas mehr als die HĂ€lfte der befragten Schulmitarbeiter gaben an, quasi alle SchĂŒlerinnen und SchĂŒler erreicht zu haben.

14 Prozent der Schul-Mitarbeiter gaben an, dass immerhin zehn Prozent der Kinder und Jugendlichen nicht ĂŒber das Internet erreichbar gewesen seien. Zwölf Prozent meinten, dass 15 bis 20 Prozent digital nicht kontaktierbar waren. 14 Prozent erklĂ€rten, dass 25 bis 50 Prozent digital nicht angesprochen werden konnten. Bei acht Prozent der Befragten war die Erreichbarkeit besonders schlecht. Hier konnten zu 50 und 100 Prozent kein digitaler Kommunikationsweg zu den SchĂŒlerinnen und SchĂŒlern aufgebaut werden.

Bei den Kommunikationsmedien setzen die Schulen vor allen noch auf die E-Mail (66 Prozent), gefolgt vom Mobiltelefon (Anruf oder Nachricht), Website der Schule und Online-Plattformen wie Moodle. Im Rahmen der Studie wurden mehr als 7.000 Menschen aus dem Schulbetrieb – darunter 655 Schulleiter – aus Deutschland Österreich und der Schweiz befragt.

Unter den drei NachbarlĂ€ndern schneidet Deutschland bei der technischen Ausstattung der Schule am schlechtesten ab. 56 Prozent der befragten Schul-Mitarbeiter aus der Bundesrepublik glauben nicht, dass die technischen KapazitĂ€ten an der Schule fĂŒr webbasierte Lehr- und Lernformate ausreicht. Nur 24 Prozent meinen, dass die Voraussetzungen erfĂŒllt sind. In den beiden Alpenstaaten liegt der Anteil deutlich höher (Österreich 54 Prozent, Schweiz 57 Prozent).

Rekordzahl an Neuinfektionen in Brasilien

Aus Brasilien wird eine Rekordzahl der Neuinfektionen gemeldet. Nach Daten des Gesundheitsministeriums erhöht sich die Zahl der festgestellten Ansteckungen um 13.944 auf 202.918. Die Zahl der Toten steigt um 844 auf 13.933.

Altmaier: Nach Corona-Krise Sparsamkeit und Selbstdisziplin nötig

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) erwartet hĂ€rtere Zeiten nach der Corona-Krise. "Ohne Sparsamkeit, Selbstdisziplin und Entlastungen fĂŒr die Wirtschaft wird es nach der Krise nicht gehen", sagte Altmaier dem "Handelsblatt". Er zeigte sich jedoch optimistisch, dass ein Abbau der nun in den Haushalten aufgenommenen Schulden gelingen werde: "Das haben wir auch nach der Banken- und Börsenkrise geschafft." Die SelbstheilungskrĂ€fte der deutschen Wirtschaft seien enorm.

SPD-Chef Norbert-Walter Borjans warnte dagegen vor einem zu starken Sparkurs des Staates: "Es wĂ€re grundfalsch, in die Krise hinein zu sparen, anstatt fĂŒr Nachfrage zu sorgen. Wir dĂŒrfen auch nach der Krise nicht auf dringend notwendige Investitionen verzichten", sagte er dem "Handelsblatt". FĂŒr die unteren Einkommen mĂŒssten die Steuern gesenkt werden, forderte Borjans. Gleichzeitig sollten ihm zufolge Menschen mit hohem Einkommen auch einen grĂ¶ĂŸeren Beitrag leisten.

Hessens Regierungschef zweifelt an Konzept fĂŒr Bundesliga-Neustart

Hessens MinisterprĂ€sident Volker Bouffier hat Zweifel an den Corona-Auflagen der Deutschen Fußball Liga geĂ€ußert. Er hoffe, dass die Bundesliga die Saison abschließen könne. Es könne aber passieren, "dass bei positiven Tests halbe Mannschaften in QuarantĂ€ne mĂŒssen und das ganze ausgefeilte Konzept fĂŒr die Corona-Krise nicht funktioniert", sagte der CDU-Politiker der DĂŒsseldorfer "Rheinischen Post".

Dass die zahlreichen Tests fĂŒr Fußballspieler von vielen Menschen als ungerecht empfunden wĂŒrden, könne er sehr gut nachvollziehen. Gleichzeitig verwies Bouffier aber darauf, dass es sich dabei nur um 3.000 von 400.000 abgerufenen und einer Million zur VerfĂŒgung stehenden Tests pro Woche handele. "Testbedarfe aus dem Gesundheitswesen gehen immer vor", betonte er.

Karliczek: Mix von nationaler und internationaler Impfstoff-Strategie

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek hat sich bei der Arbeit am Impfstoff gegen das Coronavirus fĂŒr eine Mischung aus internationalen und nationalen Anstrengungen ausgesprochen. "Die Sicherstellung einer weltweiten Verteilung von Impfstoffen zu fairen Preisen und die GewĂ€hrleistung der Versorgung der BĂŒrgerinnen und BĂŒrger des eigenen Landes sind keine GegensĂ€tze", sagte die CDU-Politikerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Beide AnsĂ€tze mĂŒssten gleichermaßen verfolgt werden, denn die Pandemie lasse sich nur in einem internationalen Zusammenwirken unter Kontrolle bringen.

"Internationale und nationale Anstrengungen zur Impfstoffentwicklung und –herstellung sind zwei Seiten derselben Medaille", sagte Karliczek. Angesichts des insgesamt sehr hohen Finanzbedarfs fĂŒr die Entwicklung von Impfstoffen gegen SARS-CoV-2 sei grundsĂ€tzlich jede Investition in entsprechende Forschung und Entwicklung zu begrĂŒĂŸen, betonte die CDU-Politikerin. Neben Mitteln fĂŒr die internationale Impfstoff-Allianz CEPI will die Bundesregierung bis zu 750 Millionen Euro zur Beschleunigung der Impfstoffentwicklung und den Ausbau der ProduktionskapazitĂ€ten zur VerfĂŒgung stellen. "Durch beide Initiativen wird sowohl die Bereitstellung von Impfstoffen fĂŒr die weltweite Verteilung als auch die Sicherstellung der Impfstoffversorgung in Deutschland unterstĂŒtzt."

EU fordert unabhÀngige Untersuchung des Ursprungs von Corona

Der Außenbeauftragte der EuropĂ€ischen Union, Josep Borell, fordert eine unabhĂ€ngige Untersuchung des Ursprungs von Corona. Damit sich die Welt vor kĂŒnftigen Pandemien besser schĂŒtzen könne, bedĂŒrfe es einer unabhĂ€ngigen wissenschaftlichen Untersuchung des Ursprungs dieser Pandemie, schrieb Borell in einem Gastbeitrag fĂŒr die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Das Virus trat vermutlich im Dezember 2019 in der chinesischen Stadt Wuhan das erste Mal auf. Zudem rief er China dazu auf, bei der BekĂ€mpfung der Corona-Pandemie, der Forschung nach Impfstoffen und der Ankurbelung der Weltwirtschaft "seine Rolle und Verantwortung gemĂ€ĂŸ seinem Gewicht" wahrzunehmen.

Palmer: Kritiker der Corona-Maßnahmen werden oft beiseite gedrĂ€ngt

Der prominente GrĂŒnen-Politiker und TĂŒbinger OberbĂŒrgermeister Boris Palmer beklagt, dass viele Kritiker der einschneidenden AlltagsbeschrĂ€nkungen in der Corona-Krise beiseite gedrĂ€ngt und teils auch diffamiert wĂŒrden. Das erinnere ihn an die FlĂŒchtlingskrise 2015, als Debatten ĂŒber die Einreise Hunderttausender Migranten mit "moralisierender Alternativlosigkeit" abgewĂŒrgt worden seien, sagte er am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung "Maybrit Illner".

Zu den jĂŒngsten Protesten Tausender BĂŒrger gegen die Corona-BeschrĂ€nkungen in verschiedenen StĂ€dten sagte er, dies sei auch eine Folge der zu kurz gekommenen Diskussion ĂŒber die Zielgenauigkeit und die VerhĂ€ltnismĂ€ĂŸigkeit der staatlichen Maßnahmen. Es habe schon eine "Gegenöffentlichkeit" in der harten Shutdown-Phase gegeben, doch sei diese von den großen Medien ĂŒberwiegend ignoriert worden.

Bund und LÀnder einigen sich auf teilweise Aufhebung der QuarantÀne-Pflicht

Die QuarantĂ€ne-Regelungen fĂŒr die Einreise nach Deutschland werden abgeschwĂ€cht. Wer aus EU- und Schengen-Staaten sowie Großbritannien nach Deutschland einreist oder zurĂŒckkehrt, muss sich kĂŒnftig nicht mehr in eine 14-tĂ€gige hĂ€usliche QuarantĂ€ne begeben, wie die nordrhein-westfĂ€lische Landesregierung mitteilte. Darauf hĂ€tten sich Bund und LĂ€nder verstĂ€ndigt. Die neue Regelung werde in den kommenden Tagen umgesetzt. Nordrhein-Westfalen setzt die Änderungen nach eigenen Angaben bereits ab Freitag um.

Wegen der Corona-Pandemie gilt seit dem 9. April eine QuarantĂ€ne-Pflicht fĂŒr BundesbĂŒrger und AuslĂ€nder, die nach Deutschland einreisen. Sie mĂŒssen nach GrenzĂŒbertritt direkt zu ihrer Unterkunft fahren und dort 14 Tage in hĂ€uslicher Isolation bleiben, um abzuklĂ€ren, ob sie mit dem Corona-Virus infiziert sind. Ausnahmen von der QuarantĂ€ne-Pflicht gelten unter anderem fĂŒr Berufspendler, Saisonarbeiter und Mitarbeiter von Polizei und Gesundheitsbehörden.

Nordrhein-Westfalens MinisterprĂ€sident Armin Laschet (CDU) erklĂ€rte, die nun beschlossene Neuregelung schaffe Rechtsklarheit und sei eine große Erleichterung fĂŒr die Menschen vor allem in den Grenzregionen. "Wir senden damit auch eine deutliche Botschaft an unsere NachbarlĂ€nder auf dem Weg zurĂŒck in die europĂ€ische NormalitĂ€t." Deutschland werde die Corona-Krise nur ĂŒberwinden, "wenn die europĂ€ische FreizĂŒgigkeit fĂŒr Personen, Waren und Dienstleistungen vollstĂ€ndig wiederhergestellt ist".

Trump: Keine Lust auf GesprÀche mit chinesischem PrÀsidenten Xi

Die zunehmenden Spannungen zwischen den USA und China sorgen inzwischen auch fĂŒr Kommunikationsprobleme auf höchster Ebene. US-PrĂ€sident Donald Trump sagte in einem am Donnerstag ausgestrahlten Interview mit dem Sender Fox Business, er habe zwar eine gute Beziehung zum chinesischen PrĂ€sidenten Xi Jinping, "aber im Moment will ich nicht mit ihm sprechen".

US-PrĂ€sident Donald Trump: Er wiederholte seine VorwĂŒrfe gegen die chinesische Regierung.
US-PrĂ€sident Donald Trump: Er wiederholte seine VorwĂŒrfe gegen die chinesische Regierung. (Quelle: Kevin Lamarque/Reuters-bilder)

Trump beklagte sich generell ĂŒber Peking: "Ich bin sehr enttĂ€uscht von China." Der US-PrĂ€sident drohte, die USA hĂ€tten einige Hebel in der Hand, und schob vage nach: "Wir könnten die Beziehungen komplett abbrechen." NĂ€her Ă€ußerte er sich zu dieser ungewöhnlichen Drohung jedoch nicht.

Erneut warf Trump den Chinesen vor, sie hÀtten die Ausbreitung der Coronavirus-Pandemie nicht gleich an der Quelle gestoppt und dadurch enormen Schaden angerichtet. "Es war entweder Dummheit, Inkompetenz oder es war absichtlich."

Trump beklagte ebenfalls Versuche Chinas, geistiges Eigentum in den USA zu stehlen. US-Behörden hatten am Mittwoch öffentlich davor gewarnt, dass chinesische Hacker Forschungsarbeit im Kampf gegen das Coronavirus ausspÀhen.

Mehr als 300.000 Corona-Tote weltweit

Weltweit sind inzwischen mehr als 300.000 Menschen an Covid-19 gestorben. Das geht aus den Zahlen der US-amerikanischen Johns-Hopkins-UniversitÀt hervor. Hier lesen Sie mehr.

Moskau plant Massentests auf Corona-Antikörper

Massentests in Moskau sollen Aufschluss geben ĂŒber den tatsĂ€chlichen Verlauf der Corona-Pandemie in der russischen Hauptstadt. KĂŒnftig sollen alle drei Tage 70.000 BĂŒrger eingeladen werden, um sich auf Corona-Antikörper untersuchen zu lassen, teilte BĂŒrgermeister Sergej Sobjanin am Donnerstag mit. Moskau ist das Epizentrum der Corona-Krise in Russland. Die Zahl der landesweiten Neuinfektionen fiel am Donnerstag erstmals seit Anfang Mai unter die Marke von 10.000.

Die freiwilligen Tests sollen nach Angaben von Sobjanin das wahre Ausmaß der Corona-Infektionen in Moskau zeigen. Viele Einwohner hĂ€tten sich womöglich angesteckt, ohne dies zu merken, sagte der BĂŒrgermeister im Fernsehen. Die Massentests seien weltweit "einzigartig", sagte der BĂŒrgermeister.

Durch den Nachweis von Antikörpern im Blut kann nachgewiesen werden, ob jemand mit dem Coronavirus infiziert war und somit immun ist. Die Ergebnisse der Tests seien ein wichtiger Indikator, um weitere Lockerungen der Corona-BeschrÀnkungen in Moskau ins Auge zu fassen, betonte Sobjanin.

Weiterer Schlachthof in Schleswig-Holstein von Corona-Erkrankungen betroffen

Der Kreis Nordfriesland hat drei neue Corona-FĂ€lle gemeldet. Sie stammen aus dem Umfeld des Schlachthofes Husum, wie der Kreis mitteilte. "Alle drei Personen zeigen nur leichte Symptome. Wir haben fĂŒr sie und 32 weitere Kontaktpersonen hĂ€usliche QuarantĂ€ne angeordnet", sagte Landrat Florian Lorenzen. Insgesamt wurden im Zusammenhang mit dem Husumer Schlachthof rund 340 Personen getestet. Sie gehören teils zur Stammbelegschaft des Betriebes, teils zu Subunternehmen. Auch 29 Mitarbeiter des Kreis-VeterinĂ€ramtes sind darunter, weil sie fĂŒr die Kontrolle der Fleischhygiene auf dem Schlachthof verantwortlich sind.

Nur fĂŒnf Testergebnisse stehen noch aus. "Wir sind beruhigt, denn nach den Meldungen aus dem SĂŒden des Landes hatten wir deutlich höhere Zahlen befĂŒrchtet", sagte die Leiterin des Gesundheitsamtes, Antje Petersen. Das Land hatte am 8. Mai angeordnet, die Belegschaften aller großen Schlachthöfe in Schleswig-Holstein testen zu lassen. Hintergrund waren die vielen Corona-FĂ€lle im Umfeld eines Schlachthof in Bad Bramstedt.

Der Betrieb auf dem Schlachthof in Husum kann weiterlaufen. Dies ist den Angaben zufolge das Ergebnis einer vollstÀndigen Begehung durch Gesundheitsamt und VeterinÀramt.

Studie deckt auf: Nicht nur Lunge durch Covid-19 betroffen

Das Coronavirus befÀllt laut einer Studie des UniversitÀtsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) neben der Lunge auch zahlreiche andere Organe. Mehr dazu lesen Sie hier.

US-Bundesstaat klagt gegen Ausgangssperre – und gewinnt

Im landesweiten Streit um die Lockerungen der Corona-Auflagen hat der Oberste Gerichtshof des US-Bundesstaates Wisconsin die Ausgangssperre in dem Staat im Mittleren Westen aufgehoben. Diese Entscheidung könnte "all die Arbeit, die wir geleistet haben, und all die Opfer, die die Wisconsiner in den vergangenen Monaten gebracht haben", zunichte machen, schrieb der demokratische Gouverneur Tony Evers am Mittwoch bei Twitter. Evers hatte die Ausgangssperre bis zum 26. Mai verlĂ€ngert, allerdings einige BeschrĂ€nkungen fĂŒr GeschĂ€fte gelockert. Das Gericht stellte sich mit seiner Entscheidung auf die Seite von US-PrĂ€sident Donald Trump und seinen Republikanern. Diese drĂ€ngen auf eine rasche Öffnung des Landes in der Corona-Pandemie.

Proteste in Wisconsin: In dem US-Bundesstaat strÀuben sich viele Einwohner gegen die verhÀngte Ausgangssperre.
Proteste in Wisconsin: In dem US-Bundesstaat strÀuben sich viele Einwohner gegen die verhÀngte Ausgangssperre. (Quelle: ZUMA Wire/imago-images-bilder)

Trumps Chefberater in der Corona-Krise, der Seuchenexperte Anthony Fauci, hingegen warnt vor einer vorschnellen Lockerung der Corona-Restriktionen. Es gebe das "reale Risiko" einer neuen Infektionswelle, die sich nicht kontrollieren lasse. Trump gratulierte Wisconsin am Donnerstag auf Twitter zu dem "errungenen Sieg". Der demokratische Gouverneur des Bundesstaates "wurde von den Gerichten gezwungen, den Staat zu öffnen. Die Menschen wollen mit ihrem Leben weitermachen", twitterte der US-PrĂ€sident. "Das ist ein Chaos", sagte Evers dem Fernsehsender CNN. Auch wenn der Bundesstaat nicht zu den am hĂ€rtesten betroffenen gehört, starben dennoch mehr als 400 Menschen an der Lungenkrankheit Covid-19. Über 10.900 InfektionsfĂ€lle wurden gemeldet.

Brasilien: Politiker und Unternehmer wegen Betrugs mit medizinischer Ausstattung festgenommen

Die Bundespolizei in Rio de Janeiro hat mehrere Unternehmer und Politiker wegen des Verdachts auf Betrug im Gesundheitssystem in der Corona-Krise festgenommen. Ihnen wird unter anderem vorgeworfen, öffentliche Gelder bei ĂŒberteuerten Anschaffungen ĂŒber soziale Organisationen unterschlagen zu haben, wie aus der ErklĂ€rung der Staatsanwaltschaft von Rio hervorgeht. "Die kriminelle Organisation fuhr mit den kriminellen Praktiken selbst wĂ€hrend der sich verschĂ€rfenden Pandemie fort", hieß es in der ErklĂ€rung.

