Newsblog zu Covid-19

Corona-Alarm in Niedersachsen – Stadt wird zum Hotspot

19.10.2020, 11:43 Uhr | AFP, dpa, rtr, t-online

Passanten in der Fußgängerzone von Delmenhorst: Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in der Stadt stieg zu letzt sprunghaft an. (Quelle: dpa)

Die Zahl der Neuinfektionen steigt im niedersächsischen Delmenhorst explosionsartig an. Der Ursprung gibt Rätsel auf, die Behörden reagieren mit scharfen Maßnahmen. Alle Infos im Newsblog.

Weltweit haben sich laut Johns-Hopkins-Universität mehr als 35,3 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infizieDie Zahl der Neuinfektionen steigt im niedersächsischen Delmenhorst explosionsartig an. Der Ursprung gibt Rätsel auf, die Behörden reagieren mit scharfen Maßnahmen. Alle Infos im Newsblog.rt, mehr als eine Million Erkrankte sind gestorben. In Deutschland gab es bislang mindestens 304.118 Infizierte. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt bei 9.547 (Stand: 6. Oktober).

 

Sprunghafter Anstieg der Corona-Infektionen in Delmenhorst

Die Zahl der Corona-Infektionen im niedersächsischen Delmenhorst ist wieder deutlich angestiegen. Das Landesgesundheitsamt gab den Sieben-Tage-Wert der Stadt am Montagmorgen mit 223,1 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner an (Vortag: 138,0). Demnach gab es 76 neue nachgewiesene Ansteckungen im Vergleich zum Sonntag. 

Die Stadt Delmenhorst verschärft angesichts des Ausbruchs die Schutzmaßnahmen. So werde eine Sperrstunde für die Gastronomie von 23 bis 6 Uhr erlassen, sagte Oberbürgermeister Axel Jahnz (SPD). Alle öffentlichen Veranstaltungen und Gottesdienste werden demnach bis auf Weiteres abgesagt. Private Treffen werden auf zehn Personen begrenzt. Außerdem wird die Maskenpflicht in der Stadt ausgeweitet. Schulen und Kitas sollen allerdings nach den Herbstferien wieder öffnen, solange die Hygienekonzepte es zulassen. Die Infektionswelle hat nach Einschätzung der Behörden keinen eindeutigen Ursprung. Es gebe "keinen sogenannten Schwerpunkt", sagte Jahnz. "Wir bewegen uns in kleineren Zellen."

Polen richtet Corona-Krankenhaus im Nationalstadion ein

Polen will im Warschauer Nationalstadion ein provisorisches Krankenhaus für Corona-Patienten einrichten. Das teilte ein Regierungsbeamter mit. "Wir wollen, dass die ersten 500 Betten bereits vor Ende der Woche für Patienten verfügbar sind", sagte der Kanzleichef des Premierministers, Michal Dworczyk, dem Sender Radio Zet. Das Krankenhaus, das im Konferenzraum des Stadions entstehen soll, werde auch über rund 50 Intensivpflegebetten verfügen, erklärte der Regierungsbeamte. Das Stadion war für die Fußball-Europameisterschaft 2012 gebaut worden.

Vorbereitungen für die Einrichtung von temporären Covid-19-Krankenhäusern laufen auch in anderen Regionen Polens. Das Land verzeichnete in den vergangenen Wochen einen starken Anstieg an Corona-Neuinfektionen. Am Samstag wurden mehr als 9600, am Sonntag mehr als 8500 Fälle gemeldet. Deshalb wuchs die allgemeine Sorge, ob die Kapazität des Gesundheitssystems für eine schnell wachsende Anzahl an Covid-19-Patienten ausreichen werde, die eine Krankenhausbehandlung und Intensivbetreuung brauchen. Mehrere Krankenhäuser klagten bereits über Personalmangel.

Potenzieller Impfstoff: Die USA und Großbritannien haben sich bereits große Mengen gesichert. (Quelle: ed S. Warren/AP/dpa)

Weißes Haus lehnt strengeres Genehmigungsverfahren für Impfstoffe ab

Die von der US-Gesundheitsbehörde FDA vorgeschlagenen strengeren Richtlinien für die Notfallzulassung von Coronavirus-Impfstoffen stoßen einem Medienbericht zufolge bei hochrangigen Regierungsmitgliedern in Washington auf Ablehnung.

Der Stabschef des Weißen Hauses, Mark Meadows, spreche sich gegen die Bestimmung aus, die eine Zulassung eines Impfstoffes erst nach den Wahlen am 3. November ermöglichen würde, schreibt die Zeitung "New York Times" unter Berufung auf mit dem Genehmigungsverfahren vertraute Personen.

RKI meldet erneut mehr als 2.500 Neuinfektionen an einem Tag

Innerhalb eines Tages meldeten die Gesundheitsämter 2.639 neue Corona-Infektionen, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Dienstagmorgen bekanntgab. Mehr dazu lesen Sie hier.

Ab Dienstag gilt Maskenpflicht im Bundestag

Im Deutschen Bundestag gilt von Dienstag an eine Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes. Das habe Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) mit Blick auf die ernstzunehmende Entwicklung der Coronavirus-Pandemie entschieden, teilte die Parlamentsverwaltung am Montag in Berlin mit.

Österreichischer Bundeskanzler Kurz: Corona-Test negativ

Der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz hat negativ auf das Coronavirus getestet. "Der Kanzler, der Vizekanzler und das gesamte Regierungsteam haben negativ getestet", teilt das Büro des Regierungschefs mit. Ein enger Mitarbeiter von Regierungschef Kurz hatte sich zuvor mit dem Virus infiziert. "Im Verlauf der Testreihe wurde jedoch ein weiterer Kollege positiv getestet", heißt es in der Erklärung. Ein Mitarbeiter des Umwelt- und Verkehrsministerium sei infiziert. Hier lesen Sie mehr.

Irische Regierung lehnt trotz Empfehlung Lockdown ab

Die irische Regierung weist die Empfehlung ihrer medizinischen Ratgeber zurück, eine Ausgangssperre anzuordnen. Stattdessen seien die Präventionsmaßnamen für die Frist von drei Wochen verschärft worden, erklärt Ministerpräsident Michael Martin.

US-Behörde: Corona-Übertragung über längere Distanz möglich

Die US-Gesundheitsbehörde CDC stellt nun wieder offiziell fest, dass sich das Coronavirus auch über in der Luft schwebende kleine Partikel übertragen kann. Vor zwei Wochen hatte die CDC für Aufsehen gesorgt, weil sie erst einen Hinweis darauf in ihren Empfehlungen veröffentlicht hatte – und dann nach wenigen Tagen wieder zurücknahm. Zur Begründung hieß es, dass ein Entwurf fälschlicherweise zu früh veröffentlicht worden sei.

Am Montag schrieb die CDC in ihren Corona-Richtlinien wieder, das Virus könne unter bestimmten Bedingungen auch über eine längere Distanz als die bislang als maßgeblich angesehen sechs Fuß (etwa 1,8 Meter) übertragen werden. Dies sei der Fall gewesen in schlecht belüfteten Räumen. Mitunter hätten die Personen zudem schwer geatmet, etwa beim Singen oder Trainieren.

Wissenschaftler glauben nach Angaben der CDC, dass die Konzentration des Virus in der Luft durch die Umstände ansteigen konnte. Dabei seien zum Teil auch Menschen infiziert worden, die sich nicht nur zur gleichen Zeit, sondern auch kurz danach an einem Ort mit ansteckenden Personen aufgehalten hätten. Zugleich schränkte die CDC ein, dass der Großteil der Infektionen nach vorliegenden Daten in nächster Entfernung passiere.

16 Corona-Fälle nach großer Hochzeitsfeier im Südwesten

Bei einer großen Hochzeit Ende September in Lahr mit rund 120 Personen haben sich mehrere Gäste mit dem Coronavirus infiziert. Derzeit verfolgt das Gesundheitsamt des Ortenaukreises in Baden-Württemberg mehr als 240 Kontaktpersonen aus Lahr und Umgebung, die sich in Quarantäne begeben müssen. "Nach aktuellem Stand haben sich bisher 16 Gäste der Hochzeitsfeier mit dem Coronavirus infiziert", sagte die Leiterin des Gesundheitsamts, Evelyn Bressau am Montag.

Einige der betroffenen Personen seien zusätzlich auf anderen Familienfeiern gewesen, was das Amt vor besondere Herausforderungen stelle. Laut eines Sprechers des Landratsamtes wird mit weiteren Infizierten gerechnet. Im Zusammenhang mit der Hochzeit sind auch Schüler der Werkrealschule in Seelbach und der Grundschule in Kuhbach, beide im Ortenaukreis gelegen, betroffen. Mehrere Klassen befinden sich laut Landratsamt in Quarantäne.

WHO: Jeder zehnte Mensch könnte bereits Corona haben

Jeder zehnte Mensch weltweit könnte sich mit dem Coronavirus infiziert haben, erklärt die Weltgesundheitsbehörde WHO. Mike Ryan, der oberste Notfallexperte der WHO, erklärt dem Exekutivrat der Organisation, dass es mehr Ausbrüche in Teilen Südostasiens gebe und dass die Zahl der Fälle und Todesopfer in Teilen Europas und des östlichen Mittelmeerraums steige.

"Nach unseren derzeit besten Schätzungen sind etwa zehn Prozent der Weltbevölkerung möglicherweise mit diesem Virus infiziert." Dies variiere je nach Staat, von Stadt zu Land und je nach Gruppen. "Aber es bedeutet, dass die große Mehrheit der Welt weiterhin gefährdet ist", sagt Ryan. "Wir gehen jetzt in eine schwierige Phase hinein. Die Krankheit breitet sich weiter aus."

Corona-Ausbruch in Schlachthaus: 81 Mitarbeiter infiziert

In einem Schlachthof in Sögel in Niedersachsen haben sich Beschäftigte mit dem Coronavirus infiziert. 81 Menschen seien im Zusammenhang mit dem Schlachthof der Weidemark Fleischwaren positiv auf das Virus getestet worden, sagt ein Sprecher des Landkreises Emsland. Der Schlachtbetrieb Weidemark gehört zur Tönnies-Gruppe. Dort hatten sich im Juni in Rheda-Wiedenbrück über 1500 Mitarbeiter infiziert. Ein Tönnies-Sprecher erklärt, in den vergangenen drei Wochen seien insgesamt 81 Weidemark-Mitarbeiter positiv getestet worden. Seit vergangener Woche würden alle rund 1500 Mitarbeiter täglich getestet. Aktuell arbeite der Schlachthof in einem reduzierten Umfang von rund 50 Prozent.

Regierungssprecher Steffen Seibert: Am Nachmittag informiert er über die Arbeit des Corona-Kabinetts mit Kanzlerin Angela Merkel. (Quelle: Metodi Popow/imago images)

Corona-Kabinett vertagt Entscheidung über neue Quarantäne-Beschlüsse

Das sogenannte Corona-Kabinett hat nach Angaben von Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag weitere Beschlüsse vorbereitet, aber nicht gefällt. Entscheidungen könnte es am 15. Oktober geben. Es sei unter anderem über eine Muster-Quarantäneverordnung beraten worden, mit der die Quarantäne bei einem negativen Test von zehn auf fünf Tage verringert werden könne. Außerdem sei es um die Teststrategie gegangen. Momentan gebe es mehr als eine Million Corona-Tests pro Woche.

Schleswig-Holstein macht keine Ausnahme für Grünen-Chef Habeck

Schleswig-Holsteins Quarantäne-Pflicht für Einreisende aus vier Berliner Bezirken trifft auch den in Flensburg lebenden Grünen-Bundeschef Robert Habeck. Die einzige Ausnahmeregelung diene der "Aufrechterhaltung der Staatsfunktion", sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Montag in Kiel. Dies treffe auf den zwischen dem Norden und Berlin pendelnden Habeck jedoch nicht zu. "Er ist weder Abgeordneter, noch Mitglied der Landesregierung." Zuvor hatte das "Flensburger Tageblatt" darüber berichtet.

Wegen zu hoher Corona-Infektionszahlen hat das Land die Berliner Bezirke Mitte, Neukölln, Tempelhof-Schöneberg und Friedrichshain-Kreuzberg als Risikogebiet im Inland ausgewiesen. Für Urlauber oder Einreisende hat das zur Folge, dass sie sich sofort 14 Tage in Quarantäne begeben oder zwei negative Corona-Tests innerhalb von fünf Tagen vorweisen müssen. 

Ausnahmen von den Regeln gibt es nur für Abgeordnete aus Brüssel, Berlin und Kiel sowie für Vertreter der Landesregierung und deren Landesvertretung in Berlin. "In der praktischen Umsetzung stellen sich sicherlich noch einige Fragen, von denen ich hoffe, dass sie in den nächsten Tagen beantwortet werden", sagte Habeck dem "Flensburger Tageblatt". Auch seitens SDP-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach und Gesundheitsminister Jens Spahn gibt es Kritik an der neuen Regelung des Bundeslandes.

Spahn kritisiert Umgang mit Corona in Berlin

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat das Land Berlin dazu aufgerufen, die geltenden Corona-Regeln besser durchzusetzen. Er könne nicht verstehen, dass große Partys möglich seien, wie er sie am Wochenende wieder auf Bildern gesehen habe, und dass es Restaurants gebe, wo man mit Maske angeguckt werde, als wäre man vom Mond, sagte der CDU-Politiker am Montag in Berlin. "Es liegt nicht an zu wenig Regeln. Es liegt eher an der Frage, wo werden welche Regeln durchgesetzt. Und da geht zumindest in manchen Bereichen dieser schönen Hauptstadt, glaube ich, noch mehr." Die gesamte Meldung lesen Sie hier.

EU-Kommissionschefin von der Leyen in Corona-Quarantäne

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat sich in Corona-Quarantäne begeben. Sie sei darüber informiert worden, dass sie vergangenen Dienstag einen Termin mit einer Person hatte, die am Sonntag positiv auf das Coronavirus getestet worden sei, schrieb von der Leyen am Montag auf Twitter.

"Entsprechend der geltenden Regeln werde ich mich deshalb bis morgen früh selbst isolieren", kündigte sie an. Sie sei am Donnerstag mit negativem Ergebnis getestet worden und werde sich heute erneut einem Test unterziehen, schrieb sie weiter.

Von der Leyen hatte nach dem Kontakt mit der positiv getesteten Person am Donnerstag und Freitag am Gipfel der EU-Staats- und Regierungschefs teilgenommen. Dort war auch Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Ursula von der Leyen: Die EU-Kommissionschefin muss in Quarantäne. (Quelle: Johanna Geron, Pool/AP/dpa)

Italien plant wohl landesweite Maskenpflicht im Freien

Italiens Regierung plant nach Medienangaben zum Corona-Schutz die Einführung einer nationalen Maskenpflicht auch im Freien. Nach Berichten vom Montag sollte die vorgesehene Verschärfung der Regeln in Kürze von der Regierung in Rom veröffentlicht werden. Die Pflicht, überall und zu jeder Zeit in dem Mittelmeerland einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen, könnte demnach schon ab Mittwoch gelten.

Einzelne Gebiete, zuletzt die Region Latium, hatten solche Vorsichtsmaßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie schon erlassen. Bisher muss man die Schutzmasken landesweit hauptsächlich in geschlossenen Räumen wie Läden und Büros sowie in öffentlichen Verkehrsmitteln tragen. Am Sonntag gab es in Italien offiziell 2.578 neu registrierte Corona-Ansteckungen, 18 Menschen starben mit oder an der Viruskrankheit. Die Gesamtzahl der Covid-19-Opfer liegt in Italien bei rund 36.000.

103-jährige Mexikanerin überwindet Corona-Infektion

In Mexiko soll die 103-jährige Dona Maria eine Infektion mit dem Coronavirus überwunden haben, obwohl sie bereits zuvor an einer chronischen Lungenkrankheit gelitten habe, teilte das zum mexikanischen Gesundheitssystem gehörende Institut für soziale Sicherheit (IMSS) mit.

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Den Angaben zufolge war die 103-Jährige am 22. September in ein Krankenhaus in Guadalajara gekommen. Sie habe Fieber und Schnupfen sowie Probleme beim Atmen gehabt, erklärte IMSS. Eine künstliche Beatmung sei jedoch nicht nötig gewesen. Dona Maria sei während des gesamten Krankenhausaufenthalts guter Laune und bei Verstand gewesen, sagte der Klinikdirektor David Sánchez. Nach elf Tagen seien ihre Symptome verschwunden. Am Freitag wurde sie demnach wieder aus der Klinik entlassen.

Vor Dona Maria hatte bereits ein weiterer hochbetagter Mexikaner mit der Überwindung seiner Corona-Infektion Schlagzeilen gemacht: Der 118-Jährige aus dem südostmexikanischen Bundesstaat Tabasco war im Juli positiv auf das Coronavirus getestet worden und überlebte. Mexiko zählt zu den am schwersten von der Corona-Pandemie betroffenen Ländern weltweit. In dem Land wurden bereits fast 758.000 Infektionen mit dem neuartigen Virus nachgewiesen, mehr als 78.800 Menschen starben.

Weltweit zweitgrößter Kinobetreiber schließt Kinos in den USA

Der weltweit zweitgrößte Kinobetreiber schließt vorübergehend alle seine Lichtspielhäuser in den USA und Großbritannien. Das teilte das Unternehmen mit. Betroffen seien rund 45.000 Mitarbeiter. Cineworld hatte den Schritt am Wochenende angedeutet und ihn unter anderem mit fehlenden Filmpremieren begründet. Erst kürzlich wurde der Start des neuen "James Bond"-Films ins Frühjahr 2021 verschoben.

"Maximale Alarmstufe": Paris vor neuen Corona-Einschränkungen

Wegen der sehr angespannten Corona-Lage soll in Paris und der direkten Umgebung am Montag die "maximale Alarmstufe" ausgerufen werden. Mit welchen zusätzlichen Einschränkungen das einhergehe, werde am Montag in einer Pressekonferenz mitgeteilt werden. Die Maßnahmen sollten dann ab Dienstag für die Dauer von 15 Tagen gelten.

Weltweit mehr als 35 Millionen Corona-Fälle

Laut Forschern der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore haben sich weltweit inzwischen mehr als 35 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert, über 1,035 Millionen Erkrankte sind gestorben. Die USA bleiben mit mehr als 7,4 Millionen bestätigten Fällen und mehr als 209.800 Toten das am stärksten betroffene Land gefolgt von Indien und Brasilien.

Indien: Mehr als 6,6 Millionen Menschen infiziert

In Indien haben sich bislang 6,63 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Das ist den Angaben des Gesundheitsministeriums zufolge ein Anstieg um 74.442 in den letzten 24 Stunden. Es gab 903 weitere Todesfälle, insgesamt 102.685. Indien ist weltweit das dritte Land, in dem die Zahl der Toten die Marke von 100.000 überstieg.

28 Infizierte, ein Toter – Ausbruch in Badener Pflegeheim

In einem Seniorenwohn- und Pflegeheim in Marxzell (Kreis Karlsruhe) haben sich 18 Bewohner und zehn Mitarbeiter nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Einer der Bewohner sei gestorben, teilte der Kreis Karlsruhe am Sonntagabend mit. Nun würden alle weiteren Bewohner und Mitarbeiter getestet.

"Das Infektionsgeschehen beschränkt sich bisher auf einen Wohnbereich, in dem 20 Seniorinnen und Senioren leben. Hinweise, dass sich die Infektion weiter in dem Heim verbreitet, gibt es bislang nicht", sagte der stellvertretende Leiter des Gesundheitsamtes, Ulrich Wagner. Es müsse aber mit weiteren schweren Krankheitsverläufen gerechnet werden.

Neuseeland beendet Maßnahmen für Auckland

Die neuseeländische Premierministerin Jacinda Ardern kündigt die Aufhebung aller Coronavirus-Beschränkungen in der Stadt Auckland ab Mitternacht am Mittwoch an. Damit kehrt auch die größte Stadt Neuseelands formell zur niedrigsten Alarmstufe 1 zurück, die im restlichen Land bereits gilt.

Corona-Notstand in Tschechien in Kraft getreten

In Tschechien ist um Mitternacht in der Nacht zum Montag erneut ein nationaler Notstand in Kraft getreten. Die Regierung unter Ministerpräsident Andrej Babis hatte die Ausrufung des Ausnahmezustands wegen eines "raketenhaften Anstiegs" bei den Corona-Zahlen beschlossen. Er ermöglicht es der Regierung unter anderem, Bürgerrechte wie die Versammlungsfreiheit einzuschränken und Maßnahmen ohne Zustimmung des Parlaments zu treffen.

Der Notstand galt bereits von Mitte März bis Mitte Mai. Anders als im Frühjahr sollen die Grenzen diesmal offen bleiben. Für Veranstaltungen und Versammlungen gilt eine maximale Teilnehmerzahl von zehn Personen in Innenräumen und 20 im Freien. Der Profisport muss ohne Zuschauer auskommen. Es gibt zahlreiche Ausnahmen. Firmen und Geschäfte sind nicht betroffen.

Zuletzt war am Freitag mit 3.792 Fällen ein neuer Höchststand bei den täglichen Corona-Neuinfektionen erreicht worden. Laut der EU-Behörde ECDC wurden in Tschechien in den vergangenen 14 Tagen durchschnittlich 303,3 Personen pro 100.000 Einwohner mit dem Virus infiziert. Nur Spanien (319,3) schneidet hier derzeit schlechter ab. Das Auswärtige Amt in Berlin hat eine Reisewarnung für ganz Tschechien ausgesprochen.

Bericht: Keine Durchimpfung der Bevölkerung in Großbritannien

In Großbritannien sollen einem Zeitungsbericht zufolge nur gefährdete Personen mit einem Coronavirus-Impfstoff geimpft werden. "Es wird keine Impfung von Menschen unter 18 Jahren geben. Es ist ein Impfstoff nur für Erwachsene, für Menschen über 50 mit Schwerpunkt auf Mitarbeitern des Gesundheitswesens und im Pflegedienst sowie für Risikogruppen", sagte die britische Vorsitzende der Impfstoff-Task-Force, Kate Bingham, in einem Interview der "Financial Times". Das entspreche rund 30 der 67 Millionen Einwohner.

Eine Durchimpfung der britischen Bevölkerung werde "nicht passieren". Massenimpfungen seien die falsche Herangehensweise, da die Impfung bei gesunden Menschen, die wahrscheinlich keinen schweren Krankheitsverlauf zeigten, mehr Schaden als Nutzen anrichten könnte, so Bingham weiter.

Zahl der Infizierten in Großbritannien steigt deutlich

Die Zahl der Neuinfektionen in Großbritannien steigt sprunghaft von 12.872 auf 22.961. Der Zuwachs sei zum Teil aber dadurch verursacht worden, dass zuletzt die Übertragung von mehr als 15.000 Testergebnissen in die Computersysteme durch ein technisches Problem verzögert worden sei.

Irische Behörde empfiehlt Rückkehr zu komplettem Lockdown

Die Gesundheitsbehörden in Irland empfehlen der Regierung einem Medienbericht zufolge eine Rückkehr zu einem kompletten "Lockdown". Die Behörde (NPHET) empfehle die Anhebung von Beschränkungen auf das Level 5, berichtet der Sender RTE. Fast alle Bezirke sind derzeit noch auf Level 2. Bei Level 5 werden die Bürgerinnen und Bürger aufgefordert, in ihren Häusern und Wohnungen zu bleiben. Sie dürfen sich dann nur noch in einem Radius von 5 Kilometern von dort wegbewegen. Ansammlungen sind nur noch bei Beerdigungen oder Hochzeiten erlaubt – und auch dort nur mit wenigen Menschen.

Polizei löst Party mit 100 Teilnehmern in Flüchtlingsheim auf

In einem Flüchtlingsheim in Landshut hat die Polizei eine Feier mit etwa 100 Menschen beendet. Die Polizei löste aufgrund der geltenden Hygienevorschriften und zum Schutz der Bewohner die Versammlung am Samstag auf, wie ein Sprecher sagte. Es sei mit lauter Musik und viel Alkohol gefeiert worden. Ein Mann sei infolge seiner starken Alkoholisierung bewusstlos gewesen, ein Notarzt habe ihn versorgt. 20 Menschen seien aus dem Gebäude verwiesen worden. Da sie nicht in dieser Unterkunft wohnten, sei der Aufenthalt verboten – sie sollen wegen Hausfriedensbruch angezeigt werden.

Männer greifen Busfahrer nach Streit um Corona-Masken an

Im Zuge eines Streits um Corona-Masken haben mehrere Männer einen Busfahrer im niederbayerischen Spiegelau angegriffen. Der Busfahrer hatte die Männer zuvor aufgefordert, wegen des Coronavirus einen Mund-Nase-Schutz im Bus zu tragen, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. Da sich einige der Männer weigerten, warf der Fahrer die Gruppe aus dem Bus.

Daraufhin kam es zu einem Handgemenge: Zwei bis drei Männer griffen nach Polizeiangaben den Busfahrer an und versuchten, ihn aus dem Fenster der Fahrertür nach draußen zu ziehen. Dieser Versuch scheiterte jedoch – die Männer flüchteten. Der Fahrer erlitt bei dem Vorfall vom Samstag leichte Verletzungen, der Bus wurde beschädigt.

Es wurden Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung, Beleidigung, Sachbeschädigung und Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz eingeleitet.

Corona-Impfung: Ständige Kommission dämpft Erwartung

Mitglieder der Ständigen Impfkommission (Stiko) des Robert Koch-Instituts haben vor zu großen Erwartungen an Corona-Impfungen gewarnt und dabei Geduld angemahnt. Mehr dazu lesen Sie hier.

Mehr als 300.000 Menschen in Deutschland infiziert

In Deutschland sind laut Johns-Hopkins-Universität mehr als 300.000 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Diese Angabe veröffentlichte die amerikanische Forschungseinrichtung am Sonntag. Demnach gelten 261.977 als genesen. 9.533 Menschen starben bislang in Deutschland. 

Am stärksten betroffen sind noch immer die USA mit mehr als 7,9 Millionen Infizierten. Rund 210.000 Menschen starben bislang, die meisten in New York.

Fast 17.000 Corona-Neuinfektionen in Frankreich

Frankreich hat mit 16.972 Corona-Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden einen Tagesrekord erzielt. Wie die Behörden am Samstagabend mitteilten, wurde damit der bisherige Höchstwert von 16.096 neuen Fällen vom 24. September überschritten. Die Corona-Lage in Frankreich ist sehr angespannt. Bis auf die an Deutschland grenzende Region Grand Est gilt für Frankreich eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts.

Bisher starben in der Covid-19-Pandemie rund 32.000 Menschen. In vielen Städten Frankreichs gilt die Maskenpflicht auch unter freiem Himmel. In der Hafenstadt Marseille haben Bars und Restaurants komplett geschlossen. In Paris droht wegen der angespannten Corona-Lage ebenfalls ihre Schließung.

Berlin-Neukölln gilt in Schleswig-Holstein nun als Risikogebiet

Schleswig-Holstein hat nach dem Bezirk Berlin-Mitte auch Berlin-Neukölln wegen der hohen Corona-Infektionszahlen als Risikogebiet im Inland ausgewiesen. Mehr dazu lesen Sie hier.

Bericht: Spahn plant massenhaft Corona-Tests in Pflegeheimen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) fasst einem Bericht zufolge flächendeckende Corona-Tests in Senioren- und Pflegeheimen ins Auge. Dies sei in einem Referentenentwurf seines Ministeriums für eine Nationale Teststrategie vorgesehen, die Mitte Oktober in Kraft treten soll, berichtete der "Spiegel" am Samstag. Die massenhaften Tests in den Heimen sollten Personal, Besucher und Bewohner besser vor dem Virus schützen.

Ähnliche Regelungen sieht der 23-seitige Entwurf nach "Spiegel"-Informationen für Krankenhäuser, Einrichtungen für ambulantes Operieren, Arzt- und Zahnarztpraxen, Dialyseeinrichtungen, Praxen humanmedizinischer Heilberufe sowie ambulante Pflegedienste vor.

Wird in solchen Einrichtungen eine Infektion mit dem Coronavirus festgestellt, soll jeder, der in den vorigen zehn Tagen dort anwesend war, Anspruch auf einen Test bekommen, wie das Magazin berichtete. Ziel sei es, besonders gefährdete Menschen besser zu schützen.

Pflegeheime sollten den Plänen zufolge zum Beispiel ein monatliches Kontingent für sogenannte Antigen-Schnelltests zur Verfügung gestellt bekommen. Geplant seien bis zu 50 Tests pro Bewohner. Eine Einrichtung mit 80 Bewohnern könnte also bis zu 4.000 Tests im Monat nutzen, um Besucher, Personal und Bewohner wiederholt zu testen.

Landkreis übersteigt kritischen Wert

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen im niedersächsischen Landkreis Vechta ist über den als kritisch betrachteten Wert von 50 pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche gestiegen. Dies war nach einem Ausbruch in einem Alten- und Pflegeheim erwartet worden. Nach Daten des Landesgesundheitsamtes sind es nun 51,8. Im Landkreis Vechta waren insgesamt 727 Fälle gemeldet, 46 mehr als am Vortag (Stand: 3. Oktober, 9.00 Uhr).

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Das Robert Koch-Institut weist für den Landkreis nur 19,8 neue Fälle auf 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen aus. Insgesamt hat das RKI dort 681 Fälle registriert. Wenn Zahlen in der Statistik des RKI abweichen, seien das "in der Regel Meldeverzögerungen", sagte eine Sprecherin des Landesgesundheitsministeriums. Beim Landesgesundheitsamt hätten die infektionsschützenden Maßnahmen erst mal Priorität, anschließend würden die Zahlen dem RKI übermittelt.

Am Freitag hatte die niedersächsische Kommune mitgeteilt, dass in einem Heim 31 Bewohner und 19 Mitarbeiter positiv getestet worden waren. Ein für den 4. Oktober geplanter verkaufsoffener Sonntag in Vechta fällt aus. Laut RKI liegen derzeit deutschlandweit zwei Berliner Bezirke und die kreisfreien Städte Hamm und Remscheid in Nordrhein-Westfalen über dem 50er-Grenzwert.

Fallzahlen in Polen steigen stetig an

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Polen hat den dritten Tag in Folge einen Rekordwert erreicht. Am Samstag verzeichneten die Behörden 2.367 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden, wie das Gesundheitsministerium in Warschau mitteilte. Der Schwerpunkt lag mit 290 Fällen in Kleinpolen im Süden des Landes, aber auch die Region um die Hauptstadt Warschau (277) und Pommern im Westen (244) waren stark betroffen. Erst am Freitag wurde der bisherige Rekordwert seit Beginn der Pandemie erfasst, er lag bei 2.292 Neuinfektionen.

Es gebe keine großen Epidemieherde, die Mehrheit der Fälle sei über das Land verstreut, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums nach Angaben der Agentur PAP. Am Verlauf der Pandemie habe sich nichts geändert. "Leider werden wir uns in den kommenden Tagen und Wochen an diese Ergebnisse gewöhnen."

In Polen haben sich nach offiziellen Angaben bislang 98.140 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert. 2.604 Menschen starben demnach in Zusammenhang mit dem Virus. Polen hat rund 38 Millionen Einwohner. Das Land wird vom Robert Koch-Institut bislang nicht als Risikogebiet eingestuft.

Gesundheitssenatorin fordert Alkoholverbot

Angesichts eines rasanten Anstiegs der Corona- Infektionszahlen fordert Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci für die Hauptstadt ein Ausschank- und Verkaufsverbot für Alkohol von 23 bis 6 Uhr. Dieses müsse für Restaurants, Bars, Clubs und Spätverkaufsstellen (Spätis) gelten, sagte die SPD-Politikerin am Samstag der Deutschen Presse-Agentur.

Dilek Kalayci: Die Berliner Gesundheitssenatorin fordert ein Alkoholverbot. (Quelle: Stefan Zeitz/imago images)

Gleichzeitig erneuerte sie ihre schon vor einigen Tagen vorgebrachte Forderung nach weitergehenden Kontaktbeschränkungen. "Der Zeitfaktor ist jetzt wichtig", mahnte Kalayci. "Wir haben schon zu Beginn der Pandemie im Frühjahr gesehen, dass wir in einer Stadt wie Berlin frühzeitig handeln müssen." Um Schlimmeres zu verhindern, sei auch jetzt wieder der Zeitpunkt für rasches Handeln. "Wir haben nicht die Zeit zu sagen, wir gucken mal. Die Uhr tickt."

Als Infektionsherde sehen die Behörden nicht zuletzt illegale Partys und private Feiern mit reichlich Alkoholkonsum. "Alkohol wirkt enthemmend, und beim Beisammensein werden Abstandsregeln nicht eingehalten", sagte Kalayci. Deshalb sei es wichtig, hier stärker anzusetzen.

30 Partygänger in Berlin positiv getestet

Bei einer Feier mit Hunderten Gästen im Berliner Bezirk Tempelhof-Schöneberg haben sich nach Angaben der Senatsgesundheitsverwaltung gut 30 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Die Zahl schwanke zwischen 31 und 33 Infizierten, sagte ihr Sprecher Moritz Quiske am Freitagabend der Deutschen Presse-Agentur. Mehr dazu lesen Sie hier.

Indien meldet Rekordwert bei Corona-Todesopfern

In Indien ist die Zahl der Toten auf über 100.000 gestiegen. Damit ist das Land das dritte weltweit nach den USA und Brasilien, dass diese Marke überschreitet. Das Gesundheitsministerium meldet am Samstag 100.842 Tote. Die Zahl der Infizierten steigt um 79.476 auf insgesamt 6,47 Millionen.

Spaniens Hauptstadt Madrid abgeriegelt

Der spanische und europäische Corona-Hotspot Madrid ist seit Freitagabend zur Eindämmung der Pandemie abgeriegelt. Nur wider Willen setzte Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso um 22.00 Uhr eine entsprechende, äußerst umstrittene Anordnung der spanischen Zentralregierung in Kraft. Neben der Hauptstadt wurden neun weitere Gemeinden des Großraums Madrid abgesperrt. Man darf diese Städte nur noch mit triftigem Grund betreten oder verlassen – etwa, um zur Arbeit zu fahren oder einen Arzt aufzusuchen. Betroffen ist die große Mehrheit der 6,6 Millionen Einwohner der "Comunidad Autónoma".

Die Maßnahmen sollen zunächst für zwei Wochen gelten. Die konservative Regionalregierung legte allerdings am Freitag beim Nationalen Staatsgerichtshof Einspruch dagegen ein. Sie forderte in ihrem Beschwerdeschreiben, dass die ministerielle Anordnung bis zu einer endgültigen Entscheidung vorläufig ausgesetzt wird.

Teile der Niederlande und Schottland jetzt Risikogebiete

Die Bundesregierung hat ganz Schottland sowie Teile Englands und weite Teile der Niederlande zu Corona-Risikogebieten erklärt. Die Risikoliste des Robert Koch-Instituts wurde am Freitag entsprechend aktualisiert.

Bericht: Rückkehrer aus deutschen Risikogebieten müssen in Quarantäne 

In Deutschland galt bisher nur für Rückkehrer aus dem Ausland eine Quarantänepflicht. Doch das könnte sich laut Informationen von "RTL" und "ntv" zum 1. Oktober nahezu unbemerkt geändert haben. Den Sendern liegt offenbar eine brisante Einschätzung der Bundestagsverwaltung vor. Sie besagt, dass in einigen Bundesländern auch Rückkehrer aus deutschen Risikogebieten ab sofort in Quarantäne müssen.

"RTL" zitiert aus dem Schreiben: "In vier Ländern sehen die Infektionsschutzverordnungen mit Stand 1. Oktober 2020 eine Verpflichtung zur häuslichen Quarantäne auch dann vor, wenn eine Person aus einem innerdeutschen Risikogebiet einreist oder von dort in das jeweilige Land zurückreist." Es handle sich demnach um die Bundesländer Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz.

Folgende Regionen in Deutschland gelten derzeit als Risikogebiete: Berlin-Mitte, Landkreis Rhön-Grabfeld (Bayern), die Kreisfreie Stadt Hamm (Nordrhein-Westfalen) und die Kreisfreie Stadt Remscheid (Nordrhein-Westfalen).

Weltweiter Kursrutsch nach Trumps Corona-Diagnose 

Der positive Corona-Test von US-Präsident Donald Trump hat die Aktienkurse in Asien auf Talfahrt geschickt. In Tokio sackte der Nikkei ab und notierte 0,9 Prozent schwächer bei 22.967 Punkten, nachdem er im Handelsverlauf noch ein Plus von 0,8 Prozent geschafft hatte. Die US-Futures lagen rund zwei Prozent im Minus, auch in Europa wird ein schwächerer Handelsauftakt erwartet.

