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Corona: Zwei Omikron-Fälle auch in Kanada entdeckt

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Weitere Länder melden Omikron-Fälle

29.11.2021, 04:43 Uhr | AFP, dpa, rtr, t-online

Corona-Variante: Omikron in Deutschland angekommen

Die Corona-Variante Omikron ist nachweislich in Deutschland angekommen. Zwei Reisende aus Südafrika waren über den Flughafen München eingereist und wurden positiv getestet. (Quelle: Reuters)

Über den Flughafen München nach Deutschland: So gelangte die neue Corona-Variante Omikron ins Land. (Quelle: Reuters)


Die neue Variante breitet sich weiter aus. Auch in der kanadischen Provinz Ottawa wurde die Mutante bei zwei Personen entdeckt. In der Schweiz gibt es einen ersten Verdachtsfall. Alle Infos im Newsblog.

Noch nie war die Lage so dramatisch: Deutschland wird von der vierten Welle in der Corona-Krise überrollt, bundesweit steigen die gemeldeten Neuinfektionen und die Todesfallzahlen. Besonderes Augenmerk legt die Politik jetzt auf die Hospitalisierungswerte. Eine Übersicht, wie die Lage in Ihrem Bundesland ist, finden Sie hier. Die Impfquote (vollständig Geimpfte) gegen das Coronavirus liegt bei rund 68 Prozent.
 


Erster Omikron-Verdachtsfall in der Schweiz

Die neue Omikron-Variante des Coronavirus ist nun möglicherweise auch in der Schweiz aufgetaucht. Nach Angaben des Bundesamtes für Gesundheit handle es sich um eine Person, die vor einer Woche aus Südafrika zurückgekehrt sei, berichtete die Agentur SDA am Sonntagabend. Genaueres werde in den nächsten Tagen von einer genetischen Untersuchung erwartet.

Zwei Omikron-Fälle auch in Kanada entdeckt

Infektionen mit der Omikron-Variante des Coronavirus sind nun auch in Kanada entdeckt worden. Die Gesundheitsbehörde der Provinz Ontario teilte am Sonntag (Ortszeit) mit, dass in Ottawa bei zwei Infizierten die Mutante festgestellt worden sei. Beide Personen, die aus Nigeria eingereist waren, seien inzwischen in Quarantäne.

HIV könnte Omikron-Variante begünstigen

Die überraschend viele Mutationen tragende Corona-Variante Omikron könnte Experten zufolge in einem Patienten mit HIV oder einer anderen Form der Immunschwäche entstanden sein. Das sei denkbar und wahrscheinlich, ähnliche Befunde seien in anderen Fällen bereits publiziert worden, sagte Carsten Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie (DGfI), der Nachrichtenagentur dpa.

In Menschen mit geschwächtem Immunsystem könne sich das Virus über viele Wochen vermehren, so Watzl. "Dabei können immer wieder vereinzelt Mutationen auftreten, die dem Virus eventuell keinen Vorteil bringen, die sich aber aufgrund der fehlenden Kontrolle durch das Immunsystem dennoch weiter vermehren können." Damit könnten zusätzliche Mutationen entstehen, die dann in der Kombination eventuell einen Vorteil brächten.

Özdemir sieht kein Tabu in Impfpflicht mehr

Der Spitzenpolitiker der Grünen und möglicher neuer Landwirtschaftsminister Cem Özdemir hat im Deutschlandfunk gesagt, dass die Impfpflicht auf die Tagesordnung gehöre. Bislang seien die beschlossenen Maßnahmen hilfreich. "Und trotzdem, sage ich, werden wir wahrscheinlich nicht drum herumkommen, uns nochmal diese Lange anzuschauen und zu gucken, ob wir da nochmal nachsteuern müssen. Er schließt nicht aus, das Infektionsschutzgesetz erneut zu müssen. Enttäuscht zeigte sich Özdemir von der Arbeit der bisherigen Bundesregierung. "Manchmal frage ich mich, wann wir Deutschen das Organisieren verlernt haben."

Generalsekretär Ziemiak kritisiert Scholz für Corona-Management

CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak wirft dem voraussichtlich künftigen Kanzler Olaf Scholz (SPD) einen zu laschen Umgang mit der Corona-Lage vor. "Olaf Scholz muss die Situation endlich so ernst nehmen, wie es Angela Merkel bisher getan hat. Das sehe ich derzeit nicht", sagt Ziemiak der Zeitung "Rheinischen Post".

"Die Ampel tut bei Corona nicht genug. Die Maßnahmen reichen nicht und es war falsch, die epidemische Lage auslaufen zu lassen." Für Ungeimpfte müsse es künftig heißen: Kein Kino, kein Restaurant, kein Theater. "Wir haben zu viel Rücksicht auf Ungeimpfte genommen."

Virologe Drosten wegen Omikron-Variante besorgt

Der Leiter der Virologie an der Berliner Charite, Christian Drosten, zeigt sich mit Blick auf die neue Omikron-Variante besorgt. "Keiner kann im Moment sagen, was da auf uns zukommt. Das Einzige, was man wirklich mit Sicherheit sagen kann, es ist besser, wenn man geimpft ist. Es ist noch besser, wenn man geboostert ist", sagt Drosten im ZDF heute-journal. Man wisse nicht allzuviel über die neue Variante. Berichte über milde Verläufe hätten noch nicht sehr viel Substanz angesichts von nur gut 1.000 Fällen. Hier müsse man die klinischen Verläufe abwarten. Hier lesen Sie mehr.

Schwesig sieht bei Ländern noch mehr Handlungsspielraum

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig zeigt sich überzeugt, dass die Ampel-Parteien im Bund die Corona-Maßnahmen nachbessern, wenn dies nötig sein sollte. Länder könnten auf Basis des jetzigen Infektionsschutzgesetzes viel mehr machen wie etwa die Schließung von Gastronomie oder Discotheken, sagt die SPD-Politikerin. Es gebe von dem designierten Kanzler Olaf Scholz (SPD) aber die Zusage, dass die Ausnahmen für besonders harte Maßnahmen über Mitte Dezember hinaus verlängert werden könnten, falls dies nötig sei. Die Ampel-Parteien SPD, Grüne und FDP hatten das Infektionsschutzgesetz erst vor zehn Tagen beschlossen.

Baerbock will schnelle Maßnahmen

Grünen-Co-Chefin Annalena Baerbock mahnt zu schnellem Handeln. "Wir können nicht bis zum 9. warten", sagt Baerbock mit Blick auf den nächsten Termin der Ministerpräsidentenkonferenz am 9. Dezember. Es müsse nach dem Urteil des Bundesverfassungserichts zur Bundesnotbremse am Dienstag eine Bestandsaufnahme vorgenommen werden, inwieweit die Bundesländer die möglichen Maßnahmen umgesetzt hätten, sagt Baerbock in der ARD-Sendung "Anne Will". Sei dies nicht der Fall, müsse auf Bundesebene gehandelt werden.

Spahn: Krisenstab kann keine Entscheidungen ersetzen

Gesundheitsminister Jens Spahn hat die Bedeutung des von den Ampel-Parteien angekündigten Krisenstabes für die Pandemie-Bekämpfung relativiert. Auch der bisherige Krisenstab werde von einem General mitgeleitet, sagt Spahn in der ARD zu einer entsprechenden Ankündigung von FDP-Chef Christian Lindner. "Natürlich kann ein Krisenstab keine Entscheidungen ersetzen", warnt der CDU-Politiker zudem und dringt auf rasche Entscheidungen.

Lindner: Müssen Kontakte deutlich reduzieren

Christian Lindner: Der FDP-Chef spricht sich gegen Ausgangssperren aus. (Quelle: imago images/Mike Schmidt)Christian Lindner: Der FDP-Chef spricht sich gegen Ausgangssperren aus. (Quelle: Mike Schmidt/imago images)

FDP-Chef Christian Lindner hat sich für ein härteres Vorgehen gegen die Corona-Pandemie ausgesprochen. Die Kontakte müssten nun deutlich reduziert werden, sagte Linder im der ZDF-Sendung "Berlin direkt". Ihn verstörten angesichts der Pandemielage Bilder mit vollen Fußballstadien. "Solche Freizeitveranstaltungen können zum jetzigen Zeitpunkt in dieser Dimension nicht stattfinden", sagte der FDP-Chef. 

Es gehe jetzt darum, die Pandemie "endlich konsequent" zu bekämpfen, sagt Linder. Ausgangssperren halte er allerdings nicht für angemessen: "Ausgangssperren sind aus unserer Sicht ein Instrument, das einen sehr hohen sozialen Preis hat mit einem nicht klar nachgewiesenen Nutzen." Er wende sich gegen eine Debatte, in der es immer nur um ultima-ratio-Maßnahmen gehe. Er kündigte für die kommende Woche einen Krisenstab an. 

Omikron: Großbritannien beruft G7-Treffen der Gesundheitsminister ein

Angesichts der sich ausbreitenden Omikron-Variante des Coronavirus hat Großbritannien ein außerplanmäßiges Treffen der G7-Gesundheitsminister einberufen. Die Fachminister der führenden westlichen Wirtschaftsnationen werden am Montag die aktuellen Entwicklungen diskutieren, wie die britische Regierung am Sonntagabend mitteilte. Großbritannien hat noch bis Ende des Jahres den Vorsitz der G7-Staaten inne. Neben Deutschland und Frankreich gehören auch Italien, die USA, Kanada und Japan zu dem Bündnis.

Südafrikanischer Präsident bezeichnet Reisebeschränkungen als unfair 

Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa hat die Reisebeschränkungen zahlreicher Staaten gegen die Länder des südlichen Afrikas als ungerechtfertigt kritisiert. "Diese Beschränkungen sind eine unfaire Diskriminierung unseres Landes und unserer Schwesterstaaten", sagte Ramaphosa in einer Fernsehansprache am Sonntagabend. Es handle sich um eine klare Abkehr von der Erklärung beim G20-Gipfel in Rom, den unterentwickelten Staaten bei der Bewältigung der Auswirkungen der Pandemie auf ihre Wirtschaft zu helfen.

Die Beschränkungen erhöhten nur den Schaden, den die Wirtschaftssysteme im südlichen Afrika bereits genommen hätten, insbesondere im Tourismus, sagte Ramaphosa und appellierte an diejenigen Staaten, die Reisebeschränkungen beschlossen hätten, ihre Entscheidung noch einmal zu überdenken, "bevor sie noch mehr Schaden anrichten". Stattdessen sollten sie die ärmeren Länder bei der Produktion von Impfstoffen unterstützen.

Landesregierung kündigt weitere Corona-Verschärfungen an

Die Landesregierung von Baden-Württemberg hat weitere Corona-Verschärfungen angekündigt. Regierungssprecher Arne Braun sagte am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur, über die einzelnen Schritte werde am Montag und Dienstag beraten. "Aber es ist klar, dass im Profifußball Geisterspiele kommen", sagte Braun. Die Besucherzahlen bei Großveranstaltungen wurden erst kürzlich beschränkt. Die Vereine dürfen nur die Hälfte ihrer Kapazität nutzen, die Obergrenze liegt bei 25.000 Zuschauer. Auch hier gilt, dass Geimpfte und Genesene zusätzlich einen Test brauchen.

Die Landesregierung stelle angesichts der aktuellen Entwicklung jederzeit Überlegungen an, weitere Verschärfungen vorzunehmen, die möglich seien. "Die neue Virusvariante, die sich zuspitzende Lage auf den Intensivstationen in vielen Regionen, das weiter nicht gebremste exponentiell Wachstum – all das macht schnelles Handeln notwendig", sagte Braun. Und es zeige sich immer deutlicher, dass die Länder dringend das volle Instrumentarium für weitgehende Beschränkungen bräuchten.

Südafrika sieht sich durch Reisebeschränkungen "bestraft"

Südafrika sieht sich durch die zahlreichen Reisebeschränkungen seit der Entdeckung der neuen Variante des Coronavirus im südlichen Afrika zu Unrecht bestraft. "Herausragende Wissenschaft sollte gelobt und nicht bestraft werden", hieß es in einer am Samstag veröffentlichten Stellungnahme des Ministeriums für Internationale Beziehungen unter Verweis auf die Arbeit südafrikanischer Wissenschaftler, die die Omikron-Variante sequentiert und identifiziert hatten.

"Wir stellen auch fest, dass neue Varianten in anderen Ländern entdeckt wurden. Keiner dieser Fälle hatte eine Verbindung nach Südafrika", hieß es weiter. Südafrika habe bereits Gespräche mit Ländern aufgenommen, die Reisebeschränkungen beschlossen hätten und hoffe, dass diese Entscheidungen noch einmal überdacht würden.

Naledi Pandor bei der UN Generalversammlung im September 2021 (Archivbild): Die südafrikanische Außenministerin erinnerte daran, dass sich die WHO für Vorsicht bei Reisebeschränkungen ausgesprochen habe. (Quelle: imago images/Eduardo Munoz)Naledi Pandor bei der UN Generalversammlung im September 2021 (Archivbild): Die südafrikanische Außenministerin erinnerte daran, dass sich die WHO für Vorsicht bei Reisebeschränkungen ausgesprochen habe. (Quelle: Eduardo Munoz/imago images)

"Wir respektieren das Recht aller Länder, Vorsorgemaßnahmen zu treffen, um ihre Bürger zu schützen", betonte Ministerin Naledi Pandor. Gleichzeitig sollte bedacht werden, dass die Pandemie internationale Zusammenarbeit und Erfahrungsaustausch nötig mache. Sie verwies darauf, dass sich die Weltgesundheitsorganisation WHO für Vorsicht bei Reisebeschränkungen ausgesprochen habe.

Flüge nach Marokko für zwei Wochen ausgesetzt

Wegen der raschen Ausbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus setzt Marokko alle Flüge in das nordafrikanische Land für zunächst zwei Wochen aus. Ab kurz vor Mitternacht am Montagabend dürften vorerst keine Flüge mehr in Marokko landen, berichtete die Staatsagentur MAP am Sonntag. Grund sei die schnelle Ausbreitung der Omikron-Variante vor allem in Europa und Afrika. Die Flüge nach Marokko würden ausgesetzt, um bisherige Erfolge im Kampf gegen das Virus zu erhalten, hieß es.

Israel führt Handy-Überwachung wieder ein

Im Bemühen um eine Eindämmung der neuen Omikron-Variante des Coronavirus führt Israel die umstrittene Handy-Überwachung von Corona-Patienten und deren Kontakten wieder ein. Die israelische Regierung stimmte am Sonntag für den erneuten Einsatz der Überwachungstechnologie durch den Inlandsgeheimdienst Schin Bet. Diese Maßnahme wurde in einer früheren Phase der Pandemie bereits genutzt, wegen Kritik aber wieder gestoppt.

"Ziel des Einsatzes ist es, Infizierte ausfindig zu machen, und so die Ansteckungskette zu unterbrechen", hieß es in einer Mitteilung des Büros von Ministerpräsident Naftali Bennett. Die Maßnahme betreffe aber nur Infizierte mit der neuen Omikron-Variante und solle vorerst bis zum 2. Dezember gelten.

Mehrheit rechnet mit Lockdown vor Weihnachten

In der Bevölkerung wächst die Angst vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus. Laut einer repräsentativen INSA-Umfrage der "Bild am Sonntag" einem Vorabbericht zufolge befürchten 53 Prozent der Befragten eine Ansteckung.

Die aktuellen Corona-Maßnahmen hält eine deutliche Mehrheit von 58 Prozent für nicht ausreichend, 73 Prozent rechnen damit, dass noch in diesem Jahr ein bundesweiter Lockdown beschlossen wird und eine Mehrheit von 57 Prozent wünscht sich diese Maßnahme sogar. 55 Prozent glauben zudem, dass die Politik zu viel Rücksicht auf die Belange von Ungeimpften nimmt.

Geschlossener Weihnachtsmarkt: 73 Prozent rechnen damit, dass noch in diesem Jahr ein bundesweiter Lockdown beschlossen wird. (Quelle: imago images/photosteinmaurer.com)Geschlossener Weihnachtsmarkt: 73 Prozent rechnen damit, dass noch in diesem Jahr ein bundesweiter Lockdown beschlossen wird. (Quelle: photosteinmaurer.com/imago images)

Omikron-Variante auch in Dänemark bestätigt

Infektionen mit der Omikron-Variante des Coronavirus sind nun auch in Dänemark bekannt geworden. Das staatliche Gesundheitsinstitut SSI bestätigte am Sonntag zwei Fälle, die zuvor als Verdachtsfälle eingestuft worden waren. Die beiden Infizierten seien mit dem Flugzeug aus Südafrika eingereist und mittlerweile in Quarantäne. Auch deren enge Kontakte sollten sich in die Isolation begeben. Der Direktor des Instituts, Henrik Ullum, sagte, man wolle die weitreichende Ausbreitung der Variante verlangsamen, um möglichst viele Menschen vorher zu impfen.

Moderna arbeitet bereits an Omikron-Impfstoff

Noch ist unklar, wie gefährlich die neue Corona-Variante ist. Dennoch wappnen sich Impfstoffhersteller: Moderna forscht bereits seit einigen Tagen an einer Anpassung des Vakzins. Mehr dazu lesen Sie hier.

Omikron-Mutante wahrscheinlich auch schon in Frankeich

Die neue Omikron-Mutation des Coronavirus ist wahrscheinlich auch schon in Frankreich. Zwar sei noch kein Fall nachgewiesen worden, sagt Gesundheitsminister Olivier Veran zu Reportern an einem Impfzentrum in Paris. "Aber das ist eine Frage von Stunden." Wenn die Mutante bereits in Großbritannien, Italien und Belgien im Umlauf sei, dann sei es wahrscheinlich, dass es auch in Frankreich bereits Fälle gebe. "Wir werden sie identifizieren, ... und wir werden ihre Verbreitung so weit wie möglich verlangsamen." Die Regierung verschärfe die Beschränkungen, um eine Ausbreitung zu verhindern.

Luftwaffe startet zweiten Einsatz zur Patientenverlegung

Ein zweiter Einsatz der Luftwaffe zur Verlegung von Corona-Intensivpatienten innerhalb Deutschlands ist am Sonntag gestartet. Nach Bundeswehr-Angaben flog ein Sanitätsflugzeug vom Typ A310 MedEvac am Vormittag vom Heimatflughafen Köln aus nach München. Dort sollen Patienten an Bord genommen und nach Hamburg geflogen werden.

Die Bundeswehr hält zur Verlegung von Patienten zwei Flugzeuge bereit: einen Airbus A310 MedEvac – eine "fliegende Intensivstation" mit sechs Behandlungsplätzen – sowie das Überwachungsflugzeug A319OH. In Letzteres waren zwei Plätze zur Intensivbehandlung eingebaut worden. In Wunstorf (Niedersachsen) ist zudem noch ein A400M MedEvac stationiert.

Ein Corona-Hilfsflug der Luftwaffe in München: Das Konzept war im Frühjahr 2020 unter dem Eindruck der ersten Corona-Welle ins Leben gerufen worden. (Quelle: dpa/Peter Kneffel)Ein Corona-Hilfsflug der Luftwaffe in München: Das Konzept war im Frühjahr 2020 unter dem Eindruck der ersten Corona-Welle ins Leben gerufen worden. (Quelle: Peter Kneffel/dpa)

Grundlage für den Einsatz ist das sogenannte Kleeblattyystem für eine bundesweite Verteilung von Patienten aus einzelnen Regionen, in denen der Kollaps von Krankenhäusern droht. Eine Verlegung von Patienten mit anderen Erkrankungen ist nach einem Kriterienkatalog der Intensivmedizinervereinigung Divi nur in Ausnahmefällen vorgesehen. Das Konzept war im Frühjahr 2020 unter dem Eindruck der ersten Corona-Welle ins Leben gerufen worden.

Kliniken im Südwesten verschieben planbare Operationen

Die Krankenhäuser in Baden-Württemberg verschieben aufgrund der vielen Covid-Patienten auf Intensivstationen immer mehr sogenannte planbare Operationen. Landesweit werden nach Angaben der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft (BWKG) mittlerweile rund 50 Prozent der planbaren OPs verschoben, wie eine Sprecherin in Stuttgart mitteilte.

Hintergrund ist demnach die hohe Zahl an Covid-Patienten, die auf einer Intensivstation behandelt werden muss. Das hierfür benötigte Pflegepersonal fehlt für die Nachsorge von Patienten auf einer Intensivstation nach einer planbaren Operation. In der Folge werden immer häufiger Operationen abgesagt oder verschoben. Zu den planbaren OPs zählen Eingriffe, die nicht einer sofortigen Behandlung bedürfen. Darunter fallen etwa Hüft- oder Kniegelenksoperationen. Aber auch die Behandlung von Krebspatienten ist durch die Verschiebung von Operationen inzwischen betroffen.

Zentrales Impfzentrum am Robert-Bosch-Krankenhaus in Stuttgart: Planbare OPs werden hier seit Oktober verschoben. (Quelle: imago images/Wilhelm Mierendorf)Zentrales Impfzentrum am Robert-Bosch-Krankenhaus in Stuttgart: Planbare OPs werden hier seit Oktober verschoben. (Quelle: Wilhelm Mierendorf/imago images)

So hat etwa das Uniklinikum Ulm am vergangenen Dienstag angekündigt, ab sofort planbare Behandlungen, soweit medizinisch vertretbar, zu verschieben oder auszusetzen. Am Robert-Bosch-Krankenhaus in Stuttgart werden nach Angaben des Hauses bereits seit Ende Oktober wieder planbare OPs verschoben. Inzwischen müssten auch Herz- und Tumoroperationen zeitweise verschoben werden, hieß es in Stuttgart. Allein auf der Warteliste der Herzchirurgie befänden sich bereits rund 200 Patienten.

Auch an den Unikliniken in Heidelberg und Freiburg werden planbare Eingriffe mittlerweile wieder verschoben. Am Schwarzwald-Baar-Klinikum in Villingen-Schwenningen ist dies laut einer Sprecherin bereits seit zwei Wochen der Fall.

Verdacht auf Omikron-Fall in Österreich

In Österreich gibt es einen ersten Verdacht auf einen Omikron-Fall. In Tirol sei ein Reisender, der aus Südafrika zurückgekommen sei, positiv auf das Coronavirus getestet worden, teilen die Tiroler Behörden mit. Es gebe Anzeichen, dass es sich dabei um die Omikron-Mutante handeln könnte. Dies werde nun untersucht, Klarheit gebe es wohl in einigen Tagen.

Heil will Impfpflicht in Klinken Heimen noch vor Weihnachten

Der geschäftsführende Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) kündigt an, die Impfpflicht für Kliniken und Heime noch vor Weihnachten umsetzen zu wollen. Auch Profi-Sportler hätten eine "moralische Impfpflicht", sagt Hubertus Heil, einem Vorabbericht der "Bild am Sonntag" zufolge. "Das Wichtigste ist, dass sich mehr Menschen impfen lassen. Das gilt auch für diejenigen, die viel verdienen und im Rampenlicht stehen, zum Beispiel Profi-Fußballer. Es gibt eine moralische Impfpflicht."

Heil befürwortet auch eine allgemeine Impfpflicht, eine Debatte darüber müsse jedoch richtig geführt werden: "Denn wenn die Impfpflicht kommen soll, muss sie rechtssicher und praktisch umsetzbar sein."

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil spricht bei der IG Metall (Archivbild): Der SPD-Politiker spricht sich für eine Impfpflicht aus. (Quelle: dpa/Annette Riedl)Bundesarbeitsminister Hubertus Heil spricht bei der IG Metall (Archivbild): Der SPD-Politiker spricht sich für eine Impfpflicht aus. (Quelle: Annette Riedl/dpa)

Schweizer stimmen über Covid-19-Gesetz der Regierung ab

In einer aufgeheizten politischen Atmosphäre stimmen die Schweizer am Sonntag über das Covid-19-Gesetz der Regierung ab. Die Gegner mobilisieren vor allem gegen das bereits eingeführte Covid-19-Zertifikat, mit dem sich eine Corona-Impfung, Negativ-Testung oder Genesung nachweisen lässt. Dies soll durch die Volksabstimmung am Sonntag auf eine rechtssichere Grundlage gestellt werden. Seit September wird das Zertifikat unter anderem beim Besuch von Restaurants benötigt.

Obwohl laut Umfragen eine Mehrheit von zwei Dritteln der Bevölkerung hinter dem Covid-19-Gesetz steht, befürchten Beobachter eine Zunahme der Spannungen um die Corona-Politik der Regierung. Politiker in dem Alpenstaat sind nach Polizeiangaben mit einem nie dagewesenen Ausmaß an Drohungen konfrontiert. Zuletzt erhöhte die Polizei die Sicherheitsmaßnahmen für mehrere Betroffene, darunter Gesundheitsminister Alain Berset. Landesweit hatten Kritiker in den vergangenen Wochen immer wieder gegen Corona-Beschränkungen protestiert, manche Demonstrationen schlugen in Gewalt um.

Zwei Omikron-Fälle in Australien bestätigt

Australien meldet zwei bestätigte Omikron-Fälle. Die Gesundheitsbehörden in New South Wales, dem bevölkerungsreichsten Bundesstaat, seien zwei Passagiere positiv auf die neue Coronavirus-Mutante getestet worden. Sie seien am Samstagabend aus dem südlichen Afrika in Sydney angekommen.

Zwei Fälle der Omikron-Virusvariante in Deutschland bestätigt

In München sind die ersten beiden Fälle der als besorgniserregend eingestuften Omikron-Variante des Coronavirus in Deutschland bestätigt worden. Die beiden Reisenden seien am 24. November mit einem Flug aus Südafrika eingetroffen, sagte Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Samstag. Die Betroffenen hätten selbst vorausschauend eine Untersuchung auf die Virusvariante veranlasst, nachdem sie aus den Medien von der Gefahr erfahren hätten. Sie befinden sich seit Donnerstag nach einem positiven PCR-Test in häuslicher Isolation.

Das bayerische Gesundheitsministerium forderte Fluggäste, die mit demselben Flug am 24. November aus Südafrika gekommen sind, auf, sich umgehend bei ihrem zuständigen Gesundheitsamt zu melden. Alle Personen, die in den vergangenen 14 Tagen aus Südafrika eingereist seien, sollten sofort ihre Kontakte reduzieren, einen PCR-Test unter Angabe ihrer Reisegeschichte machen und umgehend das Gesundheitsamt kontaktieren.

Überdies gelte, dass alle Personen, die aus den vom Robert Koch-Institut als Virusvarientengebieten eingestuften Gebieten im südlichen Afrika einreisen, 14 Tage in Quarantäne müssen – das gelte auch unabhängig vom Impfstatus. "Wir müssen alles tun, um die Verbreitung der neuen Variante im Freistaat und in Deutschland zu verhindern", sagte eine Ministeriumssprecherin in München.

Israel macht für 14 Tage die Grenzen für alle Ausländer dicht

Im Kampf gegen die neue Südafrika-Variante Omikron des Coronavirus schottet Israel sich ab. Die Regierung unter Ministerpräsident Naftali Bennett untersagt Ausländern aus allen Ländern die Einreise. Die Maßnahme soll 14 Tage dauern. Zudem solle auch wieder die Handy-Überwachung eingesetzt werden, um Infizierte zu finden. In Israel ist bislang bei einer Person Omikron bestätigt worden. Zudem gibt es sieben weitere Verdachtsfälle.

Montgomery schlägt Verfallsdatum für Impfung vor

Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, fordert eine Befristung des Impfstatus. "Jede Impfung muss ein Verfallsdatum bekommen", sagte der Mediziner den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Online Sonntag, Print Montag). Wenn eine Impfung länger zurückliege, falle der Geimpfte dann automatisch wieder zurück in den Status des Ungeimpften. Wer sich boostern lasse, gelte wieder als geimpft. Dazu müsse jetzt geklärt werden, wie lange der Impfschutz jeweils halte und wann dieses Verfallsdatum angesetzt werden müsse.

Bahn kontrolliert etwa 80.000 Reisende

In den ersten Tagen der Einführung der 3G-Regeln hat die Deutsche Bahn rund 80.000 Reisende kontrolliert, ob sie geimpft, genesen oder getestet waren. Bislang kam es nur in 40 Fällen zu Zug-Verweisen, wie die "Bild am Sonntag" berichtet. 9.000 Sicherheits- und Kontrollmitarbeiter haben demnach zwischen Mittwoch und Samstagabend im Fernverkehr täglich rund 20.000 Fahrgäste kontrolliert. Täglich seien rund 250.000 Reisende mit der ICE und IC unterwegs, berichtet das Blatt.

Omikron-Verdacht in Österreich und Tschechien

In Österreich ist am Samstag ein erster Verdachtsfall der neuen Coronavirus-Variante Omikron gemeldet worden. Nach Angaben der Behörden liege im Bundesland Tirol ein positives PCR-Testergebnis vor, das mit einer Südafrikareise in Zusammenhang stehe, berichtete die österreichische Nachrichtenagentur APA. Nach der Erstprüfung durch die Virologie Innsbruck bestehe ein konkreter Verdacht, dass es sich um die neue Virus-Mutante handeln könnte, erklärten die Behörden.

Die betroffene Person sei doppelt geimpft, die zweite Impfung liege aber bereits rund neun Monate zurück, hieß es weiter.

Unterdessen bestätigte ein Krankenhaus in Tschechien die Infektion einer Patientin mit der neuen Coronavirus-Variante Omikron. Ein Krankenhaussprecher in der Stadt Liberec sagte dem tschechischen Fernsehen, die Sequenzierung im örtlichen Labor habe eine "90-prozentige Wahrscheinlichkeit" ergeben, dass es sich um die Variante handele.

Italien meldet ersten Omikron-Fall

In Italien ist ebenfalls die Omikron-Variante festgestellt worden. Das gibt das nationale Gesundheitsinstitut ISS bekannt. Die Variante sei bei einer Person bestätigt worden, die aus Mosambik eingereist sei. Der Patient befinde sich in guter körperlicher Verfassung.

Großbritannien verhängt Quarantäne-Pflicht für alle Einreisenden

Angesichts der als besorgniserregend eingestuften Omikron-Variante des Coronavirus verschärft Großbritannien seine Regeln für Einreisende aus aller Welt. Alle Ankommenden müssen an Tag Zwei nach ihrer Einreise einen PCR-Test machen und bis zum Erhalt eines negativen Testergebnisses in Quarantäne gehen, wie der britische Premier Boris Johnson am Samstag bei einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz mitteilte. "Wir müssen jetzt noch weiter gehen und ein neues Testregime verhängen", sagte Johnson.

Kurz zuvor hatte Großbritannien die ersten Infektionen mit der neuen Variante Omikron gemeldet. Gesundheitsminister Sajid Javid erklärte, es seien zwei miteinander in Verbindung stehende Fälle entdeckt worden, bei denen es einen Zusammenhang mit einer Reise ins südliche Afrika gebe. Ein Fall wurde laut den Gesundheitsbehörden in der mittelenglischen Stadt Nottingham, der andere in Chelmsford östlich der Hauptstadt London entdeckt worden. Die Betroffenen seien in Isolation, die Kontaktnachverfolgung dauere an, sagte Javid. Johsnon kündigte an, dass nun wieder Masken in Geschäften getragen werden müssen. 

Berlins Gesundheitssenatorin fordert Lockdown

Angesichts des rasanten Anstiegs der Zahl von Corona-Neuinfektionen hält Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) einen erneuten Lockdown für erforderlich. "Ich fordere den Bund auf, eine Bundesnotbremse einzusetzen", sagte die geschäftsführende Senatorin der "Berliner Morgenpost". Zugleich bat sie die Menschen in Berlin, Großveranstaltungen vor allem in Innenräumen zu meiden, um das Ansteckungsrisiko zu senken.

Spahn: Ab Wochenanfang stehen 14 Millionen Impfdosen zur Verfügung

Gesundheitsminister Jens Spahn weist Kritik aus Ländern und von Ärzten an angeblich unzureichenden Impfstoff-Lieferungen zurück. Diese Woche seien sieben Millionen Impfdosen ausgeliefert worden und 3,5 Millionen Menschen geimpft worden. Am Montag und Dienstag liefere der Bund weitere zehn bis elf Millionen aus. Dann stünden rund 14 Millionen Dosen zur Verfügung. Es könne trotzdem vorkommen, dass es lokal aus logistischen Gründen nicht so viel Impfstoff wie gewünscht gebe. Allerdings hätten einige Länder die seit April bestehende wöchentliche Bestellfrist bis Dienstagmittag für die Folgewoche verpasst.

Söder: Leopoldina-Vorgaben ein "Warn- und Weckruf an Berlin"

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat die Empfehlung der wissenschaftlichen Akademie Leopoldina für sofortige Kontaktbeschränkungen auch für Corona-Geimpfte als "einen Warn- und Weckruf an Berlin" bezeichnet. "Die Lage ist ernster, als die meisten glauben", sagte Söder der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage. "Und Omikron könnte zu einer neuen Bedrohung werden", betonte er im Hinblick auf die im südlichen Afrika neu entdeckte Virusvariante. "Wir sollten daher die Hinweise der Leopoldina sehr ernst nehmen und rasch beraten", sagte Söder. Hier lesen Sie, was die Forscher gefordert haben. 

Experten: Impfstoffe dürften gegen Omikron helfen

Impfdose von Moderna: Ein Experte geht davon aus, dass die Impfstoffe auch gegen die Omikron-Variante helfen. (Symbolbild) (Quelle: imago images/Sven Simon)Impfdose von Moderna: Ein Experte geht davon aus, dass die Impfstoffe auch gegen die Omikron-Variante helfen. (Symbolbild) (Quelle: Sven Simon/imago images)

Der Charite-Immunologe Leif Erik Sander zeigt sich optimistisch, dass die bisherigen Corona-Impfstoffe auch gegen die Omikron-Variante wirken. Zwar könne man dies noch nicht abschließend sagen, weil dies noch erforscht werden müsse, sagt er bei einer Veranstaltung des Bundesgesundheitsministeriums. Aber er sei optimistisch, dass man bei dieser Variante "nicht bei Null" anfangen müsse.

Auch RKI-Chef Lothar Wieler wies darauf hin, dass die Impfung die beste Option bleibe. "Alle Menschen, die sich impfen lassen, fangen nicht bei null an, wenn sie sich mit einer neuen Variante infiziert haben", betonte Lothar Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), am Samstag in Berlin. Sie hätten auf jeden Fall schon einen gewissen Impfschutz, das sei entscheidend zu wissen.