Sie habe sogar den Notstand, der AuftrĂ€ge ohne Ausschreibung erlaubt, ausgenutzt, um unrechtmĂ€ĂŸige VertrĂ€ge mit der öffentlichen Hand einzugehen. Medienberichten zufolge soll es sich dabei um AnkĂ€ufe wie AtemgerĂ€te fĂŒr die provisorischen Kliniken gehandelt haben, die die Regierung des Bundesstaates Rio de Janeiro in den vergangenen Wochen errichtete, um die KapazitĂ€ten im Gesundheitswesen zu erhöhen. Demnach ist auch das provisorische Krankenhaus im legendĂ€ren MaracanĂŁ-Stadion von dem Betrug betroffen.

Unter den fĂŒnf Festgenommenen sind der ehemalige PrĂ€sident des Landtags von Rio de Janeiro, Paulo Melo, und der Unternehmer MĂĄrio Peixoto, der mit der Regierung von Gouverneur Wilson Witzel zusammenarbeitet. Peixoto hat auch schon mit SĂ©rgio Cabral, einem von Witzels VorgĂ€ngern, GeschĂ€fte gemacht, der als einer der korruptesten Politiker Brasiliens gilt. In mehreren Verfahren wurde er wegen Korruption, GeldwĂ€sche und der Bildung einer kriminellen Vereinigung zu insgesamt 198 Jahren Haft verurteilt.

EU-Politiker fordern Impfstoff-Produktion notfalls auch ohne Hersteller-Genehmigung

Abgeordnete des EU-Parlaments haben sich dafĂŒr ausgesprochen, den Zugang zu Coronavirus-Impfstoff notfalls ĂŒber sogenannte Zwangslizenzen zu garantieren. Rechtlich sei es möglich, Medikamente sowie Impfstoffe auch ohne ausdrĂŒckliche Genehmigung des Originalherstellers in der EU herzustellen, betonte der gesundheitspolitische Sprecher der EVP-Fraktion, Peter Liese (CDU), am Donnerstag in einer Plenumsdebatte. Sollte ein Impfstoff zunĂ€chst in den USA oder in China entwickelt werden, mĂŒsse die EU alles dafĂŒr tun, dass der Impfstoff tatsĂ€chlich allen LĂ€ndern zur VerfĂŒgung stehe.

Mit Zwangslizenzen dĂŒrften europĂ€ische Firmen den Impfstoff ohne eine Genehmigung des Patentinhabers produzieren. Dieser wĂŒrde dann mit einer staatlich festgelegten GebĂŒhr entschĂ€digt. Die Gesundheit der Menschen dĂŒrfe nicht vom guten Willen der Pharmaindustrie abhĂ€ngen, erklĂ€rte die belgische Abgeordnete Petra De Sutter. Auch sie sprach sich dafĂŒr aus, dass die EU-Mitgliedsstaaten, wenn notwendig, Zwangslizenzen vergeben. Die EuropĂ€ische Union mĂŒsse zudem sicherstellen, dass unter Zwangslizenzen hergestellte Medizin importiert und weltweit gehandelt werden könne, forderte die GrĂŒnen-Europaabgeordnete Anna Cavazzini.

Heftige Kritik an britischem Umgang mit Covid-19 in Pflegeheimen

Der Druck auf die Regierung in London wegen ihres Umgangs mit der Coronavirus-Pandemie wĂ€chst weiter. Immer mehr in den Fokus rĂŒckt dabei die Situation in Pflegeheimen, wo knapp ein Viertel der bislang etwa 40.000 auf Covid-19 zurĂŒckgefĂŒhrten TodesfĂ€lle registriert wurden. Kritisiert wird vor allem, dass bis Mitte April Patienten aus KrankenhĂ€usern in Pflegeheime verlegt wurden, ohne vorher standardmĂ€ĂŸig auf das Coronavirus getestet worden zu sein. Es sei offensichtlich, dass jeder hĂ€tte getestet werden mĂŒssen, sagte Ex-Gesundheitsminister Jeremy Hunt von der konservativen Regierungspartei der BBC.

BefĂŒrchtet wird, dass die Zahl der SterbefĂ€lle in Pflegeheimen weitaus höher ist als bislang bekannt, weil viele Infektionen möglicherweise nicht entdeckt wurden. Darauf weist eine im Vergleich zu den vergangenen Jahren ĂŒberdurchschnittlich hohe Zahl an TodesfĂ€llen hin. JĂŒngsten Zahlen des Statistikamts ONS (Office for National Statistics) zufolge ereigneten sich in der letzten Aprilwoche sogar 40 Prozent aller Covid-19-TodesfĂ€lle in Pflegeheimen.

Malu Dreyer ist fĂŒr Aufhebung von QuarantĂ€nepflicht

Die rheinland-pfĂ€lzische MinisterprĂ€sidentin Malu Dreyer (SPD) will die QuarantĂ€nepflicht fĂŒr RĂŒckkehrer aus dem Ausland gemĂ€ĂŸ der Absprachen mit dem Bund "rĂŒckabwickeln". "Sie wird dann nur noch fĂŒr Einreisende aus Drittstaaten der QuarantĂ€nepflicht gelten", sagte Dreyer der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. Einzelheiten nannte sie nicht. Die SPD-Politikerin kĂŒndigte zudem mit Blick auf die anhaltenden Grenzkontrollen etwa zu Frankreich an, sich dafĂŒr einzusetzen, dass es bald weitere Öffnungsschritte bis zur vollstĂ€ndigen RĂŒckkehr zur NormalitĂ€t geben könne - unter Beobachtung des Infektionsgeschehens.

EU-Abgeordnete: Corona-App ist keine "Wunderwaffe"

Abgeordnete des EU-Parlaments haben vor zu hohen Erwartungen an Handy-Apps gegen die Corona-Pandemie gewarnt. "Nationale Regierungen prĂ€sentieren die Apps als Wunderwaffe gegen die Pandemie", sagte die liberale Abgeordnete Sophie In't Veld am Donnerstag in BrĂŒssel. Aber das Dilemma, dass im Kampf gegen die Viruserkrankung der Schutz der Gesundheit und wirtschaftliche Interessen auf einen Nenner gebracht werden mĂŒssten, werde dadurch nicht gelöst.

Es gebe bislang keine Belege dafĂŒr, dass Apps zur Kontaktnachverfolgung die Krankheit eindĂ€mmen können, sagte auch die SPD-Politikerin Birgitt Sippel. "DafĂŒr gibt es aber ernsthafte Bedenken", etwa beim Datenschutz. Der CDU-Abgeordnete Andreas Schwab sprach sich zwar fĂŒr eine möglichst schnelle EinfĂŒhrung von Corona-Apps aus, das wichtigste sei aber dennoch zunĂ€chst "Abstandhalten und HĂ€ndewaschen".

Trump will Schulen öffnen: Virus habe „sehr wenig Auswirkungen“ auf JĂŒngere

Ungeachtet eindringlicher Warnungen ranghoher Gesundheitsbeamter will US-PrĂ€sident Trump die Wiedereröffnung von Schulen und UniversitĂ€ten vorantreiben. Das neue Schuljahr solle wie geplant im Herbst beginnen. AusdrĂŒcklich widersprach er dabei der EinschĂ€tzung von Experten, die vor ĂŒbereilten Schritten warnen. Die Entscheidung zur Lockerung der Corona-Auflagen liege bei den Gouverneuren der 50 Bundesstaaten, Schulen seien dabei aber wichtig, sagte Trump im Weißen Haus. "Ein Staat ist nicht offen, wenn die Schulen nicht geöffnet sind."

Hochrangige Beamte mahnten dagegen zur Vorsicht. "Ohne klare Planung und Umsetzung der Schritte, die ich und andere Experten umrissen haben, wird 2020 der dunkelste Winter der jĂŒngeren Geschichte sein", warnte Rick Bright, ehemaliger Direktor der dem Gesundheitsministerium untergeordneten Behörde BARDA. Es sei eine "unbestreitbare Tatsache", dass im Herbst das Coronavirus erneut auftreten werde, erklĂ€rte Bright. Mit einem gleichzeitigen Ausbruch der Grippe wĂ€re dies eine "beispiellose Belastung" fĂŒr das Gesundheitssystem. Das Land sei wegen Trumps irrefĂŒhrender Kommunikation und einer fehlenden landesweiten Strategie wie gelĂ€hmt. Wissenschaftliche Erkenntnisse mĂŒssten die Strategie fĂŒr den Kampf gegen das neuartige Coronavirus definieren, "nicht Politik und Vetternwirtschaft".

Unternehmen veröffentlicht erste Erkenntnisse aus Impfstoffprojekt

Das Biotechnologieunternehmen CureVac hat erste Daten zu seinem Corona-Impfstoffprojekt bekannt gegeben. Der Impfstoff habe bei niedriger Dosierung positive prĂ€klinische Ergebnisse erzielt, teilt die TĂŒbinger Firma mit. Die vorliegenden Daten zeigten eine "ausgewogene Immunantwort, verbunden mit der Bildung einer hohen Anzahl von virusneutralisierenden Titern und T-Zellen". Im Juni will CureVac erste klinische Studien mit gesunden Freiwilligen starten.

Bundesregierung hÀlt an internen Corona-Auflagen fest

Die Bundesregierung will trotz der Lockerungen in den LĂ€ndern an ihren internen Auflagen der Corona-BeschrĂ€nkungen festhalten. Dienstreisen sollen weiter möglichst vermieden werden, heißt es in einem, der Nachrichtenagentur Reuters vorliegenden, Beschluss des Corona-Kabinetts. Unter anderem sollen die meisten Besprechungen in Bundesministerien und Behörden sollten weiter vornehmlich als Telefon- und Videokonferenz abgehalten werden, heißt es in dem Papier vom 7. Mai. Bis zum 6. September werden zudem in Absprache mit dem Bundestag alle Abgeordneten-Informationsreisen abgesagt.

Wuhan beginnt mit Tests der gesamten Einwohner

In der chinesischen Millionenmetropole Wuhan haben sich am Donnerstag vor provisorischen Teststationen lange Warteschlangen gebildet, nachdem die Behörden die Testung der gesamten Bevölkerung auf das Coronavirus angeordnet haben. Auf ParkplĂ€tzen, in Parks und Wohngebieten wurden Zelte aufgestellt, wo in SchutzanzĂŒgen gekleidete Gesundheitsmitarbeiter Abstriche machten. "Das ist eine gute Sache. Auf diese Weise zeigt man Verantwortung gegenĂŒber anderen und sich selbst", sagte ein 40-jĂ€hriger Einwohner der Nachrichtenagentur AFP.

Staatschefs aus aller Welt fordern kostenlose Impfung fĂŒr alle

Staats- und Regierungschefs weltweit haben sich fĂŒr kostenlose Corona-Therapien und -Impfstoffe fĂŒr alle Menschen weltweit ausgesprochen, sobald die Behandlungsmethoden verfĂŒgbar sind. "Regierungen und internationale Partner mĂŒssen sich hinter eine weltweite Garantie stellen, die sicherstellt, dass ein sicherer und effektiver Impfstoff – sobald dieser verfĂŒgbar ist – schnell produziert und fĂŒr alle Menschen in allen LĂ€ndern kostenlos zur VerfĂŒgung gestellt wird", heißt es in einem am Donnerstag veröffentlichten Brief mit mehr als 140 prominenten Unterzeichnern.

Der Appell richtet sich an die Weltgesundheitsversammlung (WHA), die kommende Woche zu ihrem Jahrestreffen zusammenkommt und eines der Hauptorgane der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist. Ein kĂŒnftiger Impfstoff dĂŒrfe nicht patentiert werden, zudem mĂŒssten Forschungsergebnisse von Staaten geteilt werden, heißt es in dem Appell, der unter anderen von SĂŒdafrikas PrĂ€sident Cyril Ramaphosa, Pakistans Regierungschef Imran Khan, sowie den Staatschefs Senegals und Ghanas, Macky Sall und Nana Akufo-Addo, unterzeichnet wurde. Auch die Entwicklungsorganisation Oxfam forderte vor der WHA-Versammlung, Impfstoffe und Medikamente patentfrei fĂŒr alle Menschen und LĂ€nder verfĂŒgbar zu machen.

Finnland öffnet Schulen wieder

Finnland hat am heutigen Donnerstag erstmals seit acht Wochen die in der Corona-Krise geschlossenen Schulen wieder geöffnet. Da die Sommerferien bereits Anfang Juni beginnen, werden die SchĂŒler zunĂ€chst nur rund zwei Wochen lang den Unterricht besuchen. Die finnische Lehrergewerkschaft kritisierte den Schritt: Die Schulen seien möglicherweise nicht in der Lage, "die Sicherheit der Kinder oder des Personals vollstĂ€ndig zu gewĂ€hrleisten", erklĂ€rte sie.

In den Schulen gelten strenge Abstandsregeln. Zudem werden die Pausen zwischen den Unterrichtsstunden gestaffelt, damit sich nicht zu viele Kinder gleichzeitig auf dem Pausenhof aufhalten. Laut Bildungsministerin Li Andersson ist derzeit ein Gesetz in Arbeit, dass es Schulen ermöglichen soll, flexibel zwischen Frontal- und Fernunterricht zu wechseln, falls die Infektionszahlen wieder steigen.

Krankschreibung per Telefon nur noch bis Ende Mai möglich

Arbeitnehmer können sich noch bis Ende Mai auch nach telefonischer RĂŒcksprache mit dem Arzt krankschreiben lassen. Ab 1. Juni soll dann aber wieder ein Praxisbesuch dafĂŒr nötig sein, wie der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten, Kliniken und Krankenkassen am Donnerstag einstimmig beschloss. Das Ende der Sonderregelung wegen der Corona-Krise stehe im Einklang mit der aktuellen EinschĂ€tzung der GefĂ€hrdungslage, die zu Lockerungen in vielen Bereichen gefĂŒhrt habe, machte der Vorsitzende des Gremiums, Josef Hecken, deutlich.
Noch bis 31. Mai gilt nun, dass ArbeitsunfĂ€higkeitsbescheinigungen wegen leichter Atemwegserkrankungen fĂŒr bis zu sieben Kalendertage auch telefonisch zu bekommen sind. Dies kann ebenfalls per Telefon um weitere sieben Tage verlĂ€ngert werden. Der Bundesausschuss hatte die befristete Ausnahmeregelung in den vergangenen Monaten mehrmals verlĂ€ngert.

Steinmeier: "Mundschutz empfehlenswerter als Aluhut"

BundesprĂ€sident Frank-Walter Steinmeier hat angesichts der Verbreitung von Verschwörungstheorien an die Vernunft der BĂŒrger appelliert. Seine Hoffnung sei, dass "wir uns weiterhin an Tatsachen und Fakten orientieren", sagte Steinmeier in Berlin. Hier lesen Sie mehr.

SPD will Bundesinitiative wegen FÀllen auf Schlachthöfen starten

Angesichts der neuen Debatte um MissstĂ€nde in der Fleischindustrie will die nordrhein-westfĂ€lische SPD-Fraktion eine Bundesratsinitiative fĂŒr bessere Arbeitsbedingungen der oft auslĂ€ndischen BeschĂ€ftigten starten. Im nĂ€chsten Landtagsplenum werde die SPD einen entsprechenden Antrag zur EindĂ€mmung von WerkvertrĂ€gen in der Leiharbeit stellen, sagte SPD-Fraktionschef Thomas Kutschaty am Donnerstag in DĂŒsseldorf. Bisher seien alle Initiativen an der Union in der großen Koalition in Berlin gescheitert.

Die Kernaufgaben in Unternehmen mĂŒssten generell von eigenen BeschĂ€ftigten erledigt und dĂŒrften nicht an Subunternehmer vergeben werden, sagte Kutschaty. In der Fleischbranche sei das aber nicht der Fall.
Die SPD sei bereit, NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) im Kampf fĂŒr bessere Arbeits- und Lebensbedingungen der Arbeiter in Fleischbetrieben zu unterstĂŒtzen. Nach den zahlreichen Corona-FĂ€llen in einem Coesfelder Schlacht- und Zerlegebetrieb hatte Laumann angekĂŒndigt, eine "Politik der Null-Toleranz" gegen Schlachthofbetreiber zu fĂŒhren.

Beschluss: Kurzarbeitergeld wird erhöht – Kritik an Corona-Gesetzen gibt es dennoch

Die Opposition im Bundestag hat die umfangreichen Corona-Gesetze der Regierung kritisiert, die an diesem Donnerstag zur Abstimmung stehen. Die Linke bemĂ€ngelte, dass die geplante Corona-PrĂ€mie nur fĂŒr BeschĂ€ftigte in der Altenpflege gezahlt werden soll. Die AfD warf der großen Koalition vor, mit ihrer Krisenpolitik Angst, Hysterie und Depression zu erzeugen. FDP und GrĂŒne kritisierten, dass die PlĂ€ne dem Gesundheitsministerium zu weitreichende Befugnisse gĂ€ben.
Gesundheitsminister Jens Spahn verteidigte die Maßnahmen. "Ein Virus wie dieses bekĂ€mpft man doch nicht, indem man es leugnet", sagte der CDU-Politiker. Man habe gemeinsam viel erreicht. Es sei gelungen, die Infektionsdynamik zu brechen.

Jens Spahn (CDU), Bundesminister fĂŒr Gesundheit
Jens Spahn (CDU), Bundesminister fĂŒr Gesundheit (Quelle: Kay Nietfeld/dpa-bilder)

Der Bundestag beschloss allerdings am heutigen Donnerstag auch schon ein Gesetz, um Arbeitnehmer stĂ€rker vor Lohneinbußen bei Kurzarbeit zu bewahren. Die große Koalition stimmte dafĂŒr, die Opposition enthielt sich. Generell gibt es als Kurzarbeitergeld bereits jetzt 60 Prozent des letzten Nettolohns oder 67 Prozent fĂŒr Menschen mit Kindern. Nun soll es ab dem vierten Monat des Bezugs auf 70 Prozent beziehungsweise 77 Prozent erhöht werden. Ab dem siebten Bezugsmonat sollen es kĂŒnftig 80 Prozent oder 87 Prozent sein. Dies soll bis lĂ€ngstens 31. Dezember 2020 gelten. Das Gesetz, mit dem sich der Bundesrat noch befassen muss, sieht unter anderem auch einen lĂ€ngeren Anspruch auf Arbeitslosengeld vor.