Der positive Corona-Test habe das Potenzial, den Wahlkampf Trumps zu beeinträchtigen, sagte Sean Callow, Währungsstratege bei Westpac. "Er hat eine Menge am Laufen, und das ist eine Unterbrechung. Außerdem schadet ihm der positive Test, weil er gegen die ganze Einschätzung spricht, dass man sich eigentlich keine Sorgen machen muss. Er bringt die Corona-Krise zurück in den Mittelpunkt."

US-Präsident Donald Trump positiv auf Corona getestet

Nach der Corona-Infektion einer engen Beraterin ist nun auch US-Präsident Trump positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der 74-Jährige will seine Amtsgeschäfte weiterführen. Lesen Sie den ganzen Artikel hier.

Trump hat Corona – wer regiert jetzt die USA?

US-Präsident Donald Trump und seine Frau Melania haben Corona. Was das für die Regierung der USA bedeutet – und wer die Macht übernähme, wenn selbst Vizepräsident Mike Pence betroffen sein sollte, lesen Sie hier.

So hat Donald Trump das Coronavirus bisher verharmlost

Donald Trump ist mit dem Coronavirus infiziert – ein Virus, das er bis zuletzt kleinredete und nicht ernst genug nahm. Ein Rückblick zeigt seine wissenschaftlich haltlosen und widersprüchlichen Aussagen im Video.

Friedrichshain-Kreuzberg lehnt Bundeswehr-Hilfe weiter ab

Als einziger Bezirk in Berlin weigert sich Friedrichshain-Kreuzberg weiterhin, Hilfe von der Bundeswehr anzunehmen. Dabei hat er eine der höchsten Infektionsraten in der Hauptstadt. Lesen Sie den ganzen Artikel hier.

Schlachthof im emsländischen Sögel hat 36 Corona-Fälle

Im emsländischen Sögel sind 36 Beschäftigte des Schlachthofes Weidemark mit dem Coronavirus infiziert. Es handele sich überwiegend um Mitarbeiter von Subunternehmen der Weidemark Fleischwaren GmbH & Co. KG, teilte der Landkreis Emsland mit. Alle Betroffenen seien in Quarantäne. Die Fälle hätten sich bei Tests durch den Betriebsarzt ergeben. Nach Angaben der Gemeinde Sögel werden die rund 2.000 Mitarbeiter des Schlachthofes regelmäßig auf das Virus getestet. Wegen der neuen Fälle wurden vom Landkreis engmaschige Kontrollen sowie das Tragen von FFP-2-Schutzmasken auf dem gesamten Gelände angeordnet.

Auf ihrer Internet-Seite beantwortet die Gemeinde Sögel Fragen zu Corona und dem Schlachthof. Demnach halten die Werkvertragsunternehmen und die Firma Weidemark vorsorglich Quarantäne-Wohnungen bereit, um in einem Infektionsfall erkrankte Menschen zu isolieren. In der Corona-Pandemie gab es bereits mehrere große Ausbrüche auf Schlachthöfen.

Die Konzerne Tönnies, Westfleisch und PHW (Wiesenhof) hatten angekündigt, ab 2021 auf Werkarbeiter weitgehend verzichten zu wollen. Die Bundesregierung plant zum 1. Januar zudem ein Verbot der Werkvertragsarbeit in der jetzigen Form. Die Firma Weidemark in Sögel gehört zur Tönnies-Unternehmensgruppe mit Sitz im ostwestfälischen Rheda-Wiedenbrück.

Europäische Arzneimittel-Agentur überprüft Corona-Impfstoff

Die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA hat mit einer Überprüfung des sogenannten Oxford-Impfstoffs gegen Covid-19 begonnen. Es ist das erste Mal, dass dies in der Europäischen Union bei einem Corona-Impfstoff geschieht. Der Impfstoff ist von dem britisch-schwedischen Pharmakonzern AstraZeneca in Zusammenarbeit mit der Universität Oxford entwickelt worden. Die EMA warnte am Donnerstag vor voreiligen Schlüssen: Dies bedeute noch nicht, dass der Impfstoff schon als wirksam und sicher eingeschätzt werden könne. Das müsse sich jetzt in der Überprüfung erst noch zeigen.

Diese Überprüfung wird angesichts der Dringlichkeit in einem beschleunigten Verfahren vorgenommen. Dabei kontrolliert die Behörde Daten noch während sie erhoben werden, um auf diese Weise Zeit zu sparen. Normalerweise müssen diese Tests erst beendet sein, und dann werden der EMA alle Ergebnisse auf einmal vorgelegt. Bei dem jetzigen Verfahren wäre es denkbar, dass der Impfstoff schon wenige Tage nach dem Ende der Tests freigegeben wird – jedoch nur, wenn die Behörde von seiner Wirksamkeit und Unbedenklichkeit überzeugt ist.

Jens Spahn: Der Bundesgesundheitsminister erwartet zentrale Corona-Impfungen in Messehallen. (Quelle: Stefan Zeitz/imago images)

Spahn erwartet zentrale Corona-Impfungen in Messehallen

Beschäftigte des Gesundheitswesens, Ältere und Kranke könnten ab dem Winter in Deutschland als Erste zentral in Messehallen gegen eine Corona-Infektion geimpft werden. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte in Berlin, er glaube, dass am Anfang in Impfzentren gestartet werden müsse. "Das sind aus meiner Sicht eher keine Turnhallen, sondern eher Messehallen", sagte Spahn. "Da sind wir jetzt in der Diskussion auch mit den Ländern."

Da es wohl anfangs nicht für alle Menschen Impfstoffe gebe, entstehe voraussichtlich die Notwendigkeit einer Priorisierung, sagte Spahn. Zur Frage, wer zuerst geimpft wird, nannte er als Beispiele die Beschäftigten des Gesundheitswesens oder bestimmte Risikogruppen. Zu den Kriterien einer solchen Prioritätensetzung habe er den Deutschen Ethikrat, die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina und die am Robert Koch-Institut (RKI) angesiedelte Ständige Impfkommission um Vorschläge bis Ende Oktober gebeten.

Bundeswehr-Hilfe abgelehnt: Spahn kritisiert Berliner Bezirk

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die Weigerung des Berliner Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg kritisiert, in der Pandemie Hilfe von der Bundeswehr anzunehmen. In den Gesundheitsämtern kämen bei steigenden Infektionszahlen die Beschäftigten irgendwann an ihre Belastungsgrenzen.

"Deswegen unterstützen wir auch seitens des Bundes zum Beispiel mit Bundeswehrsoldaten, zum Beispiel vonseiten des Robert Koch-Instituts", sagte Spahn in der ARD-Sendung "Extra" zur Corona-Lage am Mittwochabend. "Übrigens wundert es da schon, wenn hier in Berlin-Friedrichshain dann ein Gesundheitsamt aus ideologischen Gründen mitten in der Pandemie keine Hilfe von der Bundeswehr will."

In elf Berliner Bezirken kommen bereits Soldaten zum Einsatz, die bei der oft telefonischen Nachverfolgung der Kontakte von Infizierten eingesetzt werden. Zu den bisher 60 Soldatinnen und Soldaten sollen noch einmal 180 dazukommen. Nur der grün regierte Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg geht einen anderen Weg. Eine Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung lehne die Bundeswehrhilfe ab, sagte eine Sprecherin des Bezirksamts am Donnerstag.

Polizei warnt vor Falschmeldung: Angeblicher Tod durch Maske

Die Polizei in Unterfranken warnt vor einer Falschmeldung über ein sechsjähriges Mädchen aus Schweinfurt, das angeblich durch das Tragen einer Maske gestorben sei soll. "Das sind Internetmärchen, die seit Dienstag auf verschiedenen Social-Media-Kanälen in der Region verbreitet werden", warnte eine Sprecherin der Polizei. "Das ist tatsächlich falsch". Weder in Schweinfurt, noch in der Umgebung sei eine Sechsjährige deshalb erkrankt oder gar ums Leben gekommen. Inzwischen hätten sich schon mehrere besorgte Bürger bei der Polizei gemeldet. "Die Kripo versucht gerade herauszufinden, wer das gestreut hat", fügte die Sprecherin hinzu.

RKI startet umfangreiche Antikörperstudie zum Coronavirus

Das Robert-Koch-Institut (RKI) startet eine neue große Antikörperstudie zur Verbreitung des Coronavirus in Deutschland. Die Studie, an der 34.000 Erwachsene teilnehmen sollen, erhebt bis Ende Dezember Proben und Forschungsdaten, wie das RKI am Donnerstag in Berlin. Damit würden erstmals aussagekräftige Ergebnisse zum Antikörperstatus für ganz Deutschland vorliegen.

Die Studie soll untersuchen, wie viele Menschen bereits eine Infektion mit Sars-CoV-2 durchmachten und wie hoch die Dunkelziffer bei den Infektionen ist. Zudem erhoffen sich die Forscher Antworten auf die Frage, welche Menschen häufiger von einer Corona-Infektion betroffen sind. "Die Studie wird unser Bild zum bisherigen Sars-CoV-2-Geschehen in Deutschland weiter vervollständigen", erklärte RKI-Präsident Lothar Wieler. Die Studie ermögliche auch "eine Einschätzung, wie soziale Lage und Lebensbedingungen der Menschen und das Sars-CoV-2-Infektionsrisiko zusammenhängen".

Die Teilnahme an der Studie "Leben in Deutschland – Corona-Monitoring" ist freiwillig. 34.000 Menschen wurden dazu eingeladen. Sie erhalten Testmaterialien für einen Mund-Nase-Abstrich und die Entnahme einer kleinen Blutmenge aus dem Finger, zudem sollen sie einen Fragebogen unter anderem zu klinischen Symptomen, Vorerkrankungen und Gesundheitsverhalten ausfüllen.

Mehr als 2.500 Corona-Neuinfektionen binnen weniger Tage

Die Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen in Deutschland hat zum zweiten Mal binnen weniger Tage die Schwelle von 2.500 überschritten. Innerhalb eines Tages meldeten die Gesundheitsämter 2.503 neue Corona-Infektionen, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Donnerstagmorgen bekanntgab. Das sind nur knapp weniger als am Samstagmorgen, als mit 2.507 Neuinfektionen innerhalb eines Tages der höchste Wert seit Ende April gemeldet worden war.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach Angaben des RKI mindestens 291.722 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 1. Oktober). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9.500. Das sind 12 mehr als am Vortag. Rund 257.900 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6.000 gelegen. Die Zahl war dann in der Tendenz gesunken und im Juli wieder gestiegen. Die Zahl der erkannten Neuinfektionen ist auch davon abhängig, wie viele Menschen getestet werden.

Der Sieben-Tage-R-Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert am Mittwoch bei 1,00 (Vortag: 1,03). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen. "Die berichteten R-Werte lagen seit der zweiten Septemberwoche überwiegend über 1", schreibt das RKI im Lagebericht vom Mittwoch. "Auch wenn heute die R-Werte etwas niedriger sind, muss die Entwicklung weiter beobachtet werden."

Rekord an an Corona-Neuinfektionen in Israel – mehr als 8.900 neue Fälle

Knapp zwei Wochen nach Beginn eines Lockdowns hat die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Israel einen Rekord erreicht. Es seien laut Behörden 8.919 neue Fälle registriert worden. Die Zahl der Schwerkranken lag mit 810 weiterhin oberhalb einer von Experten als kritisch für eine Überlastung des Gesundheitssystems bezeichneten Marke.

Die Pandemie war in Israel zunächst glimpflich verlaufen, auch wegen eines strikten Kurses der Regierung. Nach von Experten kritisierten Lockerungen im Mai schnellten die Fallzahlen jedoch in die Höhe. Seit dem 18. September gilt ein Lockdown mit Restriktionen wie Ausgangsbeschränkungen; am vergangenen Freitag wurden die Maßnahmen verschärft.

Am stärksten betroffen von der Zunahme der Fallzahlen waren zuletzt arabische und ultraorthodoxe jüdische Wohnviertel. Dort leben häufig größere Familien auf engem Raum zusammen. Viele Mitglieder der arabischen Minderheit und viele strengreligiöse Juden fühlten sich schon vor Beginn der Corona-Krise nicht vom Staat Israel vertreten. Sie leben teilweise in einer Art Parallelwelt und folgen eher den Vorgaben ihrer eigenen Führung als denen des Staates.

Berliner Corona-Ampel bei Neuinfektionen auf Rot

Im Berliner Corona-Warnsystem ist eine der drei Ampeln auf Rot gesprungen. Für die Zahl der Neuinfektionen gilt nun die höchste Warnstufe: Pro 100.000 Einwohner steckten sich in den vergangenen sieben Tagen 30,2 Menschen nachweislich an, wie die Gesundheitsverwaltung am Mittwoch mitteilte. Am Vortag waren es noch 28,9 – und diese Ampel auf Gelb.

Direkte Konsequenzen hat das Rot nicht, weil die anderen beiden Ampeln auf Grün stehen: Der Reproduktionswert für die vergangenen vier Tage lag nach Angaben der Gesundheitsverwaltung bei 0,93 – so viele Menschen steckt ein Corona-Infizierter durchschnittlich an. Auch bei der Auslastung der Intensivbetten ist Berlin mit 2,4 Prozent weiter im grünen Bereich.

Am Mittwoch wurden 288 bestätigte Corona-Neuinfektionen gemeldet. Damit stieg die Zahl auf 14.787 Corona-Fälle. 12.751 Betroffene gelten als genesen, 156 mehr als am Vortag. Die Zahl der Todesfälle liegt unverändert bei 228.

Das Berliner Frühwarnsystem zur Bewertung der Corona-Lage signalisiert bei Doppel-Gelb Beratungsbedarf. Zeigt die sogenannte Corona-Ampel Doppel-Rot, sieht der Senat Handlungsbedarf. 

Boris Johnson: Der britische Premierminister erkrankte bereits selbst am Coronavirus. (Quelle: Parsons Media/imago images)

Britischer Regierungs-Experte: Pandemie nicht unter Kontrolle

Nach Darstellung des wissenschaftlichen Beraters der britischen Regierung, Patrick Vallance, ist die Pandemie im Königreich noch nicht unter Kontrolle. Auch der oberste Gesundheitsbeamte von England, Chris Whitty, berichtet von schnell wachsenden Ausbrüchen im ganzen Land. Beide Experten wenden sich an der Seite von Premierminister Boris Johnson an die Öffentlichkeit. Dieser steht unter Druck angesichts von mehr als 7.000 Neuinfektionen pro Tag. 

Neandertaler-Gene erhöhen Risiko für schweren Corona-Verlauf

Menschen haben ein deutlich höheres Risiko, schwer an einer Corona-Infektion zu erkranken, wenn sie das Neandertaler-Erbe in sich tragen. Das fand eine aktuelle Studie heraus. Mehr dazu lesen Sie hier.

Tschechien ruft Notstand aus

Wegen rapide steigender Corona-Zahlen hat Tschechien erneut den Ausnahmezustand ausgerufen. Der Notstand gilt vom kommenden Montag an zunächst für 30 Tage, wie Gesundheitsminister Roman Prymula am Mittwoch in Prag bekanntgab. Er ermöglicht es der Regierung unter anderem, Bürgerrechte wie die Versammlungsfreiheit auszusetzen. Zudem können die Gerichte höhere Strafen verhängen. Der Ausnahmezustand galt bereits im Frühjahr zwei Monate lang.

Man müsse den "raketenhaften Anstieg" der Infektionen stoppen, um einen Engpass bei der medizinischen Versorgung zu verhindern, sagte Prymula. Die Opposition warf der Regierung vor, zu spät auf Warnungen reagiert zu haben. Die Regional- und Senatswahlen am Freitag und Samstag finden wie geplant statt.

Die Grenzen sollen diesmal offen bleiben. Veranstaltungen und Versammlungen in Innenräumen werden auf zehn und im Freien auf 20 Personen begrenzt. Die meisten weiterführenden Schulen werden auf Distanzunterricht umgestellt. Der Sport muss ohne Zuschauer auskommen. Firmen, Geschäfte und Restaurants sind von den Restriktionen nicht betroffen.

Tschechien war gut durch die erste Phase der Pandemie gekommen, doch seit Wochen explodieren die Zahlen. Die Gesamtzahl der seit Beginn der Pandemie Infizierten stieg inzwischen auf knapp 67.850. Allein am Dienstag kamen 1965 neue bestätigte Fälle hinzu. In Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung starben in Tschechien mehr als 630 Menschen.

Maskenpflicht für Schleswig-Holsteins Schüler nach Herbstferien

Nach den Herbstferien müssen Schüler in Schleswig-Holstein ab der fünften Klasse zwei Wochen lang auch im Unterricht Masken tragen. So will Bildungsministerin Karin Prien (CDU) das Risiko einer Ausbreitung des neuartigen Coronavirus an den Schulen durch Reiserückkehrer eindämmen. "Das ist ein vertretbarer Weg aus Fürsorge für die Lehrkräfte und die Schülerinnen und Schüler", sagte Prien am Mittwoch. Bei Lehrern gilt wie bisher auch: Wenn der Abstand nicht eingehalten werden kann, müssen sie einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Nach den Herbstferien geht die Schule im Norden am 19. Oktober wieder los.

In den vergangenen Wochen hatte es eine landesweite Maskenpflicht im Unterricht weiterführender Schulen zeitweise bereits in Nordrhein-Westfalen und Bayern gegeben. Inzwischen gilt sie dort für den Unterricht nur noch lokal in München, Hamm und Remscheid, weil die Zahl der Neuansteckungen in diesen Orten zuletzt sehr hoch war.

München hebt Maskenpflicht auf und lockert Beschränkungen

Angesichts der stabilen Entwicklung bei den Corona-Neuinfektionen lockert die Stadt München ab Freitag einige der verschärften Schutzmaßnahmen. So gelte die in Teilen der Innenstadt geltende Maskenpflicht ab dem 2. Oktober nicht mehr, teilte die Stadt am Mittwoch mit. Auch die Regelung, wonach sich nur noch höchstens fünf Menschen treffen dürfen, hob der städtische Krisenstab zu diesem Termin auf. Die maximal zulässige Gruppengröße werde wieder auf zehn Personen angehoben. Der Krisenstab begründete die Lockerungen damit, dass die Zahl der Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche seit mehreren Tagen stabil unter 50 gelegen habe.

Die Obergrenze bei den Gästen bei privaten Festen wie Geburtstagen und Hochzeiten gilt allerdings fort. In Innenräumen seien nach wie vor nicht mehr als 25 Teilnehmer erlaubt, draußen maximal 50. Private Feiern stellten derzeit die Hauptinfektionsquelle in München dar, begründete die Stadt. Auch das nächtliche Alkoholverbot am Wochenende an beliebten Feier-Treffpunkten im Freien bleibe in Kraft.

In München gab es nach Zahlen des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) vom Mittwoch innerhalb einer Woche 36,97 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner (Stand: 8 Uhr). Damit lag die Stadt über dem Frühwarnwert von 35. Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete einen Wert von 31,6 (Stand: 0 Uhr). Nach Ansicht der Stadt liegt das Berliner Institut damit aber nicht richtig.

Helge Braun: Der Kanzleramtschef verteidigt die Corona-Politik der Bundesregierung. (Quelle: Jürgen Heinrich/imago images)

Kanzleramtschef Braun: "Jetzt kommt eine Durststrecke"

Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) hat sich in der Wochenzeitung "Die Zeit" zum Umgang Deutschlands mit der Corona-Pandemie geäußert. "Jedem muss klar sein, dass die Phase, die wir jetzt hinter uns haben, einfacher war. Jetzt kommt eine Durststrecke", so Braun. Zugleich verteidigte er die Corona-Politik der vergangenen Monate. "Es gibt in den Grundentscheidungen der Corona-Strategie nichts, wo wir sagen müssten: Da haben wir richtig danebengelegen", so der CDU-Politiker. "Wir haben mit dem jeweils aktuellen Kenntnisstand das Angemessene gemacht."

Der Kanzleramtschef räumte allerdings ein: "Sicher, man hätte früher eine Strategie für die Reiserückkehrer entwickeln müssen, aber wir ahnten ja nicht, wie schnell in den Urlaubsgebieten wieder Hotspots entstehen würden." Auch die Corona-App hätte man zwei Wochen früher haben können, wenn man sich eher für einen dezentralen Ansatz entschieden hätte. "Aber jetzt zu sagen, das hätte man alles längst besser wissen können, das halte ich für eine Quatschdiskussion."

Als die Pandemie begann, sei die Frage aufgekommen, welche der Daten, die man seitdem gemeinsam mit dem Robert Koch-Institut und dem Bundesgesundheitsministerium erhebt, öffentlich gemacht werden sollten. "Ich habe gesagt: Alle, wir veröffentlichen alle Zahlen zur Pandemie, tagesaktuell, auch die unerfreulichen."

Corona-Stopp im Parlament in Rom – Senatoren positiv getestet

Der italienische Senat hat am Mittwoch vorsorglich einen Teil seiner Arbeit wegen Corona-Fällen in der Parlamentskammer gestoppt. Das bestätigte ein Sprecher der kleineren von zwei Parlamentskammern in Rom. Betroffen von der Unterbrechung der Termine seien geplante Treffen von Kommissionen sowie dem Führungsgremium der Kammer. Ob die Vorsichtsmaßnahme über den Tag hinaus ausgedehnt werde, sei noch offen, sagte er. Zuvor hatte es Berichte gegeben, dass zwei Senatoren der in Rom mitregierenden Fünf-Sterne-Bewegung positiv auf das Coronavirus getestet worden waren. Sie seien in häuslicher Isolierung, alle anderen Senatoren der Fünf-Sterne-Bewegung würden getestet. Ein erkrankter Senator sagte der Nachrichtenagentur Ansa, er habe Symptome wie Fieber.

In Italien ist die Corona-Pandemie nach Experten-Einschätzung aktuell zwar unter Kontrolle, doch steigende Infektionszahlen sorgen in dem Mittelmeerland für Angst. Am Dienstag hatten die Behörden mehr als 1.600 neue Fälle registriert, es gab weitere 24 Covid-19-Tote.

Volker Wissing: Der neue Generalsekretär der Liberalen will wieder mehr Befugnisse für den Bundestag. (Quelle: photothek/imago images)

FDP fordert Ende des Epidemie-Notstandes 

Volker Wissing, Generalsekretär der FDP, will den Epidemie-Notstand in Deutschland beenden. Im Deutschlandfunk forderte der rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister, dass Kompetenzen wieder verstärkt auf den Bundestag übertragen werden müssen. Im März hatten die Abgeordneten ein Gesetz "zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite" beschlossen. Dieses gibt der Regierung und dem Gesundheitsministerium mehr Macht, wenn es um Regeln beim Einsatz von Pflegekräften und bei der Beschaffung von Medikamenten geht. 

Studie: Heim-Mitarbeiter leiden nach erster Corona-Welle unter Angststörungen

Fast die Hälfte aller Heim-Mitarbeiter in Norditalien leidet entsprechend einer aktuellen Studie nach der ersten Corona-Welle unter posttraumatischem Stress oder Angststörungen. Forscher aus Italien und Großbritannien nahmen eine anonyme Befragung unter mehr als 1.000 Mitarbeitern von Alten- und Pflegeheimen zu deren Stress- und Angstniveau nach Monaten der Pflege von Corona-kranken Bewohnern vor. Diese ergab laut der am Mittwoch veröffentlichten Studie, dass 43 Prozent Symptome haben, die den Grenzwert für die Einstufung einer Angststörung oder einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTSD) überschritten.

Angesichts der ernsten Lage in Norditalien, wo in den ersten Wochen der Corona-Pandemie zahlreiche Altenheim-Bewohner an den Folgen einer Infektion gestorben waren, hätten die Wissenschaftler mit einer hohen Rate an psychischen Spätfolgen bei den Pflegern gerechnet. Dennoch seien sie von deren Ausmaß überrascht, sagte Elena Rusconi von der Universität von Trient der Nachrichtenagentur AFP.

Die Autoren der in der Fachzeitschrift "Royal Society Open Science" veröffentlichten Untersuchung betonten, die Mitarbeiter in den Pflegeheimen hätten unter besonders herausfordernden Bedingungen gearbeitet. Anders als Notfall-Sanitäter hätten Pfleger häufig eine enge emotionale Beziehung zu den Bewohnern, was im Falle einer Erkrankung oder des Todes eines Schützlings seelische Folgen habe.

Angesichts der beginnenden zweiten Corona-Welle in Europa forderten die Studienautoren eine dringende und gründliche Erhebung zum psychischen Gesundheitszustand sämtlicher Pflegeheim-Mitarbeiter.

Deutsches Unternehmen Curevac startet mit nächster Impfstoff-Phase

Das Tübinger Biopharmaunternehmen Curevac hat die zweite Phase bei der Prüfung seines Impfstoffkandidaten begonnen. Der erste Teilnehmer der Phase-2a-Studie sei geimpft worden, hieß es in einer Mitteilung vom späten Dienstagabend. Die Studie laufe in Peru und Panama mit 690 gesunden Teilnehmern. Erste Daten werden im vierten Quartal erwartet. Danach plant das Unternehmen den Beginn der entscheidenden Phase-III-Studie mit bis zu 30.000 Teilnehmern.

Jean Stéphenne aus dem Aufsichtsrat von Curevac hatte kürzlich gesagt, dass der Impfstoff in sechs bis neun Monaten verfügbar sein könnte. Das Unternehmen hatte nach der Mainzer Firma Biontec als zweites deutsches Unternehmen die Genehmigung für eine klinische Studie bekommen. Der Impfstoff basiert auf dem Botenmolekül mRNA und regt im Körper die Bildung eines Virus-Eiweißes an. Dies löst eine Immunreaktion aus, die den Menschen vor dem Virus schützen soll. Die Impfstoff-Studie war Mitte Juni angelaufen.

Israel schränkt Recht auf Demos ein

Im Kampf gegen die weitere Ausbreitung des Coronavirus hat das israelische Parlament vorübergehende Einschränkungen für Demonstrationen beschlossen. Die Knesset-Abgeordneten billigten die umstrittenen Maßnahmen nach stundenlangen Beratungen am Mittwochmorgen.

Menschen dürfen demnach während des kompletten Lockdowns nur noch an Demonstrationen teilnehmen, wenn diese weniger als 1.000 Meter von ihrem Zuhause entfernt stattfinden. Weiter als einen Kilometer von seinem Heim darf man sich derzeit wegen des geltenden Lockdowns nur in Ausnahmefällen wegbewegen. Bislang zählte die Teilnahme an einer Demonstration dazu. Die Teilnehmerzahl darf 20 nicht überschreiten.

Die Maßnahme gilt vorerst eine Woche, kann aber unter bestimmten Bedingungen kurzzeitig verlängert werden.

Ischgl: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen vier Personen

Zu den folgenschweren Ereignissen in der Corona-Krise in Ischgl ermitteln die Behörden in Österreich gegen vier Beschuldigte. Nach Prüfung von mehr als 10.000 Seiten Beweismaterial hätten sich die Ermittlungen konkretisiert, teilte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Innsbruck, Hansjörg Mayr, am Mittwoch mit. "Insbesondere wird die Umsetzung von Verordnungen in Bezug auf Verkehrsbeschränkungen in Ischgl beziehungsweise die Quarantäne im Paznauntal näher geprüft." Die Identitäten der Beschuldigten nannten die Behörde nicht. Betroffen seien der Bürgermeister des Ortes, Werner Kurz, sowie drei Mitarbeiter der Landesbehörde, so der Sender ORF.

Der Wintersportort Ischgl in Tirol galt im März als Corona-Hotspot, der maßgeblich zur Verbreitung des Virus in Teilen Europas beigetragen haben soll. Eine Frage ist, ob gemäß vorliegenden Erkenntnissen rechtzeitig gehandelt wurde, um die Verbreitung einzudämmen. Nachdem Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz am 13. März die Quarantäne über das Paznauntal in einer Pressekonferenz verkündete, reisten Tausende Touristen und Saisonarbeiter unter teils chaotischen Bedingungen ab, obwohl sie laut Quarantäne-Verordnung eigentlich im Tal hätten bleiben sollen.

Berliner Senat beschließt Maskenpflicht in Büros

Angesichts zuletzt gestiegener Corona- Infektionszahlen in Berlin dürfen private Feiern im Freien künftig nur noch mit maximal 50 Teilnehmern stattfinden. In geschlossenen Räumen gilt eine Obergrenze von 25 Teilnehmern. Das beschloss der Berliner Senat am Dienstag, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Koalitionskreisen erfuhr.

Neu ist auch eine allgemeine Maskenpflicht in Büro- und Verwaltungsgebäuden. Beim Arbeiten am Schreibtisch soll die Regelung nicht greifen, wie es hieß. Beide Regelungen sollen ab Samstag (3. Oktober) gelten.

Zuletzt war die Zahl der Neuinfektionen in Berlin – wie anderswo in Deutschland auch – vergleichsweise stark angestiegen und hatte die Politik alarmiert. Pro 100.000 Einwohner steckten sich innerhalb von sieben Tagen 28,9 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus an (Stand Dienstag). Dieser für die Bewertung des Infektionsgeschehens wichtige Wert ist in der Hauptstadt so hoch wie in keinem anderen Bundesland - allerdings ist der Vergleich einer dicht besiedelten Metropole mit Flächenländern nur bedingt möglich.

Als Infektionsherde sehen die Behörden nicht zuletzt illegale Partys und private Feiern mit reichlich Alkoholkonsum. In den vergangenen Wochen war die Berliner Polizei immer wieder in Parks oder Waldstücken im Einsatz, in denen oft mehrere Hundert Menschen zum Feiern zusammenkamen. Verstöße etwa gegen Abstandsregeln waren dabei an der Tagesordnung. Erst am vergangenen Wochenende hatte die Polizei zwei solcher Ansammlungen aufgelöst.

Corona-Pandemie in Berlin: Der Senat hat eine Maskenpflicht in Büros beschlossen. (Quelle: imago images)

Bis zu 1.000 Euro Bußgeld bei Falschangaben in Schleswig-Holstein

Wer in einem Restaurant oder anderen Gastwirtschaften falsche Angaben zu seiner Person macht, dem droht in Schleswig-Holstein künftig ein Bußgeld von bis zu 1.000 Euro. "Das ist Vorsatz, wenn man Kontaktlisten nicht richtig ausfüllt", sagte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) am Dienstag in Kiel. Mindestens aber soll dafür ein Bußgeld in Höhe von 50 Euro fällig werden. Das dürfte dann auch für viele Touristen ein Thema werden, die in Schleswig-Holstein an Nord- oder Ostsee Urlaub machen.

Auf 50 Euro Mindestbußgeld hatten sich die Ministerpräsidenten der Länder bei ihrer Videoschalte mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) verständigt, an der auch Günther teilnahm.

Für die konkrete Umsetzung sind die Länder selbst verantwortlich – über entsprechende Änderungen in ihren Corona-Verordnungen und Bußgeldkatalogen. Offen blieb zunächst, wie die Bußgeldregel konkret angewandt werden soll, wenn beispielsweise durch Eintrag eines falschen Namens gar nicht klar ist, um wen es sich handelt.

18.000 Corona-Tests am Stuttgarter Hauptbahnhof

Rund 18.000 Menschen haben sich am Stuttgarter Hauptbahnhof seit Mitte August auf das Coronavirus testen lassen. Die Teststation für Reiserückkehrer schließt zum 1. Oktober, wie das Deutsche Rote Kreuz (DRK) Baden-Württemberg am Dienstag mitteilte. Am Tag seien bis zu 750 der kostenlosen Tests durchgeführt worden. Wie viele Menschen am Hauptbahnhof positiv auf das Virus getestet wurden, konnte der DRK-Landesverband nicht sagen.

Illegale Tanzparty: Berliner Gastronom muss 5000 Euro zahlen

Ein Berliner Gastronom muss nach einer Tanzparty 5000 Euro Bußgeld zahlen. Bei der Veranstaltung seien die Corona-Hygienevorschriften massiv verletzt worden, teilte der Bezirk Berlin-Mitte am Dienstag mit. Seit Ende Juni wurden demnach mehr als 1000 Anzeigen beim Innendienst des Ordnungsamts erfasst. In dem Bezirk liegen Ausgehmeilen wie die Torstraße. In den vergangenen Monaten löste die Berliner Polizei immer wieder Partys mit teils Hunderten Teilnehmern auf. Angesichts gestiegener Infektionszahlen in der Hauptstadt hatte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) eine konsequentere Umsetzung von Corona-Regeln gefordert.

Corona-Verdachtsfälle auf Tui-Kreuzfahrtschiff negativ getestet

Die zwölf Corona-Verdachtsfälle an Bord des TUI-Kreuzfahrtschiffs "Mein Schiff 6" hatten bei einem zweiten Corona-Test ein negatives Ergebnis. Das teilte die griechische Gesundheitsbehörde am Dienstagmorgen mit. Das Schiff mit rund 1.600 Menschen an Bord legte in der Nacht im Hafen von Piräus an. Es war am Sonntag in Heraklion zu einer einwöchigen Mittelmeertour aufgebrochen. Mitarbeiter der griechischen Behörden nahmen am Dienstagmorgen vor Ort einen dritten Test der mittlerweile isolierten und nach Angaben von TUI symptomfreien Crew-Mitglieder vor.

"Mein Schiff 6": Zwölf Besatzungsmitglieder sind nach einem ersten Test auf das Coronavirus als Infizierte isoliert worden. (Quelle: ANE Edition/imago images)

Von den 666 Besatzungsmitgliedern an Bord der "Mein Schiff 6" waren zuvor zwölf positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Neben der Crew sind auch 933 Passagiere an Bord des Kreuzfahrtschiffs. Nach Angaben von TUI Cruises wird die Besatzung im Zuge eines Frühwarnsystems regelmäßig auf das neuartige Coronavirus getestet. Dies gehöre zum Gesundheits- und Hygienekonzept des Kreuzfahrtanbieters.

Den Angaben zufolge hatte ein externes Labor am Montag positive Testergebnisse bei zwölf Crew-Mitgliedern gemeldet. Das Tourismus-Unternehmen teilte mit, die Betroffenen hätten keine Symptome, seien aber umgehend an Bord isoliert worden.

Mehr als eine Million Corona-Tote weltweit registriert

Seit Beginn der Corona-Pandemie sind US-Wissenschaftlern zufolge weltweit bereits mehr als eine Million Menschen nach einer Infektion mit dem Virus gestorben. Das ging am Montagabend aus Daten der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore hervor. Mehr als 33,2 Millionen Infektionen wurden nachgewiesen. Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer aus. Rund ein Fünftel aller erfassten Todesfälle sind in den USA zu beklagen, wo mehr als 205.000 Menschen starben. In Brasilien sind mehr als 142.000, in Indien mehr als 95.000 Menschen gestorben.

Die Opferzahl in den USA, wo rund 330 Millionen Menschen leben, ist weltweit die bislang höchste in absoluten Zahlen. Relativ zur Einwohnerzahl ist die Zahl der Toten jedoch in einigen europäischen Ländern höher. In den USA starben den Daten der Johns-Hopkins-Universität zufolge rund 63 Menschen pro 100.000 Einwohner, in Großbritannien liegt dieser Wert ein wenig höher. In Spanien kommen 67 Tote auf 100.000 Einwohner, in Deutschland 11.

UN-Generalsekretär António Guterres hat die Zahl von mehr als einer Million Menschen, die nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben sind, als "qualvollen Meilenstein" bezeichnet. "Es ist eine betäubende Zahl", sagte Guterres laut Mitteilung in der Nacht zum Dienstag in New York. "Trotzdem dürfen wir nie die einzelnen Leben aus dem Blick verlieren: Es waren Väter, Mütter, Ehefrauen, Ehemänner, Brüder, Schwestern, Freunde und Kollegen."

Öffentliche Schulden wegen Pandemie auf Höchststand

Die Corona-Krise hat die Schulden von Bund, Ländern, Kommunen und Sozialversicherung bei Banken und Privatunternehmen auf einen Höchststand steigen lassen. Die Summe betrug 2.108,9 Milliarden Euro zum Ende des ersten Halbjahres 2020, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden unter Berufung auf vorläufige Ergebnisse mitteilte. Dies sei der höchste ermittelte Stand in der Statistik seit Umstellung der Berechnungsmethode im Jahr 2010. Der Schuldenberg wuchs demnach im Vergleich zum Jahresende 2019 um rund elf Prozent oder 210,1 Milliarden Euro.

Der Anstieg sei "im Wesentlichen dadurch begründet, dass die öffentlichen Haushalte finanzielle Mittel für Maßnahmen zur Bewältigung der Corona-Krise aufnahmen", erklärte das Bundesamt. Er betraf demnach bis auf die Sozialversicherung alle Ebenen des öffentlichen Gesamthaushalts. Im zweiten Quartal 2020 erhöhten sich die Schulden im Vergleich zu den ersten drei Monaten des Jahres um knapp acht Prozent oder 153,5 Milliarden Euro.

Trump will 150 Millionen Schnelltests verteilen

US-Präsident Donald Trump hat die Verteilung von 150 Millionen Coronavirus-Schnelltestsätzen durch seine Regierung angekündigt. 50 Millionen der Testsätze sollen an Altenheime, Einrichtungen zum betreuten Wohnen und andere besonders durch das Virus gefährdete Institutionen ausgegeben werden, wie Trump am Montag mitteilte.