Spahn: 2G-Regeln noch lange beibehalten

Der scheidende Gesundheitsminister Jens Spahn empfiehlt, die 2G-Regeln noch lange beizubehalten. "Ich finde es wichtig, wenn es noch viele Monaten nach der Welle bei 2G bliebe", sagt er mit Blick auf Zugangsregeln nur für Geimpfte und Genesene. Falls die Gültigkeitsdauer der Corona-Impfzertifikate künftig in der EU von einem Jahr auf neun Monate verkürzt werde, sollte dies möglichst europaweit gelten. 

Es könnte zu einer Ansage kommen: "Stellt Euch darauf ein, 2G, geimpft oder genesen, und zwar auffrischgeimpft dann ab einem Punkt x, gilt mindestens mal das ganze Jahr 2022. Wenn Du irgendwie mehr tun willst als Dein Rathaus oder Deinen Supermarkt besuchen, dann musst Du geimpft sein." Dies wäre eine ziemlich klare Ansage, so Spahn. 

Großbritannien meldet zwei Omikron-Fälle

In Großbritannien ist nach Regierungsangaben ebenfalls die Omikron-Variante festgestellt worden. Es handle sich um zwei Fälle, die miteinander im Zusammenhang stünden, teilt Gesundheitsminister Sajid Javid mit. Beide Personen befänden sich nun in häuslicher Isolation. Die Fälle würden noch näher untersucht.

Leopoldina empfiehlt sofortige strikte Kontaktbeschränkungen

Weil sich die Corona-Lage immer mehr zuspitzt, fordern Wissenschaftler strengere Maßnahmen. Die Leopoldina rät, Kontakte umfassend einzuschränken. Mehr dazu lesen Sie hier. 

Neue Covid-Variante könnte noch gefährlicher sein als befürchtet

Die Omikron-Variante wurde bereits in mehreren Ländern nachgewiesen. Die Untersuchung von zwei Infizierten in Hongkong gibt nun Aufschluss über die Virluslast und die Wirkung von Impfstoffen bei der Mutante. Mehr dazu lesen Sie hier. 

Braun gibt Güler recht: Impfpflicht wohl nicht vermeidbar

Angesichts rasant steigender Infektionszahlen und überlasteter Kliniken steht der CDU-Vorsitzkandidat Helge Braun der Diskussion über eine allgemeine Impfpflicht offen gegenüber. Angesprochen auf die Aussage von Serap Güler, die er im Fall seiner Wahl zum CDU-Chef als Generalsekretärin vorschlagen will, sagte Braun der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung", eine solche Pflicht werde sich wohl nicht vermeiden lassen. "Da hat sie leider recht." Er fügte hinzu: "Ich befürchte, dass eine Impfpflicht gesellschaftlich spaltet. Aber eine nicht enden wollende Pandemie spaltet auch." Er finde es traurig, dass so viele nicht freiwillig das Impfangebot wahrnähmen.

Vor rund zwei Wochen hatte der geschäftsführende Kanzleramtsminister eine allgemeine Impfpflicht gegenüber "Welt am Sonntag" noch abgelehnt. Güler hatte sich vor einigen Tagen in einem Interview mit RTL offen für eine solche Pflicht geäußert.

Braun sagte nun der "FAS", er wünsche sich, "dass der Ethikrat sich jetzt intensiv mit den vielen offenen Fragen beschäftigt: Was sind die Sanktionen, wenn man einer Impfpflicht nicht nachkommt? Für wen gilt sie überhaupt? So eine grundlegende Frage sollte in einem breiten politischen Konsens entschieden werden".

Helge Braun: Der CDU-Politiker lehnt eine Impfpflicht nicht mehr ab. (Quelle: imago images/Jens Schicke)Helge Braun: Der CDU-Politiker lehnt eine Impfpflicht nicht mehr ab. (Quelle: Jens Schicke/imago images)

Südafrika kritisiert Reisebeschränkungen als ungerechtfertigt

Südafrika beklagt, es werde mit den von mehreren Staaten verhängten Verbot von Einreisen aus dem Land für seine Aufklärungsarbeit bestraft. Die Maßnahmen, die Tourismus und andere Wirtschaftszweige des Landes treffen, seien ungerechtfertigt, erklärt das Außenministerium. Die neue, nach dem griechischen Buchstaben Omikron benannte Variante des Coronavirus war erstmals in Südafrika festgestellt worden.

Leopoldina empfiehlt sofortige strike Kontaktbeschränkungen

Weil sich die Corona-Lage immer mehr zuspitzt, fordern Wissenschaftler strengere Maßnahmen. Die Leopoldina rät, Kontakte umfassend einzuschränken. Lesen Sie hier mehr dazu.

Kanzlerkandidat Scholz kündigt wegen Corona konsequentes Handeln an

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz hat in der sich dramatisch zuspitzenden Corona-Pandemie konsequentes Handeln angekündigt. Man werde alles tun, was getan werden muss, sagte Scholz am Samstag in Frankfurt beim Bundeskongress der Jusos und sprach von "wieder neuen dramatischen Herausforderungen". Es gebe nichts, was nicht in Betracht genommen werde. Ehrgeiziges Ziel sei, dass jetzt alle Betreffenden eine Booster-Impfung zur Auffrischung bekommen. Er habe ja bereits angekündigt, dass ein Krisenstab eingesetzt werden soll. Es gebe derzeit eine enge Zusammenarbeit der künftigen und der jetzigen Regierung, sagte Scholz am Rande des Bundeskongresses.

Niederlande: Viele Corona-Fälle bei ankommenden Südafrika-Reisenden

In den Niederlanden sind 61 Flugpassagiere aus Südafrika positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die Tests seien bei der Ankunft am Flughafen Schiphol in Amsterdam vorgenommen worden, teilte die niederländische Gesundheitsbehörde GGD am Samstag mit. Die Passagiere kamen demnach mit zwei Flügen aus Südafrika an. Neben den 61 positiven Ergebnissen habe es 531 negative Coronatests gegeben.

Am Donnerstag war in Südafrika die Entdeckung einer neuen Coronavirus-Variante mit der wissenschaftlichen Bezeichnung B.1.1.529 bekannt gegeben worden. Nach Angaben südafrikanischer Wissenschaftler könnte die Variante wegen der ungewöhnlich vielen Mutationen noch ansteckender als die derzeit grassierende Delta-Variante sein und die Impfstoffe weniger wirksam machen.

Die niederländischen Behörden erklärten, die in Amsterdam positiv Getesteten würden in einem Quarantänehotel nahe des Flughafens untergebracht. Es werde nun untersucht, ob sie sich mit der neuen Virusvariante angesteckt haben.

Amsterdam Flughafen: Mehrere Reisende, die aus Südafrika kamen, wurden positiv getestet. (Archivbild) (Quelle: imago images/ANP)Amsterdam Flughafen: Mehrere Reisende, die aus Südafrika kamen, wurden positiv getestet. (Archivbild) (Quelle: ANP/imago images)

Neue Corona-Variante offenbar schon in Deutschland

Die Omikron-Variante, die weltweit Besorgnis auslöst, ist offenbar in Deutschland angekommen. Ein hessischer Minister teilte den Verdacht mit. Gesundheitsexperte Lauterbach mahnt: kein Grund zur Panik. Lesen Sie hier mehr dazu.

Verdacht auf Omikron-Variante auch in Tschechien

Auch in Tschechien besteht der Verdacht, dass die Omikron-Variante des Coronavirus aufgetreten ist. Wie das Nationale Institut für öffentliche Gesundheit mitteilt, ist eine Person betroffen, die sich in Namibia aufgehalten hat. Weitere Tests würden noch unternommen.

Spahn: Über zehn Prozent der Bevölkerung haben Booster-Impfung

In Deutschland haben mehr als zehn Prozent der Bevölkerung eine Auffrischungsimpfung erhalten. Das entspreche 8,6 Millionen Dosen, teilt der amtierende Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) per Twitter mit. Allein in den vergangenen fünf Tagen habe es 2,7 Millionen Booster-Impfungen gegeben. Zudem hätten sich rund 450.000 Menschen in dieser Woche doch noch zur ersten Impfung entschlossen. "Tendenz erfreulich steigend!"

Neue Erkenntnisse zu Omikron-Variante bei Infizierten in Hongkong

Die Omikron-Variante wurde bereits in mehreren Ländern nachgewiesen. Die Untersuchung von zwei Infizierten in Hongkong gibt nun Aufschluss über die Virluslast und die Wirkung von Impfstoffen bei der Mutante. Lesen Sie hier mehr dazu. 

Neue Virusvariante: Lauterbach fordert weitere Einschränkungen

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat angesichts der aktuellen Corona-Lage und des Auftretens einer möglicherweise noch gefährlicheren Variante des Virus weitere Einschränkungen gefordert. Das Infektionsgeschehen sei "aggressiver als gedacht", sagte Lauterbach am Freitagabend im Interview mit den ARD-Tagesthemen. "Es sind die großen Veranstaltungen, die vollen Lokale, die vollen Geschäfte, die uns die Probleme machen."

Die Politik müsse nun möglicherweise noch einmal nachsteuern, sagte Lauterbach weiter. Besonders problematisch sei, "dass die Kontrollen von 2G und 2G+ überhaupt nicht angemessen stattfinden".

"Nichts ist schlimmer als eine besonders schwere Variante in eine laufende Welle hinein zu bekommen", sagte Lauterbach zur neu aufgetretenen Corona-Variante Omikron, die zunächst in Südafrika festgestellt worden war. Der neue Erreger scheine "gefährlich für die Geimpften wie für die Ungeimpften" zu sein. Er sei aber dennoch zuversichtlich, dass "die Booster-Impfungen auch vor dieser Variante schützen".

Karl Lauterbach spricht im Bundestag (Archivbild): Der SPD-Politiker will die Corona-Maßnahmen verschärfen. (Quelle: imago images/Political-Moments)Karl Lauterbach spricht im Bundestag (Archivbild): Der SPD-Politiker will die Corona-Maßnahmen verschärfen. (Quelle: Political-Moments/imago images)

Bundesregierung hat keine Infos zur Impfquote in Pflegeberufen

Das Bundesgesundheitsministerium hat nach Informationen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) keine Informationen darüber, wie hoch die Impfquote in medizinischen Berufen ist. "Informationen zu den Impfquoten bei pflegerischen und ärztlichen Berufen liegen dem Robert Koch-Institut nur auf der Basis von einzelnen stichprobenartigen Studien vor", zitierten die RND-Zeitungen (Samstagsausgaben) aus einer Antwort des Ministeriums auf eine Anfrage des FDP-Bundestagsabgeordneten Konstantin Kuhle.

Daten über den beruflichen Hintergrund von geimpften Personen würden im digitalen Impfquoten-Monitoring des RKI regelmäßig "nicht erfasst". Kuhle sagte dem RND dazu, angesichts der dramatischen Pandemie-Situation müsse die Debatte über Impfpflichten für bestimmte Bevölkerungsgruppen offen geführt werden.

"Man kann eine Impfpflicht jedoch nicht einfach in den Raum stellen, ohne sich über die genaue Ausgestaltung oder die Datengrundlage im Klaren zu sein", sagte Kuhle. Auch die Prüfung, ob eine Impfpflicht verfassungsgemäß sei, könne nur anhand eines konkreten Vorschlags erfolgen.

Deutschland sei von der scheidenden Bundesregierung "auf die Einführung einrichtungs- oder tätigkeitsbezogener Impfpflichten schlampig vorbereitet worden", sagte Kuhle. Dies zeige die Tatsache, dass das Bundesgesundheitsministerium keine Angaben zur Impfquote etwa in den verschiedenen Bereichen der Pflege machen könne.

Brinkhaus: Weihnachtsferien ein bis zwei Wochen früher beginnen

Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus dringt in der "Welt am Sonntag" auf weitere rasche Maßnahmen, um die vierte Corona-Welle zu brechen. "Sollte sich die Lage noch verschlimmern, muss meines Erachtens auch darüber nachgedacht werden, die Weihnachtsferien überall ein bis zwei Wochen früher beginnen zu lassen, um die Kontakte zum Beispiel in den Schulen zu reduzieren." Notfalls müsse es auch einen Teil-Lockdown geben, sagt der CDU-Politiker. "Die Lage ist blitzgefährlich, die Lage ist akut. Wir müssen sofort handeln. Die Bundestagsfraktion der Union ist jedenfalls bereit, für zusätzliche Maßnahmen innerhalb von 24 Stunden zu einer Sondersitzung des Bundestages nach Berlin zu kommen."

Bisher keine Omikron-Fälle in den USA

In den Vereinigten Staaten sind bisher keine Fälle der in Südafrika entdeckten neuen Coronavirus-Variante festgestellt worden. Das teilt das US-Zentrum für Seuchenkontrolle und -prävention (CDC) mit. "Wir erwarten, dass Omikron schnell identifiziert wird, wenn es in den USA auftaucht", so das CDC in einer Erklärung.

Australien verhängt 14-tägige Quarantäne für Reisende aus südlichem Afrika

Australien verhängt wegen des neuen Coronavirus eine 14-tägige Quarantäne für Bürger und deren Angehörige, wenn diese zuvor in einem von neun festgelegten Ländern im Süden Afrikas waren. Wie der australische Gesundheitsminister Greg Hunt mitteilt, dürfen alle Reisende, die nicht die australische Staatsbürgerschaft besitzen und sich in den vergangenen 14 Tagen in afrikanischen Ländern aufgehalten haben, in denen die Omikron-Variante entdeckt und verbreitet wurde, nicht nach Australien einreisen.

Montgomery: So gefährlich wie Ebola

Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, warnt vor der Entstehung gefährlicher Varianten des Coronavirus. "Meine große Sorge ist, dass es zu einer Variante kommen könnte, die so infektiös ist wie Delta und so gefährlich wie Ebola", sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstag).

Die neue südafrikanische Variante B.1.1.529 sei ein gutes Beispiel dafür, dass man dem Virus keine Chance zur Mutation geben dürfe. Um weitere Varianten zu verhindern, werde es nötig sein, die Welt noch jahrelang zu impfen, sagte Montgomery.

New Yorker Gouverneurin kündigt Notstand an

Die Gouverneurin von New York, Kathy Hochul, hat wegen der bereits im Umlauf befindlichen Delta-Variante und der neu identifizierten Omikron-Variante den Ausnahmezustand ausgerufen. Sie befürchtet neue Infektionshöchstwerte.

Die Corona-Notstandsverordnung, die am 3. Dezember in Kraft tritt, wird es dem Staat New York ermöglichen, Hilfsgüter zur Bekämpfung der Pandemie zu beschaffen, die Krankenhauskapazität zu erhöhen und potenzielle Personalengpässe zu bekämpfen. 

„Wir sehen im kommenden Winter weiterhin Warnzeichen für Spitzen, und obwohl die neue Omikron-Variante im Bundesstaat New York noch nicht entdeckt wurde, kommt sie“, sagte Hochul.

Kretschmer kritisiert Mangel an Schnelltests

Wegen des Mangels an Schnelltests hat Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) die Wirksamkeit der sogenannten 3G-Regel in Frage gestellt. "Es ist eine gravierende Fehleinschätzung, dass für die 3G-Regel am Arbeitsplatz und im Öffentlichen Nahverkehr das tägliche Testen für die Ungeimpften so einfach ist", sagte Kretschmer dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) einem Vorabbericht zufolge. In Sachsen habe man deswegen schon früh große Teile des öffentlichen Lebens wieder heruntergefahren und auf die 2G-Regel gesetzt. "Wir kommen mit den Kapazitäten der Schnelltests schon an die Grenzen und die Preise steigen rapide", so der sächsische Ministerpräsident.

WTO verschiebt Ministertagung wegen neuer Virusvariante

Die Welthandelsorganisation (WTO) hat ihre erste Ministertagung seit vier Jahren wegen der neuen Coronavirus-Variante auf unbestimmte Zeit verschoben. Die WTO teilte mit, ihre Mitglieder hätten sich am späten Freitag darauf geeinigt, die Ministerkonferenz zu verschieben, nachdem der Ausbruch der neuen Variante zu Reisebeschränkungen geführt hatte, die viele Minister daran gehindert hätten, Genf zu erreichen. 

Bundesregierung stuft acht Länder als Virusvariantengebiete ein

Wegen der Verbreitung einer neuen Coronavirus-Variante im südlichen Afrika beschränkt die Bundesregierung die Einreise aus insgesamt acht Ländern der Region drastisch. Südafrika, Namibia, Simbabwe, Botsuana, Mosambik, Eswatini, Malawi und Lesotho werden ab Sonntag um 0.00 Uhr als Virusvariantengebiete eingestuft, wie das Robert Koch-Institut am Freitag mitteilte.

Der geschäftsführende Gesundheitsminister Jens Spahn hatte zuvor bereits angekündigt, dass Südafrika und andere Staaten als Virusvariantengebiete eingestuft werden und somit Einreisebeschränkungen gelten werden. Nach Spahns Aussage sollte das bereits ab Samstag gelten. Das RKI weist zudem auf seiner Webseite darauf hin, dass die Gesundheitsämter bereits ab sofort für Einreisende aus den betroffenen Staaten Quarantäne und eine Untersuchung anordnen können. 

Regierung hat keine Zahlen über Impfquote in medizinischen Berufen

Das Bundesgesundheitsministerium hat nach Informationen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) keine Informationen darüber, wie hoch die Impfquote in medizinischen Berufen ist. "Informationen zu den Impfquoten bei pflegerischen und ärztlichen Berufen liegen dem Robert Koch-Institut nur auf der Basis von einzelnen stichprobenartigen Studien vor", zitierten die RND-Zeitungen (Samstagsausgaben) aus einer Antwort des Ministeriums auf eine Anfrage des FDP-Bundestagsabgeordneten Konstantin Kuhle.

Daten über den beruflichen Hintergrund von geimpften Personen würden im digitalen Impfquoten-Monitoring des RKI regelmäßig "nicht erfasst". Kuhle sagte dem RND dazu, angesichts der dramatischen Pandemie-Situation müsse die Debatte über Impfpflichten für bestimmte Bevölkerungsgruppen offen geführt werden.

Moderna testet Booster für Omikron-Variante

Der Impfstoffhersteller Moderna testet drei vorhandene Covid-19-Booster-Kandidaten gegen die Omikron-Variante. Das Unternehmen kündigt zudem einen neuen variantenspezifischen Impfstoffkandidaten gegen diese Variante des Coronavirus an, die zuerst in Südafrika festgestellt wurde.

Biden ruft zur Aufhebung von Impfstoff-Patenten auf

Vor einem Treffen der Mitgliedsländer der Welthandelsorganisation (WTO) ruft US-Präsident Joe Biden die Staaten dazu auf, Rechte zum Schutz geistigen Eigentums an Corona-Impfstoffen aufzuheben. Zur Begründung verweist Biden auf die in Südafrika entdeckte neue Variante des Corona-Virus. "Die heutige Nachricht unterstreicht, wie wichtig es ist, das anzugehen."

Kanada stoppt Einreise für Ausländer aus südlichem Afrika 

Angesichts der neuen Omikron-Variante des Coronavirus schließt Kanada seine Grenzen für Ausländer, die aus Ländern des südlichen Afrikas einreisen wollen. "Das südliche Afrika umfasst sieben verschiedene Länder: Südafrika, Mosambik, Botsuana, Simbabwe, Lesotho, Eswatini und Namibia", sagte Gesundheitsminister Jean-Yves Duclos am Freitag. Alle in den vergangenen Tagen Eingereisten müssten sich bis zum negativen Ergebnis eines Covid-Tests umgehend in Quarantäne begeben. Für alle Kanadier und Aufenthaltsberechtigte werde es verpflichtende Tests vor und nach Ankunft in Kanada geben.


USA und Australien kündigen Beschränkungen für Einreisen aus dem südlichen Afrika an

Auch die US-Regierung wird wegen einer neuen Variante des Coronavirus Einreisen aus den Staaten des südlichen Afrikas einschränken. Dies sei eine Vorsichtsmaßnahme, bis es mehr Informationen über die Variante gebe, erklärte US-Präsident Joe Biden am Freitag. Betroffen sind laut Weißem Haus ab Montag Einreisen aus Südafrika, Simbabwe, Namibia, Botsuana, Lesotho, Eswatini, Mosambik und Malawi. Von den Beschränkungen ausgenommen seien einreisende amerikanische Staatsbürger, Menschen mit unbefristeter Aufenthaltsgenehmigung und andere Ausnahmefälle.

Australien verhängt wegen des neuen Coronavirus eine 14-tägige Quarantäne für Bürger und deren Angehörige, wenn diese zuvor in einem von neun festgelegten Ländern im Süden Afrikas waren. Wie der australische Gesundheitsminister Greg Hunt mitteilt, dürfen alle Reisende, die nicht die australische Staatsbürgerschaft besitzen und sich in den vergangenen 14 Tagen in afrikanischen Ländern aufgehalten haben, in denen die Omikron-Variante entdeckt und verbreitet wurde, nicht nach Australien einreisen.

Wegen der neuen Coronavirus-Variante Omikron wird auch Brasilien die Einreise aus sechs afrikanischen Ländern verbieten. Wie die Regierung in einer Erklärung mitteilt, dürfen Reisende aus Südafrika, Swasiland, Lesotho, Namibia, Simbabwe und Botswana erstmal nicht mehr nach Brasilien einreisen.

Bericht: Bundesregierung besorgt über neue Mutante

Die neu entdeckte Virusvariante sorgt in der Bundesregierung für Aufregung. Die Impfstoffe könnten weniger wirksam sein, heißt es in einem internen Bericht. Biontech untersucht die Mutante bereits. Mehr dazu lesen Sie hier. 

Ab 17 Uhr: Niederlande gehen in den Abend-Lockdown

Angesichts schnell steigender Infektions- und Patientenzahlen verhängen die Niederlande einen abendlichen Lockdown. Geschäfte, Kulturstätten, Gaststätten und Sportclubs müssen täglich bereits um 17 Uhr schließen. Die verschärften Maßnahmen gelten ab Sonntag für zunächst drei Wochen. Das kündigte Ministerpräsident Mark Rutte am Freitag in Den Haag an. "In den Niederlanden ist dann im Prinzip alles ab 17 Uhr geschlossen." Ausgenommen seien Supermärkte.

Schulen sollen vorerst geöffnet bleiben. Allerdings müssen Schüler ab zehn Jahre eine Mundmaske tragen, wenn sie nicht an ihrem Platz sitzen. Die 1,5-Meter-Distanz-Regel wird ausgeweitet auf Kinos, Theater und Gaststätten. Das heißt, dass sie weniger Besucher empfangen können. Dort wird auch wieder die Maskenpflicht gelten. Es muss echt eine Wende geben, sagte Rutte.

Im ganzen Land hatten sich Einsatzkräfte auf mögliche Unruhen wegen der verschärften Maßnahmen vorbereitet. Einige Personen waren am Freitag bereits vorsorglich wegen Aufrufen zu Krawallen auf sozialen Netzwerken festgenommen worden. Am vergangenen Wochenende hatte es nächtelang zum Teil heftige Ausschreitungen gegeben. Die Polizei rechnet mit Protestaktionen am Wochenende. Zuletzt waren am Freitag etwa 21.350 neue Corona-Fälle registriert worden, das sind zwar etwa 900 weniger als am Vortag. Doch die Test-Kapazität der Behörden ist längst erschöpft. Im Schnitt waren in den vergangenen sieben Tagen 19 Prozent mehr neue Infektionen gemeldet worden.

Innenministerium: Omikron-Variante bisher in Deutschland nicht nachgewiesen

In Deutschland ist nach Angaben des Bundesinnenministeriums die neue Corona-Variante Omikron bislang nicht nachgewiesen worden. Es sei davon auszugehen, dass die Verbreitung der neuen Variante bereits deutlich größer sei als die bekannten Fälle in Südafrika, Botswana, Hongkong, Israel und Belgien.

Unklar sei, ob die Wirkung von Impfstoffen geringer sei. Entsprechende Laboruntersuchungen hätten begonnen. "Das Mutationsprofil deutet jedoch darauf hin, dass eine herabgesetzte Impfstoffwirkung zumindest ernsthaft in Betracht gezogen werden muss." Unklar sei auch, ob die neue Variante krankmachender sei.

Bericht: EU-Staaten wollen Flüge aus dem südlichen Afrika stoppen

Die EU-Staaten wollen angesichts einer neuen möglicherweise gefährlicheren Variante des Coronavirus alle Passagierflüge aus sieben Ländern im südlichen Afrika aussetzen. Davon betroffen sind Botsuana, Swasiland, Lesotho, Mosambik, Namibia, Südafrika und Simbabwe, wie die Deutsche Presse-Agentur in Brüssel nach einer Sondersitzung der EU-Staaten am Freitag aus Diplomatenkreisen erfuhr. Der italienische Gesundheitsminister bestätigte bereits, dass Italien den Flugverkehr mit den Ländern einstellt. 

Die Vereinbarung ist für die EU-Staaten nicht bindend, den Angaben zufolge wurde sie jedoch von allen Ländern unterstützt. Schon jetzt haben viele Staaten, unter ihnen Deutschland, Einschränkungen verhängt. Deutschland werde Südafrika zum Virusvariantengebiet erklären, kündigte der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Freitagmorgen an. Die Regelung trete in der Nacht zum Samstag in Kraft. Gegebenenfalls seien auch Nachbarländer Südafrikas betroffen.

Die slowenische EU-Ratspräsidentschaft teilte am Abend mit, das zuständige Gremium der EU-Staaten habe sich darauf verständigt, die entsprechende Notbremse auszulösen und Einschränkungen für alle Reise aus dem südlichen Afrika in die EU zu verhängen. Die Ratspräsidentschaft rief die EU-Staaten dazu auf, für Rückkehrer aus dieser Region strenge Test- und Quarantänevorschriften zu verhängen. 

Lieferengpässe offenbar auch bei Moderna

Niedersachsen und Brandenburg haben überraschende Lieferengpässe bei Corona-Impfstoffen gemeldet. Nach Angaben von Hausärzten und Impfteams seien die von ihnen bestellten und vom Bundesgesundheitsministerium zugesagte Impfstoffmengen für die kommende Woche "nicht in vollem Umfang lieferbar", teilte das Gesundheitsministerium in Hannover am Freitag mit. Die Meldungen kämen aus allen Landesteilen und gingen nach Schilderungen der Zuständigen vor Ort über die jüngst verkündete Deckelung beim Biontech-Impfstoff hinaus.

Auch der Wirkstoff von Moderna sei "offenbar" von den Liefereinschränkungen betroffen, erklärte Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) weiter. Sie forderte den geschäftsführenden Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und sein Ministerium auf, die Auslieferungen der fehlenden Impfdosen zu gewährleisten und zugleich "vollständige Transparenz über die Verfügbarkeit der Impfstoffe und die wöchentlichen Lieferkapazitäten des Bundes" herzustellen. Es drohe ein schwerer Schlag für die Impfkampagne.

Brandenburg berichtete am Freitag unter Berufung auf Impfstellen und Pharmagroßhändler, dass die für die laufende Woche anstehenden Lieferungen des Biontech-Präparates durch den Bund "erheblich" und "teilweise noch unter die ab der kommenden Woche für Ärztinnen und Ärzte sowie Impfzentren und mobile Impfteams geltenden Kontingentierungen" hinaus gekürzt worden seien. Konkrete Informationen über das Ausmaß habe es im Vorfeld nicht gegeben, erklärte das Landesgesundheitsministerium. 

Erzgebirgskreis überschreitet Inzidenz von 2.000

Als erster Landkreis in Deutschland liegt der Erzgebirgskreis in Sachsen bei einer Inzidenz von mehr als 2.000. Mehr dazu lesen Sie hier.

Kommende Woche elf Millionen Booster-Impfdosen

In der kommenden Woche sollen Arztpraxen und Impfzentren knapp elf Millionen Impfdosen für Booster-Impfungen erhalten. Grundlage seien deren bis Dienstagmittag eingegangene Bestellungen, teilte das Bundesgesundheitsministerium am Freitag in Berlin mit. Die Auslieferung solle ab kommendem Montag erfolgen.

Von den elf Millionen Dosen beträfen rund drei Millionen das Vakzin des Herstellers Biontech/Pfizer, etwa acht Millionen das Vakzin des Herstellers Moderna, sagte dazu ein Sprecher auf Anfrage.

Für die noch laufende Woche seien insgesamt mehr als sieben Millionen Impfdosen für Booster-Impfungen ausgeliefert worden, hieß es von Seiten des Ministeriums weiter. Es seien jedoch bislang in der laufenden Woche nur 2,7 Millionen Impfungen tatsächlich verabreicht worden – nach 2,65 Millionen Impfungen in der Woche zuvor.

AfD sagt Bundesparteitag ab – "Fürsorgepflicht"

Noch vergangene Woche hielt die AfD an ihrem Parteitag in Präsenz fest. Nun hat eine Mehrheit im Bundesvorstand gegen die Veranstaltung gestimmt. Mehr dazu lesen Sie hier. 

Merkel wirbt für Kontaktreduzierung in ganz Deutschland

Die geschäftsführende Kanzlerin Angela Merkel (CDU) dringt für den Kampf gegen die bedrohliche Corona-Ausbreitung auf ein stärkeres Gegensteuern in ganz Deutschland. Einzelne Länder hätten sehr massive Kontaktbeschränkungen ergriffen, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin. Alle müssten sich aber darüber klar werden, dass auch Länder in noch relativ besserer Lage mit einer deutlich ernsteren Situation rechnen müssten. Das bedeute, dass auch sie sich möglicherweise auf solche Maßnahmen vorbereiten müssten.

Die Kanzlerin werbe dafür, dass man die Situation wirklich ernst nehme und dies in Maßnahmen ausdrücke, sagte Seibert. Er nannte vor allem weniger Kontakte und das Einhalten von Regeln mit Abstand und Masken. Mit Blick auf den Übergang zwischen der geschäftsführenden und der neuen Bundesregierung machte Seibert deutlich, dies bedeute sicherlich nicht, dass man mit schwierigen Maßnahmen lange warten könne. Eine mögliche Bund-Länder-Runde zu Corona schon früher als zum bisher geplanten Termin am 9. Dezember blieb weiterhin offen. 

Zustimmung zur Impfpflicht wächst

In Deutschland wächst einer Umfrage zufolge die Zustimmung der Bevölkerung zu einer Impfpflicht. 69 Prozent der Befragten sprachen sich dafür aus, dass sich alle gegen Covid-19 impfen lassen müssen, wie eine Erhebung der Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF-Politbarometer ergibt. 29 Prozent lehnen eine Impfpflicht ab. Im Juli zeigte sich ein umgekehrtes Bild. Damals befürworteten nur 33 Prozent eine allgemeine Impfpflicht, 64 Prozent waren dagegen.

Corona-Impfung (Symbolbild): Politiker wie Bürger sprechen sich verstärkt für eine Impfpflicht aus.  (Quelle: dpa/Sven Hoppe)Corona-Impfung (Symbolbild): Politiker wie Bürger sprechen sich verstärkt für eine Impfpflicht aus. (Quelle: Sven Hoppe/dpa)

Divi: Impfstatus darf bei Triage keine Rolle spielen 

Der Impfstatus eines schwer erkrankten Covid-Patienten darf aus Sicht von Intensivmedizinern bei der Entscheidung über die weitere Behandlung keine Rolle spielen. Das betont die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI). Mehr dazu lesen Sie hier.

Behandlung eines Intensivpatienten (Symbolbild): In vielen Bundesländern laufen die Stationen voll.  (Quelle: imago images/Reichwein)Behandlung eines Intensivpatienten (Symbolbild): In vielen Bundesländern laufen die Stationen voll. (Quelle: Reichwein/imago images)

CDU wählt neuen Chef auf Online-Parteitag

Die CDU muss ihren neuen Vorsitzenden wegen der dramatischen Corona-Lage im Januar erneut bei einem Online-Parteitag wählen. Der Bundesvorstand der Partei entschied nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen in einer digitalen Sitzung, das am 21./22. Januar in Hannover in Präsenz geplante Treffen der 1.001 Delegierten abzusagen. Stattdessen soll es am 22. Januar einen digitalen Parteitag geben.

Friedrich Merz: Er gilt als aussichtsreicher Kandidat für den CDU-Vorsitz. Abgestimmt wird nun aber nur digital.   (Quelle: imago images/Jens Schicke)Friedrich Merz: Er gilt als aussichtsreicher Kandidat für den CDU-Vorsitz. Abgestimmt wird nun aber nur digital. (Quelle: Jens Schicke/imago images)

Stiko-Mitglied erwartet bei Kinderimpfung zunächst Empfehlung für Risikofälle

Der zur Ständigen Impfkommission (Stiko) zählende Kinderarzt Martin Terhardt erwartet für die nun in der Europäischen Union zugelassene Corona-Impfung für Kinder zunächst eine Stiko-Empfehlung für Risikofälle. Es sei zunächst eine Empfehlung zu erwarten "für Kinder, die es wirklich dringend, dringend nötig haben", sagte Terhardt am Freitag im Deutschlandfunk. Die Stiko werde sich "größte Mühe" geben, bis zum 20. Dezember eine Empfehlung abzugeben. Dann soll eine erste Lieferung des Kinderimpfstoffs vorhanden sein.

Terhardt wies zugleich Vorwürfe gegen die ehrenamtlich arbeitende Stiko zurück, zu langsam zu sein. "Wir würden gern oft schneller sein." Es gebe aber nicht genügend personelle Ressourcen in der Stiko-Geschäftsstelle beim Robert-Koch-Institut, wo hauptberufliche Experten der Stiko zuarbeiten. Die dort beschäftigten Wissenschaftler arbeiteten alle an ihrem Limit. Die Geschäftsstelle sei "personell völlig überfordert". Dies sei ein strukturelles Thema, das nur mit einem festen Willen zu lösen sei. Aber womöglich sei die neue Ampelkoalition bereit, dies anzugehen.

Hamburgs Bürgermeister Tschentscher offen für allgemeine Impfpflicht

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) ist offen für eine allgemeine Impfpflicht gegen das Coronavirus in Deutschland. "Eine allgemeine Impfpflicht halte ich nicht für ausgeschlossen, wenn eine ausreichende Impfquote für die Überwindung der Pandemie sonst nicht erreichbar ist", sagte Tschentscher der "Hamburger Morgenpost".

Sie sei aber rechtlich und politisch nur schwer umsetzbar, benötige Zeit und helfe daher in der akuten Pandemielage nicht weiter, sagte der Bürgermeister. Auf jeden Fall sollte der Bund so schnell wie möglich eine Impfpflicht für Beschäftigte von stationären Einrichtungen und Diensten einführen.