Deutsche buchen offenbar wieder Urlaub

Die Aussicht auf Lockerungen von ReisebeschrĂ€nkungen beschert den Reiseanbietern deutlich gestiegene Buchungszahlen fĂŒr den kommenden Sommer. Deutsche Kunden buchten in den vergangenen Tagen mehr als doppelt so viele Urlaubstage wie zur Vorjahreszeit, wie eine Auswertung des touristischen Vertriebsdienstleisters DS Destination Solutions fĂŒr die "Wirtschaftswoche" am Donnerstag zeigte. Demnach lag die Zahl im April noch bis zu 90 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Den "grĂ¶ĂŸten Run" verzeichnete das Tochterunternehmen des Kölner Touristikunternehmens HRS, das auch die Angebote anderer Reiseanbieter bĂŒndelt, demnach bei Ferienwohnungen an der deutschen KĂŒste. Urlauber wollten dort im Schnitt außerdem lĂ€nger bleiben als frĂŒher. Auch Kreuzfahrtreedereien erlebten einen Aufschwung. Hotels dagegen seien derzeit insgesamt etwas weniger gefragt, mit Ausnahme von HĂ€usern großer Hotelketten, die mit strengen Hygienekonzepten werben.

SchĂŒlerin klagt erneut gegen RĂŒckkehr in die Schule

Eine SchĂŒlerin aus Frankfurt wehrt sich erneut mit einem Eilantrag vor Hessens oberstem Verwaltungsgericht gegen eine RĂŒckkehr in die Schule. "Zur BegrĂŒndung ihres Antrags beruft sie sich auf Belange des Infektions- und des Gesundheitsschutzes, die in Zeiten der Corona-Pandemie nicht hinreichend gewĂ€hrleistet seien", erklĂ€rte ein Sprecher des Verwaltungsgerichtshofs in Kassel am Donnerstag. Am (morgigen) Freitag werde der zustĂ€ndige Senat darĂŒber entscheiden. Danach will das Gericht die Öffentlichkeit informieren.

Neue Studie offenbart Details zu Corona-Übertragung

Das Coronavirus könnte einer neuen Studie zufolge möglicherweise vor allem beim Sprechen ĂŒbertragen werden. Mehr dazu erfahren Sie hier.

Strenge Baderegeln in Griechenland veranlasst

Vor einer erwarteten Hitzewelle in den kommenden Tagen hat der griechische Corona-Krisenstab die Öffnung aller 515 organisierten Badeanstalten des Landes ab Samstag erlaubt. Es wurden jedoch strenge Auflagen fĂŒr die Badenden erlassen. So sollen nur 40 Menschen pro 1.000 Quadratmeter zugelassen werden. Der Abstand zwischen den Sonnenschirmen muss mindestens vier Meter betragen. Und unter den Schirmen dĂŒrfen höchstens zwei Liegen stehen. Die Strandbars dĂŒrfen außerdem nur verpacktes Essen verkaufen und keinen Alkohol ausschenken, wie das Staatsfernsehen (ERT) am Donnerstag berichtete.
Bislang war das Baden im Meer in Griechenland wegen der Corona-Epidemie nur an nicht organisierten KĂŒstenabschnitten erlaubt.

Bayern setzt bei Kultur-Öffnung auf Vorsicht

Nach langen Corona-bedingten Schließungen will Bayerns MinisterprĂ€sident Markus Söder (CSU) auch bei der Wiedereröffnung von Kultureinrichtungen sehr vorsichtig vorgehen, setzt aber auf einen langsamen Neustart ab Pfingsten. Das Gros werde nach EinschĂ€tzung der Kulturminister aber eher erst ab den Sommerferien oder danach beziehungsweise im Herbst folgen.

Kurz trÀgt bei offiziellem Termin weder Maske noch hÀlt Abstand

Der erste offizielle Besuch außerhalb Wiens seit Beginn der Corona-Krise hat Österreichs Kanzler Sebastian Kurz heftige Kritik eingebracht. Der konservative Politiker war am Mittwoch im Kleinwalsertal ohne Mundschutz unterwegs. Mehr dazu lesen Sie hier.

Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz
Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz (Quelle: APA/HANS PUNZ/dpa-bilder)

Umfrage zeigt: GesundheitsÀmter haben zu wenig Personal

Viele GesundheitsĂ€mter haben in der Corona-Krise zu wenige Mitarbeiter, um die Kontakte Infizierter ausreichend nachzuverfolgen. Das ergab eine am Donnerstag veröffentlichte Umfrage von NDR und WDR von dieser Woche. Demnach gaben 119 aller gut 380 befragten Ämter in Deutschland an, nicht ĂŒber die von Bund und LĂ€ndern geforderten fĂŒnf Mitarbeiter pro 20.000 Einwohner zu verfĂŒgen. Allerdings antwortete nicht einmal die HĂ€lfte der befragten Behörden auf die Anfrage. 178 schriftliche Antworten wurden ausgewertet. In 25 FĂ€llen erklĂ€rten die GesundheitsĂ€mter demnach, generell ĂŒberlastet zu sein und darum ihren Aufgaben nicht vollstĂ€ndig nachkommen zu können.

UN befĂŒrchten Anstieg von psychischen Erkrankungen

Gesundheitsexperten der Vereinten Nationen befĂŒrchten wegen der weltweiten Coronavirus-Pandemie einen starken Anstieg psychischer Erkrankungen. "Isolation, Angst, Unsicherheit, wirtschaftliche Turbulenzen – all das löst psychischen Stress aus oder könnte ihn verursachen", sagte Devora Kestel, Direktorin der Abteilung fĂŒr psychische Gesundheit bei der Weltgesundheitsorganisation WHO. Es sei wahrscheinlich, dass es zu mehr psychischen Erkrankungen komme. Die Regierungen mĂŒssten das Thema in den Mittelpunkt ihrer KrisenbekĂ€mpfung stellen. Dazu seien mehr Investitionen in psychologische UnterstĂŒtzung und Notfallprogramme nötig, wie etwa Therapien per Videokonferenz.

Zu den besonders gefĂ€hrdeten Gruppen gehörten Kinder und Jugendliche, die von ihren Freunden getrennt wĂŒrden und nicht mehr zur Schule gehen dĂŒrften, sowie Mitarbeiter im Gesundheitswesen. Doch auch außerhalb des Gesundheitssektors hĂ€tten viele Menschen mit den Folgen der Isolation zu kĂ€mpfen. Andere hĂ€tten Angst, sich mit dem Coronavirus zu infizieren, zu sterben oder Familienmitglieder zu verlieren. Die Unsicherheit, wie lange die Krise noch anhĂ€lt, könne zu Angst und Hoffnungslosigkeit fĂŒhren.

Polizist bei Demonstration gegen Corona-Auflagen verletzt

Bei einer nicht genehmigten Demonstration gegen die Corona-EinschrÀnkungen im sÀchsischen Pirna, ist ein Polizist verletzt worden. Am Mittwochabend hatten sich nach Angaben der Polizei etwa 200 Menschen auf dem Marktplatz versammelt. Dabei hÀtten 30 gewaltbereite Teilnehmer die EinsatzkrÀfte angegriffen, sagte ein Sprecher. Zu Art und UmstÀnden der Verletzung machte er am Donnerstag keine weiteren Angaben. Insgesamt wurden acht Strafverfahren eingeleitet, unter anderem wegen Landfriedensbruchs und tÀtlichen Angriffs auf Vollzugsbeamte. Nach Auswertung der Videoaufzeichnungen seien weitere Ermittlungsverfahren möglich.

Mann ohne Schutzmaske bespuckt VerkÀuferin

In Crailsheim (Kreis SchwÀbisch Hall) hat ein Mann ohne Schutzmaske eine VerkÀuferin angespuckt. Mehr dazu lesen Sie hier.

WHO: Coronavirus verschwindet vielleicht nie wieder

Der Nothilfekoordinator der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist skeptisch, dass das neue Coronavirus nach der rasanten Ausbreitung rund um den Globus noch eliminiert werden kann. "Dieses Virus kann in der Bevölkerung heimisch werden, es kann sein, dass es nie mehr verschwindet", sagte Michael Ryan am Mittwochabend in Genf.

Auch HIV, das Virus, das die ImmunschwĂ€chekrankheit Aids auslöst, sei nie wieder verschwunden. Im Fall von HIV sei es der Welt gelungen, Medikamente und PrĂ€ventionsmaßnahmen zu schaffen, so dass das Virus seinen Schrecken verloren habe. "Ich will die Krankheiten nicht vergleichen, aber wir mĂŒssen realistisch sein, sagte Ryan.

Es gebe eine kleine Chance das neue Virus Sars-CoV-2 auszurotten. DafĂŒr mĂŒsse aber ein hocheffektiver Impfstoff gefunden werden, er mĂŒsse im ausreichenden Maß hergestellt und in aller Welt verteilt werden und die Menschen mĂŒssten einverstanden sein, sich impfen zu lassen. "Jeder einzelne dieser Schritte ist voller Herausforderungen", sagte Ryan. Er kritisierte die verbreitete Impfskepsis und die fehlenden Mittel fĂŒr gute Gesundheitssysteme in vielen Weltgegenden.

Gesundheitsminister Spahn hÀlt an ImmunitÀtsausweis fest

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hĂ€lt in der Corona-Krise die EinfĂŒhrung eines ImmunitĂ€tsausweises trotz des SPD-Widerstands weiter fĂŒr erforderlich. Mehr dazu lesen Sie hier.

Von Trump angepriesener Test möglicherweise stark fehleranfÀllig

Ein von US-PrĂ€sident Donald Trump angepriesener Schnelltest zum Coronavirus hat möglicherweise eine sehr hohe Fehlerquote. Laut einer am Mittwoch bekannt gewordenen Studie des Forschungszentrums NYU Lagone Health in New York sind Negativergebnisse des Tests in bis zu knapp der HĂ€lfte der FĂ€lle unzuverlĂ€ssig. Trump hat den Test des US-Pharmakonzerns Abbott Laboratories wiederholt gerĂŒhmt. Der Test wird auch im Weißen Haus selber angewendet. Der Test liefert positive Ergebnisse in fĂŒnf Minuten und negative Ergebnisse in 13 Minuten.

Laut den Forschern von NYU Lagone Health waren 48 Prozent der negativen Testresultate unzuverlĂ€ssig, wenn das fĂŒr den Abstrich benutzte StĂ€bchen trocken war – ein trockenes StĂ€bchen wird von Abbott empfohlen. Wurde das StĂ€bchen in FlĂŒssigkeit gelagert, war demnach etwa ein Drittel der Negativergebnisse fehlerhaft. Die Studie wurde bisher nur vorlĂ€ufig veröffentlicht. Sie muss noch von anderen Forschern gegengeprĂŒft werden.

Abbott wies die Ergebnisse der Untersuchung zurĂŒck. Das Unternehmen habe mehr als 1,8 Millionen der Tests verteilt und bei nur 0,02 Prozent RĂŒckmeldungen ĂŒber fehlerhafte Negativergebnisse erhalten, sagte ein Konzernsprecher. Nach seinen Angaben zeigte eine andere Studie durch die UniversitĂ€t von Detroit eine ZuverlĂ€ssigkeitsrate des Tests von 98 Prozent.

Corona-Test in New York (Symbolbild): Eine neue Studie zu Schnelltests in den USA verweist auf eine hohe Fehlerquote.
Corona-Test in New York (Symbolbild): Eine neue Studie zu Schnelltests in den USA verweist auf eine hohe Fehlerquote. (Quelle: Mary Altaffer/ap-bilder)

EVP-Chef Weber fordert "europaweites Reisezertifikat"

Der Fraktionschef der Christdemokraten im Europaparlament (EVP), Manfred Weber, hat in der Debatte ĂŒber die Grenzöffnungen in der Corona-Krise EU-weite Standards fĂŒr Hotels und Restaurants gefordert. "Wir brauchen ein europaweites Reisezertifikat", sagte Weber der "Passauer Neuen Presse". Nur so werde sichergestellt, dass Touristen die erforderlichen Hygienestandards vorfĂ€nden.

Prinzipien, die vor der Krise wichtig waren, mĂŒssten bei den geplanten Grenzöffnungen weiterhin beibehalten werden, sagte Weber. "Die europĂ€ische Reisefreiheit ist ein hohes Gut, es ist ein Grundrecht fĂŒr alle EuropĂ€er." Es dĂŒrfe dahingehend auch keine "bilateralen Vereinbarungen" geben. "Wer unseren Kontinent in EuropĂ€er erster und zweiter Klasse trennen will, setzt letztlich Europas Einheit aufs Spiel."

Seehofer: Bei zu vielen Neuinfektionen mĂŒssen Grenzen wieder geschlossen werden

Innenminister Horst Seehofer (CSU) hat davor gewarnt, dass bei einem deutlichen Anstieg der Corona-Neuinfektionen die gerade beschlossenen Grenzöffnungen wieder zurĂŒckgenommen werden mĂŒssten. "Wenn das Infektionsgeschehen so gĂŒnstig bleibt oder noch gĂŒnstiger wird, dann beenden wir am 15. Juni die Grenzkontrollen", sagte Seehofer am Mittwochabend in der ARD-Sendung "maischberger. die woche". Wenn die Infektionen aber deutlich steigen wĂŒrden, mĂŒssten die Lockerungen wieder zurĂŒckgenommen werden.

"Wenn das Infektionsgeschehen uns entgleitet, wenn es mehr als 50 Infektionen auf 100.000 in sieben Tagen gibt, wenn so etwas auftreten sollte, im grenznahen Raum, dann mĂŒssen wir mit unseren Nachbarn reden", sagte Seehofer. Deutschland sei keine Insel und in diesem Fall mĂŒssten die Lockerungen bei den Grenzkontrollen wieder zurĂŒckgenommen werden. Dies wĂŒrde "in vollkommener Übereinstimmung mit unseren Nachbarn" erfolgen, betonte Seehofer.

Horst Seehofer: Der Innenminister schließt eine erneute Schließung der Grenzen nicht aus.
Horst Seehofer: Der Innenminister schließt eine erneute Schließung der Grenzen nicht aus. (Quelle: Hannibal Hanschke/Pool/Reuters/dpa/dpa)

Spanien: Offenbar zehnmal so viel Infizierte wie bisher bekannt

In Spanien deutet eine Studie darauf hin, dass 2,3 Millionen Menschen und damit zehnmal mehr als offiziell bekannt mit dem Virus infiziert sind. Bei der Erhebung seien 90.000 Personen in 36.000 Haushalten getestet worden, teilt das Gesundheitsministerium mit. Dabei habe sich gezeigt, dass hochgerechnet fĂŒnf Prozent der Bevölkerung infiziert sei, was bei 45 Millionen Einwohnern rund 2,3 Millionen bedeute. Nach offiziellen Angaben gibt es etwas weniger als 230.000 Covid-19-FĂ€lle in Spanien.

Momentan suchen Forscher auf der ganzen Welt einen Impfstoff gegen das Coronavirus. (Symbolbild)
Momentan suchen Forscher auf der ganzen Welt einen Impfstoff gegen das Coronavirus. (Symbolbild) (Quelle: imago-images-bilder)

China meldet drei Neuinfektionen

China meldet drei neue Coronavirus-FĂ€lle, nach sieben tags zuvor. Alle neuen Infektionen seien lokal ĂŒbertragen worden – zwei in der nordöstlichen Provinz Liaoning und einer in der Provinz Jilin, teilen die Gesundheitskommissionen des Landes mit. Die Gesamtzahl der mit dem Virus infizierten Personen liegt nach offiziellen Angaben nun bei 82.929, die Zahl der Todesopfer bleibt unverĂ€ndert bei 4.633.

Paul-Ehrlich-Institut rechnet mit ersten Impfstoff-Kandidaten Ende 2020

Der PrĂ€sident des fĂŒr die Zulassung von Medikamenten zustĂ€ndigen Paul-Ehrlich-Instituts, Klaus Cichutek, ist zuversichtlich, dass bis Ende des Jahres konkret ĂŒber die Zulassung eines Impfstoffes gesprochen werden könne. "Ich gehe davon aus, dass es in Deutschland drei weitere klinische PrĂŒfungen von Impfstoffkandidaten geben wird", sagt Cichutek in einem Interview mit der Zeitung "Mannheimer Morgen".

Ab Herbst könne es bereits PrĂŒfungen zur Sicherheit und zur Wirksamkeit des Impfstoffes geben. "Wenn all diese klinischen PrĂŒfungen positiv ausfallen, unterhalten wir uns gegen Ende dieses Jahres oder Anfang nĂ€chsten Jahres darĂŒber, wie man in Richtung einer Zulassung kommt." In der Zwischenzeit benötigten wir andere Maßnahmen, um die Pandemie zu unterdrĂŒcken und könnten weitere Therapien ĂŒberprĂŒfen, sagt Cichutek. Als Beispiel nennt der Biochemiker die Behandlung mit dem Blutplasma genesener Covid-19-Patienten, die Antikörper gegen das Virus enthielten.

USA fordern Öffnung der Schulen ab dem Herbst

Schulen und UniversitĂ€ten in den USA sollten nach Ansicht von PrĂ€sident Donald Trump trotz der Coronavirus-Pandemie ab dem Herbst wieder fĂŒr den Unterricht öffnen. Das neue Schuljahr solle wie geplant losgehen, zumal das Coronavirus "sehr wenig Auswirkungen" auf jĂŒngere Menschen habe, sagte Trump am Mittwochabend (Ortszeit) im Weißen Haus. Die Entscheidung zur Lockerung der Corona-Auflagen liege bei den Gouverneuren der 50 Bundesstaaten, Schulen seien dabei aber wichtig, erklĂ€rte Trump. "Ein Staat ist nicht offen, wenn die Schulen nicht geöffnet sind", sagte er.

Trump weist Warnungen Faucis als "nicht vertretbar" zurĂŒck

US-PrĂ€sident Donald Trump hĂ€lt die Warnungen des Gesundheitsexperten und Beraters Anthony Fauci vor den Risiken einer zu schnellen Wiedereröffnung der Wirtschaft fĂŒr "nicht vertretbar". "FĂŒr mich ist es keine vertretbare Lösung", sagt Trump vor Reportern im Weißen Haus. Hier lesen Sie mehr.

Pharmariese Sanofi will Corona-Impfstoff allen zur VerfĂŒgung stellen

Der französische Pharmagigant Sanofi hat versichert, einen kĂŒnftigen Impfstoff gegen das Coronavirus Sars-CoV-2 allen anzubieten. "Der Impfstoff gegen Covid-19 wird allen BĂŒrgern zur VerfĂŒgung gestellt werden, ungeachtet ihrer NationalitĂ€t", zitierte Sanofi France am Mittwochabend den Generaldirektor Paul Hudson.