Die übrigen 100 Millionen Sätze sollten an US-Bundesstaaten und andere Regionalbehörden gehen, um diesen die Aufhebung von Restriktionen des öffentlichen und wirtschaftlichen Lebens zu erleichtern, kündigte der Präsident an. Jeder Testsatz kostet die US-Bundesregierung fünf Dollar (4,30 Euro).

Bund bringt Ausschankverbot für Alkohol ins Spiel

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie will der Bund den Alkoholausschank in besonders betroffenen Regionen unter bestimmten Bedingungen befristet begrenzen lassen. Um Infektionen in der Gastronomie zu minimieren, müssten bei ansteigendem Infektionsgeschehen "zeitlich eingegrenzte Ausschankverbote für Alkohol erlassen werden", heißt es in dem der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegenden Entwurf der Beschlussvorlage des Bundes für die Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit der Ministerpräsidentenkonferenz an diesem Dienstag.

Außerdem schlägt der Bund angesichts anhaltend hoher Infektionszahlen mit dem Coronavirus für Feiern in privaten Räumen eine Beschränkung auf maximal 25 Teilnehmer vor. In öffentlichen Räumen solle die Beschränkung bei maximal 50 Teilnehmern liegen, heißt es in der Beschlussvorlage.

Ein weiterer Vorschlag betrifft die Nachverfolgung von Kontakten in Restaurants. Um eine korrekte Kontaktnachverfolgung zu ermöglichen, sollen Ordnungsbehörden Verstöße etwa bei falschen persönlichen Angaben in Restaurants mit einem Mindestbußgeld von 50 Euro belegen können, heißt es in dem Schreiben. Offen ist, ob dies nur bei Überschreiten bestimmter Grenzwerte bei den Neuinfektionen gelten soll. Zuerst hatte die "Bild"-Zeitung über die Zahlen berichtet.

Berlins Bürgermeister stimmt auf schärfere Regeln ein

Angesichts steigender Infektionszahlen in Berlin wie bundesweit stimmt Berlins Regierungschef Michael Müller die Bevölkerung auf eine mögliche Verschärfung von Corona-Regeln ein. "Ich glaube schon, dass wir etwas neu verabreden werden", sagte der SPD-Politiker vor der Senatssitzung und einer Schalte der Länderchefs mit Kanzlerin Angela Merkel am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Höchstwahrscheinlich werde es so sein, "dass die Kontaktmöglichkeiten wieder eingeschränkt werden müssten".

Ziel sei es, einen Lockdown zu verhindern. "Aber wir wollen natürlich zielgerichtet agieren und jetzt nicht einfach sagen, ganz breit wird alles wieder eingeschränkt", erläuterte Müller. "Wir werden schon genau hinsehen, wo sich die Infektionsherde befinden. Bisher ist für uns nicht erkennbar, dass Schulen, der Arbeitsplatz, die Kultur oder Sportveranstaltungen dazugehören. Vielmehr kommt es zum Beispiel bei privaten Feiern vermehrt zu Infektionen."

Müller erwartet nicht, dass bei dem Treffen mit den Länderkollegen schnelle Umsetzungen vereinbart würden. "Aber ich glaube, dass es Beschlüsse sein müssen, die uns schnell Handlungsmöglichkeit geben, wenn eine Situation bundesweit eskaliert oder unsere Ampeln in Berlin von Gelb auf Rot springen." 

Kanzlerin Merkel beklagt sich über Corona-Maßnahmen in Berlin

Vor dem Treffen zwischen Bund und Ländern am Dienstag zu weiteren Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie hat Kanzlerin Angela Merkel die Berliner Landesregierung scharf kritisiert. Mehr dazu lesen Sie hier.

EU-Kommissionsvize Timmermans wegen Corona-Fall in Quarantäne

EU-Kommissionsvize Frans Timmermans hat sich wegen einer Covid-19-Infektion in seinem Umfeld in häusliche Quarantäne begeben. Er habe engen Kontakt zu einer Person gehabt, die positiv auf das Coronavirus getestet wurde, teilte der für Klimaschutz zuständige Vizepräsident der Behörde am Montag im Kurznachrichtendienst Twitter mit. Er befinde sich nun in Quarantäne und arbeite von zuhause. "Ich werde dort bleiben, auf die notwendigen Tests warten und die erforderliche Quarantänezeit einhalten", schrieb der EU-Spitzenpolitiker.

Bereits am Sonntagabend hatte EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides bekannt gegeben, sich in Quarantäne zu befinden, nachdem eine ihrer Kontaktpersonen positiv getestet worden sei. "Ich habe keine Symptome und fühle mich gut", schrieb Kyriakides auf Twitter. Sie arbeite nun von zuhause, ein Testergebnis stehe noch aus.

Bayern Ministerpräsident Markus Söder: "Wir brauchen jetzt ein verbindliches, verhältnismäßiges und verlässliches Regelwerk für den Winter." (Quelle: imago images)

Söder legt Plan zu einheitlichen Corona-Regeln vor 

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie entscheidet jeder Landkreis selbst, welche Regeln gelten. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder will das wieder ändern – und hat gleich einen Vorschlag parat. Mehr dazu lesen Sie hier. 

Alarmierende Corona-Ansteckungsraten in New York

Die New Yorker Behörden haben eine "alarmierende" Corona-Ansteckungsrate in einigen Vierteln der US-Metropole gemeldet. In sechs Vierteln im Stadtteil Brooklyn sowie in zwei weiteren in Queens sei die Ansteckungsrate zuletzt angestiegen, teilte die städtische Gesundheitsbehörde am Sonntag (Ortszeit) mit. Besondere Sorgen bereitet ihr die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus in Vierteln mit jüdisch-orthodoxer Bevölkerung.

Die Zunahme der Ansteckungen dort fiel mit den jüdischen Feiertagen zusammen, die am Montag mit Jom Kippur ihren Höhepunkt erreichen. Obwohl in den Vierteln orthodoxer Juden nur sieben Prozent der Stadtbevölkerung lebten, seien auf sie 23 Prozent der Corona-Neuinfektionen zurückzuführen, erklärte die Gesundheitsbehörde.

Der örtliche Anstieg der Ansteckungsrate nährt die Furcht vor einer zweiten Welle der Pandemie. In New York waren im Frühling bereits mehr als 23.000 Menschen an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben.

Flüchtlinge in Griechenland: Auf der Insel Lesbos wurden mehr als 240 Asylsuchende positiv auf den Erreger getestet, nahe Athen starb ein 61-jähriger Afghane an dem Virus. (Quelle: ANE Edition/imago images)

Erster Corona-Todesfall in griechischem Flüchtlingslager

In Griechenland ist nach Angaben der Regierung ein erster Bewohner eines Flüchtlingslagers an einer Corona-Infektion gestorben. Ein 61-jähriger Afghane, der im Lager Malakassa nahe Athen untergebracht war, sei in einem Krankenhaus in der griechischen Hauptstadt gestorben, erklärte das Migrationsministerium am Sonntag. Malakassa und die nahegelegenen Lager Schisto und Elaionas waren wegen steigender Infektionszahlen Anfang September unter Quarantäne gesetzt worden.

In den griechischen Flüchtlingslagern hatte sich das Coronavirus zuletzt stark ausgebreitet. Allein in einem umstrittenen Übergangslager auf der Insel Lesbos wurden mehr als 240 Asylsuchende positiv auf den Erreger getestet.

Streit um Party-Obergrenze: Scholz gegen deutschlandweite Regel

Vor dem Treffen zwischen Bund und Ländern gibt es weiter Streit um die Forderung einer bundeseinheitlichen Obergrenze für private Feiern. Während sich SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach klar für eine solche Regelung ausspricht, ist SPD-Vizekanzler und Kanzlerkandidat Olaf Scholz dagegen. 

"Natürlich wäre es richtig, bei den privaten Feiern eine Obergrenze zu setzen. Ich persönlich würde so weit gehen: 25 Leute maximal", sagte Lauterbach am Sonntag bei "Bild live". Der Mediziner ist nicht der Erste, der vor dem Treffen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Regierungschefs der Länder am Dienstag eine Party-Obergrenze befürwortet. Auch der Landkreistag sprach sich am Wochenende dafür aus.

Vizekanzler Scholz hingegen will die Lage weiterhin "regional differenziert betrachten. "Ich bin skeptisch, ob es wirklich Sinn macht, bundesweit eine solche Regelung einzuführen", sagte er am Sonntagabend in der ARD. 

Indien: Mehr als sechs Millionen Infizierte

In Indien steigt die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen auf über sechs Millionen, nachdem das Gesundheitsministerium binnen 24 Stunden 82.170 Neuinfektionen registriert hat. Die Totenzahl hat sich demnach innerhalb eines Tages um 1039 auf 95.542 erhöht. Indien verzeichnet weltweit die zweitmeisten Corona-Fälle. Am stärksten betroffen sind die USA.

Bielefeld: 900 Schüler und Lehrer nach Familienfeier in Quarantäne

Wegen Corona-Infektionen auf einer Familienfeier in Bielefeld sind inzwischen knapp 900 Menschen aus zehn Schulen in Quarantäne. Mehr dazu lesen Sie hier.

Altes Rathaus in Bielefeld: 900 Schüler und Lehrer sind in der Stadt nach einer Familienfeier in Quarantäne. (Quelle: ecomedia/robert fishman/imago images)

Städte- und Gemeindebund fordert Ausweitung der Maskenpflicht

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen fordert der Städte- und Gemeindebund eine Ausweitung der Maskenpflicht in Deutschland. Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes solle überall dort vorgeschrieben werden, "wo im öffentlichen Raum der Abstand nicht eingehalten werden kann – etwa bei Weihnachtsmärkten oder belebten Plätzen – und wo das Infektionsgeschehen die kritische Grenze von mehr als 50 Neuinfektionen pro Woche auf 100.000 Einwohner erreicht hat oder überschreitet", sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Münchner Polizei löst Party mit über 130 Menschen auf

Die Münchner Polizei hat in der Nacht zum Sonntag eine Party mit über 130 Menschen beendet. "Die Vorgaben des Infektionsschutzes wurden komplett ignoriert", teilten die Beamten mit. Niemand habe einen Mund-Nasenschutz getragen oder den Mindestabstand eingehalten. Auch ein Infektionsschutzkonzept habe es nicht gegeben.

Den Angaben zufolge war zuvor ein Hinweis eingegangen, dass vor der Halle im Stadtteil Freiman "mehr als fünfzig Autos geparkt wurden und laute Musik zu hören sei". Alle Gäste mussten ihre Personalien angeben. Die Gäste und der Veranstalter müssen mit Anzeigen nach dem Infektionsschutzgesetz rechnen.

Lauterbach will kostenlose Grippe-Impfungen für Versicherte

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat sich angesichts der Corona-Pandemie für kostenlose Grippeschutz-Impfungen für alle Versicherten ausgesprochen. "Es ist eine sehr sinnvolle Maßnahme mit geringen Kosten", sagte Lauterbach der "Welt am Sonntag" (WamS). Wegen der Corona-Pandemie raten Ärzte in diesem Jahr besonders zur Grippe-Impfung. Allerdings übernehmen viele Krankenkassen die Kosten nur für Patienten, die nachweislich zu einer Risikogruppe zählen. Laut einer Umfrage der "WamS" unter 26 Anbietern wollen nur wenige dies in diesem Jahr ändern.

Dass der Impfstoff durch vermehrtes Impfen knapp werden könnte, fürchten Fachpolitiker im Bundestag eher nicht. "Auch dieses Jahr wird der Impfstoff reichen – wir können es uns leisten, diesen allen Versicherten kostenfrei zur Verfügung zu stellen", sagte Lauterbach.

Corona-Konto des Bundes mit 148 Milliarden Euro gefüllt

Der Bund hält gewaltige Liquiditätsreserven zur weiteren Bekämpfung der Corona-Krise bereit. Auf einem Konto bei der Deutschen Bundesbank liegen rund 148 Milliarden Euro, wie die Zeitung "Welt am Sonntag" unter Berufung auf das Bundesfinanzministerium berichtet. Damit solle sichergestellt werden, dass die Handlungsfähigkeit des Bundes bei Umsetzung der Hilfspakete und Sonderprogramme stets gewährleistet ist. Erst am Ende des Jahres sei bekannt, welche Beträge zur Abwehr der Corona-Krise tatsächlich benötigt würden.

Polizei löst Partys in Berliner Parks auf

Wegen Verstößen gegen die Corona-Verordnung hat die Polizei Hunderte feiernder Menschen aus zwei Parks in Berlin-Mitte verwiesen. "Bis zu 300 Personen in Partystimmung und mit viel zu wenig Abstand" hielten sich am Freitagabend im Weinbergspark und im James-Simon-Park auf, wie ein Sprecher sagte. Die Sicherheitskräfte mussten demnach "mit Nachdruck" die teils alkoholisierten und jugendlichen Feiernden ansprechen, um die Menschenansammlungen aufzulösen.

Dabei soll es zu vereinzelten Flaschenwürfen und einer Zündung von Pyrotechnik gekommen sein. Im Weinbergspark wurde ein Polizist leicht verletzt, sagte der Sprecher. Der Einsatz endete am Samstagmorgen gegen 2.30 Uhr. Zur Zahl der Verstöße und Anzeigen machten die Sicherheitskräfte zunächst keine Angaben.

Söder: "Es ist vielleicht die Prüfung unserer Zeit"

Bayern und Deutschland stehen aus Sicht von CSU-Chef Markus Söder wegen der Corona-Krise vor einem schweren Herbst und Winter. "Corona ist mit aller Wucht, mit aller Macht wieder da", sagte der bayerische Ministerpräsident in seiner Grundsatzrede auf dem digitalen Parteitag der CSU. In Europa würden die Fallzahlen bereits wieder explodieren. "Nahezu alle Nachbarn melden jeden Tag neue Rekordzahlen." Die Weltgesundheitsorganisation sehe Europa in einer ganz kritischen Phase. "Denn eines ist klar, Herbst und Winter steht vor der Tür, und dort wird die Lage deutlich schwieriger werden."

Söder verglich die Pandemie mit einer Naturkatastrophe: "Es ist vielleicht die Prüfung unserer Zeit für unsere Generation. Wir müssen diese Prüfung auch bestehen." Deutschland sei bisher mit seiner Strategie verhältnismäßig gut durch die Krise gekommen, "und wir müssen ehrlich sein, wir haben auch ziemlich Glück gehabt". Wer glaube, Deutschland sei eine Insel der Seligen, sei naiv. Trotz der steigenden Zahlen und dem nach wie vor fehlenden Impfstoff brauche es keinen grundlegenden Strategiewechsel im Umgang mit der Pandemie, um etwa eine Durchseuchung und damit eine Herdenimmunität zu erreichen, sagte Söder. "Für mich als Christ ist es ethisch nicht vertretbar, für das Freizeitverhalten vieler das Leben weniger zu Opfern." Söder las auf dem Parteitag auch Hassnachrichten an sich vor und äußerte sich zur Kanzlerkandidatur.

Corona-Teststation an der A93 überlastet

Die Corona-Teststation an der Autobahn 93 ist seit Samstagvormittag überlastet. Auf dem Rastplatz Heuberg, wo Covid-19 Abstriche bei Reiserückkehrern durchgeführt werden, kommt es zu langen Wartezeiten, sagte ein Sprecher der Polizei. Auf der A93 gehe es seit etwa 9 Uhr nur stockend voran. Der Rückstau reiche bis zum Grenzübergang Kiefersfelden. Zunächst hatte der Bayerische Rundfunk (BR24) darüber berichtet.

Nach der Einstufung des österreichischen Bundeslands Tirol als Risikogebiet sei es wahrscheinlich, dass Urlauber nun früher abreisen und einen Corona-Test machen lassen, so der Sprecher der Polizei in Rosenheim.

Litauen führt Quarantäne-Pflicht für Deutsche ein

Für Reisende aus Deutschland gilt in Litauen ab Montag wieder eine Quarantänepflicht. Bei Ankunft in dem baltischen Staat müssen sich Neuankömmlinge und Rückkehrer in eine zweiwöchige Quarantäne begeben. Dies geht aus einer vom Gesundheitsministerium in Vilnius am Freitagabend veröffentlichten Liste von Ländern mit hohen Corona-Ansteckungsraten hervor. Die Quarantänepflicht wird demnach auch für Estland, Polen, Island und San Marino eingeführt. Grund dafür ist die hohe Zahl an Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den betroffenen Ländern. Es besteht zudem eine Registrierungspflicht – alle Reisenden müssen bei Ankunft in Litauen ihre Daten hinterlegen.

Die Liste mit Ländern, für die Quarantänepflicht gilt, wird einmal wöchentlich aktualisiert. Dabei gilt in Litauen ein Grenzwert von 25 Corona-Neuinfektionen in dem jeweiligen Land pro 100.000 Einwohner in den vergangenen 14 Tagen. In den beiden anderen Baltenstaaten Estland und Lettland liegt der Grenzwert bei 16 Fällen – auch dort müssen sich Reisende aus Deutschland in eine 14-tägige Quarantäne begeben.

2.507 Corona-Neuinfektionen – höchster Wert seit Ende April

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland hat den höchsten Wert seit April erreicht. Innerhalb eines Tages meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland 2.507 neue Corona-Infektionen, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Samstagmorgen bekanntgab. Am Freitag hatte die Zahl der neu gemeldeten Corona-Fälle bei 2.153 gelegen.

Ein Corona-Testgefäß: Auch der R-Wert steigt in Deutschland wieder. (Quelle: Michael Weber/imago images)

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach RKI-Angaben vom Samstagmorgen mindestens 282.730 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 26.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9.452. Das sind 9 mehr als am Vortag. Rund 249.700 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6.000 gelegen. Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht vom Freitag bei 1,01 (Vortag: 0,97).

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WHO: Zahl der Todesopfer könnte sich verdoppeln

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) befürchtet, dass die Zahl der Todesopfer durch das neuartige Coronavirus ohne gemeinschaftliches internationales Handeln weiter dramatisch steigen könnte. Eine Ziffer von zwei Millionen Corona-Toten oder gar mehr sei "sehr wahrscheinlich", wenn die Weltgemeinschaft einer Ausbreitung des Erregers Sars-CoV-2 nicht entschlossen entgegentrete, sagte der WHO-Direktor für medizinische Notfälle, Michael Ryan, am Freitag bei einer virtuellen Pressekonferenz.

Zu den größten Herausforderungen im Kampf gegen das Coronavirus gehört laut Ryan nach wie vor die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs. Man müsse zur Kenntnis nehmen, dass innerhalb von nur neun Monaten fast eine Million Menschen an dem Virus gestorben sei. Es sei eine "riesige Aufgabe für alle Beteiligten, innerhalb der kommenden neun Monate einen Impfstoff zu finden".

Mehr als sieben Millionen Amerikaner infiziert

Seit Beginn der Pandemie sind in den USA mehr als sieben Millionen Infektionen mit dem Coronavirus verzeichnet worden. Das ging am Freitag aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor. Damit verzeichneten die USA die höchste absolute Zahl an nachgewiesenen Infektionen, gefolgt von Indien mit mehr als 5,8 Millionen Fällen. An dritter Stelle steht Brasilien, wo mehr als 4,6 Millionen Ansteckungen registriert wurden.

Die USA kriegen die Pandemie nicht unter Kontrolle. Pro Tag werden seit Wochen um die 40.000 Infektionen nachgewiesen. Vor allem in einigen Staaten des Mittleren Westens wie Wisconsin, Iowa, North und South Dakota steigen die Infektionszahlen rasch an. Dagegen hat sich die Lage an früheren Hotspots wie New York deutlich entspannt. Auch in Florida blieb die Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen Tagen auf vergleichsweise niedrigem Niveau.

Frankreich: Mehr als 15.000 Neuinfektionen an einem Tag

Die Zahl der Neuinfektionen in Frankreich bleibt hoch. Binnen 24 Stunden gab es 15.797 neue Fälle nach einem Rekordhoch am Donnerstag mit 16.096 Neuinfektionen. Die Gesamtzahl klettert auf rund 513.000 und überspringt damit erstmals die Marke von einer halben Million. Die Zahl der Todesopfer erhöhte sich um 150 auf 31.561.

Bundesregierung erklärt weitere Länder zu Risikogebieten

Die Bundesregierung hat ganz Tschechien, Luxemburg und das österreichische Bundesland Tirol wegen rasant steigender Infektionszahlen zu Corona-Risikogebieten erklärt. Mehr dazu lesen Sie hier.

Belgische Corona-Experten im Schweigestreik

Aus Protest gegen das Handeln der Politik in der Corona-Krise gehen in Belgien mehrere Wissenschaftler in einen "Schweigestreik". Der prominente Virologe Marc van Ranst und einige Kollegen wollten dieses Wochenende keine Interviews geben, berichtete der belgische Sender VRT am Freitag. Die Wissenschaftler beklagen demnach, dass die Politiker sich zu oft hinter ihnen versteckten und sich weigerten, Interviews zur Corona-Politik zu geben.

Van Ranst betonte laut VRT ausdrücklich, dass der Protest sich nicht gegen die Medien richte. Vielmehr sei es ein Signal an die Politik. Am Montag soll das Schweigen vorbei sein. Belgien ist verhältnismäßig stark vom Coronavirus getroffen. In den vergangenen zwei Wochen wurden den Behörden zufolge rund 150 Infizierte pro 100.000 Einwohner gezählt. Für die Hauptstadt Brüssel hat das Auswärtige Amt derzeit eine Reisewarnung ausgesprochen.

Unterirdische Corona-Klinik in Israel eröffnet

Nach einem massiven Anstieg der Infektionszahlen in Israel hat nach Angaben des Rambam-Krankenhauses in Haifa das größte Corona-Behandlungszentrum des Landes geöffnet. Wie die Klinik in der nördlichen Stadt am Freitag mitteilte, werden Patienten künftig in seiner unterirdischen Notfalleinrichtung versorgt. Bereitgestellt werden dort demnach 700 Betten, davon 140 mit Beatmungsgeräten.

Dem Rambam-Krankenhaus zufolge wurde die Klinik erstmals seit seiner Fertigstellung im Jahr 2014 eingerichtet. Bislang dienten die Räumlichkeiten als unterirdisches Parkhaus. Im Frühjahr war mit der Umrüstung begonnen worden. Das Sammy Ofer Fortified Underground Emergency Hospital liegt 16,5 Meter unter der Erdoberfläche. Vorgesehen ist die Einrichtung für den Fall von Angriffen mit biologischen oder chemischen Waffen. Der Homepage des Rambam-Krankenhauses zufolge können dort bis zu 2.000 Betten aufgestellt werden.

Die Zahl der täglichen Neuinfektionen hatte in Israel zuletzt Rekordwerte erreicht. Seit einer Woche gilt in dem Land ein landesweiter Lockdown, am Freitag wurden die Maßnahmen verschärft. Die Regierung will so eine Überlastung des Gesundheitssystems verhindern.

Dänemark verlängert Corona-Einschränkungen

Dänemark hat einen neuen Höchststand bei den Corona-Neuinfektionen erreicht und weitet seine gegen die Virusausbreitung ergriffenen Beschränkungen aus. Die landesweit ergriffenen Maßnahmen werden nun um zwei Wochen bis zum 18. Oktober verlängert, wie der dänische Gesundheitsminister Magnus Heunicke am Freitag in Kopenhagen bekanntgab.

Ab Samstagmittag werde das Verbot von Versammlungen mit mehr als 50 Teilnehmern auch für private Veranstaltungen gelten, die zum Beispiel in einem Restaurant stattfinden, kündigte Heunicke an. Das dürfte unter anderem Hochzeiten und Konfirmationen betreffen, sofern sie nicht in Privathaushalten abgehalten werden. Feste würden beschränkt, damit der Rest der Gesellschaft so weit wie möglich offen bleiben könne, sagte Heunicke.

Seit einer Woche müssen Restaurants, Cafés und Kneipen in ganz Dänemark wegen der steigenden Corona-Zahlen bereits um 22.00 Uhr schließen. Zudem muss man seitdem in allen Lokalen einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Arbeitnehmer werden zudem aufgefordert, wenn möglich im Homeoffice zu arbeiten, soziale Kontakte sollen die Dänen generell begrenzen und den öffentlichen Nahverkehr in Stoßzeiten meiden.

Neuer Lockdown in Madrid – fast 10.000 Neuinfektionen in England

Die Regionalregierung von Madrid hat weitere Teile der spanischen Hauptstadtregion abgeriegelt. Jetzt sind mehr als eine Million von 6,6 Millionen Einwohnern in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Die Menschen dürfen ihre Wohnviertel nur noch für den Weg zur Arbeit, zur Schule oder für den Gang zum Arzt verlassen. Die spanische Regierung forderte eine Ausweitung der Beschränkungen auf die gesamte Hauptstadt sowie mehrere Vororte, in denen das Coronavirus sich besonders stark ausbreitet.

Der Großraum Madrid gehört zu den am schwersten von der Corona-Pandemie betroffenen Regionen Europas. Seit Beginn der Krise wurden dort mehr als 202.000 Infektionen registriert, mehr als 9.100 Covid-19-Patienten starben. Damit entfallen auf die Region Madrid ein Drittel aller in Spanien nachgewiesenen Infektions- und Todesfälle. In den abgeriegelten Vierteln wurden zuletzt täglich mehr als tausend Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gezählt. Nirgendwo sonst in der EU wird derzeit eine so hohe Infektionsrate verzeichnet.

Auch in England und Frankreich steigen die Infektionszahlen weiter dramatisch an. In der Woche zum 19. September stieg die Zahl der Neuinfektionen pro Tag in England auf 9.600, wie das Statistische Büro mitteilte. In der Vorwoche habe der Wert bei 6.000 gelegen. Frankreich registrierte am Freitag einen neuen Rekordwert von 16.000 Neuinfektionen pro Tag. In beiden Ländern wurden die Einschränkungen im öffentlichen Leben verschärft.

Polen meldet Rekordhoch bei Neuinfektionen

Polen hat so viele neue Coronavirus-Fälle registriert wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Binnen 24 Stunden hätten sich 1.587 Menschen mit dem Virus angesteckt, meldete das Gesundheitsministerium am Freitag. Besonders betroffen waren nach Angaben des Gesundheitsministeriums die Region mit der Hauptstadt Warschau sowie eine südliche Region an der Grenze zur Slowakei. Die Zahl der Toten stieg um 23.

Polen hatte lange Zeit vergleichsweise wenige Infektionsfälle, doch seit einigen Tagen steigen die Zahlen deutlich an: Am Dienstag meldeten die Behörden 711 Neuinfektionen, am Mittwoch waren es 974 und am Donnerstag 1.136. Im Kampf gegen das Virus könnte die Maskenpflicht nun in den nächsten Tagen verschärft werden, erklärte das Ministerium.

Corona-Tests bei knapp 650 Schwestern im Kloster Mallersdorf

Im niederbayerischen Kloster Mallersdorf sind am Freitag fast 650 Ordensschwestern sowie einige Mitarbeiter auf eine Infektion mit dem Coronavirus hin getestet worden. Das teilte ein Sprecher des Landratsamtes Straubing-Bogen am Freitag mit. Demnach war eine Pflegekraft, die im Seniorenheim in dem Kloster arbeitet, positiv getestet worden. Daraufhin fand eine Reihenuntersuchung statt. Der Altersdurchschnitt der Schwestern liege bei 83 Jahren, sagte der Sprecher. Die Ergebnisse der Tests sollten spätestens Anfang kommender Woche vorliegen.

Die infizierte Pflegekraft befindet sich den Angaben nach in Quarantäne. Für das Kloster sei eine solche Maßnahme nicht angeordnet worden. Die Einrichtung habe aber sämtliche Veranstaltungen abgesagt, und die Schwestern verzichteten vorerst freiwillig auf Außenkontakte. Nicht betroffen von der Reihentestung seien die Landwirtschaft und der Kindergarten des Klosters. Das Kloster im niederbayerischen Mallersdorf-Pfaffenberg ist das Mutterhaus der Armen Franziskanerinnen von der Heiligen Familie.

Lufthansa will bald wieder öfter nach Nordamerika fliegen

Lufthansa-Chef Carsten Spohr erwartet in den kommenden Wochen grünes Licht seitens der Regierungen für die geplanten Corona-Schnelltests auf Flügen zwischen Deutschland und Nordamerika. Die Tests seien der Schlüssel zur Wiedereröffnung zahlreicher Strecken, sagte der Vorstandschef des MDax-Konzerns am Freitag auf einer virtuellen Luftverkehrskonferenz. Ohne diese Tests werde der Transatlantikverkehr nicht in Schwung kommen.

Mit den Corona-Schnelltests unmittelbar vor dem Abflug sollen wieder mehr Flugreisen auf interkontinentalen Strecken möglich werden. Negative Testergebnisse müssten die Passagiere dabei von den geltenden Einreiseverboten befreien. Spohr kündigte erste Flüge unter diesen Bedingungen noch in diesem Jahr an, ein testbasiertes Verbindungsnetzwerk werde voraussichtlich bis zum zweiten Quartal 2021 entstehen. Man sei zu den Einreisebestimmungen in Verhandlungen mit den Regierungen der USA und Kanada.

Corona-Tests bei knapp 650 Schwestern im Kloster Mallersdorf

Im niederbayerischen Kloster Mallersdorf sind am Freitag fast 650 Ordensschwestern sowie einige Mitarbeiter auf das Coronavirus getestet worden. Eine Pflegekraft, die im Seniorenheim in dem Kloster arbeitet, war positiv getestet worden. Daraufhin fand eine Reihenuntersuchung statt. Der Altersdurchschnitt der Schwestern liegt bei 83 Jahren.

Die infizierte Pflegekraft befindet sich in Quarantäne, das Kloster bleibt aber offen. Die Einrichtung habe aber sämtliche Veranstaltungen abgesagt, und die Schwestern verzichteten vorerst freiwillig auf Außenkontakte. Nicht betroffen von der Reihentestung seien die Landwirtschaft und der Kindergarten des Klosters. Das Kloster im niederbayerischen Mallersdorf-Pfaffenberg ist das Mutterhaus der Armen Franziskanerinnen von der Heiligen Familie.

Nach Corona-Ausbruch in Hamm: Erste Familienfeiern untersagt

Zur Eindämmung der Corona-Welle in Hamm hat die Stadt schon drei private Feiern untersagt. Es handele sich um zwei Junggesellinnenabschiede und eine Verlobungsfeier, sagte Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann (CDU) auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Grundlage der Untersagung sind die Bestimmungen einer neuen Allgemeinverfügung der Stadt. Sie war nach dem starken Anstieg der Fallzahlen infolge einer Großhochzeit Anfang der Woche in Kraft gesetzt worden. Die Verfügung sieht für private Feiern mit 51 bis 150 Teilnehmern eine Genehmigungspflicht vor. Feiern mit 25 bis 50 Teilnehmern müssen angezeigt werden. Laut Hunsteger-Petermann lagen bis Donnerstagmittag bereits mehr als 70 Anträge und Anzeigen vor.

Als Auslöser der dortigen Corona-Welle mit derzeit knapp 200 Infizierten gilt eine Großhochzeit und damit verbundene weitere Feste, die Anfang September in Hamm und Dortmund und eine Woche später in Werl stattgefunden hatten. Laut einem Stadtsprecher war auch das Hochzeitspaar infiziert. Inzwischen sind rund 2.000 Menschen in Quarantäne. Hunsteger-Petermann geht davon aus, dass Ermittlungen gegen das Hochzeitpaar aufgenommen werden. Mehr dazu lesen Sie hier im Interview mit dem Oberbürgermeister. 

Um die weitere Ausbreitung einzudämmen, haben die Behörden neben der Anzeige- und Genehmigungspflicht für Feiern noch weitere Einschränkungen angeordnet. So dürfen sich derzeit nur maximal fünf Personen oder Angehörige von zwei Haushalten gemeinsam im öffentlichen Raum aufhalten. Auch wurde die Maskenpflicht im Unterricht wieder eingeführt. In der Bevölkerung würden die Maßnahmen "sehr akzeptiert", sagte Hunsteger-Petermann.

Corona-Geimpfte sollen absichtlich dem Virus ausgesetzt werden 

In London sollen einem Bericht zufolge Menschen für Impfstoff-Tests absichtlich mit dem Coronavirus in Kontakt gebracht werden. Gesunde, erwachsene Freiwillige sollen dabei im neuen Jahr unter kontrollierten Quarantäne-Bedingungen dem Coronavirus ausgesetzt werden, nachdem sie einige Wochen zuvor einen potenziellen Impfstoff verabreicht bekommen haben, wie die "Financial Times" unter Berufung auf Projektbeteiligte schreibt. 

Mit diesem Vorgehen kann die Wirksamkeit eines Impfstoff unmittelbar festgestellt werden kann. "Human Challenge Trials", so der englische Name, sind unter Wissenschaftlern allerdings umstritten. Einige betonen den großen Nutzen, den solche Studien für eine ganze Gesellschaft haben könnten. Andere äußern ethische Bedenken und verweisen auf enorme gesundheitliche Risiken, die die Infektion mit einem in vieler Hinsicht noch unerforschten Erreger wie Sars-CoV-2 haben könnte.

Dem Bericht zufolge handelt es sich dabei um die ersten Versuche dieser Art weltweit. Es sollen sich bereits rund 2.000 Freiwillige für das Projekt gefunden haben. 

Coronavirus in Großbritannien: Ab Januar soll eine neue Studie in London beginnen, bei der sich geimpfte Patienten freiwillig mit dem Virus infizieren lassen. (Quelle: Agencia EFE/imago images)

RKI: Wieder über 2.000 Infizierte – wieder zweistellige Todeszahlen

Die Zahl der neuen registrierten Corona-Infektionen in Deutschland liegt weiterhin über der Schwelle von 2.000. Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland 2.153 neue Corona-Infektionen gemeldet, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Freitagmorgen bekanntgab. Am Samstag war mit 2.297 neuen bekannten Corona-Infektionen der höchste Wert seit April erreicht worden. Allerdings lag damals die Zahl der Tests noch deutlich niedriger. Am Donnerstag hatte die Zahl der neu gemeldeten Corona-Fälle bei 2.143 gelegen.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Freitagmorgen mindestens 280.223 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 25.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9.443. Das sind 15 mehr als am Vortag. Rund 248.500 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Karneval in Rio: Im Februar muss das Spektakel mit Millionen Besuchern ausfallen. (Quelle: imago images/ Archivbild)

Rio de Janeiro verschiebt Karneval für unbestimmte Zeit

Der weltberühmte Karneval von Rio de Janeiro fällt im kommenden Februar wegen der Corona-Pandemie aus. Das Spektakel werde für unbestimmte Zeit verschoben, teilten die Organisatoren am Donnerstag mit. Beim Karneval von Rio feiern jedes Jahr Millionen von Menschen in den Straßen und an den Stränden.

"Wir sind zu der Schlussfolgerung gelangt, dass das Ereignis verschoben werden muss", erklärte der Chef des Sambaschulen-Verbandes Liesa, Jorge Castanheira. Der Verband organisiert die aufwändigen und spektakulären Karnevalsparaden. Die Sambaschulen hätten nicht ausreichend Zeit und genügend finanzielle wie organisatorische Ressourcen, um die Karnevalsparaden bis Februar vorzubereiten, erläuterte Castanheira.

Brasilien gehört zu dem am schlimmsten von der Corona-Pandemie heimgesuchten Ländern der Welt, Rio de Janeiro zählt dort zu den am stärksten betroffenen Großstädten. Bislang wurden in Brasilien rund 139.000 Todesopfer durch die Pandemie gezählt, das ist nach den USA die zweithöchste Zahl der Welt.

Mehr als sieben Millionen Positiv-Tests in den USA

In den USA sind mittlerweile in mehr als sieben Millionen Fällen Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das ergeben Berechnungen der Nachrichtenagentur Reuters. Die Zahl entspricht mehr als 20 Prozent der weltweiten Positiv-Tests. Die USA liegen damit auf Platz eins, gefolgt von Indien mit 5,7 Millionen Fällen und Brasilien mit 4,6 Millionen. Die Zahl der Gestorbenen, die positiv getestet wurden, überstieg in den Vereinigten Staaten vor ein paar Tagen die Marke von 200.000.

Spahn gegen bundesweite Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich gegen eine bundesweite Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen ausgesprochen. "Aus meiner Sicht macht es Sinn, dass das tatsächlich lokal, regional, nach dem Infektionsgeschehen auch passiert", sagte der CDU-Politiker am Donnerstagabend in den ARD-"Tagesthemen". Es komme immer darauf an, was die Quelle für erhöhte Infektionszahlen sei.