Wieder Höchstwert bei Neuinfektionen in Tschechien

In Tschechien hat die Zahl der Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages abermals einen Rekordwert seit Beginn der Pandemie erreicht. Binnen 24 Stunden kamen 27.717 bestätigte Fälle hinzu, wie am Freitag aus den Daten des Gesundheitsministeriums in Prag hervorging. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg auf 1.231 je 100.000 Einwohner. Mehr als 6.000 Krankenhausbetten waren mit Corona-Patienten belegt.

Am Freitag trat in dem deutschen Nachbarland wegen der vierten Corona-Welle der nationale Notstand in Kraft. Cafés, Restaurants und Kneipen müssen nun bereits um 22 Uhr schließen. Dort gilt ohnehin die 2G-Regel - Besucher müssen also geimpft oder genesen sein. Die Weihnachtsmärkte wurden abgesagt, die Zahl der Teilnehmer bei Sportveranstaltungen auf 1.000 Geimpfte und Genesene begrenzt.

Der tschechische Präsident Milos Zeman befindet sich im Krankenhaus, nachdem ein Corona-Test positiv ausgefallen war. Die geplante Ernennung des Liberalkonservativen Petr Fiala zum neuen Ministerpräsidenten musste verschoben werden. 

Wissing: Bundesländer müssen nun Kontaktbeschränkungen beschließen

FDP-Generalsekretär Volker Wissing ruft die Bundesländer zu raschem Handeln auf. Sie müssten die wichtigsten Kontaktbeschränkungen so schnell wie möglich umsetzen, sagt er im Deutschlandfunk. Mit dem neuen Infektionsschutzgesetz könnten viel schärfere Maßnahmen zur Anwendung kommen, betonte Wissing. Diese Möglichkeiten müssten nun ausgeschöpft werden. Die Länder dürften nicht nur nach Berlin schauen "wie in einer Schockstarre".

Wissing forderte zugleich, die noch amtierende Bundesregierung müsse nun entscheiden, wie auf die in Südafrika entdeckte neue Coronavirus-Variante zu reagieren sei. Dazu gehörten auch Maßnahmen im Flugverkehr.

Volker Wissing: Der FDP-Politiker fordert schärfere Corona-Maßnahmen. (Quelle: imago images/Chris Emil Janßen)Volker Wissing: Der FDP-Politiker fordert schärfere Corona-Maßnahmen. (Quelle: Chris Emil Janßen/imago images)

Hier werden die ersten Intensivpatienten verlegt

Die ersten Corona-Patienten aus Thüringen sind in Hannover eingetroffen. Sie wurden auf der Intensivstation im Krankenhaus Siloah untergebracht. Für die Ärzte und Pfleger ist das ein aufwändiges Unterfangen. Lesen Sie hier mehr dazu.

Lauterbach besorgt: "Nichts ist schlimmer als eine neue Variante"

In Südafrika verbreitet sich eine Corona-Variante, die schlimmer sein könnte als Delta. Mehrere Länder verschärfen Reiseregelungen. Auch Karl Lauterbach ruft mögliche Beschränkungen auf den Plan. Lesen Sie hier mehr.

Esken schließt Lockdown im Winter nicht aus

SPD-Co-Chefin Saskia Esken plädiert nicht für einen Lockdown im Winter, schließt ihn aber auch nicht aus. Jetzt müssten die 2G- und 2G-plus-Regeln angewandt und vor allem kontrolliert werden, sagte sie in der ARD. "Wir sind der Auffassung, dass geimpfte Menschen, die jetzt in den letzten Monaten alles richtig gemacht haben, die sich haben impfen lassen und sich um einen Booster-Termin bemühen, dass wir die nicht in einen Lockdown schicken können, um eben vor allem Ungeimpfte zu schützen."

Auf die Frage, ob sie sagen könne, dass es keinen kurzen harten Winter-Lockdown geben könne, sagte Esken: "Ich würde heute, Stand heute und auch schon gestern und vorgestern nichts ausschließen, was wir in die Hand nehmen müssen, welche Instrumente wir in die Hand nehmen müssen, um diese Welle zu brechen."

Versorgung auf der Intensivstation (Archivbild): Bei immer volleren Krankenhäusern droht Triage. (Quelle: Kay Nietfeld/dpa)Versorgung auf der Intensivstation (Archivbild): Bei immer volleren Krankenhäusern droht Triage. (Quelle: Kay Nietfeld/dpa)

Weltärztebund: "Bereiten uns auf eine Triage vor"

Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, warnt angesichts der stark steigenden Corona-Infektionen vor einer dramatischen Situation in deutschen Kliniken. "Wir alle bereiten uns auf eine Triage vor", sagt Montgomery den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Wenn eine Triage-Entscheidung nicht vermieden werden könne, dann werde jeder Patient unabhängig von seiner Herkunft, seiner Religion oder auch der Frage, ob er geimpft sei oder nicht, betrachtet. Die Triage tritt dann ein, wenn Ärzte im Notfall entscheiden müssten, welcher Patient den Vorzug bekomme, wenn die Intensivkapaziäten nicht mehr für alle reichten. "Es zählt dann vor allem die klinische Erfolgsaussicht", erklärt Montgomery. Um die Kliniken zu entlasten, sollten Patienten auch in andere europäische Länder mit besseren Kapazitäten verlegt werden. 

Apothekerverband: Hausärzte erhalten weniger Pfizer/Biontech-Dosen als bestellt

Hausärzte werden in der nächsten Woche vermutlich nur die Hälfte der von ihnen bestellten Impfstoffe von Pfizer und Biontech erhalten. "Es sieht so aus, dass die Ärzte nur knapp 50 Prozent der vorbestellten Biontech-Impfstoffe in der nächsten Woche bekommen, teilweise sogar weniger als die ursprünglich garantierten 30 Impfdosen", sagt Thomas Preis, Chef des Apothekerverbands Nordrhein, der Düsseldorfer "Rheinischen Post".

Das liege vermutlich daran, dass bei Arztpraxen zugunsten der Impfzentren und öffentlichen Impfteams gespart werde. Sofern die Hausärzte Moderna-Impfstoff bestellt hätten, würden sie diesen aber in vollem Umfang bekommen: "3,9 Millionen bestellte Moderna-Dosen werden ungekürzt ausgeliefert werden können", so Preis.

Luftwaffe bereitet Start für Verlegung von Corona-Patienten vor

Die Bundeswehr bereitet einen Start von Luftwaffenflügen zur Verlegung von Intensivpatienten in der Corona-Pandemie von Freitag an vor. Auf dem Tisch liegen nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur Planungen, die einen Lufttransport vom bayrischen Flughafen Memmingen nach Nordrhein-Westfalen vorsehen. Geplant ist eine Landung auf dem Flughafen Münster-Osnabrück.

Schnelle Transportkapazitäten mit Flugzeugen sollen eingesetzt werden, um Intensivpatienten bei einer regionalen Überlastung von Krankenhäusern in Regionen mit freien Kapazitäten fliegen zu können. Über die Details des Einsatzes der Luftwaffe soll erst am Freitag endgültig entschieden werden.

Die Luftwaffe hält zwei Flugzeuge für den Hilfseinsatz bereit. Dazu gehört der Airbus A310 MedEvac, eine "fliegende Intensivstation" mit sechs dieser Behandlungsplätze sowie eine umgerüstete Spezialmaschine, das Überwachungsflugzeug A319OH ("offener Himmel"). In dieses waren zwei Plätze zur Intensivbehandlung eingebaut worden. In Wunstorf (Niedersachsen) ist zudem ein A400M MedEvac stationiert.

Großbritannien und Israel beschränken wegen neuer Variante Afrika-Reisen

Aus Sorge vor der in Südafrika entdeckten neuen Coronavirus-Variante verhängen Großbritannien und Israel Reisebeschränkungen für mehrere afrikanische Länder. Südafrika, Lesotho, Botswana, Simbabwe, Namibia und Eswatini seien als "rote Länder" eingestuft worden, teilten Vertreter beider Staaten unabhängig voneinander mit. In Südafrika wurde zuvor eine neue Variante entdeckt, die Wissenschaftler beunruhigt. Diese B.1.1.529 genannte Variante weist eine sehr hohe Zahl an Mutationen auf. Es gibt zudem Hinweise darauf, dass sie sich schneller ausbreitet als die Delta-Variante. Die Wirksamkeit der Vakzine gegen diese neue Virus-Variante könnte außerdem geringer sein. Hier lesen Sie mehr.

Tägliche Testpflicht für geimpftes medizinisches Personal wird ausgesetzt

Nach heftiger Kritik wird die im neuen Infektionsschutzgesetz geforderte Testpflicht für geimpftes oder genesenes Personal in medizinischen Einrichtungen gelockert. Die Gesundheitsminister der Länder einigten sich am Donnerstag darauf, die tägliche Testung auch von vollständig immunisierten Beschäftigten auszusetzen, da diese "zu unzumutbaren Belastungen" führe. Zwei Tests pro Woche seien ausreichend, erklärten die Ressortchefs der Länder. Ärztevertreter befürworteten den Vorstoß. Patientenschützer äußerten sich hingegen besorgt.

Coronatest: Geimpftes Pflegepersonal muss sich künftig nicht mehr täglich testen. (Quelle: imago images/Rupert Oberhäuser)Coronatest: Geimpftes Pflegepersonal muss sich künftig nicht mehr täglich testen. (Quelle: Rupert Oberhäuser/imago images)

"Tägliche Tests gerade für Geimpfte und Genesene belasten das Personal in höchstem Maße und sind völlig unzumutbar", erklärte der Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, Bayerns Ressortchef Klaus Holetschek (CSU). Zwei Selbsttests in der Woche "mittels einem vom Arbeitgeber bereitgestellten Antigen-Schnelltest" seien ausreichend. Der Bundesgesetzgeber müsse die entsprechende Regelung in Paragraf 28b, Absatz 2 des Infektionsschutzgesetzes umgehend anpassen. "Tägliche Tests für Immunisierte belasten auch die Testkapazitäten", betonte Holetschek. "In vielen Ländern mit hohen Infektionszahlen sind die Laborkapazitäten überdies schon ausgeschöpft." Die Länderminister einigten sich außerdem darauf, auch die in dem Gesetz vorgeschriebene Dokumentations- und Berichtspflicht über die Tests auszusetzen.

Laut dem neuen Infektionsschutzgesetz muss das Personal etwa in Krankenhäusern, Arztpraxen und Pflegeheimen vor jedem Dienstantritt einen Corona-Test machen – unabhängig vom Impfstatus. Die Testergebnisse müssen demnach jeden Tag dokumentiert und regelmäßig den zuständigen Gesundheitsämtern übermittelt werden. Im 48-Stunden-Rhythmus können Geimpfte und Genesene nur getestet werden, wenn ein PCR-Test verwendet wird.

Tschechien ruft wegen Corona-Krise nationalen Notstand aus

Tschechien ruft wegen steigender Corona-Infektionszahlen erneut den nationalen Notstand aus. Das gab der geschäftsführende Ministerpräsident Andrej Babis nach einer Meldung der Agentur CTK am Donnerstag in Prag bekannt. Der Notstand ermöglicht es der Regierung, Grundrechte wie die Versammlungsfreiheit auszusetzen. Zudem können Medizinstudenten zum Dienst in den Krankenhäusern verpflichtet werden. Die Maßnahme gilt nach einem Kabinettsbeschluss von Freitag an für zunächst 30 Tage.

Besonders stark sind die östlichen Landesteile betroffen. Am Donnerstag wurden 19 Corona-Patienten mit Hubschraubern und Krankenwagen aus überlasteten Krankenhäusern in Brünn (Brno) nach Prag verlegt. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg landesweit auf 1097 je 100.000 Einwohner. Erst knapp 6,3 Millionen der 10,7 Millionen Einwohner Tschechiens sind vollständig geimpft. In vielen Bereichen wie in Hotels und Gaststätten gilt inzwischen die 2G-Regel (geimpft oder genesen).

Die Opposition, die bei der Wahl im Oktober eine Mehrheit errang und die künftige Regierung stellen soll, beklagte im Vorfeld, nicht in die Entscheidungen eingebunden zu werden. "Niemand hat eine Ausrufung des Notstands mit uns konsultiert", kritisierte der konservative Gesundheitsexperte Tom Philipp. Zuletzt galt der Notstand von Anfang Oktober 2020 bis Mitte April 2021.

Corona-Impfung in Israel: Das Land fürchtet eine fünfte Welle. (Quelle: imago images/Xinhua)Corona-Impfung in Israel: Das Land fürchtet eine fünfte Welle. (Quelle: Xinhua/imago images)

Israel fürchtet fünfte Corona-Welle

Israel steht nach Einschätzung des nationalen Corona-Beauftragten Salmans Sarka am Beginn einer neuen Infektionswelle. Aus Sicht des Experten komme der jüngste Anstieg der Zahl der Neuinfektionen "zu früh und zu schnell", berichtete der Rundfunk. Im September hatte Israel sich mit mehr als 11.000 neuen Fällen pro Tag auf dem bisherigen Höhepunkt der Pandemie befunden. Mithilfe von Booster-Impfungen gelang es, die Infektionszahlen wieder auf durchschnittlich 400 am Tag zu drücken. Die vierte Corona-Welle galt als überwunden.

Zuletzt verzeichnete das Gesundheitsministerium aber wieder einen leichten Anstieg der Fallzahlen und des R-Werts, der das Infektionsgeschehen widerspiegelt. Experten erklären dies dem Bericht zufolge unter anderem mit der sinkenden Immunität von mehr als einer Million Israelis, die ihre zweite Impfdosis vor mehr als sechs Monaten erhielten.

Als erstes Land weltweit hatte Israel Ende Juli eine Booster-Kampagne mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer gestartet. Fünf Monate nach der zweiten Impfung können Israelis eine Booster-Impfung bekommen. Diese Woche begann zudem die Impfung von Kindern im Alter von fünf bis elf Jahren. Von 9,4 Millionen israelischen Bürgern sind rund 43 Prozent inzwischen dreifach geimpft. Fast zwei Drittel bekamen zumindest zwei Spritzen.

Merkel drängt auf zusätzliche Corona-Maßnahmen

Die Bundeskanzlerin ist in Sorge wegen der weiter steigenden Corona-Zahlen. Weitere Beschränkungen seien aus ihrer Sicht notwendig. Daher habe sie auch das Gespräch mit den Ampelparteien gesucht. Lesen Sie hier mehr.

Angela Merkel: Die scheidende Bundeskanzlerin wünscht härtere Corona-Maßnahmen. (Archivfoto) (Quelle: dpa/Michael Kappeler)Angela Merkel: Die scheidende Bundeskanzlerin wünscht härtere Corona-Maßnahmen. (Archivfoto) (Quelle: Michael Kappeler/dpa)

Planbare Operationen sollen verschoben werden

Die Gesundheitsminister der Länder sind sich einig. Sie sprechen sich aufgrund der Corona-Lage dafür aus, terminierte Operationen in den Kliniken zu verschieben. Die Situation sei "sehr, sehr ernst". Hier lesen Sie mehr.

Auch Söder für schnelles Ministerpräsidenten-Treffen

Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) will wegen der weiter steigenden Zahl an Corona-Neuinfektionen eine vorgezogene Ministerpräsidentenkonferenz mit der Bundesregierung. "Jede Möglichkeit, die derzeitige Krisenlage zu verbessern, muss genutzt werden", sagte Söder der "Süddeutschen Zeitung". Zuvor hatte der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) ein rasches Treffen der Länder-Regierungschefs gefordert, am besten noch in dieser Woche. Eigentlich war der 9. Dezember für das Treffen vorgesehen.

Söder nannte drei Themen, über die man sich "zwingend unterhalten" müsse: Das aktuelle Infektionsschutzgesetz, das im Bundestag mit der Mehrheit der künftigen Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP beschlossen wurde, sei "der derzeitigen Situation nicht angemessen" und müsse wieder geändert werden, sagte der CSU-Chef der Zeitung. Als zweiten Punkt nannte er die Impfkampagne: Um die Impfgeschwindigkeit zu erhöhen, sollen nach dem Willen Söders auch Apothekerinnen und Apotheker impfen dürfen.

Als dritten Punkt nannte Söder die Diskussion über eine allgemeine Impfpflicht, die er inzwischen befürwortet. "Nur sie wird die Gesellschaft befrieden und uns allen die Freiheit zurückbringen, wie wir sie vor Corona kannten."

Markus Söder beim Termin für seine Grippeschutzimpfung. (Quelle: imago images/Sven Simon)Markus Söder beim Termin für seine Grippeschutzimpfung. (Quelle: Sven Simon/imago images)

Neue Corona-Variante in Südafrika entdeckt

Eine "große Bedrohung" nennt der Gesundheitsminister Südafrikas die neue Corona-Variante, welche derzeit im Land grassiert. Neben der erhöhten Übertragbarkeit könnte sie durch einen weiteren Faktor gefährlich werden. Lesen Sie hier mehr.

Mehr als 1,5 Millionen Corona-Tote in Europa seit Beginn der Pandemie

In Europa hat die Zahl der Corona-Toten seit Beginn der Pandemie die Schwelle von 1,5 Millionen überschritten. In den 52 Ländern und Territorien des Kontinents, darunter auch Russland, wurden bis Donnerstagvormittag insgesamt 1.500.105 Todesfälle von Corona-Infizierten registriert, wie die Nachrichtenagentur AFP auf Grundlage von Behördenangaben errechnete. Nach Einschätzung der WHO dürfte die Zahl der Todesopfer in Wirklichkeit doppelt bis drei Mal so hoch sein.

Innerhalb von Europa ist Russland mit offiziell 269.057 Toten das am schwersten betroffene Land. Die Behörden melden dort derzeit durchschnittlich 1246 neue Todesfälle pro Tag, das ist ein Anteil von fast 30 Prozent der europaweit erfassten täglichen Todesfälle. An zweiter und dritter Stelle folgen Großbritannien mit insgesamt 144.286 und Italien mit 133.415 Corona-Toten. Deutschland hat nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom frühen Donnerstagmorgen erstmals die Schwelle von 100.000 Toten überschritten und liegt nun bei insgesamt 100.119 Todesfällen.

Die Zahl der neuen Todesfälle steigt seit Mitte Juli wieder an, seit einer Woche liegt sie in Europa bei durchschnittlich 4.210 pro Tag. Das entspricht in etwa dem Niveau vom November 2020, dem Beginn der zweiten Corona-Welle in Europa. Allerdings hatten sich damals die wöchentlichen Todesfälle innerhalb von nur fünf Wochen vervierfacht, da damals noch keine Impfstoffe zur Verfügung standen. Diesmal dauerte es 20 Wochen, bis zwischen dem 18. und 24. November die Zahl von 29.500 Toten erreicht wurde. Weltweit starben den Behördenangaben bereits knapp 5,174 Millionen Menschen im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion.


Das sind die 100.000 Corona-Toten in Deutschland

Ein trauriger Meilenstein der Corona-Pandemie: Die Zahl der Menschen, die im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, liegt inzwischen bei mehr als 100.000. Was man über die Todesopfer weiß, lesen Sie hier.

Massenandrang auf Corona-Impfungen: "Heftige Belastung"

Kaum wurden viele Impfzentren geschlossen, stehen die Leute nun wieder in Massen für ihren Corona-Piks an. Stichwort: Boostern. Doch das erneute Akkord-Impfen hinterlässt schon jetzt seine Spuren. Lesen Sie hier mehr.

Impftempo nimmt zu – 795.000 weitere Impfungen

Das Impftempo in Deutschland nimmt deutlich zu: Laut Robert-Koch-Institut wurden am Mittwoch 795.386 Menschen geimpft. Darunter waren 101.338 Erstimpfungen, 67.513 Zweitimpfungen und 626.535 Auffrischungsimpfungen. Erstmals seit dem 16. September ließen sich wieder mehr als 100.000 Ungeimpfte eine Spritze setzen. 68,2 Prozent der Gesamtbevölkerung sind nun vollständig geimpft. In Bremen sind es 79,8, in Sachsen dagegen nur 57,9 Prozent.

Experten in Niederlanden raten zu schärferem Lockdown

In den Niederlanden raten Gesundheitsexperten zu einem schärferen Lockdown. Restaurants und Geschäfte, die nicht den täglichen Bedarf bieten, sollten bis 17.00 Uhr geschlossen bleiben, berichtet der Sender NOS. Ministerpräsident Mark Rutte wird am Freitag neue Maßnahmen der Regierung vorstellen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Derzeit sind die täglichen Neuinfektionen auf Rekordwerten.

Erste Corona-Impfung bei Kindern ab 5 Jahren zugelassen

In der Europäischen Union können in Kürze auch Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren gegen das Coronavirus geimpft werden. Der Impfstoff von Biontech erhält dafür eine entsprechende Freigabe. Hier lesen Sie mehr.

Intensivmediziner befürworten Impfpflicht für alle Erwachsenen

Die Intensivmediziner haben sich für eine Impfpflicht für Erwachsene ausgesprochen. "Es gilt unsere Patienten zu schützen, Menschenleben zu retten und auch unser Gesundheitssystem vor dem Kollaps zu bewahren", erklärte Gernot Marx, Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), am Donnerstag nach einem einstimmigen Beschluss des Präsidiums.

Eine Impfpflicht für alle Erwachsenen sei alternativlos, um die Pandemie auch langfristig hinter sich zu lassen. Die Hoffnung auf eine höhere Impfbereitschaft in der Bevölkerung habe sich nicht erfüllt. Die Mitarbeiter in den Kliniken und besonders auf den Intensivstationen und in der Notfallmedizin bräuchten aber eine Perspektive. "Wir können nicht in jeder Wintersaison wieder eine neue Welle zahlreicher schwerer Covid-19-Verläufe riskieren", warnte Marx.

Eine Impfpflicht nur für bestimmte Berufsgruppen, etwa für das Pflegepersonal, lehnt die Divi ab. Dies sei weder ausreichend noch moralisch zu rechtfertigen. Nötig sei "eine Solidarität der gesamten Gesellschaft, um das Gesundheitssystem aufrecht erhalten zu können". Es gehe nicht nur um die Versorgung von Patienten mit einer Corona-Infektion, sondern um eine Vielzahl von Patienten mit anderen schweren Erkrankungen und Verletzungen, die auch einer intensivmedizinischen Behandlung bedürfen.

EU will Gültigkeit des Impfzertifikats begrenzen

Bei Einreisen in die EU soll der Impfnachweis künftig nicht älter als neun Monate sein. Das empfiehlt zumindest die Kommission. Doch ersten Staaten geht das nicht weit genug. Lesen Sie hier mehr dazu.

Rosenmontagszug soll trotz Corona wie geplant stattfinden

Darf man Straßenkarneval trotz Corona-Pandemie feiern? Darüber gehen die Vorstellungen auseinander. Laut einem Bericht soll der Höhepunkt des Kölner Karnevals tatsächlich stattfinden – ein erster Plan steht bereits. Lesen Sie hier mehr.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU): Wenn die Zahlen nicht sinken, müsse kommende Woche über einen Lockdown für alle gesprochen werden. (Quelle: dpa/Robert Michael)Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU): Wenn die Zahlen nicht sinken, müsse kommende Woche über einen Lockdown für alle gesprochen werden. (Quelle: Robert Michael/dpa)

Sieben-Tage-Inzidenz in Sachsen erstmals über 1.000

Erstmals ist in einem Bundesland der Inzidenzwert über 1.000 gestiegen. Für Sachsen meldete das Robert Koch-Institut (RKI) am Donnerstag einen Wert von 1.074,6, am Mittwoch lag die Zahl der gemeldeten Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche in dem Bundesland noch bei 935,8.

Innerhalb eines Tages zählten die Gesundheitsämter in Sachsen 11.581 neue Corona-Infektionen, 42 Todesfälle kamen hinzu. Bundesweit lag die Sieben-Tage-Inzidenz bei 419,7 (Vortag: 404,5).
 

 
Landesweit waren neun der zehn Landkreise in Sachsen über dem Inzidenzwert von 1.000. Unterhalb dieses Wertes liegen nur noch die Großstädte Dresden (630,3), Leipzig (869,1) und Chemnitz (972,2) sowie der Landkreis Görlitz (735,6). Bundesweiter Hotspot bleibt der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge mit 1.688.

Kretschmer schließt Lockdown in Sachsen nicht aus

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer schließt einen Lockdown vor Weihnachten nicht mehr aus. "Die Gefahr ist nicht von der Hand zu weisen. Es wird nur zu verhindern sein, wenn es ein kollektives Verständnis und gemeinsames Bewusstsein gibt, Kontakte zu vermeiden und die Maßnahmen einzuhalten", sagte der CDU-Politiker der "Sächsischen Zeitung". Wenn es in der kommenden Woche nicht einen positiven Effekt gebe, "müssen wir diese Diskussion führen".

Kretschmer geht zudem davon aus, dass die Betten-Auslastung mit Covid-19-Patienten in den nächsten Wochen dramatisch steigen werde. "Wir bereiten jetzt die Verlegung von Patienten in andere Bundesländer vor. Noch gibt es diese Möglichkeit. Das werden wir nutzen, auch um Vorsorge zu betreiben. Die laufende Entwicklung können wir kaum noch beeinflussen."

Besuchsverbot und 2G-Regeln: Kliniken reagieren auf Corona

Aufgrund der hohen Corona-Neuinfektionen im Südwesten schränken immer mehr Kliniken den Besuch von Patienten ein oder verbieten ihn ganz. So gibt es etwa an den Unikliniken Freiburg und Ulm mittlerweile ein Besuchsverbot. Zuvor hatten bereits die Häuser in Mannheim, Ludwigsburg und im Kreis Reutlingen angekündigt, mit dieser Maßnahme das Risiko von eingetragenen Infektionen ins Klinikum auf ein Minimum verringern zu wollen.

Dabei gelten jedoch Ausnahmen, etwa bei Geburten oder wenn Kinder im Krankenhaus liegen. Auch wenn Patienten auf der Intensivstation oder im Sterben liegen, dürfen Angehörige sie besuchen. Die Besucher müssen entweder geimpft, genesen oder getestet sein.

Andere Kliniken schränken Besuche zumindest stark ein. Am Uniklinikum in Heidelberg sowie am Robert-Bosch-Krankenhaus in Stuttgart dürfen Patienten nur noch einen Besucher für eine Stunde am Tag empfangen. Das Schwarzwald-Baar-Klinikum in Villingen-Schwenningen erlaubt nicht mehr, dass mehrere Besucher gleichzeitig in einem Patientenzimmer sind.

Zudem setzen die Häuser auf die 2G-Regel. Wer nicht geimpft oder genesen ist, muss dort also draußen bleiben. An der Uniklinik in Tübingen ist für die ausschließlich geimpften und genesenen Besucher zusätzlich ein negativer Corona-Schnelltest nötig.

Lauterbach zum Corona-Fall Kimmich: "Das Risiko ist unbeherrschbar"

Der Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat Fußball-Nationalspieler Joshua Kimmich nach dessen Corona- Ansteckung eine "schnelle vollständige Genesung" gewünscht. "Der Fall zeigt, wir schwer es ist, ungeimpft heute Covid zu vermeiden." In der Gruppe der Ungeimpften liege die Inzidenz weit über 1.000, schrieb der SPD-Politiker bei Twitter und warnte zugleich: "Das Risiko ist unbeherrschbar."

Kimmich ist positiv auf das Coronavirus getestet worden, hatte der FC Bayern München am Mittwoch bestätigt. Der bislang ungeimpfte 26-Jährige befand sich zuletzt in Quarantäne, nachdem er Kontakt zu einer positiv getesteten Person gehabt hatte.

Seit Wochen stand Kimmich deutschlandweit im Mittelpunkt von öffentlichen Debatten, nachdem der Bayern-Profi Ende Oktober eingeräumt hatte, nicht gegen das Coronavirus geimpft zu sein. Er habe "persönlich noch ein paar Bedenken, gerade, was fehlende Langzeitstudien angeht", hatte Kimmich sein Zögern begründet.

Karl Lauterbach: Der Gesundheitsexperte wünscht Fußballstar Kimmich gute Besserung. (Quelle: imago images/Chris Emil Janßen)Karl Lauterbach: Der Gesundheitsexperte wünscht Fußballstar Kimmich gute Besserung. (Quelle: Chris Emil Janßen/imago images)

Apothekerverband: Corona-Schnelltests werden knapp

Mit dem Inkrafttreten der neuen Corona-Vorschriften werden in Deutschland die Corona-Schnelltests knapp. "Mit dem neuen Infektionsschutzgesetz ist die Nachfrage nach kostenlosen Bürgertests und nach Selbsttests in den Apotheken am Mittwoch explodiert", sagte der Chef des Apothekerverbands Nordrhein, Thomas Preis, der "Rheinischen Post": "Die Lieferzeiten werden von Tag zu Tag länger."

Als Ursache nannte der Verbandschef die wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen europaweit steigende Nachfrage nach den Tests. In Deutschland etwa müssen nun Arztpraxen und Gesundheitsdienstleister ihr Personal täglich testen. Hinzu kämen Probleme in der Lieferkette: "Fast alle Schnelltests kommen aus China. Ist die Ware in Deutschland, erweist sich der Zoll als Hürde", sagte Preis. Es werde noch einige Wochen dauern, "bis wir sicher wissen, ob die erhöhte Nachfrage nach Tests bedient werden kann".

Zweiwöchiger Corona-Lockdown in der Slowakei

In der Slowakei ist am Donnerstag ein landesweiter Corona-Lockdown in Kraft getreten. Die Vierparteien-Koalition in Bratislava hatte am Mittwoch beschlossen, für vorerst zwei Wochen alle Gastronomiebetriebe und jene Geschäfte zu schließen, die nicht für eine Grundversorgung mit Lebensmitteln und anderen unentbehrlichen Gütern benötigt werden.

Zugleich mit dem Lockdown beschloss die Regierung den sogenannten Notstand, der für 90 Tage gilt. Dieser ermöglicht es, die Bewegungsfreiheit der Bevölkerung einzuschränken. So gilt eine Ausgangssperre, von der es entgegen ursprünglichen Plänen keine Ausnahme für vollständig gegen Covid-19 geimpfte Menschen gibt. Erlaubt bleibt der Weg zur Arbeit. Von Montag an wird es aber eine Testpflicht am Arbeitsplatz geben.

Offen bleiben vorerst die Schulen unter der Bedingung regelmäßiger Corona-Tests. Der Notstand erlaubt den Behörden auch die Zwangsverpflichtung von Gesundheitspersonal ohne Rücksicht auf Arbeitsgesetze. So machen sich Ärzte strafbar, wenn sie in den überlasteten Krankenhäusern Überstunden verweigern oder es ablehnen, von einem Krankenhaus in ein anderes versetzt zu werden.

Künftiger Justizminister: Impfpflicht nicht auf Tagesordnung

Der voraussichtlich künftige Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) hält eine Diskussion über eine allgemeine Impfpflicht gegen Corona aktuell nicht für angebracht. In einer dynamischen Lage irgendetwas kategorisch für alle Zeiten auszuschließen, verbiete sich, sagte der FDP-Politiker im ARD-"Morgenmagazin". Aber eine solche Impfpflicht "würde uns im Moment ja noch gar nicht helfen". Dabei gebe es viele schwierige Fragen zu beantworten – wie man das durchsetze, wie man das organisieren würde. "Deshalb steht es jetzt meiner Meinung nach nicht auf der Tagesordnung."

Marco Buschmann in Bundestag: Der FDP-Politiker soll Justizminister werden. (Quelle: dpa/Michael Kappeler)Marco Buschmann in Bundestag: Der FDP-Politiker soll Justizminister werden. (Quelle: Michael Kappeler/dpa)

Die künftigen Regierungspartner von den Grünen beurteilen die Lage anders. Die Co-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt plädierte für eine Impfpflicht. Diese helfe zwar nicht jetzt. "Aber sie hilft uns später", sagt sie in der ARD. Eine Impfpflicht sei ein harter Eingriff. "Ich schrecke davor nicht zurück."

Bayern reagiert auf Kritik von Arztpraxen

Bayern setzt die im Infektionsschutzgesetz vorgesehene Berichts- und Dokumentationspflicht für Einrichtungen wie etwa Krankenhäuser, Arztpraxen, Alten- und Pflegeheime, Behinderteneinrichtungen und Rettungsdienste aus. Der Freistaat erließ mit sofortiger Wirkung ein entsprechendes Moratorium, wie Landesgesundheitsminister Klaus Holetschek mitteilte.

"Bürokratie und Pandemie vertragen sich nicht, besonders angesichts der vollen Praxen und Krankenhäuser", begründet er das Vorgehen und fordert den Bund auf, sofort nachzusteuern. "Ich sehe nicht ein, warum wir den Menschen, die in der Pandemie an vorderster Front kämpfen, eine derartig umfangreiche Dokumentationspflicht zumuten". Es sei "ein Bürokratie-Monster" erschaffen worden. Das neue Infektionsschutzgesetz schaffe mehr Probleme als es löse.

Das Gesetz sieht eine tägliche Testpflicht etwa für Praxis-Beschäftigte vor. Die Tests müssen dokumentiert und die Ergebnisse gemeldet werden. Viele Ärzte reagierten verärgert, da die Praxen erst am Abend vor Inkrafttreten der Regelung informiert wurden. Das Gesetz sei nicht praktikabel und müsse schnell geändert werden, sagte die BVKJ-Vorsitzende Nordrhein, Christiane Thiele. Der bekannte Hausarzt und "Impfluencer" Christian Kröner machte seinem Ärger in einem auf Twitter verbreiteten Video Luft.

Brinkhaus zieht auch Teil-Lockdowns in Betracht

Im Kampf gegen die vierte Corona-Welle zieht Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus Teil-Lockdowns in Betracht. "Wir müssen ohne Tabus auch über zumindest Teil-Lockdowns nachdenken", sagt er im Deutschlandfunk. "Die Lage ist sehr, sehr ernst. Und wenn das richtig ist, was uns gesagt wird – und das war meistens richtig – wird die Lage noch viel, viel ernster werden." Daher müsse auch darüber nachgedacht werden, so wie im Frühjahr eine Bundesnotbremse auf den Weg zu bringen.

"Meine Fraktion steht dafür bereit." Brinkhaus äußert sich skeptisch, dass die 2G-Regeln ausreichen. Jetzt müssten die Kontakte heruntergefahren und das gesellschaftliche Leben verringert werden, fordert er. Es werde Zeit, dass alte und neue Regierung zusammen mit den Ministerpräsidenten sofort Pflöcke setzen und nicht erst nach der Kanzlerwahl.