Die Mitteilung folgte einem Interview mit Hudson, das die US-Finanznachrichtenagentur Bloomberg veröffentlicht hatte. Hudson habe dabei deutlich gemacht, dass die USA bei dem Impfstoff Vorrang hĂ€tten, berichtete Bloomberg auf seiner Internetseite. Die USA hĂ€tten als erste die Forschung unterstĂŒtzt. Die US-Regierung habe "das Recht fĂŒr die grĂ¶ĂŸte Vorausbestellung", zitierte die Agentur den Sanofi-Chef.

Die beiden Pharmakonzerne Sanofi und GlaxoSmithKline hatten bereits im April mitgeteilt, sie wollten gemeinsam an einem Impfstoff gegen das Coronavirus Sars-CoV-2 arbeiten. Sollten Tests erfolgreich verlaufen, könnte ein Impfstoff in der zweiten JahreshĂ€lfte 2021 verfĂŒgbar sein. Sanofi teilte nun via Twitter mit, die Teams des Unternehmens seien bemĂŒht, die Entwicklung eines Impfstoffs zu beschleunigen.

Unionsfraktionsvize Jung fordert weitere Lockerungen an der Grenze

Nach den angekĂŒndigten Lockerungen der Grenzkontrollen fordert Unionsfraktionsvize Andreas Jung rasche weitere Schritte hin zu einer Normalisierung des Grenzverkehrs. "Am Samstag gehen die SchlagbĂ€ume an den geschlossenen GrenzĂŒbergĂ€ngen endlich wieder hoch. Das ist ein wichtiger Schritt, wir sind aber noch nicht am Ziel", sagte der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. "Wir kĂ€mpfen weiter fĂŒr eine europĂ€ische Antwort gegen Corona ohne GrenzbeschrĂ€nkungen", betonte Jung.

In einem nĂ€chsten Schritt mĂŒssten Einreisesperren entfallen und ZurĂŒckweisungen aufhören. "Die Menschen mĂŒssen wieder zueinander kommen können - mit Abstand, aber ĂŒber Grenzen hinweg", betonte Jung. Er forderte: "Da brauchen wir jetzt schnell Bewegung, nicht erst Mitte Juni!"

Geschasster Spitzenbeamter: USA nicht ausreichend vorbereitet

Die USA waren nach Ansicht eines nach eigenen Angaben wegen Kritik an der Corona-Politik der Regierung geschassten Spitzenbeamten nicht ausreichend auf die Pandemie vorbereitet. "Wir haben frĂŒhe Warnzeichen ĂŒbersehen", heißt es in einer am Mittwoch veröffentlichten Aussage von Rick Bright vor dem US-Senat. Der Beamte hatte im vergangenen Monat seinen Posten als Chef der Behörde fĂŒr biomedizinische Forschung und Entwicklung (Barda) verloren – nach eigenen Angaben, weil er sich gegen Corona-PlĂ€ne von PrĂ€sident Donald Trump stellte.

Wenn die USA jetzt nicht endlich landesweit koordiniert gegen die Corona-Pandemie vorgingen, drohe dem Land der "schwĂ€rzeste Winter" seit Jahrzehnten, heißt es in der Aussage von Bright. Diese will der Gesundheitsexperte am Donnerstag vor dem Senat machen, am Mittwoch wurde sie vorab veröffentlicht. "Unser Zeitfenster schließt sich." Zu Beginn der Corona-Krise habe die Regierung Grundregeln des Umgangs mit Pandemien "vergessen", kritisiert Bright.

Die Barda ist unter anderem an der Entwicklung eines Corona-Impfstoffes beteiligt. Er sei als Chef abgelöst und auf einen untergeordneten Posten versetzt worden, weil er sich gegen den Einsatz der Malaria-Mittel Hydroxychloroquin und Chloroquin gestellt habe, sagt Bright. Obwohl deren Nutzen nicht bewiesen sei, habe PrĂ€sident Donald Trump deren Anwendung immer wieder propagiert. Dagegen habe er das Wort ergriffen – und sei daraufhin seinen Job losgeworden.

Reproduktionsfaktor "R" sinkt auf 0,81

Der Reproduktionsfaktor "R" in Deutschland sinkt nach Angaben des Robert-Koch-Instituts weiter unter den kritischen Wert von "1". Aktuell betrage er 0,81, teilt das Institut in seinem aktuellen Lagebericht mit. Am Dienstag hatte er bei 0,94 gelegen, am Montag bei 1,07. Ein Wert unter 1,0 bedeutet grob gesagt, dass ein Infizierter im Schnitt weniger als eine andere Person ansteckt. Dies ist nach Angaben des RKI ein wichtiges Ziel auch mit Blick auf die Lockerung von BeschrÀnkungen. Hier lesen Sie mehr.

Cyber-Attacken in Corona-Forschung: USA machen China schwere VorwĂŒrfe

US-Behörden warnen davor, dass chinesische Hacker Forschungsarbeit im Kampf gegen das Coronavirus ausspĂ€hen. Die US-Bundespolizei FBI und die US-Behörde fĂŒr Cybersicherheit CISA erklĂ€rten am Mittwoch in einer gemeinsamen Mitteilung, Organisationen, die zu Impfstoffen, Tests und Behandlungen mit Blick auf das Virus arbeiteten, seien vorrangige Ziele solcher SpĂ€hversuche Chinas und sollten ihre Systeme schĂŒtzen.

Ausforschungsversuche dieser Art seien bereits beobachtet worden. Der potenzielle Diebstahl dieser Informationen gefĂ€hrde die Bereitstellung sicherer und effizienter Behandlungsoptionen. "Chinas BemĂŒhungen, diese Sektoren ins Visier zu nehmen, stellen eine signifikante Bedrohung fĂŒr die Reaktion unserer Nation auf Covid-19 dar", hieß es weiter. Die Beziehungen zwischen den USA und China sind in der Corona-Krise generell angespannt. US-PrĂ€sident Donald Trump hat China fĂŒr den Ausbruch der Pandemie verantwortlich gemacht und dem Land UnfĂ€higkeit im Umgang mit dem Virus vorgeworfen.

Frankreich meldet ĂŒber 27.000 TodesfĂ€lle

In Frankreich sind mehr als 27.000 Menschen in Folge einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Seit Beginn der Pandemie seien 27.074 TodesfÀlle registriert worden, teilte das Gesundheitsministerium am Mittwochabend mit. Die Zahl der Toten stieg damit im Vergleich zum Vortag um 83. Nach Angaben des Ministeriums wurden 9.973 der TodesfÀlle in Alten- und sozialen Pflegeeinrichtungen registriert. Rund 27.000 Menschen wurden noch in Kliniken wegen einer Infektion mit dem Virus Sars-CoV-2 behandelt.

Italienisches Kabinett verabschiedet 55-Milliarden-Euro-Hilfspaket

Nach lĂ€ngerer Verzögerung hat Italien sein 55 Milliarden Euro schweres Hilfspaket auf den Weg gebracht, das Wirtschaft und Privatleute in der Virus-Krise unterstĂŒtzen soll. Das Kabinett habe dem Vorhaben zugestimmt, sagt Regierungschef Giuseppe Conte. Streit in der wackeligen Regierungskoalition hatte die Verabschiedung wiederholt verzögert.

Corona-Verdacht: Trumps Ex-Wahlkampfmanager darf Haftzeit zu Hause verbĂŒĂŸen

Der frĂŒhere Wahlkampfmanager von US-PrĂ€sident Donald Trump, Paul Manafort, kann seine restliche Haftstrafe wegen der Corona-Pandemie nach Medienberichten zu Hause absitzen. Mehrere US-Medien, darunter die "Washington Post" und der Fernsehsender CNN, berichteten am Mittwoch unter Berufung auf Manaforts AnwĂ€lte, dieser habe wegen BefĂŒrchtungen einer Corona-Infektion aufgrund von Vorerkrankungen die Erlaubnis bekommen, seine weitere Haftstrafe statt im GefĂ€ngnis unter Hausarrest zu verbĂŒĂŸen.

SĂŒdamerikanische Stadt: In Santiago de Chile gilt ab Freitag eine Ausgangssperre.
SĂŒdamerikanische Stadt: In Santiago de Chile gilt ab Freitag eine Ausgangssperre. (Quelle: imago-images-bilder)

Chile stellt komplette Hauptstadt unter QuarantÀne

Nach einem starken Anstieg der Infektionen hat die chilenische Regierung den Ballungsraum um die Hauptstadt Santiago de Chile unter QuarantĂ€ne gestellt. "Diese Maßnahmen werden ergriffen, um zu verhindern, dass noch mehr Menschen im Krankenhaus behandelt werden mĂŒssen, und dass sich der Infektionsherd vom Großraum Santiago auf andere Gebiete ausbreitet", sagte Gesundheitsminister Jaime Manalich am Mittwoch. Demnach dĂŒrfen die Bewohner der Region nur noch mit einer Ausnahmegenehmigung ihre HĂ€user und Wohnungen verlassen.

Die Ausgangssperre gilt ab Freitagabend (Ortszeit) fĂŒr zunĂ€chst eine Woche in den 32 Gemeinden der Metropolregion und sechs angrenzenden Ortschaften. Insgesamt leben in der Region etwa acht Millionen Menschen - das entspricht gut 40 Prozent der Gesamtbevölkerung Chiles. In dem sĂŒdamerikanischen Land haben sich bislang 34.381 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert - allein in den vergangenen 24 Stunden kamen 2.660 neue FĂ€lle dazu. 347 Patienten sind im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben.

Arbeitsminister Heil will in der Fleischindustrie "aufrÀumen"

Nach der HĂ€ufung von Corona-Infektionen in mehreren Schlachtbetrieben hat Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) gesetzliche Konsequenzen in Aussicht gestellt. "Wir werden aufrĂ€umen mit diesen VerhĂ€ltnissen", versicherte Heil am Mittwoch bei einer Aktuellen Stunde im Bundestag. Das Corona-Kabinett werde am kommenden Montag Maßnahmen beschließen, die ĂŒber die bisherigen Vorschriften hinausgingen, sagte er und beklagte die oft prekĂ€ren Arbeits- und Wohnbedingungen von auslĂ€ndischen Leiharbeitern in der Fleischwirtschaft. "Wir dĂŒrfen als Gesellschaft nicht weiter zugucken, wie Menschen aus Mittel- und Osteuropa in dieser Gesellschaft ausgebeutet werden."

Der Minister betonte, das derzeitige Subunternehmertum in der Branche sei die "Wurzel des Übels". Deshalb warb er dafĂŒr, grundsĂ€tzlich ĂŒber die derzeit weit verbreiteten Werksvertrags-Konstruktionen nachzudenken. DarĂŒber hinaus machte sich Heil fĂŒr bundesweit verbindliche Kontrollquoten stark. Viele BundeslĂ€nder hĂ€tten bei den zustĂ€ndigen Behörden zu stark gespart, um die Einhaltung der bestehenden Arbeitsschutzregeln zu ĂŒberprĂŒfen.

Virus-Drehscheibe Ischgl erklĂ€rt sich fĂŒr coronafrei

Der in den vergangenen Wochen als Corona-Hotspot kritisierte Wintersportort Ischgl in Österreich ist wieder coronafrei. Wie aus einer Informationssammlung des Landes Tirol hervorgeht, gibt es in der kleinen Gemeinde derzeit keinen aktiven Fall der Lungenkrankheit Covid-19. Auch in den weiteren Gemeinden im Paznauntal gibt es kaum noch Erkrankte. Am Mittwoch hat der Tiroler Landtag eine Kommission eingesetzt, um das Corona-Krisenmanagement der Landesregierung zu untersuchen. Auch Ischgl wird dabei im Fokus stehen. Von hier aus dĂŒrfte sich das Virus durch die vielen internationalen GĂ€ste weit verbreitet haben.

In Litauen sollen Schulen und Café öffnen

Litauen hat weitere Lockerungen der Corona-EinschrĂ€nkungen beschlossen. Die Regierung in Vilnius hob am Mittwoch die Mundschutzpflicht im öffentlichen Raum weitestgehend auf. Mit Beginn der kommenden Woche sollen Bars, CafĂ©s und Restaurants auch im Innenbereich Kunden bedienen dĂŒrfen, etwas spĂ€ter können dann SchĂŒler in dem Baltenstaat wieder in die Klassenzimmer zurĂŒckkehren. Dies teilte Regierungschef Saulius Skvernelis auf einer Pressekonferenz mit.

Wien spendiert Essens-Gutscheine fĂŒr Restaurants

In der Corona-Krise spendiert die Stadt Wien allen 950.000 Haushalten einen Gutschein fĂŒr Restaurantbesuche in Höhe von bis zu 50 Euro. Das kĂŒndigte BĂŒrgermeister Michael Ludwig (SPÖ) am Mittwoch an. Ein-Personen-Haushalte erhalten einen Bon von 25 Euro, Mehr-Personen-Haushalte einen 50-Euro-Gutschein. Dieser könne in allen teilnehmenden Restaurants und KaffeehĂ€usern bis Ende September eingelöst werden. Einen Wermutstropfen gibt es allerdings: Alkoholische GetrĂ€nke können mit Steuergeld nicht bezahlt werden.

Die österreichische Hauptstadt, in der im Oktober gewĂ€hlt wird, lĂ€sst sich die Aktion 40 Millionen Euro kosten. "Ja, wir können uns das leisten", sagte Ludwig. Immerhin gehe es um die Zukunft von 6.500 Wirtshausbetrieben mit rund 60.000 BeschĂ€ftigten. Bereits Mitte MĂ€rz hatte Wien angesichts des Infektionsrisikos mit dem Coronavirus allen Senioren und Seniorinnen ĂŒber 65 Jahre einen Taxi-Gutschein in Höhe von 50 Euro spendiert.

Volle Straße in Wien: Alkoholische GetrĂ€nke können mit Steuergeld nicht bezahlt werden.
Volle Straße in Wien: Alkoholische GetrĂ€nke können mit Steuergeld nicht bezahlt werden. (Quelle: imago-images-bilder)

Australische Kirche fĂŒr Verkauf von angeblichen Corona-Mittel bestraft

In Australien ist eine fĂŒr ihre fragwĂŒrdige Heilungsmethoden bekannte "Kirche" wegen illegaler Werbung fĂŒr ein vermeintliches Corona-Wunderheilmittel mit Geldbußen belegt worden. Gegen die Gemeinde MMS Australia seien zwölf Geldstrafen in Höhe von umgerechnet insgesamt rund 90.000 Euro verhĂ€ngt worden, teilte die australische Arzneimittelaufsicht TGA am Mittwoch mit. Der Behörde zufolge enthielt das vermeintliche Wundermittel eine hohe Konzentration von Natriumchlorit – einer Chemikalie, die etwa zum Bleichen von Textilien oder als Desinfektionsmittel verwendet wird.

MMS Australia ist ein Ableger der in den USA ansĂ€ssigen Genesis II Church of Health and Healing, die einer einstweiligen VerfĂŒgung des US-Justizministeriums unterliegt. Damit soll die Kirche am Verkauf oder Vertrieb einer eigenen Version von MMS ("Miracle Mineral Solution") gehindert werden, die das Bleichmittel Chlordioxit enthĂ€lt. Auf einer mutmaßlich mit der Kirche in Verbindung stehenden Website wird angefĂŒhrt, dass MMS alles von Alzheimer bis Malaria heilen könne.

Spanien will Grenzen bis Juli geschlossen halten

Die spanischen Behörden erwĂ€gen nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters, die Grenzen fĂŒr die meisten Reisenden aus dem Ausland bis Juli geschlossen zu halten. Sobald die "neue NormalitĂ€t" hergestellt sei, könnten die Grenzen fĂŒr Schengen-Staaten geöffnet werden, sagt ein Vertreter des Außenministeriums und fĂŒgt hinzu: "Wir reden ĂŒber eine Öffnung fĂŒr diese LĂ€nder Anfang Juli."

In Spanien steigt die Zahl der neu gemeldeten InfektionsfÀlle um 661 auf 228.691. Sie bleibt damit erneut unter der Marke von 1000. Am Vortag hatte es mit 594 Ansteckungen die wenigsten Neuinfektionen seit mehr als zwei Monaten gegeben. Bei den TodesfÀllen verzeichnet das Gesundheitsministerium am Mittwoch einen Anstieg um 184 auf 27.104.

Reihen-Testungen auf Schlachthöfen in Bayern geplant

Nach steigenden Zahlen von Corona-Infizierten an einem Schlachthof im Landkreis Straubing-Bogen sollen auch Mitarbeiter anderer Betriebe in Bayern untersucht werden. Das teilte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Mittwoch in MĂŒnchen mit. Die Zahl der positiven Befunde in der niederbayerischen Firma sei laut Landratsamt auf 14 gestiegen, so der Ministeriumssprecher. Die Tests hierzu seien aber vor der am Dienstag begonnenen Reihenuntersuchung aller 1.000 Mitarbeiter erfolgt.

"Klar ist auch: Die Arbeit im Schlachthof selbst fĂŒhrt nicht zu einer besonderen Infektionssituation, vielmehr mĂŒssen die GemeinschaftsunterkĂŒnfte in den Blick genommen werden", erklĂ€rte der Sprecher weiter.

Johnson: 275 Mitarbeiter aus Gesundheits- und Sozialwesen gestorben

In Großbritannien sind nach Angaben von Premierminister Boris Johnson inzwischen 144 Mitarbeiter im Gesundheitswesen und 131 Sozialarbeiter im Zusammenhang mit Covid-19 verstorben. Insgesamt hat das Vereinigte Königreich mehr als 40.000 Corona-Tote bestĂ€tigt - so viele wie in keinem anderen europĂ€ischen Land.

Restaurants und Friseure dĂŒrfen in Polen wieder öffnen

Polen lockert weitere Corona-Schutzmaßnahmen. Ab dem 18. Mai dĂŒrfen Restaurants und Friseursalons wieder öffnen, wie MinisterprĂ€sident Mateusz Morawiecki mitteilt. Schulen sollen fĂŒr Erst- bis DrittklĂ€ssler Tagesbetreuung anbieten. "Wir haben die Epidemie zumindest bis zu einem gewissen Grad eingedĂ€mmt, daher können wir die Wirtschaft allmĂ€hlich wieder auftauen."

Russland stoppt Nutzung von BeatmungsgerÀten

Russland hat nach zwei BrĂ€nden in Corona-Kliniken und dem Tod von sechs Patienten die Nutzung seiner Beatmungsmaschinen namens "Awenta-M" gestoppt. Ab sofort sei die Nutzung der seit dem 1. April hergestellten GerĂ€te fĂŒr die kĂŒnstliche Beatmung von Patienten untersagt, teilte die Gesundheitsschutzbehörde Rossdrawnadsor am Mittwoch in Moskau mit. Als Grund nannte die staatliche Überwachungsstelle fĂŒr das Gesundheitswesen einen Brand in einer Moskauer Klinik am 9. Mai und in einer St. Petersburger Klinik am 12. Mai. Insgesamt starben bei den UnglĂŒcken sechs Menschen.