"Wir haben ja gewusst, dass mit den Lockerungen, die es gegeben hat über die letzten Wochen und Monate, es auch wieder zu steigenden Infektionszahlen kommen kann", so Spahn. "Wichtig ist, wir sehen ja jetzt vor allem, wo sie passieren. Sie passieren nicht im Einzelhandel, nicht vor allem in Kitas und Schulen, sondern eben vor allem beim Feiern." Deswegen sei es richtig, dass die Städte und Regionen, wo die Infektionszahlen besonders stark gestiegen seien, lokal Maßnahmen ergriffen hätten.

Jens Spahn: Der Bundesgesundheitsminister macht das Feiern für die vielen Neuinfektionen in Deutschland verantwortlich. (Quelle: Kay Nietfeld/dpa)

Bolsonaros Beliebtheit nimmt trotz Corona zu

Trotz Corona-Krise wächst die Zustimmung für Brasiliens Präsidenten Jair Bolsonaro. Rund 40 Prozent der Bevölkerung bewerten seine Amtsführung gut oder sogar großartig, wie aus einer Erhebung des Meinungsforschungsinsituts Ibope hervorgeht.

Im Dezember betrug der Anteil nur 29 Prozent. Schlecht oder fürchterlich bezeichneten 29 Prozent der Befragten seinen Stil nach 38 Prozent in der vorherigen Umfrage. Das öffentliche Vertrauen in den Staatschef stieg auf 46 Prozent von 41 Prozent im Dezember.

Bolsonaro steht wegen seines lockeren Corona-Managements international in der Kritik. Mittlerweile sind in Brasilien mehr als 4,6 Millionen Menschen mit den Coronavirus infiziert. Auch Bolsonaro hatte sich angesteckt.

Frankreich meldet 16.000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden

In Frankreich sind seit Mittwochabend binnen 24 Stunden mehr als 16.000 Menschen neu mit dem Coronavirus diagnostiziert worden. Das ist ein neuer Rekord seit Einführung der großflächigen Tests und seit Ausbruch der Pandemie. In den vergangenen Tagen waren in Frankreich bereits mehr als 13.000 Neuansteckungen binnen 24 Stunden registriert worden.

Seit Mittwoch wurden den Angaben zufolge auch 52 neue Todesfälle in Krankenhäusern registriert. Mit rund 31.500 Corona-Todesfällen ist Frankreich nach absoluten Zahlen eines der am stärksten betroffenen Länder Europas.

NRW will Anmeldepflicht für Privatfeiern 

Als Konsequenz wegen Verstößen gegen die Corona-Schutzmaßnahmen bei einer Hochzeitsfeier in Hamm sollen die Vorschriften in Nordrhein-Westfalen nun landesweit verschärft werden. "Wir werden in die Corona-Schutzverordnung hineinschreiben, dass Privatfeiern zwei Wochen vorher beim Ordnungsamt angemeldet werden müssen", sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Donnerstag dem Radioprogramm WDR 2.

Außerdem sei dabei ein Verantwortlicher zu benennen und eine Gästeliste einzureichen. "Dann kann das Ordnungsamt solche Feiern auch mal kontrollieren", sagte Laumann. Die Feier in Hamm sei größer gewesen als erlaubt. Außerdem sei die Teilnehmerliste nicht in Ordnung gewesen, was die Nachverfolgung erschwere. Die Feier hätte so gar nicht stattfinden dürfen.

Vom Corona-Ausbruch in Hamm waren nach einer Hochzeitsfeier auch viele Schulkinder betroffen. "Wir haben mehr als 40 infizierte Kinder und Jugendliche an Schulen", sagte ein Stadtsprecher am Donnerstag. Derzeit seien neun Schulen betroffen. Nur in einem Fall gebe es keine Verbindung mit der Hochzeit.

Streit um Corona-Auflagen: Klimacamp in Aachen droht Räumung

Teilnehmern des Klimacamps Aachen hat die Stadt trotz mutmaßlicher Verstöße gegen Corona-Auflagen eigenen Angaben zufolge einen Aufschub eingeräumt. Am Freitagmorgen um 7.30 Uhr werde das Ordnungsamt erneut kontrollieren, ob Auflagen eingehalten werden, sagte ein Stadtsprecher am späten Donnerstagabend. Sollten nicht von allen rund 150 bis 200 Teilnehmern die vollständigen Namen, Adressen und Telefonnummern vorliegen, werde die von Fridays for Future angemeldete Veranstaltung mit rund 150 bis 200 Teilnehmern vorzeitig beendet.

Das Protestcamp gegen Braunkohle hatte am Dienstag begonnen und sollte bis Sonntag dauern. Das Oberverwaltungsgericht für NRW hatte entschieden, dass sich alle Teilnehmer wegen der Pandemie in Adresslisten eintragen müssen. Am Donnerstagabend stand zeitweise im Raum, dass das Zeltlager geräumt werden sollte.

Es seien am Nachmittag "diverse Mängel" festgestellt worden, der Anmelder sei dringend ermahnt worden, nachzubessern, schilderte der Stadtsprecher. Eine zweite Kontrolle am späten Abend habe gezeigt, dass die Teilnehmer den Forderungen nicht nachgekommen seien. Abstände würden mitunter nicht eingehalten, es seien nicht alle in festen Gruppen unterwegs - wie angeordnet worden war - und auch der Mundschutz habe teilweise gefehlt. Vor allem halte sich der Veranstalter nicht an die Auflage, die Namen und Kontaktdaten der der Teilnehmer anzugeben. Stattdessen seien unter anderem anonymisierte Corona-ID vergeben worden. Auch auf falsche Angaben wie "Vincent van Gogh" sei man gestoßen. Die Listen würden nur aus Schutzgründen für den Infektionsfall benötigt.

Bundesländer planen neue Corona-Quarantäne

Bisher gilt eine Test- und Quarantänepflicht für Reisende, die aus Risikogebieten nach Deutschland zurückreisen. Für Mitte Oktober sollen nun neue Regelungen beschlossen werden. Lesen Sie den ganzen Artikel hier.

Drosten stellt klar: Pandemie-Aussage ist Wochen her

"Die Pandemie wird jetzt erst richtig losgehen." Dieser Satz aus einem Interview mit dem bekannten Virologen Christian Drosten hat am Mittwoch hohe Wellen geschlagen. Auch t-online berichtete darüber. Nun stellt der Mediziner im ZDF klar: Diese Aussage habe er bereits am 13. August getätigt, das Interview wurde allerdings erst jetzt veröffentlicht. 

Es müsse daher aus der Perspektive des Sommers gesehen werden, so Drosten. "Es geht nicht darum, konkret vor der nächsten Woche zu warnen." Vielmehr gehe es um eine weltweite Perspektive. Und in dieser gehe die Pandemie jetzt los.

Das Interview mit Drosten wurde im Vorfeld des World Health Summit 2020 in Berlin geführt. Dieser wird im Oktober stattfinden. Neben dem Virologen kommt auch Detlev Ganten, Präsident und Gründer der Konferenz, zu Wort. Die späte Veröffentlichung sei mit allen Beteiligten präzise abgestimmt gewesen, bestätigte die Pressestelle des World Health Summit gegenüber t-online.

Das Interview erschien dann über ein Presseportal, die Aussagen der Experten wurden von Nachrichtenagenturen und Medien aufgenommen. Der Zeitpunkt, wann das Gespräch zunächst geführt worden ist, war dabei jedoch nicht ersichtlich.  

Virologe Christian Drosten: "Es geht nicht darum, konkret vor der nächsten Woche zu warnen." (Quelle: Michael Kappeler/Reuters)

2.500 Studierende an Schweizer Hotelfachschule in Quarantäne

Rund 2.500 Studierende einer renommierten Hotelfachschule in der Schweiz sind unter Corona-Quarantäne gestellt worden. Die Maßnahme betrifft etwa drei Viertel aller Studierenden an der Hotelfachschule Lausanne (EHL), wie die Behörden des Schweizer Kantons Waadt am Mittwochabend mitteilten. Sie müssen in ihren Wohnungen bleiben, die teilweise auf dem Campus liegen. Die Quarantäne gilt bis Montag.

Nach Angaben des Kantonsarztes Karim Boubaker wurde bei elf Studierenden des Bachelor-Studiengangs eine Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus festgestellt. Nach Angaben der Behörden sind mutmaßlich eine oder mehrere Partys von Studierenden für den Ausbruch des Erregers verantwortlich. Der Unterricht soll vorerst über das Internet fortgeführt werden, wie die EHL-Direktion nach Angaben der Schweizer Nachrichtenagentur sda mitteilte. Die EHL gilt als eine der besten Hotelfachschulen der Welt. An ihr werden Studenten aus aller Welt ausgebildet.

Anti-Corona-Kampf: Madrid bittet um Soldaten, Polizisten und Ärzte

Angesichts der dramatischen Zunahme der Corona-Infektionen in der spanischen Hauptstadt Madrid hat die Regionalregierung "dringend" Soldaten sowie zusätzliche Polizisten und Ärzte von außerhalb angefordert. Das Militär werde für logistische Aufgaben benötigt, die Polizisten sollten bei der Durchsetzung von Beschränkungen der Bewegungsfreiheit helfen. Und die Ärzte würden für die Behandlung von Erkrankten gebraucht, berichtete die Zeitung "El País" am Donnerstag unter Berufung auf die Regionalregierung.

Spanien ist mit knapp 700.000 Infizierten und mehr als 31.000 Corona-Toten das am härtesten von der Pandemie getroffene Land Westeuropas. Ein Drittel aller Infektionen der zweiten Welle entfallen derzeit auf Madrid. Seit Montag sind bereits 37 Gebiete in sechs Stadtteilen sowie in sieben Kommunen im Umland mit insgesamt etwa 850.000 Einwohnern teilweise abgesperrt. Allerdings dürfen die Menschen ihre Wohngebiete weiter verlassen, um in oft überfüllten öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit, zur Schule, zum Arzt oder etwa zu einer gerichtlichen Vorladung zu kommen, so dass Experten die Maßnahmen für wenig effizient halten.

Für Freitag hat Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso weitere nicht weiter erläuterte Beschränkungen angekündigt. Eine Abriegelung der ganzen Hauptstadtregion mit 6,6 Millionen Einwohnern bezeichnet sie wegen der wirtschaftlichen Folgen nur "als letzte Möglichkeit". Die hält der spanische Professor für Epidemiologie an der Harvard Universität und Berater der Regierung, Miguel Hernán, jedoch für kaum noch vermeidbar. Die Intensivstationen der Krankenhäuser seien schon wieder fast völlig belegt, warnte er auf Twitter. 

RKI: 2.143 Neuinfektionen – 19 Todesfälle

Erneut liegt die Zahl der neuen Corona-Infektionen in Deutschland über der Schwelle von 2.000. Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland 2.143 neue Corona-Infektionen gemeldet, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Donnerstagmorgen bekanntgab. Am Samstag war mit 2.297 neuen Corona-Infektionen der höchste Wert seit April erreicht worden. Allerdings hatte damals die Zahl der Tests noch deutlich niedriger gelegen.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Donnerstagmorgen mindestens 278.070 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 24.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9.428. Das sind 19 mehr als am Vortag. Rund 246.900 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6.000 gelegen. Die Zahl war dann in der Tendenz gesunken und im Juli wieder gestiegen. Im August lag die Zahl der Fälle einmal bei knapp über 2.000 (2.034). Die Zahl der erkannten Neuinfektionen ist auch davon abhängig, wie viele Menschen getestet werden.

Zuletzt fiel ein größerer Anteil Corona-Tests positiv aus. Die sogenannte Positivenquote lag in Kalenderwoche 38 bei 1,19 Prozent (Vorwoche: 0,86), wie das Robert Koch-Institut (RKI) in seinem Lagebericht von Mittwochabend schrieb. Das ist der höchste Wert seit mehr als zehn Wochen.

Lockdown-Regeln in Israel sollen nach Corona-Rekord verschärft werden

Kurz nach der Verkündung von Rekordzahlen sollen die Lockdown-Bestimmungen in Israel verschärft werden. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu kündigte am späten Mittwochabend in einer Videobotschaft an, dass der seit vergangenen Freitag geltende, ohnehin schon verschärfte Lockdown ab kommendem Freitag für zwei Wochen in einen "kompletten Lockdown" umgewandelt werden solle. Details nannte der Regierungschef zunächst nicht.

Das Gesundheitsministerium teilte mit, dass für Dienstag 6.950 Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet wurden. So viele neue Fälle an einem Tag wurden bislang noch nicht registriert. Die Zahl der Tests hatte zuletzt ebenfalls zugenommen, die Quote der positiven Tests betrug aber sehr hohe 11,7 Prozent.

Zum Vergleich: In Israel leben rund neun Millionen Menschen. Deutschland hat etwa neunmal so viele Einwohner, dort wurden zuletzt 1.769 Neuinfektionen binnen 24 Stunden ausgewiesen.

Kontrollen in Israel: Der Lockdown wird nach vermehrten Corona-Fällen verschärft. (Quelle: AP Photo/Maya Alleruzzo)

2.500 Studierende an Schweizer Hotelfachschule in Quarantäne

Rund 2.500 Studierende einer renommierten Hotelfachschule in der Schweiz sind unter Corona-Quarantäne gestellt worden. Die Maßnahme betrifft etwa drei Viertel aller Studierenden an der Hotelfachschule Lausanne (EHL), wie die Behörden des Schweizer Kantons Waadt am Mittwochabend mitteilten. Sie müssen in ihren Wohnungen bleiben, die teilweise auf dem Campus liegen. Die Quarantäne gilt bis Montag.

Nach Angaben des Kantonsarztes Karim Boubaker wurde bei elf Studierenden des Bachelor-Studiengangs eine Ansteckung mit dem Coronavirus festgestellt. Nach Angaben der Behörden sind mutmaßlich eine oder mehrere Partys von Studierenden für den Ausbruch des Erregers verantwortlich.

Der Unterricht soll vorerst über das Internet fortgeführt werden, wie die EHL-Direktion nach Angaben der Schweizer Nachrichtenagentur sda mitteilte. Die EHL gilt als eine der besten Hotelfachschulen der Welt. An ihr werden Studenten aus aller Welt ausgebildet.

Lauterbach: Lockdown wie vor ein paar Monaten ist unwahrscheinlich

Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach hält trotz steigender Corona-Zahlen in Deutschland einen Lockdown wie zu Beginn der Pandemie für unwahrscheinlich. "Die Wahrscheinlichkeit, noch einmal so einen Lockdown wie vor ein paar Monaten zu erleben, halte ich für gleich null", sagte er dem Nachrichtenportal watson.de (Donnerstag). Die Menschen werden größtenteils freiwillig tun, was notwendig sei, um einen weiteren Lockdown zu vermeiden. "Da bin ich absolut sicher."

Die breite Bevölkerung sei zu sehr alarmiert und sensibilisiert für das Thema, sagte Lauterbach. "Sie hat begriffen, wie gefährlich Covid-19 sein kann, welche Langzeitschäden nach der Krankheit drohen, und dementsprechend werden die Menschen bereit sein, zeitnah Maßnahmen zu ergreifen, um das Schlimmste zu verhindern."

Auch Wirtschaftsminister Altmaier begibt sich in Corona-Quarantäne

Nach Außenminister Heiko Maas hat sich am Mittwoch auch Wirtschaftsminister Peter Altmaier in Corona-Quarantäne begeben. "Heute Nachmittag erfuhr ich, dass ein beim Handelsministerrat in Berlin anwesender Mitarbeiter eines EU-Ministers positiv auf Corona getestet wurde", teilte der CDU-Politiker am Abend auf Twitter mit. Hier lesen Sie mehr.

Wirtschaftsminister Peter Altmaier: Nach einem Treffen der EU-Handelsminister begibt er sich in Quarantäne. (Quelle: Bernd von Jutrczenka/dpa)

Britische Regierung plant Studien mit freiwillig Infizierten

In Großbritannien sollen sich an klinischen Studien für Corona-Impfstoffe Probanden beteiligen, die sich freiwillig mit dem Virus infiziert haben. Die Regierung prüfe entsprechende Vorhaben mit Partnern, sagt eine Regierungssprecherin. Sie bestätigt damit einen Bericht der Zeitung "Financial Times". Ziel ist demnach, die Wirksamkeit von Impfstoffkandidaten zu testen und die Pandemie schneller zu beenden. 

Ärztevertreter halten Corona-Warn-App für wenig wirksam

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie in Deutschland schätzen Ärztevertreter die Wirksamkeit der Warn-App als äußerst gering ein. "Da die Daten der App nicht automatisch an die Gesundheitsämter weitergeleitet werden, ist dieses Instrument in seiner derzeitigen Form für uns keine große Unterstützung bei der schnellen Bekämpfung und Eindämmung von Corona-Ausbrüchen", sagte die Vorsitzende des Bundesverbandes der Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, Ute Teichert, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die App spiele "in der alltäglichen Arbeit der deutschen Gesundheitsämter so gut wie keine Rolle."

Es komme "äußerst selten vor, dass sich ein App-Nutzer wegen eines entsprechenden Warnhinweises bei uns meldet", sagte Teichert. Die Politik habe entschieden, "den Datenschutz über den Pandemieschutz zu stellen". Dies müsse man so akzeptieren.

Aus Teicherts Sicht wäre es hilfreich, wenn die App eine Funktion hätte, mit der die Nutzer eine direkte Weitergabe von Warnhinweisen an das Gesundheitsamt zumindest freiwillig zulassen könnten. Damit würden die zuständigen Behörden "wesentlich schneller über Infektionsfälle informiert und könnten zügig Maßnahmen ergreifen, um einen Corona-Ausbruch einzudämmen. Dies ist ein entscheidender Punkt", sagte Teichert. Derzeit bleibe es dagegen den App-Nutzern überlassen, ob sie sich nach einem registrierten Kontakt mit einem Infizierten bei den Gesundheitsämtern meldeten. "Ob sie es tatsächlich tun, lässt sich nicht überprüfen", sagte Teichert.

Deutschland erklärt Regionen in elf EU-Ländern zu Risikogebieten

Die Bundesregierung hat Regionen in elf Ländern der Europäischen Union wegen steigender Infektionszahlen zu Corona-Risikogebieten erklärt. Darunter sind auch Gebiete in den Nachbarländern Dänemark, Tschechien, Frankreich, Österreich und den Niederlanden. Lesen Sie hier mehr.

Friedrichshain-Kreuzberg überschreitet Corona-Obergrenze

Der Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg hat den Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen überschritten. Der Lagebericht zu Covid-19 auf dem Informationsportal der Stadt Berlin zeigte am Mittwochabend den Wert von 51,7 Fällen für die letzten sieben Tage für den kleinsten der Berliner Bezirke an. Damit drohen dem populären Stadtteil neue Maßnahmen, die die Ausbreitung des Coronavirus eindämmen sollen. Von Infektionen betroffen ist nach Bezirksangaben vor allem die Altersgruppe der 20- bis 35-Jährigen – feiernde Menschen, wie Politiker glauben.

Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci kündigte deshalb schon am Dienstag Kontrollen für Clubs an. Diese sollten in den drei Bezirken mit den höchsten Corona-Werten durchgeführt werden: Friedrichshain-Kreuzberg, Mitte und Neukölln. Lesen Sie hier eine Reportage aus der Berliner Partyszene.

Corona-Impfstoff von US-Hersteller startet entscheidende Testphase

Im Rennen um einen Corona-Impfstoff hat nun auch der US-Hersteller Johnson & Johnson die letzte und entscheidende Phase der klinischen Tests gestartet. In einer sogenannten Phase-III-Studie mit bis zu 60.000 Freiwilligen auf drei Kontinenten sollen Sicherheit und Wirksamkeit des Impfstoffkandidaten namens JNJ-78436735 überprüft werden, wie die deutsche Unternehmenstochter Janssen-Cilag am Mittwoch in Neuss mitteilte.

Die Besonderheit des Mittels ist, dass nur eine Dosis ausreichend Schutz bieten soll. Die Ergebnisse der bisherigen klinischen Tests seien positiv verlaufen, hieß es. Das Unternehmen hofft, dass Anfang 2021 die ersten Dosen des Impfstoffs "für den Notfallgebrauch" zur Verfügung stehen.

Inzwischen haben mehrere Hersteller die vor der Zulassung nötigen Massentests mit Zehntausenden Probanden gestartet. Die meisten Hersteller gehen davon aus, dass für einen Schutz gegen das Coronavirus zweimal geimpft werden muss. Bislang ist für keinen Impfstoff-Kandidaten nachgewiesen worden, dass er wirklich vor einer Corona-Infektion schützt.

Erste Klagen wegen Corona-Infektionen in Ischgl eingereicht

Die Folgen des Coronavirus-Ausbruchs im Tiroler Skiort Ischgl haben zu ersten Schadenersatz-Klagen gegen die österreichischen Behörden geführt. Vier Musterklagen im Namen von Menschen, die sich im März in dem Ort angesteckt haben sollen, liegen seit dieser Woche beim Landgericht Wien. Der Verbraucherschützer Peter Kolba, dessen Verein die Klagen eingebracht hat, wirft der Regierung in den entscheidenden Tagen Anfang März schweres Versagen vor.

Ischgl mit seinen Après-Ski-Bars gilt als Brennpunkt für die Ausbreitung des Coronavirus in Österreich und Teilen Europas. Erste Hinweise auf Ansteckungen in Ischgl gab es bereits am 5. März. Erst am 13. März wurde über Ischgl die Quarantäne verhängt. Bei dem Verein haben sich nach Kolbas Angaben mehr als 6.000 Menschen aus 45 Ländern gemeldet, die sich in Ischgl angesteckt haben sollen. Dabei gehe es auch um 32 Todesfälle, 22 davon aus Deutschland. In mehr als 1.000 Fällen hat der Verein demnach die Vollmacht zu klagen. Die Klagen würden fallen gelassen, wenn die Regierung Fehler eingestehe und Schadenersatz anbiete, sagte Kolba.

Bei den Amtshaftungsklagen gegen die Republik Österreich geht es um unterschiedliche Summen von bis zu 100.000 Euro, etwa für Schmerzensgeld und Kostenerstattung. Außerdem soll die Haftung für Folgeschäden geklärt werden.

Der österreichische Skiort Ischgl: Erste Hinweise auf Ansteckungen in Ischgl gab es bereits am 5. März, die Quarantäne verhängten Behörden erst am 13. März. (Archivbild) (Quelle: Lisi Niesner/Reuters)

Drosten: "Wir müssen Dinge ändern"

Der Berliner Virologe Christian Drosten sieht Deutschland in der Corona-Pandemie noch nicht ausreichend für die kommende Zeit gewappnet. "Wir müssen, um die Situation in den kommenden Monaten zu beherrschen, Dinge ändern", sagte er im Vorfeld der im Oktober anstehenden Gesundheitskonferenz World Health Summit in Berlin. "Die Pandemie wird jetzt erst richtig losgehen. Auch bei uns."

Pragmatische Entscheidungen seien nötig, sagte Drosten dem World Health Summit zufolge. "Es werden schon Festtagsreden auf den deutschen Erfolg gehalten, aber man macht sich nicht ganz klar, woher er kam." Er gehe schlichtweg darauf zurück, dass Deutschland ungefähr vier Wochen früher reagiert habe als andere Länder. "Wir haben mit genau den gleichen Mitteln reagiert wie andere. Wir haben nichts besonders gut gemacht. Wir haben es nur früher gemacht", erklärte der Leiter des Instituts für Virologie der Charité.

"Wir waren nicht deshalb erfolgreich, weil unsere Gesundheitsämter besser waren als die französischen, oder weil unsere Krankenhäuser besser ausgestattet sind als die italienischen", so Drosten weiter. "Wenn man das jetzt überträgt in den Herbst, dann muss man sich natürlich klarmachen, dass wir auch weiterhin nichts besser machen als andere." Deutschland müsse viel differenzierter und genauer auf die Entwicklungen im Ausland schauen. "Wir müssen aufhören, uns über so Dinge wie Fußballstadien zu unterhalten. Das ist wirklich komplett irreführend."

Tel Aviv: Israel könnten noch schärfere Maßnahmen durch steigende Corona-Zahlen drohen. (Quelle: Xinhua/imago images)

Neue Rekordzahlen in Israel: Wird der Lockdown weiter verschärft?

Wenige Tage nach Beginn eines zweiten landesweiten Lockdowns sind die Corona-Zahlen in Israel auf einen Rekordwert gestiegen. Das Gesundheitsministerium teilte am Mittwoch mit, am Vortag seien 6.861 Fälle registriert worden. So viele Neuinfektionen an einem Tag wurden in dem Land noch nicht verzeichnet – allerdings nahm zuletzt auch die Zahl der Tests zu. Der bisherige Rekord datierte mit 5.533 Fällen vom 15. September. Vor vier Monaten, am 23. Mai, waren lediglich 5 Neuinfektionen gemeldet worden.

Zum Vergleich: In Israel leben rund neun Millionen Menschen. Deutschland hat etwa neunmal so viele Einwohner, dort wurden zuletzt 1.769 tägliche Neuinfektionen ausgewiesen. Seit Freitag gilt in dem Mittelmeerstaat ein zweiter landesweiter Lockdown. Die Menschen müssen sich mit Schulschließungen und Einschränkungen der Bewegungsfreiheit arrangieren.

Die Regierung will mit den neuen, zunächst drei Wochen geltenden Restriktionen vor allem eine Überlastung des Gesundheitssystems verhindern. Ein Auslöser war die Warnung von Krankenhausleitern vor drohenden Kapazitätsgrenzen. In der Regierung wird eine Verschärfung der Lockdown-Maßnahmen diskutiert. Am Mittwoch wollte sich das Coronavirus-Kabinett nach stundenlangen Beratungen am Vortag erneut zusammensetzen.

Spitzenforscher appellieren an die Politik  

Knapp eine Woche vor den nächsten Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder hat die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina mit Blick auf den Corona-Herbst einheitlichere Regeln in Deutschland angemahnt. "Um der Gefahr einer auch in Deutschland wieder schwerer zu kontrollierenden Entwicklung der Pandemie rechtzeitig zu begegnen, ist es dringend notwendig, dass sich die Verantwortlichen in Bund und Ländern rasch auf bundesweit verbindliche, wirksame und einheitliche Regeln für das Inkrafttreten von Vorsorgemaßnahmen einigen und diese konsequenter als bisher um- und durchsetzen", heißt es in einer am Mittwoch veröffentlichten Stellungnahme der Akademie.

Britischer Außenminister hält landesweiten Lockdown für möglich

Der britische Außenminister Dominic Raab schließt angesichts steigender Infektionszahlen einen zweiten landesweiten Lockdown nicht aus. Wenn sich aber jeder Brite an die Vorsichtsmaßnahmen halte, könnten Kontakteinschränkungen in der Weihnachtszeit vermieden werden, sagt Raab.

1.769 neue Positiv-Tests und 13 weitere Todesfälle in Deutschland

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts sind in 1.769 neuen Fällen Menschen in Deutschland positiv auf das Coronavirus getestet worden. Damit steigt die Gesamtzahl auf 275.927. Weitere 13 Menschen starben, die positiv getestet wurden. Die Zahl der Todesfälle erhöht sich dadurch auf 9.409. Hier lesen Sie mehr Informationen dazu, wie die unterschiedlichen Statistiken zustande kommen.

Johnson nennt kuriosen Grund für hohe Corona-Zahlen 

Der britische Premierminister Boris Johnson hat eine ungewöhnliche Erklärung für die Unterschiede im Infektionsgeschehen zwischen den europäischen Ländern gefunden: Die Corona-Infektionszahlen seien in Großbritannien höher als in Deutschland oder Italien, da es ein "freiheitsliebendes Land" sei, sagte er im britischen Parlament.

Die Opposition hatte Johnson vorgeworfen, die Zahlen im Königreich seien so hoch, weil – anders als in anderen Ländern – die Kontaktverfolgung und das Testprogramm nicht richtig funktionierten. Johnson wies dies zurück: Es gebe "einen wichtigen Unterschied zwischen unserem Land und vielen anderen Ländern der Welt, nämlich dass unser Land ein freiheitsliebendes Land ist", erklärte er.

In den vergangenen 300 Jahren sei "praktisch jeder Fortschritt, von der Meinungsfreiheit bis hin zur Demokratie", von Großbritannien ausgegangen, fügte der Premier hinzu. "Es ist sehr schwierig, von der britischen Bevölkerung zu verlangen, dass sie einheitlich die Regeln so befolgt, wie es notwendig ist."

100 Tage Corona-Warn-App: SAP und Telekom ziehen positive Bilanz 

Die Macher der deutschen Corona-Warn-App, SAP und Deutsche Telekom, haben 100 Tage nach dem Start der Anwendung eine positive Bilanz gezogen. "Die App funktioniert und wir arbeiten weiter an Verbesserungen", sagte Peter Lorenz, Chefentwickler bei der Telekom-Tochter T-Systems. Das sei auch der Grund, warum sich inzwischen mehrere Länder an dem Open-Source-Code des deutschen Projektes bedienen würden. Die im internationalen Vergleich sehr hohen Download-Zahlen für die deutsche App wertete Lorenz als einen "Vertrauensbeweis der Bevölkerung". Die Akzeptanz der App sage viel darüber aus, dass die Menschen in der Stimmung seien, solche Tools als einen Beitrag zur Pandemiebekämpfung zu nutzen. Die App wurde in den vergangenen 100 Tagen 18,2 Millionen Mal heruntergeladen. Da aber auch einige Anwender die App deinstalliert oder deaktiviert haben, gehen Experten von rund 15 Millionen aktiven Nutzern aus.

Michael Schuster, "Co-Lead" des Projektes bei SAP, verwies auf eine sehr gute Zusammenarbeit mit den US-Technologiekonzernen Apple und Google, die die technisch notwendigen Schnittstellen bereitstellen. Zusammen mit Apple habe man auch die jüngsten Probleme auf dem iPhone-Betriebssystem iOS lösen können. Schuster betonte, es wäre gut, wenn man noch mehr Menschen in Deutschland dazu motivieren könnte, sich die App herunterzuladen.

Manuel Höferlin (FDP), Vorsitzender des Digitalausschusses im Bundestag, sagte, die Corona-Warn-App sei "technisch sehr gut gemacht". Er bemängelte aber, dass die App nach wie vor erst ab 17 Jahren heruntergeladen werden könne. Anke Domscheit-Berg, die Digitalexpertin der Linken-Fraktion im Bundestag, lobte "die Kombination aus transparenter Entwicklung und Datensparsamkeit". Aus ihrer Sicht sollten aber mehr Menschen die App nutzen. Sie sieht die Bundesregierung und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in der Pflicht, besser über den Nutzen der App zu informieren.

Mehr als 200.000 Corona-Tote in den USA

Seit Beginn der Corona-Pandemie sind in den USA mittlerweile mehr als 200.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Virus gestorben. Das ging aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor. In keinem anderen Land der Welt gibt es so viele Corona-Tote. Die Schwelle von 150.000 Opfern war Ende Juli erreicht worden. Seit Beginn der Pandemie gab es in den USA demnach mehr als 6,8 Millionen bestätigte Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2. Die Opferzahl in den USA, einem Land mit 330 Millionen Einwohnern, ist weltweit die bislang höchste in absoluten Zahlen. 

Die Webseite der Universität Johns Hopkins wird regelmäßig aktualisiert und zeigt daher meist einen höheren Stand als die offiziellen Zahlen der US-Gesundheitsbehörde CDC. In manchen Fällen wurden die Zahlen der Universität aber auch wieder nach unten korrigiert. Der CDC zufolge gab es bis Dienstagmittag (Ortszeit) etwas mehr als 199.000 Corona-Tote. Der Erreger Sars-CoV-2 kann die Erkrankung Covid-19 auslösen, die vor allem für ältere oder immungeschwächte Menschen lebensgefährlich sein kann.

Laschet: Null Toleranz bei Verstößen auf Feiern

Die NRW-Landesregierung will Verstöße gegen die Corona-Regeln bei privaten Feiern konsequent ahnden. Ministerpräsident Armin Laschet kündigte ein "Null-Toleranz-Prinzip" an. Wer Feiern mache, müsse sich an die Regeln halten, und wenn das jemand nicht tue, müsse das "als Ordnungswidrigkeit geahndet werden". Laschet bezog sich auf eine Feier mit rund 250 Menschen, bei der es keine Listen für eine Kontaktnachverfolgung gegeben habe. Bei der Hochzeitsfeier hatten sich 86 Menschen infiziert. Bei dem Fest waren 236 Gäste aus Hamm.

NRW: Hamm verschärft Regeln nach Ausbruch weiter

Wegen eines deutlichen Anstiegs der Corona-Neuinfektionen hat die nordrhein-westfälische Stadt Hamm ihre Pandemieauflagen weiter verschärft. Im öffentlichen Raum dürfen nur noch fünf Menschen oder Menschen aus zwei Haushalten zusammenkommen. Außerdem gilt an weiterführenden Schulen wieder Maskenpflicht im Unterricht. 

Ortsschild von Hamm: Die Siebentageinzidenz ist hier derzeit so hoch wie nirgends sonst in Deutschland. (Quelle: Guido Kirchner/dpa)

In Hamm lag die Sieben-Tage-Inzidenz am Dienstagmittag bei 87,1 und damit so deutlich über dem kritischen Wert 50 wie derzeit sonst nirgendwo im Bundesgebiet. Die Stadt hatte schon am Montag erste Corona-Auflagen verschärft. So sind nun private Feiern mit geselligem Charakter wie runde Geburtstage, Hochzeiten und Jubiläen ab 25 Teilnehmern anzeigepflichtig. Ab 50 Teilnehmern bis zur Obergrenze von 150 Teilnehmern müssen Feiern von der Stadt genehmigt werden. Auch sind bei Sportveranstaltungen nur noch maximal 150 Zuschauer zugelassen.

Söder verkündet neue Corona-Regeln für Bayern

Markus Söder zieht die Zügel an: Bayerns Ministerpräsident will künftig härter gegen lokale Ausbrüche vorgehen. Für die steigenden Zahlen hat er eine Erklärung. Lesen Sie hier mehr.

Bayerische Stadt schließt alle Schulen und Kindergärten

In Bad Königshofen in Bayern sind wegen mehrerer Corona-Infektionen nach einer Hochzeitsfeier alle Schulen und Kitas geschlossen worden. Das teilte das Landratsamt Rhön-Grabfeld mit. Damit ist die 6.000-Einwohner-Stadt die erste, die diese Maßnahme ergreift. Dies berichtet der "BR". 

Die Maßnahme soll vorerst bis einschließlich Mittwoch gelten. Auf der Hochzeitsfeier hatten sich 17 Personen mit dem Coronavirus infiziert. Danach wurden rund 400 Kontaktpersonen ausgemacht. Am Dienstagvormittag waren 270 davon bereits getestet worden. 

Der Bürgermeister von Bad Königshofen teilte auf der Website der Stadt mit: "Unser größtes Anliegen war es, derartige Schritte zu vermeiden, allerdings muss nun die Sicherheit und der Schutz aller Bürger und Bürgerinnen oberste Priorität haben."

Corona-Auflage: Frühe Sperrstunde für britische Pubs und Restaurants

Aufgrund der sich zuspitzenden Corona-Krise in England hat Premierminister Boris Johnson verschärfte Schutzvorkehrungen angekündigt. Pubs und Restaurants sollen ab Donnerstag um spätestens 22 Uhr schließen, wie die Regierung am Montagabend mitteilte. Außerdem wird nur noch Service am Tisch erlaubt sein. Johnson wollte sich am Dienstag mit einer Rede an die Briten wenden, um ihnen den Ernst der Lage bewusst zu machen und an geltende Abstands- und Hygieneregeln zu erinnern.

In England steigen die Infektionszahlen rapide an: In den vergangenen Tagen kamen fast täglich 3.500 bis 4.000 neue Fälle hinzu, die Zahl der Infektionen verdoppelte sich ungefähr innerhalb von sieben Tagen. Verbreite sich das Virus ungehindert im gleichen Tempo weiter, könnte Großbritannien Mitte Oktober fast 50.000 Fälle pro Tag zählen, warnen führende Gesundheitsexperten.

Die Regierung denkt deshalb auch über ein temporäres Herunterfahren des öffentlichen Lebens nach, eine Art Zwangspause von zwei bis drei Wochen, während die Restaurants und Pubs wieder ganz geschlossen werden könnten. Große Landesteile im Nordosten Englands, Nordirland und Wales leben bereits jetzt mit härteren Maßnahmen.

Wieder Corona-Ausbruch im Hamburger Schanzenviertel 

In Hamburg gab es auf der "Schanze" nun schon den zweiten Corona-Ausbruch. Mehr dazu lesen Sie hier. 

Kanzleramt will Grenzen zu Nachbarländern offen lassen 

Trotz steigender Infektionszahlen in den Nachbarländern sollen die Grenzen Deutschlands offen bleiben. "Wir haben keine guten Erfahrungen mit Grenzschließungen gemacht", sagt Kanzleramtsminister Helge Braun im ZDF Morgenmagazin. Deutschland brauche die Pendler wie etwa Krankenschwestern aus Frankreich, die im Saarland arbeiteten, ebenso wie den freien Warenverkehr. "Deshalb sind Grenzschließungen überhaupt nicht das Mittel der ersten Wahl", sagt der CDU-Politiker. Vielmehr müsse der Arbeitgeber des Pendlers Hygienekonzepte erarbeiten, um die Mitarbeiter zu schützen und die Ausbreitung des Corona-Virus zu verhindern.