Stiko-Chef zeigt Verständnis für Skepsis gegenüber Kinderimpfung

Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, kann nach eigenen Worten nachvollziehen, wenn Eltern einer Impfung ihrer Kinder skeptisch gegenüberstehen. "Das kann ich sehr gut verstehen, und es entspricht im Grunde auch dem Problem, vor dem die Stiko mit ihrer Empfehlung steht – nämlich dem Abwägen von Nutzen und möglichen 'Restrisiken' bei den Kindern in dieser Altersgruppe", sagte Mertens der "Schwäbischen Zeitung" zur Impfung von Kindern von fünf bis elf Jahren.

In einer Zulassungsstudie der Firma Biontech/Pfizer seien keine schwerwiegenden Impfreaktionen oder Nebenwirkungen dokumentiert worden, sagte Mertens. Die Wirksamkeit des Impfstoffs entspreche bei den Kindern nach einer relativ kurzen Beobachtungszeit zudem etwa der bei den Erwachsenen. Zahlen aus den aktuellen Studien reichten aber nicht aus, um seltene Nebenwirkungen auszuschließen. Man müsse die Ergebnisse früherer Studien und Anwendungsdaten einbeziehen. Man bereite die Entscheidung über eine Empfehlung vor, sagte Mertens.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) will ihre Empfehlung zur Corona-Impfung für Kinder von fünf bis elf Jahren vor Jahresende abgeben. Die Zulassung des Biontech/Pfizer-Impfstoffs für Kinder ab fünf Jahren durch die europäische Arzneimittelbehörde EMA wird noch diese Woche erwartet. 

São Paulo erklärt sich zur "Impfhauptstadt der Welt"

Die brasilianische Millionenmetropole São Paulo hat nach offiziellen Angaben alle erwachsenen Einwohner vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Dies teilte das städtische Gesundheitssekretariat am Mittwochabend mit. Dabei gehen die Behörden von mehr als 9,2 Millionen Menschen über 18 Jahren aus. Nach Angaben des Gesundheitssekretariats ist die Impfquote sogar etwas höher als 100 Prozent. Grund dafür ist, dass in São Paulo auch Menschen geimpft wurden, die ihren Wohnsitz anderswo haben.

Die größte Stadt Südamerikas hat nach Schätzungen mehr als 12,3 Millionen Einwohner. Auf dem Höhepunkt einer außer Kontrolle geratenen Corona-Welle im März und April war auch in der reichen Wirtschaftsmetropole das Gesundheitssystem zusammengebrochen, Massengräber wurden ausgehoben. Gesundheitssekretär Edson Aparecido nannte São Paulo nun die "Impfhauptstadt der Welt". Der Zeitung "Folha de S. Paulo" sagte er: "Ich danke den Menschen, die sich an die Impfung halten und ihr Leben und das Leben anderer schützen."

Erste Intensivpatienten könnten am Donnerstag verlegt werden

Die Verlegung der ersten Corona-Intensivpatienten aus Thüringen nach Norddeutschland könnte bereits am Donnerstag starten. Insgesamt zehn Patienten aus dem Freistaat seien derzeit dafür vorgesehen, teilte eine Sprecherin des Innenministeriums von Sachsen-Anhalt, an das die Koordinierung des Kleeblatt Ost angedockt ist, am Mittwochabend mit. Der konkrete Zeitpunkt werde aktuell geplant und koordiniert. "Gegebenenfalls startet die Verlegung am Donnerstag", hieß es. Es wären die ersten bundesweiten Verlegungen in der vierten Corona-Welle.

Die Kranken würden in das Kleeblatt Nord verlegt, voraussichtlich nach Niedersachsen, sagte die Sprecherin weiter. Einem Bericht der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" zufolge will das Klinikum Siloah in Hannover drei Patienten aufnehmen.

Bei den zehn angemeldeten Kranken gehe es ausschließlich um Covid-Fälle, sagte die Sprecherin aus Sachsen-Anhalt weiter. Auch Sachsen habe perspektivisch bereits einen Verlegungsbedarf von rund zwei Dutzend Patientinnen und Patienten angemeldet. Sachsen-Anhalt hingegen werde noch keine Patienten überregional verlegen, könne derzeit aber auch niemanden von außerhalb aufnehmen. Auch aus Bayern könnten in den nächsten Tagen rund 50 Kranke verlegt werden.

Scholz fordert von Ländern Umsetzung von Corona-Maßnahmen

Der designierte Kanzler Olaf Scholz will dafür sorgen, dass beschlossene Corona-Maßnahmen in allen Ländern und Landkreisen umgesetzt werden. Dies sicherzustellen, sei Aufgabe des geplanten Bund-Länder-Stabes im Kanzleramt, sagt der SPD-Politiker im ZDF. Scholz weist den Vorwurf zurück, dass den Ländern mit dem geänderten Infektionsschutzgesetz effektive Maßnahmen zur Pandemie-Bekämpfung fehlten. Wenn diese umgesetzt würden, "dann hat das einen massiven Effekt" auf das Infektionsgeschehen, fügt er hinzu.

Nach Booster-Impfung: Putin bekam Sputnik zusätzlich als Nasenspray

Kurz nach seiner Corona-Auffrischungsimpfung hat Russlands Präsident Wladimir Putin das heimische Präparat Sputnik V eigener Aussage zufolge auch noch in Nasenspray-Form verabreicht bekommen. Ein Vertreter des staatlichen Gamaleja-Forschungsinstituts, das Sputnik V entwickelt hat, habe ihm das Puder-Spray Anfang der Woche in die Nase gesprüht, sagte Putin während einer Videokonferenz im Staatsfernsehen. "Danach habe ich 15 Minuten dort gesessen, und das war es." Die Nasenspray-Variante von Sputnik ist in Russland in der Testphase im Einsatz.

Wladimir Putin: Russlands Präsident hat nach seiner Booster-Impfung das Vakzin auch noch als Nasenspray verabreicht bekommen.  (Quelle: imago images/Mikhail Metzel)Wladimir Putin: Russlands Präsident hat nach seiner Booster-Impfung das Vakzin auch noch als Nasenspray verabreicht bekommen. (Quelle: Mikhail Metzel/imago images)

Der 69 Jahre alte Kremlchef hatte sich erst am vergangenen Wochenende mit dem Impfstoff Sputnik Light boostern lassen. Die Verabreichung des Puder-Sprays sei "der zweite Teil dieser Prozedur" gewesen, erklärte er nun. Einige russische Experten hatten sich unlängst für eine Kombination aus Booster-Impfung und Nasenspray für einen besseren Schutz ausgesprochen.

Russland verfügt über fünf eigene Vakzine. Am Mittwoch wollte das Gesundheitsministerium zudem ein Präparat für Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren zulassen. Die Impfquote im Land beträgt nur rund 40 Prozent.

Scholz kündigt ständigen Bund-Länder-Krisenstab an 

In Berlin haben SPD, Grüne und FDP ihren Koalitionsvertrag vorgestellt. Vorher hat der designierte Bundeskanzler Olaf Scholz neue Maßnahmen gegen die Corona-Krise angekündigt. Unter anderem soll es einen ständigen Bund-Länder Krisenstab im Kanzleramt geben. Mehr dazu lesen Sie hier

Olaf Scholz: Der designierte Bundeskanzler will einen ständigen Corona-Krisenstab im Kanzleramt einrichten. (Quelle: dpa/Michael Kappeler)Olaf Scholz: Der designierte Bundeskanzler will einen ständigen Corona-Krisenstab im Kanzleramt einrichten. (Quelle: Michael Kappeler/dpa)

Bayern und Sachsen wollen Intensivpatienten verlegen

Wegen Überlastung der bayerischen Krankenhäuser werden in den nächsten Tagen voraussichtlich 50 Corona-Intensivpatienten aus Bayern in andere Bundesländer verlegt werden. Wann und wohin, ist noch unklar. "Die Planungen laufen", sagte am Mittwoch der Nürnberger Branddirektor Marc Gistrichovsky, der die Planungen im Rahmen des sogenannten Kleeblatt-Mechanismus koordiniert. Die "Zielgebiete" würden nach der Erfassung der geeigneten Patientinnen und Patienten ermittelt. Bayern plant demnach derzeit mit circa 50 Verlegungen.

Auch Sachsen will 20 Corona-Intensivpatienten verlegen. Das berichtet die lokale Tageszeitung "Freie Presse". Demnach teilte das Gesundheitsministerium mit, der Freistaat habe die Verlegung der Patienten beantragt. Welche Erkrankten in Frage kommen und wohin sie verlegt werden, ist aktuell noch unklar. Vorzugsweise sollen die Patienten aus dem Krankenhaus-Cluster Chemnitz kommen. 

Merkel wollte sofortigen Lockdown für alle

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Chefs der Ampelparteien zu einem Gespräch über die Corona-Lage empfangen. Einem Bericht zufolge wollte sie dabei einen Lockdown für alle noch vor dem Auslaufen der "epidemischen Notlage" am Donnerstag durchsetzen. Mehr zu dem Thema lesen Sie hier.

Kinderärzte: Mit neuer Testpflicht droht Kollaps der Praxen

Kinderärzte protestieren vehement gegen eine neue Pflicht, nach der begleitende Eltern nur noch mit Negativtest in die Praxen kommen dürfen und das Personal täglich getestet werden muss. Die Kinderärzte seien fassungslos über die medizinisch unsinnige Neuregelung im geänderten Infektionsschutzgesetz, die zur Schließung vieler Praxen führen könnte, warnte der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) in Nordrhein-Westfalen.

"99 Prozent unserer Patienten werden von ihren Eltern begleitet", sagte die BVKJ-Vorsitzende Nordrhein, Christiane Thiele. Auch wenn die Eltern geimpft seien, müssten sie nun einen Test vorlegen, bevor sie Zutritt zur Kinderarztpraxis bekommen – oder dort vor Ort getestet werden. Zudem müsse das gesamte Praxispersonal täglich getestet werden, obwohl die meisten dreifach geimpft seien. 

Viele Ärzte seien verärgert, da die Praxen erst am Abend vor Inkrafttreten der Regelung informiert worden und kaum noch Schnelltest erhältlich seien. Das Gesetz sei nicht praktikabel und müsse schnell geändert werden. Der bekannte Hausarzt und "Impfluencer" Christian Kröner machte seinem Ärger in einem auf Twitter verbreiteten Video Luft.

Merkel macht Ampelspitzen "Ernst der Lage" deutlich 

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den Spitzenvertretern der künftigen Ampelkoalition den "außerordentlichen Ernst der Lage" in der Corona-Pandemie deutlich gemacht. Das berichtet Regierungssprecher Steffen Seibert von einem Treffen Merkels mit den Spitzen von SPD, Grünen und FDP am Dienstagabend im Kanzleramt.

Angela Merkel: Die noch amtierende Bundeskanzler hat den Spitzen der künftigen Ampel-Regierung den Ernst der Corona-Pandemie deutlich gemacht. (Quelle: imago images/Political-Moments)Angela Merkel: Die noch amtierende Bundeskanzler hat den Spitzen der künftigen Ampel-Regierung den Ernst der Corona-Pandemie deutlich gemacht. (Quelle: Political-Moments/imago images)

Deutschland sei auf dem Weg in eine noch nie dagewesene Notlage, betont Seibert. Diese Lage werde sich in den nächsten Tagen weiter verschlechtern. Es müsse jetzt darum gehen, die vierte Welle schnellstmöglich zu brechen.

Über 1.000 Covid-Intensivpatienten in Bayern – Höchststand

Die Zahl der Covid-Intensivpatienten in Bayerns Krankenhäusern ist erstmals auf über Tausend gestiegen. Am Mittwochmittag meldete das bundesweite Intensivregister 41 zusätzliche Covid-Intensivpatientinnen und -patienten, die Gesamtzahl stieg von 965 auf 1.006. Auch die Zahl der Todesopfer steigt schnell: In den vergangenen sieben Tagen sind in Bayern nach Daten der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität 432 Corona-Patienten gestorben, und damit innerhalb einer Woche mehr als im gesamten Oktober.

Behandlung eines Patienten auf einer Intensivstation in Bayern: In dem Bundesland gibt es bereits über 1000 Covid-Intensivpatienten. (Quelle: imago images/Florian Bachmeier)Behandlung eines Patienten auf einer Intensivstation in Bayern: In dem Bundesland gibt es bereits über 1000 Covid-Intensivpatienten. (Quelle: Florian Bachmeier/imago images)

Die Intensivstationen sind mit einer erheblich höheren Zahl von Covid-Patienten konfrontiert als auf dem Scheitelpunkt der zweiten Corona-Welle Anfang des Jahres, damals waren etwas über 900 Corona-Intensivpatienten in Behandlung. Wegen der Überlastung vieler bayerischer Krankenhäuser werden im Rahmen des sogenannten Kleeblatt-Mechanismus nun Intensivpatienten in andere Bundesländer verlegt.

Am Mittwoch waren in exakt der Hälfte der 96 bayerischen Landkreise und kreisfreien Städte weniger als zehn Prozent der Intensivbetten frei, in zwanzig Kommunen gab es kein einziges freies Intensivbett. Bayernweit ist nun mehr als ein Drittel der derzeit verfügbaren Intensivbetten mit Covid-Patienten belegt, den Großteil stellen nach wie vor die Ungeimpften.

Giffey für Impfpflicht gegen Corona als "letztes Mittel"

Berlins SPD-Vorsitzende Franziska Giffey hat sich für eine allgemeine Impfpflicht ausgesprochen, sollte sich die Corona-Lage weiter verschlimmern. "Eine allgemeine #Impfpflicht kann immer nur das letzte Mittel sein, wenn alle anderen, milderen Mittel ausgeschöpft sind und keine ausreichende Wirkung erzielen", twitterte die Politikerin, die im Dezember zur neuen Regierenden Bürgermeisterin gewählt werden soll, am Mittwoch. "Wenn sich die Lage weiter zuspitzt, werden wir diesen Weg gehen müssen."

Der amtierende Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) hatte sich am Dienstag erstmals für eine allgemeine Impfpflicht ausgesprochen. "Ich glaube, wir werden um eine Impfpflicht nicht mehr drumherum kommen", sagte er in der RBB-"Abendschau". "Denn nur die Impfung sichert dauerhaft ab, dass wir alles so erleben können, wie wir es wollen. Die hohe Anzahl der Ungeimpften verhindert immer wieder diesen Schritt der Normalität."

Steinmeier ruft in eindringlichem Appell zu Corona-Impfung auf

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat angesichts der sich zuspitzenden Corona-Situation erneut eindringlich dazu aufgerufen, sich gegen das Virus impfen zu lassen. Man habe die Mittel zur Hand, um sich vor einem schweren, womöglich tödlichen Verlauf der Krankheit zu schützen, sagte er am Mittwoch in einer Rede beim digitalen Deutschen Seniorentag. "Aber zu wenige haben bisher davon Gebrauch gemacht." Offenbar mit Blick auf die Debatte über eine Impfpflicht fügte Steinmeier hinzu: "Wenn alle Angebote, Bitten, Aufrufe, Appelle nicht helfen, dann sollte niemand die Politik anklagen, wenn sie schärfere Maßnahmen ergreift. Es kann nicht so bleiben, wie es ist."

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier: Er ruft in einem dringlichen Appell zur Corona-Impfung auf. (Quelle: imago images/Political-Moments)Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier: Er ruft in einem dringlichen Appell zur Corona-Impfung auf. (Quelle: Political-Moments/imago images)

Die Situation in Deutschland spitze sich dramatisch zu, sagte Steinmeier. Die Zahl der Menschen, die sich infizieren, steige in immer neue Höhen. In einigen Regionen des Landes sei "die Lage außer Kontrolle geraten". Immer mehr Menschen müssten auf Intensivstationen um ihr Leben ringen. Voraussichtlich noch in dieser Woche werde Deutschland mehr als 100.000 Opfer der Pandemie zu beklagen haben. "Das ist eine unfassbare Zahl, eine Zahl, die wir sicher vor zwei Jahren nicht für möglich gehalten hätten." Es handele sich jedoch um mehr: "Es ist eine menschliche Katastrophe."

Steinmeier appellierte an Ungeimpfte sich impfen zu lassen und an bereits doppelt Geimpfte sich einen Booster geben zu lassen. Die Bitte richtete er auch an alle Mitarbeiter der Pflege und des Gesundheitswesens. "Isolation, Einsamkeit, einsames Sterben" müsse und könne verhindert werden.

Thüringen muss 14 Patienten in andere Bundesländer verlegen

Wegen der angespannten Situation in Thüringer Kliniken müssen nach Angaben von Landesgesundheitsministerin Heike Werner (Linke) in den kommenden Tagen 14 Patienten in norddeutsche Krankenhäuser verlegt werden. "Weitere werden folgen", sagte Werner am Mittwoch in einer Landtagsdebatte zur Corona-Pandemie. "Ich hoffe, dass die Krankenhäuser in den anderen Ländern, wahrscheinlich in Hamburg, Bremen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein, in der Lage sind und bleiben werden, uns diese Patientinnen und Patienten abzunehmen."

Noch am Mittwoch sollte über die Fälle beraten werden, wie eine Ministeriumssprecherin sagte. Die Entscheidung über die Verlegung träfen letztlich die Ärzte des verlegenden und des behandelnden Krankenhauses. Es könne auch sein, dass nicht nur Covid-19-Patienten, sondern auch andere Intensivpatienten verlegt werden müssen. Die Wahl des Transportmittels sei vom Zustand des Patienten und der Entfernung abhängig, sehr wahrscheinlich sei aber der Transport per Helikopter.

Inzidenz 1.600: Das ist Deutschlands Super-Hotspot

Die Corona-Lage in Deutschland wird dramatischer, immer mehr Regionen auf den Corona-Infektions-Landkarten färben sich rot. Mittlerweile gibt es nach Angaben des Robert Koch-Instituts 22 Städte und Landkreise in Deutschland, die bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 1.000 Infektionen pro 100.000 Einwohner liegen. Sie befinden sich ausschließlich in Sachsen, Thüringen, Bayern und Brandenburg. Mehr dazu lesen Sie hier.

Saar-Ministerpräsident Hans fordert rasches Treffen der Ministerpräsidenten

Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) hat angesichts der sich verschärfenden Corona-Lage rasche Beratungen der Ministerpräsidenten über einheitlich strengere Regeln gefordert. "Wir müssen die drohende Überlastung des Gesundheitswesens mit aller Macht verhindern und dürfen nicht bis zum 9. Dezember warten, um die Lage zu analysieren", sagte Hans am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Wir müssen jetzt besprechen, wie wir uns neue Luft in dieser Phase der Pandemie verschaffen können – durch einheitlich strengere Maßnahmen mit klaren Regeln für Hotspots und einer massiven Entlastungsoffensive für das Gesundheitssystem." Beratungen sollten am besten noch diese Woche stattfinden.Tobias Hans (CDU): Der saarländischer Ministerpräsident möchte ein Treffen mit seinen Amtskollegen früher als bisher geplant verwirklichen. (Quelle: imago images/BeckerBredel)Tobias Hans (CDU): Der saarländischer Ministerpräsident möchte ein Treffen mit seinen Amtskollegen früher als bisher geplant verwirklichen. (Quelle: BeckerBredel/imago images)


Die Corona-Lage spitze sich dramatisch zu, warnte Hans. "Wir haben bundesweite Hochinzidenzen und eine Krise von nationalem Ausmaß." Das zeige sich auch daran, dass am Mittwoch erstmals im Saarland Covid-Patienten aus anderen Bundesländern aufgenommen werden müssten. Die Runde der Ministerpräsidenten mit der geschäftsführenden Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte sich in der vergangenen Woche darauf geeinigt, die aktuellen Maßnahmen gegen die Corona-Krise bei der nächsten regulären Ministerpräsidentenkonferenz am 9. Dezember zu evaluieren.

Corona-Infektionen in Kitas binnen einer Woche verdoppelt

Die Zahl bekannter Corona-Infektionen bei Kindergarten-Kindern in NRW hat sich binnen einer Woche mehr als verdoppelt. Mit Stand 22. November berichtete das Familienministerium am Donnerstag von 1.096 gemeldeten Infektionen. In der Vorwoche waren es noch 504. Die Zahlen, die über die Landesjugendämter zum Ministerium kommen, sind vorläufig. "Es ist insgesamt nicht auszuschließen, dass es weitere Fälle gibt", so das Ministerium in seinem wöchentlichen Bericht.

Ein Kind testet sich auf Corona: Die Zahl der Corona-Infektionen in Kitas hat sich binnen einer Woche verdoppelt.  (Quelle: imago images/CTK Photo)Ein Kind testet sich auf Corona: Die Zahl der Corona-Infektionen in Kitas hat sich binnen einer Woche verdoppelt. (Quelle: CTK Photo/imago images)

Demnach hat sich auch die Zahl infizierter Kita-Mitarbeiter in einer Woche mehr als verdoppelt. Aktuell wurden 808 gemeldet, in der Vorwoche waren es 369. Dennis Maelzer, familienpolitischer Sprecher der SPD, sagte am Mittwoch: "Die Zahlen steigen wieder rasant an. Worauf warten wir eigentlich noch? Das Kita-Personal muss jetzt umgehend geboostert werden."

Weitere Klinik meldet volle Intensivstation

Die Belastung der Kliniken in Mecklenburg-Vorpommern nimmt weiter zu. Nach Angaben des Intensivregisters des Robert Koch-Instituts von Mittwoch sind in nunmehr fünf der landesweit insgesamt 32 Kliniken die Intensivstationen ausgelastet. Nach den Kliniken in Demmin, Boizenburg, Ludwigslust und Grevesmühlen sind nun auch in Bergen auf Rügen die Intensivbetten belegt.

Der Statistik zufolge werden derzeit 71 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern des Landes behandelt, 25 davon müssen beatmet werden. Insgesamt sind in den Kliniken 564 Intensivbetten belegt, 117 freie Betten stehen noch zur Verfügung. Dabei stehen noch 220 Betten in der Reserve, die innerhalb einer Woche aktiviert werden können.

NRW bereitet Impfung für Sechs- bis Zwölfjährige vor

In Nordrhein-Westfalen sollen jetzt schon die Vorbereitungen für Corona-Impfungen in der Altersgruppe der Sechs- bis Zwölfjährigen anlaufen. In Kürze sei mit einer Zulassung von Impfstoffen für diese Altersklasse durch die Europäische Arzneimittel-Agentur zu rechnen, sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Mittwoch im Düsseldorfer Landtag. Diese Impfstoffe würden voraussichtlich ab dem 20. Dezember ausgeliefert. Er werde die Impfstellen auffordern, bereits jetzt Angebote für Sechs- bis Zwölfjährige vorzubereiten.

Karl-Josef Laumann (CDU): Der Gesundheitsminister von Nordrhein-Westfalen fordert die Impfstellen auf Angebote für Sechs- bis Zwölfjährige vorzubereiten. (Quelle: imago images/Noah Wedel)Karl-Josef Laumann (CDU): Der Gesundheitsminister von Nordrhein-Westfalen fordert die Impfstellen auf Angebote für Sechs- bis Zwölfjährige vorzubereiten. (Quelle: Noah Wedel/imago images)

Slowakei und Polen melden Rekordzahlen

Die Slowakei und Polen melden neue Rekorde bei den täglichen Corona-Fallzahlen. In der Slowakei wurden nach offiziellen Angaben in 10.315 weiteren Fällen Menschen positiv auf das Virus getestet. Die Regierung plant Medienberichten zufolge einen zweiwöchigen Lockdown. Die Impfrate liegt mit 45 Prozent der Bevölkerung deutlich unter dem europäischen Durchschnitt.

In Polen gibt das Gesundheitsministerium 28.380 neue Positiv-Tests bekannt. Auch das ist ein Rekordwert und erstmals seit April wieder ein Niveau über der Marke von 25.000.

Kretschmann: Impfbereitschaft überschätzt

Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat die Impfbereitschaft der Bevölkerung nach seinen Worten falsch eingeschätzt. Er hätte erwartet, dass sich im Sommer und Herbst genug Menschen impfen lassen würden, sagte der Grünen-Politiker am Mittwoch bei einer Sondersitzung des Landtags zur Corona-Pandemie.

Ihm sei klar gewesen, dass es Menschen gebe, die den Impfungen skeptisch gegenüber stehen und die Gefährlichkeit von Corona leugneten. Dennoch sei er überzeugt gewesen, dass sich am Ende Vernunft und der rationale Selbsterhaltungstrieb durchsetzten. Er müsse gestehen, dass er die Impfbereitschaft in der Bevölkerung falsch eingeschätzt habe. Man hätte viel mehr impfen können, aber die Nachfrage sei nicht da gewesen.

Laborverband: "PCR-Kapazitäten sind endlich und nicht beliebig ausbaubar"

Der Verband der Akkreditierten Labore in der Medizin (ALM) hat angesichts der vierten Welle der Corona-Pandemie vor einer Überlastung des Testsystems gewarnt. In Deutschland gebe es eine Kapazität von etwa 2,2 Millionen PCR-Tests pro Woche, sagte ALM-Chef Michael Müller dem Portal "Business Insider" laut Mitteilung vom Mittwoch. "Das heißt, aktuell haben wir noch einen Spielraum von etwa 300.000 bis zur kompletten Auslastung."

Eine Labor-Mitarbeiterin verarbeitet einen Covid-19 Test: Der Laborverband warnt für einer Überlastung des Corona-Testsystems. (Quelle: imago images/Eddie Moore)Eine Labor-Mitarbeiterin verarbeitet einen Covid-19 Test: Der Laborverband warnt für einer Überlastung des Corona-Testsystems. (Quelle: Eddie Moore/imago images)

Die Auslastung der PCR-Kapazitäten werde in den kommenden Wochen zunehmen. In Bayern oder Baden-Württemberg arbeiteten die Labore bereits über die Belastungsgrenze hinaus. "Das kann nicht ewig funktionieren", sagte Müller. Die Mitarbeiter seien ebenfalls von Corona-Infektionen betroffen. "Sie stehen wie auch das Personal in Kliniken und Praxen seit bald zwei Jahren unter einer Dauerbelastung", sagte Müller. Er forderte eine Entlastung. Die Labore des ALM bemühten sich, die Kapazitäten zu erweitern. "Doch die PCR-Kapazitäten sind endlich und nicht beliebig ausbaubar", warnte Müller.

Lockerung der Kurzarbeit-Regeln bis Ende März verlängert

Die geschäftsführende Bundesregierung hat die Lockerung der Regeln für Kurzarbeit um drei weitere Monate bis Ende März nächsten Jahres verlängert. Das Kabinett billigte am Mittwoch eine entsprechende Verordnung von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD). Für Betriebe gelten damit weiterhin geringere Hürden für die Inanspruchnahme von Kurzarbeit. Sie werden zudem finanziell entlastet, indem die Bundesagentur für Arbeit (BA) ihnen die Hälfte der Sozialbeiträge für Kurzarbeitende erstattet.

Aufgrund der Lockerungen reicht es aus, wenn mindestens zehn Prozent der Beschäftigten von Arbeitsausfall betroffen sind. Ohne erleichterten Zugang läge die Schwelle bei einem Drittel. Auch der Zugang von Leiharbeitnehmern zur Kurzarbeit wird bis Ende März 2022 verlängert. Bis dahin gilt nun auch die auf 24 Monate erweiterte Bezugsdauer von Kurzarbeitergeld.

  • Was bedeutet Kurzarbeit für die Arbeitnehmer? Antworten auf die wichtigsten Fragen hier
  • Zehn Tipps für die optimale Ausstattung im Home Office lesen Sie hier.

Ärzte in Russland wollen Impfgegnern Corona-Stationen zeigen

Ärzte mehrerer russischer Kliniken wollen Impfgegnern Corona-Stationen zeigen. Der am Mittwoch von der Staatsagentur Tass veröffentlichte offene Brief richte sich in erster Linie an Politiker, Künstler und Medienleute, die zuletzt Impfungen gegen das Coronavirus in Zweifel gezogen hätten, hieß es. Angesichts der Reichweite, die diese Menschen in den Medien hätten, werde man trotz der vielen Arbeit Zeit finden, "sie durch die Intensivstationen und pathologischen Abteilungen unserer Krankenhäuser zu führen", heißt es in dem Schreiben an die Adresse der Prominenten.

Russlands oberster Corona-Arzt Denis Prozenko schrieb im Nachrichtenkanal Telegram: "Sie sollen mit eigenen Augen sehen, wie die Menschen um jeden Atemzug kämpfen, sie sollen die Geschichten unserer Patienten hören, die ihnen geglaubt haben und nicht uns."

In Russland sind erst 40 Prozent der 146 Millionen Einwohner laut Statistik vollständig geimpft. Am Mittwoch meldeten die Behörden 1.240 Corona-Tote innerhalb von 24 Stunden. Zudem gab es mehr als 33.500 Neuinfektionen binnen eines Tages. Auch in Russland breitet sich die deutlich ansteckendere Delta-Variante des Virus aus.

Spahn für vorgezogene MPK – Teil-Lockdowns nicht ausgeschlossen

Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hält ein Vorziehen der Ministerpräsidentenkonferenz vom 9. Dezember auf einen früheren Zeitpunkt angesichts der Corona-Lage in Sachsen für möglich und schließt weitergehende Lockdowns nicht aus. "Ich denke sogar, wir werden früher handeln müssen. Wir sehen ja, dass in Sachsen, Bayern, Baden-Württemberg und Thüringen die Lage sehr ernst ist", sagt Spahn der Zeitung "Rheinische Post". Mehr zum Thema lesen Sie hier.

Jens Spahn: Der Gesundheitsminister will den nächsten Corona-Gipfel vorziehen. (Quelle: dpa/Michael Kappeler)Jens Spahn: Der Gesundheitsminister will den nächsten Corona-Gipfel vorziehen. (Quelle: Michael Kappeler/dpa)

Göring-Eckardt: Impfpflicht bedeutet nicht Impfzwang

Grünen-Co-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt äußert Sympathie für die Idee einer allgemeinen Impfpflicht. "Das ist ein Vorschlag nicht für jetzt sofort", sagt sie im Deutschlandfunk. Zunächst gehe es um eine Impfpflicht etwa in Pflegeeinrichtungen zum Schutz "besonders empfindlicher Gruppen". Sie ergänzt, eine Impfpflicht bedeute keinen Impfzwang, der von der Polizei mit Gewalt durchgesetzt werde. "Das sind zwei verschiedene Dinge." Ständige Teil-Lockdowns und Kontaktbeschränkungen seien ein höherer Eingriff als eine Impfpflicht.

Neuseeland will 2022 Grenzen wieder öffnen

Nach mehr als zwei Jahren coronabedingter Einschränkungen will Neuseeland von 2022 an erneut ausländische Touristen empfangen. Ab dem 30. April könnten vollständig geimpfte Reisende allmählich wieder ins Land, kündigte der Minister zur Eindämmung der Corona-Pandemie, Chris Hipkins, am Mittwoch an. "Unsere Grenze zu schließen, war einer der ersten Schritte, um unser Land vor Covid-19 zu schützen. Und sie wird das letzte sein, was wir öffnen", sagte er.

Mit wenigen Ausnahmen war die Einreise nach Neuseeland seit März 2020 nur Staatsbürgern und Menschen mit Wohnsitz in dem Pazifikstaat gestattet. Es gebe aber weiterhin eine Pandemie mit steigenden Corona-Fällen in Europa und anderen Regionen der Welt, betonte Hipkins. "Wir müssen also mit der Grenzöffnung sehr vorsichtig sein."

Stiko-Impfempfehlung für Kinder ab fünf bis Ende Dezember

Die Ständige Impfkommission (Stiko) bereitet eine Empfehlung zur Corona-Impfung für Kinder zwischen fünf und elf Jahren zum Start der ersten Impfstofflieferung vor. Die Kommission arbeite derzeit noch an der Empfehlung, sagt der Stiko-Vorsitzende Thomas Mertens den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Unser Ziel ist es, diese Empfehlung bis Ende Dezember, möglichst bis zum Start der Auslieferung des Kinder-Impfstoffs an die Länder, fertigzustellen."

Eine Entscheidung der Europäischen Arzneimittelagentur EMA zur Zulassung eines Corona-Impfstoffs für Kinder zwischen fünf und elf Jahren wird noch in dieser Woche erwartet. Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte angekündigt, den Ländern ab 20. Dezember die erste Lieferung mit 2,4 Millionen Dosen des Kinderimpfstoffs zur Verfügung zu stellen.

Ethikrat offen für Diskussion um allgemeine Impfpflicht

Der Ethikrat zeigt sich offen, seine ablehnende Haltung zur allgemeinen Impfpflicht zu überdenken. "Die Meinung im Ethikrat – es gibt da keine gesamte Meinung, aber so von einzelnen Personen – da merkt man, dass wir doch sehr ins Nachdenken kommen, weil wir eben sehen: Die Zahlen steigen, und wir kriegen diese sehr akute Krisensituation", sagte die stellvertretende Vorsitzende des Ethikrats, Susanne Schreiber, dem Sender RTL.

Noch habe den Rat kein Auftrag von Bundestag oder Bundesregierung erreicht, sich offiziell mit der Impfpflicht zu beschäftigen. "Wir haben das im Rat noch nicht ausführlich diskutiert, aber die Zeichen stehen auf Umbruch, im Sinne von: noch mal eine ganz ausführliche Diskussion."

Neuseeland öffnet Grenzen erst Ende April für Geimpfte

Neuseeland lässt seine Grenzen für Reisende aus dem Ausland noch weitere fünf Monate dicht. Vollständig geimpfte internationale Reisende dürfen ab dem 30. April 2022 wieder einreisen, sagt der für die Corona-Bekämpfung zuständige Minister Chris Hipkins auf einer Pressekonferenz in Wellington. Die Quarantänepflicht entfalle. 

Die Öffnung soll schrittweise erfolgen: Geimpfte Neuseeländer und Personen mit Dauer-Aufenthaltsgenehmigung, die sich derzeit in Australien aufhalten, dürfen Hipkins zufolge ab dem 16. Januar – aus anderen Ländern ab dem 13. Februar – zurückkehren.

Göring-Eckardt für Impfpflicht unter bestimmten Voraussetzungen

Die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Katrin Göring-Eckardt, ist unter bestimmten Voraussetzungen für eine allgemeine Impfpflicht. "Eine allgemeine Impfpflicht bedeutet einen Eingriff in die Grundrechte jedes einzelnen Menschen", sagte Göring-Eckardt der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Gegenüber stark die Freiheit der gesamten Gesellschaft betreffenden Maßnahmen wie wiederkehrende Lockdowns mit starken Kontaktbeschränkungen und gravierenden Folgen insbesondere für Kinder, aber auch ökonomischen Konsequenzen stellt eine Impfpflicht jedoch das mildere Mittel dar."