Ermittler gehen dem Verdacht nach, dass es einen Kurzschluss an den Maschinen gegeben hat – mit den BrĂ€nden als Folge. Russland hatte GerĂ€te dieses Typs auch an die USA als humanitĂ€re Hilfe geliefert. Die dort fĂŒr den Katastrophenschutz zustĂ€ndige Behörde FEMA untersagte der russischen Staatsagentur Tass zufolge die Nutzung der "Awenta-M"-Apparate, bis die BrĂ€nde in Russland aufgeklĂ€rt sind.

Innenminister Seehofer will europÀischen Grenzverkehr wieder herstellen

Deutschland will zudem seine Grenzkontrollen schrittweise lockern. Die PlÀne dazu hat Innenminister Horst Seehofer am Mittwoch auf einer Pressekonferenz prÀsentiert. Mehr dazu lesen Sie hier.

China riegelt erneut Millionenstadt ab

In China haben die Behörden erneut eine Metropole wegen des Corona-Risikos weitgehend abgeschottet. Mehr dazu lesen Sie hier.

Corona-Krise wird deutsche Kommunen finanzielle belasten

Viele deutsche StÀdte und Gemeinden erwarten wegen der Folgen der Corona-Krise auf absehbare Zeit eine deutliche Verschlechterung ihrer Haushaltslage. Das geht aus einer am Mittwoch in Frankfurt am Main veröffentlichen Befragung der staatlichen Förderbank KfW unter 200 Kommunen hervor. Demnach beurteilen 90 Prozent von ihnen ihre Finanzsituation im laufenden Jahr "pessimistisch". 80 Prozent gehen davon aus, dass die Lage auch im kommenden Jahr schlecht bleibt.

Die Befragung ist nach Angaben der KfW nicht reprĂ€sentativ fĂŒr die Gesamtheit der Kommunen. Sie liefere jedoch "einen belastbaren Eindruck" davon, wie sich die Corona-Pandemie finanziell auf die Gemeinden auswirke, erklĂ€rte die Förderbank. 42 Prozent erwarteten in diesem Jahr stark sinkende Einnahmen, weitere 53 Prozent zumindest tendenziell sinkende Einnahmen. Hauptursache dafĂŒr sei, dass die Steuereinnahmen durch die Krise zurĂŒckgingen.

Spahn: Homeoffice und nebenbei die Kinder "ist Kokolores"

In einem Interview mit der Wochenzeitung "Die Zeit" hat sich Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ĂŒber die Schutzmasken-Situation in Deutschland geĂ€ußert – und seine Bedenken zum Thema Homeoffice geĂ€ußert. Die Lage auf dem Markt medizinischer Masken habe sich nach entspannt, so Spahn. Die Beschaffung habe mĂŒhsam angefangen, sagte der CDU-Politiker. "Mittlerweile gelingt es uns aber, so viel zu beschaffen, dass mir die ersten kassenĂ€rztlichen Vereinigungen und LĂ€nder sagen "der Hof ist voll, stell die Lieferungen ein". Vor vier Wochen sei das noch schwieriger gewesen, sagte Spahn.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn: Zu Beginn der Corona-Krise gab es Kritik aus KrankenhĂ€usern und Pflegeeinrichtungen. Es war nicht genĂŒgend SchutzausrĂŒstung vorhanden.
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn: Zu Beginn der Corona-Krise gab es Kritik aus KrankenhĂ€usern und Pflegeeinrichtungen. Es war nicht genĂŒgend SchutzausrĂŒstung vorhanden. (Quelle: photothek/imago-images-bilder)

Kliniken, Praxen und Pflegeeinrichtungen hatten zu Beginn der Corona-Krise kritisiert, dass nicht ausreichend SchutzausrĂŒstung fĂŒr die BeschĂ€ftigten zur VerfĂŒgung stehe. Die Bundesregierung hatte daraufhin beschlossen, unter anderem Masken zentral zu beschaffen. In dem Interview warb Spahn um VerstĂ€ndnis: "HĂ€tten wir frĂŒher Masken kaufen sollen? Ja! Hab ich mich aktiv dagegen entschieden, Masken zu kaufen, nein!", erklĂ€rte er. Zu dem Zeitpunkt, wo man es hĂ€tte tun sollen, sei das Thema nicht im Bewusstsein gewesen. "Im Nachhinein ist man schlauer."

Die Belastungen durch Homeoffice und gleichzeitige Kinderbetreuung in Corona-Zeiten werden nach Spahns EinschĂ€tzung oft unterschĂ€tzt. "Diese Vorstellung, das kriege ich ja auch mit, Homeoffice und nebenbei die Kinder, wo dann jeder denkt, klappt schon irgendwie, ist natĂŒrlich Kokolores – klappt nicht", sagte Spahn.

CDU-Politiker will Reisefreiheit nur fĂŒr Menschen aus Grenzregionen

Der CDU-Innenpolitiker Armin Schuster fordert, die Reisefreiheit fĂŒr die Grenzbevölkerung wieder herzustellen, die Grenzen angesichts der Corona-Pandemie aber noch nicht generell zu öffnen. "Das wĂŒrde dem Handel sehr helfen, das wĂŒrde den sozialen Beziehungen helfen. Und ich glaube, dann wĂ€re der grĂ¶ĂŸte emotionale Druck auch genommen", sagte der Unionsobmann im Bundestagsinnenausschuss dem Deutschlandfunk. "Aber die Grenzkontrollen deswegen abzuschaffen, das halte ich fĂŒr verfrĂŒht." Die Krise sei noch nicht gemeistert. Das Signal fĂŒr offene Grenzen in Europa - vor allem zu Pfingsten – wolle er nicht senden.

Österreich öffnet Grenze zu Deutschland wieder

Die wegen der Corona-Pandemie geschlossene Grenze zwischen Deutschland und Österreich werden am 15. Juni wieder vollstĂ€ndig geöffnet. Mehr dazu lesen Sie hier.

TUI muss wegen Corona-Krise ĂŒber 8.000 Stellen streichen

Der Reisekonzern TUI hat mitgeteilt, dass durch die Pandemie und den extremen wirtschaftlichen Verlust im Sommer 2020 etwa 8.000 Stellen gestrichen werden mĂŒssen. Mehr dazu lesen Sie hier.

Nachfrage nach durchsichtigen Kunststoffplatten gestiegen

Durchsichtige Kunststoffplatten sind in der Corona-Krise als Hygieneschutzmaßnahme stark gefragt. Der Branche beschere das eine beispiellose Auftragslage, sagte Joachim Wehmeyer vom Einkaufs-Verband Deutscher KunststoffhĂ€ndler (EVDK). Durch die Wertschöpfungskette hinweg sei man davon ĂŒberrascht worden. Nun gebe in ganz Europa kein Material mehr. Die HĂ€ndler seien wegen der gestiegenen Nachfrage teilweise mit Lieferzeiten seitens der Industrie von bis zu einem halben Jahr konfrontiert und bedienten sich aus den BestĂ€nden, bereits im Vorfeld platzierten Bestellungen oder RahmenvertrĂ€gen, so der EVDK. Die ProduktionskapazitĂ€ten der Industrie seien maximal ausgelastet.

Kunststoffplatten werden zum Schutz gegen die Ausbreitung des neuen Coronavirus derzeit an vielen Orten eingebaut: in Restaurants und CafĂ©s ebenso wie in Altersheimen, Schulen, Firmen und GeschĂ€ften. In den kommenden Monaten rechne man daher nicht mit einer Abnahme der Nachfrage, hieß es vom EVDK.

Amtsarzt kritisiert Berliner Warnsystem scharf

Das neue Berliner Warnsystem fĂŒr die Corona-Pandemie hat aus Sicht des Reinickendorfer Amtsarztes Patrick Larscheid SchwĂ€chen. In dem Ampelsystem sind die Reproduktionsrate, die Zahl der Neuinfektionen und die Belegung der Intensivbetten mit Covid-19-Patienten die entscheidenden Warnfaktoren. Wird beispielsweise die Marke von 20 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen erreicht, schaltet die Ampel von GrĂŒn auf Gelb, bei 30 Neuinfektionen auf Rot. Larscheid kritisiert diese Grenzwerte als willkĂŒrlich. "Die Zahl 20 und 30, fĂŒr die gibt es ĂŒberhaupt keine Grundlage, die ist völlig aus der Luft gegriffen", sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

"Ich muss Zahlenentwicklungen im Blick haben, das ist viel wichtiger als absolute Werte. Insofern bin ich mit diesem System nicht so richtig glĂŒcklich." FĂŒr Larscheid gilt das allerdings auch fĂŒr die in der vergangenen Woche zwischen Bund und LĂ€ndern getroffene Festlegung von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner: "Die alte Regel hat genau dieselbe SchwĂ€che, dass die bloße Zahl völlig willkĂŒrlich war."

Expertenprognose: Bis Ende Juli fast 150.000 Corona-Tote in den USA

US-Wissenschaftler gehen in einer aktualisierten Modellrechnung davon aus, dass es in den Vereinigten Staaten bis Ende Juli fast 150.000 Corona-Tote geben wird. Die höhere prognostizierte Opferzahl liege unter anderem an der in vielen Landesteilen beginnenden Lockerung der Corona-Auflagen, erklĂ€rten die Forscher des Instituts IHME der UniversitĂ€t Washington in Seattle am Dienstag. Die ganzen Auswirkungen der Lockerungen wĂŒrden wegen der Zeit zwischen Ansteckungen, Tests, möglichen Krankenhausaufenthalten oder TodesfĂ€llen erst in einigen Wochen klar werden, warnten sie.

Die Experten hatten ihr Modell zuletzt erst am Sonntag aktualisiert und erklĂ€rt, die Opferzahl wĂŒrde sich ab Ende Juli bei etwa 134.000 Toten stabilisieren. Nun prognostizieren sie fĂŒr den 4. August rund 147.000 Tote. Das IHME-Modell stellt keine genaue Prognose dar: Jedes Rechenmodell kann nur so gut sein wie die ihm zugrundeliegenden Daten, Annahmen und die daraus gezogenen SchlĂŒsse. Der Wert von 147.000 Toten bis Anfang August stellt denn auch einen Mittelwert der Berechnungen der Forscher dar. Mindestens gehen die Experten von 113.000 TodesfĂ€llen aus, maximal könnten es dem Modell zufolge 227.000 werden.

Bericht: Zahl der AsylantrÀge in EU wÀhrend Corona-Krise deutlich gesunken

Die Zahl der AsylantrĂ€ge in der EU ist laut einem Zeitungsbericht in den ersten vier Monaten dieses Jahres deutlich zurĂŒckgegangen. Mehr dazu lesen Sie hier.

EU-Kommissar hĂ€lt Sommerurlaub in Europa fĂŒr möglich

EU-Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni hat sich zuversichtlich gezeigt, dass die europĂ€ische Urlaubssaison im Sommer trotz der anhaltenden Corona-Pandemie stattfinden kann. "Wir werden definitiv im Sommer eine Touristensaison haben, allerdings mit Sicherheitsmaßnahmen und EinschrĂ€nkungen", sagte der Italiener der "SĂŒddeutschen Zeitung".

Die EU-Kommission will an diesem Mittwoch Empfehlungen zur schrittweisen Aufhebung der Grenzkontrollen veröffentlichen. Hier lesen Sie mehr.

Studie: Coronavirus breitete sich in Brasilien schon vor Karneval aus

Das Coronavirus hat sich laut einer wissenschaftlichen Untersuchung in Brasilien bereits vor dem diesjĂ€hrigen Karneval ausgebreitet – also noch vor der erstmaligen Entdeckung eines Ansteckungsfalls im Land. Die Ausbreitung des Virus habe etwa in der ersten Februarwoche begonnen, heißt es in der am Dienstag veröffentlichten Studie der Stiftung Oswaldo Cruz, die das fĂŒhrende brasilianische Gesundheitsinstitut ist. Die Verbreitung des Erregers in Brasilien begann der Untersuchung zufolge damit mehr als 20 Tage, bevor erstmals in dem Land bei einem aus Italien zurĂŒckgekehrten Reisenden die Infektion diagnostiziert worden war. Dieser Infektionsfall war kurz nach dem Karneval festgestellt worden.

Die Studie lĂ€sst die Sorgen wachsen, dass es in Brasilien deutlich mehr InfektionsfĂ€lle geben könnte als in den offiziellen Statistiken verzeichnet. Brasilien ist mit rund 12.400 Todes- und ĂŒber 177.500 InfektionsfĂ€llen das am stĂ€rksten von der Pandemie betroffene Land in Lateinamerika. Am Dienstag wurde mit 881 neuen Todesopfern die dortige bisherige Höchstmarke bei der Zahl der binnen 24 Stunden verzeichneten Verstorbenen erreicht.

US-Demokraten wollen neues Corona-Hilfspaket verabschieden

Die US-Demokraten wollen mit einem neuen gigantischen Hilfspaket gegen die sozialen und ökonomischen Folgen der Corona-Pandemie vorgehen. Die am Dienstag in das von der Oppositionspartei kontrollierte ReprĂ€sentantenhaus eingebrachte Gesetzesvorlage sieht Maßnahmen im Gesamtvolumen von drei Billionen Dollar vor (2,75 Billionen Euro) vor. Das Paket wĂ€re damit deutlich grĂ¶ĂŸer als die bisherigen Rettungsprogramme gegen die Krise.

Die Aussichten auf Verabschiedung des neuen Hilfspakets stehen jedoch schlecht. Es mĂŒsste dazu auch vom Senat gebilligt werden, in der die Republikanische Partei von PrĂ€sident Donald Trump ĂŒber die Mehrheit verfĂŒgt. Die Gesetzesinitiative der Demokraten werde "nie den Senat passieren", sagte bereits der republikanische Senator John Barrasso. Trump hatte kĂŒrzlich erklĂ€rt, er sei gegen die rasche Verabschiedung weiterer Gesetzesmaßnahmen gegen die Krise.

Der Gesetzesvorschlag der Demokraten sieht unter anderem weitere direkte staatliche ZuschĂŒsse an Millionen von BĂŒrger vor. Pro Haushalt sollen Schecks ĂŒber 6.000 Dollar ausgestellt werden. In einem frĂŒheren Paket waren bereits Zahlungen von 1.200 Dollar pro Haushalt bewilligt worden. In dem neuen Gesetzentwurf sind ferner unter anderem Hilfen fĂŒr BeschĂ€ftigte des Gesundheitswesens und der Rettungsdienste, eine Ausweitung der Lebensmittelhilfen fĂŒr arme Familien und zusĂ€tzliche Finanzhilfen fĂŒr kleine Firmen vorgesehen.

China: Sieben neue Coronavirus-FĂ€lle

Die chinesische Gesundheitsbehörden melden sieben neue Coronavirus-FÀlle auf dem Festland, tags zuvor wurde nur eine Neuinfektion gemeldet. Sechs der neuen FÀlle waren lokale Infektionen in der nordöstlichen Provinz Jilin. Der einzige importierte Fall sei in Shanghai aufgetreten, erklÀrt die Nationale Gesundheitskommission.

Republikaner im US-Senat drohen China mit Sanktionen

Parteikollegen von US-PrĂ€sident Donald Trump im Kongress haben China wegen seines Umgang mit der Corona-Pandemie mit Sanktionen gedroht. Eine Gruppe republikanischer Senatoren legte am Dienstag einen Gesetzentwurf vor, der Trump die Vollmacht zu Strafmaßnahmen verleihen soll, falls Peking nicht "volle Rechenschaft" ĂŒber den Ausbruch des Virus ablege.

Die von China betriebene "vollstĂ€ndige TĂ€uschung ĂŒber den Ursprung und die Verbreitung des Virus" hat die Welt "wertvolle Zeit" sowie Menschenleben gekostet, erklĂ€rte Senator Jim Inhofe, einer der Autoren der Gesetzesvorlage. Ähnliche VorwĂŒrfe gegen Peking erhebt auch Trump.

In dem Gesetzentwurf wird nicht nur verlangt, dass China vollumfĂ€nglich ĂŒber den Coronavirus-Ausbruch informiert. Das Land soll auch als Infektionsherde gefĂ€hrliche MĂ€rkte schließen und seit Ausbruch des Virus festgenommene pro-demokratische Aktivisten aus Hongkong freilassen. Trump soll eine Frist von 60 Tagen gesetzt werden, um dem Kongress zu bescheinigen, dass China diese Forderungen erfĂŒllt habe. Ist dies nicht der Fall, soll der PrĂ€sident dazu ermĂ€chtigt werden, Sanktionen wie das Einfrieren chinesischer Vermögenswerte in den USA und Reiseverbote oder den Entzug von Visa zu verhĂ€ngen. Auch soll er den Zugang chinesischer Unternehmen zum Bankensystem und den KapitalmĂ€rkten der USA einschrĂ€nken können.

Fauci: Zahl der Corona-Toten wohl höher als bislang bekannt

Der prominente Immunologe und US-Regierungsberater Anthony Fauci hĂ€lt es fĂŒr möglich, dass die Corona-Pandemie in den USA mehr Menschenleben gefordert hat als bislang bekannt. Laut einer Aufstellung der Johns-Hopkins-UniversitĂ€t gibt es USA-weit inzwischen mehr als 1,3 Millionen bestĂ€tigte Corona-Infektionen und mehr als 80.000 TodesfĂ€lle. Fauci sagte am Dienstag bei einer Anhörung per Video im US-Senat, die tatsĂ€chliche Todeszahl sei vermutlich noch höher. So könne es Menschen gegeben haben, die zu Hause an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben seien, ohne dass dies in einer offiziellen Statistik gelandet sei. Hier lesen Sie mehr zu der Anhörung des Chefvirologen der USA.

Los Angeles plant AusgangsbeschrÀnkungen bis Juli

FĂŒr die rund 10 Millionen Kalifornier im Bezirk Los Angeles könnten die AusgangsbeschrĂ€nkungen wegen der Corona-Pandemie bis Ende Juli in Kraft bleiben. Die Leiterin der Gesundheitsbehörde von Los Angeles County, Barbara Ferrer, stellte dies am Dienstag bei einer Anhörung in Aussicht, wie die "Los Angeles Times" berichtete. Eine frĂŒhere Öffnung des öffentlichen Lebens sei aus ihrer Sicht nur dann möglich, wenn es eine "dramatische" Wende im Kampf gegen das Virus gĂ€be. Ferrer sprach von einer langsamen Lockerung von Auflagen ĂŒber die nĂ€chsten Monate hinweg.