Johnson fordert Briten zum Homeoffice auf

Der britische Premierminister Boris Johnson will einer Zeitung zufolge seine Landsleute angesichts steigender Infektionszahlen zum Verbleib im Homeoffice auffordern. Johnson habe zudem Abgeordnete gewarnt, dass ein jetziges Handeln verhindern könne, später drastisch handeln zu müssen, berichtet ein Korrespondent von "The Telegraph" unter Berufung auf Insider. Johnson soll im Laufe des Tages vor Abgeordneten und auch zur Nation sprechen. 

RKI meldet 1821 Neuinfektionen, zehn weitere Tote

In Deutschland steigt die Zahl der bekannten Infektionen um 1.821 auf 274.158, wie aus Daten auf der Internetseite des Robert Koch-Instituts (RKI) hervorgeht. Die Zahl der Todesfälle legt demnach um zehn auf 9.396 zu. Hier lesen Sie mehr Informationen dazu, wie die unterschiedlichen Statistiken zustande kommen.

Spahn: Deutschland im Kampf gegen Corona besser gerüstet als zu Pandemie-Beginn

Deutschland ist nach Ansicht von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) im Kampf gegen das Coronavirus heute "deutlich besser gerüstet" als zu Beginn der Pandemie. Unter anderem gebe es mehr Testkapazitäten und Schutzausrüstung für medizinisches Personal, sagte Spahn am Montagabend in der ARD. Zu weiteren Lockerungen bei den Corona-Maßnahmen äußerte sich der CDU-Politiker jedoch skeptisch.

Auch mehr Wissen helfe im Umgang mit dem neuartigen Coronavirus, sagte Spahn. "Wir wissen, wie wir die Intensiv-Kapazitäten steuern können, dass Operationen nicht abgesagt werden müssen." Auch wüssten Mediziner inzwischen besser, wann Corona-Patienten künstlich beatmet werden sollten und wann nicht.

Zur Debatte über Lockerungen der Regeln etwa für Clubs und Bars äußerte sich Spahn ablehnend. Beim Feiern werde das Virus besonders schnell übertragen. Im Herbst und Winter sei besondere Vorsicht geboten. Auch von Urlauben außerhalb Deutschlands in der nächsten Zeit riet der Gesundheitsminister ab. Mit dem Reisen und der Mobilität seien "zusätzliche Infektionsrisiken" verbunden.

Oper in Madrid wehrt sich gegen Vorwurf zu laxer Maßnahmen

Das Opernhaus Teatro Real in Madrid sieht sich wegen angeblich zu laxer Corona-Regeln mit heftiger Kritik konfrontiert. Nachdem eine Aufführung am Sonntagabend von protestierenden Zuschauern massiv gestört worden war, verteidigte sich das renommierte Opernhaus gegen die Vorwürfe. Das Teatro Real habe die von der Madrider Regionalregierung verhängten Corona-Auflagen beachtet und diese "sogar verstärkt", sagte am Montag der Verwaltungschef der Oper, Gregorio Marañón.

Die Aufführung von Giuseppe Verdis "Ein Maskenball" war von einigen Zuschauern aus Protest dagegen, dass sie ihrer Ansicht nach zu eng beieinander saßen, durch permanentes Klatschen und Zwischenrufe gestört worden, wie in Webvideos zu sehen war. Die Aufführung wurde daraufhin abgebrochen. Die Proteste kamen von den hintersten und damit preiswertesten Zuschauerrängen. In den Videos war zu sehen, dass dort fast jeder Sitz besetzt war. In den vorderen teureren Reihen waren hingegen viele Sitze leer.

Das Teatro Real teilte mit, die lautstarken Proteste seien weitergegangen, obwohl den Protestierenden per Lautsprecheransage angeboten worden sei, auf andere Plätze zu wechseln oder ihre Eintrittspreise erstattet zu bekommen. Deswegen sei der Abbruch der Vorstellung nötig geworden. Marañón sagte, es seien nur 51,5 Prozent der Sitze belegt gewesen, während die Behörden eine Belegung von bis zu 75 Prozent erlaubten. Auch sähen die Auflagen nicht vor, dass jeweils ein Platz zwischen den Zuschauern frei bleiben müsse. Vielmehr gelte lediglich, dass es einen Abstand von 1,50 Meter zwischen den Zuschauern geben müsse. Laut Marañón prüft das Teatro Real nun aber mögliche weitere Corona-Maßnahmen.

Tschechische Regierung appelliert an Bürger – "Wollen keinen Lockdown"

Die tschechische Regierung appelliert an die Bürger, sich an die Schutzmaßnahmen zu halten und dadurch Schaden von der Wirtschaft fernzuhalten. "Wir wollen nicht die Wirtschaft herunterfahren und damit Arbeitsplätze gefährden", sagt Ministerpräsident Andrej Babis in einer Fernsehansprache. 

"Wir wollen das mit Maßnahmen hinbekommen, die unser Leben so wenig wie möglich beeinträchtigen." Dazu müssten aber Beschränkungen eingehalten und Gesichtsmasken getragen werden. Zuvor war Gesundheitsminister Adam Vojtech angesichts drastisch steigender Neuinfektionen zurückgetreten. Er hatte erklärt, die Regierung erwäge, den Ausnahmezustand zu verhängen.

Mönche in orthodoxem griechischen Kloster infiziert

In einem orthodoxen Kloster am Berg Athos in Griechenland sind acht Mönche positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Das Kloster Sankt Paul im Norden Griechenlands wurde unter Quarantäne gestellt, wie es aus Kirchenkreisen hieß. Einer der Infizierten sei in ein Krankenhaus in Thessaloniki eingeliefert worden.

Der Berg Athos ist ein wichtiges spirituelles Zentrum der orthodoxen Kirche. Die Halbinsel mit ihren 20 Klöstern genießt als Mönchsrepublik einen halbautonomen Status, gehört völkerrechtlich aber zu Griechenland. Fast 1.700 Mönche leben auf der Insel – Frauen haben keinen Zutritt.

Kennzahl steigt in Hamm über kritischen Wert

In Hamm ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen deutlich über eine kritische Marke gestiegen. Nach Angaben der Stadt sind 70,9 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage registriert worden. Das teilte Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann mit. Zuletzt hatten sich demnach bei einer Hochzeitsfeier 86 Menschen infiziert. Bei der Feier waren 236 Gäste aus Hamm.

Die kritische Marke bei der sogenannten 7-Tage-Inzidenz liegt bei 50. Steigen die Zahlen über diese Marke, sollen Kreise und Kommunen mehr Beschränkungen im öffentlichen und privaten Leben einführen. 

Dutzende Corona-Fälle in Arbeiterunterkunft von Stuttgart 21

In Stuttgart hat es erneut einen Corona-Ausbruch im Umfeld des Bauprojektes Stuttgart 21 gegeben. Dutzende Bauarbeiter sollen sich in einer Unterkunft angesteckt haben. Lesen Sie hier mehr.

Spahn drängt Länder zu Verzicht auf Corona-Lockerungen

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat angesichts steigender Infektionszahlen an die Länder appelliert, sich an den verabredeten Verzicht auf weitere Lockerungen der Corona-Maßnahmen zu halten. "Ich wünsche mir sehr, dass wir ein gemeinsames Verständnis dafür entwickeln, was die Vereinbarung 'keine weiteren größeren Öffnungsschritte' tatsächlich heißt", sagte Spahn.

Der Gesundheitsminister verwies darauf, dass sich Bund und Länder Ende August darauf geeinigt hätten, die bestehenden Maßnahmen nicht zu lockern. Nunmehr gebe es aber Diskussionen über eine mögliche Wiedereröffnung von Clubs oder Bars. Spahn betonte zudem, dass sich das Coronavirus derzeit häufig über Familien-, oder Hochzeitsfeiern verbreite.

"Stand heute" könnten die Gesundheitsämter sehr gut mit dem Geschehen umgehen, sagte der Bundesgesundheitsminister weiter. Besorgsniserregend sei die Dynamik der Ausbreitung in den Nachbarländern. Es gebe kein deutsches Nachbarland, das nicht ein Mehrfaches an Infektionszahlen gemessen an der Bevölkerungszahlen aufweise.

Bundesregierung mahnt zu "höchster Achtsamkeit"

Die Bundesregierung hat angesichts steigender Corona-Infektionszahlen zu "höchster Achtsamkeit" aufgerufen. "Es kommt aktuell vermehrt zu Ansteckungen und Übertragungen innerhalb Deutschlands", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Politik und Bürger hätten es nun in der Hand, "ob sich die Infektionszahlen wieder unkontrolliert ausbreiten". Deutschland sei "in einer Phase der Pandemie, in der sich entscheiden wird, wie wir in diese Winter- und Herbstmonate hineingehen". Zugleich gebe es in Nachbarländern teils noch ein deutlich höheres Infektionsgeschehen.

Tausende Schüler befinden sich in Quarantäne

Die steigenden Corona-Fallzahlen machen sich auch bei den Schulen bemerkbar. Mehr als 8.800 Schüler und 771 Lehrer im Freistaat befänden sich derzeit in Quarantäne, teilte das Bayerische Kultusministerium am Montag in München mit. 343 Schüler und 48 Lehrer seien momentan nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Das Ministerium bezog sich dabei auf Zahlen vom Sonntagabend. In Bayern gibt es 1,65 Millionen Schüler sowie 150.000 Lehrerinnen und Lehrer. Aktuelle Zahlen über Schulschließungen wegen der Corona-Pandemie in Bayern lagen zunächst nicht vor.

Auch in Nordhrein-Westfalen sind viele Schulen von der Corona-Pandemie betroffen. Nach jüngsten Zahlen des nordrhein-westfälischen Schulministeriums befinden sich knapp 7.000 Schüler und rund 580 Lehrer in Quarantäne. Bei 238 Schülern und 46 Lehrkräften sei eine Infektion mit dem Virus bestätigt worden, berichtete die in Düsseldorf erscheinende "Rheinische Post" unter Berufung auf das Ministerium. Vier Schulen seien wegen der Pandemie komplett geschlossen, dazu kämen 106 Teilschließungen.

Zum Schutz vor einer Ansteckung hatte in den ersten beiden Schulwochen an weiterführenden Schulen eine Maskenpflicht auch während des Unterrichts gegolten. An manchen Orten besteht diese Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung wegen hoher Infektionszahlen fort, etwa in München. Der Verband der Lehrer NRW kritisierte, dass die Abschaffung der Maskenpflicht nach zwei Wochen habe zu massiver Verunsicherung bei Schülern und Lehrern in dem Bundesland geführt habe.

NRW: Im Bundesland sind mehr als 7.000 Schüler in Quarantäne (Symbolbild). (Quelle: Rainer Unkel/imago images)

Mehrere Städte kratzen am RKI-Grenzwert

Hamm steht mit 46,9 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen kurz vor der wichtigen Marke von 50. Die Stadt in Westfalen stand NRW-weit am Montag an der Spitze der Liste der sogenannten 7-Tage-Inzidenz und überholte mit einem Anstieg von fast vier Punkten zum Vortag Gelsenkirchen.

Prof. Dr. Lothar H. Wieler: Einige Städte kratzen am Grenzwert des RKI. (Quelle: Jens Schicke/imago images)

Auch in anderen Städten liegt der entsprechende Wert weiter über der Zahl 35, ab der bereits erste Maßnahmen ziehen: Gelsenkirchen lag - zum Vortag unverändert - bei 44,1. Remscheid bei 37,8, wobei der Wert laut Robert Koch-Institut (RKI) am Vortag noch bei 36,9 lag. Für Köln betrug der Wert am Montag 33,2 (Vortag: 34,2). Der Oberbergische Kreis stagnierte bei 33,0.

An diesem Montag wollen die Behörden entscheiden, ob in Hamm, Gelsenkirchen und Remscheid wieder striktere Beschränkungen eingeführt werden. In Köln solle am Dienstag der Krisenstab zusammentreten, teilte ein Sprecher mit.

Auch im Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg steigt die Zahl der Neuinfektionen auf über 50 pro 100.000 Einwohnern. Das berichtet der "Tagesspiegel". Demnach beträgt die 7-Tage-Inzidenz in dem Bezirk 50,8. Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci sei besorgt, da es immer schwerer werde, die Kontaktketten nachzuverfolgen.

Zu wenig Abstand: Söder will Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat eine Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen in München in Aussicht gestellt, auf denen die Abstandsregeln nicht eingehalten werden können. Er habe sehr gemischte Gefühle, etwa wenn er sich die Bilder von wilden Wiesn-Ersatzfeiern wie am Wochenende auf dem Viktualienmarkt ansehe. Daher wolle er mit der Stadt über einen Mund-Nasen-Schutz beraten, sagte der CSU-Chef am Montag dem Radiosender "B5 aktuell". "Ich will keinem die Freude nehmen", sagte Söder. Aber angesichts der hohen Infektionszahlen in München sollten Freude und Vernunft besser zusammengehen.

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Zudem soll das Gesundheitsamt der Stadt künftig durch die Bundeswehr unterstützt werden. "Wir werden die Bundeswehr bitten, 100 Leute zur Verfügung zu stellen, um die Nachverfolgung zu verbessern." Am Sonntag erreichten die Corona-Zahlen in München den Wert von 55,6 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner in einer Woche. Söder sprach in diesem Zusammenhang von starkem Leichtsinn einiger.

Spahn: "Wir brauchen im Herbst Fieberambulanzen"

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will Deutschland mit Fieberambulanzen, einer neuen Teststrategie und einem besonderen Schutz für Risiko-Gruppen auf einen möglichen weiteren Anstieg der Corona-Infektionszahlen vorbereiten. "Wir brauchen im Herbst regional und lokal sogenannte Fieberambulanzen, an die sich Patienten mit klassischen Atemwegssymptomen wie Corona und Grippe wenden können", sagte Spahn der "Rheinischen Post". 

Spahn betonte, er setze darauf, dass die Kassenärztlichen Vereinigungen solche zentralen Anlaufstellen vor Ort anbieten würden. "Konzeptionell gibt es die schon – sie sollten im Herbst idealerweise flächendeckend zugänglich sein." Für eine Weiterentwicklung der Teststrategie will sich Spahn bis Mitte Oktober Zeit lassen. 

922 Neuinfektionen, keine neuen Todesfälle

In Deutschland steigt die Zahl der bekannten Infektionen um 922 auf 272.337, wie aus Daten auf der Internetseite des Robert Koch-Instituts (RKI) hervorgeht. Die Zahl der Todesfälle bleibt demnach unverändert bei 9.386. Hier lesen Sie mehr Informationen dazu, wie die unterschiedlichen Statistiken zustande kommen.

Merz: Dürfen uns nicht an ein Leben ohne Arbeit gewöhnen

Der CDU-Politiker und Parteivorsitz-Kandidat Friedrich Merz zeigt sich besorgt über eine mögliche Gewöhnung an ein Leben ohne Arbeit während der Corona-Krise. "Wir müssen ein bisschen aufpassen, dass wir uns nicht alle daran gewöhnen, dass wir ohne Arbeit leben können", sagt Merz "Bild live" laut redaktioneller Fassung. "Wir müssen zurück an die Arbeit."

Englands Chefmediziner warnt vor schwierigem Winter

Englands Chefmediziner Chris Whitty warnt vor einem schwierigen Winter. Die Pandemie entwickle sich in Großbritannien in die falsche Richtung, heißt es vorab aus einer Rede, die Whitty im Laufe des Tages halten soll. "Wir schauen uns die Daten an um zu sehen, wie wir die Ausbreitung des Virus vor einer sehr herausfordernden Winterperiode handhaben können."

Neuseeland lockert Maßnahmen: Noch Auflagen in Auckland

Neuseelands Ministerpräsidentin Jacinda Ardern kündigt eine Lockerung der Auflagen an. Ab Mitternacht am Montag würden die Maßnahmen nur noch in Auckland gelten, erklärt sie. Dort sollen ab Donnerstag zumindest wieder Versammlungen von bis zu 100 Menschen zugelassen werden. Damit gilt in der größten Stadt des Landes formell die Stufe 2, im restlichen Land die Stufe 1.

14 Corona-Infizierte nach Geburtstagsparty – Hunderte in Quarantäne

Nach einer privaten Geburtstagsparty in Dettingen auf der Schwäbischen Alb sind 14 Teilnehmer positiv auf das Coronavirus getestet worden. Hunderte weitere Personen befinden sich in Quarantäne. Das teilte der Leiter des Kreisgesundheitsamtes Reutlingen, Gottfried Roller, am Sonntag mit. An der Party, für die kein Hygienekonzept notwendig gewesen sei, hätten vom 12. auf den 13. September 33 Menschen teilgenommen. In Baden-Württemberg seien bis zu 100 Teilnehmer an solchen Feiern erlaubt.

Laut Roller sind sieben Schulen im Landkreis Reutlingen mit mehr als 350 Kontaktpersonen der Kategorie 1 betroffen, das heißt, sie hatten engen Kontakt zu nachweislich Infizierten. Für sie gelte eine 14-tägige Quarantäne. Dazu kämen Kontakte zu vier Fußballvereinen mit 70 Kontaktpersonen der Kategorie 2, die beispielsweise im selben Raum mit Infizierten gewesen seien und für die eine Risikoabschätzung gemacht worden sei. Die Dimension der möglichen Ansteckungen sei durch die Erkrankung Einzelner bekannt geworden, berichtete Roller.

Die Innenstadt von Reutlingen (Symbolbild): In der Nähe, in der Schwäbischen Alb, sind nach einer Geburtstagsparty mehrere Corona-Infektionen aufgetreten. (Quelle: imago images)

Proteste gegen Corona-Absperrungen in Madrid – "Keine Ghettos"

Tausende Menschen haben in Madrid gegen die coronabedingte Abriegelung von mehreren einkommensschwachen Gebieten der spanischen Hauptstadt protestiert. Bei Großkundgebungen wurden die Maßnahmen am Sonntag als ungerecht und diskriminierend zurückgewiesen. Sie sollen am Montag in Kraft treten.

Die Menschen trugen Plakate mit Aufschriften wie "Unsere Stadtteile sind keine Ghettos", "Mehr Ärzte, mehr Kontaktnachverfolger – keine Ausgrenzung" oder "Ihr habt uns im Stich gelassen und nun sperrt ihr uns ein". Sie forderten den Rücktritt der konservativen Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso: "Ayuso, Du bist das Virus".

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Die harten Maßnahmen sollen zunächst zwei Wochen lang gelten. Betroffen sind nach amtlichen Angaben 850.000 der rund 6,6 Millionen Einwohner der Region um die Hauptstadt. Abgeriegelt werden insgesamt 37 Gebiete in sechs Stadtteilen sowie in sieben Kommunen im Umland Madrids. Die jeweiligen Gebiete dürfen dann nur noch für dringende Angelegenheiten betreten oder verlassen werden - etwa für den Weg zur Arbeit, zur Schule oder zum Arzt.

Mit mehr als 640.000 Infektionen und fast 30.500 Toten ist Spanien das von der Corona-Pandemie am schlimmsten getroffene Land Westeuropas. Auf die Region um Madrid entfällt seit Wochen mehr als ein Drittel aller Neuinfektionen.

Söder spricht für Weihnachtsmärkte aus – unter bestimmten Bedingungen

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat sich trotz der steigenden Zahl der Corona-Neuinfektionen für die Öffnung der Weihnachtsmärkte ausgesprochen. "Für die Weihnachtsmärkte muss man sich kluge Konzepte überlegen", sagte Söder der "Welt am Sonntag". So könnten beispielsweise Laufwege mit Eingang und Ausgang definiert werden, es müsse eine Maskenpflicht geben, "und man wird den Alkoholkonsum stark reduzieren müssen".

Dann könne er sich "die Christkindlmärkte vorstellen, die allerdings anders sind als die normalen – und nur, wenn es das regionale Infektionsgeschehen zulässt", erklärte Söder. Der CSU-Chef warnte davor, die errungenen Erfolge im Kampf gegen die Pandemie durch Leichtsinn aufs Spiel zu setzen und rief weiterhin zu Disziplin und Achtsamkeit auf. "Natürlich ist das anstrengend. Corona nervt alle. Aber wenn wir jetzt nicht klug und vorsichtig bleiben, gefährden wir alles, was wir bisher erreicht haben."

Immer mehr Covid-19-Patienten: Erstes Krankenhaus in Wien ist überfüllt

Wiens führende Corona-Klink, das Kaiser-Franz-Josef-Spital, ist voll belegt. Die Klinik habe keine Betten mehr für weitere Covid-19-Intensivpatienten, schreibt die österreichische Nachrichtenseite "oe24". Neue Fälle müssten nun auf andere Krankenhäuser ausweichen.

Der Meldung zufolge liegen derzeit insgesamt 171 Covid-19-Patienten in dem Kaiser-Franz-Josef-Spital, 34 davon befinden sich auf der Intensivstation. Der Wiener Gesundheitsverbund versicherte allerdings, es bestehe kein Grund zur Sorge. In anderen Kliniken sei noch ausreichend Platz: "Jeder Patient in Wien mit einem schweren, spitalspflichtigen Corona-Verlauf kann in unseren Kliniken behandelt werden", sagte eine Sprecherin des Gesundheitsverbunds dem Bericht zufolge.

England führt hohe Geldstrafen für Verstöße gegen Quarantäne-Pflicht ein

Als Reaktion auf die drastisch zunehmenden Infektionen mit dem Corona-Virus in England führt die Regierung hohe Geldstrafen für Verstöße gegen die Quarantäne-Regeln ein. Wer positiv auf das Virus getestet wird oder nach Kontakt zu Infizierten von den Gesundheitsbehörden zur Selbstisolierung angehalten wird, muss sich künftig zwingend in Quarantäne begeben.

Wird diese Pflicht missachtet, drohen Geldstrafen von mehreren Tausend Euro. Die neue Vorschrift tritt in England am 28. September in Kraft und soll möglicherweise auf ganz Großbritannien – also auch Schottland, Wales und Nordirland – ausgedehnt werden.

"Wir können das Virus am besten bekämpfen, wenn sich alle an die Regeln halten und in Selbstisolation begeben, sobald das Risiko besteht, dass sie das Coronavirus weiterverbreiten könnten", sagte Premierminister Boris Johnson. Die Mindeststrafe für Verstöße soll bei umgerechnet 1.100 Euro liegen, Wiederholungstätern drohen Geldbußen bis zu 11.000 Euro.

Der Höchstbetrag wird auch für Unternehmen fällig, die Beschäftigte an den Arbeitsplatz beordern, obwohl diese eigentlich in Selbstquarantäne bleiben müssten. Geringverdiener, die aus Infektionsschutzgründen zuhause bleiben müssen und nicht im Homeoffice arbeiten können, sollen zur Entschädigung eine Einmalzahlung von umgerechnet 550 Euro bekommen.

Drei Nachbarländer melden Rekord bei Neuinfektionen

Polen hat so viele neue Corona-Fälle registriert wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Am Samstag verzeichneten die Behörden 1.002 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden, wie das Gesundheitsministerium in Warschau mitteilte. Der Schwerpunkt der nachgewiesenen Neuinfektionen lag mit 149 Fällen in Kleinpolen im Süden des Landes, aber auch die Region um Lublin im Osten (122) und Pommern (96) waren stark betroffen. Der bisherige Rekordwert wurde am 21. August erfasst, er betrug 903 Neuinfektionen. In Polen haben sich nach offiziellen Angaben bislang 78.330 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert. 2.282 Menschen starben demnach in Zusammenhang mit dem Virus. Polen hat rund 38 Millionen Einwohner.

Auch Dänemark hat den höchsten Tageswert an Corona-Neuinfektionen seit Beginn der Pandemie registriert. Wie am Samstag aus Zahlen des dänischen Gesundheitsinstituts SSI hervorging, wurden seit dem Vortag 589 neue Infektionen mit dem Coronavirus bestätigt. Die heutigen Zahlen lassen sich allerdings nur schwer mit denjenigen der ersten Hochphase der Corona-Krise im Frühjahr vergleichen, weil in Dänemark wie in zahlreichen anderen Ländern heute viel mehr auf Corona getestet wird.

Die Regierung versucht gegenzusteuern, indem seit Samstag für ganz Dänemark eine Reihe von Beschränkungen gelten: Restaurants und Kneipen müssen nun landesweit schon um 22 Uhr schließen, in den Lokalen muss zudem ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Die maximale Teilnehmerzahl von Versammlungen wurde wieder auf 50 herabgesetzt. Insgesamt sind seit Beginn der Coronavirus-Pandemie rund 22.000 Corona-Fälle in Dänemark bestätigt worden, 635 infizierte Personen starben bislang. Mehr als 2,15 Millionen Menschen sind im Land bisher auf das Virus getestet worden.

Auch Frankreich verzeichnet einen neuen Rekord bei den Neuinfektionen. Binnen 24 Stunden kamen 13.498 Corona-Fälle hinzu, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Die Zahl der Toten erhöhte sich um 26 auf 31.274.

Bericht: Krankenhäuser reduzieren Corona-Betten

Die deutschen Krankenhäuser halten einem Medienbericht zufolge trotz steigender Infektionszahlen immer weniger Betten auf ihren Intensivstationen für Patienten frei, die schwer am neuartigen Coronavirus erkrankt sind. Wie die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" berichtet, hat die baden-württembergische Landesregierung in dieser Woche entschieden, dass künftig statt 35 Prozent nur noch zehn Prozent der Betten für diese Patienten reserviert werden sollen. Sie folgte damit der Entwicklung in anderen Bundesländern. In Berlin sind bereits seit Juni nur noch zehn Prozent der Betten für Covid-Patienten reserviert, Niedersachsen folgte Mitte Juli.

In Bayern und Brandenburg müssen die Krankenhäuser seit dem Sommer gar keine Intensivbetten mehr für Covid-Patienten freihalten, Hamburg schaffte die Quote im August ab. Anfang September kippte auch Sachsen-Anhalt die Regelung ganz. Allein in Rheinland-Pfalz sind Krankenhäuser seit dem Frühjahr unverändert dazu angehalten, 20 Prozent ihrer Intensivbetten wegen Corona freizuhalten. Es sei nicht geplant, daran etwas zu ändern, sagte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums in Mainz dem Blatt.

Gesundheitsminister Spahn besorgt über Anstieg der Corona-Infektionszahlen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich besorgt über den jüngsten Anstieg der Corona-Infektionszahle gezeigt. "Aktuell kann unser Gesundheitssystem gut mit der Situation umgehen, aber die Dynamik in ganz Europa besorgt", schrieb Spahn am Samstag im Kurzbotschaftendienst Twitter. Das Robert-Koch-Institut hatte zuvor eine Zahl von fast 2.300 Neuinfektionen gemeldet – das bedeutet einen Tages-Höchstwert seit April.

Jens Spahn (CDU): Der Gesundheitsminister betrachtet die Corona-Entwicklung in Europa mit Sorge. (Quelle: dpa)

Auch die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Sabine Dittmar, zeigte sich beunruhigt. Sie sei zunehmend besorgt, "dass sich auch in Deutschland wieder mehr ältere Menschen infizieren und dann auch die Hospitalisierungsrate und die Todesfälle wieder zunehmen", erklärte Dittmar. "In Europa und Teilen Deutschlands können wir genau das beobachten."

Zahl der Neuinfektionen steigt weiter – neuer Hotspot in Cloppenburg?

Nach Überschreitung des 7-Tages-Grenzwerts haben sich im Landkreis Cloppenburg weitere Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Von Freitag auf Samstag wurden 18 neue Infektionen gemeldet, insgesamt waren es 109 in den vergangenen sieben Tagen. Die sogenannte 7-Tages-Inzidenz pro 100.000 Einwohner erhöhte sich damit von 61,5 auf 63,9. Bei Werten über 50 müssen verstärkte Schutzmaßnahmen eingeleitet werden.

Corona-Testzentrum: In Teilen des Landkreises Cloppenburg dürfen sich nur noch maximal sechs Personen privat treffen. (Symbolfoto) (Quelle: imago images)

Der Kreis hat die Regeln für einen Teil seiner Kommunen bereits am Freitag verschärft. In einigen Teilen dürfen sich bis zum 4. Oktober privat maximal sechs Menschen treffen. Vereinen ist es untersagt, Zusammenkünfte abzuhalten, Gaststätten müssen um 22 Uhr schließen. Betroffen von den Maßnahmen sind die Stadt Löningen sowie die Gemeinden Essen, Lastrup und Lindern.

Cloppenburg ist nicht der erste Kreis in Niedersachsen, der mit 61,5 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in den vergangenen sieben Tagen den Schwellenwert von 50 überschreitet. Zuvor war dies im Juni in Göttingen der Fall gewesen. Bundesweit gibt es immer wieder Städte und Landkreise, die den Wert zeitweise überschreiten. Am Freitag war dies auch in München der Fall.

Grenzwert überschritten – München will abwarten

Die Stadt München lässt sich mit der Reaktion auf den überschrittenen Grenzwert von 50 Corona-Neuinfektionen pro Woche und 100.000 Einwohnern Zeit. Zwar soll sich am Montag ein Krisenstab treffen, doch Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) sagte dem Bayerischen Rundfunk: "Ich glaube nicht, dass wir weitergehende Maßnahmen schon am Montag treffen werden. Sondern da müsste schon der Wert entweder deutlicher steigen oder über längere Zeit über 50 bleiben. Das werden wir erst Mitte der nächsten Woche, Ende der nächsten Woche sehen." Dann würden die nächsten Entscheidungen getroffen.

München hatte am Freitag mit 50,7 den Grenzwert überschritten, ab dem verstärkte Infektionsschutzmaßnahmen vorgesehen sind. Bereits verlängert hat München allerdings die Maskenpflicht im Unterricht an weiterführenden Schulen.

Fast 2.300 Corona-Neuansteckungen: Robert-Koch-Institut meldet höchsten Infektionswert seit April

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus hat erneut deutlich die Schwelle von 2.000 übersprungen und den höchsten Wert seit Ende April erreicht. Innerhalb eines Tages meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland 2.297 neue Corona-Infektionen, wie das Robert Koch-Institut (RKI) bekanntgab.

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6.000 gelegen. Die Zahl war dann in der Tendenz gesunken und im Juli wieder gestiegen. Im August lag die Zahl der Fälle dann einmal bei knapp über 2.000 (2.034). Die Zahl der erkannten Neuinfektionen ist auch davon abhängig, wie viele Menschen getestet werden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht vom Freitag bei 1,16 (Vortag: 1,07). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Studie aus China: Brillenträger infizieren sich seltener

Brillenträger scheinen einer neuen Studie zufolge seltener am Coronavirus zu erkranken. Das berichten chinesische Forscher im Fachblatt "Jama Ophthalmology". Von 276 im Suizhou Zengdu Hospital behandelten Covid-19 Patienten waren demnach nur sechs Prozent Brillenträger. Der Anteil kurzsichtiger Menschen in der Bevölkerung dürfte aber bei etwa 31 Prozent liegen, heißt es unter Verweis auf frühere Studien. Die Mediziner vermuten daher, dass Brillen vor einer Ansteckung schützen können.

"Wir gehen davon aus, dass Brillenträger sich seltener in die Augen fassen und damit verhindern, dass das Virus von den Händen in die Augen gerät." Das Coronavirus nutzt die Schleimhäute in Mund, Nase und Augen als Einfallstor in den menschlichen Körper. Einen direkten Zusammenhang zwischen dem Tragen einer Brille und einem besseren Schutz vor einer Corona-Infektion konnten die Forscher freilich nicht nachweisen.

Die Studienautoren räumen selbst ein, dass die Zahl von 276 untersuchten Patienten zu gering ist, um sichere Aussagen zu machen. Auch die Datengrundlage zum Anteil von Brillenträgern in der Bevölkerung sei dünn. Außerdem lasse sich bei einer Corona-Infektion im Nachhinein nicht feststellen, über welchen Weg das Virus in den menschlichen Körper gelangt ist – ob also tatsächlich eine Brille ihren Träger geschützt hat.

Panne in Slowakei: 400.000 Testergebnisse ungesichert im Netz

Wegen eines Datenlecks im staatlichen Gesundheitssystem sind persönliche Daten von nahezu 400.000 auf das Coronavirus getesteten slowakischen Bürgern ungesichert ins Internet geraten. Das bestätigte das Nationale Zentrum für Gesundheitsinformationen NCZI am Freitag. Das Leck sei aber inzwischen repariert worden, erklärte NCZI-Chef Peter Bielik vor Journalisten. Auf den Fehler hatte eine Gruppe sogenannter ethischer Hacker aufmerksam gemacht.

"Wir hatten gar nicht die Absicht gehabt, nach den Daten zu suchen, es war reiner Zufall, dass wir auf sie bei einer einfachen Google-Suche im Internet gestoßen sind", erklärte IT-Spezialist Pavol Luptak dem Nachrichtenportal Pravda.sk bereits am Donnerstag. Es seien überhaupt keine speziellen Hackerkenntnisse notwendig gewesen, um an die Daten zu gelangen.

Er und seine Kollegen hätten probeweise die Datensätze von 130.000 Patienten heruntergeladen und dann die Behörde auf das Leck aufmerksam gemacht. Die Daten – unter anderem Namen, Geburtsdaten, Adressen, Testergebnisse, Krankheitsverläufe und andere Labordaten - wollten sie wieder löschen. Die Öffentlichkeit sei erst informiert worden, nachdem die Behörde das Datenleck geschlossen hätte, sagte Luptak

Johnson: Zweite Pandemie-Welle in Großbritannien unvermeidbar

Premierminister Boris Johnson erklärt angesichts wieder stark zunehmender Infektionszahlen, eine zweite Pandemie-Welle in Großbritannien sei unvermeidbar. Er wolle allerdings keinen zweiten Lockdown. Es stünden aber alle Maßnahmen auf dem Prüfstand.

Britischer Premierminister: Im Kabinett von Boris Johnson wird offenbar ein zweiter Lockdown erwogen. (Quelle: Reuters)

Französischer Finanzminister mit Corona infiziert

Der französische Finanzminister Bruno Le Maire ist nach eigenen Angaben positiv auf das Coronavirus getestet worden. Er habe aber keine Symptome, teilt er auf Twitter mit. Er werde sich für sieben Tage in Selbstisolation begeben und seinen Pflichten weiter nachkommen.

Niederlande verschärfen Corona-Maßnahmen in großen Städten

In Amsterdam, Rotterdam und weiteren großen Städten der Niederlande werden die Schutzvorkehrungen gegen das Coronavirus verschärft. In insgesamt sechs besonders betroffenen Regionen dürfen Gaststätten künftig ab Mitternacht keine Gäste mehr einlassen und müssen um ein Uhr schließen, wie die Regierung am Freitag in Den Haag mitteilte. Die Maßnahmen treten demnach am Sonntagabend in Kraft. Feiern mit mehr als 50 Personen sind ab dann verboten. Das gilt auch für Feste im Freien.

Für Veranstaltungen mit mehr Teilnehmern, etwa Konzerte, müssen Genehmigungen beantragt werden. Die Behörden in Amsterdam verfügten zusätzlich, dass die Parks nachts geschlossen werden, um illegale Partys zu verhindern. In den Niederlanden zeichnet sich nach Einschätzung der Regierung eine zweite Corona-Welle ab.

Verstoß gegen Corona-Regeln: Strafe für Niederländischen Minister

In den Niederlanden ist der Justizminister wegen eines Verstoßes gegen seine eigenen Corona-Regeln belangt worden. "Die Staatsanwaltschaft verurteilt Minister Grapperhaus zu einer Geldstrafe von 390 Euro, weil er bei seiner Hochzeit am 22. August gegen die Regeln gegen das Coronavirus verstoßen hat", erklärte die Behörde am Freitag. Auf Fotos war Ferdinand Grapperhaus dicht gedrängt mit Dutzenden Hochzeitsgästen zu sehen gewesen.

Der Justizminister hatte die seit Beginn der Pandemie geltenden Regeln zur sozialen Distanzierung stets verteidigt. Demnach sollen alle Menschen nach Möglichkeit 1,5 Meter Abstand zueinander halten. Entsprechend heftig fiel die Kritik aus, als die Hochzeitsfotos publik wurden. Grapperhaus entschuldigte sich öffentlich, lehnte einen Rücktritt jedoch ab. Das Bußgeld für den "sichtbaren Verstoß" gegen die Regeln zur sozialen Distanzierung müsse der "Glaubwürdigkeit" der Anwendung der Maßnahmen dienen, deren "Aushängeschild" der Minister sei, erklärte die Staatsanwaltschaft.