Die bisher erreichte Impfquote reiche nicht aus, um wirksam schwere Infektionswellen in der Covid-19 Pandemie zu verhindern, sagte Göring-Eckardt. "Unsere dringendste Aufgabe ist es daher dafür zu sorgen, dass alle Menschen die jetzt vor den Impfzentren Schlange stehen oder Termine buchen wollen, zeitnah und so einfach wie möglich eine Schutzimpfung erhalten, seien es Erst-, Zweit- oder Auffrischungsimpfungen." Zudem müssten alle Vorbereitungen für einen zügigen Start der Kinderimpfungen geschaffen werden, sobald die Wirkstoffe dafür zugelassen seien. "Zudem werden wir zeitnah eine einrichtungsbezogene Impfpflicht auf den Weg bringen, um vulnerable Personen in Einrichtungen wie der Alten- und Krankenpflege besser zu schützen."

Mit Blick auf den weiteren Verlauf der Pandemie im nächsten Frühjahr und Herbst stelle sich jedoch auch die Frage einer allgemeinen Impfpflicht. Dafür bedürfe es einer vom Bundestag beschlossenen gesetzlichen Regelung, am besten mit Unterstützung aller demokratischen Parteien, sagte Göring-Eckardt. "Darüber hinaus ist zu klären, wie eine solche Impfpflicht am besten durchgesetzt und kontrolliert werden kann." Dafür brauche es die Expertise verschiedener Wissenschaften und den Deutschen Ethikrat. "Zeitgleich benötigen wir weiterhin eine deutlich verbesserte Aufklärungskampagne und mehr Impfberatung."

Merz für weitgehenden Lockdown für Ungeimpfte

Angesichts der vierten Corona-Welle hat sich der CDU-Politiker Friedrich Merz für einen weitgehenden Lockdown für Ungeimpfte ausgesprochen. Wer nicht geimpft oder genesen sei, solle "nur noch zur Apotheke, in den Supermarkt und zum Arzt" können, sagte Merz dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Eine solche Regelung sei verhältnismäßig und könnte auch sofort umgesetzt werden. Der ehemalige CDU/CSU-Fraktionschef bewirbt sich nach zwei gescheiterten Versuchen wieder um den Parteivorsitz der CDU. Hier lesen Sie mehr zu dem Thema.

Corona-Impfbus in Berlin (Symbolbild): In Deutschland wird über die Impfpflicht diskutiert. (Quelle: dpa/Kay Nietfeld)Corona-Impfbus in Berlin (Symbolbild): In Deutschland wird über die Impfpflicht diskutiert. (Quelle: Kay Nietfeld/dpa)

FDP-Fraktion offen für einrichtungsbezogene Impfpflicht

Die FDP-Fraktion im Bundestag zeigt sich bereit für Gespräche mit der SPD und den Grünen über eine einrichtungsbezogene Impfpflicht. "In Abwägung des staatlichen Grundrechtseingriffs einerseits und des besonderen Schutzbedürfnisses vulnerabler Gruppen andererseits ist die FDP-Fraktion dafür, in Gespräche mit den Bundestagsfraktionen von SPD und Grünen über eine einrichtungsbezogene Impfpflicht einzutreten", teilt ein Sprecher mit. "Die FDP-Fraktion legt dabei besonderen Wert auf eine zeitliche Begrenzung und eine Einbettung in eine breite Impfkampagne."

Die von einigen Ministerpräsidenten geforderte Impfpflicht hat FDP-Fraktionsvize Michael Theurer hat unterdessen deutlich abgelehnt. "Eine allgemeine Impfpflicht halten wir mit dem Grundgesetz für nicht vereinbart", sagt der FDP-Politiker in der ARD. Man prüfe aber eine "einrichtungsbezogene Impfnachweis-Pflicht", fügt er mit Blick etwa auf Pflegeheimen hinzu.

Divi: Patienten werden überregional verlegt

Nach Angaben der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) haben Bayern sowie die Länder Thüringen, Sachsen, Berlin und Brandenburg am frühen Abend offiziell das überregionale sogenannte Kleeblatt-Konzept zur Verlegung von Intensivpatienten aktiviert. Hier lesen Sie mehr.

Ampelspitzen beraten mit Merkel über Corona-Lage

Zur Corona-Krise hat es am Dienstagnachmittag ein kurzfristiges Spitzentreffen im Kanzleramt gegeben. Teilnehmer waren Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) sowie auch Spitzenvertreter von FDP und Grünen, wie aus Parteikreisen in Berlin verlautete. Näheres dazu wurde nicht mitgeteilt.

Von Seiten der Bundesregierung gab es zu dem Sachverhalt auf Anfrage zunächst keinen Kommentar. Merkel hatte in den vergangenen Tagen angesichts der Zuspitzung der Lage wiederholt auf ein entschiedeneres Vorgehen gegen die Pandemie gedrängt. Die Krise dürfte auch bei den Koalitionsverhandlungen der Ampelparteien ein wichtiges Thema sein.

Staatsrechtler: "Auch Freiheitsstrafen oder die Zwangsimpfung sind möglich"

Der Göttinger Staatsrechtler Alexander Thiele hält zur Umsetzung einer möglichen allgemeinen Corona-Impfpflicht auch einen Zwang zur Impfung für denkbar. "Die Möglichkeiten gehen los bei einem Ordnungsgeld, aber auch Freiheitsstrafen oder die Zwangsimpfung sind möglich", sagte Thiele den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Es sei nicht das Ziel einer allgemeinen Impfpflicht, dass reiche Menschen sich aus dem Zwang herauskaufen könnten. "Der Staat ist nicht so wehrlos wie es klingt."

Die Entscheidung, welche Konsequenzen eine Verweigerung der Impfung habe, sei eine politische, sagte der Jurist. Diese Debatte müsse im Parlament geführt werden. "Weil der Verlauf der vierten Welle von einer Impfpflicht nicht abhängt, haben wir auch die nötige Zeit, darüber nachzudenken und das zu debattieren." Geregelt werden müsse eine Corona-Impfpflicht, wie sie seit Kurzem in Deutschland von manchen Politikern gefordert wird, im Infektionsschutzgesetz.

In der aktuellen Lage ist eine solche Pflicht nach Einschätzung von Thiele auch mit dem Grundgesetz vereinbar. "Eine Impfpflicht kann verhindern, dass wir als Gesellschaft jedes Jahr wieder in dieselbe Situation geraten", sagte der Staatsrechtler. "Davon ist das Recht Dritter auf körperliche Unversehrtheit berührt, genauso wie die allgemeine Handlungsfreiheit, die Berufsfreiheit und andere Rechtsgüter." Der Staat habe auch die Verantwortung, dass das gesellschaftliche Leben in Freiheit durchgeführt werden kann. "Die Situation trägt aus meiner Sicht eine allgemeine Impfpflicht."

Impfstoff-Entwickler: Covid ist keine Krankheit der Geimpften

Die Corona-Patienten auf den Intensivstationen in Großbritannien sind nach Angaben des Impfstoff-Entwicklers Andrew Pollard fast alle ungeimpft. "Generell ist Covid-19 keine Krankheit der Geimpften mehr", schrieb der Wissenschaftler der Universität Oxford in einem Gastbeitrag für die Zeitung "Guardian". Die Impfstoffe würden, mit wenigen Ausnahmen, dazu beitragen, das Leid und die Atemnot von Corona-Patienten zu begrenzen. Pollard und sein Team haben gemeinsam mit dem Pharmakonzern Astrazeneca einen Impfstoff entwickelt, der breitflächig in Großbritannien genutzt wird.

Impfung gegen das Coronavirus: Die Pandemie ist nach Einschätzung von Experten eine Pandemie der Ungeimpften.  (Quelle: imago images/ Rainer Unkel)Impfung gegen das Coronavirus: Die Pandemie ist nach Einschätzung von Experten eine Pandemie der Ungeimpften. (Quelle: Rainer Unkel/imago images)

"Falls der Schutz, den Impfstoffe gegen schweren Corona-Verlauf bieten, zu schwänden beginne, wären die Intensivstationen bis zum Platzen mit Geimpften gefüllt", schrieb Pollard mit Blick auf Großbritannien weiter. "Aber sie sind es nicht." In Deutschland waren laut Daten des Robert Koch-Instituts zuletzt rund 30 Prozent der Covid-Patienten auf der Intensivstation vollständig geimpft. Dabei ist zu beachten, dass es hierzulande wesentlich mehr Geimpfte als Ungeimpfte gibt.

"Die jüngste Welle des Virus in Großbritannien – mit einem raschen Anstieg der Fälle in Teilen Europas – wird sich zu einem Strom von meist ungeimpften Patienten auswirken, die auf die Intensivstation kommen", schrieb Pollard.

WHO Europa warnt vor Hunderttausenden Corona-Toten

In Europa könnten nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO bis zum Frühjahr 2022 Hunderttausende weitere Menschen in Verbindung mit Covid-19-Erkrankungen sterben. Man rechne damit, dass die Intensivstationen in 49 von 53 Ländern der Region zwischen heute und dem 1. März nächsten Jahres einer hohen oder extremen Belastung ausgesetzt sein werden, warnte die WHO Europa am Dienstag. Basierend auf derzeitigen Trends werde geschätzt, dass die Gesamtzahl der gemeldeten Corona-Todesfälle bis zum kommenden Frühjahr auf über 2,2 Millionen ansteigt – gerade hat dieser Wert erst die 1,5-Millionen-Marke überschritten.

Verhindert werden könne dies mit sofortigem Handeln, erklärte die in Kopenhagen ansässige Organisation. Allein durch das universelle Tragen von Masken könnten einer Studie zufolge schätzungsweise über 160.000 Todesfälle bis zum 1. März 2022 vermieden werden.

"Um mit diesem Virus zu leben und unseren Alltag fortzusetzen, müssen wir einen "Impfstoff plus"-Ansatz verfolgen", forderte WHO-Regionaldirektor Hans Kluge. Dies bedeute, dass man nicht nur die üblichen Impfdosen gegen Covid-19 erhalte und Auffrischungsimpfungen in Anspruch nehme, wenn diese einem angeboten werden. Zugleich müsse man einfache vorbeugende Maßnahmen wie das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes, Hände waschen, Abstand halten und Lüften von Innenräumen in seine normalen Routinen integrieren.

Laumann: 2G-Beschränkung auch für Amateursportler in NRW

Corona-bedingte Zugangsbeschränkungen werden in Nordrhein-Westfalen von diesem Mittwoch an nicht nur für Zuschauer gelten, sondern auch für Amateursportler. Das stellte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Dienstag bei der Vorstellung der aktualisierten Corona-Schutzverordnung in Düsseldorf klar.

Karl-Josef Laumann: Der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister verschärft die Corona-Regeln. (Quelle: dpa/David Young)Karl-Josef Laumann: Der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister verschärft die Corona-Regeln. (Quelle: David Young/dpa)

Demnach wird die sogenannte 2G-Regel im Kultur- und Freizeitbereich flächendeckend eingeführt. Das heißt, Zugang haben nur noch Geimpfte und von Corona Genesene. Neben Sportveranstaltungen gilt die Regel unter anderem auch für Besuche von Museen, Ausstellungen, Konzerten, Theatern, Kinos, Tierparks, zoologischen Gärten, Freizeitparks, Schwimmbädern und Wellnesseinrichtungen, Weihnachtsmärkten und Volksfesten.

Thüringen verhängt Teil-Lockdown

Thüringen schränkt weite Teile des öffentlichen Lebens ein. Angesichts der angespannten Corona-Lage in Thüringen hat das Kabinett weitreichende Einschränkungen des öffentlichen Lebens angekündigt. Demnach sollen unter anderem Clubs, Bars und Diskotheken geschlossen werden und in der Gastronomie eine Sperrstunde ab 22 Uhr gelten, wie Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) am Dienstag in Erfurt bekannt gab.

Nach Angaben von Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) wird die Verlegung von Krankenhauspatienten in andere Bundesländer vorbereitet. Es werde in den nächsten Tagen zu solchen Verlegungen kommen, sagte Werner am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in Erfurt. Sie führte dies als einen der Gründe dafür an, dass in Thüringen nun die Corona-Maßnahmen deutlich verschärft werden. "Wir können nur dann auf die Solidarität anderer Bundesländer hoffen, wenn wir selbst auch jede Anstrengung unternehmen, um die Welle zu unterbrechen", sagte die Ministerin.

NRW verschärft Corona-Regeln

In Nordrhein-Westfalen gelten ab Mittwoch strengere coronabedingte Einschränkungen. Das kündigte Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Dienstag bei der Vorstellung der aktualisierten Coronaschutzverordnung in Düsseldorf an.

Im Freizeitbereich gelten demnach ab Mittwoch flächendeckend Zugangsbeschränkungen für Erwachsene, die nicht gegen das Coronavirus geimpft oder davon genesen sind (2G-Regel). In Bereichen mit besonders hohem Infektionsrisiko – etwa in Diskotheken, Clubs oder bei Karnevalsfeiern – müssen selbst Geimpfte und Genesene dann zusätzlichen einen aktuellen negativen Test vorlegen (2G plus). Ausnahmen gelten für Minderjährige und Menschen ohne Impfempfehlung beziehungsweise für diejenigen, die nicht geimpft werden können.

Nichtgeimpfte seien dann mit Ausnahme ihres Arbeitslebens weitestgehend von gesellschaftlichen Veranstaltungen ausgeschlossen, sagte Laumann. Es sei nicht verantwortbar, sich nicht impfen zu lassen, wenn es der gesundheitliche Zustand zulasse, betonte der Minister.

RKI-Chef ruft zu radikaler Einschränkung privater Kontakte auf

Die Corona-Zahlen steigen dramatisch: Bei fast 400 liegt die Sieben-Tage-Inzidenz am Dienstag. RKI-Chef Wieler blickt mit großer Sorge auf die kommenden Wochen – und richtet einen dringlichen Appell an die Bevölkerung. Hier lesen sie mehr.

Berlin beschließt 2G-plus-Regel für viele Bereiche

Angesichts steigender Infektionszahlen werden die Corona-Maßnahmen weiter verschärft. Der Senat einigte sich auf die Einführung von 2G-plus im Freizeitbereich und auf die Ausweitung von 2G auf den Einzelhandel. Lesen Sie hier mehr.

Merkels Ehemann über Ungeimpfte: "Liegt an einer gewissen Faulheit"

Angela Merkels Ehemann spricht äußerst selten über aktuelle Themen in der Öffentlichkeit. In der italienischen Presse findet Joachim Sauer nun allerdings klare Worte zur niedrigen Impfquote in Deutschland. Mehr dazu lesen Sie hier.

Gesundheitsminister Jens Spahn im Bundestag: Er entschuldigt sich bei den Ärzten für seine unklare Kommunikation zum Biontech-Impfstoff. (Quelle: dpa/Michael Kappeler)Gesundheitsminister Jens Spahn im Bundestag: Er entschuldigt sich bei den Ärzten für seine unklare Kommunikation zum Biontech-Impfstoff. (Quelle: Michael Kappeler/dpa)

Spahn entschuldigt sich bei Ärzten für Biontech-Chaos

Der geschäftsführende Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich in einem Brief an die deutschen Vertragsärzte für Kommunikationsfehler seines Ministeriums in den vergangenen Tagen entschuldigt. Das berichtet die "Welt". In dem Brief heißt es: "Diese zu kurzfristige Kommunikation, den entstandenen zusätzlichen Aufwand sowie Ihre verständliche Verärgerung bedauere ich ausdrücklich." Er wolle sich bei den Ärzten und ihren Teams entschuldigen.

Hintergrund ist die Ankündigung seines Ministeriums, den Corona-Impfstoff von Biontech in den kommenden Wochen zu rationieren. Zunächst erweckte die Behörde dabei den Eindruck, dadurch solle einzig und allein das Verfallen von Impfstoffdosen des Herstellers Moderna verhindert werden. Das sorgte für scharfe Kritik, weil dieses bürokratische Vorgehen die Impfkampagne behindere.

Spahn betont in dem Schreiben laut "Welt" noch einmal, dass der Bund nicht unnötig Biontech-Impfstoff zurückhalte. Entscheidend sei vielmehr, dass in den kommenden Wochen nicht genug Biontech-Dosen zur Verfügung stünden, um die durch die Auffrischungsimpfungen enorm gestiegene Nachfrage allein mit diesen zu bedienen. Deshalb sei eine Höchstliefermenge für Arztpraxen und Impfzentren verhängt worden. "Durch unsere zu kurzfristige Mitteilung (...) sind viele von Ihnen nachvollziehbarerweise verärgert", schreibt Spahn nun an die Ärzte.

Acht Tote nach Ausbruch in Pflegeheim

Im Zusammenhang mit einem Corona-Ausbruch in einem Pflegeheim in Jena (Thüringen) ist ein weiterer Mensch gestorben. Die Zahl der Todesopfer erhöhte sich damit auf acht, wie die Stadt am Dienstag mitteilte. Infiziert seien nun 114 Bewohner und Mitarbeiter. Am Dienstag vergangener Woche hatte die Zahl bei 78 gelegen.

Die Stadt hatte einen klaren Zusammenhang zwischen den Todesfällen und dem Ausbruchsgeschehen hergestellt. Das Gesundheitsamt habe Hygienemängel bei dem Heim festgestellt. Unter den Bewohnern seien 88 Prozent geimpft gewesen, hieß es vom Träger des Heims. Die Impfquote der Mitarbeiter gab der Träger nicht an.

Tschechien berät über Impfpflicht ab 60

In Tschechien ist eine Corona-Impfpflicht für Senioren über 60 Jahren im Gespräch. "Der Grund dafür ist, dass diese Altersgruppe am stärksten gefährdet ist", sagte der geschäftsführende Ministerpräsident Andrej Babis am Dienstag in Prag. Ein Beratungsgremium der Regierung für Gesundheitsrisiken habe diesen Schritt empfohlen. Das Gesundheitsministerium arbeite zudem an einem Entwurf für eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen wie Gesundheits- und Pflegepersonal, Polizisten, Soldaten und Feuerwehrleute.

Tschechiens geschäftsführender Ministerpräsident Andrej Babis: Experten raten ihm zu einer Impfpflicht für Senioren ab 60 Jahren. (Quelle: imago images/CTK)Tschechiens geschäftsführender Ministerpräsident Andrej Babis: Experten raten ihm zu einer Impfpflicht für Senioren ab 60 Jahren. (Quelle: CTK/imago images)

Nach aktuellen Zahlen gab es in Tschechien innerhalb von sieben Tagen zuletzt 1.029 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner. Am stärksten sind weiter die östlichen Landesteile betroffen.

Infektionszahlen in Österreich sinken

Die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen in Österreich ist zum ersten Mal seit zwei Wochen unter die Marke von 10.000 Fällen gesunken. Nach Angaben der Behörden vom Dienstag wurden binnen 24 Stunden 9.513 Fälle verzeichnet. Zuletzt waren bis zu rund 16.000 Neuinfektionen registriert worden. Trotz des Rückgangs stieg die Zahl der mit Covid-Patienten belegten Betten in den Kliniken weiter an.

Seit Beginn des Monats gelten in Österreich die 3G-Regel am Arbeitsplatz und die 2G-Regel, die Ungeimpften unter anderem den Lokalbesuch verbietet. Angesichts der hohen Sieben-Tage-Inzidenz von 1.100 pro 100.000 Einwohner gilt seit Montag ein Lockdown für alle. Er soll bis 13. Dezember andauern.

Schweiz sichert sich Corona-Medikament

Die Schweiz sichert sich bis zu 8.640 Packungen des potenziellen Covid-19-Medikaments Molnupiravir des US-Pharmakonzerns Merck. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) rechnet damit, dass die noch nicht zugelassene Arznei bis spätestens Januar 2022 zur Verfügung stehen wird.

Die Europäische Arzneimittelbehörde (Ema) erlaubt den Einsatz der Tabletten in der EU bislang nur in Ausnahmefällen, eine Zulassung wurde noch nicht erteilt. Das Mittel soll die Fähigkeit des Coronavirus, sich in den Körperzellen zu vermehren, verringern und damit die Weiterentwicklung von Covid-19 abbremsen. Einer klinischen Studie des Herstellers MSD Sharp & Dohme zufolge halbiert Molnupiravir bei infizierten Patienten das Risiko einer Krankenhauseinlieferung und eines tödlichen Krankheitsverlaufs.

Unions-Fraktionsvize fordert Position der Ampel zur Impfpflicht

Der stellvertretende Vorsitzende der Unions-Bundestagsfraktion, Thorsten Frei (CDU), ruft SPD, Grüne und FDP dazu auf, zu erklären, ob sie eine allgemeine Impfpflicht einführen wollen. Die Debatte habe seit einigen Tagen enorm an Fahrt aufgenommen, wird Frei von der Sendergruppe RTL/ntv zitiert.

Thorsten Frei: Der stellvertretende Vorsitzende der Unions-Bundestagsfraktion hat den Eindruck, dass FDP, SPD und Grüne unterschiedliche Positionen zur Impfpflicht haben (Quelle: imago images/Political-Moments)Thorsten Frei: Der stellvertretende Vorsitzende der Unions-Bundestagsfraktion hat den Eindruck, dass FDP, SPD und Grüne unterschiedliche Positionen zur Impfpflicht haben (Quelle: Political-Moments/imago images)

"Deswegen werden sich auch die zukünftigen Regierungspartner dazu verhalten müssen." Er habe bislang den Eindruck, dass die drei Parteien sehr unterschiedliche Positionen hätten. Die CDU-Bundestagsabgeordneten Serap Güler, die der geschäftsführende Kanzleramtschef Helge Braun im Fall seiner Wahl zum CDU-Chef zur Generalsekretärin machen will, sagt, eine Impfpflicht werde sich nicht vermeiden lassen. 

Eine allgemeine Impfpflicht hält Frei allerdings nicht für geeignet, um die momentane Corona-Lage zu bekämpfen. Sie werde nicht dabei helfen, "die vierte Welle zu brechen", sagte der CDU-Politiker. Zudem sei "eine allgemeine Impfpflicht im Sinne eines Impfzwangs ein schwerer Grundrechtseingriff".

Corona-Gesetz mit 3G am Arbeitsplatz tritt in Kraft

Das neue Infektionsschutzgesetz mit Regeln für 3G am Arbeitsplatz, in Bus und Bahn tritt an diesem Mittwoch in Kraft. Es wurde am Dienstag im Bundesgesetzblatt veröffentlicht. Am Montag hatte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier das Gesetz mit den neuen Corona-Auflagen unterschrieben.

Das umstrittene, von SPD, Grünen und FDP vorgelegte Gesetz sieht zur Bekämpfung der Corona-Pandemie unter anderem 3G am Arbeitsplatz sowie in Bussen und Zügen vor. Hier muss man dann entweder nachweisen, dass man geimpft oder genesen ist oder einen aktuellen negativen Corona-Test vorlegen. Flächendeckende Ausgangsbeschränkungen und Schulschließungen gibt es mit dem neuen Gesetz vorerst nicht mehr. Es soll aber bereits am 9. Dezember in einer Bund-Länder-Runde evaluiert und gegebenenfalls nachgeschärft werden.

Ärztekammer Sachsen: "Jetzt reißt euch alle am Riemen"

Der Präsident der Landesärztekammer Sachsen, Erik Bodendieck, hat erneut vor einer Überlastung der Kliniken im Freistaat gewarnt. Wenn sich an den Infektionszahlen nichts ändere, könne es schon Ende der Woche oder am Anfang der kommenden Woche so weit sein, sagt Bodendieck am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Schon jetzt suchten Mediziner in Sachsen zwei Stunden, um einen Platz auch für Schlaganfall- oder Herzinfarkt-Patienten zu finden.


Am Montag hatte Bodendieck in mehreren Interviews gesagt, dass sich Sachsen auf eine Triage vorbereiten müsse. Auch im Fall einer Überlastung der Krankenhäuser werde natürlich jeder Patient behandelt. "Die Frage ist nur, was möglich ist. Wenn zwei beatmungspflichtige Patienten um einen Beatmungsplatz konkurrieren, dann muss danach entschieden werden, welcher Patient die bessere Behandlungschance hat. Dem würde der Behandlungsplatz zugewiesen werden." Es werde im Einzelfall entschieden und abgewogen. "Auch Ungeimpfte werden behandelt, keine Frage. Aber wenn es zur Abwägung kommt, hat der womöglich schlechtere Chancen."

Ärzte betreuen einen Corona-Patienten (Symbolbild): Der Präsident der Landesärztekammer Sachsen hat in mehreren Interviews gesagt, dass sich das Land auf eine Triage vorbereiten müsse. (Quelle: imago images/SNA)Ärzte betreuen einen Corona-Patienten (Symbolbild): Der Präsident der Landesärztekammer Sachsen hat in mehreren Interviews gesagt, dass sich das Land auf eine Triage vorbereiten müsse. (Quelle: SNA/imago images)

Um eine solche Situation zu vermeiden, brauche es jetzt eine deutliche Kontaktreduzierung. "Ich bin Optimist und sage: Jetzt reißt euch alle am Riemen." Jeder solle Abstand zu anderen halten und FFP2-Masken tragen. Auch Geimpfte sollten sich täglich testen.

Spahn plädiert für flächendeckende 2G-plus-Regel

Zur Bekämpfung der vierten Corona-Welle spricht sich der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) für Einschränkungen auch für Geimpfte aus. Er habe schon vor drei Wochen für das sogenannte 2G-plus-Modell geworben, sagt der CDU-Politiker in der ARD. "Das ist auch eine Einschränkung für Geimpfte und Genesene, weil sie sich zusätzlich testen lassen müssen, um etwa zu einer Veranstaltung zu gehen, sich zu treffen." 2G-plus sollte viel flächendeckender, viel früher zum Einsatz kommen, betonte er.

Mit Blick auf die aktuelle Diskussion über eine allgemeine Impfpflicht sagt Spahn, diese würde die aktuelle Welle nicht brechen. "Sie löst unser akutes aktuelles Problem nicht", sagte der CDU-Politiker am Dienstag im Deutschlandfunk. "Wir brechen diese Welle ja nicht mit einer verpflichtenden Impfung. Die käme viel zu spät die Wirkung. Wir müssen jetzt Kontakte reduzieren und geschlossen staatlich handeln. Deswegen weiß ich nicht, ob alle Kraft, die wir haben grad in dieser Debatte, zum jetzigen Zeitpunkt richtig konzentriert ist." Mehrere Ministerpräsidenten hatten sich zuletzt für die Einführung einer solchen Pflicht ausgesprochen.

Jens Spahn: Der Bundesgesundheitsminister spricht sich gegen eine allgemeine Impfpflicht aus. (Quelle: imago images/Political-Moments)Jens Spahn: Der Bundesgesundheitsminister spricht sich gegen eine allgemeine Impfpflicht aus. (Quelle: Political-Moments/imago images)

Spahn beurteilte dies generell skeptisch. Dies sei nicht nur eine Rechtsfrage, sondern auch eine Frage des Verhältnisses zwischen Staat und Bürger. "Es ist eine Frage von Freiheit und Verantwortung." Aus seiner Sicht gebe es eine moralische, gesellschaftliche Verpflichtung, sich impfen zu lassen. Zudem gebe es offene Fragen bei der Durchsetzung einer solchen Maßnahme, sagte Spahn.

Brandenburg hebt Präsenzpflicht für Schüler auf

An den Brandenburger Schulen gilt wegen der Corona-Infektionslage bald keine Anwesenheitspflicht für die Schüler mehr. "Für den schulischen Bereich werden wir die Präsenzpflicht aufheben", sagte Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) am Dienstag im RBB-Inforadio. "Es ist der Wunsch vieler Eltern, dass sie ihre Kinder nicht in die Schule schicken wollen." Die Einzelheiten – etwa Ausnahmen für Abschlussklassen – würden noch ausgearbeitet.

Außerdem plant Ernst, die Weihnachtsferien für Brandenburger Schülerinnen und Schüler um drei Tage vorzuziehen. Ursprünglich sollte der 23. Dezember der erste Ferientag in Brandenburg sein. Neuer Ferienbeginn soll jetzt Montag, der 20. Dezember, sein.

Ernst sieht auch die Erwachsenen in der Pflicht, durch Impfungen die Situation für die Kinder zu entspannen. Schulschließungen sollten nicht die Lösung sein.

EU-Behörde berät über Impfstoff-Zulassung für Kinder

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA wird voraussichtlich am Donnerstag über eine Zulassung des Covid-19-Impfstoffs von Biontech und Pfizer zum Einsatz bei Kindern im Alter von fünf bis elf Jahren entscheiden. Am 25. November werde der zuständige Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) auf einer außerordentlichen Sitzung darüber beraten, teilt die EU-Behörde mit. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte am Montag erklärt, der Kinder-Impfstoff werde am 20. Dezember in die EU-Staaten ausgeliefert. Deutschland bekomme dann 2,4 Millionen Dosen auf einen Schlag.

Merz hält Impfpflicht für nicht durchsetzbar

CDU-Vorsitzkandidat Friedrich Merz hält eine Impfpflicht in Deutschland für nicht durchsetzbar. "Die allgemeine Impfpflicht würde jetzt Wochen oder Monate dauern, bis sie wirkt", sagte Merz am Dienstag im ARD-Morgenmagazin. Er sei zudem skeptisch, ob eine Impfpflicht verfassungsrechtlich unbedenklich sei. Auch die Durchsetzung bei Menschen, die sich "konsequent weigern", halte er für schwierig, sagte Merz weiter.

Stattdessen schlug Merz eine konsequente Anwendung der 2G-Regel in ganz Deutschland vor. Dies sei ein "viel einfacherer und schnellerer Weg" im Kampf gegen die Pandemie, sagte er. "Dann würde auch kein Fußballspieler mehr den Rasen betreten und kein Abgeordneter mehr den Deutschen Bundestag, der nicht geimpft ist". Diese Maßnahme würde schnell greifen und "Scheindebatten" über die Impfpflicht verhindern, sagte Merz weiter.

Kritisch äußerte sich der CDU-Vorsitzkandidat außerdem gegenüber dem SPD-Kanzlerkandidaten Olaf Scholz. Dieser habe in der letzten Zeit zu wenig Präsenz gezeigt, kritisierte Merz. "Ich hätte gerne mal gewusst, was er für eine Meinung hat zu dem Thema, das wir gerade diskutieren, die Impfpflicht", sagte er.

Kindermediziner für Nutzung von Corona-Impfstoff nach Zulassung

Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin, Jörg Dötsch, unterstützt eine baldige Entscheidung über die Zulassung einer Corona-Impfung für Kinder zwischen fünf und elf Jahren. Dies wäre "auf jeden Fall eine wichtige und gute Entscheidung für die Kinder", sagte Dötsch am Dienstag im Bayerischen Rundfunk. "Denn die Kinder haben natürlich auch ein Recht auf ein zugelassenes Medikament."

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA prüft derzeit die Zulassung des Corona-Impfstoffs von Biontech/Pfizer für fünf- bis elfjährige Kinder. In den USA hatte dieses Vakzin Ende Oktober eine Notfallzulassung für diese Altersgruppe erhalten.

Dötsch riet, dass Eltern auf jeden Fall die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (Stiko) abwarten sollten. "Sicherheit geht vor Geschwindigkeit", sagte er. Er gehe davon aus, "dass die Stiko in mehreren Etappen empfehlen wird. Es wird möglicherweise zunächst eine Empfehlung erfolgen für Kinder, die ein erhöhtes Risiko haben." Hier gehe er davon aus, "dass das relativ schnell der Fall sein wird". Er rechne damit in den nächsten Wochen.

Es könne aber zwei bis drei Monate dauern, bis genügend Daten vorlägen, um eine Empfehlung für gesunde Kinder ohne Vorerkrankungen zu geben, sagte Dötsch. Möglicherweise werde die Stiko dazu erst Daten aus den USA abwarten.

USA geben Reisewarnung für Deutschland heraus

Das US-Außenministerium warnt wegen der massiven Verbreitung des Coronavirus vor Reisen nach Deutschland. Dies sei die Konsequenz einer Neubewertung der pandemischen Lage dort durch die US-Gesundheitsbehörde CDC, erklärte das Ministerium am Montag. Die Behörde ruft US-Bürger auf, Reisen nach Deutschland zu vermeiden. Dort könnten "sogar vollständig geimpfte Reisende in Gefahr sein", Virusvarianten "zu bekommen und weiterzugeben", hieß es zur Begründung. Auch Dänemark wurde hochgesetzt auf die Stufe vier, die höchste Stufe der Reisehinweise ("Reisen Sie nicht").

Für andere derzeit schwer von der Pandemie betroffenen Staaten in Europa gilt ebenfalls die Warnstufe vier, darunter sind Belgien, Kroatien, Ungarn, Österreich und die Niederlande. Für Frankreich und Italien wiederum gilt nur die Stufe drei, die Reisende zur nochmaligen Prüfung von Reiseplänen auffordert. Die höchste Stufe der Reisewarnungen war vor der Pandemie meist Krisen- und Konfliktstaaten wie Afghanistan und dem Irak vorbehalten.

Indien meldet enorm hohe Infektionszahlen

In Indien werden Menschen nach offiziellen Angaben in 7.579 neuen Fällen positiv auf das Coronavirus getestet. Das ist der geringste Anstieg seit anderthalb Jahren, obwohl es in den vergangenen Wochen im Land zahlreiche Großfeste gegeben hatte. Dabei gingen Millionen von Menschen einkaufen, reisten und besuchten ihre Familien. Maskentragen ist außerhalb der großen Städte nicht üblich. In Studien der Regierung wurden Schätzungen laut, wonach sich fast 70 Prozent der Inder auf natürlichem Wege infiziert und Antikörper gebildet haben. Zudem verweisen Experten auf die Impfkampagne. Bislang haben 81 Prozent der Erwachsenen eine Dosis erhalten, 43 Prozent zwei.

Hausärzte fordern Freigabe von Biontech-Pfizer-Dosen

Der Hausärzte-Verband fordert, die Rationierung des Biontech/Pfizer-Impfstoffes zu beenden. "Die Rationierung auf 30 Dosen Biontech pro Woche für jede Praxis ist untragbar. Das schafft eine Praxis nebenbei an einem Nachmittag", sagt Oliver Funken, Chef des Hausarzt-Verbands Nordrhein, der Zeitung "Rheinische Post".