Etwa sollen im Bezirk Los Angeles die StrĂ€nde nach fast zweimonatiger Schließung ab Mittwoch wieder fĂŒr Besucher öffnen. Erlaubt sind aber nur sportliche AktivitĂ€ten, wie Schwimmen oder Joggen. Dabei mĂŒssen die Menschen voneinander Abstand halten und außerhalb des Wassers eine Schutzmaske tragen. Sonnenbaden ist nicht erlaubt.

In dem WestkĂŒstenstaat sind nach Informationen vom Dienstag mehr als 69.700 Infektionen mit Sars-CoV-2 nachgewiesen, es starben bisher 2802 Menschen. Der Bezirk Los Angeles hat dabei mit Abstand die höchsten Zahlen der insgesamt 58 Landkreise.

Göring-Eckardt sieht "Gefahr, dass uns alles wieder entgleitet"

GrĂŒnen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt sieht die Lockerungspolitik von Bund und LĂ€ndern in der Corona-Krise mit großem Unbehagen. "Ich mache mir sehr große Sorgen", sagte Göring-Eckardt im "Welt"-Interview. "Nicht weil das eine oder andere gelockert wird, sondern weil so viel gleichzeitig gelockert wird. Wir können deshalb nur schwer nachvollziehen, wie die Situation sich entwickelt", warnte die GrĂŒnen-Politikerin. Es bestehe durchaus die "Gefahr, dass uns alles wieder entgleitet". Eine zweite Corona-Welle wĂ€re deutlich schmerzhafter, fĂŒr Unternehmen wie fĂŒr Privatleute.

Göring-Eckardt forderte, in den Kreisen und Kommunen nach Lage "flexibel zu reagieren - mit hĂ€rteren Maßnahmen oder weiteren Lockerungen". Dazu seien aber wesentlich mehr Tests nötig. Die Fraktionschefin forderte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) auf, mit den LĂ€ndern und dem Robert Koch-Institut ein verbindliches Konzept fĂŒr bundesweite Corona-Tests in Kraft zu setzen.

Brief an von der Leyen: EU-Konservative fordern Ende der Grenzkontrollen

Die europĂ€ischen Konservativen erhöhen einem Medienbericht zufolge den Druck auf die EU-Kommission, sich fĂŒr die Abschaffung der Grenzkontrollen zwischen den Mitgliedsstaaten vom 15. Mai an einzusetzen. In einem Brief an ihre Parteifreundin, EU-KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen (CDU), forderten Abgeordnete der EuropĂ€ischen Volkspartei (EVP) aus der ganzen EU ein Ende der zu Beginn der Corona-Krise eingefĂŒhrten Kontrollen, berichtet das "Redaktionsnetzwerk Deutschland" vorab. Auch die QuarantĂ€nevorschriften fĂŒr EU-BĂŒrger, die in ein anderes EU-Land reisen, sollten aufgehoben werden. An diesem Mittwoch will die EU-Kommission erklĂ€ren, wie sie sich ein Ende des Corona-Grenzregimes vorstellt.

Gericht lehnt Eilantrag gegen Maskenpflicht ab

Die Maskenpflicht beim Einkaufen und in öffentlichen Verkehrsmitteln ist nach einer Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts in Bremen ein angemessenes Mittel gegen die Ausbreitung des Coronavirus. Wie ein Gerichtssprecher am Dienstag mitteilte, lehnte das Gericht einen Eilantrag gegen die Pflicht ab. Demnach wird das Grundrecht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit durch die Verordnung nicht unverhĂ€ltnismĂ€ĂŸig eingeschrĂ€nkt.

Wuhan will alle elf Millionen Einwohner auf Corona testen

Aufgrund neuer Corona-FÀlle in der chinesischen Millionenmetropole Wuhan haben die Behörden dort die Testung der gesamten Bevölkerung angeordnet. Wie chinesische Medien am Dienstag berichteten, hat jeder der 13 Stadtbezirke nun zehn Tage Zeit, um die Testung der insgesamt elf Millionen Einwohner in die Wege zu leiten. In welcher Zeitspanne alle elf Millionen Bewohner getestet sein sollen, blieb zunÀchst offen.

Am Sonntag und Montag waren in Wuhan erstmals seit einem Monat insgesamt sechs neue Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus registriert worden. Bei den Infizierten handelt es sich um Àltere Bewohner eines Wohnkomplexes im Bezirk Dongxihu. In der zentralchinesischen Industriemetropole wurde Ende 2019 das neuartige Coronavirus erstmals bei Menschen festgestellt.

Sachsen öffnet Kinos und FreibĂ€der frĂŒher als geplant

Sachsen will die meisten der bereits angekĂŒndigten Corona-Lockerungen schon auf diesen Freitag vorziehen. Das kĂŒndigte die Regierung am Dienstag nach einer Kabinettssitzung an. Nach der neuen Schutzverordnung sollen dann etwa Theater, Kinos und FreibĂ€der wieder öffnen. UrsprĂŒnglich war das fĂŒr kommenden Montag vorgesehen. Eine Öffnung am Freitag war lediglich der Gastronomie und Hotels in Aussicht gestellt worden. In AusnahmefĂ€llen dĂŒrfen Angehörige in Alten- und Pflegeheime besucht werden. Voraussetzung sind Hygiene-Konzepte. Kitas und Schulen öffnen aber erst ab Montag.

Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) sprach von einem "historischen Tag". Es gehe um die bundesweit grĂ¶ĂŸten Lockerungen. Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) nannte die Lockerungen einen "mutigen Schritt": "Aus Mut darf kein Leichtsinn werden", appellierte er an die Vernunft. Die Anweisung, die Kontakte auf ein Mindestmaß zu reduzieren, mindestens 1,5 Meter Abstand zu halten und in bestimmten Bereichen eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen, bleibt aber weiter bestehen.

SPD fordert Innenminister Seehofer zu Grenzöffnung auf

Die SPD fordert Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) auf, den kleinen Grenzverkehr mit den Nachbarstaaten umgehend wieder zu ermöglichen. "Dort, wo das nicht möglich ist, muss das als Ausnahme wöchentlich ĂŒberprĂŒft, sachlich gerechtfertigt und begrĂŒndet werden", sagt die innenpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Ute Vogt. "Pauschale Grenzschließungen mĂŒssen in Zukunft vermieden werden."

Das Innenministerium hatte die Grenzregelungen vorige Woche bis zum 15. Mai verlĂ€ngert. Jeder aus dem Ausland Einreisende muss sich derzeit fĂŒr zwei Wochen in QuarantĂ€ne begeben. Nur Berufspendler sind davon ausgenommen. Das niedersĂ€chsische Oberverwaltungsgericht hatte die QuarantĂ€nepflicht am Montag auf Antrag eines Ferienhausbesitzes in Schweden außer Vollzug gesetzt.

Putins Sprecher Peskow mit Coronavirus infiziert

Der Sprecher von Kremlchef Wladimir Putin, Dmitri Peskow, hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Der 52-JÀhrige bestÀtigte dies der russischen Staatsagentur Tass am Dienstag und sagte, er werde behandelt. Details waren nicht bekannt. Peskow arbeitet seit einiger Zeit von zu Hause aus.

Putin-Sprecher: Dmitri Peskow wurde positiv auf das Coronavirus getestet.
Putin-Sprecher: Dmitri Peskow wurde positiv auf das Coronavirus getestet. (Quelle: imago-images-bilder)

Peskow zĂ€hlt zum engsten Kreis des russischen PrĂ€sidenten. Er hatte immer wieder bestĂ€tigt, dass Putin gesund sei und auch regelmĂ€ĂŸig getestet werde. Putin lenkt die StaatsgeschĂ€fte von seiner Moskauer Vorstadtresidenz Nowo-Ogarjowo aus. Vor gut zwei Wochen war die Erkrankung von Regierungschef Michail Mischustin bekannt geworden. Auch der Bauminister und die Kulturministerin haben sich infiziert. Mischustin befinde sich jedoch auf dem Weg der Besserung, hieß es.

Schwerin will keine Touristen aus Corona-Risikogebieten einlassen

Mecklenburg-Vorpommern will auch nach dem geplanten Neustart des Tourismus am 25. Mai keine Touristen aus deutschen Corona-Risikogebieten ins Land lassen. Das kĂŒndigte Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) am Dienstag an. Hotels, Pensionen, CampingplĂ€tze und Vermieter von Ferienwohnungen sollen dies ĂŒber die Postleitzahlen der Heimatorte anreisender GĂ€ste kontrollieren.

Dazu soll das Landesgesundheitsamt jene Landkreise erfassen und zur VerfĂŒgung stellen, in denen vom Robert Koch-Institut mehr als 50 neue Corona-Infektionen in den jeweils sieben zurĂŒckliegenden Tagen registriert wurden. Wer sich nicht an das Einreiseverbot hĂ€lt, muss mit einem Bußgeld von 500 Euro rechnen. Sollten Touristen bereits in Mecklenburg-Vorpommern sein, wenn ihr Heimatlandkreis den Schwellenwert ĂŒbersteigt, sollen sie am Urlaubsort zum Arztbesuch aufgefordert werden. Die Regelung gilt vorerst bis zum 15. Juni.

ThĂŒringen erlaubt Demos ohne Teilnehmerbegrenzung

In ThĂŒringen sollen ab Mittwoch Demonstrationen wieder ohne BeschrĂ€nkungen der Teilnehmerzahl möglich sein. Das sieht eine Verordnung vor, auf die sich das Kabinett geeinigt hat, wie das Gesundheitsministerium am Dienstag in Erfurt bekannt gab.

Demo gegen die Corona-Regeln auf dem Domplatz in Erfurt.
Demo gegen die Corona-Regeln auf dem Domplatz in Erfurt. (Quelle: photo2000/imago-images-bilder)

ThĂŒringen öffnet FreibĂ€der und Fitnesstudios ab Juni

Vom 1. Juni an könnten FreibĂ€der sowie Badeseen in ThĂŒringen wieder öffnen, sagte Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) am Dienstag in Erfurt. Auch Fitnessstudios könnten zu diesem Zeitpunkt den Betrieb wieder aufnehmen, wenn wie in anderen Einrichtungen auch die nötigen Schutz- und Hygienekonzepte zur Verringerung der Infektionsgefahr vorlĂ€gen. Mindestens bis zum 15. Juni geschlossen blieben HallenbĂ€der, Saunen, Thermen, Kinos und Diskotheken. Diese Regelungen seien Bestandteil der neuen ThĂŒringer Corona-Verordnung, die an diesem Mittwoch in Kraft trete.

Berlin beschließt eigenes Corona-FrĂŒhwarnsystem

Berlin setzt abweichend von den Bund-LĂ€nder-Vereinbarungen in der Vorwoche auf ein eigenes Warnsystem in der Corona-Pandemie. Dabei sollen die Reproduktionsrate, die Zahl der Neuinfektionen und die Belegung der Intensivbetten mit Covid-19- Patienten eine Rolle spielen, teilten Regierungschef Michael MĂŒller und Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (beide SPD) am Dienstag mit. Mehr dazu lesen Sie hier.

Bayern will VerstĂ¶ĂŸe bei Demonstrationen nicht hinnehmen

Die bayerische Landesregierung will VerstĂ¶ĂŸe gegen die Corona-Regeln bei Demonstrationen nicht hinnehmen. Bei Kundgebungen etwa in NĂŒrnberg habe man teilweise eine erhebliche Diskrepanz zwischen den geltenden Regeln und dem Verhalten vor Ort sehen können, sagte Staatskanzleichef Florian Herrmann nach einer Kabinettssitzung am Dienstag in MĂŒnchen.

Laut Herrmann seien bei manchen Demos viel mehr Menschen gewesen als angemeldet. "Zum Teil ganz absichtlich" seien Passanten bedrĂ€ngt worden. Herrmann betonte, man werde sich nicht auf der Nase herumtanzen lassen. Um Ă€hnliche Situationen kĂŒnftig zu vermeiden, werde Innenminister Joachim Herrmann (CSU) in Zusammenarbeit mit den Kommunen ein Konzept zu erarbeiten. In Bayern gilt bei Kundgebungen eine maximale Teilnehmerzahl von 50 sowie eine Dauer von nicht mehr als einer Stunde bei Einhaltung der Abstandsregeln.

Staatskanzleichef: Bayern auf einem guten Weg

Der Chef der MĂŒnchner Staatskanzlei, Florian Herrmann, sieht Bayern in der Corona-Pandemie auf einem guten Weg. "Unser Kurs der Vorsicht und Umsicht zeigt Wirkung", sagte er. Man sehe das an den tĂ€glichen Neuinfektionen, dem Reproduktionsfaktor oder der Auslastung der Intensivbetten in den KrankenhĂ€usern.

Bayerisches Kabinett informiert zu Corona-Maßnahmen

Mitglieder der bayerische Landesregierung wollen am frĂŒhen Nachmittag ĂŒber die Ergebnisse einer Kabinettssitzung informieren. Es wird erwartet, dass sie sich dabei auch zu den Corona-Maßnahmen im Freistaat sowie zum Umgang mit Demonstrationen gegen die EinschrĂ€nkungen Ă€ußern werden. t-online.de begleitet die Pressekonferenz im Livestream und im Newsblog.

Forscher: Schließungen im Einzelhandel wirkten kaum

Die grĂ¶ĂŸte Wirkung zur EindĂ€mmung der Pandemie in Deutschland hatten nach Berechnungen von Wissenschaftlern die Schul- und Kita-Schließungen. Maßnahmen im Einzelhandel blieben dagegen nahezu wirkungslos. Das schreiben Enzo Weber und Tobias Hartl vom Institut fĂŒr Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur fĂŒr Arbeit und von der UniversitĂ€t Regensburg.

Die Schul- und Kita-Schließungen hĂ€tten demnach die Wachstumsrate der bestĂ€tigten Corona-Infektionen um 7,9 Prozentpunkte verringert. Auch die AusgangsbeschrĂ€nkungen sowie die Einstellung des Profi- und Breitensports hĂ€tten eine hohe Signifikanz. Kaum Wirkungen hĂ€tten dagegen die Schließungen im Einzelhandel, im Gastgewerbe oder fĂŒr Friseure und Kosmetikbetriebe gezeigt.

Die Forscher verglichen in ihrer Untersuchung die verschiedenen von der Politik erlassenen Maßnahmen, die zu jeweils unterschiedlichen Zeitpunkten inkraft traten. Die zeitliche und regionale Variation erlaube eine AbschĂ€tzung der Wirkungen auf die Verlangsamung der Virusausbreitung, schreiben sie. Ihr Fazit: "Nach unseren Ergebnissen könnte es gute Chancen geben, dass eine kontrollierte Öffnung der Dienstleistungsbranchen des öffentlichen Lebens ohne betrĂ€chtliche VerstĂ€rkung des Infektionsgeschehens möglich ist."

Nahezu menschenleere Einkaufsstraße in Freiburg: Die EinschrĂ€nkungen im Einzelhandel hĂ€tten kaum Wirkung auf die Ausbreitung des Virus gehabt, sagen Arbeitsmarktforscher.
Nahezu menschenleere Einkaufsstraße in Freiburg: Die EinschrĂ€nkungen im Einzelhandel hĂ€tten kaum Wirkung auf die Ausbreitung des Virus gehabt, sagen Arbeitsmarktforscher. (Quelle: Ralph Peters/imago-images-bilder)

Hamburger Senat lockert KontaktbeschrÀnkungen

Der Hamburger Senat hat die KontaktbeschrĂ€nkungen gelockert. Wie Gesundheitssenatorin Cornelia PrĂŒfer-Storcks (SPD) am Dienstag sagte, dĂŒrfen sich ab Mittwoch auch wieder Mitglieder zweier unterschiedlicher Haushalte treffen.

RÀtsel um Test-KapazitÀten: "Antwort ist eine UnverschÀmtheit"

Die GrĂŒnde fĂŒr den großen Unterschied zwischen theoretisch möglichen Corona-Tests in Deutschland und der Zahl der tatsĂ€chlich vorgenommenen Tests bleiben unklar. In einer Antwort des Bundesgesundheitsministeriums auf eine Frage von FDP-Fraktionsvize Christian DĂŒrr, die der Nachrichtenagentur AFP vorlag, wird darauf nicht eingegangen. "Die Antwort ist eine UnverschĂ€mtheit", urteilte DĂŒrr. Es könne nicht angehen, "dass das Gesundheitsministerium in dieser Frage die Auskunft verweigert".

Das Robert Koch-Institut (RKI) veröffentlicht einmal pro Woche Daten zu den KapazitĂ€ten fĂŒr Corona-Tests sowie zu den tatsĂ€chlich vorgenommenen Tests und deren Ergebnissen. Der jĂŒngsten Veröffentlichung zufolge können die Labore demnach theoretisch knapp 965.000 Tests pro Woche durchfĂŒhren. Zuletzt wurden in der Woche ab dem 27. April aber lediglich knapp 318.000 Untersuchungen vorgenommen.

Russland bei Infektionen jetzt weltweit auf Rang zwei

Mit Beginn erster Lockerungen in Russland ist die Zahl der Coronavirus-Infizierten stark gestiegen. Nach Angaben der Behörden gibt es mehr als 232.200 nachgewiesene FĂ€lle. Nach Erhebungen der US-UniversitĂ€t Johns Hopkins auf Grundlage offiziell gemeldeter Daten liegt das flĂ€chenmĂ€ĂŸig grĂ¶ĂŸte Land der Erde bei der Gesamtzahl der gemeldeten Infektionen nunmehr auf Rang zwei vor Spanien (228.000). Nur in den USA gibt es noch mehr Erkrankungen.

Am Dienstag kamen den Angaben russischer Behörden zufolge fast 10.900 neue Infektionen hinzu. 43.500 Menschen galten demnach als genesen. Die Behörden erklÀren den starken Anstieg damit, dass deutlich mehr Menschen auf das Virus getestet werden als zu Beginn der Epidemie. Es wird aber mit einer hohen Dunkelziffer gerechnet.

PrĂ€sident Wladimir Putin hatte am Montag die landesweite arbeitsfreie Zeit als Maßnahme gegen eine weitere Ausbreitung des Virus fĂŒr beendet erklĂ€rt. An diesem Dienstag durfte etwa in Moskau wieder auf Baustellen und in Industriebetrieben gearbeitet werden. Über weitere Lockerungen entscheiden die Gouverneure in den Regionen nun selbst.