In den Niederlanden wurden nach offiziellen Angaben seit Beginn der Pandemie über 84.000 Ansteckungen mit dem neuartigen Coronavirus verzeichnet. Mehr als 6.000 Menschen starben. Zuletzt stiegen die Fallzahlen wieder deutlich an. 

Madrid verschärft Corona-Einschränkungen

In Madrid und dem Umland der spanischen Hauptstadt werden die Maßnahmen zur Eindämmung des Virus verschärft. Betroffen sind nach Angaben der Behörden 850.000 Menschen. Konkret darf man sich zwischen und innerhalb besonders betroffener Gebiete, in denen die Infektionen stark steigen, nur noch begrenzt bewegen. Auch der Zugang zu Parks und öffentlichen Bereichen wird eingeschränkt.

Außerdem werden nur noch Zusammenkünfte von maximal sechs Personen erlaubt. Ausnahmen gelten allerdings für Menschen, die zur Arbeit müssen. "Wir müssen einen Lockdown vermeiden, wir müssen eine wirtschaftliche Katastrophe vermeiden", erklärt Madrids Regionalpräsidentin Isabel Diaz Ayuso.

Höchster Wert seit Anfang Mai: Über 1.900 neue Corona-Fälle in Italien

In Italien ist die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus auf über 1.900 und damit auf den höchsten Wert seit Anfang Mai gestiegen. Das Gesundheitsministerium in Rom vermeldete am Freitag 1.907 neue Fälle innerhalb von 24 Stunden. Zuletzt hatte es am 1. Mai mit 1.965 Fällen höhere Zahlen bei den Neuinfektionen gegeben. 

Die Infiziertenzahlen sind in Italien laut Ministerium in den letzten sechs Wochen im Durchschnitt kontinuierlich gestiegen, auch wenn das Land derzeit nicht so hohe Fallzahlen wie beispielsweise Spanien oder Frankreich verzeichnet. In Italien, das im Februar besonders heftig von der Pandemie getroffen worden war, wächst dennoch die Angst vor unkontrolliert steigenden Zahlen. Dazu trägt auch die Wiedereröffnung der Schulen am vergangenen Montag nach sechs Monaten Pause bei.

Russland gibt grünes Licht für Corona-Medikament auf Rezept

Russland hat grünes Licht für die ambulante Behandlung mit dem Antivirus-Mittel Coronavir auf Rezept gegeben. Das für Patienten mit mild bis moderat verlaufenden Covid-19-Infektionen gedachte Medikament wird von dem Hersteller R-Pharm in der Stadt Jaroslawl, rund 300 Kilometer nordöstlich von Moskau, produziert. Es könnte bereits nächste Woche in die Apotheken ausgeliefert werden.

Vor der Zulassung von Coronavir als verschreibungspflichtiges Medikament hatten die Behörden bereits ein weiteres russisches Covid-19-Medikament, Avifavir, zugelassen. Beide basieren auf Favipiravir, das in Japan entwickelt wurde und häufig als Grundlage für Behandlungen von Virusinfektionen verwendet wird.

München überschreitet Grenzwert bei Neuinfektionen

München hat den Grenzwert von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohnern binnen einer Woche überschritten. Dies geht aus der täglich aktualisierten Statistik des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) vom Freitag hervor. Mehr dazu lesen Sie hier. 

Lockdown in Großbritannien steht offenbar bevor

Wegen der sich dramatisch verschlimmernden Corona-Lage in Großbritannien könnte dem ganzen Land laut einem Medienbericht im Oktober wieder ein Lockdown bevorstehen.

Top-Forscher hätten die Maßnahme der Regierung empfohlen, um die stark steigenden Infektionszahlen wieder in den Griff zu bekommen, berichtete die "Financial Times" am Freitag. Der zweiwöchige Lockdown soll demnach während der Schulferien im Oktober stattfinden.

Gesundheitsminister Matt Hancock aus dem Kabinett von Boris Johnson reagierte in einem BBC-Interview am Freitag ausweichend auf den Bericht: Ein neuer landesweiter Lockdown sei das "letzte Mittel der Verteidigung", sagte Hancock. Man setze zunächst auf lokale Beschränkungen. "Wir möchten einen nationalen Lockdown vermeiden, aber wir sind darauf vorbereitet." Der Minister räumte ein, dass nicht nur die Infektionen zunehmen, sondern auch die Zahl der Covid-19-Patienten in den britischen Krankenhäusern.

Britischer Premierminister: Im Kabinett von Boris Johnson wird offenbar ein zweiter Lockdown erwogen. (Quelle: Reuters)

Lauterbach warnt vor Öffnung von Stadien

Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach hält die teilweise Öffnung von Fußball-Stadien für Zuschauer für "völlig falsch". "Bundesliga-Spiele vor Zuschauern werden nur ein kurzes Intermezzo sein", sagt Lauterbach dem Wirtschaftsmagazin "Business Insider". Er ergänzt: "Dass es bei täglich 2.000 Neuinfektionen bleibt, halte ich für ausgeschlossen. Dann wird man wieder deutlich weniger oder keine Zuschauer mehr in die Stadien lassen können."

Mehr als 30 Millionen Corona-Infektionen

Seit Beginn der Corona-Pandemie sind nach Angaben von US-Wissenschaftlern weltweit mehr als 30 Millionen Infektionen mit dem Coronavirus verzeichnet worden. Das geht aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore vom Donnerstagabend (Ortszeit) hervor. Die Zahl der Toten liegt demnach bei mehr 943. 000. Weltweit entfallen die meisten Infektionen und Todesfälle auf die USA, ein Land mit rund 330 Millionen Einwohnern.

In den USA gibt es Johns Hopkins zufolge bislang mehr als 6,6 Millionen Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 und mehr als 197.000 Todesfälle. An zweiter Stelle steht – gemessen an den Ansteckungen - Indien mit 5,1 Millionen Infektionen und mehr als 83.000 Toten. An dritter Stelle folgt Brasilien mit mehr als 4,4 Millionen Infektionen und gut 134.000 Todesfällen.

Relativ zur Einwohnerzahl ist die Zahl der Toten allerdings in sechs Ländern höher als in den USA. An erster Stelle steht nach den Statistiken der Johns Hopkins-Universität Peru mit knapp 97 Todesopfern pro 100.000 Einwohner. Mit deutlichem Abstand folgen Bolivien, Spanien, Chile, Ecuador, Brasilien und die USA – dort starben gut 60 Menschen pro 100.000 Einwohner.

Die Johns-Hopkins-Webseite wird regelmäßig mit eingehenden Daten aktualisiert und zeigt daher einen höheren Stand als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). In manchen Fällen wurden die Zahlen zuletzt aber auch wieder nach unten korrigiert. Experten gehen in jedem Fall von einer höheren Dunkelziffer aus.

Ex-Beraterin von Pence kritisiert Trumps Corona-Politik

Eine frühere Beraterin von US-Vizepräsident Mike Pence hat schwere Vorwürfe gegen US-Präsident Donald Trump im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie erhoben. Mehr dazu lesen Sie hier.

Lauterbach fordert neue Pläne für Schutz an Schulen

Angesichts der zuletzt wieder gestiegenen Coronavirus-Infektionsraten in Deutschland fordert der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach neue konkrete Pläne zur Organisation des Schulbetriebs. Es müsse sichergestellt werden, dass der Präsenzunterricht an den Schulen weitergehen könne, sagte Lauterbach den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Der SPD-Politiker kritisierte, dass es bislang zu wenige Konzepte dafür gebe, wie der Schulbetrieb aufrechterhalten werden solle, sollten die Zahlen der Neuinfektionen weiter steigen und zugleich die bisherigen "Lüftungskonzepte" nicht mehr funktionieren. Er verwies darauf, dass bei den sinkenden Außentemperaturen in den kommenden Monaten die Fenster der Klassenzimmer nicht mehr ständig offen stehen können.

Notwendig seien daher entweder Lüftungsanlagen oder Unterrichtskonzepte, um den räumlichen Abstand zwischen Schülern zu gewährleisten, sagte Lauterbach. "Hier passiert einfach zu wenig. Dabei drängt die Zeit", monierte der SPD-Experte.

Paris: Das Coronavirus breitet sich in Frankreich weiter aus. (Quelle: Gao Jing/Xinhua/dpa)

Fast 10.600 Neuinfektionen in Frankreich

Frankreich verzeichnet einen Rekord bei den Neuinfektionen. Binnen eines Tages seien 10.593 weitere Fälle bestätigt worden, teilt das Gesundheitsministerium in Paris mit. Der bisherige Höchststand war am 12. September mit 10.561 Neuinfektionen registriert worden. Insgesamt wurden bislang in Frankreich 415.481 Corona-Fälle registriert. Die Zahl der Toten kletterte den Angaben zufolge um 50 auf nunmehr 31.095. Das ist der zweithöchste Tagesanstieg binnen zwei Monaten.

Bundestag beschließt milliardenschwere Entlastung der Kommunen

Der Bundestag hat angesichts der Corona-Krise eine milliardenschwere Entlastung der Kommunen beschlossen. Zum einen kompensiert der Bund in diesem Jahr Gewerbesteuerausfälle in Milliardenhöhe. Zum anderen beteiligt er sich dauerhaft stärker an den Kosten für Unterkunft und Heizung bei Hartz-IV-Empfängern.

Für beide Maßnahmen wurde am Donnerstagabend eine Änderung des Grundgesetzes beschlossen. Dafür waren eine Zweidrittel-Mehrheit und damit Stimmen aus der Opposition notwendig. Der Bundesrat muss noch zustimmen, geplant ist dies an diesem Freitag. Der Bundestag beschloss außerdem Entlastungen der neuen Länder.

Bundestag verlängert Aussetzung der Insolvenzantragspflicht bis Jahresende

Der Bundestag hat einer weiteren Aussetzung der Insolvenzantragspflicht wegen der Corona-Krise zugestimmt. Die Abgeordneten stimmten am Donnerstagabend einem entsprechenden Entwurf der großen Koalition zu. Demnach wird die Pflicht zum Stellen eines Insolvenzantrags bis zum Jahresende ausgesetzt. Bislang sollte die Ausnahmeregel Ende September auslaufen.

Ziel der großen Koalition ist es, so Unternehmen weiter die Möglichkeit zu geben, sich unter Inanspruchnahme staatlicher Hilfsangebote und im Rahmen außergerichtlicher Verhandlungen zu sanieren und zu finanzieren. Die weitere Aussetzung soll jedoch nur für Unternehmen gelten, die pandemiebedingt überschuldet, aber nicht zahlungsunfähig sind.

Niedersachsen will wohl Privatfeiern mit 500 Teilnehmern erlauben

In Niedersachsen sollen Privatfeiern von Oktober an wieder mit bis zu 500 Menschen erlaubt sein, wenn alle Teilnehmer durchweg sitzen. Findet die Party vor allem im Stehen statt, sind drinnen bis zu 50 und draußen bis zu 100 Teilnehmer ohne Genehmigung erlaubt. Das geht aus dem neuen Entwurf für die Corona-Verordnung hervor, der der Nachrichtenagentur dpa vorliegt. Der Entwurf für die neue Verordnung ist derzeit noch in der Abstimmung zwischen den Ministerien.

Auch andere Veranstaltungen sollen mit bis zu 500 Teilnehmern zulässig sein, wenn alle sitzen und Abstand gehalten wird. Großveranstaltungen wie Konzerte, Messen oder Märkte können dem Entwurf zufolge auch mit mehr als 500 Menschen erlaubt werden – dann müssen sich die Veranstalter aber eine Genehmigung holen, die widerrufen werden kann, wenn sich die Corona-Lage ändert. Auch Discos und Clubs sollen wieder öffnen dürfen – draußen mit bis zu 200 Menschen, in Innenräumen mit maximal 100 Personen und einem Alkoholverbot ab 18 Uhr, wie die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" berichtet.

Generell sollen die Regeln einfacher werden – "Bierdeckel statt Steuergesetz" heißt es dazu in der sogenannten Herbststrategie des Landes. "Um die Auswirkungen dieser erheblichen Lockerung auch evaluieren zu können, dürfen zunächst nur Genehmigungen für Veranstaltungen bis zum Ende des Jahres erteilt werden", heißt es in dem Papier weiter. In dieser Zeit sollen die neue Regeln erprobt werden. Bei Großveranstaltungen, die mit mehr als 500 Teilnehmern genehmigt werden, dürfen höchstens 30 Prozent der Sitzplätze unter Einhaltung der Abstandsregeln belegt werden. Außerdem soll es auch dabei voraussichtlich ein Alkoholverbot ab 18 Uhr geben. Ferner werden vom Veranstalter Lüftungskonzepte, personifizierte Sitzplätze und diverse andere Zugangs-, Pausen-, Sanitär- und Hygienekonzepte verlangt. Der Abstand bei Sitz-Veranstaltungen bleibt weiter bei 1,50 Meter.

Landkreis Passau: Corona-Ausbruch nach Krankenhauspanne

Mehr als 30 Corona-Fälle stehen möglicherweise im Zusammenhang mit einer Hochzeit und einer Panne im Krankenhaus Vilshofen. "Aus der Hochzeitsgesellschaft direkt haben sich bisher rund 25 Infektionsfälle bestätigt", teilte ein Sprecher des Landratsamts Passau am Donnerstag auf Anfrage mit. Zudem seien acht Personen positiv getestet worden, die im Kontakt mit Hochzeitsgästen gestanden hätten. Zwei Personen seien in stationärer Behandlung. Zuvor hatte es eine Testpanne im Krankenhaus Vilshofen gegeben, bei der zwei Personen mit Symptomen zunächst nicht getestet und isoliert wurden, wie das Krankenhaus bestätigte.

Die Familie der Braut stellt einen Zusammenhang zwischen Infektion und Hochzeit her: Ihr Vater sagte der "Passauer Neuen Presse", die Großmutter der Braut sei am Freitag, 4. September mit Symptomen eingeliefert worden, ein Test sei aber erst am 8. September erfolgt. Das positive Ergebnis habe am 9. September vorgelegen. "Dazwischen hat meine Tochter aber am Sonntag mit 100 Leuten Hochzeit gefeiert. Hätten wir von der Covid-Erkrankung gewusst, hätten wir die Feier abgeblasen."

Das Krankenhaus äußerte sich nicht zur zeitlichen Abfolge von Einlieferung und Test. Man dürfe keine patientenbezogenen Daten herausgeben, erklärte ein Sprecher. Der Betreiber des Krankenhauses hat inzwischen angekündigt, künftig an allen Standorten im Landkreis alle Patienten aller Bereiche bei der Aufnahme auf das Coronavirus zu testen und nicht nur solche mit Symptomen. 

Wegen Corona: Politik beschließt Erleichterungen für Studierende

Die rot-rot-grüne Regierungskoalition hat das Berliner Hochschulgesetz geändert, um Nachteile für Studierende durch die Corona-Pandemie abzumildern. Unter anderem wird die Regelstudienzeit verlängert. "Studierende müssen nun Verzögerungen im Studienablauf nicht mehr aufholen, sondern haben dafür ein Semester mehr Zeit", so die wissenschaftspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Ina Czyborra. Dadurch soll eine unbürokratische Verlängerung der Bafög-Förderung möglich sein. In Berlin sind den Angaben zufolge davon rund 22.000 Studierende betroffen.

Darüber hinaus soll es in Berlin im restlichen Sommersemester und im kommenden Wintersemester 2020/21 möglich sein, Prüfungen als "Freiversuch" abzulegen. Wird die Prüfung nicht bestanden, zählt der Prüfungsversuch nicht. Dadurch sollen Ungerechtigkeiten gegenüber Studierenden früherer Semester abgemildert werden. Berlin ist nach Angaben der drei Fraktionen der Regierungskoalition das einzige Bundesland, das eine solche Regelung in sein Hochschulgesetz aufnimmt. Bisher hätten ansonsten nur einzelne Hochschulen solche Regeln beschlossen.

Frankreich: Corona-Maßnahmen in zwei Großstädten verschärft

Angesichts der massiv steigenden Infektionszahlen in Frankreich hat die Regierung eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen in den Großstädten Lyon und Nizza angekündigt. Über Einzelheiten sollen bis Samstag die örtlichen Behörden entscheiden, wie Gesundheitsminister Olivier Véran am Donnerstag in Paris sagte. Auch in Marseille und im Überseegebiet Guadeloupe müssten die Maßnahmen wahrscheinlich noch weiter verschärft werden, sollte sich die Lage nicht bessern.

Im Ballungsraum um Marseille an der Mittelmeerküste waren die Auflagen erst am Montag verschärft worden. Unter anderem wurden Versammlungen und Besuche in Altenheimen eingeschränkt. Véran sagte, möglicherweise müssten in Marseille und Guadeloupe nun auch Bars geschlossen und öffentliche Versammlungen untersagt werden. Die Infektionszahlen steigen in Frankreich seit einigen Wochen deutlich an. Marseille ist derzeit der größte französische Corona-Hotspot. Eine neue landesweite Ausgangssperre wie zwischen März und Mai will die französische Regierung möglichst vermeiden. Sie setzt stattdessen auf regionale Maßnahmen.

Verán kündigte am Donnerstag zudem eine Maskenpflicht für das Personal in den französischen Kinderkrippen an. Die Erzieherinnen und Erzieher müssten ab sofort nicht nur im Beisein der Eltern, sondern auch bei der Arbeit mit den Kindern eine Maske tragen, sagte der Gesundheitsminister.

Wegen Corona-Krise: New York verschiebt erneut Schulstart

Die Millionenmetropole New York hat den eigentlich für kommende Woche geplanten Beginn des neuen Schuljahres für die meisten Schüler erneut verschoben. Nur Vorschüler, deren Eltern sie für eine Mischung aus Online- und Vor-Ort-Unterricht angemeldet hatten, sollen ab der kommenden Woche wieder tageweise zur Schule gehen, teilte Bürgermeister Bill de Blasio am Donnerstag mit. Grundschüler sind dann ab dem 29. September dran, die Älteren ab dem 1. Oktober. Auch zusätzliche Lehrkräfte sollen eingestellt werden. Ursprünglich war der Schulstart für den 10. September angesetzt, musste dann aber bereits auf den 21. verschoben werden, um den Lehrern mehr Zeit zur Vorbereitung zu geben.

Mit mehr als einer Million Schülern ist der Schulbezirk New Yorks der größte der USA – und einer der wenigen Großräume des Landes, in denen ein zumindest teilweise regulärer Unterricht geplant ist. Viele andere Schulbehörden haben bereits angekündigt, weiter online zu lehren.

Gericht: Attest gegen Maskenpflicht nur mit Diagnose

Atteste, die Schülern ohne jede Begründung bescheinigen, aus gesundheitlichen Gründen keine Mund-Nasen-Masken tragen zu können, reichten nicht aus, um glaubhaft zu machen, dass das Tragen einer Alltagsmaske tatsächlich unzumutbar sei, argumentierte ein Gericht in Würzburg in einer am Donnerstag veröffentlichten Eilentscheidung. "Es fehlt an der konkreten Diagnose eines Krankheitsbildes."

Im vorliegenden Fall hatte eine Mutter stellvertretend für ihre sieben und neun Jahre alten Grundschülerinnen geklagt, weil ihre Kinder trotz eines pauschalen Attestes zunächst vom Unterricht ausgeschlossen und später alternativ zum Tragen eines Visieres aufgefordert worden waren. Das Gericht fand die Anordnung einer Maskenpflicht zur Bekämpfung der Corona-Pandemie grundsätzlich verhältnismäßig. Zudem hätten die Schülerinnen nicht glaubhaft gemacht, dass ihnen das Tragen einer Maske aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich oder unzumutbar sei.

Virologe Streeck dämpft Impfstoff-Hoffnungen

Nach Ansicht des Bonner Virologie-Professors Hendrik Streeck könne man nicht vorhersagen, wann ein wirksamer Impfstoff gegen das Coronavirus marktreif sei. "Schon die Debatten darum halte ich für teils recht unseriös", sagte Streeck dem "Handelsblatt". "Während sich ein Wirkstoff schnell kreieren lässt, können wir nicht vorhersagen, ob er funktioniert oder nicht." Gerade die Phase der Tests sei "immer voller Überraschungen". 

Streeck warnte zugleich vor Alarmismus und Stimmungsmache in Deutschland, zumal die Pandemie aktuell "vergleichbar gut zu managen" sei. "Man muss nicht mehr das ganze Land lahmlegen."

Eine Kellnerin balanciert ein volles Tablett beim Oktoberfest (Archivbild): Das Gedränge wäre zum Corona-Infektionsherd geworden, deshalb ist das Oktoberfest abgesagt worden. (Quelle: Ralph Peters/imago images)

Neuer Corona-Hotspot? Stadt München fürchtet "wilde Wiesn"

Erstmals seit dem Krieg gibt es in München aus Angst vor Corona kein Oktoberfest. Dennoch wird gefeiert – und es grassiert die Furcht vor unvernünftigen Ersatz-Partys. Mehr dazu lesen Sie hier.

Mainzer Impfstoff-Firma kauft Produktionsstätte in Marburg

Das Mainzer Biotechunternehmen BioNTech übernimmt vom Schweizer Pharmariesen Novartis eine Produktionsanlage im hessischen Marburg zur Herstellung seines potenziellen Corona-Impfstoffes. Mit der Anlage könne BioNTech bei vollem Betrieb seine Produktionskapazitäten um bis zu 750 Millionen Dosen pro Jahr oder mehr als 60 Millionen Dosen pro Monat erweitern, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Die Anlage soll eine der größten Produktionsstätten in Europa für Boten-RNA (mRNA) werden, auf der der Impfstoff von BioNTech basiert. Das Geschäft soll im vierten Quartal abgeschlossen werden.

RKI: Knapp 2.200 Neuinfektionen in Deutschland gemeldet

Deutschland verzeichnet 2.194 neue positive Coronavirus-Tests binnen 24 Stunden. Mehr dazu lesen Sie hier.

Ermittlungen in mehr als 10.000 Fällen wegen erschlichener Corona-Soforthilfen

Bundesweit ermitteln Staatsanwaltschaften in mehr als 10.000 Fällen wegen erschlichener Corona-Soforthilfen und anderer Betrugsvorwürfe im Zusammenhang mit der Pandemie. Das geht aus einer Umfrage der Deutschen Richterzeitung bei den Justizministerien und Staatsanwaltschaften der 16 Bundesländer hervor, die dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" vorliegt.

Der Schaden geht in die zig Millionen. "Es geht dabei in der Regel um Fälle von Subventionsbetrug, die vertiefte einzelfallbezogene Ermittlungen erfordern und sich nicht standardisiert als Massenverfahren erledigen lassen", sagt Sven Rebehn, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Richterbundes.

Wegen Corona-Pandemie 150 Millionen Kinder zusätzlich in Armut

Die Coronakrise hat der Unicef zufolge 150 Millionen Kinder zusätzlich in die Armut gestürzt. Seit Ausbruch der Pandemie sei die Zahl der Kinder, die in multidimensionaler Armut leben, um 15 Prozent auf rund 1,2 Milliarden gestiegen, heißt es in einem Bericht des Kinderhilfswerks der Uno und der Hilfsorganisation Save the Children.

Für den Bericht seien Daten zu Bildung, Gesundheitssystemen oder Ernährung aus mehr als 70 Ländern ausgewertet worden. Eine Analyse von Unicef zeige demnach auf, dass rund 45 Prozent der Kinder in den untersuchten Ländern bereits vor der Pandemie in mindestens einem dieser Aspekte benachteiligt worden sind, heißt es in dem Bericht.

"Das Coronavirus und die Lockdown-Maßnahmen zur Verhinderung der Ausbreitung haben Millionen Kinder tiefer in die Armut gestürzt", sagte Unicef-Chefin Henrietta Fore. "Familien, die gerade dabei waren, der Armut zu entkommen, sind wieder hineingezogen worden, während andere mit nie gesehenen Entbehrungen umgehen müssen. Am besorgniserregendsten ist, dass wir näher am Anfang der Krise als an ihrem Ende sind." Die Organisationen riefen die Regierungen der Welt auf, das Problem mit hoher Priorität anzugehen.

Offenbar striktere Corona-Maßnahmen für Teile Englands geplant

Für große Teile von Nordost-England werden die Behörden laut einem Bericht des Senders Sky News striktere Corona-Beschränkungen verhängen. Die Maßnahmen würden am Donnerstag verkündet und ab Freitag gelten, meldet der Sender.

RKI erklärt Wien und Budapest zu Corona-Risikogebieten

Wegen der gestiegenen Zahl von Corona-Neuinfektionen hat die Bundesregierung die österreichische Hauptstadt Wien und die ungarische Hauptstadt Budapest zu Risikogebieten erklärt. 

Das bundeseigene Robert Koch-Institut (RKI) veröffentlichte am Mittwoch eine aktualisierte Liste der Corona-Risikogebiete, in der nun auch das Bundesland Wien als einziges Risikogebiet in Österreich aufgeführt wird. Zentrales Kriterium für die Einstufung als Risikogebiet ist, in welchen Staaten oder Regionen es in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner gegeben hat. Meist folgt kurz nach der Einstufung als Risikogebiet eine entsprechende Reisewarnung des Auswärtigen Amtes. Informationen zu aktuellen Reise-Risikogebieten des Auswärtigen Amts finden Sie hier.

Coronavirus in Hamburg: Mehrere Bar-Mitarbeiter positiv getestet

In einer Bar im Hamburger Schanzenviertel sind laut Senat mehrere Mitarbeiter positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Es müsse angenommen werden, dass sich Gäste ohne ausreichenden Abstand angesteckt haben könnten, teilte der Senat am Mittwoch in Hamburg mit. Das Gesundheitsamt habe zum Schutz der Gäste bereits damit begonnen, alle betroffenen Besucher der Bar "Katze" zu kontaktieren. Weil etliche von ihnen jedoch falsche Daten über sich angegeben haben, hätten noch nicht alle Kontaktpersonen ermittelt werden können. Die Bar ist gegenwärtig geschlossen.

Fast 4.000 Neuinfektionen in Großbritannien – Johnson gegen Lockdown

Großbritannien verzeichnet 3.991 Neuinfektionen binnen eines Tages – fast 900 mehr als am Dienstag und so viele an einem Tag wie seit Anfang Mai nicht mehr. Premierminister Boris Johnson beteuert vor einem Parlamentsausschuss, er wolle "keinen zweiten Lockdown". Das wäre für das Land vollkommen falsch. Die finanziellen Konsequenzen wären katastrophal. Er werde alles in seiner Macht stehende tun, um einen weiteren Lockdown zu verhindern.

Johnson kündigt an, die Zahl der Corona-Tests erheblich heraufzuschrauben. "Wir werden bis Ende Oktober auf 500.000 pro Tag hochkommen." Auch bekräftigt er vor dem Ausschuss, dass die Regierung eine Untersuchung zu ihrem Umgang mit der Pandemie einleiten werde. Einen konkreten Zeitraum dafür nennt er aber nicht.

US-Regierung legt Plan für Verteilung von Corona-Impfstoff vor

Die US-Regierung hat einen Plan zur zukünftigen Verteilung eines möglichen Corona-Impfstoffs im Land vorgelegt. Demnach solle der Impfstoff bereits innerhalb von 24 Stunden nach einer Freigabe durch die US-Arzneimittelbehörde FDA in Verteilungszentren transportiert werden, hieß es in den am Mittwoch vorgelegten Dokumenten. Die Impfung solle den Bürgern dann nach und nach weitgehend umsonst zur Verfügung gestellt werden. Priorität hätten dabei unter anderem Mitarbeiter des Gesundheitssystems. Erste Impfungen könnte es im November oder Dezember 2021 geben, schätzte der Direktor der US-Gesundheitsbehörde CDC, Robert Redfield.

Corona-Auflagen für U.S. Supreme Court verlängert

Der Oberste Gerichtshof der USA verlängert die für ihn geltenden Corona-Beschränkungen. Anwälte dürfen somit wie bereits seit Mai auch im Oktober ihre Argumente weiterhin nur mündlich per Telefonkonferenz vortragen statt im Gerichtssaal. Wie es im November weitergeht, werde abhängig von der Entwicklung der Pandemie entschieden, sagt eine Gerichtssprecherin.

Superspreaderin in Garmisch? US-Armee übernimmt Ermittlung

Nach mehreren Corona-Fällen im Bereich der US-Streitkräfte in Garmisch-Partenkirchen untersucht auch die US-Armee den Fall. "Es gibt eine Untersuchung der Umstände durch die US-Armee", sagte ein Sprecher der US-Streitkräfte in Bayern am Mittwoch. Die "Bild"-Zeitung hatte zuerst darüber berichtet.

Hintergrund ist der Fall einer infizierten 26-jährigen Amerikanerin, die in dem Hotel "Edelweiss Lodge" der US-Streitkräfte für Soldaten und deren Familien arbeitete. In der "Edelweiss Lodge" gab es nach Angaben des Landratsamtes vom Dienstag insgesamt 25 bestätigte Corona-Infektionen. Ob die Frau die erste Infizierte war, ist aber offen. Das Hotel wurde bereits am Montag für zwei Wochen geschlossen.

Personal von zwanzig französischen Corona-Testkliniken streikt

Die Beschäftigten von rund 20 Corona-Testkliniken in Südfrankreich streiken wegen schlechter Arbeitsbedingungen. Sie seien überlastet und gefährdet, sagt ein Vertreter der Gewerkschaft. Eine angemessene Entschädigung gebe es nicht. Einige hätten zwar einen Bonus von 250 Euro erhalten, sagt eine der Streikenden. Sie forderten jedoch 1000 Euro und eine bessere Bezahlung für langjährige Mitarbeiter. Ein Teil der Kliniken musste geschlossen werden, das Haupttestzentrum bleibt jedoch offen.

Wissenschaftler kritisieren russische Studie zu Corona-Impfstoff

Nach der Veröffentlichung einer Studie zu dem neuen russischen Corona-Impfstoff mit dem Namen "Sputnik V" im medizinischen Fachblatt "The Lancet" hagelt es international Kritik von Forschern. Wegen der vielen Fragen hat die Zeitschrift nun die Autoren der russischen Impfstudie zu einer Stellungnahme aufgerufen. Sie seien eingeladen worden, auf offene Fragen zu antworten, sagte eine Sprecherin der Fachzeitschrift am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. "Wir verfolgen die Situation weiterhin genau."

Hintergrund ist ein offener Brief von rund 40 internationalen Wissenschaftlern. Sie äußern darin erhebliche Zweifel an der Studie. Nach ihrer Ansicht wirft "die Darstellung der Daten einige Bedenken auf". Die Forscher um den Molekularbiologen Enrico Bucci fordern von Moskau den Zugriff auf die Originaldaten für eine vollständige Untersuchung. Das in Russland entwickelte Serum gegen das Coronavirus war das weltweit erste, das für eine breite Anwendung in der Bevölkerung zugelassen wurde. "Die Daten enthalten sehr seltsame Muster", sagte Bucci dem Portal "Moscow Times". 

Nach russischer Darstellung erzeugt der Impfstoff Antikörper. Er sei auch frei von schwerwiegenden Nebenwirkungen. Kremlchef Wladimir Putin sagte, auch seine Tochter habe sich impfen lassen.

Lauterbach: "Steigerung der Todesfälle in sechs bis acht Wochen"

Karl Lauterbach rät im "Spiegel" dazu, die Eindämmungs-Maßnahmen zur Corona-Pandemie im Herbst zu verschärfen. Er sagt in einem Interview: "Von einer Steigerung der Todesfälle gehe ich in sechs bis acht Wochen aus." Wie in Frankreich und Spanien werde es auch in Deutschland zuerst die Jüngeren treffen, bevor das Virus dann auf die Älteren übergehe und es wieder mehr schwere Verläufe geben werde.

"Das Schutzverhalten in der Bevölkerung wird sich anpassen, sobald die Not da ist", ergänzte der SPD-Gesundheitsexperte. Die Bevölkerung werde sich dann wieder vorsichtiger verhalten als es aktuell der Fall sei.

Nach Fall um Partygängerin: Garmisch-Partenkirchen übersteigt kritische Grenze 

Die Urlaubsregion Garmisch-Partenkirchen in Bayern ist nun besonders stark von Neuinfektionen mit dem Coronavirus betroffen. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner kletterte auf 54,3 – und liegt damit über dem kritischen Wert von 50 (Stand 15.9., 17 Uhr). Dies liegt laut Vermutungen des Landratsamtes an einer Superspreaderin, die trotz Symptome durch die Kneipen im Ort getourt ist anstatt sich in Quarantäne zu begeben.

Bereits am Freitag hatte das Landratsamt für den Ort Beschränkungen verhängt.  Gaststätten müssen um 22.00 Uhr schließen, maximal fünf Menschen dürfen sich im öffentlichen Raum treffen. An Privatveranstaltungen dürfen höchstens 50 Personen in geschlossenen Räumen oder 100 Personen draußen teilnehmen. Das berichtet die "Welt".

Bundesregierung will Wien zu Risikogebiet erklären 

Die Bundesregierung will Wien angesichts der hohen Zahl von Corona-Neuinfektionen zum Risikogebiet erklären. Das meldet die österreichische Zeitung "Standard" unter Berufung auf deutsche Regierungskreise. Die Bundesregierung wolle Österreichs Hauptstadt am Nachmittag zum Risikogebiet erklären, weil die Zahl der Neuinfektionen seit dem 5. September bei deutlich über 50 Fällen pro 100.000 Einwohner liege. Mit der Einstufung gelten für Besucher Wiens künftig verschärfte Quarantäne-Vorschriften nach der Rückkehr nach Deutschland.

Impfkommission erwartet mehrere Corona-Impfstoffe in Deutschland

Die Ständige Impfkommission (Stiko) beim Robert Koch-Institut geht davon aus, dass es in Deutschland mehrere unterschiedliche Impfstoffe gegen das neue Coronavirus geben wird. "Angesichts der großen Zahl von potenziellen Sars-CoV-2-Impfstoffkandidaten ist es wahrscheinlich, dass am Ende mehrere Impfstoffe in Deutschland zugelassen werden", sagte die Vize-Vorsitzende der Kommission, Sabine Wicker, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Dabei könne es sein, dass einzelne Impfstoffe insbesondere für bestimmte Bevölkerungsgruppen geeignet wären – zum Beispiel für Ältere.

Die Bundesregierung erwartet, dass ein Impfstoff gegen das Coronavirus in Deutschland für Teile der Bevölkerung in den ersten Monaten des nächsten Jahres zur Verfügung steht, für die breite Masse aber voraussichtlich erst Mitte des Jahres. Entsprechend äußerten sich Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und Forschungsministerin Anja Karliczek (CDU) am Dienstag in Berlin. Spahn hatte erklärt, dass zuerst Menschen mit Vorerkrankungen, ältere Menschen und Beschäftigte im Gesundheitswesen und in der Pflege zum Zuge kommen sollen. Mit dieser Frage beschäftigt sich die Impfkommission.

Laut Weltgesundheitsorganisation wird weltweit derzeit in rund 170 Projekten nach einer wirksamen Substanz gesucht. Bei 26 Projekten laufen demnach bereits Testimpfungen, um die gesundheitliche Verträglichkeit und Wirksamkeit zu untersuchen.

Indien: 90.000 Neuinfektionen in 24 Stunden – Sauerstoff wird knapp 

Als zweites Land nach den USA hat Indien mehr als fünf Millionen bekannte Corona-Infektionen erfasst. In absoluten Zahlen gerechnet steigen die bekannten Neuinfektionen in der südasiatischen Nation seit Wochen schneller als in jedem anderen Land. In den vergangenen 24 Stunden kamen mehr als 90.000 neue Fälle dazu, in der vergangenen Woche rund 600.000, wie offizielle Zahlen am Mittwoch zeigen. Auch gibt es anders als in den USA, wo mit 6,6 Millionen am meisten Fälle bekannt sind, keinen Hinweis auf ein Abflachen der Kurve.

Angesichts der raschen Corona-Verbreitung in Indien hatten örtliche Medien in mehreren Regionen von einem Mangel an medizinischem Sauerstoff für Patienten berichtet. Einige sollen deshalb gestorben sein. Zwar hätten Sauerstoffhersteller ihre Produktion im vergangenen halben Jahr vervierfacht – von rund 750 Tonnen pro Tag auf 3.000 Tonnen, wie die indische Herstellervereinigung für industrielle Gase dem Fernsehsender CNBC-TV18 sagte. Trotzdem könne die gesteigerte Nachfrage nicht gedeckt werden. Im südlichen Bundesstaat Karnataka hatten Ärzte angesichts steigender Sauerstoffpreise einen Preisstop gefordert, um die Behandlung der Covid-Patienten sicherzustellen, wie der Fernsehsender NDTV berichtete. Trotz der schnellen Pandemie-Verbreitung lockert die Regierung seine Corona-Maßnahmen und versucht damit die Wirtschaft wieder etwas in Schwung zu bringen.