Die kurzfristige Ankündigung, die Liefermengen für Biontech zu beschränken, sei "wie eine Vollbremsung": "Die Praxen müssen jetzt viele Impftermine umplanen, da erst neue Impfstoffe (hier Moderna) bestellt werden müssen und Patienten auf einen Impfstoffwechsel hin beraten werden." Die Zeit fehle dann wiederum beim Impfen. "Wir Ärzte wollen impfen, aber die Politik kommuniziert nicht rechtzeitig den Wechsel der Impfstoffe. So fährt die Politik die Impfkampagne an die Wand."

Dreyer: Bei Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen ist der Bund am Zug

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer sieht in der Debatte um eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen den Bund in der Pflicht. "Die Länder haben bei der Ministerpräsidentenkonferenz am letzten Donnerstag die Bundesregierung gebeten, schnellstmöglich eine Impfpflicht für alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen einzuführen", sagte die SPD-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. "Ich halte es für wichtig, dass der Bund das jetzt schnell umsetzt." Dreyer betonte: "Wir müssen besonders die vulnerablen Gruppen schützen."

Zugleich appellierte die Regierungschefin an noch nicht geimpfte Menschen, von einem der zahlreichen Angebote Gebrauch zu machen und sich doch noch impfen zu lassen. "Die größte Herausforderung beim Weg aus der Pandemie ist nach wie vor die zu hohe Zahl Ungeimpfter", sagte Dreyer. "Wir wollen in Rheinland-Pfalz so viele Menschen wie möglich zum Impfen bewegen und diejenigen, die eine Grundimmunisierung haben, zum Boostern."

Dazu sei die Impfstrategie deutlich hochgefahren worden. Zu den flächendeckenden Impfangeboten bei den niedergelassenen Ärzten kämen Impfbusse, kommunale Angebote, 21 Krankenhausstandorte und reaktivierte Impfzentren. "Angesichts der sehr ernsten Lage werden wir ab Mittwoch landesweit die 2G-Regelung einführen", kündigte Dreyer an. Darüber berät abschließend der Ministerrat an diesem Dienstag in Mainz.

Südtirol verhängt nächtliche Ausgangssperren in 20 Gemeinden

Südtirol verschärft in der Corona-Pandemie die Regeln wieder. Im Freien gilt "ab sofort" eine Maskenpflicht, wenn ein Mindestabstand von einem Meter nicht mehr eingehalten werden kann. Fahrgäste im öffentlichen Nahverkehr müssen eine FFP2-Maske tragen. Der Landeshauptmann der autonomen Provinz im Norden Italiens, Arno Kompatscher, unterzeichnete am Montagabend eine entsprechende Verordnung. In 20 sogenannten roten Gemeinden mit hohen Inzidenzwerten und niedriger Impfquote tritt darüber hinaus am Mittwoch eine Ausgangssperre von 20.00 Uhr bis 05.00 Uhr in Kraft.

Vor die Tür dürfe man in den "roten Gemeinden" nur in dringenden Fällen oder wegen der Arbeit, hieß es weiter. Bars und Restaurants müssen demnach um 18.00 Uhr schließen. In Hotels dürfen Gäste allerdings auch danach noch bedient werden. Tanzen in Diskotheken sowie öffentliche Kultur-, Freizeit- oder Sportveranstaltungen in geschlossenen Räumen sind untersagt. Für Kindergärten und Schulen gelten die Einschränkungen nicht.

Kompatscher hatte die Regierung in Rom bereits gebeten, die Regionen eigenmächtig in bestimmten Fällen über strengere Corona-Maßnahmen entscheiden zu lassen. In Südtirol sind die Inzidenzwerte hoch. Viele sind ungeimpft. Insgesamt meldeten die Behörden in Italien am Montag etwas mehr als 6.400 Neuinfektionen und 70 Tote mit dem Virus binnen eines Tages. Rund 87 Prozent der Bevölkerung über zwölf Jahre erhielt bislang mindestens eine Impfdosis.

Belgiens Ministerpräsident in Quarantäne

Belgiens Ministerpräsident Alexander De Croo hat sich einem Medienbericht zufolge in Quarantäne begeben. Grund sei ein vorheriges Treffen mit Frankreichs Premierminister Jean Castex gewesen, der positiv auf Covid-19 getestet worden sei, berichtet der Sender VRT. De Croo soll am Mittwoch getestet werden.

ORF startet Corona-Impflotterie in Österreich

Mit einer Impflotterie will der österreichische Sender ORF Skeptiker doch noch zu einer Corona-Impfung motivieren. Teilnahmeberechtigt sind der Nachrichtenagentur APA zufolge in Österreich lebende Menschen ab 18 Jahren, die zwischen dem 1. Oktober und dem 20. Dezember gegen Covid-19 geimpft wurden oder es noch werden. Als Preise locken unter anderem ein Fertig-Einfamilienhaus und ein Elektroauto.

Insgesamt werden knapp tausend Sachpreise versteigert. Gewinnchancen hat jeder, der sich im Teilnahme-Zeitraum impfen lässt und sich auf der Website https://werimpftgewinnt.orf.at registriert –  egal, ob es sich bei der Impfung um die Erst-, Zweit- oder Drittimpfung gegen Covid-19 handelt. Bekanntgegeben sollen die Gewinner an Heiligabend in der ORF-Sendung "Licht ins Dunkel". Zuvor will die öffentlich-rechtliche Sendeanstalt auf allen ihren Kanälen zur Teilnahme an der Lotterie und zur Impfung aufrufen.

"Millionen Menschen in Österreich vertrauen tagtäglich auf die Arbeit der ORF-Journalistinnen und -Journalisten, die täglich 24 Stunden in allen Medien ihr Bestes geben, um die Österreicherinnen und Österreicher auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse zu informieren", erklärte ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz. "Doch Aufklärung und Information reichen manchmal nicht aus, um den unverzichtbaren Beitrag der Schutzimpfung zur Pandemiebekämpfung bei möglichst vielen Menschen zu verankern", fügte Wrabetz hinzu. Die Lotterie solle "eine zusätzliche Motivation für Impfwillige" schaffen. Zugleich sei sie "ein großes Danke an alle, die sich bereits haben impfen oder boostern lassen".

Deutschland erhält wohl mehr Biontech-Impfdosen als geplant

In der kommenden Woche stehen in Deutschland eine Million Dosen des Biontech-Impfstoffs mehr zur Verfügung als bisher geplant. Wie der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Montag in München sagte, kündigte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) dies gegenüber den Ländergesundheitsministern an. Es sollten statt zwei Millionen dann drei Millionen Dosen des Biontech-Vakzins zur Verfügung stehen, nach sechs Millionen Impfdosen in dieser Woche.

Das Bundesgesundheitsministerium hatte überraschend die Höchstabgabe des Biontech-Impfstoffs an Arztpraxen beschränkt, was scharfe Kritik auslöste. Holetschek sagte nach den Beratungen der Gesundheitsministerkonferenz, das Problem bei den Biontech-Lieferungen müsse "zeitnah" gelöst werden.

Laut Informationen der Deutschen Presse-Agentur haben die Bundesländer zuvor gefordert, dass die Kontingentierung des Corona-Impfstoffs von Biontech wieder aufgehoben wird. Das Bundesgesundheitsministerium solle alles tun, um weiter Biontech-Impfungen in vollem Umfang zu ermöglichen.

Israel beginnt mit Impfung von Fünf- bis Elfjährigen

In Israel ist der Startschuss für die Impfung von Fünf- bis Elfjährigen gefallen. Die ersten Dosen wurden Kindern in Tel Aviv verabreicht, ab Dienstag soll es auch im Rest des Landes losgehen. Von den 9,4 Millionen Einwohnern Israels fallen etwa 1,2 Millionen in die Altersgruppe. Zuletzt stiegen die Corona-Fallzahlen in dem Land wieder. In den vergangenen Tagen waren die Hälfte aller bestätigten Neuinfizierten Kinder, die zwischen fünf und elf Jahre alt sind.

Stuttgart sagt Weihnachtsmarkt ab

Auch in der Hauptstadt Baden-Württembergs ist der Weihnachtsmarkt abgesagt worden. Das teilte Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU) am heutigen Montag mit. Mehr dazu lesen Sie hier.

Thüringen plant Schließungen und Sperrstunden

Die Thüringer Landesregierung will nach einem neuen Corona-Verordnungsentwurf das öffentliche Leben im Freistaat in weiten Teilen herunterfahren. Demnach sollen unter anderem Clubs, Bars, Schwimmhallen und Diskotheken schließen, ebenso Freizeitbäder, Saunen und Thermen. Zuerst berichtete die "Thüringer Allgemeine" über die Pläne. Nach dem Entwurf könnte in Thüringen in der Gastronomie wie in Sachsen eine Sperrstunde eingeführt werden. In dem Papier, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, ist die Rede von 22.00 Uhr. Das Kabinett will sich am Montagabend noch über die neuen Regeln abstimmen. Änderungen sind noch möglich.

Eine leere Einkaufsstraße (Symbolbild): Auch in Thüringen plant die Regierung harte Corona-Maßnahmen. (Quelle: imago images/SKATA)Eine leere Einkaufsstraße (Symbolbild): Auch in Thüringen plant die Regierung harte Corona-Maßnahmen. (Quelle: SKATA/imago images)

In dem bisherigen Entwurf ist auch eine Ausgangssperre für Menschen vorgesehen, die weder geimpft noch von Covid-19 genesen sind – von 22.00 bis 5.00 Uhr. Für diese Menschen soll es den Plänen zufolge auch Kontaktbeschränkungen geben.

Kretschmann spricht sich für allgemeine Impfpflicht aus

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat sich für eine allgemeine Impfpflicht im Kampf gegen das Coronavirus ausgesprochen. In einem Gastbeitrag für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Dienstag) schrieb der Grünen-Politiker gemeinsam mit Bayerns Regierungschef Markus Söder (CSU): "Eine Impfpflicht ist kein Verstoß gegen die Freiheitsrechte. Vielmehr ist sie die Voraussetzung dafür, dass wir unsere Freiheit zurückgewinnen."

Prüfung von Auffrischungsimpfung mit Johnson & Johnson 

Die Experten der EU-Arzneimittelbehörde Ema prüfen die Zulassung einer Booster-Dosis des Corona-Impfstoffes des US-Herstellers Johnson & Johnson. Diese Extra-Dosis könnte Erwachsenen ab 18 Jahren mindestens zwei Monate nach der ersten Dosis gegeben werden, wie die Ema am Montag in Amsterdam mitteilte. Die Behörde erwartet eine Entscheidung in wenigen Wochen. Sie hat bereits Auffrischungsimpfungen mit den Präparaten von Pfizer/Biontech und Moderna zugelassen.

Mehrere Ampullen mit dem Johnson & Johnson Impfstoff: Die EMA will die Zulassung einer Auffrischungsimpfung mit dem Vakzin prüfen. (Quelle: imago images/MiS)Mehrere Ampullen mit dem Johnson & Johnson Impfstoff: Die EMA will die Zulassung einer Auffrischungsimpfung mit dem Vakzin prüfen. (Quelle: MiS/imago images)

Die Experten der Ema werden prüfen, ob eine solche Booster-Impfung den Schutz vor einer Corona-Infektion erhöht. Daten des Herstellers aus Studien würden nun in einem beschleunigten Verfahren bewertet. Dazu gehörten Ergebnisse einer Studie mit 14.000 Erwachsenen. Einige hatten eine zweite Dosis des Corona-Impfstoffes bekommen, andere nur ein Placebo.

Der Impfstoff namens Janssen ist der einzige Corona-Impfstoff, für den nur eine Dosis nötig ist. Er gehört neben den Präparaten von Biontech/Pfizer, Moderna und Astrazeneca zu den vier Impfstoffen, die in der EU zugelassen sind. Die Ema betonte, dass die Entscheidung über den Einsatz von Booster-Impfungen bei den nationalen Regierungen beziehungsweise Gesundheitsbehörden liegt.

Bouffier: Impfpflicht womöglich unumgänglich 

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hat sich offen für eine allgemeine Impfpflicht gezeigt. Er glaube, dies werde man womöglich nicht umgehen können, um aus der "Dauerschleife" immer neuer Corona-Wellen herauszukommen. Das sagte ein Regierungssprecher am Montag der Deutschen Presse-Agentur in Wiesbaden. Bouffier forderte die künftige Bundesregierung außerdem auf, den Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz für eine Impfpflicht in bestimmten Einrichtungen bald umzusetzen.

Volker Bouffier: Hessens Ministerpräsident zeigt sich offen für eine Impfpflicht.  (Quelle: imago images/F. Kern )Volker Bouffier: Hessens Ministerpräsident zeigt sich offen für eine Impfpflicht. (Quelle: F. Kern /imago images)

Die Bundesländer hatten den Bund bei der Ministerpräsidentenkonferenz vergangene Woche gebeten, in bestimmten Einrichtungen wie Krankenhäusern und Pflegeheimen eine Impfpflicht für alle Mitarbeiter einzuführen, die Kontakt zu besonders gefährdeten (vulnerablen) Menschen haben.

Zuletzt hatten sich mehrere Unionsvertreter offen für eine allgemeine Impfpflicht gezeigt. Auch der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat eine Debatte über eine Covid-Impfpflicht gefordert.

Brandenburg verschärft ab Mittwoch die Coronaregeln

Brandenburg verschärft aufgrund der sich weiter zuspitzenden Pandemielage ab Mittwoch die Coronaregeln. So sollen die 2G-Regelung auf den gesamten Einzelhandel ausgeweitet und wieder Kontaktbeschränkungen eingeführt werden, wie die Brandenburger Staatskanzlei am Montag mitteilte. Ausnahmen von der 2G-Regel sollen aber weiter unter anderem für Lebensmittelgeschäfte, Getränkemärkte, Drogerien und Apotheken gelten.

Die 2G-Regel soll nun auch für alle körpernahen Dienstleistungen einschließlich Friseure, alle Sportanlagen, Schwimmbäder, Innenspielplätze, Museen, Galerien, Planetarien, Freizeitparks, Tierparks, Wildgehege sowie Zoologische und Botanische Gärten gelten. In diesen Bereichen war die Anwendung der 2G-Regelung bislang möglich, aber nicht verpflichtend.

Stand auf einem Weihnachtsmarkt in Brandenburg: Auch Weihnachtsmärkte sollen in dem Bundesland ab Mittwoch wieder geschlossen werden. (Quelle: imago images/CHP)Stand auf einem Weihnachtsmarkt in Brandenburg: Auch Weihnachtsmärkte sollen in dem Bundesland ab Mittwoch wieder geschlossen werden. (Quelle: CHP/imago images)

Weihnachtsmärkte sollen zudem nicht eröffnet beziehungsweise bestehende wieder geschlossen werden. Eine Übersicht, wo Weihnachtsmärkte in Deutschland offen bleiben und wo nicht, finden Sie hier.  Auch Kontaktbeschränkungen will die Landesregierung wieder einführen. Im öffentlichen Raum, bei privaten Feiern und auch Treffen in Gaststätten sollen sich dann maximal fünf Menschen treffen dürfen. Geimpfte und Genesene sollen jedoch nicht mitgezählt werden.

In Kreisen und kreisfreien Städte mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als tausend bei einer gleichzeitigen landesweiten Auslastung der intensivmedizinischen Betten von über zehn Prozent ist außerdem eine nächtliche Ausgangsbeschränkung für Ungeimpfte von 22.00 Uhr bis 06.00 Uhr vorgesehen.

Biontech-Begrenzung: Ärzte im Saarland stoppen Impfungen

Zahlreiche niedergelassene Ärzte im Saarland haben angekündigt, in ihren Praxen keine Corona-Impfungen mehr anzubieten. Das hat die Kassenärztliche Vereinigung des Saarlandes (KV) am Montag mitgeteilt. Grund dafür sei die Ankündigung von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU), die Liefermengen von Biontech auf 30 Dosen pro Arzt zu begrenzen. Damit "würgt der Bundesgesundheitsminister den Impfturbo ab und verursacht Chaos in den Praxen", so die KV.

"Viele Praxen haben sich bereits am Wochenende an uns gewandt und uns aufgefordert, ihre Sorgen und Nöte zu kommunizieren und die zum jetzigen Zeitpunkt unnötige Kontingentierung vehement abzulehnen und auf die Gefahren hinzuweisen", sagte der stellvertretende KV-Vorsitzende Joachim Meiser.

In den saarländischen Praxen seien bereits "zigtausende" Impftermine für die kommenden Wochen vergeben. Sowohl die Praxen als auch die Impfwilligen gingen davon aus, dass der breit akzeptierte Impfstoff Biontech eingesetzt werde. Schon diese Terminvergabe habe das Praxispersonal zu bewältigen gehabt und auch den Frust derjenigen abbekommen, die nicht sofort, sondern erst in Wochen einen Termin bekommen haben.

Die Vereinigung befürchtet nun konfliktbeladene und zeitintensive Gespräche zulasten der Impfungen und der weiterhin stattfindenden normalen Versorgung. Deshalb fordert sie die Kontingentierung um einige Wochen zu verschieben, um eine bessere Vorbereitung zu ermöglichen und die breite Öffentlichkeit zur Vermeidung von Diskussionen zu informieren.

Söder bescheinigt Spahn "desaströse Kommunikation" 

CSU-Chef Markus Söder (CSU) hat dem geschäftsführenden Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in der Frage der Impfstoff-Bereithaltung eine "desaströse Kommunikation" vorgeworfen. "Was ich schade finde und sehr unglücklich, ist die Kommunikation des Bundesgesundheitsministers", sagte Söder am Montag nach einer Sitzung des CSU-Vorstands in München. 

Markus Söder: Der bayerische Ministerpräsident übt scharfe Kritik an Gesundheitsminister Jens Spahn. (Quelle: imago images/Sven Simon)Markus Söder: Der bayerische Ministerpräsident übt scharfe Kritik an Gesundheitsminister Jens Spahn. (Quelle: Sven Simon/imago images)

Es sei gut und wichtig, Impfstoff auch an andere Teile der Welt zu geben. Jedoch sei es in der gegenwärtigen Situation in Deutschland auch sinnvoll, Impfstoff im Inland bereitzuhalten. Söder machte deutlich, dass er den Impfstoff von Moderna für gleich gut mit dem von Biontech/Pfizer halte. Jedoch sei die Wahl des Wortes "Rationierung" im Zusammenhang mit Impfstoff nicht zielführend gewesen, wenn es um die Schaffung von Sicherheit unter den Bürgern gehe.

Das Bundesgesundheitsministerium hatte in einem Schreiben an die Länder für die nächsten Wochen Begrenzungen bei Bestellmengen für den Impfstoff von Biontech/Pfizer angekündigt, damit das Präparat von Moderna bei den Auffrischungsimpfungen vermehrt zum Einsatz kommt. 

Haseloff würde Impfpflicht unterstützen 

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) zeigt sich offen für eine allgemeine Corona-Impfpflicht. "Eine Impfpflicht muss bundesgesetzlich geregelt werden. Wenn die zukünftige Bundesregierung eine entsprechende Novelle vorlegt, dann werde ich das unterstützen", sagte Haseloff auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur am Montag in Magdeburg.

Reiner Haseloff im Bundesrat: Der Ministerpräsident Sachsen-Anhalts zeigt sich offen für eine bundesweite Impfpflicht gegen das Coronavirus. (Quelle: imago images/Emmanuele Contini)Reiner Haseloff im Bundesrat: Der Ministerpräsident Sachsen-Anhalts zeigt sich offen für eine bundesweite Impfpflicht gegen das Coronavirus. (Quelle: Emmanuele Contini/imago images)

Zuvor hatte sich bereits die CSU-Spitze hinter die Forderung nach einer allgemeinen Impfpflicht gestellt. Es habe dafür große Zustimmung gegeben, sagte Parteichef Markus Söder nach einer Videoschalte des CSU-Vorstands in München. Auf Dauer werde nur eine allgemeine Impfpflicht helfen, erklärte Söder. Zuletzt hatten sich mehrere Unionsvertreter offen für eine Impfpflicht gezeigt, darunter der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Daniel Günther (CDU). Auch der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hatte eine Debatte über eine Corona-Impfpflicht gefordert.

Was jetzt in Sachsen gilt und welche Strafen es gibt

In Sachsen gelten ab sofort verschärfte Regeln im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Woran sich die Menschen dort jetzt halten müssen und was ihnen droht, wenn sie dies nicht tun, lesen Sie hier

Biontech prüft kurzfristige Impfstoff-Lieferungen

Das Unternehmen Biontech prüft, ob es mehr Impfstoff gegen das Coronavirus liefern kann als bisher vereinbart. "Wir prüfen aktuell, ob und wenn ja, wie viele Dosen wir kurzfristig und zusätzlich zu den vertraglich vereinbarten liefern könnten", sagte Biontech-Sprecherin Jasmina Alatovic der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. Die "Bild" hatte zuvor berichtet, Biontech sei bereit, Deutschland kurzfristig zehn Millionen Impfdosen außerplanmäßig zu liefern. Über Umdisponierungen bei Lieferungen an andere Staaten sei dies noch im November und Dezember möglich.

Fläschen mit dem Corona-Impfstoff von Biontech: Das Unternehmen prüft, ob es mehr Impfstoff als zunächst geplant an Deutschland liefern kann.  (Quelle: dpa/Soeren Stache)Fläschen mit dem Corona-Impfstoff von Biontech: Das Unternehmen prüft, ob es mehr Impfstoff als zunächst geplant an Deutschland liefern kann. (Quelle: Soeren Stache/dpa)

Das Bundesgesundheitsministerium hatte in einem Schreiben an die Länder für die nächsten Wochen Begrenzungen bei Bestellmengen für den Biontech-Impfstoff angekündigt. Dafür soll das Präparat von Moderna bei den Auffrischungsimpfungen vermehrt zum Einsatz kommen. Zur Begründung wurde auch darauf verwiesen, dass andernfalls ab Mitte des 1. Quartals 2022 eingelagerte Moderna-Dosen zu verfallen drohten. Aktuell mache der Impfstoff von Biontech über 90 Prozent der Bestellungen aus.

Merkel kritisiert aktuelle Corona-Maßnahmen

Der geschäftsführenden Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) reichen die aktuellen Corona-Maßnahmen nicht aus. "Wir haben eine hoch dramatische Situation. Was jetzt gilt, ist nicht ausreichend", wurde Merkel am Montag aus Teilnehmerkreisen der hybriden Beratungen des CDU-Vorstands in Berlin zitiert. Mehr dazu lesen Sie hier.

Söder: Lockdown für alle "nicht verhältnismäßig"

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) spricht sich gegen einen allgemeinen Lockdown aus. "Ein Generallockdown für das gesamte Land für Geimpfte und Ungeimpfte ist nicht verhältnismäßig", sagt er. Regional sei dies aber möglich, um auf besonders schwierige Situationen zu reagieren. In Bayern gelte durch die 2G- und 2GPlus-Regeln sowie durch Kontaktbeschränkungen in Hotspots faktisch ein Lockdown für Ungeimpfte.

Markus Söder: Der Ministerpräsident Bayerns bezeichnet einen Lockdown für alle als "nicht verhältnismäßig".  (Quelle: imago images/Sven Simon)Markus Söder: Der Ministerpräsident Bayerns bezeichnet einen Lockdown für alle als "nicht verhältnismäßig". (Quelle: Sven Simon/imago images)

Zu einer allgemeinen Impfplicht hingegen gebe es in seiner Partei, der CSU, eine große Zustimmung. Eine allgemeine Impfpflicht könne auf Dauer aus dem Corona-Würgeseil befreien, sagt er.

Sachsen bereitet Triage vor 

Nach Bayern bereitet mit Sachsen nun schon das zweite Bundesland eine Triage vor, bei der nicht mehr alle Intensivpatienten behandelt werden können. In dem Freistaat stehen nur noch wenige Intensivbetten zur Verfügung. Mehr zur Situation lesen Sie hier.

Divi-Präsident: "Corona-Lage besorgniserregend und nicht unter Kontrolle"

Der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Gernot Marx, fordert schnelle Auffrischungs-Impfungen. "Es müssen Strukturen geschaffen werden, um Booster schnell durchführen zu können", sagt Marx auf einer Pressekonferenz der Divi.

Die geschlossenen Impfzentren müssten wieder öffnen, man müsse mobile Impfteams aufbauen. Falls die politischen Maßnahmen nicht schnell zu einer Entspannung der Situation führten, seien spätestens im Dezember zusätzliche Maßnahmen notwendig, um die vierte Welle zu brechen. "Die Coronalage ist sehr besorgniserregend und momentan nicht unter Kontrolle. Wir machen uns große Sorgen."

Diakonie-Präsident will Impfpflicht für gesamtes Personal in Pflegeeinrichtungen

Der Präsident der Diakonie Deutschland, Ulrich Lilie, hat sich für eine Impfpflicht des gesamten Personals von Alten- und Pflegeheimen, Behinderten-Einrichtungen und Kindergärten ausgesprochen. "Ich bin für eine Impfpflicht für alle Menschen, die in diesen Einrichtungen arbeiten", sagt Lilie am Montag dem Sender Phoenix. Dabei trügen nicht nur das Pflegepersonal, sondern auch Reinigungskräfte oder das Küchenpersonal Verantwortung. Die Zahl der Todesopfer dürfe nicht weiter in die Höhe schnellen.

"Wir müssen jetzt handeln, wenn wir nicht einfach sehenden Auges in Kauf nehmen wollen, dass Debatten geführt werden, während jeden Tag ein Flugzeug abstürzt mit Menschen, die das mit ihrem Leben bezahlen", sagte der Diakonie-Präsident weiter. Mit der Einführung der Impfpflicht hofft er darauf, dass "moralisierende Diskussionen" überflüssig werden. "Wir sollten eine rationale Diskussion führen", forderte er. Von der neuen Ampelregierung wünscht sich der Diakonie-Präsident die Einrichtung einer Task-Force sowie "wirklich präventive Politik". 

Erste Intensivstationen in Mecklenburg-Vorpommern ausgelastet 

Die ersten Krankenhäuser in Mecklenburg-Vorpommern melden ausgelastete Intensivstationen. Am Montagmorgen traf dies laut Intensivregister der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) auf vier Kliniken zu: das Kreiskrankenhaus Demmin, die KMG Klinik Boizenburg, das Krankenhaus Ludwigslust und das DRK-Krankenhaus Grevesmühlen. Weitere 14 Krankenhäuser meldeten nur noch begrenzte Kapazitäten.

An das Divi-Register melden aus dem Bundesland 32 Krankenhäuser ihre Intensivkapazitäten. Nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lagus) vom Sonntag liegen derzeit in Mecklenburg-Vorpommern 271 Patienten mit einer Covid-19-Erkrankung in Kliniken. Davon müssen 61 intensivmedizinisch behandelt werden

Bundesregierung bekräftigt Position zu Impfpflicht

Die Bundesregierung hält nach Angaben von Regierungssprecher Steffen Seibert an der Ablehnung einer allgemeinen Impfpflicht fest. Die Diskussion sei verständlich, aber die amtierende Bundesregierung werde ihre Haltung nicht mehr ändern.

Regierungssprecher Steffen Seibert: Er bekräftigte, dass die aktuelle Regierung eine Impfpflicht weiterhin ablehne. (Quelle: imago images/Chris Emil Janßen)Regierungssprecher Steffen Seibert: Er bekräftigte, dass die aktuelle Regierung eine Impfpflicht weiterhin ablehne. (Quelle: Chris Emil Janßen/imago images)

Deshalb sei auf die Homepage der Regierung auch ein entsprechender Satz wiederaufgenommen worden – ergänzt mit dem Hinweis, dass die Ministerpräsidenten eine Teil-Impfpflicht möchten. Dass der Satz am Wochenende gelöscht wurde, sei ein Fehler gewesen, sagt Seibert.

Keine freien Intensivbetten im Landkreis München mehr

In Bayern füllen sich die Intensivbetten. Im Landkreis München ist kein einziges Bett mehr frei, in der Stadt lediglich 20 Intensivbetten. Mehr zur Lage vor Ort lesen Sie hier.

Sieben-Tage-Inzidenz in Sachsen schon fast bei 1.000

In Sachsen ist die Sieben-Tage-Inzidenz erneut deutlich gestiegen. Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete am Montag einen Wert von 960,7, am Sonntag lag die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche noch bei 862,1. Innerhalb eines Tages zählten die Gesundheitsämter 5.899 neue Infektionen, 9 Todesfälle kamen hinzu. Bundesweit lag die Sieben-Tage-Inzidenz am Montag bei 386,5.

Innerhalb Sachsens wurde die höchste Sieben-Tage-Inzidenz aus dem Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge mit 1612,4 gemeldet. Es folgt der Landkreis Bautzen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 1474,4. Am Montag lagen insgesamt sieben Landkreise über einem Inzidenzwert von 1.000. Die niedrigste Inzidenz meldete das RKI für die Landeshauptstadt Dresden (465,5).

Kretschmer: "Wir sollten jeden Impfstoff nutzen, der zugelassen ist"

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat in der Debatte über Obergrenzen für Biontech-Impfstoff für pragmatisches Impfen ohne Rücksicht auf den Hersteller aufgerufen. "Jeder Impfstoff, den wir haben, ist ein Segen. Und wir sollten jeden Impfstoff nutzen, ganz gleich welcher es ist, der zugelassen ist", sagte er am Montag beim Eintreffen zu hybriden Beratungen der CDU-Spitze in Berlin. "Es geht hier nicht darum, was uns besser gefällt", ergänzte Kretschmer. "Man soll beherzt zugreifen, das ist das Entscheidende."

Michael Kretschmer: Sachsens Ministerpräsident wirbt dafür, jeden zugelassenen Impfstoff gegen Corona zu benutzen. (Quelle: imago images/ddbd)Michael Kretschmer: Sachsens Ministerpräsident wirbt dafür, jeden zugelassenen Impfstoff gegen Corona zu benutzen. (Quelle: ddbd/imago images)

Zugleich kritisierte Kretschmer die Kommunikation des geschäftsführenden Gesundheitsministers Jens Spahn (CDU) im Zusammenhang mit Bestellobergrenzen für Biontech-Impfstoff als unglücklich. "Das weiß der Bundesminister auch." Aber es gebe einen großen Bedarf an Impfstoff. Biontech wie Moderna erzielten die gleiche Wirkung und seien für den gleichen Personenkreis zugelassen. Er selbst sei zweimal mit Astrazeneca geimpft, "ich werde jetzt auch Moderna nehmen". Zurückhaltend äußerte sich der Ministerpräsident zu einer Impfpflicht. Diese müsse in Ruhe besprochen werden, eine Diskussion über die Medien sei nicht hilfreich. 

Neuseeland rückt von Null-Corona-Strategie ab

Neuseeland will von der Null-Corona-Strategie abkehren und zum 3. Dezember einige verschärfte Schutzmaßnahmen zurücknehmen. Stattdessen solle nun ein dreistufiges Ampelsystem eingeführt werden, das Maßnahmen abhängig von den Corona-Zahlen und der Impfquote vorsehe, sagt Ministerpräsidentin Jacinda Ardern. Die harte Wahrheit sei, dass die besonders ansteckende Delta-Variante bleibe und nicht verschwinden werde. Aber Neuseeland sei gut gerüstet, dank hoher Impfraten und der neuen Sicherheitsmaßnahmen wie dem Ampelsystem und dem Impfpass. Bis August war der Inselstaat bis zur Ausbreitung der Delta-Variante zum größten Teil coronafrei. In dem Land mit rund fünf Millionen Einwohnern sind 83 Prozent der Impfberechtigten vollständig gegen Corona geimpft.

Unionsfraktion lehnt Impfplicht ab: "Dürfte verfassungswidrig sein"

Die Unionsfraktion im Bundestag stellt sich gegen eine allgemeine Corona-Impfpflicht. "Einer allgemeinen Impfpflicht im Sinne einer Zwangsimpfung stehe ich sehr skeptisch gegenüber", sagt der stellvertretende Unionsfraktionschef Thorsten Frei (CDU) der Zeitung "Welt". Sie dürfte "wegen des schwerwiegenden Eingriffs in das Recht auf körperliche Unversehrtheit unter den derzeitigen Rahmenbedingungen auch unverhältnismäßig und damit verfassungswidrig sein". 

Thorsten Frei (CDU):  "Einer allgemeinen Impfpflicht im Sinne einer Zwangsimpfung stehe ich sehr skeptisch gegenüber" (Quelle: dpa/Soeren Stache)Thorsten Frei (CDU): "Einer allgemeinen Impfpflicht im Sinne einer Zwangsimpfung stehe ich sehr skeptisch gegenüber" (Quelle: Soeren Stache/dpa)

Mit Verweis auf besonders gefährdete Gruppen könne er sich aber bereichsspezifische Impfnachweispflichten unter strenger Beachtung des Verhältnismäßigkeitsgrundsatzes durchaus vorstellen, analog zur verpflichtenden Masernimpfung für Betreuungspersonal. Die SPD hält nach den Worten von Vizefraktionschef Dirk Wiese eine einrichtungsbezogene Impfpflicht für möglich, die AfD lehnt jede Form von Impfpflicht ab. Über die Debatte zu einer möglichen Impflicht können Sie hier mehr lesen.

Bayerns Gesundheitsminister dringt auf Impfpflicht

Der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek plädiert für eine Impfpflicht im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Er sei eigentlich immer ein Gegner einer Impfpflicht gewesen, aber inzwischen glaube er auch nach Empfehlungen der Wissenschaftsakademie Leopoldina und des Ethikrates, dass man relativ schnell über dieses Thema sprechen müsse, sagt der CSU-Politiker im Deutschlandfunk. Er persönlich sei inzwischen für diese allgemeine Impfpflicht. Die Diskussion darüber sollte nicht verzögert, sondern unmittelbar aufgenommen werden. "Wir sind mitten in dieser Pandemie. Ich glaube, dass wir aus diese Endlosschleife tatsächlich nur rauskommen, wenn diese Impfpflicht auch kommt."

Putin hat Booster-Impfung bekommen

Inmitten der dramatischen Corona-Lage in Russland hat sich Staatschef Wladimir Putin nach eigenen Angaben eine Auffrischungsimpfung verabreichen lassen. Er habe sich am Sonntag mit dem russischen Impfstoff Sputnik Light impfen lassen, sagte der 69-Jährige am Abend in Moskau dem Kreml zufolge. Zwei Stunden nach dem sogenannten Boostern gehe es ihm gut. Wie bereits bei seiner ersten Impfung im Frühjahr waren auch diesmal keine Kameras zugelassen. Veröffentlicht wurde lediglich ein Video, das Putin im Gespräch mit Denis Logunow vom Gamaleja-Forschungszentrum für Epidemiologie und Mikrobiologie zeigt. Dessen Wissenschaftler haben das Vakzin Sputnik V entwickelt.