FahrgĂ€ste in der Moskauer Metro: In der russischen Hauptstadt sind einige Maßnahmen nun gelockert worden.
FahrgĂ€ste in der Moskauer Metro: In der russischen Hauptstadt sind einige Maßnahmen nun gelockert worden. (Quelle: ITAR-TASS/imago-images-bilder)

80 Corona-Neuinfizierte in Pforzheimer Schlachtbetrieb

In einem Schlachthof in Birkenfeld bei Pforzheim sind weitere mehr als 80 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Damit steige die Zahl der Mitarbeiter, die mit Covid-19 infiziert sind oder waren, auf rund 400, sagte eine Sprecherin des Landratsamtes im baden-wĂŒrttembergischen Enzkreis. Das ist mehr als ein Drittel der Belegschaft von etwa 1.100 Mitarbeitern. Die Ergebnisse hatte die Behörde am Montagabend veröffentlicht. Mehrere Medien berichteten darĂŒber.

Fast 150 Mitarbeiter seien inzwischen genesen. Das bedeutet, dass sie zwar wieder zur Arbeit dĂŒrfen. Sie unterliegen aber weiter der BetriebsquarantĂ€ne und dĂŒrfen sich nur zwischen Wohnung und ArbeitsstĂ€tte bewegen, wie die Sprecherin weiter erklĂ€rte.

RKI informiert ĂŒber Corona-Lage in Deutschland

Das Robert Koch-Institut hat am Dienstag in einer Pressekonferenz ĂŒber jĂŒngste Entwicklungen in der Corona-Krise in Deutschland informiert. Im Fokus des Briefings stand besonders die Reproduktionszahl. Das Institut sieht derzeit eine Stabilisierung der Lage, will aber noch nicht von Entwarnung sprechen. Mehr dazu lesen Sie hier.

Lars Schaade: Der VizeprĂ€sident des Robert Koch-Instituts hĂ€lt offene Grenzen bald wieder fĂŒr möglich.
Lars Schaade: Der VizeprĂ€sident des Robert Koch-Instituts hĂ€lt offene Grenzen bald wieder fĂŒr möglich. (Quelle: imago-images-bilder)

Australiens Finanzminister nach Hustenanfall in Selbst-Isolation

Australiens Finanzminister Josh Frydenberg hat im Parlament einen Hustenanfall bekommen und sich gleich darauf auf das Coronavirus testen lassen. Er habe wÀhrend der Vorlage eines Haushaltsberichts einen "trockenen Mund und Husten" gehabt, sagte der Minister wenige Stunden nach dem Vorfall in einer Stellungnahme. Ihm sei geraten worden, sich auf das Virus testen zu lassen, und er habe dies auch sofort nach Verlassen des Parlaments getan. Bis das am Mittwoch erwartete Ergebnis der Untersuchung vorliege, bleibe er in Selbst-Isolation, so Frydenberg.

Der Minister hatte einige Minuten mit dem Hustenanfall zu kĂ€mpfen, wĂ€hrend seine Kollegen im Parlament mit den wegen des Coroanvirus gebotenen AbstĂ€nden voneinander saßen. "Zu lange Rede", witzelte der Minister mit gepresster Stimme. In der Live-Übertragung der Parlamentssitzung war zu sehen, wie er mehrmals in die Hand hustet, bevor sich ins Gesicht fasst und das Rednerpult berĂŒhrt, obwohl das eigentlich gegen das Verhaltensgebot der eigenen Regierung verstĂ¶ĂŸt.

Restaurants in Hamburg dĂŒrfen wohl ab Mittwoch öffnen

Restaurants in Hamburg dĂŒrfen von Mittwoch an unter Einhaltung von Hygiene- und Abstandsregeln wieder öffnen. Dies erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Dienstagmorgen aus Senatskreisen. Zuvor hatte NDR 90,3 darĂŒber berichtet. Nach Informationen des Senders sollen Restaurants und Lokale ihre GĂ€ste drinnen und draußen bewirten dĂŒrfen. Auch in Hamburg soll demnach wohl gelten, dass bis zu zwei Familien an einem Tisch sitzen dĂŒrfen. Die Bedienungen mĂŒssten einen Mund-Nase-Schutz tragen, berichtete NDR 90,3.

Der rot-grĂŒne Senat in Hamburg will mittags weitere Lockerungen bei den EinschrĂ€nkungen im Kampf gegen die Corona-Pandemie bekanntgeben. Dabei geht es um die Umsetzung der am vergangenen Mittwoch zwischen Bund und LĂ€ndern verabredeten Schritte. Nach einer Sitzung des Senats unter BĂŒrgermeister Peter Tschentscher (SPD) soll auch verkĂŒndet werden, ab wann Lockerungen wieder rĂŒckgĂ€ngig gemacht werden mĂŒssen, sollte die Zahl der Neuinfektionen wieder stark ansteigen.

Leeres Restaurant an den LandungsbrĂŒcken: Hamburg lockert die BeschrĂ€nkungen fĂŒr die Gastronomie.
Leeres Restaurant an den LandungsbrĂŒcken: Hamburg lockert die BeschrĂ€nkungen fĂŒr die Gastronomie. (Quelle: Hoch Zwei/imago-images-bilder)

Zustimmung zur Regierung in Corona-Krise "außergewöhnlich" groß

Die Zustimmung zur Arbeit der Bundesregierung ist in der Corona-Krise drastisch gestiegen, geht aus einer Umfrage des Instituts fĂŒr Demoskopie Allensbach fĂŒr die Bertelsmann Stiftung hervorgeht, ĂŒber die am Dienstag der "Tagesspiegel" berichtete. "Die Werte sind außergewöhnlich und die VerĂ€nderungen mehr als deutlich.", sagte der Demokratieexperte der Bertelsmann-Stiftung, Robert Vehrkamp, der Zeitung. Mehr dazu lesen Sie hier.

Ansteckungsrate in Großbritannien sinkt

Die Virus-Ansteckungsrate liegt in Großbritannien nach Angaben von Gesundheitsminister Matt Hancock mittlerweile unter dem kritischen Wert von 1,0. Sie bewege sich im mittleren Bereich der Spanne von 0,5 bis 0,9. Das heißt, dass rein rechnerisch ein Corona-Infizierter im Schnitt weniger als einen weiteren Menschen ansteckt.

Tourismus auf den ostfriesischen Inseln lÀuft wieder an

Mit den Corona-Lockerungen in Niedersachsen lĂ€uft der Tourismus auf den ostfriesischen Inseln langsam wieder an. "Man merkt schon, dass ein kleiner Run da ist", sagte eine Sprecherin der AG Ems, die Fahrten nach Borkum anbietet. Auch nach Norderney wurden laut einem Reederei-Sprecher am ersten Tag, an dem wieder Übernachtungen in Ferienwohnungen, -hĂ€usern und CampingplĂ€tzen erlaubt waren, deutlich mehr Überfahrten registriert.

Unter welchen Voraussetzungen die Touristen kommen dĂŒrfen, ist indes unterschiedlich. WĂ€hrend im ĂŒbrigen Niedersachsen seit Montag gilt, dass neue GĂ€ste nur alle sieben Tage kommen dĂŒrfen, sieht die Landesverordnung fĂŒr die Inseln ein Mindestaufenthalt von sieben Tagen vor. Gleichzeitig gesteht die Verordnung den Kommunen auch die Freiheit zu, selbst zu entscheiden, wer die Insel betreten darf.

Langeoogs BĂŒrgermeisterin Heike Horn (parteilos) macht davon Gebrauch und setzt statt Mindestaufenthalt auf die auf dem Festland geltende Wiederbelegungsfrist: "Worum es geht ist ja, dass die Fluktuation eingeschrĂ€nkt wird. Wenn jetzt jemand drei Tage auf der Insel verbleibt, muss danach die Ferienwohnung vier Tage leer bleiben." Norderney und Juist verkĂŒnden auf ihren Webseiten hingegen, die Unterkunftsmiete fĂŒr mindestens eine Woche sei Voraussetzung fĂŒr Touristen. Hotels sollen nach den PlĂ€nen der Landesregierung mit EinschrĂ€nkungen ab 25. Mai wieder UrlaubsgĂ€ste begrĂŒĂŸen dĂŒrfen.

Touristen auf der Nordseeinsel Borkum: Der Mindestaufenthalt fĂŒr GĂ€ste auf den Ostfriesischen Inseln betrĂ€gt sieben Tage.
Touristen auf der Nordseeinsel Borkum: Der Mindestaufenthalt fĂŒr GĂ€ste auf den Ostfriesischen Inseln betrĂ€gt sieben Tage. (Quelle: imago images)

Zahl der Toten steigt in Frankreich sprunghaft an

In Frankreich ist die Zahl der im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorbenen Patienten sprunghaft angestiegen. Binnen 24 Stunden seien 263 neue TodesfÀlle registriert worden, am Sonntag seien es noch 70 gewesen, teilt das Gesundheitsministerium mit. Allerdings wird nach einem Wochenende hÀufig ein stÀrkerer Anstieg verzeichnet, weil FÀlle oft verspÀtet gemeldet werden. Insgesamt sind laut Ministerium 26.643 Menschen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben.

In Frankreich sind bereits ĂŒber 26.000 Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben
In Frankreich sind bereits ĂŒber 26.000 Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben (Quelle: imago-images-bilder)

Laschet will Lockerung der QuarantĂ€ne-Maßnahmen fĂŒr RĂŒckkehrer

Nordrhein-Westfalens MinisterprĂ€sident Armin Laschet (CDU) fordert, weitere staatliche EinschrĂ€nkungen zur EindĂ€mmung der Corona-Pandemie zurĂŒckzunehmen. Nach dem Ende des Lockdowns in Frankreich mĂŒssten in Deutschland die QuarantĂ€ne-Maßnahmen fĂŒr RĂŒckkehrer aus den europĂ€ischen LĂ€ndern gelockert werden, verlangte Laschet im GesprĂ€ch mit der "Rheinischen Post". Er sei bei dem Thema mit seiner Amtskollegin aus Rheinland-Pfalz und dem Kollegen aus dem Saarland einer Meinung. Hier lesen Sie mehr.

Gesundheitsbehörde: Temperaturchecks an US-FlughÀfen waren ineffektiv

Die Temperaturmessungen bei Passagieren an den US-FlughÀfen zu Beginn der Corona-Pandemie waren nach EinschÀtzung der Gesundheitsbehörde CDC wirkungslos, da Menschen das Virus weiterverbreiten können, ohne selbst Symptome wie eine erhöhte Körpertemperatur zu haben. Das geht aus einer am Montag veröffentlichten Studie der CDC hervor.

Da die meisten der frĂŒhen Corona-FĂ€lle in den USA an der WestkĂŒste auftraten, konzentrierten die CDC-Experten sich in ihrer Studie auf Kalifornien. Von den dort zwischen dem 3. Februar und dem 17. MĂ€rz kontrollierten 12.000 Passagieren tauchten lediglich drei spĂ€ter unter den gut 26.000 bis April registrierten Covid-19-Patienten in dem Bundesstaat auf.

Dies legt dem Bericht zufolge den Schluss nahe, dass die fast 1.700 mit Temperaturchecks verbrachten Arbeitsstunden sinnlos waren. Bei einer Atemwegserkrankung, die bereits vor dem Auftreten von Symptomen und ohne Auftreten von Symptomen weiterverbreitet werden könne, seien Temperaturmessungen an FlughĂ€fen möglicherweise von "begrenztem Nutzen", erklĂ€rte die CDC. Laut der Zeitung "USA Today" plant das Weiße Haus, die Temperaturmessungen an mehreren Airports wiederaufzunehmen.

In den USA 23.792 neue Coronavirus-FĂ€lle

Die US-Seuchenbehörde CDC meldet 23.792 neue Coronavirus-FÀlle. Damit haben sich 1.324.488 Menschen in Amerika mit dem Virus angesteckt. Die Zahl der an Covid-19 gestorbenen Patienten steigt um 985 auf 79.756.

Trump: Pence wurde negativ auf Coronavirus getestet

US-VizeprĂ€sident Mike Pence ist negativ auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Das teilt US-PrĂ€sident Donald Trump mit. Pence habe sich am Sonntag und am Montag den Tests unterzogen. Beide Male seien die Tests negativ ausgefallen. Einen Tag zuvor war bekannt geworden, dass Pence' Sprecherin Katie Miller positiv auf das Virus getestet wurde. Das System an Sicherheitsvorkehrungen im Weißen Haus sei nicht zusammengebrochen, fĂŒgt Trump hinzu.

US-Medien: Maskenpflicht fĂŒr Mitarbeiter im Weißen Haus

Nach dem Bekanntwerden von zwei Corona-Infektionen bei US-Regierungsmitarbeitern ist Medienberichten zufolge das Tragen von Gesichtsmasken nun im Weißen Haus vorgeschrieben. Dies gilt fĂŒr alle öffentlichen Bereiche der Regierungszentrale, jedoch nicht fĂŒr die BĂŒros, wie mehrere US-Medien am Montag ĂŒbereinstimmend unter Berufung auf eine interne Dienstanweisung berichteten. Hier lesen Sie mehr.

Innenministerium verhÀngt Arbeitsverbot gegen Mitarbeiter

Das Bundesinnenministerium hat ein Arbeitsverbot gegen einen Mitarbeiter verhĂ€ngt, der in seiner offiziellen Funktion die Corona-Maßnahmen der Bundesregierung gegenĂŒber LĂ€ndervertretern massiv kritisiert hat. Es gebe nun ein "Verbot zur FĂŒhrung der DienstgeschĂ€fte" nach dem Bundesbeamtengesetz, hieß es am Montag aus dem Ministerium. Hier lesen Sie mehr.

Gericht setzt QuarantĂ€nepflicht fĂŒr Einreisende außer Vollzug

Das NiedersĂ€chsische Oberverwaltungsgericht hat die grundsĂ€tzliche QuarantĂ€nepflicht fĂŒr Menschen außer Vollzug gesetzt, die aus dem Ausland in das Land einreisen. Das teilte die Justizbehörde am Montagabend mit. Lesen Sie mehr hier.

EuropÀische Arzneimittel-Agentur empfiehlt Einsatz von Remdesivir

Die EuropĂ€ische Arzneimittel-Agentur EMA empfiehlt den Einsatz des noch nicht als Medikament zugelassenen Mittels Remdesivir des US-Unternehmens Gilead außerhalb klinischer Studien (compassionate use). Es könne bei Patienten angewandt werden, die nicht auf BeatmungsgerĂ€te angewiesen seien, teilt die EMA mit. Das Medikament war ursprĂŒnglich zur Behandlung von Ebola entwickelt worden. Erste Studien brachten ermutigende Ergebnisse, dass Remdesivir erfolgreich bei der Behandlung der vom Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 eingesetzt werden könnte. Bislang gibt es weder ein Heilmittel noch einen Impfstoff.

Donald Trump: Der US-PrĂ€sident hat die Proteste gegen die Corona-Maßnahmen erneut angeheizt.
Donald Trump: Der US-PrĂ€sident hat die Proteste gegen die Corona-Maßnahmen erneut angeheizt. (Quelle: Alex Brandon/ap-bilder)

Trump heizt Proteste gegen Corona-Maßnahmen an

US-PrĂ€sident Donald Trump hat erneut Proteste gegen EindĂ€mmungsmaßnahmen wegen des Coronavirus angefeuert – dieses Mal traf es den demokratischen Gouverneur des Bundesstaats Pennsylvania. "Die großartigen Menschen von Pennsylvania wollen ihre Freiheit jetzt, und sie sind sich dessen völlig bewusst, was das bedeutet", schrieb der Republikaner Trump am Montag auf Twitter. Er warf den Demokraten vor, die Öffnung der Wirtschaft zu verzögern. "Die Demokraten bewegen sich ĂŒberall in den USA langsam, aus politischen GrĂŒnden." Trump treibt die Öffnung der Wirtschaft voran, obwohl die USA weiterhin hohe Fallzahlen haben.

US-Bundesstaat New York lockert Maßnahmen

Im Bundesstaat New York werden die strengen Corona-EinschrĂ€nkungen in dieser Woche erstmals gelockert. Ausgenommen ist allerdings die Metropole New York City, die bis mindestens Juni im Ausnahmezustand bleibt, wie BĂŒrgermeister Bill de Blasio am Montag vor Journalisten sagte. Der OstkĂŒstenstaat ist das Zentrum der Corona-Pandemie in den USA. Mehr als 22.000 Menschen starben dort inzwischen an Covid-19.

Erdogan verfĂŒgt viertĂ€gige Ausgangssperre in GroßstĂ€dten

Der tĂŒrkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan hat eine weitere auf wenige Tage beschrĂ€nkte Ausgangssperre zur BekĂ€mpfung der Corona-Pandemie angekĂŒndigt. Von Samstag bis zum 19. Mai mĂŒssten die Menschen in Istanbul und anderen großen StĂ€dten des Landes zu Hause bleiben, sagte Erdogan am Montag in einer Rede an die Nation nach der wöchentlichen Kabinettssitzung.

Reproduktionsrate weiter ĂŒber kritischem Wert

Die Ansteckungsrate in Deutschland liegt nach Angaben des Robert-Koch-Instituts weiter ĂŒber dem kritischen Wert von "1". Das RKI teilte in seinem aktuellen Lagebericht mit, die Reproduktionsrate (R) werde aktuell auf 1,07 geschĂ€tzt. Jeder Infizierte steckt damit statistisch mehr als eine weitere Person an, die Fallzahlen wĂŒrden damit wieder steigen. RKI-Chef Lothar Wieler hat wiederholt erklĂ€rt, eine Rate unter 1,0 sei sehr wichtig

WHO-Chef lobt Deutschlands Corona-Strategie

Tedros Adhanom Ghebreyesus, der Chef der Weltgesundheitsorganisation WHO, lobt die Vorsichtsmaßnahmen in Deutschland, SĂŒdkorea und China bei den Lockerungen. Die schrittweise Aufhebung der Schutzmaßnahmen sei komplex und schwierig, sagt er in Genf. Die drei LĂ€nder hĂ€tten aber Vorkehrungen gegen ein Wiedererstarken der Pandemie getroffen.

Laumann fordert Hygienekonzept fĂŒr Schlachthöfe

Nach der HĂ€ufung von Corona-Infektionen in Schlachtbetrieben hat Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) von den Betreibern ein schlĂŒssiges Hygienekonzept gefordert. Es gehe dabei nicht nur um den Betrieb, sondern auch um die Wohnsituation der Arbeiter und um den Transport von der Wohnung zum Schlachthof, sagte Laumann am Montag in DĂŒsseldorf.

Putin erklÀrt Ende von Corona-bedingtem bezahlten Urlaub

Russlands PrĂ€sident Wladimir Putin hat das Ende des wegen der Corona-Krise seit mehr als einem Monat geltenden bezahlten Urlaubs verkĂŒndet. "Ab morgen, dem 12. Mai, endet der bezahlte Urlaub, der im ganzen Land und in allen Wirtschaftsbereichen gilt", sagte der Staatschef in einer im Fernsehen ĂŒbertragenen Rede. Der Kampf gegen die Corona-Pandemie sei allerdings noch nicht zu Ende, warnte Putin.