Trump: "Könnten in drei oder vier Wochen einen Impfstoff haben"

US-Präsident Donald Trump geht von einem wirksamen Coronavirus-Impfstoff in den nächsten drei bis vier Wochen aus. "Wir stehen kurz vor einem Impfstoff", sagte er dem Sender ABC News am späten Dienstagabend. "Wenn Sie die Wahrheit wissen wollen, hätte die vorherige Regierung aufgrund der FDA und aller Zulassungen vielleicht Jahre gebraucht, um einen Impfstoff in den Händen zu halten. Und wir könnten ihn innerhalb von Wochen, drei Wochen, vier Wochen, nun haben."

Die Pharmakonzerne Pfizer und BionTech hatten vergangene Woche bekräftigt, bei erfolgreichen Ergebnissen ihrer Phase-3-Studie eines gemeinsamen Impfoffkandidaten bereits im Oktober die Zulassung zu beantragen.

Australien: Lockerungen in Victoria Ende des Monats

Der australische Bundesstaat Victoria geht von einer Lockerung der Beschränkungen zur Eindämmung des Virus-Ausbruchs zum Ende des Monats aus. Die durchschnittlichen Fälle in den letzten zwei Wochen in Melbourne, der größten Stadt des Bundesstaates, fielen nach Angaben der Gesundheitsbehörden unter 50 und lägen damit in einem Bereich, in dem Lockerungen möglich würden. S

Sollten bis zum 28. September die durchschnittliche Ansteckungsrate unter 50 bleiben, dürfen Fabriken, Lagerhäuser und Baustellen die Arbeit wieder aufnehmen, auch Kinderbetreuungseinrichtungen können wieder öffnen. Die Bewohner dürfen sich allerdings weiterhin nur innerhalb eines fünf Kilometer großen Umkreises um ihren Wohnsitz bewegen und zwei Stunden am Tag draußen Sport treiben. Die Ausgangssperre von 21-5 Uhr bleibt bestehen.

1.901 Neuinfektionen und sechs weitere Todesfälle

Deutschland verzeichnet 1.901 neue positive Coronavirus-Tests binnen 24 Stunden. Damit steigt nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) die Zahl der Coronavirus-Fälle auf 263.663. Zudem habe es sechs weitere Todesfälle gegeben. Die Gesamtzahl der Todesfälle beläuft sich nach Angaben des RKI auf 9,368.  Hier lesen Sie mehr Informationen dazu, wie die unterschiedlichen Statistiken zustande kommen.

 

Irlands Gesundheitsminister negativ auf Coronavirus getestet

Entwarnung in Irland: Gesundheitsminister Stephen Donnelly ist negativ auf das Coronavirus getestet worden. Damit seien die Pläne hinfällig geworden, die Bewegungsfreiheit der übrigen Kabinettsminister einzuschränken, sagte eine Regierungssprecherin. Zuvor hatte es geheißen, die irische Regierung begebe sich sicherheitshalber in Selbstisolation. Zudem wurde das Parlament kurzzeitig geschlossen. Donnelly hatte Covid-19-Symptome gezeigt.

Indonesien: Maskenverweigerer müssen Gräber ausheben

Im indonesischen Distrikt Cerme, in der Ost-Provinz Java, sind acht Menschen besonders bestraft worden: Weil sie sich weigerten, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen, sind sie dazu verpflichtet worden, Gräber auszuheben. Konkret geht es um letzte Ruhestätten für Menschen, die am Coronavirus gestorben sind, wie die Zeitung "Jakarta Post" berichtet. In der Stadt würden derzeit nur noch wenige Totengräber zur Verfügung stehen, heißt es in dem Bericht. Das sei auch ein Grund für die Strafe gewesen. "Hoffentlich wirkt das auch bei anderen abschreckend", sagte ein MItarbeiter der lokalen Behörden der Zeitung. 

Laut Johns Hopkins University sind in Indonesien derzeit 255.000 Corona-Fälle registriert worden. Fast 9.000 Menschen starben bislang an Covid-19.

Spanien meldet 600.000 Infizierte und 30.000 Tote

Im Corona-Hotspot Spanien sind die Marken von 600.000 Infektionen und 30.000 Todesopfern überschritten worden. Das Gesundheitsministerium in Madrid meldete am Dienstagabend 9.437 neue Ansteckungen. Die Zahl der seit Ausbruch der Pandemie nachgewiesenen Fälle kletterte damit auf mehr als 603.000. Bei den neuen Fällen handele es sich um 3022 positive Testergebnisse der vergangenen 24 Stunden sowie um nachgemeldete Infektionen, hieß es. Die Zahl der Menschen, die mit Covid-19 starben, stieg den Angaben zufolge in den vergangenen sieben Tagen um 303 auf 30.004.

Spanien verzeichnet damit mehr bestätigte Infektionen als jedes andere Land Westeuropas. Die größten Sorgen bereitete weiterhin die Lage in Madrid. Auf die Region um die Hauptstadt entfielen am Dienstag mit 1207 positiven Testergebnissen binnen 24 Stunden knapp 40 Prozent aller neuen Fälle. Dahinter folgen mit großem Abstand die Regionen Navarra (302 Fälle), Baskenland (270) und Andalusien (228).

Irische Regierung in Selbstisolation

Die irische Regierung begibt sich nach der Erkrankung von Gesundheitsminister Stephen Donnelly in Selbstisolation. Das teilt ein Parlamentssprecher mit. Zudem werde das Parlament für eine Woche geschlossen. Laut dem Sender "RTE" soll Donnelly einen Covid-19-Test am Nachmittag angefordert haben. Das irische Gesundheitsministerium meldet für Dienstag 357 Neuinfektionen. Das ist der höchste Zuwachs seit Mitte März. Die Zahl liegt zudem deutlich über dem Durchschnitt von 203 Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen.

Groß angelegte Corona-Tests in Garmisch erbringen nur drei neue Fälle

Nach dem mutmaßlich durch eine sogenannte Superspreaderin verursachten großen Corona-Ausbruch in Garmisch Partenkirchen hat sich die Zahl der neuen Fälle nur geringfügig erhöht. Die am Wochenende vorgenommenen zusätzlichen 740 Corona-Tests hätten nur drei neue positive Tests ergeben, sagte Landrat Anton Speer (Freie Wähler) am Dienstag vor Journalisten. "Das ist sehr erfreulich." Die Ergebnisse von am Montag vorgenommenen Tests standen aber noch aus.

Eine 26 Jahre alte US-Bürgerin, die als zivile Mitarbeiterin der US-Armee in der Gastronomie arbeitet, soll trotz Corona-Anzeichen und einer Quarantäneempfehlung im Nachtleben unterwegs gewesen sein und dabei mehrere Menschen angesteckt haben. Die Staatsanwaltschaft München II ermittelt deshalb gegen sie.

Misstrauen in Corona-Krise auch von Parteipräferenz abhängig

Bei der Frage, ob Menschen in der Corona-Krise dem Gesundheitssystem und der Politik der Bundesregierung vertrauen, spielt laut einer Studie der Universität Konstanz auch die Parteinähe eine entscheidende Rolle. Generell schätzt die Bevölkerung die Leistungsfähigkeit des Gesundheitssystems als hoch ein. 67,6 Prozent der Befragten gaben an, dass sie ein "sehr hohes" oder "hohes" Vertrauen haben, im Falle einer eigenen Corona-Erkrankung die notwendige Versorgung zu bekommen, wie der Politikwissenschaftler Marius Busemeyer am Dienstag mitteilte.

Die Zustimmungswerte unterscheiden sich laut Studie aber stark zwischen den Anhängern der Parteien. Während diejenigen, die die Grünen unterstützen, zu 80,4 Prozent dem Gesundheitssystem vertrauen, tun dies nur 44,1 Prozent der AfD-Unterstützer. Bei CDU/CSU beträgt die Quote 79,5 Prozent, SPD 73,8 Prozent, FDP 76,1 Prozent und Linke 75,8 Prozent. Sowohl Besserverdienende als auch ältere Menschen hätten ein besonders hohes Vertrauen in das Gesundheitssystem.

Die Konstanzer Forscher befragten für ihre repräsentative Untersuchung von April bis Mai dieses Jahres 3.200 Menschen in Deutschland. Über die Informationspolitik der Bundesregierung herrsche demnach eine größere Unzufriedenheit. Im Bevölkerungsdurchschnitt seien lediglich 48,2 Prozent der Meinung, dass die Bundesregierung "ziemlich" oder "sehr wahrheitsgetreu" informiert habe. Auch bei diesem Thema seien AfD-Anhänger besonders misstrauisch. Nur 11,9 Prozent von ihnen glauben an eine "ziemlich" oder "sehr" wahrheitsgetreue Informationslage. Im Gegensatz dazu bringen diejenigen, die den Grünen (69,4 Prozent) oder der CDU/CSU (66 Prozent) nahestehen, der Informationspolitik der Regierung viel Vertrauen entgegen. Bei der SPD sind es 61,1 Prozent, bei der FDP 54,3 und bei den Linken 53,1 Prozent.

Pressekonferenz mit Spahn und Karliczek zu Corona-Impfstoffen

Gesundheitsminister Jens Spahn und Forschungsministerin Anja Karliczek haben über den aktuellen Stand der Impfstoffforschung informiert. 

Eine Zusammenfassung der Pressekonferenz lesen Sie HIER.

Deutschland hat sich 26 Millionen Grippe-Impfstoffdosen gesichert

Deutschland steht nach Einschätzung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn genügend Impfstoff für die kommende Grippesaison zur Verfügung. Man habe sich 26 Millionen Dosen für Deutschland gesichert, normalerweise seien es 18 bis 19 Millionen, sagt Spahn. Wenn es gelänge, dass alle 26 Millionen Dosen verimpft würden, wäre das schon ein "großer Erfolg" in dieser Pandemie. Er wäre dann "ein sehr glücklicher Gesundheitsminister". Denn sowohl die Grippe als auch Covid-19 seien beides Atemwegserkrankungen, die dieselben Teile des Gesundheitswesens gleichzeitig belasten könnten. Für das Grippegeschehen würden es einen deutlichen Unterschied machen, wenn alle gesicherten Impfdosen verimpft würden.

Nicht alle Bürgerinnen und Bürger können sich von Anfang an impfen lassen

Wenn ein Impfstoff in den Umlauf kommt, werden zunächst nicht genug Kapazitäten für die gesamte Bevölkerung vorhanden sein. "Es muss am Anfang priorisiert werden", erklärt Spahn. "Ich gehe aber davon aus, dass dann schnell genug Impfstoff vorhanden sein wird." Eine Journalistin fragt: "Wie lange dauert es zwischen der Zulassung des Impfstoffs und der Verfügbarkeit in der Praxis?" Spahn spricht sich für eine schnelle Versorgung der Bevölkerung nach dem Abschluss der Studien aus. "So schnell wie möglich. Wenige Tage bis maximal wenige Wochen", sagt Spahn. Das sei möglich, weil die Impfstoffe schon parallel zur Impfstoffentwicklung hergestellt werden können.  

Cichutek: Zeitpunkt für Impfstoff ist spekulativ

Auch Klaus Cichutek, Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts, erklärt, dass die beschleunigte Impfstoffentwicklung nicht mit fehlender Sorgfalt einhergehen wird. Die Zulassung eines Impfstoffs hänge stark von der dritten Studienphase ab, erklärt Cichutek. Daher kann derzeit nur spekuliert werden, wann genau ein Impfstoff auf dem Markt sein wird.

Spahn blickt besorgt nach Russland

Spahn betont wiederholt den Faktor Sicherheit. Er sei froh, dass Deutschland im Rennen um einen Impfstoff international derzeit so gut dastehe. Aber bevor ein Impfstoff auf den Markt kommen könnte, müssten alle drei Studienphasen durchlaufen werden. "Es wird keinen schnellen Notimpfstoff geben." Die schnelle Produktion eines Impfstoffes in Russland sieht Spahn mit Sorge. 

Der Gesundheitsminister bestätigt, dass die Wirkung und die Nebenwirkungen eines Impfstoffes gut erforscht sein müssten, bevor eine große Anzahl von Menschen geimpft werden kann. Auch Spahn meint: "Sicherheit geht vor. Wir müssen verantwortungsvoll mit der Verfügbarkeit eines Impfstoffes umgehen." 

Gesundheitsminister betont Freiwilligkeit der Impfung

Spahn meint, dass sich in Deutschland insgesamt 65 Prozent der Bevölkerung impfen lassen müsste, um eine Herdenimmunität zu erlangen. Es sei aber sicher, dass die Menschen sich freiwillig impfen lassen würden. Spahn stellt klar: "Es wird nur eine freiwillige Impfung geben."

Karliczek: Keine riskanten Abkürzungen zum Corona-Impfstoff

Forschungsministerin Karliczek rechnet unverändert nicht vor Mitte nächsten Jahres mit einem Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus. "Wir müssen uns weiter darauf einstellen, dass erst Mitte 2021 ein Impfstoff zur Verfügung steht, mit dem breite Teile der Bevölkerung geimpft werden können", sagt die CDU-Politikerin. Die Forschung verlaufe "unglaublich schnell", man sei aber noch nicht am Ziel. In den nächsten Wochen könne noch viel passieren. Wichtig sei, dass den Menschen nur sichere und wirksame Impfstoffe zur Verfügung gestellt würden. Von dieser Linie werde man in Deutschland nicht abrücken, "riskante Abkürzungen werden wir hier nicht nehmen".

Anja Karliczek (Quelle: Metodi Popow/imago images)

"Wir wünschen uns, dass es möglichst schnell einen Impfstoff geben wird", meint die Forschungsministerin. Aber Sicherheit gehe vor, es müsse erst gewährleistet sein, dass ein Impfstoff den gewünschten Nutzen hat. "Sicherheit hat oberste Priorität." Deshalb gehöre zur Wahrheit dazu, dass die Entwicklung Zeit brauche.

Fast ganzes Fußballteam in Cloppenburg mit Corona infiziert

In einer Fußballmannschaft eines Vereins in Löningen im Landkreis Cloppenburg haben sich mehrere Spieler mit dem Coronavirus infiziert. "Der gesamte Trainings- und Spielbetrieb ruht im Seniorenbereich bis auf weiteres", teilte der Verein mit Verweis auf mehrere positiv getestete Spieler auf seiner Homepage mit. Nach einem Bericht von NDR 1 Niedersachsen sind zehn Spieler und der Trainer positiv getestet worden. Nur der Torwart, ein Verteidiger und einige Einwechselspieler seien virusfrei, sagte Mannschaftsbetreuer Paul Schnieders dem Radiosender.

Der Landkreis Cloppenburg teilte mit, die Zahl der Infektionen sei bis Montagmittag um 31 gestiegen. Demnach gibt es allein in der Stadt Löningen 21 neue Fälle. Nachgewiesen wurde das Virus demnach in einem Sportverein, einem Handwerksbetrieb, an einem Gymnasium, einer Realschule und in einem Kindergarten. Weitere Infektionen im Landkreis wurden an einer Grundschule und in einem Altenpflegeheim registriert. "Das Gesundheitsamt arbeitet angesichts dieser großen Zahl von neuen Fällen auf Hochtouren, um die Kontaktermittlung im Umfeld dieser Gruppen abzuschließen", hieß es.

Die Sportvereine wurden gebeten, den Sport- und Trainingsbetrieb für 14 Tage einzustellen. Zudem müssten die Hygienekonzepte der Fachverbände strikt eingehalten werden, so der Landkreis. Jeder solle physische Kontakte zu anderen Menschen, die nicht zu den Mitgliedern des eigenen Hausstandes gehören, auf das Notwendige beschränken. Im Landkreis Cloppenburg sind aktuell 75 Menschen mit dem Virus infiziert, für 165 Menschen gilt derzeit eine Quarantäne.

Impfstoff aus China könnte bis November bereit sein

Coronavirus-Impfstoffe, die in China entwickelt werden, könnten bereits im November für die breite Öffentlichkeit einsatzbereit sein, sagte ein Beamter des chinesischen Zentrums für Krankheitskontrolle und Prävention (CDC).

In China befinden sich vier COVID-19-Impfstoffe in der letzten Phase der klinischen Studie. Mindestens drei dieser Impfstoffe wurden bereits im Rahmen eines im Juli gestarteten Notfallverwendungsprogramms für wichtige Arbeitskräfte angeboten. Die klinischen Versuche der Phase 3 verliefen reibungslos, und die Impfstoffe könnten im November oder Dezember für die breite Öffentlichkeit bereit sein, sagte der leitende Biosicherheitsexperte der CDC, Guizhen Wu, in einem Interview mit dem staatlichen Fernsehen am späten Montag.

Nachweis von drei Corona-Infektionen: ganze chinesische Stadt im Lockdown

Auf die Entdeckung von drei Coronavirus-Infektionen an der Grenze zu Myanmar haben die chinesischen Behörden mit umfangreichen Maßnahmen reagiert. Wie die Behörden am Dienstag mitteilten, ordneten sie nach dem Nachweis der Ansteckungen in Ruili einen Lockdown der Grenzstadt in der Provinz Yunnan sowie Massentests der Bevölkerung an. Seit Montagabend dürfe niemand mehr in die Kleinstadt einreisen oder sie verlassen.

Die Bewohner wurden aufgerufen, zu Hause zu bleiben. Abgesehen von Lebensmittelläden und Apotheken mussten alle Geschäfte schließen. Jeder der mehr als 210.000 Einwohner von Ruili werde nun auf das neuartige Coronavirus getestet, hieß es in der Mitteilung der Behörden. Da das Coronavirus aus Myanmar eingeschleppt worden sei, werde außerdem verstärkt gegen illegale Einwanderer vorgegangen.

Ruilis Vize-Bürgermeister Yang Bianqiang hatte bereits am Montag bei einer Pressekonferenz gesagt, alle, die nicht das Datum ihrer Ankunft in Ruili sowie einen festen Wohnsitz und Arbeitsplatz nachweisen könnten, würden aus der Stadt ausgewiesen.

Bill Gates erwartet bis zu vier Corona-Impfstoffe Anfang 2021

Bill Gates rechnet Anfang des kommenden Jahres mit einem Durchbruch in der Impfstoffforschung. "Ich erwarte, dass mit etwas Glück im ersten Quartal drei oder sogar vier davon zugelassen werden", sagt der Microsoft-Gründer der Zeitung "Bild". Die Herausforderung sei dann, das Mittel in Massen zu produzieren. "Um den Impfstoff sieben Milliarden Menschen zur Verfügung zu stellen, brauchen wir fast 14 Milliarden Dosen. Das wurde zuvor noch nie gemacht", so Gates.

Über die Verbreitung von Desinformation und Lügen im Internet zeigte Gates sich besorgt. "Diese verrückten Ideen verbreiten sich irgendwie schneller in den sozialen Medien als die Wahrheit. Ich bin überrascht, dass mein Name in diesen Verschwörungstheorien auftaucht", sagte Gates.

Bill Gates: Der Microsoft-Gründer erwartet bis zu vier Corona-Impfstoffe Anfang 2021. (Archivbild) (Quelle: Matthew Knight/Reuters)

"Ich finde, dass es irgendwie ironisch ist, dass ich anmahnte, auf diese Pandemie vorbereitet zu sein – und jetzt gibt es Leute, die sagen, ich sei dafür verantwortlich." Der Multimilliardär appellierte an die Vernunft der Menschen: "Wir befinden uns inmitten einer Pandemie, und es ist wichtiger als je zuvor, sich mit den Tatsachen und der Wahrheit auseinanderzusetzen."

RKI: 1.407 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom frühen Dienstagmorgen 1.407 neue Corona-Infektionen gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich demnach mindestens 261.762 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 15.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9.362. Seit dem Vortag wurden zwölf Todesfälle mehr gemeldet. Bis Dienstagmorgen hatten etwa 234.600 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Mitteilung vom Montagabend bei 1,18 (Vortag: 1,18). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 1,04 (Vortag: 1,08). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.

Die Johns-Hopkins-Universität (JHU) in Baltimore meldete unterdessen  9.356 Tote und 263.222 Infizierte in Deutschland (Stand 15. September, 5.30 Uhr). Hier lesen Sie mehr Informationen dazu, wie die unterschiedlichen Statistiken zustande kommen.

USA lockern strikte Reisewarnung für China

Trotz der ständigen Kritik des Weißen Hauses an der chinesischen Corona-Politik haben die USA ihre strikte Reisewarnung für die Volksrepublik gelockert. Die Bedingungen in China hätten sich verbessert, erklärte das Außenministerium am Montag in Washington. US-Bürger sollten zwar immer noch genau überlegen, ob sie nach China reisen wollten. Die bisherige strikte Reisewarnung gelte aber nicht mehr.

Die Lockerung der US-Reisehinweise erfolgte ein Woche, nachdem China offiziell den "Sieg" über das Coronavirus verkündet hatte. In der chinesischen Millionenstadt Wuhan war das neuartige Coronavirus Ende des vergangenen Jahres erstmals aufgetreten. US-Präsident Donald Trump wirft der Führung in Peking regelmäßig vor, sie habe den Ausbruch vertuscht und sei deshalb für die verheerenden weltweiten Auswirkungen der Pandemie mitverantwortlich.

Erste internationale Fluggesellschaft fliegt Wuhan an

Als erste internationale Airline nimmt die südkoreanische Billig-Fluglinie T'way Air Wuhan wieder in ihr Streckennetz auf. Die wöchentlichen Flüge zwischen Incheon und Wuhan seien bereits von den chinesischen und südkoreanischen Behörden genehmigt, sagt ein Beamter des südkoreanischen Verkehrsministeriums. Die Hauptstadt der zentralchinesischen Provinz Hubei gilt als Ausgangsort der Corona-Pandemie, internationale Flugverbindungen waren infolgedessen ausgesetzt.

Reiserückführungskosten von deutschen Reisenden bislang nur teilweise beglichen

Die im Zuge des weltweiten Corona-Ausbruchs gestrandeten deutschen Reisenden haben der Bundesregierung bislang 2,7 Millionen Euro Reiserückführungskosten erstattet. Das berichtet die Zeitung "Bild" unter Berufung auf Angaben des Auswärtigen Amts.

Rund die Hälfte der entstandenen Gesamtkosten in Höhe von 94 Millionen Euro soll die Europäische Union tragen, die andere Hälfte von 47 Millionen Euro sollen die im Ausland Gestrandeten selbst begleichen. "Bei einem sehr großen Teil der Bescheide ist die eingeräumte Zahlungsfrist noch nicht verstrichen", teilt das Auswärtige Amt gegenüber dem Blatt mit. Rund 240.000 deutsche Staatsbürger wurden in einer Rückholaktion mit gecharterten Maschinen im März und April 2020 wieder nach Hause gebracht.  

Impfstoff-Studie von AstraZeneca bleibt in den USA ausgesetzt

In den USA bleibt die Studie des Pharmakonzerns AstraZeneca mit einem aussichtsreichen Corona-Impfstoff offenbar noch einige Tage ausgesetzt. Die amerikanischen Behörden untersuchten ernsthafte Nebenwirkungen, die bei einem Teilnehmer aufgetreten waren, wie mit der Angelegenheit vertraute Personen sagten. Erst zur Wochenmitte oder möglicherweise noch später könnte AstraZeneca die Tests wieder aufnehmen.

In Großbritannien hatte AstraZeneca seine Studie bereits fortgesetzt. Der Konzern hatte die Studien mit dem Impfstoffkandidaten wegen einer ungeklärten Erkrankung bei einem Studienteilnehmer am 6. September unterbrechen müssen.

Tschechien lockert Quarantäneregeln – Lage weiter dramatisch

Trotz steigender Corona-Fallzahlen lockert Tschechien seine Quarantänebestimmungen. Wer mit einem Infizierten in Kontakt gekommen ist und keine Symptome zeigt, muss nicht mehr automatisch in häusliche Isolierung, wenn beide Seiten einen Mundschutz getragen haben. Diese Kontaktpersonen müssten vom Dienstag an nur noch ihren Gesundheitszustand beobachten, gab Gesundheitsminister Adam Vojtech am Montag bekannt. Ausgenommen von der Quarantänepflicht für Kontaktpersonen werden zudem Menschen, die in den letzten 90 Tagen eine Covid-Erkrankung überstanden haben. Sie hätten eine Immunität aufgebaut, hieß es zur Begründung.

Tschechien, das zu Beginn der Pandemie noch als Musterschüler gegolten hatte, kämpft derzeit mit einem rasanten Anstieg der Fallzahlen. Vojtech machte keine konkreten Angaben zur Reproduktionszahl R, die angibt, wie viele Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt. Sie liege "sicherlich nicht über 2", sei aber "hoch", sagte der Politiker der populistischen Partei ANO. Er betonte, dass die Krankenhäuser ausreichend freie Kapazitäten für Corona-Patienten hätten.

  • Corona-Lage in Tschechien: Oben in der Video-Animation oder hier.

Die Zahl der insgesamt Infizierten stieg mit Stand vom Montag auf rund 36.200, davon knapp 14.440 aktive Fälle. In Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung starben 456 Menschen. Die deutsche Bundesregierung hatte die Hauptstadtregion Prag vorige Woche zum Risikogebiet erklärt und vor Reisen dorthin gewarnt.

Frankreich: Mehr als 6.000 Infizierte an einem Tag

In Frankreich steigt die Zahl der Infizierten um 6.158 an. Die montags veröffentlichten Zahlen sind allerdings meistens auffallend niedrig, da sonntags weniger als an den anderen Wochentagen getestet wird. Im Mittel der vergangenen Woche waren über 8.000 Angesteckte pro Tag erfasst worden. Insgesamt liegt die Zahl der Infizierten bei 387.252. Die Zahl der Corona-Toten steigt in den vergangenen 24 Stunden um 34 auf 30.950 an

Am Dienstag enden kostenlose Tests für Reiserückkehrer

Wer aus einer Region nach Deutschland zurückkehrt, die nicht als Corona-Risikogebiet eingestuft ist, kann keinen kostenlosen Test mehr in Anspruch nehmen. Eine entsprechende Verordnung tritt am Dienstag in Kraft, wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Montag in Berlin mitteilte. Für Einreisende aus Risikogebieten gelte aber "vorerst weiterhin die Testpflicht sowie die Erfordernis der Quarantäne bis zum negativen Testergebnis". Die Quarantäneregeln für Rückkehrer aus Risikogebieten sollen wie beschlossen bis Ende des Monats überarbeitet werden, fügte Spahn hinzu. 

Superspreaderin aus Garmisch: Söder erwartet "sehr hohes Bußgeld"

Der Fall einer mutmaßlich als sogenannte Superspreaderin für zahlreiche Corona-Infektionen in Garmisch-Partenkirchen verantwortlichen Frau zeigt nach Überzeugung des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU), wie sehr "Leichtsinn und Unvernunft andere gefährden". Söder sagte Sonntagabend in einem "Bild"-Talk, er sage "immer wieder, wir müssen die Vernünftigen vor den Unvernünftigen schützen". Bei der Frau gehe es nun möglicherweise um "ein sehr hohes Bußgeld" als Strafe.

Auch die Staatsanwaltschaft München II hat inzwischen Ermittlungen zu dem Fall aufgenommen. Dabei gehe es um den Verdacht der fahrlässigen Körperverletzung, sagte Oberstaatsanwältin Andrea Mayer am Montag. "Was im Raum steht, ist eine mögliche Verletzung der Quarantänevorschriften." Der "Münchner Merkur" hatte zuerst darüber berichtet. Die 26 Jahre alte Frau soll trotz Corona-Symptomen und einer Quarantäneanordnung in der vergangenen Woche am Dienstag in Garmisch-Partenkirchen mehrere Lokale besucht haben. Dabei soll die hoch ansteckende Frau zahlreiche andere Menschen infiziert haben. Garmisch-Partenkirchen liegt mittlerweile über dem kritischen Wert von 50 Neuinfektionen an sieben Tagen je 100.000 Einwohner. Das Landratsamt verhängte bereits verschiedene Einschränkungen etwa bei den Öffnungszeiten in der Gastronomie.

Umstrittener Beschluss: Italiens Schulen öffnen wieder

Begleitet von Debatten um die Corona-Ausbreitung und organisatorischen Problemen ist ein Großteil der 8,5 Millionen Schüler in Italien wieder in die Klassen zurückgekehrt. Für etwa zwei Drittel der Kinder und Jugendlichen begann am Montag nach über sechs Monaten Pause wieder der Unterricht. Das Land hatte seine Schulen wegen der Corona-Pandemie am 5. März geschlossen, in keinem anderen europäischen Land waren sie länger dicht. Wegen der Ausbreitung des Virus gelten zum Schulstart strenge Vorsichts- und Schutzmaßnahmen.

Außerhalb des Unterrichts und in den Klassenräumen, in denen der Abstand nicht eingehalten werden kann, müssen Schüler über sechs Jahren einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Allerdings stockt die von der Regierung versprochene Maskenlieferung ebenso wie die angekündigte Bereitstellung von 2,4 Millionen Einzeltischen. Zudem fehlt es an Lehrern und geeigneten Räumen, Unterricht soll daher teilweise auch draußen stattfinden. Eltern sind zudem dazu aufgerufen, bei ihren Kindern vor Schulstart jeden Morgen Fieber zu messen.

"Es wird Schwierigkeiten und Unannehmlichkeiten geben, vor allem am Anfang", hatte Regierungschef Giuseppe Conte in einer Facebook-Ansprache gesagt. "Ihr müsst euren Teil dazu beitragen und die Vorsichtsmaßnahmen befolgen, die es euch ermöglichen, eure Gesundheit zu schützen und die der Menschen, die ihr liebt und die euch lieben", appellierte Conte an die Kinder und Jugendlichen und lobte die Lehrer für ihre "außergewöhnlichen Anstrengungen".

Die Öffnung der Schulen und die nötigen Schutzmaßnahmen waren auch wegen der zuletzt wieder steigenden Corona-Infektionszahlen in Italien wochenlang kontrovers diskutiert worden. Es hatte auch Forderungen nach einer weiteren Verschiebung der Rückkehr gegeben, in einigen Regionen beginnt die Schule erst in der kommenden Woche.

WHO: Todeszahlen im Herbst könnten in Europa steigen

Die Weltgesundheitsorganisation WHO rechnet mit einer Zunahme der täglichen Corona-Todesfälle in Europa im Oktober und November. "Es wird härter werden", sagte der WHO-Regionaldirektor für Europa, Hans Kluge, der Nachrichtenagentur AFP. Derzeit steigt die Zahl der Neuinfektionen mit dem Virus in Europa an, die Zahl der täglichen Todesfälle ist hingegen bisher relativ stabil geblieben.

Ein Coronavirus-Opfer im New Yorker South Bronx Lebanon Hospital Center: In den USA steigen die Fallzahlen weiter gewaltig an. (Quelle: Marcus Santos/ZUMA Wire/dpa)

Die Welt wolle derzeit solche schlechten Nachrichten nicht hören, "und ich verstehe das", sagte Kluge. Doch im Oktober und November "werden wir einen Anstieg der Sterblichkeit beobachten". Der in Kopenhagen ansässige WHO-Funktionär warnte davor, zu große Erwartungen in Impfstoffe zu setzen. "Ich höre die ganze Zeit: 'Der Impfstoff wird das Ende der Pandemie sein'. Natürlich nicht!", sagte der Belgier.

Weltweit so viele Neuinfektionen wie nie zuvor

Laut Weltgesundheitsorganisation WHO haben sich binnen 24 Stunden knapp 308.000 Menschen neu mit dem Virus infiziert – so viele wie nie zuvor an einem Tag. Die größten Anstiege habe es dabei in Indien, den USA und Brasilien gegeben. Die Zahl der Toten steigt um 5.537 auf 917.417.

Die Johns-Hopkins-Universität (JHU) in Baltimore meldete am Montag (Ortszeit) mehr als 921.564 Tote. Hier lesen Sie mehr Informationen dazu, wie die unterschiedlichen Statistiken zustande kommen.

Israels Regierung verhängt erneut Lockdown

Israels Regierung hat angesichts steigender Neuinfektionen mit dem Corona-Virus die Verhängung eines zweiten landesweiten Lockdowns beschlossen. Das Kabinett stimmte am Sonntagabend gegen den Widerstand einiger Minister für neue drastische Ausgangsbeschränkungen. Diese sollen am Freitagnachmittag um 13 Uhr (MESZ) in Kraft treten, vor Beginn der jüdischen Feiertage, und zunächst für drei Wochen gelten.

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte, angesichts steigender Infektionszahlen hätten Klinikleiter "die rote Fahne erhoben". Es seien sofortige Maßnahmen notwendig. "Unser Ziel ist es, den Anstieg zu stoppen."

Schulen und Kindergärten sollen den Angaben zufolge geschlossen werden. Die Menschen dürfen sich außer in Ausnahmefällen nur bis zu 500 Meter von ihrem Zuhause entfernen. Auch Hotels, Restaurants und Einkaufszentren sowie Freizeiteinrichtungen sollen nach Medienberichten geschlossen bleiben. Lebensmitteleinkäufe und Arztbesuche sind weiter erlaubt. Behörden und Privatunternehmen sollen unter Einschränkungen arbeiten. Außerdem gelten Versammlungsbeschränkungen: Bis zu 20 Menschen dürfen sich im Freien und bis zu 10 Menschen in Innenräumen versammeln.

Die Anzahl der Neuinfektionen in Israel ist zuletzt dramatisch gestiegen. An vier Tagen in Folge wurden in der abgelaufenen Woche jeweils Rekordwerte verzeichnet. Die Zahl der Fälle seit Beginn der Pandemie hat inzwischen 150.000 überschritten, 1.108 Menschen sind nach einer Infektion gestorben. Es gab aus wirtschaftlichen Gründen starken Widerstand gegen neue Corona-Beschränkungen. Denn die Corona-Krise hat der Wirtschaft des Landes bereits schwer zugesetzt. Die Arbeitslosigkeit lag im Sommer bei mehr als 20 Prozent.

Hauptstraße in Tel Aviv blockiert: Während des ersten Lockdowns sorgte die Polizei dafür, dass die Beschränkungen eingehalten werden. (Quelle: Xinhua/imago images)

Indien erwägt Notfallgenehmigung für Impfstoff

Die Regierung in Indien erwägt infolge steigender Infektionszahlen eine Beschleunigung des Zulassungsverfahrens für einen möglichen Impfstoff. "Indien erwägt die Notfallgenehmigung einer Covid-19-Impfung", sagte Gesundheitsminister Harsh Vardhan. Insbesondere Senioren und Menschen, die in Umgebungen mit hohem Risiko arbeiten, sollten das Vakzin zuerst erhalten.

Der Zeitplan für die letzte Studienphase (Phase-III-Studien) könne durch die Erteilung einer Notfallgenehmigung verkürzt werden. Vardhan, betonte jedoch, dass in klinischen Studien keine Abstriche gemacht würden und dass ein Impfstoff nur dann zur Verfügung gestellt werde, wenn die Regierung seine Sicherheit und Wirksamkeit gewährleisten könne. Binnen 24 Stunden verzeichnet Indien 94.372 neue Infektionen.

Zahl der Neuinfektionen in den USA geht leicht zurück

Die Zahl der täglichen neuen Virus-Opfer in den USA schwächt sich im Vergleich zum Vortag ab. Binnen 24 Stunden gab es nach Angaben der Seuchenschutzbehörde CDC 40.423 Neuinfektionen, nach 46.047 am Vortag. Damit stieg deren Zahl auf insgesamt knapp 6,47 Millionen. Es gab zudem 807 weitere Tote, nach 1.035 am Samstag. Die Gesamtzahl summiert sich damit auf 193.195.

Nach sechs Monaten: Schulen in Italien öffnen wieder

Nach sechs Monaten zu Hause können Millionen Kinder und Jugendliche in Italien ab Montag wieder zur Schule gehen. Allerdings ist das Land auch mit Beginn des neuen Schuljahres von einem normalen Unterricht noch weit entfernt: Unter anderem besteht Maskenpflicht – dafür wollen die Behörden jeden Tag landesweit kostenlos elf Millionen Masken für Schüler und Lehrer bereitstellen.

Regierungschef Giuseppe Conte hatte sich am Mittwoch in einer Fernsehansprache an die Schüler gewandt: "Danke, ihr habt den höchsten Preis in dieser Krise gezahlt", sagte er. Italien war als eines der ersten Länder in Europa massiv vom Coronavirus getroffen worden. Anfang März wurden alle Schulen geschlossen, seitdem mussten die rund acht Millionen Schüler zu Hause bleiben.

Kurz: Österreich erlebt "Beginn der zweiten Welle" der Pandemie

Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz erwartet einen weiteren starken Anstieg der Corona-Zahlen in Österreich und vor allem in Wien. "Was wir gerade erleben, ist der Beginn der zweiten Welle", erklärte der Regierungschef der österreichischen Nachrichtenagentur APA. "Waren es vor zwei Wochen noch rund 350 Ansteckungen pro Tag, lagen wir gestern bereits bei über 850." Bald werde man die Marke von 1.000 neuen Fällen pro Tag erreichen. Als "besonders dramatisch" beschrieb Kurz die Lage in Wien, wo mehr als die Hälfte aller registrierten Neuinfektionen in Österreich verzeichnet werden.

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Kurz warnte vor einem harten Herbst und Winter: "Daher sind wir jetzt alle aufgerufen und gefordert, mit gleicher Disziplin und Rücksicht wie im Frühjahr auch die Herausforderungen der kommenden Monate gemeinsam zu meistern." Er bat die Bevölkerung, die Maßnahmen einzuhalten, soziale Kontakte zu reduzieren, Mund-Nasen-Schutz zu tragen und Abstand zu halten.

Rund 5.400 Menschen gelten aktuell in Österreich als an Covid-19 erkrankt, mehr als 3.000 von ihnen in Wien. Mit 869 registrierten Neuinfektionen in 24 Stunden wurde am Samstag der höchste Anstieg seit Ende März gemessen, allerdings bei deutlich mehr Tests und weniger schweren Fällen. Die Anzahl der im Krankenhaus behandelten Covid-19-Patienten stieg jedoch binnen einer Woche um ein Drittel auf 209; von ihnen waren 42 auf der Intensivstation.

Corona-Fall in Potsdamer Grundschule

An einer Schule in Potsdam gibt es einen Corona-Fall. Eine Schülerin wurde positiv auf das Virus getestet. Das Testergebnis sei am Samstag an das Gesundheitsamt übermittelt worden, teilte die Stadt am Sonntag mit. Insgesamt wurden demnach 32 Kontaktpersonen des Mädchens ermittelt, darunter Schüler und deren Eltern sowie Lehrer der betroffenen Grundschule "Max Dortu". Sie müssen in Quarantäne und sollen am Dienstag auf das Coronavirus getestet werden. Die Schülerin hatte zuletzt am Donnerstag die Schule besucht. Die Ergebnisse aus dem Labor des Klinikums Ernst von Bergmann werden am Mittwoch erwartet.

Virologe Streeck für Strategiewechsel bei Corona-Politik

Der Bonner Virologe Hendrik Streeck hat im Umgang mit dem Coronavirus für einen Strategiewechsel geworben. Mehr dazu lesen Sie hier.

Mehr als 10.000 Neuinfektionen in Frankreich an einem Tag

In Frankreich steigt die Zahl der Neuinfektionen erstmals überhaupt auf mehr als 10.000. Binnen 24 Stunden habe es 10.561 neue Fälle gegeben, teilen die Behörden mit. Die höchste Zahl bislang hatte es am Donnerstag mit 9.843 gegeben. Der Anstieg hatte die Regierung dazu veranlasst, weitere Beschränkungen zu verhängen. Die Zahl der Toten in Kliniken und Pflegeeinrichtungen steigt um 17 auf 30.910.

Pharmaunternehmen nimmt Impfstoff-Studie wieder auf

Der britische Pharmakonzern AstraZeneca setzt seine nach einem medizinischen Zwischenfall unterbrochene Studie zur Entwicklung eines Coronavirus-Impfstoffs in seiner Heimat fort. Die Gesundheitsbehörde MHRA habe grünes Licht gegeben und bestätigt, dass eine Fortsetzung sicher sei, teilte das Unternehmen am Samstag mit. Weitere Details nannte AstraZeneca nicht. Auch wurde nicht mitgeteilt, wie es dem Probanden geht, auf dessen Erkrankung die Aussetzung der Studie zurückgeht. Medienberichten zufolge leidet der Teilnehmer der Studie unter eine Entzündung des Rückenmarks, die oft durch Virusinfektionen ausgelöst wird. AstraZeneca hatte daraufhin vor einigen Tagen erklärt, ein unabhängiger Ausschuss werde klären, ob die Fortführung der Studie sicher sei.

Weltweit forschen derzeit Pharmafirmen nach einem Impfstoff gegen Covid-19, die vom Coronavirus ausgelöste Atemwegserkrankung. Das Mittel von AstraZeneca gehört dabei nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation WHO zu den vielversprechendsten. Eine Unterbrechung aufgrund von Zwischenfällen kommt bei Studien immer wieder einmal vor.

Pfizer und Biontech: Zulassung für Impfstoff im Oktober?

Der US-Pharmakonzern Pfizer und das Mainzer Biotech-Unternehmen BionTech wollen ihre Studie für einen Covid-19-Impfstoff ausweiten. Der US-Arzneimittelaufsicht FDA sei zugesagt worden, die Phase-3-Studie mit 44.000 Teilnehmern durchzuführen, teilen beide Firmen mit. Bislang war von 30.000 Probanden die Rede gewesen, Diese Zahl sollte in der kommenden Woche erreicht werden. Pfizer und Biontech bekräftigten, bei erfolgreichen Ergebnissen solle bereits im Oktober die Zulassung des Impfstoffs beantragt werden.

Österreich verzeichnet wieder Rekordwert bei Neuinfektionen

Der Anstieg der registrierten Neuinfektionen mit dem Coronavirus liegt in Österreich am Samstag nach einem erneuten Sprung so hoch wie zuletzt Ende März. Die Behörden meldeten am Samstag 869 neue Fälle seit dem Vortag, nachdem zuletzt am Donnerstag ein Rekord-Wiederanstieg von 664 Neuinfektionen erreicht worden war. Noch vor einer Woche hatten die Zahlen meist bei etwa 300 bis 400 neuen Fällen am Tag gelegen.

Die Zahl der im Krankenhaus behandelten Covid-Patienten liegt noch deutlich unter den Werten des Frühjahrs, stieg aber binnen einer Woche um rund ein Drittel. Am Samstag lagen 209 Infizierte im Krankenhaus, 42 von ihnen auf der Intensivstation.

Gesundheitsminister Rudolf Anschober sagte am Samstag, die Zahlen seien nicht mit denen vom Frühjahr vergleichbar, da mehr getestet werde als je zuvor (zuletzt fast 15.000 Tests in 24 Stunden). Die Entwicklung sei trotzdem besorgniserregend; Experten sollen kommende Woche neue Empfehlungen erarbeiten.

Deutsches Olympiateam im Trainingslager mit Corona infiziert

Das komplette deutsche Nationalteam der Amateurboxer hat sich im Trainingslager im österreichischen Längenfeld mit dem Coronavirus infiziert. Das betrifft 18 Sportler sowie sieben Trainer und Betreuer. "Glücklicherweise gibt es keinen ernsten Fall. Einige hatten leichte Symptome wie Halsschmerzen, andere gar nichts", sagte Sportdirektor Michael Müller der Deutschen Presse-Agentur am Samstag. Zuerst hatte der "Spiegel" darüber berichtet.

Nach 14-tägiger Quarantäne dürfen die Sportler und Betreuer in der nächsten Woche wieder in die Heimat reisen. Das wird gestaffelt über mehrere Tage geschehen, weil Tests und Auswertungen an mehreren Tagen vorgenommen wurden. Schon Tage vor der Anreise hatten sich die Teammitglieder zwei Tests unterziehen müssen. Beide Male hatte es ausnahmslos negative Ergebnisse gegeben.

Die Sportler sollen nach Rückkehr in die Heimat an den Olympia- und Bundesstützpunkten gründlich untersucht werden, bevor sie ihre Vorbereitung auf den internationalen Cologne Cup (14. bis 18. Oktober) fortsetzen dürfen. Derzeit absolvieren alle Boxer lockeres Training im Mannschaftshotel in Längenfeld, weil keiner über Symptome klagt. Das Gesundheitsamt Tirol betreut das Team und verfolgt Kontaktketten.

"Wir haben einen eigenen Hoteltrakt, einen eigenen Essenraum, einen eigenen Seiteneingang. Die Boxer haben ausschließlich miteinander trainiert", sagte Müller, der auch wenige Tage in Längenfeld war, aber früher abgereist ist. "Ich habe mich zu Hause natürlich gleich testen lassen: negativ. Jetzt bin ich in freiwilliger Isolation und lasse mich in der nächsten Woche nochmals testen", betonte der Sportdirektor.

Rekord-Wiederanstieg an Coronafällen in Österreich

Der Anstieg der registrierten Neuinfektionen mit dem Coronavirus liegt in Österreich am Samstag nach einem erneuten Sprung so hoch wie zuletzt Ende März. Die Behörden meldeten am Samstag 869 neue Fälle seit dem Vortag, nachdem zuletzt am Donnerstag ein Rekord-Wiederanstieg von 664 Neuinfektionen erreicht worden war. Noch vor einer Woche hatten die Zahlen meist bei etwa 300 bis 400 neuen Fällen am Tag gelegen.

Die Zahl der im Krankenhaus behandelten Covid-Patienten liegt noch deutlich unter den Werten des Frühjahrs, stieg aber binnen einer Woche um rund ein Drittel. Am Samstag lagen 209 Infizierte im Krankenhaus, 42 davon auf der Intensivstation.

Insgesamt gelten nun landesweit über 5.300 Menschen als erkrankt, mehr als 3000 davon in der Hauptstadt Wien. Dort wird allerdings betont, dass die Werte mit März schwer vergleichbar seien. Anders als damals würden durch systematisches Testen aller Kontaktpersonen auch viele Erkrankte entdeckt, die keine Symptome zeigten, sagte ein Sprecher des Gesundheitsstadtrats der österreichischen Nachrichtenagentur APA.

"Covid-Tauschbörsen" – Corona-Explosion in Tschechien

Der Trend zunehmender Corona-Infektionszahlen in Tschechien hält ungebrochen an. Am Freitag kamen 1.447 bestätigte Fälle hinzu, mehr als je zuvor an einem Tag. Das gab das Gesundheitsministerium in Prag am Samstag bekannt. Es gab mehr als 12.200 aktive Fälle. Seit Beginn der Pandemie starben 450 Menschen in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung.

Prags Oberbürgermeister Zdenek Hrib übte im tschechischen Fernsehen CT scharfe Kritik an der Krisenpolitik der Regierung. Sie habe verschlafen, dass es mit dem Schulbeginn nach den Sommerferien zu einer Infektionswelle kommen werde, sagte der studierte Mediziner. Die Schulen seien zu "Covid-Tauschbörsen" geworden. In Tschechien gilt landesweit in fast allen Innenräumen eine Maskenpflicht, nicht aber in den Klassenzimmern der Schulen.

Infizierte gehen feiern – Garmisch verschärft Corona-Regeln

Weil die Zahl der Corona-Infektionsfälle im Landkreis Garmisch-Partenkirchen eine kritische Marke überstiegen hat, sind die Sicherheitsmaßnahmen für die Gemeinde für sieben Tage erhöht worden. Mehr dazu lesen Sie hier. 

Bayern: 44 Lehrer und 66 Schüler positiv – 1.066 in Quarantäne

Wenige Tage nach dem Schulstart in Bayern sind schon 44 Lehrer und 66 Schüler im Freistaat positiv auf das Coronavirus getestet worden. 227 Lehrer und 1.066 Schüler wurden in Quarantäne geschickt. Das teilte das Kultusministerium am Freitag in München mit, wies aber darauf hin, dass es sich um eine Momentaufnahme mit Stand Donnerstagabend handle, die nicht unbedingt tagesaktuell sei. Erst am Dienstag hatte die Schule in Bayern wieder begonnen. Weitere 7 Beschäftigte in Schulen, die nicht zu den Lehrkräften gehören, wurden positiv getestet, 33 in Quarantäne geschickt.

In Furth am Wald wurde eine komplette Mittelschule geschlossen, nachdem dort eine Lehrkraft positiv getestet worden war. Über Schließungen einzelner Klassen an bayerischen Schulen machte das Ministerium zunächst keine Angaben. Auch an zahlreichen Kindertagesstätten im Freistaat wurden Corona-Fälle registriert. Nach Angaben des Sozialministeriums mussten seit dem 1. September wegen Infektionen oder Verdachtsfällen schon rund 40 Kitas in Bayern zeitweise ganz oder teilweise schließen.

Höchstwerte bei Neuinfektionen: Israel muss erneut in Lockdown

Die Corona-Zahlen in Israel steigen immer weiter. Das Gesundheitsministerium teilte am Freitag mit, am Vortag seien 4.038 neue Fälle registriert worden. Damit wurde den vierten Tag in Folge der jeweils höchste Ein-Tages-Wert im Land seit Beginn der Pandemie verzeichnet. Am Donnerstagabend hatte das Corona-Kabinett angesichts des Anstiegs erneut striktere Ausgangsbeschränkungen beschlossen. Der Drei-Phasen-Plan muss allerdings am Sonntag noch von der israelischen Regierung gebilligt werden.

Er sieht zunächst landesweite Ausgangsbeschränkungen vor. Die Menschen dürfen sich dann nicht weiter als 500 Meter von ihrem Zuhause entfernen. Schule und Kindergärten sollen geschlossen werden, ebenso wie Restaurants und Geschäfte. Gebete sollen nur im Freien erlaubt werden. Nach Medienberichten soll diese Phase zwei Wochen dauern und vor dem jüdischen Neujahrsfest am Freitag beginnen.

Französische Regierung berät über verschärfte Corona-Maßnahmen

Die französische Regierung berät am heutigen Freitag über eine weitere Verschärfung der Corona-Maßnahmen. Der wissenschaftliche Beirat drängt die Regierung wegen der seit Wochen steigenden Infektionszahlen zum Handeln. Präsident Emmanuel Macron warnte aber vor "Panik".

Kurz vor der Sondersitzung der Regierung wurde in Frankreich die Rekordzahl von fast 10.000 Coronavirus-Neuinfektionen binnen 24 Stunden verzeichnet. Als schärfstes Mittel zur Eindämmung des Virus gelten Ausgangsbeschränkungen, wie sie in Frankreich bereits zwischen März und Mai galten. In Unternehmen und meisten Schulen des Landes gilt bereits eine Maskenpflicht. In Paris und anderen französischen Großstädten muss der Mund-Nasen-Schutz zudem auch im Freien getragen werden.

Israels Corona-Kabinett beschließt neue Ausgangsbeschränkungen

Angesichts immer weiter steigender Corona-Infektionszahlen will Israel erneut striktere Ausgangsbeschränkungen verhängen. Das Corona-Kabinett entschied am Donnerstagabend nach Medienberichten, dass mit Beginn des jüdischen Neujahrsfests in einer Woche 14-tägige landesweite Ausgangssperren herrschen sollen. Danach sollen Schulen und Kindergärten für weitere zwei Wochen geschlossen bleiben. Die Regierung muss diese Schritte aber am Sonntag noch billigen und entscheiden, wann genau die Maßnahmen in Kraft treten sollen.

Wie das Gesundheitsministerium am Donnerstag mitteilte, hat die Zahl der täglichen Neuinfektionen in Israel erstmals die 4.000er-Marke überschritten. Den dritten Tag in Folge wurde damit der jeweils höchste Ein-Tages-Wert im Land seit Beginn der Pandemie verzeichnet.

In 40 besonders betroffenen Ortschaften gelten seit Dienstagabend bereits nächtliche Ausgangssperren. Nach Medienberichten gibt es jedoch viele Verstöße gegen die Vorschriften. Betroffen von den hohen Corona-Infektionszahlen sind vor allem arabische und strengreligiöse jüdische Wohnorte. Die meisten Corona-Kranken gibt es in Jerusalem.

Studie: Vertrauen in Impfungen in Europa gering

Das Vertrauen in Impfungen ist einer Studie zufolge in Europa geringer als in anderen Teilen der Welt, etwa in Afrika. Beeinflusst werde das Vertrauen in Impfungen etwa von der politischen Stabilität eines Landes und von Falschinformationen im Internet. Was einen Impfstoff gegen das neue Coronavirus angehe, seien viele Menschen besorgt über die Schnelligkeit der Entwicklung, sagte Studienleiterin Heidi Larson von der London School of Hygiene & Tropical Medicine. "Aber die Öffentlichkeit ist nicht wirklich an Geschwindigkeit interessiert, sondern an Sorgfalt, Effektivität und Sicherheit." Für die Studie wurden im vergangenen Jahr mehr als 284.000 Personen befragt.

Israel bekommt Infektionen nicht in den Griff

Die Zahl der täglichen Neuinfektionen in Israel hat erstmals die 4.000er-Marke überschritten. Das Gesundheitsministerium teilte am Donnerstag mit, dass am Vortag 4.013 neue Fälle registriert worden seien. Den dritten Tag in Folge wurde damit der jeweils höchste Ein-Tages-Wert seit Beginn der Pandemie verzeichnet. Am Dienstag hatte es 3.554 neue Fälle gegeben.

Allerdings ist auch die Zahl der Corona-Tests deutlich höher als zuvor, am Mittwoch waren es fast 45.000. Durchschnittlich jeder elfte Test in Israel ist positiv. Im Vergleich zu Deutschland hat Israel gegenwärtig doppelt so viele Corona-Neuinfektionen – wobei Deutschland neunmal so viele Einwohner hat. In der Bundesrepublik wurden in der vergangenen Woche etwa eine Million Tests durchgeführt. Das sind rund 143.000 am Tag.

Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu sagte, man befürchte eine Überlastung der Krankenhäuser. Der Generaldirektor des Gesundheitsministeriums, Professor Chesi Levy, sagte der Nachrichtenseite ynet, er werde einen Lockdown während der jüdischen Feiertage sowie eine Schließung des Schulsystems in diesem dreiwöchigen Zeitraum empfehlen. "Wir können es uns nicht erlauben, dass die Infektionszahlen weiter so hoch bleiben", sagte er.

Assange-Anhörung wegen Corona unterbrochen – "Situation unsicher"

Aus Sorge vor Corona-Infektionen ist die Anhörung des Wikileaks-Gründers Julian Assange vor einem Gericht in London unterbrochen worden. Im Umfeld der Anwälte gebe es möglicherweise eine Infektion, berichteten britische Medien am Donnerstag. "Solange die Situation unsicher ist, sollte die Anhörung vertagt werden, bis das Ergebnis da ist", sagte die zuständige Richterin. Nach Angaben des Gerichts soll das Verfahren am Montag fortgesetzt werden.

Die Anhörung zum US-Antrag auf Auslieferung des gebürtigen Australiers läuft nach monatelanger Pause seit dieser Woche wieder. Die US-Justiz wirft dem 49-Jährigen vor, der Whistleblowerin Chelsea Manning geholfen zu haben, geheimes Material von Militäreinsätzen im Irak und in Afghanistan zu veröffentlichen. Bei einer Verurteilung drohen bis zu 175 Jahre Haft. Die Wikileaks-Enthüllungen hatten zur Aufdeckung von Kriegsverbrechen durch amerikanische Soldaten geführt.

Mitarbeiter eines Pflegeheims in Jena mit Corona infiziert

In Jena hat es am Donnerstag vier nachgewiesene neue Ansteckungen mit dem Covid-19-Virus gegeben. Unter den Infizierten ist auch eine Pflegekraft, die in einem Pflegeheim arbeitet, wie die Stadt Jena am Donnerstagabend mitteilte. Das Personal der Einrichtung sowie alle Bewohner sollen am Freitag getestet werden. Damit gibt es in Jena aktuell 16 nachgewiesene Corona-Fälle. Seit Mitte März haben sich insgesamt 188 Menschen mit dem Virus angesteckt.

Impfstoff-Studie nicht zum ersten Mal gestoppt

Der britische-schwedische Pharmakonzern AstraZeneca hat die klinische Studie für seinen vielversprechenden Corona-Impfstoff offenbar nicht zum ersten Mal gestoppt. Bereits im Juli sind der Nachrichten-Website "Statnews" zufolge Tests mit dem Vakzin unterbrochen worden, als ein Teilnehmer neurologische Symptome zeigte. Damals wurde aber eine Multiple Sklerose diagnostiziert und ein Zusammenhang mit der Impfung ausgeschlossen, wie Konzernchef Pascal Soriot laut "Statnews" Investoren bei einer Videokonferenz am Mittwoch sagte.

AstraZeneca war am Donnerstag zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Der Pharmakonzern hatte am Mittwoch erklärt, dass die Studie mit dem aussichtsreichen Vakzin gestoppt werden muss – aber nicht den früheren Fall erwähnt. Bei dem aktuellen Vorfall geht es um eine Frau in Großbritannien, die der Nachrichten-Website zufolge tatsächlich den Impfstoff und kein Placebo erhalten hatte. Sie hatte Symptome ähnlich einer Transversen Myelitis gezeigt, einer Entzündung des Rückenmarks. Ihr soll es inzwischen besser gehen.

Ein solcher vorläufiger Studienstopp sei "nicht ungewöhnlich", hatte der US-Immunologe Anthony Fauci, der auch als Berater der US-Regierung tätig ist, am Mittwoch erklärt. "Das ist eines dieser Sicherheitsventile, die man bei klinischen Studien wie dieser hat."

Wohnviertel auf Mallorca wegen Corona abgeriegelt 

Wegen hoher Corona-Zahlen hat die Regionalregierung der Balearen die Abriegelung eines Wohnviertels der Stadt Palma angeordnet. Die etwa 23.000 betroffenen Menschen im Arbeiterviertel Son Gotleu und in einigen angrenzenden Straßenzügen dürfen ihr Wohnviertel ab Freitag nur noch verlassen, um zur Arbeit, zu einem Arzt oder einem Krankenhaus sowie zur Schule oder einer anderen Bildungseinrichtung zu gehen oder sich um Pflegebedürftige zu kümmern, berichtete die deutschsprachige "Mallorca Zeitung" am Donnerstag. Geschäfte und Cafés dürfen mit der halben Zahl der üblichen Plätze weiter geöffnet bleiben. Bars müssen spätestens um 22 Uhr schließen. Die Einschränkungen gelten zunächst für zwei Wochen.

Son Gotleu im Norden der Stadt, wo viele Menschen aus Lateinamerika, Osteuropa und Afrika leben, leidet seit langem unter sozialen Problemen, die sich durch Corona noch verschärft haben. Urlauber, die für die Wirtschaft der Inseln von enormer Bedeutung sind, kommen nur selten dorthin. Allerdings gibt es kaum noch Urlauber auf den Inseln, seit das Robert Koch-Institut ganz Spanien einschließlich der bei Deutschen beliebten Balearen zum Risikogebiet erklärt hat und das Auswärtige Amt vor Reisen in das Land warnt.

Nach US-Hochzeit: 70 Coronavirus-Infektionen bei Gästen

Eine Hochzeit in Minnesota in der Kleinstadt Gent ist zum Corona-Infektionsherd geworden: Nachdem die Trauung mit Feier, Empfang und Tanz drinnen stattgefunden hatte, erkrankten später 70 Hochzeitsgäste. Laut Kris Ehresmann, Direktorin für Infektionskrankheiten, hielten sie die Teilnehmer der Feierlichkeit weder an die begrenzte Teilnehmerzahl noch an die Abstandsregeln.

Die Behörden baten die Teilnehmer, sich in Selbstisolation zu begeben. Doch Ehresmann äußerte Bedenken, die Gäste nähmen die Situation nicht ernst genug und ließen sich nicht alle testen. "Sie machen es nur schlimmer", weil sie unwissentlich andere anstecken könnten, sagte sie. Einige der Betroffenen seien Pädagogen, Langzeitpfleger und Mitarbeiter des Gesundheitswesens, weswegen es besonders wichtig sei, sich an die Quarantäne zu halten. In Minnesota gab es bisher 81.868 Coronavirus-Infektionen und 1.869 Todesfälle.

Hohe Dunkelziffer: Deutlich mehr Amerikaner hatten Corona 

In den USA haben sich einer Hochrechnung zufolge zu Beginn der Corona-Pandemie wohl rund neun Mal so viele Menschen mit dem Virus infiziert als nach den offiziellen Statistiken bekannt. Im Zeitraum von etwa Mitte Januar bis Mitte April habe es im Land womöglich bereits rund sechseinhalb Millionen Fälle gegeben, schreiben die Wissenschaftler um Jade Benjamin-Chung und Sean Wu von der University of California in Berkeley im Fachjournal "Nature Communications". Offizielle Statistiken geben für diesen Zeitraum 721.245 Fälle an. In den USA leben rund 330 Millionen Menschen.

Eine deutliche Dunkelziffer bei den Corona-Zahlen gibt es nach Experteneinschätzung auch in etlichen anderen Ländern, zum Beispiel auch in Indien und Brasilien. Die tatsächliche Lage spielen die Werte daher nur bedingt wider. Vergleiche zwischen Ländern nach den offiziellen Statistiken haben zudem nur eingeschränkt Aussagekraft.

Die Differenz liege in den USA unter anderem in der geringen Zahl von Tests begründet, so die Forscher. Zu Beginn der Ausbreitung in den USA seien in Krankenhäusern nur Patienten mit gemäßigten bis starken Symptomen getestet worden - viele Infizierte haben jedoch nur milde oder überhaupt keine Symptome. Zudem hätten nicht alle Tests akkurate Ergebnisse geliefert. Die Behörde gibt derzeit für die USA gut 6,3 Millionen bekannte Corona-Infektionen an – mehr nachgewiesene Fälle als jedes andere Land der Welt. 

Wegen Corona: US-Behörde warnt vor Halloween-Tradition

Das Gesundheitsministerium in Los Angeles hat am Mittwoch seine Halloween-Richtlinien überarbeitet, um die Ausbreitung von Covid-19 zu verhindern. Die "Trick or Treat"-Tradition – also das Von-Tür-zu-Tür-Gehen und nach "Süßem oder Saurem" fragen – wird nun angesichts der Corona-Pandemie als nicht empfehlenswert eingestuft. "Wir empfehlen, dass dieses Jahr kein Trick-or-Treating stattfindet", so Dr. Barbara Ferrer, Direktorin für öffentliche Gesundheit in Los Angeles. "Bei einer Pandemie ist das einfach nicht sinnvoll."

Ursprünglich war die beliebte Tradition sogar komplett verboten worden. Grund dafür war die Annahme, dass es schwierig werden könnte, sich dabei an die Abstandsregeln zu halten, so das Gesundheitsamt in einer Pressemitteilung. Auch könne man nie wissen, ob Personen unter der Halloweenmaske nicht doch krank seien oder die Menschen, die Süßigkeiten verschenkten, immer einen Mund-Nasen-Schutz trügen. Außerdem sei es riskant, Lebensmittel unter diesen Bedingungen miteinander zu teilen.

Das RKI meldet fast 1.900 neue Corona-Neuinfektionen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben innerhalb eines Tages 1.892 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 255.366 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Donnerstag auf seiner Homepage bekannt gab (Datenstand 10.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt bei 9.341. Das sind drei mehr als noch am Vortag.

Erstmals seit Juni hat zuletzt die Zahl vom Robert Koch-Institut (RKI) wöchentlich erfasster Corona-Tests wieder abgenommen. In der Woche vom 31. August bis 6. September wurden demnach gut eine Million Tests gezählt - etwa 50.000 weniger als in der Vorwoche. Es ist das erste Mal seit der Woche vom 22. bis 28. Juni, dass die Testzahl wieder abnimmt.

Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 0,95 (Vortag: 0,98). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.

Johns-Hopkins-Universität: Mehr als 190.000 Corona-Tote in den USA

Seit Beginn der Corona-Pandemie sind Wissenschaftlern zufolge allein in den USA mehr als 190.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Virus gestorben. Das geht aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore vom Mittwoch (Ortszeit) hervor. Insgesamt verzeichneten die USA demnach mehr als 6,3 Millionen Infektionen.

Die Zahl der täglichen Neuansteckungen ist in den vergangenen Wochen deutlich zurückgegangen, lag zuletzt aber weiterhin bei mehr als 25.000. In absoluten Zahlen haben die USA weltweit die meisten Corona-Toten zu beklagen, nicht aber relativ zur Einwohnerzahl. In dieser Kategorie liegen die USA an siebter Stelle.

Wissenschaftler befürchten einem viel beachteten Modell zufolge bis zum Jahresende mehr als 410.000 Corona-Tote in den USA. Das geht aus dem Modell der Forscher des Instituts IHME der Universität Washington in Seattle hervor, das in der Vergangenheit auch das Weiße Haus heranzog. Als Grund für den prognostizierten starken Anstieg führten die Experten geringere Vorsicht der Menschen in den USA sowie den Beginn der kalten Jahreszeit und der Grippesaison an.

Britische Forscher: Modell soll Sterberisiko ermitteln

Britische Wissenschaftler haben ein Bewertungsmodell zur Vorhersage des Sterberisikos von Covid-19-Patienten entwickelt. Es soll Ärzten helfen, schnell die bestmögliche Versorgung zu ermitteln, heißt es in der im British Medical Journal (BMJ) veröffentlichten Studie. Das neue "4C-Mortalitätswert"-Modell (Coronavirus Clinical Characterization Consortium) verwendet zur Berechnung des Sterberisikos Daten wie Alter, Geschlecht, Grunderkrankungen, Atmung und Blutsauerstoffgehalt.

Berlusconi kämpft gegen "höllische Krankheit"

Italiens früherer Regierungschef Silvio Berlusconi hat sich erstmals nach seiner Infektion mit dem Coronavirus zu Wort gemeldet und Parteikollegen vom Kampf gegen die "höllische Krankheit" berichtet. "Ich gebe alles und hoffe, dass ich bald wieder zurück bin", sagte Berlusconi am Dienstagabend laut Nachrichtenagentur Ansa bei einer Telefonkonferenz mit Mitgliedern seiner Partei Forza Italia. "Ich kämpfe, um dieser höllischen Krankheit zu entkommen."

Der 83-Jährige wird seit vergangenem Freitag wegen seiner Infektion mit dem Coronavirus im Mailänder Krankenhaus San Raffaele behandelt. Seit einigen Tagen ist der Politiker und Unternehmer, der wegen seines Alters und einiger Vorerkrankungen als Risikopatient gilt, auf dem Weg der Besserung. "Ich denke, dass uns jede Stunde, die vergeht, näher ans positive Resultat einer Genesung bringt", sagte Berlusconis Arzt Professor Alberto Zangrillo am Dienstagabend im TV-Sender Rai.

Allerdings sei Covid-19 eine "tückische Krankheit", bei der man nicht vorschnell denken dürfe, man habe sie besiegt, warnte Zangrillo. Bei Berlusconi zeige die Behandlung im Krankenhaus jedoch Erfolge. "Seine Krankheit hat den erhofften Verlauf genommen, er reagiert sehr gut auf die Therapien", sagte der Mediziner.

Reisewarnungen für weitere Gebiete in Europa: Genf und Prag betroffen

Das Auswärtige Amt hat Reisewarnungen für weitere Regionen in Europa ausgesprochen. Betroffen sind den Mitteilungen vom Mittwochabend zufolge etwa Genf, Prag, Dubrovnik oder die Insel Korsika.

So wurden bereits bestehende Reisewarnungen für Teile von Frankreich ausgeweitet. Demnach wird nun wegen der hohen Infektionszahlen auch vor Reisen nach Korsika sowie in die Regionen Île-de-France, Provence-Alpes-Côte-d'Azur, Auvergne-Rhônes-Alpes, Occitanie und Nouvelle-Aquitaine gewarnt. Zuvor galten wegen der gestiegenen Zahl der Corona-Neuinfektionen bereits Reisewarnungen für die Île-de-France mit der Hauptstadt Paris sowie die Region Provence-Alpes-Côte d'Azur an der Mittelmeerküste.

Ebenso warnt das Auswärtige Amt nun vor Reisen in die Schweizer Kantone Genf und Waadt. Auch die tschechische Hauptstadt Prag steht jetzt mit auf der Liste. 

Scholz: Erst 2021 raus aus der Krise

"Wir sind mittendrin", sagt Vize-Kanzler Olaf Scholz im Bundestag mit Blick auf die Pandemie. Die gesundheitliche Situation sei aber besser geworden zuletzt, ebenso wie die wirtschaftliche Lage. Deutschland könne wohl Ende 2021 oder Anfang 2022 das Vorkrisenniveau wieder erreichen.

Mehr als 2.500 positive Tests in Großbritannien an einem Tag

In Großbritannien sind Regierungsdaten zufolge in 2.659 (Vortag: 2.460) neuen Fällen Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die Zahl hat in den vergangenen Tagen zugenommen. Allerdings weiteten die Behörden zugleich auch die Tests aus. Acht weitere Menschen starben, die positiv getestet wurden.

Ermittlung nach Corona-Ausbruch in Lokal gestartet

Nach dem Corona-Ausbruch in einem Restaurant in Ostfriesland im Mai ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung. Alle damals Anwesenden sollten vernommen werden, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Aurich am Mittwoch. Sie nannte den Namen des niedersächsischen Lokals nicht. Nach einem Bericht der "Ostfriesen-Zeitung" handelt es sich um die "Alte Scheune" in Moormerland (Kreis Leer). Dort hatten sich bei einer Feier mehr als 30 von 50 Gästen infiziert, zwei der Infizierten starben später.

Der Verdacht richte sich gegen unbekannt, sagte die Sprecherin. Eine Möglichkeit schuldhaften Verhaltens sei, wenn jemand zu der Feier gegangen sei, obwohl er schon verdächtige Symptome aufgewiesen habe. Die Polizei solle den Ablauf des Abends möglichst genau rekonstruieren, sagte sie. Hintergründe des Falls lesen Sie hier.

Russischer Impfstoff geht in finale Testphase

In der russischen Hauptstadt Moskau haben die Impfungen im Rahmen der Phase-III-Studie für den Corona-Impfstoff "Sputnik V" begonnen. Ersten Freiwilligen sei das Präparat gespritzt worden, sagte die Vize-Bürgermeisterin Anastassija Rakowa am Mittwoch in Moskau der Agentur Interfax zufolge. "Heute ist ein wichtiger Tag nicht nur für die Stadt, sondern für das ganze Land." Mehr als 35.000 Moskauer hätten sich bereits als Freiwillige gemeldet. Geimpft werden soll demnach in 20 Kliniken in der Stadt.

Der russische Impfstoff mit dem Namen "Sputnik V" wurde vor rund einem Monat für eine breite Anwendung in der Bevölkerung freigegeben – trotz internationaler Bedenken. Die Freigabe erfolgte vor Abschluss der wichtigen "Phase III" klinischer Studien. Erst in dieser Phase wird gewöhnlich an sehr vielen Teilnehmern überprüft, ob und wie gut ein Wirkstoff vor einer Infektion schützt und welche eventuell nur seltenen Nebenwirkungen auftreten.

EU will 300 Millionen Impfstoff-Dosen von Biontech

Im Kampf gegen das Coronavirus will die EU-Kommission von der Mainzer Firma Biontech bis zu 300 Millionen Einheiten Impfstoff bestellen. Im Idealfall sollen noch vor Jahresende die ersten Impfstoff-Dosen in Europa verfügbar sein, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Voraussetzung ist der erfolgreiche Abschluss von Tests und die Zulassung des Impfstoffs, die der Hersteller bereits im Oktober beantragen will.

Nur Impfstoffe werden aus Sicht von Experten die weltweite Pandemie letztlich eindämmen und weitere verheerende wirtschaftliche Folgen vermeiden. Die EU-Kommission sondiert deshalb schon jetzt mit Pharmaherstellern. Inzwischen hat sie Gespräche mit sechs Firmen abgeschlossen.

Pauschale Reisewarnung für rund 160 Länder soll im Oktober enden

Die pauschale Reisewarnung für fast alle gut 160 Länder außerhalb der EU und des grenzkontrollfreien Schengen-Raums wird am 30. September enden. Mehr dazu lesen Sie hier.

Mehr als eine Million Infizierte in Russland

In Russland ist die Zahl der Corona-Toten binnen eines Tages um 142 auf nunmehr 18.135 gestiegen. Zudem wurden nach Angaben der Behörden 5.218 Neuinfektionen bestätigt. Insgesamt gibt es damit in dem Land 1.041.007 Fälle. Das ist die vierthöchste Zahl weltweit.

Schwangere mit Corona: seltener Fieber, aber mehr Frühgeburten

Experten haben mögliche Folgen einer Corona-Infektion bei schwangeren Frauen untersucht. Eine verfrühte Geburt ist demnach bei ihnen wahrscheinlicher, wobei die Rate spontaner Frühgeburten – also bei allein einsetzenden Wehen – kaum höher liegt. Bei infizierten Schwangeren werde also öfter eine Geburt eingeleitet und/oder der Säugling per Kaiserschnitt früher geholt, erläutern die Forscher im Fachmagazin "BMJ". Dafür gebe es verschiedene Gründe.

Das sei eine Situation, die nicht nur bei einer Ansteckung mit Sars-CoV-2, sondern auch bei anderen Infektionen auftreten könne, erklärte die Virologin Susanne Modrow, die unter anderem zu Virusinfektionen in Schwangerschaften forscht. "Akute Infektionen haben in der Spätphase der Schwangerschaft häufig das Risiko einer verfrühten Geburt."

Zusammengetragen haben die Forscher um Shakila Thangaratinam vom WHO Collaborating Centre for Global Women's Health an der University of Birmingham die Ergebnisse von insgesamt 77 Studien. Die Anzahl von Totgeburten oder Todesfällen bei Neugeborenen ist demnach bei infizierten Schwangeren nicht höher.

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