In einer Rede im russischen Fernsehen: Wladimir Putin warnte, dass Kampf gegen die Corona-Pandemie noch nicht zu Ende sei.
In einer Rede im russischen Fernsehen: Wladimir Putin warnte, dass Kampf gegen die Corona-Pandemie noch nicht zu Ende sei. (Quelle: imago-images-bilder)

Die Gefahr bleibe weiterhin bestehen, betonte er in seiner Rede an die Nation, die als Signal fĂŒr eine schrittweise Lockerung der Corona-BeschrĂ€nkungen gilt. Putin hatte den April zum bezahlten Urlaubsmonat in Russland erklĂ€rt. Damit sollte die Ausbreitung der Corona-Pandemie verlangsamt werden.

Angela Merkel: Die Bundeskanzlerin ruft die Bevölkerung auf, weiter vorsichtig zu handeln. (Archivbild)
Angela Merkel: Die Bundeskanzlerin ruft die Bevölkerung auf, weiter vorsichtig zu handeln. (Archivbild) (Quelle: photothek/imago-images-bilder)

Kanzlerin Merkel: "Neue Phase der Pandemie"

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich nach einem Video-GesprĂ€ch mit dem Gesundheitsamt des Landkreises Harz, dem Landrat Martin Skiebe und dem MinisterprĂ€sidenten von Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff, in einem knappen Statement geĂ€ußert. Darin appellierte Merkel wiederholt an die deutsche Bevölkerung: "Wir kommen in eine neue Phase der Pandemie." Es sei nun notwendig, "dass wir bei all den Lockerungen auch wirklich Sicherheit haben, dass die Menschen sich an die Grundgebote halten", sagte Merkel. Dazu gehöre das Einhalten des Abstands, das Tragen von einem Mund-Nasen-Schutz und aufeinander RĂŒcksicht zu nehmen. "Das ist ganz wichtig", beendete die Kanzlerin ihre kurze Ansprache.

Ministerin fordert Sanktionen bei VerstĂ¶ĂŸen auf Corona-Demonstrationen

ThĂŒringens Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) hat ein konsequenteres Vorgehen der Polizei bei Protestveranstaltungen gegen Anti-Corona-Auflagen gefordert. "Ich erwarte, dass die Polizei fĂŒr die nĂ€chsten Demonstrationen besser vorbereitet ist", sagte Werner in Erfurt der Deutschen Presse-Agentur. Die Sicherheitsbehörden mĂŒssten aus den Erfahrungen der jĂŒngsten Proteste lernen, bei denen Menschen zum Beispiel immer wieder die AbstĂ€nde zu anderen nicht eingehalten hatten oder ohne Mundschutz unterwegs waren.

Verstoßen Teilnehmer nachweislich gegen Hygienevorschriften, hĂ€lt Werner Sanktionen fĂŒr angemessen. "Das ist auch eine Gerechtigkeitsfrage, gegenĂŒber all denen, die sich an die Regeln halten", sagte sie.

Covid-19-Klinik auf Berliner MessegelÀnde fertig

Auf dem Berliner MessegelĂ€nde ist innerhalb weniger Wochen ein Corona-Reservekrankenhaus entstanden. ZunĂ€chst rund 500 Infizierte und Covid-19-Patienten könnten isoliert und behandelt werden, falls die Berliner Kliniken im Lauf der Pandemie an ihre Grenzen stoßen sollten. "Denn die Bilder aus Italien, Spanien und New York haben uns gezeigt, dass gut aufgestellte Krankenhaussysteme ĂŒberlastet werden können", teilte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) zur offiziellen Eröffnung des neuen Behandlungszentrums am Montag mit. Insgesamt könnten dort bis zu 1.000 Reservebetten entstehen.

Das Corona-Behandlungszentrum auf dem Berliner MessegelĂ€nde: Hier ist im Fall der FĂ€lle Platz fĂŒr etwa 500 Covid-19-Patienten.
Das Corona-Behandlungszentrum auf dem Berliner MessegelĂ€nde: Hier ist im Fall der FĂ€lle Platz fĂŒr etwa 500 Covid-19-Patienten. (Quelle: Kay Nietfeld/dpa-bilder)

EinschrÀnkungen im Coesfeld könnten gelockert werden

Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) sieht Chancen, dass die Lockerungen bei den Corona-Schutzmaßnahmen im Kreis Coesfeld nicht weiter verschoben werden mĂŒssen. Wenn sich das Infektionsgeschehen auf den Bereich des geschlossenen Schlachthofs konzentriere und es im Umfeld keine weiteren Infektionen gebe, könnten EinschrĂ€nkungen möglicherweise zum Wochenende auch im Kreis Coesfeld zurĂŒckgenommen werden, sagte Laumann.

Das Land hatte nach dem Ausbruch der Corona-Infektionen in dem Schlachthof fĂŒr den Kreis Coesfeld viele Lockerungen auf den 18. Mai verschoben. Das betrifft unter anderem die Öffnung von GaststĂ€tten, Fitnessstudios und Tanzschulen. Auch große GeschĂ€fte durften am Montag im Kreis Coesfeld nicht mehr als 800 Quadratmeter VerkaufsflĂ€che öffnen.

Deutschland: 750 Millionen Euro fĂŒr Sonderprogramm zur Impfstoffforschung

Die Bundesregierung fördert die Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Coronavirus mit bis zu 750 Millionen Euro. Zwei Drittel davon entfielen auf die Ausweitung von Studien, der Rest auf die spĂ€tere Sicherung der Produktion in Deutschland, sagte Bundesforschungsministerin Anja Karliczek in Berlin. DafĂŒr werde ein Sonderprogramm aufgelegt. Die genauen Förderrichtlinien wĂŒrden jetzt ausgearbeitet, Doppel-Förderungen solle es nicht geben. "Die Entwicklung und Herstellung eines Impfstoffs ist die zentrale Herausforderung, um die derzeitige Pandemie unter Kontrolle zu bringen", sagte Karliczek. Es sei der SchlĂŒssel, um wieder ein normales Leben zu fĂŒhren, erklĂ€rte die Forschungsministerin.

Das neue Sonderprogramm ergĂ€nze die international bereits zugesagten Gelder Deutschlands. Ein weltweites BĂŒndnis zur Entwicklung eines Corona-Impfstoffs hatte vergangene Woche 7,4 Milliarden Euro an Spendenzusagen eingesammelt. Von Deutschland kamen 525 Millionen Euro.

Sobald ein Impfstoff gefunden werde, solle dieser in "großem Stil" produziert werden, sagte die Forschungsministerin. "Wir dĂŒrfen trotzdem keine Wunder erwarten", erklĂ€rte sie weiter. Man mĂŒsse sich in der Impfstoffforschung auf RĂŒckschlĂ€ge einstellen, das gehöre leider dazu. Nach wie vor ginge man davon aus, dass vor 2021 oder sogar 2022 kein Impfstoff gefunden werden wĂŒrde.

Kölner Dom wieder fĂŒr Touristen geöffnet

Der Kölner Dom ist nach achtwöchiger Unterbrechung wieder fĂŒr Touristen zugĂ€nglich – allerdings unter Auflagen. Nachdem in der Corona-Krise bereits seit Monatsbeginn wieder Gottesdienste möglich seien, solle der Dom schrittweise wieder mehr Menschen in einer verantworteten Weise zugĂ€nglich gemacht werden, sagte ein Dom-Sprecher in Köln. "Der Dom soll allen offenstehen."

Zu den Auflagen gehört, dass sich maximal 200 Besucher gleichzeitig im Dom aufhalten dĂŒrfen. FĂŒr Besucher gilt die Mundschutzpflicht. Sie dĂŒrfen in dem Gotteshaus nur eine bestimmte Route durchlaufen. FĂŒhrungen und die Besteigung des SĂŒdturms seien noch nicht möglich, sagte der Sprecher. Wegen Bauarbeiten sei außerdem der Chorumgang um den Dreikönigsschrein geschlossen.

Seit dem 15. MĂ€rz war der Kölner Dom wegen der Corona-Pandemie nur fĂŒr das stille Gebet geöffnet. Normalerweise besuchen den Dom nach Angaben des Domkapitels im Schnitt 16.000 bis 20.000 Menschen tĂ€glich. Er ist eines der meistbesuchten GotteshĂ€user in Deutschland.

Merkel mahnt erneut zur Vorsicht in Corona-Krise

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat auch angesichts der Demonstrationen gegen Auflagen in der Corona-Krise erneut zur Vorsicht beim Umgang mit der Pandemie gemahnt. Ihr sei berichtet worden, dass viele Menschen am Wochenende ohne Schutzmasken Einkaufen gewesen seien, sagte Merkel nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen am Montag in einer Videoschalte des CDU-PrÀsidiums. Zum Teil sei dieses Verhalten sogar als Mutprobe angesehen worden, kritisierte die Kanzlerin. Das Gebot sei aber immer noch, sich an die geltenden Abstandsregeln zu halten.

Merkel sagte demnach weiter, erst in zwei bis drei Wochen werde man wissen, wie sich die vergangene Woche beschlossenen Lockerungen der Corona-BeschrĂ€nkungen auf die Infektionszahlen auswirkten. Sie habe zudem angekĂŒndigt, sich an diesem Mittwoch im Bundestag bei der Regierungsbefragung erneut zu den fĂŒr die Bundesregierung relevanten Maßzahlen zur Einordnung des Pandemiegeschehens zu Ă€ußern. Merkel und der Bundesregierung war zuletzt vorgehalten worden, mit unterschiedlichen Kennzahlen fĂŒr Verwirrung gesorgt zu haben.

Wuhan meldet wieder neue Coronavirus-Infektionen

In der chinesischen Millionenmetropole Wuhan haben die Behörden den zweiten Tag in Folge neue Ansteckungen mit dem Coronavirus gemeldet. In einem Wohnviertel der Stadt wurden am Montag fĂŒnf Neuinfektionen bestĂ€tigt, wie die Behörden mitteilten. In dem Viertel war bereits am Sonntag eine Ansteckung bei einem 89-jĂ€hrigen Mann festgestellt worden – die erste seit mehr als einem Monat.

Die zentralchinesische Industriemetropole Wuhan ist der Ursprungsort der Coronavirus-Pandemie. Um das Virus einzudĂ€mmen, stellten die Behörden die gesamte Stadt fĂŒr mehr als zwei Monate unter QuarantĂ€ne. Seit der Aufhebung der Ausgangssperre vor gut vier Wochen gilt Wuhan eigentlich als "risikoarmes" Gebiet. In dem betroffenen Wohnviertel wurde die Infektions-Risikostufe nun aber von "niedrig" auf "mittel" hochgesetzt.

Temperaturmessung bei Studierenden: In Wuhan wurden die Corona-BeschrÀnkungen nach mehr als zwei Monaten gelockert.
Temperaturmessung bei Studierenden: In Wuhan wurden die Corona-BeschrÀnkungen nach mehr als zwei Monaten gelockert. (Quelle: Chinatopix/ap-bilder)

Hamburger Polizei stellt viele VerstĂ¶ĂŸe gegen Corona-Regeln fest

Die Hamburger Polizei hat am vergangenen Wochenende eine Vielzahl an VerstĂ¶ĂŸen gegen die coronabedingten KontaktbeschrĂ€nkungen festgestellt. 220 Ordnungswidrigkeitsverfahren wurden eingeleitet und 120 Platzverweise ausgesprochen, sagte eine Sprecherin. Mehr dazu lesen Sie hier. Welche Regeln in Ihrem Bundesland gelten, sehen Sie hier.

Zahl der neuen TodesfÀlle in Spanien gesunken

Die Zahl der tÀglich gemeldeten Coronavirus-Toten in Spanien ist auf den niedrigsten Stand seit sieben Wochen gefallen. Das Gesundheitsministerium berichtet von 123 neuen TodesfÀllen. Insgesamt sind damit nachweislich 26.744 Menschen infolge einer Ansteckung mit dem neuartigen Virus in Spanien gestorben. Die Zahl der bestÀtigten Infektionen stieg binnen 24 Stunden um 3.046 auf 227.436.

Russland meldet wieder Rekordanstieg bei Neuinfektionen

Russland meldet mit 11.656 Neuinfektionen erneut einen neuen Höchstwert. Damit stieg die Zahl der nachweislichen Ansteckungen auf 221.344. Seit Tagen legen die Infektionen in Russland um mehr als 10.000 zu. Die Behörden fĂŒhren dies auch auf ein verstĂ€rktes Testprogramm zurĂŒck. Die Zahl der TodesfĂ€lle stieg binnen 24 Stunden um 94 auf 2.009.

Coesfeld: FĂ€lle am Wochenende weiter gestiegen

Im Kreis Coesfeld sind die Infektionszahlen nach einem Corona-Ausbruch in einem Fleischbetrieb weiter gestiegen. Am Sonntag seien im Kreisgebiet 780 nachgewiesene Ansteckungen verzeichnet worden, 35 mehr als am Samstag, sagte ein Kreissprecher. Laut Robert Koch-Institut lag die Zahl der Neuinfektionen im Kreis bei knapp 96 und damit deutlich ĂŒber der festgelegten Obergrenze von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. Viele der von Montag an landesweit geplanten Lockerungen der Corona-Auflagen etwa fĂŒr GaststĂ€tten und GeschĂ€fte werden damit im Kreis um eine Woche verschoben, wie der Kreis ankĂŒndigte.

Unter den Betroffenen im Kreis Coesfeld sind 230 Infizierte aus dem Westfleisch-Werk. 952 der rund 1.200 Mitarbeiter seien dort bereits getestet worden, sagte ein Sprecher des Unternehmens. Der Standort bleibe weiter geschlossen. Am Sonntag hatte es unter anderem auch Massentests in einem Westfleisch-Betrieb in Hamm gegeben. Rund 1.000 Mitarbeiter seien dort getestet worden, die ĂŒbrigen sollten am Montag folgen, sagte der Westfleisch-Sprecher. Ergebnisse zu den Tests in Hamm gab es am Montag zunĂ€chst noch nicht. Wo die Obergrenze ebenfalls ĂŒberschritten wurde, lesen Sie hier.

Großschlachterei Westfleisch: In Coesfeld wurde der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner bereits ĂŒberschritten.
Großschlachterei Westfleisch: In Coesfeld wurde der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner bereits ĂŒberschritten. (Quelle: Kirchner-Media/imago-images-bilder)

Experten: Corona-Krise könnte Impfbereitschaft fördern

Viele Menschen warten sehnsĂŒchtig auf eine Impfung gegen das neue Coronavirus. Doch es gibt auch gegenteilige Ansichten: Bei den Protest-Demonstrationen am Wochenende gegen die staatlichen Maßnahmen zur BekĂ€mpfung der Pandemie waren auch Impfgegner mit dabei. Nach Ansicht des Experten Bernd Harder von der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften könnte die Corona-Krise Impfskeptiker aber mittelfristig dazu bewegen, kĂŒnftig mehr auf Schutzimpfungen zu vertrauen. "Weil sie sehen, wie eine Welt ohne Impfen aussehen könnte."

Außerdem fĂŒhrt uns die Pandemie vor Augen, wie sehr Viren unsere Gesellschaft, unseren Wohlstand und unsere Existenz bedrohen können. "Mein Eindruck ist, dass die große Mehrheit der Bevölkerung dem Impfgedanken sehr zugeneigt ist", schließt sich der Erlanger Infektionsimmunologe Christian Bogdan, der auch Mitglied der StĂ€ndigen Impfkommission (Stiko) am Robert Koch-Institut (RKI) ist, an.

Warnung vor Problemen beim Hochfahren von Kita- und Schulbetrieb

Der StĂ€dte- und Gemeindebund warnt vor massiven Schwierigkeiten beim Hochfahren des Schul- und Kitabetriebs in den kommenden Wochen. "Wir mĂŒssen einen Schichtbetrieb organisieren, damit nie zu viele Kinder gleichzeitig im SchulgebĂ€ude sind", sagte VerbandsprĂ€sident Uwe Brandl der Zeitung "Welt" vom Montag. "Wir mĂŒssen die Taktzeiten der Busse anpassen, damit alle SchĂŒler an die Schulen kommen." Im lĂ€ndlichen Raum mĂŒssten dafĂŒr eigene Buslinien organisiert werden.

Nach den bisherigen Vorgaben mĂŒsse es Ausschreibungsverfahren geben, um den gĂŒnstigsten Unternehmer zu finden. "Wenn wir das weiter so handhaben, werden wir einen Busdienst erst im Oktober etablieren können", sagte Bradl. "Wir brauchen schnelle Entscheidungen. Darunter auch solche, die unter UmstĂ€nden jenseits der bisherigen Vergabepraxis stattfinden."

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Spahn fordert konsequentes Durchgreifen vor Ort

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die Behörden in LÀndern und Kommunen aufgefordert, im Kampf gegen das Coronavirus konsequent durchzugreifen. "Wir brauchen das beherzte, umfassende Vorgehen vor Ort", betonte Spahn am Sonntagabend im "heute journal" des ZDF. Es sei sehr wichtig, alle Infektionen schnell nachzuvollziehen und Kontaktpersonen zu isolieren. Nur wenn in den Landkreisen sofort gehandelt werde, könne verhindert werden, dass die Zahlen auch bundesweit wieder anstiegen.

Der Bund hatte den LĂ€ndern vergangene Woche weitgehend freie Hand fĂŒr die Lockerung der Corona-Auflagen gegeben. Vereinbart wurde aber eine Art Notfall-Mechanismus: Danach sollen in der betreffenden Region wieder strikte BeschrĂ€nkungen greifen, wenn innerhalb einer Woche mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner registriert werden. Inzwischen sind fĂŒnf Orte in Deutschland bekannt, in denen diese Obergrenze ĂŒberschritten wird. Hier lesen Sie mehr.

Spahn verteidigte die Vereinbarung gegen Kritik. "Es wirkt doch", sagte er. Wichtig sei, dass alle zusammenstĂŒnden. Die Debatte werde immer polarisierter, das zeigten auch die Demonstrationen gegen die Corona-Auflagen. Deshalb mĂŒsse die Politik die notwendigen Maßnahmen noch besser erklĂ€ren und erlĂ€utern. FĂŒr Entwarnung sei es viel zu frĂŒh: "Wir sind noch immer mitten in dieser Pandemie", mahnte Spahn.

Jens Spahn: Der Bundesgesundheitsminister mahnt zu schnellem Handeln in den Regionen
Jens Spahn: Der Bundesgesundheitsminister mahnt zu schnellem Handeln in den Regionen. (Quelle: Peter Kneffel/dpa-bilder)

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