Logunow zufolge haben sich mittlerweile mehr als 50 Millionen Menschen in Russland mit Sputnik impfen lassen. Die Impfkampagne in dem Land mit rund 146 Millionen Menschen läuft aber wegen einer weit verbreiteten Skepsis nur schleppend. Erst 40 Prozent der Bevölkerung sind laut Statistik vollständig geschützt. Am Sonntag meldeten die Behörden 1.252 Corona-Tote innerhalb von 24 Stunden – der zweithöchste Tageshöchstwert seit Beginn der Pandemie. Zudem gab es fast 37.000 Neuinfektionen binnen eines Tages.

RKI-Chef Wieler: Niemand möchte gerne eine Impfpflicht

Der Präsident des Robert Koch-Instituts hat angesichts der dramatischen Corona-Lage erneut zur Impfung aufgerufen. "Wir müssen dafür Sorge tragen, dass wir so viele Menschen wie möglich zum Impfen bewegen und diejenigen, die eine vollständige Grundimmunisierung haben, boostern", sagte Wieler am Sonntagabend im "Heute-Journal" des ZDF. In der Debatte über eine Impfpflicht äußerte er sich zurückhaltend, verwies aber auf Überlegungen, darüber als letztes Mittel nachzudenken.

Lauterbach hält Maskenpflicht an Schulen im gesamten Winter für nötig

Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach hält eine Maskenpflicht in den Schulen voraussichtlich über den gesamten Winter hinweg für notwendig. Seiner Einschätzung nach sei die Wahrscheinlichkeit "sehr gering", dass durch den weiteren Verlauf der Corona-Pandemie die Maskenpflicht an den Schulen in den Wintermonaten nicht mehr gebraucht werde, sagte Lauterbach dem Redaktionsnetzwerk Deutschland in einem am Montag veröffentlichten Podcast-Interview.

Der SPD-Politiker und Mediziner übte harte Kritik am nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Hendrik Wüst (CDU) dafür, dass dieser die Maskenpflicht an den Schulen aufgehoben hatte. Diese Entscheidung sei "verantwortungslos" gewesen: "Da haben sich viele Kinder infiziert. Das war vollkommen unnötig."

Lauterbach warnte vor Langzeitwirkungen von Covid-Erkrankungen bei Kindern: Es sei damit zu rechnen, dass etwa vier bis sieben Prozent der infizierten Kinder mit Covid-19-Symptomen das sogenannte Long-Covid entwickeln.

Long-Covid sei bei Kindern zwar zum Glück nicht so gravierend wie bei Erwachsenen, aber auch keine Kleinigkeit. Es führe etwa dazu, dass Kinder "durchweg Schwierigkeiten haben können, sich zu konzentrieren", sagte der SPD-Politiker. Es werde Kinder geben, die nach einer Covid-Erkrankung "nicht mehr so schwungvoll und auch nicht mehr so gut in der Schule" seien wie vorher.

Pflegerat für Kündigung von ungeimpften Mitarbeitern in Heimen

Der Deutsche Pflegerat hat sich dafür ausgesprochen, dass ungeimpfte Mitarbeiter im Falle der Einführung einer Corona-Impfpflicht in Pflegeheimen gekündigt werden. Sollte der Gesetzgeber vorgeben, dass nur Geimpfte und Genesene in Pflegeheimen arbeiten dürfen, "haben die Einrichtungen gar keine andere Wahl, als sich von diesen Mitarbeitenden zu trennen", sagte Pflegeratspräsidentin Christine Vogler dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

"Wer zum Einfallstor für Corona im Pflegeheim wird, kann dort einfach nicht arbeiten", betonte Vogler. Der Gesetzgeber müsse daher klar vorgeben, dass Pflegeeinrichtungen ungeimpfte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kündigen dürfen. Der Pflegerat ist die Dachorganisation von Verbänden der Pflegebranche.

Bei der Ministerpräsidentenkonferenz am Donnerstag hatten die Spitzenvertreter der Bundesländer den Bund dazu aufgefordert, "schnellstmöglich" eine Impfpflicht für das Personal in Pflegeheimen einzuführen.

Spahn: "Hätten das klarer kommunizieren müssen"

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat betont, dass eine Rücknahme der viel kritisierten Bestellobergrenzen für Biontech-Impfstoff nicht möglich sei. "Ich kann's deswegen nicht zurückziehen, weil es einfach 'ne Frage der verfügbaren Menge ist", sagte der CDU-Politiker am Sonntagabend in der ZDF-Sendung "Berlin direkt". "Wir halten da nichts zurück. Ich kann ja keinen Impfstoff ausliefern von Biontech, der nicht da ist." Hier lesen Sie mehr. 

Frankreich meldet "blitzschnellen" Anstieg bei Corona-Neuinfektionen

Auch in Frankreich schnellen die Corona-Infektionszahlen derzeit wieder in die Höhe. "Die fünfte Welle ist blitzschnell gestartet", sagte Regierungssprecher Gabriel Attal bei einer Pressekonferenz. Im Sieben-Tages-Schnitt lag die Zahl der täglichen Neuinfektionen am Samstag bei 17.153. Eine Woche zuvor war dieser Wert nur gut halb so hoch gewesen. 

Beratung vor einem Pariser Testzentrum:  Am Samstag lag die Zahl der täglichen Neuinfektionen in Frankreich bei 17.153. (Quelle: imago images/Gao Jing)Beratung vor einem Pariser Testzentrum: Am Samstag lag die Zahl der täglichen Neuinfektionen in Frankreich bei 17.153. (Quelle: Gao Jing/imago images)

Im Vergleich zu den vorangegangen Wochen ist der Anstieg bei der Zahl der Neuinfektionen dramatisch. Bislang hatte es drei Wochen gedauert, bis sich der Sieben-Tages-Schnitt der täglichen Neuinfektionen verdoppelte. Trotz der hohen Infektionszahlen ist die Lage in den französischen Krankenhäusern nach Behördenangaben vergleichsweise ruhig. Am Samstag wurden nach Angaben der französischen Krankenhäuser 7.974 Corona-Patienten in Kliniken behandelt. 1.333 von ihnen lagen demnach auf Intensivstationen. 

"Wir beobachten einen sehr starken Anstieg bei den Infektionen, aber wir wissen auch, dass wir in Frankreich eine hohe Impfrate haben und unseren Nachbarn bei den Auffrischungsimpfungen voraus zu sein scheinen", betonte Attal. Auch die Einführung des sogenannten Gesundheitspasses im Juli, der der 3G-Regel entspricht, habe dazu geführt, dass die Corona-Lage unter Kontrolle sei. Die Regierung in Paris halte an ihrer Entscheidung fest, "den Ungeimpften anstatt den Geimpften Beschränkungen" zur Eindämmung der Pandemie aufzuerlegen, betonte Attal weiter.

Unbekannte legen Feuer in zwei Corona-Testzentren

Zwei Corona-Schnelltestzentren sind am Sonntag im Münsterland in Brand gesetzt worden. Am frühen Morgen hatte ein Zeuge zunächst ein Feuer bei der Teststation in Ahaus gemeldet, wie die Polizei mitteilte. Ein Pavillon und ein Container wurden beschädigt. Wenige Stunden später brannte nach Angaben der Polizei ein Testzelt in Gronau.

An den Schnelltestzentren entstand insgesamt ein Schaden von rund 20.000 Euro. Die Polizei ermittelt, ob es zwischen den Bränden eine Verbindung gibt. An beiden Testzentren sei es in der Vergangenheit bereits zu Brandstiftung gekommen. Ein politisches Motiv für die Tat werde nicht ausgeschlossen.

Virologe Kekulé fordert vollständigen Lockdown

"Wir schlittern in die heftigste Welle jemals", schreibt Virologe Alexander Kekulé in einer "Focus"-Kolumne. Mehr dazu lesen Sie hier.

Alexander Kekulé (Archiv): "Diese Chance zu nutzen, muss oberste Priorität haben." (Quelle: imago images/Stauffenberg/Eventpress)Alexander Kekulé (Archiv): "Diese Chance zu nutzen, muss oberste Priorität haben." (Quelle: Stauffenberg/Eventpress/imago images)

Ministerpräsident Günther zeigt sich offen für Impfpflicht

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther zeigt sich offen für eine Corona-Impfpflicht. Er hoffe zwar noch, "dass es am Ende ohne allgemeine Impfpflicht geht. Wenn nicht, bin ich allerdings auch bereit, diesen Schritt zu gehen", sagt der CDU-Politiker der "Welt". Er sei für weitere Maßnahmen für Ungeimpfte, etwa Impfpflichten oder zusätzliche Einschränkungen, offen.

Einen generellen Lockdown lehnt Günther ab, da dieser nicht angemessen sei. "Jeder kann sich schützen lassen – durch eine Impfung. Das ist der Unterschied zur Lage vor einem Jahr."

Baden-Württemberg: Ausgangsbeschränkungen für Ungeimpfte in drei Hotspots

Ungeimpfte in drei Corona-Hotspots von Baden-Württemberg dürfen von Montag an nachts nur noch aus triftigem Grund ihre Wohnungen verlassen. Das Verlassen der eigenen vier Wände in den Hotspots Schwarzwald-Baar-Kreis, Ostalbkreis und Biberach sei diesen Menschen zwischen 21 Uhr und 5 Uhr nur noch beispielsweise für medizinische Notfälle und aus Arbeitsgründen erlaubt, sagte der Amtschef im Sozialministerium, Uwe Lahl. Es sei davon auszugehen, dass es bis zur Wochenmitte und damit bis zur neuen Corona-Verordnung nicht bei diesen drei Kreisen bleibe.

Der für das Ministerium ausschlaggebende Inzidenz-Schwellenwert sei "600 und eine dynamische Lage", sagte Lahl. Mehrere Kreise waren da am Wochenende nah dran. Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen lag im Schwarzwald-Baar-Kreis am Samstag bei 606, im Ostalbkreis bei 702,2 und im Kreis Biberach bei 631,9. Der Wert gibt an, wie viele neue Infektionen mit dem Coronavirus pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche den Behörden gemeldet wurden.

Mit den Allgemeinverfügungen für die drei Landkreise sei Zutritt zu beispielsweise Gastronomie, Hotels (mit Ausnahme von Geschäftsreisenden) und Einzelhandel von Montag an ausschließlich immunisierten – also Geimpften und Genesenen – Besuchern und Kunden gestattet. Ausgenommen von dieser Zutrittsbeschränkung sind Geschäfte und Märkte, die der Grundversorgung dienen wie Lebensmittelmärkte, Apotheken, Tank- und Poststellen, Paketdienste und Banken sowie Betriebe von körpernahen Dienstleistungen.

Minister: Thüringen sollte 2G im Einzelhandel in Erwägung ziehen

Im Kampf gegen die sich zuspitzende Corona-Pandemie hat sich Thüringens Vize-Ministerpräsident Georg Maier (SPD) dafür ausgesprochen, auch über eine 2G-Regelung im Einzelhandel wie in Sachsen nachzudenken. "Das muss man in Erwägung ziehen", sagte Maier.

Die sächsische Landesregierung hatte am Freitag schärfere Corona-Maßnahmen angekündigt, die einem Teil-Lockdown gleichkommen. Dazu gehört auch eine 2G-Regelung für den Einzelhandel. 2G bedeutet, dass nur noch Geimpfte und Genesene Zugang haben. Ausnahmen sind unter anderem für Supermärkte, Drogerien und andere Läden geplant.

"Wir müssen damit rechnen, dass nicht Geimpfte vermehrt nach Thüringen kommen zum Einkaufen", sagte Maier. Das sei ein Riesenproblem. Maier betonte zugleich, dass es Ausnahmen für Geschäfte des täglichen Bedarfs geben müsse. Bisher war 2G in Thüringen nicht für den Einzelhandel geplant. In Thüringen wurden mit Stand vom Sonntag 628 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche registriert, wie aus Zahlen des Robert Koch-Instituts hervorging. Im Nachbarbundesland Sachsen lag die Inzidenz am Sonntag bei 862.

Biontech-Gründer: Impfschutz nach neun Monaten noch sehr hoch

Der Schutz vor einer schweren Corona-Erkrankung ist beim Biontech-Impfstoff nach Angaben von Unternehmensgründer Uğur Şahin bis zum neunten Monat sehr hoch. Dies zeigten kürzlich veröffentlichte Studien, sagte Şahin "Bild am Sonntag". Der Impfschutz beginne aber "ab dem vierten Monat" abzunehmen.

Die beiden Biontech-Gründer Özlem Türeci und Uğur Şahin (Archiv): Der Booster könne uns über den anstehenden schwierigen Winter helfen.  (Quelle: imago images/Political-Moments)Die beiden Biontech-Gründer Özlem Türeci und Uğur Şahin (Archiv): Der Booster könne uns über den anstehenden schwierigen Winter helfen. (Quelle: Political-Moments/imago images)

Şahin sprach sich für Auffrischungsimpfungen aus. "Ein Booster schützt zum einen den Geimpften sehr gut vor Erkrankung, er hilft aber auch, weitere Ansteckungsketten zu unterbrechen." Das könne uns über den anstehenden schwierigen Winter helfen. Şahin sagte dem Bericht zufolge: "Wichtig ist die Tatsache, dass die dritte Impfung den Schutz wieder anhebt. Entsprechend erwarten wir, dass er länger anhält als der Schutz nach der Doppelimpfung und nachfolgende Auffrischimpfungen vielleicht nur jedes Jahr – ähnlich wie bei Influenza – gebraucht werden."

Kinderärzte fordern sofort generelle Impfpflicht

Die Forderungen nach einer Impfpflicht für alle werden lauter. Kinder- und Jugendärzte schließen sich dem Appell an. Sie sehen die Rechte der Jüngsten wegen einer Minderheit massiv bedroht. Mehr dazu lesen Sie hier. 

Umfrage: Gut 50 Prozent in Deutschland für allgemeine Corona-Impfpflicht

Angesichts der weiteren Ausbreitung des Coronavirus befürwortet laut einer Umfrage die Mehrheit der Menschen in Deutschland eine allgemeine Corona-Impfpflicht. Wie "Bild am Sonntag" berichtet, sprachen sich in einer von der Zeitung in Auftrag gegebenen repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa 52 Prozent für die Impfpflicht aus. 41 Prozent der Befragten lehnten diese Maßnahme ab. Die übrigen sieben Prozent waren unentschieden oder machten keine Angaben.

Belgien und Großteil der Niederlande nun Corona-Hochrisikogebiete

Wegen stark steigender Infektionszahlen gelten Belgien und ein Großteil der Niederlande seit Sonntag als Corona-Hochrisikogebiete. Auch das bei Urlaubern beliebte Griechenland sowie Irland fallen nach einer Einstufung durch die Bundesregierung in diese Kategorie. Im Fall der Niederlande sind die Überseegebiete Aruba, Curacao und Sint Maarten ausgenommen. Das Robert-Koch-Institut (RKI) hatte die Regelung am Freitag bekanntgegeben.

Wer aus einem Hochrisikogebiet einreist und nicht vollständig geimpft oder genesen ist, muss für zehn Tage in Quarantäne und kann sich frühestens fünf Tage nach der Einreise mit einem negativen Test davon befreien. Von der Liste der Hochrisikogebiete gestrichen wurden am Sonntag: Französisch Guayana, Neukaledonien, Costa Rica, Guatemala, Guayana und Suriname.

Grünen-Gesundheitsexperte fordert Vorbereitung für Patientenverlegung

Der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen fordert wegen der anhaltend starken Zunahme von Corona-Infektionen umfassende Vorbereitungen für Patientenverlegungen in andere Kliniken. Dies sei "ein koordinativer Kraftakt", der frühzeitig und zentral gesteuert werden sollte, sagte der Bundestagsabgeordnete der Deutschen Presse-Agentur. "Es ist durchaus realistisch, dass Hunderte Patienten in Kürze verlegt werden müssen." Für diese Herausforderung brauche es endlich einen operativen Bund-Länder-Krisenstab, den es bereits seit Beginn der Pandemie hätte geben müssen.

"Schon nächste Woche werden zahlreiche Intensivstationen keine neuen Patienten mehr aufnehmen können", warnte Dahmen. Im Süden und Osten des Landes reichten die Versorgungskapazitäten absehbar nicht aus. "Da wir wissen, dass etwa 0,7 Prozent aller Neuinfizierten auf der Intensivstation landen werden, können wir den Bedarf an Intensivbetten heute bereits zuverlässig für die nächsten zehn Tage vorhersagen." Daher müsse jetzt mit länderübergreifender Koordination und der logistischen Organisation der Patientenverteilung begonnen werden. "Das gelingt nur zentral und nicht, indem wir es auf ohnehin überlasteten Schulter abladen."

Tourismusbeauftragter rechnet mit Corona-Impfplicht

Der Tourismusbeauftragte der geschäftsführenden Bundesregierung, Thomas Bareiß, rechnet mit einer Corona-Impfpflicht auch in Deutschland. Die sich immer mehr zuspitzende Lage mache deutlich, dass eine Impfpflicht früher oder später nicht vermeidbar sei, sagte der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. "Es war in der Rückschau betrachtet falsch, das nicht gleich von Anfang an zu sehen. Die damalige Hoffnung ist nachvollziehbar, aber war nicht realistisch."

Bareiß sagte: "Für mich ist es politisch nicht mehr verantwortbar, dass ganze Branchen, Einzelhändler, Restaurantbetriebe, Clubs, Bars und die ganze Kino-, Kultur- und Veranstaltungsszene 20 Monate im staatlich verordneten Krisenzustand leben und vor großen Existenzängsten stehen, während sich andere die Freiheit nehmen, sich nicht zu impfen." Man habe bisher mit historischen Maßnahmen und Summen viele Unternehmen retten können. Auf Dauer gehe das nicht.

Scholz ruft zu "Ruck" für Booster-Impfungen auf

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz hat die Bürger dazu aufgerufen, für Corona-Impfungen zu werben und Skeptiker zu überzeugen. "Wir sollten aktiv diejenigen ansprechen, die Zweifel haben", sagte Scholz am Samstag beim Landesparteitag der SPD Brandenburg in Schönefeld. "Wir sollten versuchen, sie zu überzeugen." Es gehe darum, Nachbarn, den Freundeskreis, Kolleginnen und Kollegen bei der Arbeit anzusprechen. "Es sind so viele, die man noch überzeugen kann, und deshalb ist es, glaube ich, eine große gemeinsame Anstrengung, die wir unternehmen müssen."

Scholz beim Landesparteitag der SPD Brandenburg: "Wir sollten aktiv diejenigen ansprechen, die Zweifel haben." (Quelle: dpa/Monika Skolimowska)Scholz beim Landesparteitag der SPD Brandenburg: "Wir sollten aktiv diejenigen ansprechen, die Zweifel haben." (Quelle: Monika Skolimowska/dpa)

Scholz rief auch zu einem "Ruck" für Booster-Impfungen auf. Millionen Bürger müssten davon überzeugt werden, sich die Auffrischungsimpfung geben zu lassen, sagte der SPD-Kanzlerkandidat. "Das ist der beste Schutz für die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger – und darum geht es jetzt zuallererst." Scholz warb für die neuen Corona-Regeln aus dem Infektionsschutzgesetz der Ampel-Parteien, denen Bundestag und Bundesrat mehrheitlich zugestimmt haben. "Es sind viele neue Möglichkeiten, die viel schärfer sind als das, was wir im letzten Jahr verfügbar hatten."

Kinderärzte warnen vor Schulschließungen

Angesichts der verschärften Maßnahmen zur Eindämmung der vierten Corona-Welle haben Kinder- und Jugendmediziner vor erneuten Schulschließungen gewarnt. "Ich plädiere dringend dafür, den Schulbetrieb während der gesamten vierten Welle aufrechtzuerhalten", sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ), Jörg Dötsch, der "Rheinischen Post". Er verwies auf Untersuchungen, wonach die Ansteckung bei Kindern und Jugendlichen eher nicht in den Schulen, sondern hauptsächlich im familiären Umfeld erfolge. Die Schulen trügen im Gegenteil dazu bei, Infektionen bei Kindern zu kontrollieren – vor allem das regelmäßige Testen, Masketragen und die Hygienemaßnahmen seien dabei ausschlaggebend.

Auch Schleswig-Holstein verschärft Corona-Maßnahmen

In der Corona-Pandemie verschärfen immer mehr Bundesländer die Beschränkungen im öffentlichen Leben. Die Landesregierung in Schleswig-Holstein beschloss am Samstag eine Verordnung, nach der ab Montag die 2G-Regel in Innenbereichen von Freizeiteinrichtungen und Gaststätten gilt. Damit können diese nur noch von Geimpften oder Genesenen besucht werden.

Am Samstag waren auch im Saarland und Hamburg schärfere Corona-Regeln in Kraft getreten. In Innenbereichen etwa von Restaurants gilt ebenso wie beim Sport in geschlossenen Räumen grundsätzlich die 2G-Regel. Im Saarland müssen sich beim Besuch von Clubs und Diskotheken auch Geimpfte und Genesene nach der 2G-Plus-Regel zusätzlich testen lassen.

Am Freitag hatten die besonders betroffenen Bundesländer Bayern und Sachsen weitreichende Corona-Maßnahmen beschlossen. In Bayern gilt in Kreisen mit einer Corona-Inzidenz von über 1.000 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen ein Lockdown. Ausnahmen gibt es nur für Kitas, Schulen und den Handel. In Sachsen wird ab einer Sieben-Tages-Inzidenz von 1.000 Neuinfektionen für Ungeimpfte eine nächtliche Ausgangssperre zwischen 22 Uhr und 6 Uhr morgens verhängt. Die Wohnung darf dort nur aus triftigem Grund wie etwa für die Arbeit verlassen werden. Beide Länder sagten zudem sämtliche Weihnachtsmärkte ab.

Stiko-Vorsitzender: Impfungen werden vierte Welle nicht mehr brechen

Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, glaubt nicht, dass sich die vierte Corona-Welle durch verstärktes Impfen noch aufhalten lässt. "Man muss sagen, dass Impfungen im Augenblick für die Überwindung der akuten Situation eigentlich keine Rolle mehr spielen können", sagte er im Fernsehsender Phoenix am Freitagabend. "Es wird uns nicht gelingen, mit Impfungen die vierte Welle zu brechen."

Thomas Mertens: "Die Impfungen sind sehr wichtig dafür, wie es im nächsten Jahr aussehen wird" (Quelle: imago images/Jürgen Heinrich)Thomas Mertens: "Die Impfungen sind sehr wichtig dafür, wie es im nächsten Jahr aussehen wird" (Quelle: Jürgen Heinrich/imago images)

Dennoch sei es notwendig, weiter zu impfen, denn "die Impfungen sind sehr wichtig dafür, wie es im nächsten Jahr aussehen wird", sagte Mertens weiter. Der Stiko-Chef stimmte im Grundsatz auch einer von der Politik verabschiedeten Teil-Impfpflicht zu. "Eine Berufs- oder institutionsspezifische Impfpflicht könnte Sinn machen in der derzeitigen Situation", sagte Mertens. Über eine generelle Impfpflicht müsse die Politik befinden.

Ausgangssperre auf Guadeloupe gegen Corona-Proteste

Wegen anhaltender Proteste gegen Corona-Vorschriften auf Guadeloupe hat der Präfekt des französischen Überseedépartements eine Ausgangssperre zwischen 18 Uhr und 5 Uhr morgens verhängt. Die seit Freitag geltende Maßnahme soll bis Dienstag dauern.

Fernsehbilder zeigten Straßenbarrikaden aus brennenden Reifen und versperrte Zugänge zum Universitätskrankenhaus in Pointe-à-Pitre, der Hauptstadt der Inselregion. Laut Frankreichs Innenminister Gérald Darmanin sollen zur Verstärkung 200 Polizisten und Gendarmen in den nächsten Tagen in die Karibik gebracht werden.

Der Gewerkschaftsbund LKP hatte gegen die Impfpflicht für Gesundheitspersonal und andere Maßnahmen ab Montag zum unbefristeten Streik aufgerufen. Wie auch auf dem französischen Festland gilt in dem Überseegebiet eine Impfpflicht für Menschen im Gesundheitswesen und im Kontakt mit besonders gefährdeten Personen.

Lauterbach hält noch härtere Einschränkungen für denkbar

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach warnt davor, dass in der Corona-Krise noch härtere Einschränkungen nötig werden könnten. "Ich hoffe wirklich, dass wir ähnlich drastische Maßnahmen wie in Österreich noch verhindern können", sagte Lauterbach t-online. "Aber das heißt eben auch: Wir müssen jetzt wirklich richtig Ernst machen. Anders wird es uns nicht gelingen." Das ganze Interview lesen Sie hier. 

RKI-Chef Wieler sieht bereits die fünfte Welle kommen

Bei unzureichender Impfquote könnte die wellenartige Corona-Ausbreitung laut dem Präsidenten des Robert Koch-Instituts (RKI) nach der vierten Welle weitergehen. "Wenn das Verringern der Kontakte und das Impfen nicht intensiv gelingt, werden wir nach den jetzigen Modellierungen auch noch eine fünfte Welle bekommen", sagte Lothar Wieler. Mehr dazu lesen Sie hier. 

Schärfere 2G-Regeln in Hamburg in Kraft getreten

Seit Samstag werden in Hamburg Ungeimpfte in weiten Teilen aus dem öffentlichen Leben ausgeschlossen. Es gilt nun eine 2G-Pflicht – also Zugang nur für Geimpfte und Genesene – für Gastronomie, Bars, Clubs, Discos, körpernahe Dienstleister, Sport in geschlossenen Räumen sowie Freizeitchöre und Orchester. Für Ungeimpfte sind diese Bereiche demnach nicht mehr zugänglich.

Wesentliche körpernahe Dienstleistungen wie Haareschneiden, Fußpflege und medizinische Behandlungen sind weiterhin unter 3G-Bedingungen möglich. Beim 3G-Modell dürfen auch Ungeimpfte eingelassen werden, wenn sie einen negativen Corona-Test vorlegen. Keine Verschärfungen gibt es vorerst im Einzelhandel.

Der rot-grüne Senat der Hansestadt hatte schärfere Verbote für Ungeimpfte beschlossen, um eine ähnliche Eskalation der Corona-Pandemie wie im Süden und Osten der Republik zu vermeiden. Die Stadt hatte am Freitag die neue Corona-Verordnung veröffentlicht, mit der die am Dienstag beschlossenen neuen Regeln in Kraft gesetzt werden.

Corona-Ausbruch in Bremer Flüchtlingsunterkunft 

Nach einem Corona-Ausbruch steht eine Einrichtung der Landeserstaufnahmestelle für Flüchtlinge in Bremen unter Quarantäne. In der Einrichtung im Stadtteil Obervieland wurde nach einer Corona-Infektion Anfang der Woche eine Reihentestung bei den insgesamt 197 Bewohnerinnen und Bewohnern veranlasst, wie die Sozialbehörde am Freitag mitteilte. Demnach sind bislang 55 Menschen positiv auf das Sars-CoV-2-Virus getestet worden, bei 117 Personen fiel der Test negativ aus. Die übrigen Ergebnisse lagen noch nicht vor. Bislang verliefen die Infektionen symptomarm oder symptomfrei.

Nach einer bestätigten Corona-Infektion in einer weiteren Erstaufnahmestelle im Stadtteil Vegesack stehen auch dort laut der Behörde nun mehr als 100 Testungen an.

Beide Einrichtungen hatten nach Angaben des Sozialressorts zuletzt mehr Menschen aufgenommen als angesichts der Corona-Pandemie eigentlich vorgesehen war. Grund dafür seien seit Juni angestiegene Zahlen für Asyl- und Duldungsersuchen. Innerhalb eines Vierteljahres habe sich deren Zahl von rund 200 pro Monat auf mehr als 800 vervierfacht, teilte ein Sprecher der Senatorin für Soziales mit. Der bisherige Ausbau der Platz-Kapazitäten habe mit dieser Entwicklung nicht Schritt halten können, hieß es.

Israel impft ab Dienstag Kinder ab fünf Jahren

Israel beginnt am Dienstag mit der Impfung von Kindern ab fünf Jahren. Das gab Regierungschef Naftali Bennett am Freitag auf seiner Facebook-Seite bekannt. Auf Empfehlung eines Expertengremiums hatten die Behörden am vergangenen Sonntag den Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer für Kinder zwischen fünf und elf Jahren freigegeben, doch verzögerte sich der Impfbeginn wegen einer verspäteten Lieferung der Vakzine.

Das Biontech-Vakzin wird an Fünf- bis Elfjährige in zwei Impfungen mit einer Dosierung von jeweils zehn Mikrogramm verabreicht. Das ist ein Drittel der bei Erwachsenen üblichen Dosierung. Laut Pfizer beträgt der Schutz vor einer Covid-19-Erkrankung durch die Impfung in dieser Altersgruppe 90,7 Prozent.

In den USA ist der Impfstoff von Biontech und Pfizer seit Anfang des Monats ab fünf Jahren zugelassen. Kanada gab am Freitag grünes Licht für die Impfung von Kindern dieser Altersgruppe mit dem Biontech/Pfizer-Vakzin. China, die Vereinigten Arabischen Emirate, Kambodscha und Kolumbien haben ebenfalls damit begonnen, Kinder unter zwölf Jahren zu impfen, allerdings mit chinesischen Vakzinen.

EU-Arzneimittelbehörde lässt erstes Corona-Medikament in Tablettenform zu

Die EU-Arzneimittelbehörde EMA hat dem Corona-Medikament Molnupiravir des US-Pharmariesen MSD eine Notfallzulassung erteilt. Die Tabletten könnten zur Behandlung nicht beatmungspflichtiger Covid-19-Patienten eingesetzt werden, bei denen ein erhöhtes Risiko bestehe schwer zu erkranken, erklärte die EMA am Freitag.

Anfang des Monats war Molnupiravir in Großbritannien als erstem Land weltweit zugelassen worden. Das Mittel verringert die Fähigkeit des Coronavirus, sich in den Körperzellen zu vermehren, und bremst damit die Weiterentwicklung von Covid-19 ab. Einer klinischen Studie des Herstellers Merck Sharp & Dohme zufolge halbiert Molnupiravir bei infizierten Patienten das Risiko einer Krankenhauseinlieferung und eines tödlichen Krankheitsverlaufs.

Ebenfalls am Freitag gab die EMA den Beginn der Notfall-Zulassungsprüfung des ebenfalls tablettenförmigen Corona-Medikaments Paxlovid des US-Pharmariesen Pfizer bekannt. Laut dem Hersteller senkt das Mittel bei Risikopatienten nach einer Coronavirus-Infektion die Wahrscheinlichkeit einer Krankenhauseinweisung oder eines Todes um 89 Prozent.

Eine Reihe von Pharmakonzernen arbeitet derzeit an antiviralen Medikamenten gegen Covid-19. Die tablettenförmigen Mittel Molnupiravir und Paxlovid haben den Vorteil, dass sie einfach zu Hause eingenommen werden können. Andere Mittel wie das bereits in der EU zugelassene antivirale Medikament Remdesivir müssen dagegen intravenös verabreicht werden.

Corona-Tablette von Molnupiravir: Das Mittel soll bei Infizierten das Risiko einer Krankenhauseinlieferung halbieren.  (Quelle: imago images/NurPhoto)Corona-Tablette von Molnupiravir: Das Mittel soll bei Infizierten das Risiko einer Krankenhauseinlieferung halbieren. (Quelle: NurPhoto/imago images)

Spahn begrenzt Auslieferung von Biontech-Impfstoff 

Das Bundesgesundheitsministerium begrenzt die Auslieferung des Biontech-Impfstoffs. Niedergelassene Ärzte sollen ab kommender Woche nur noch 30 Dosen Biontech-Impfstoff bekommen, Impfzentren 1.020 Dosen. Mehr dazu lesen Sie hier. 

Sächsische Städte sagen Weihnachtsmärkte ab

Angesichts der dramatischen Corona-Infektionslage ziehen weitere sächsische Städte bei den Weihnachtsmärkten die Reißleine. So hat die Stadt Annaberg-Buchholz ihren Markt samt Bergparade abgesagt. Oberbürgermeister Rolf Schmidt (Freie Wähler) verwies in einer Mitteilung am Freitag auf die pandemische Lage, die sich in Sachsen und im Erzgebirgskreis "dramatisch verschlechtert" habe.

"Im Moment ist für uns das oberste Ziel das Infektionsrisiko in unserer Stadt für Bürgerinnen und Bürger, Gäste, Unternehmer, Partner und Dienstleister zu minimieren", betonte Schmidt. Die Absage sei für viele Menschen enttäuschend, die aktuelle Lage lasse aber keinen anderen Schluss zu.

Die Stadt Zwickau hält dagegen vorerst an ihrem Weihnachtsmarkt fest, hat jedoch die für Dienstag geplante Eröffnung abgesagt. Zwar sei der Markt fast vollständig aufgebaut und die Händler stünden in den Startlöchern, teilte der städtische Veranstaltungsbetrieb Kultour Z mit. Doch die künftigen Corona-Regelungen der Landesregierung für Weihnachtsmärkte seien unklar. Dabei wurde auf jüngste Ankündigungen zu stärkeren Einschränkungen verwiesen. Sobald genaue Informationen vorlägen, werde das Hygienekonzept angepasst, hieß es. Dann soll auch ein neuer Eröffnungstermin genannt werden.

Weihnachtsmarktaufbau in Sachsen: Die Buden müssen geschlossen bleiben.  (Quelle: imago images/HärtelPRESS)Weihnachtsmarktaufbau in Sachsen: Die Buden müssen geschlossen bleiben. (Quelle: HärtelPRESS/imago images)

Arbeitgeber: 3G-Regelung nicht bis Mittwoch umzusetzen

Die Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern sieht die meisten Unternehmen nicht in der Lage, die vom kommenden Mittwoch an geltende 3G-Regel am Arbeitsplatz so kurzfristig umzusetzen. "Es herrscht große Verunsicherung und auch Verärgerung bei den Arbeitgebern im Land", erklärte der Geschäftsführer des Verbandes der Unternehmensverbände für Mecklenburg-Vorpommern (VUMV), Sven Müller, am Freitag. Hinzu kämen fehlende Testkapazitäten für die Beschäftigten.

Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) habe angeboten, zeitnah eine Task-Force Wirtschaft einzuberufen, um zu besprechen, wie das Land den Betrieben bei diesem Kraftakt zur Seite stehen könne. Das begrüßten die Arbeitgeber, so Müller.

So verfälscht sind die Zahlen der Hospitalisierungsinzidenz

Auf die Hospitalisierungsinzidenz blickt ganz Deutschland. Der Wert soll bei der Einschätzung der Pandemie helfen und eine Überlastung des Gesundheitssystems verhindern. Lesen Sie hier, warum die Zahlen nicht exakt sein können. 

Wird bald in Friseursalons geimpft?

Die frisch gewählte Präsidentin des Zentralverbands des Deutschen Friseurhandwerks Manuela Härtelt-Dören hat vorgeschlagen, künftig auch in Friseursalons zu impfen. "Friseure erreichen alle sozialen Schichten, eine sehr breite Masse. Das sollten wir in der Impfkampagne nutzen", sagt sie t-online. Mehr dazu lesen Sie hier.

Brandenburg plant bis zu 160.000 Impfungen pro Woche

Im Kampf gegen Corona soll die Zahl der Impfungen in Brandenburg auf bis zu 160.000 pro Woche ausgebaut werden. "Wir reden hier von bis zu 100 zusätzlichen Stellen, die eingerichtet werden sollen", sagte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Freitag nach einem sogenannten Impfgipfel mit Vertretern von Kommunen, Kliniken und Ärzten. Das wäre fast eine Vervierfachung im Vergleich zur vergangenen Woche.

Die Impfungen sollten schnell möglich sein, teils ohne Termin. Ärzte sollen demnach wöchentlich bis zu 100.000 Impfungen verabreichen. Die neuen Impfstellen sollen unter Koordinierung der Kommunen und bei Einbeziehung von Kliniken bis zu 50.000 Impfungen beisteuern. In Potsdam, Cottbus sowie in den Landkreisen Barnim und Dahme-Spreewald werden nach den Plänen vier überregionale Impfstellen für bis zu 10.000 weitere Impfungen wöchentlich eingerichtet.

Lombardei bietet Deutschland Intensivplätze an

Die norditalienische Region Lombardei hat Deutschland die Aufnahme von Corona-Intensivpatienten angeboten. Das teilte Letizia Moratti, die Vizepräsidentin der Regionalregierung und Assessorin für Gesundheit, am Freitag mit. Die deutschen Kliniken seien in einer dramatischen Notlage, die Intensivstationen stünden kurz vor dem Kollaps, schrieb sie bei Facebook. Rückblickend auf die deutsche Hilfe für Italien im Frühjahr 2020 "halte ich es für angemessen und unsere Pflicht, Deutschland heute anzubieten, Patienten in unseren Krankenhäusern aufzunehmen, Einrichtungen und Intensivbehandlungen zur Verfügung zu stellen", meinte Moratti.

Sie habe die Generaldirektion im Gesundheitssektor der Region bereits angewiesen, diesbezüglich aktiv zu werden. In der Lombardei waren am Freitag nur vier Prozent der Intensivbetten belegt, wie die nationale Agentur für das Sanitätswesen der Regionen mitteilte. Landesweit lag die Auslastung der Intensivstationen demnach bei sechs Prozent. In der vorigen Woche hatte die Provinz Südtirol zwei Intensivpatienten aus dem bayerischen Freising in Bozen und Meran aufgenommen.

In der ersten Corona-Phase waren in Norditalien – und vor allem in der Stadt Bergamo in der Lombardei – die Intensivstationen extrem überlastet gewesen. Bilder von Covid-Toten, die mit Militärwagen aus der Stadt gebracht wurden, gingen um die Welt. Damals waren 44 italienische Patienten auf deutsche Intensivstationen gekommen.

Trotz Söders Ansage: Einige Weihnachtsmärkte sollen öffnen

Die Staatsregierung will Weihnachtsmärkte absagen – die Veranstalter des Marktes im Schlosshof von Gloria Fürstin von Thurn und Taxis in Regensburg wollen am Freitagabend aber dennoch erstmal eröffnen. "Solange mir keine rechtsverbindliche schriftliche Untersagung vorliegt, werden wir den Markt weiter betreiben", teilte Veranstalter Peter Kittel mit. Er lasse juristische Schritte prüfen.

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte nach Beratungen der CSU-Freie-Wähler-Koalition in München angekündigt, man werde alle Weihnachtsmärkte absagen. "Wir hatten eigentlich darauf gehofft, dass die Veranstalter selber dieses Einsehen haben." Endgültig soll das neue Paket allerdings erst am Dienstag im Kabinett beschlossen und anschließend im Landtag beraten werden – dies sei bei derartigen Einschnitten nötig, sagte Söder. Alle Maßnahmen sollen dann in der Nacht auf Mittwoch in Kraft treten. Bis dahin steht einer Veranstaltung von Märkten also rechtlich nichts im Wege.

Lauterbach: "Gefährdung der Mitarbeiter ist ein Skandal"

Die Bundesregierung hat die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie kräftig hochgeschraubt. Nun gilt in der Arbeitswelt eine 3G-Regelung. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach findet den Aspekt, dass Ungeimpfte ihre Tests künftig auch selber zahlen sollen, einen "Skandal". Der Arbeitsplatz sei kein Pandemievakuum. Zudem erklärte er auf Twitter, seiner Einschätzung nach komme die Ansage, dass man nur getestet oder geimpft arbeiten könne, viel zu spät.

Österreichs harte Maßnahmen und was das für Deutschland bedeutet

Das deutsche Nachbarland Österreich verschärft seine Regeln zur Eindämmung der Pandemie. Die Bevölkerung muss sich auf einen Lockdown und eine Impfplicht einstellen. Warum das auch ein Weckruf für Deutschland sein muss, lesen Sie hier.

Söder für allgemeine Impfpflicht

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder plädiert für eine allgemeine Impfpflicht. "Ich glaube, dass wir am Ende um eine allgemeine Impfpflicht nicht herumkommen werden", sagte der CSU-Chef am Freitag in München: "Sonst wird das eine Endlosschleife mit diesem Mist-Corona."

Die Corona-Regeln in Bayern sollen am kommenden Dienstag massiv verschärft werden, um die aktuelle Corona-Welle zu brechen. Aber "das ist keine langfristige Lösung", sagte Söder und äußerte Zweifel, ob eine partielle Impfpflicht für einzelne Berufsgruppen wirklich ausreiche und "die einzige Lösung sein kann für nächstes Jahr".

Patienten aus Bayern werden nach Italien verlegt

Die bayerischen Krankenhäuser warnen angesichts der ungebremst steigenden Corona-Infektionszahlen vor einer unmittelbar drohenden Überlastung der Intensivstationen und fordern deutlich härtere Kontaktbeschränkungen im Freistaat.

Menschen können bereits nicht mehr behandelt werden. Deshalb werden aus Bayern Patienten nach Italien verlegt, erklärte der Präsident des Verbandes der Leitenden Krankenhausärzte Deutschlands, Michael Weber. Mehr dazu lesen Sie hier.

Bundesregierung plant Hilfseinsatz der Luftwaffe wegen Corona

Die Bundesregierung plant einen Hilfseinsatz der Luftwaffe zur Verlegung von schwerkranken Corona-Patienten aus besonders betroffenen Gebieten in Süddeutschland. Schnelle Transportkapazitäten sollen bereitgehalten werden, um Erkrankte bei einer Überlastung von Intensivstationen in Regionen mit freien Kapazitäten fliegen zu können. "Es gibt noch keine offiziellen Amtshilfeanträge dazu, aber wir bereiten uns darauf vor", sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums, nachdem "Bild" zuerst berichtet hatte.

Ein Airbus A310 "Med Evac" der Luftwaffe: Damit sollen künftig auch Covid-19-Patienten verlegt werden. (Quelle: imago images)Ein Airbus A310 "Med Evac" der Luftwaffe: Damit sollen künftig auch Covid-19-Patienten verlegt werden. (Quelle: imago images)

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur laufen seit einigen Tagen Planungen, die vom Bundeskanzleramt angestoßen wurden und an denen neben dem Militär auch das Berliner Universitätsklinikum Charité beteiligt ist. Möglich ist, dass wie bereits im vergangenen Jahr ein Flugzeug der weißen Flotte der Luftwaffe mit sogenannten Patiententransport-Einrichtungen für die Aufgabe umgebaut wird.

Die Luftwaffe verfügt zudem über zwei Spezialflugzeuge für den Transport von Intensivpatienten – einen A310 "MedEvac" in Köln und einen A400M "MedEvac" im niedersächsischen Wunstorf. Diese werden im Moment noch für mögliche militärische Aufgaben bereitgehalten. Zudem gibt es Rettungshubschrauber des Militärs.

Thüringen denkt über Kontaktbeschränkungen nach

Thüringens Vize-Ministerpräsident und Innenminister Georg Maier (SPD) will einem Medienbericht zufolge rasch im Kabinett über Schließungen und Kontaktbeschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie sprechen. "Wir brauchen am Wochenende eine Sondersitzung der Landesregierung, damit der Landtag Anfang der Woche Klarheit über die geplanten Maßnahmen hat und am Mittwoch einen Beschluss fassen kann", sagte Maier am Freitag der "Thüringer Allgemeinen" (online). Zuvor hatte ein Regierungssprecher die nächste Kabinettssitzung für Dienstag angekündigt. Aus Maiers Sicht wäre dies aber zu spät.

Der SPD-Politiker sprach sich für strengere Corona-Regeln aus. "Wir werden deshalb zumindest in einigen Bereichen Kontaktbegrenzungen, Ausgangsbeschränkungen und Schließungen in Betracht ziehen müssen", sagte er der Zeitung.

Dänemark will Corona-Pass-Pflicht für Staatsangestellte einführen

Nach den Wünschen der dänischen Regierung sollen staatliche Arbeitgeber von ihren Angestellten künftig einen Corona-Pass einfordern können. Über ein entsprechendes Gesetz solle das Parlament nächste Woche abstimmen, sagte Gesundheitsminister Magnus Heunicke am Freitag bei einer Pressekonferenz. Die Maßnahme sei mit den Gewerkschaften und der Arbeitgeberorganisation abgesprochen. Mit dem Pass lässt sich nachweisen, dass man gegen Corona geimpft, genesen oder negativ getestet ist.

In Dänemark sind die Corona-Zahlen in den letzten Wochen trotz guter Impfraten rasant angestiegen. Am Freitag waren mehr als 4.000 neue Fälle registriert worden. Das ist die höchste Anzahl seit Dezember 2020. Rund 380 Personen wurden wegen einer Covid-19-Infektion im Krankenhaus behandelt. Die Inzidenz lag bei 388. "Wenn wir nicht reagieren, werden sowohl die Infektionszahlen als auch der Druck auf die Krankenhäuser zunehmen", sagt Heunicke. Geplant sei auch, Kinder ab der ersten Klasse zu testen. Im ganzen Land gebe es Ausbrüche an 221 Schulen.

Bayern verhängt drastische Maßnahmen

Wegen der stark steigenden Corona-Fallzahlen hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder am Freitag härtere Maßnahmen beschlossen. Weihnachtsmärkte soll es in diesem Jahr nicht geben, auch eine Sperrstunde und Einschränkungen für Veranstaltungen, Bars und Clubs gehören dazu. Mehr dazu lesen Sie hier. 

Markus Söder: In diesem Jahr wird es in Bayern keine Weihnachtsmärkte geben.  (Quelle: dpa/Sven Hoppe)Markus Söder: In diesem Jahr wird es in Bayern keine Weihnachtsmärkte geben. (Quelle: Sven Hoppe/dpa)

Arbeitsministerium: 3G am Arbeitsplatz gilt ab kommendem Mittwoch

Nach der Zustimmung des Bundesrates zum neuen Infektionsschutzgesetz treten nach Angaben des Bundesarbeitsministeriums Mitte kommender Woche schärfere Regeln am Arbeitsplatz in Kraft. "Um Beschäftigte besser zu schützen, gilt ab 24. November #3GamArbeitsplatz", erklärte das Ministerium auf Twitter. Ab Mittwoch müssen Beschäftigte also vor Betreten ihrer Arbeitsstätte nachweisen, dass sie entweder geimpft, genesen oder negativ getestet sind. Ausnahmen gibt es lediglich, wenn Beschäftigte sich am Arbeitsplatz testen oder impfen lassen.

Corona-Selbsttest: Geimpfte sowie Ungeimpfte sollten sich vor Treffen mit Personen mit einem Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf testen lassen. (Quelle: imago images/Eibner)Corona-Selbsttest: Geimpfte sowie Ungeimpfte sollten sich vor Treffen mit Personen mit einem Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf testen lassen. (Quelle: Eibner/imago images)

Die Regeln sollen dabei helfen, das zuletzt massiv angestiegene Infektionsgeschehen einzudämmen. Beschäftigte haben nach Ministeriumsangaben "eigenverantwortlich Sorge dafür zu tragen, dass sie gültige 3G-Nachweise vorlegen können". In Anspruch genommen werden können demnach "die kostenfreien Bürgertests oder Testangebote des Arbeitgebers".

Macron hält Lockdown für Ungeimpfte in Frankreich für unnötig

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hält im Kampf gegen die Corona-Pandemie einen Lockdown für Ungeimpfte in seinem Land für unnötig. "Die Länder, die einen Lockdown für die Ungeimpften verhängen, sind die Länder, die keinen Gesundheitspass eingeführt haben", sagte er der Zeitung "La Voix du Nord" (Freitag). "Diese Maßnahme ist daher in Frankreich nicht notwendig."

Der französische Gesundheitspass ("passe sanitaire") wurde im Sommer eingeführt und entspricht grob einer 3G-Regelung für die Teilnahme am öffentlichen Leben. Er liefert den Nachweis über eine Impfung, eine überstandene Covid-19-Erkrankung oder ein aktuelles negatives Testergebnis. Wer in Frankreich etwa im Restaurant essen, im Fernzug reisen oder ins Museum gehen will, muss den Pass vorzeigen, meist in Form einer App.

Ärzteverbände sehen dramatische Corona-Lage in Deutschland  

Ärzteverbände warnen vor einer prekären Corona-Lage in Deutschland. "Es ist fünf nach zwölf", sagte der Präsident des Verbands der Krankenhausdirektoren Deutschlands, Josef Düllings, am Freitag in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Vertretern der Ärzteschaft. "Man fühlt sich an das letzte Jahr erinnert." Im St. Vincenz Krankenhaus in Paderborn, dessen Hauptgeschäftsführer Düllings ist, würden bereits Patienten aus überfüllten Kliniken aufgenommen, sagte er. Michael Weber, Präsident des Verbandes der Leitenden Krankenhausärzte Deutschlands, bestätigte die zunehmenden Engpässe: Mittlerweile würden Patienten von Bayern nach Italien verlegt. In 21 bis 23 Tagen könnte es mit dem exponentiellen Wachstum zu einer Verdopplung der Zahl der Intensivpatienten kommen, warnte er.

"Verlegungen sind zunehmend schwierig", sagte Weber. Die Situation sei fast ähnlich wie die in Bergamo im vergangenen Jahr, als explodierende Corona-Zahlen die Kliniken in der norditalienischen Stadt überlastet hatten und es viele Tote gab. Gerald Gaß, Chef der Deutschen Krankenhausgesellschaft, sagte, die Daten zur Auslastung der Krankenhäuser seien mit Vorsicht zu genießen. "Die Hospitalisierungsraten, die wir haben, sind zum Teil deutlich verzögert. Wir haben bis heute kein digitales Meldeverfahren. Das ist ein Versäumnis." Die Daten müssten händisch eingegeben werden.

Rheinland-Pfalz: Lockdown für Ungeimpfte ab Mittwoch

Das gesellschaftliche Leben in Rheinland-Pfalz wird angesichts der steigenden Infektionszahlen von kommendem Mittwoch an eingeschränkt. In Gastronomie, Kultur- und Freizeiteinrichtungen sowie bei Veranstaltungen und körpernahen Dienstleistungen gilt dann nach den bundeseinheitlichen Beschlüssen Warnstufe 2 und damit 2G. Also Zutritt nur für Genesene und Geimpfte. Die dafür notwendige Verordnung soll nach dem Ministerrat am nächsten Dienstag stehen und zeitgleich mit dem Infektionsschutzgesetz des Bundes am Tag darauf in Kraft treten, wie das Gesundheitsministerium am Freitag in Mainz mitteilte.

Ausnahmen gelten generell für Kinder unter zwölf Jahren. Für ältere Kinder und Jugendliche bis einschließlich 17 Jahre ist 3G möglich, also ein Test.

"Wir halten einen Lockdown für Ungeimpfte für eine Schutzmaßnahme, um die vierte Welle zu brechen, ohne dass wir wieder Schulen, Kitas, Einzelhandel, Kultureinrichtungen, Betriebe oder Hotel und Gastronomie schließen müssen", hatte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) am Donnerstagabend nach der Schalte der Länderchefs mit der geschäftsführenden Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und dem geschäftsführenden Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) mitgeteilt.

Helge Braun im "Spiegel"-Interview: Die Ampelkoalition hat uns zur Zurückhaltung als geschäftsführende Regierung aufgefordert. (Quelle: imago images/Thomas Trutschel/photothek.de)Helge Braun im "Spiegel"-Interview: Die Ampelkoalition hat uns zur Zurückhaltung als geschäftsführende Regierung aufgefordert. (Quelle: Thomas Trutschel/photothek.de/imago images)

Kanzleramtschef Braun macht Ampel für späte Corona-Maßnahmen verantwortlich

Helge Braun hat SPD, FDP und Grüne stark kritisiert. Im Interview mit dem "Spiegel" sagte der Chef des Bundeskanzleramts, die Ampelkoalition habe die CDU zu Zurückhaltung in der Corona-Politik aufgefordert. "Sie hat nur zögerlich den Ernst der Lage und die Notwendigkeit von deutlichen Einschränkungen anerkannt. Die Symbolik war schlecht", sagte Braun.

Auch an Olaf Scholz übte er Kritik. Der Kanzleramtschef wirft ihm sowie den SPD-Ministerpräsidenten vor, bis zu dieser Woche gezögert zu haben, einer Ministerpräsidentenkonferenz zur Corona-Lage zuzustimmen.

Verbände: Zahnärzte und Pflegefachkräfte sollen auch impfen können

Damit möglichst schnell möglichst viele Corona-Impfungen angeboten werden können, sollten Zahnärzte und Pflegekräfte ebenfalls impfen können. Das fordern die entsprechenden Berufsverbände. "Jede Pflegefachperson ist durch ihre Ausbildung in der Lage, die Impfung durchzuführen", sagte die Präsidentin des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe, Christel Bienstein, am Freitag in Berlin und plädierte für "pragmatische Lösungen". Es müssten alle Ressourcen genutzt werden, damit vor allem Menschen aus Risikogruppen jetzt schnell Auffrischungsimpfungen erhalten.

Auch die Zahnärztinnen und Zahnärzte bieten ihre Hilfe an. "Wenn es gewünscht ist, unterstützen wir gerne die ärztliche Kollegenschaft, um Tempo in die Booster-Impfungen zu bringen und diese flächendeckend anzubieten", sagte Christoph Benz, Präsident der Bundeszahnärztekammer, am Freitag in Berlin. "Wir müssen alle verfügbaren Kräfte bündeln, um die vierte Corona-Welle zu brechen." Die Zahnärzteschaft habe aktuell keine Befugnis, selbst Impfungen vorzunehmen. Ausnahmeregelungen seien rechtlich zwar möglich, aber bisher noch nicht vorgesehen.

Schwesig schließt Einschränkungen über 2G-Plus hinaus nicht aus

Die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig, schließt Maßnahmen über 2G-Plus hinaus nicht aus. In ihrem Bundesland sei bereits 2G vorgesehen, sagt die SPD-Politikerin im ZDF. Wenn das nicht reiche, gehe man auf 2G-Plus. Dann müssten sich auch Geimpfte und Genesene testen lassen. "Und wenn auch das nicht reicht, wie es bereits leider in Bundesländern ist wie Sachsen, dann muss es zusätzliche Einschränkungen geben."

Mit Blick auf die Auslastung von Krankenhäusern sagt sie: "Ich mache mir große Sorgen." Sie erklärt: "Ungeimpfte haben die moralische Verantwortung, sich impfen zu lassen."

Intensivmediziner: Maßnahmen reichen womöglich nicht aus

DIVI-Präsident Gernot Marx zweifelt, ob die von Bund und Ländern beschlossenen Maßnahmen zur Eindämmung der massiv steigenden Corona-Zahlen ausreichen werden. "Im Moment mache ich mir wirklich große Sorgen", sagt der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) im Deutschlandfunk.

"Wir haben ein ungebremstes Infektionsgeschehen, wir haben exponentiell ansteigende Intensivbelastung", sagt Marx. "Und ich bin mir nicht sicher, ob die beschlossenen Maßnahmen auch wirklich ausreichen, dass sie die Pandemie wieder erfolgreich bekämpfen."

Landsberg: Umsetzung der Beschlüsse wird "Herkulesaufgabe"

Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebunds, Gerd Landsberg, hält die neuen Beschlüsse zur Corona-Bekämpfung für umsetzbar, fordert aber Hilfe für die Kommunen. "Das wird eine Herkulesaufgabe", sagte Landsberg am Freitag im ZDF-"Morgenmagazin". Die Kommunen stünden zur Umsetzung bereit, erwarteten aber eine Unterstützung der Länder, etwa durch die Polizei bei den nötigen Kontrollen. Gleichwohl habe man Erfahrung in der Pandemie gesammelt. "Ich sage mal, wir schaffen das", fügte Landsberg hinzu.

Der Kommunalvertreter rief die Menschen zugleich auf, sich impfen zu lassen und auch Auffrischungsimpfungen abzuholen. Bis Weihnachten müssten rund 20 Millionen Menschen "geboostert" sein. Es gebe hier seit einigen Tagen einen großen Zulauf. Diese Stimmung müsse aufrechterhalten werden. Impfungen seien der einzige Ausweg aus der Pandemie.

RKI: Dann sollten sich auch Geimpfte vor Treffen testen

Das Robert Koch-Institut (RKI) ruft geimpfte wie ungeimpfte Menschen dazu auf, alle nicht notwendigen Kontakte zu reduzieren. Insbesondere vor nötigen Treffen mit besonders von Corona gefährdeten Menschen rät das RKI unabhängig vom Impfstatus zum Test. Das geht aus dem Wochenbericht des Instituts vom Donnerstag hervor. Ein Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf haben etwa ältere Personen und chronisch Kranke.

Das RKI stuft die aktuelle Corona-Entwicklung weiter als "sehr besorgniserregend" ein. Es sei "zu befürchten, dass es zu einer weiteren Zunahme schwerer Erkrankungen und Todesfälle kommen wird und die verfügbaren intensivmedizinischen Behandlungskapazitäten überschritten werden", heißt es in dem Bericht.

Hessen: Mehrere hundert Corona-Fälle in Altenheimen

In den hessischen Altenheimen sind derzeit etwa 330 Bewohner mit dem Coronavirus infiziert. Unter den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern seien zuletzt rund 220 positiv auf das Virus getestet worden, teilte das Regierungspräsidium Gießen (RP) mit. In den 831 Altenpflegeeinrichtungen in Hessen leben demnach insgesamt rund 56.800 Menschen. Seit Beginn der Pandemie starben in den Heimen nach den Zahlen des RP fast 3.490 Personen an oder mit Sars-CoV-2. Ältere und kranke Menschen gehören zur Corona-Risikogruppe.

Dem Regierungspräsidium zufolge ist die Versorgung in den von größeren Ausbrüchen betroffenen Einrichtungen gewährleistet, "insbesondere auch durch überdurchschnittliches Engagement der nicht erkrankten Mitarbeitenden". Aktuell haben 68 Heime positiv getestete Bewohner. Insgesamt sind 120 Einrichtungen von Infektionen betroffen.

Land weist an: Intensivbetten für Covid-Patienten freihalten

Das Land Baden-Württemberg greift angesichts der dramatischen Corona-Lage durch, um die Zahl der Intensivbetten für Covid-19-Patienten kurzfristig zu erhöhen. Die Regierung wies die Kliniken am Donnerstag an, mindestens 40 Prozent ihrer Plätze auf Intensivstationen für Covid-19-Fälle freizuhalten. "Die Situation auf den Intensivstationen der baden-württembergischen Krankenhäuser spitzt sich in hohem Tempo weiter zu", heißt es dem Beschluss, der der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart vorliegt.

Nach Prognosen der Unikliniken Ulm und Freiburg könnten bis nächsten Donnerstag landesweit zwischen 750 und über 1.000 Intensivbetten für Covid-19-Fälle gebraucht werden. Derzeit sind 439 mit solchen Fällen belegt. Die Landesregierung hält die Belastungsgrenze schon bei 390 Intensivbetten für überschritten und hat deswegen die Alarmstufe ausgerufen, die vor allem Einschränkungen für Ungeimpfte vorsieht.

Trotz wiederholter Appelle hätten sich bisher manche Krankenhäuser nicht an die Bitte des Landes gehalten, 40 Prozent der Intensivplätze für Covid-19-Patienten vorzuhalten – auch aus wirtschaftlichen Gründen, hieß es nun. Deshalb müsse es nun die Anweisung geben. Diese ist mit der Zusage verbunden, dass die Kosten erstattet werden. Das Land geht von Kosten in Höhe von 20 bis 30 Millionen Euro in der Woche aus, setzt aber auf eine Übernahme durch den Bund.

Österreich – Corona-Meldesystem steht kurz vor dem Zusammenbruch

Das zentrale Meldesystem für Corona-Infektionen in Österreich steht kurz vor dem Zusammenbruch. Das berichtet die österreichische Tageszeitung "der Standard". Die Zahl der Infektionen sei in den vergangenen Tagen so stark gestiegen, dass die Bundesländer vom Gesundheitsministerium angewiesen wurden, ab Freitag nur noch positive Testergebnisse in das Epidemiologische Melderegister (EMS) einzutragen. Die Maßnahme müsse getroffen werden, da der Betrieb des Systems aufgrund von Überlastung akut gefährdet sei, geht aus einem Schreiben des Ministeriums hervor, das dem "Standard" vorliegt.

In dem Meldesystem in Österreich werden negative und positive Testergebnisse eingetragen – teilweise auch Verdachtsfälle. Das ändert sich nun: "Ab sofort sind keinerlei negative und keinerlei Verdachtsfälle in das EMS zu melden", schreibt das Ministerium. Das System sei überlastet.  "Aufgrund anderer technischer Voraussetzungen sind die Steiermark, Kärnten und das Burgenland davon ausgenommen."

Bayerischen Kliniken droht Corona-Überlastung

Angesichts ungebremst steigender Infektionszahlen warnen Krankenhäuser in Bayern vor einer unmittelbar drohenden Überlastung der Intensivstationen und fordern deutlich härtere Kontaktbeschränkungen. "Die aktuelle Lage ist so dramatisch, wie sie noch nie in der gesamten Pandemie-Zeit in Bayern war", sagt der Geschäftsführer der Bayerischen Krankenhausgesellschaft Roland Engehausen der "Augsburger Allgemeinen" einem Vorabbericht zufolge. Aufgrund mangelnder Kapazitäten in bayerischen Kliniken müssten sogar Krebsoperationen auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Auch die Verlegung von Patienten in angrenzende Bundesländer werde schwieriger. Derzeit steigt die Zahl der Corona-Intensivpatienten in Bayern jede Woche um etwa 30 Prozent.

Virologe Streeck setzt auf mehr Aufklärung

Der Bonner Virologe Hendrik Streeck hat angesichts der niedrigen Corona-Impfquote politische Versäumnisse beklagt und für eine erneute Intensivierung der Impfkampagne plädiert. "Was mir am meisten fehlte über die Sommermonate, war eigentlich nicht nur eine Impfwerbung - das war einfach zu wenig – aber auch eine richtige Impfaufklärung", sagte Streeck am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung "Maybrit Illner". Viele Bürger seien noch verunsichert und ängstlich, ob sie sich impfen lassen sollen. "Ich glaube schon, dass man da ein ganzes Stück noch erreichen kann, auch durch gute Aufklärung."

RKI: Auch Geimpfte sollen sich vor Besuch bei Älteren testen

Das Robert Koch-Institut (RKI) ruft geimpfte wie ungeimpfte Menschen dazu auf, alle nicht notwendigen Kontakte zu reduzieren. Insbesondere vor nötigen Treffen mit besonders von Corona gefährdeten Menschen rät das RKI unabhängig vom Impfstatus zum Test. Das geht aus dem Wochenbericht des Instituts vom Donnerstag hervor.

Zudem rät es "dringend dazu, größere Veranstaltungen und enge Kontaktsituationen wie zum Beispiel Tanzveranstaltungen und Clubs abzusagen beziehungsweise zu meiden".

Das RKI stuft die aktuelle Entwicklung weiterhin als "sehr besorgniserregend" ein. Es sei zu befürchten, dass die verfügbaren intensivmedizinischen Behandlungskapazitäten überschritten werden. "Dies betrifft auch die intensivmedizinischen Behandlungskapazitäten für schwere Erkrankungen anderer Ursache."

GEW will Schulen und Kitas weiter offenhalten

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) plädiert weiter dafür, Schulen und Kitas in der Corona-Pandemie offenzuhalten, beklagt aber fehlende Voraussetzungen dafür. Die GEW halte das Ziel für richtig, Schulen und Kitas so lange wie möglich geöffnet zu halten, sagte GEW-Chefin Maike Finnern dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Freitag). "Dafür müssen Länder und Kommunen aber endlich die notwendigen Voraussetzungen schaffen. Das ist bisher nur unzureichend geschehen."

"In manchen Hotspots droht die Situation an den Schulen bereits jetzt aus dem Ruder zu laufen", sagte Finnern. "Deshalb muss die Politik sofort mit absoluter Priorität folgende Maßnahmen in Angriff nehmen: Luftfilteranlagen, eingebettet in Raum-, Lüftungs- und Hygienekonzepte, müssen umgehend eingebaut werden", sagte die Gewerkschaftschefin. "Das Tragen von Masken in den Innenräumen der Schulen ist - trotz aller richtigen pädagogischen Bedenken - eine sinnvolle und wirksame Maßnahme, um Infektionen zu verhindern."

2G-Regel gilt in Tschechien landesweit

Tschechien verschärft angesichts stark steigender Infektionszahlen die Corona-Maßnahmen. Ab Montag soll in Restaurants, Bars, Hotels und vielen anderen Einrichtungen die 2G-Regel gelten, wie der geschäftsführende Regierungschef Andrej Babis am Donnerstag ankündigte. "Wir haben uns vom bayerischen Modell inspirieren lassen, dessen Grundlage ist, dass nur Geimpfte oder Genesene Zugang zu Dienstleistungen, Hotels und Versammlungen haben", erklärte Babis im Onlinedienst Twitter.

Kinder mit Masken in der Schule (Symbolbild): Zehntausende Schülerinnen und Schüler haben sich mit Corona infiziert. (Quelle: imago images/Political-Moments)Kinder mit Masken in der Schule (Symbolbild): Zehntausende Schülerinnen und Schüler haben sich mit Corona infiziert. (Quelle: Political-Moments/imago images)

45.500 bekannte Corona-Fälle bei Schülern in Deutschland

An den Schulen in Deutschland gab es nach aktuellen Zahlen der Kultusministerkonferenz (KMK) zuletzt rund 45.500 bekannte Corona-Fälle bei Schülerinnen und Schülern. Darüber hinaus waren in der vergangenen Woche knapp 87.000 von zehn Millionen Schülern in Quarantäne. Das geht aus der regelmäßigen Statistik der KMK zur Corona-Situation an den Schulen hervor.

In der Vorwoche waren 23.000 Corona- und 54.000 Quarantäne-Fälle gemeldet worden. Ferienbedingt lagen da allerdings keine Zahlen zu rund 1,5 Millionen Schülern und 138.000 Lehrkräften aus Baden-Württemberg vor, die in der aktuellen Statistik enthalten sind.

Grundlage sind Rückmeldungen aus den Bundesländern aus knapp 28.000 allgemeinbildenden Schulen und Berufsschulen mit knapp zehn Millionen Schülerinnen und Schülern. Insgesamt gibt es in Deutschland rund elf Millionen Schülerinnen und Schüler an rund 40.000 Schulen und Berufsschulen.

Die Statistik weist außerdem 3.600 Corona-Fälle bei Lehrkräften aus und zusätzlich rund 2.100 Quarantäne-Fälle. Zugrunde liegen hier Angaben zu 878.000 Lehrkräften. In der Vorwoche waren 1.800 Corona- und rund 1.100 Quarantänefälle bei Lehrkräften gemeldet worden.

Kinder mit Masken in der Schule (Symbolbild): Zehntausende Schülerinnen und Schüler haben sich mit Corona infiziert. (Quelle: imago images/Political-Moments)Kinder mit Masken in der Schule (Symbolbild): Zehntausende Schülerinnen und Schüler haben sich mit Corona infiziert. (Quelle: Political-Moments/imago images)

Entscheidung zu Pfizer-Impfstoff für Kinder nächste Woche erwartet

Die europäische Arzneimittelbehörde EMA will voraussichtlich bereits Ende nächster Woche über die Zulassung des Corona-Impfstoffes von Pfizer/Biontech für Kinder ab fünf Jahren entscheiden. Die Prüfung der Daten gehe sehr gut voran, erklärte die EMA am Donnerstag in Amsterdam. Der Impfstoff ist in der EU bisher nur für Menschen ab zwölf Jahren zugelassen. Zunächst hatte die EMA eine Entscheidung bis zum Jahresende angekündigt.

Bisher ist in der EU noch kein Corona-Impfstoff für Kinder unter zwölf Jahren zugelassen. In Israel und den USA dürfen Kinder hingegen ab fünf Jahren bereits mit dem Pfizer/Biontech-Präparat geimpft werden. 

Wegen Scheinimpfungen – Berufsverbot gegen Arzt verhängt

Er soll falsche Impfnachweise ausgestellt und unwirksame Mittel gespritzt haben: Nun verbietet ein Amtsgericht einem Arzt in Bayern vorerst, weiter Patienten zu betreuen. Lesen Sie hier mehr.

Größte Klinik der Seenplatte verhängt auch Besuchsstopp

Das größte Krankenhaus an der Mecklenburgischen Seenplatte – das Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum Neubrandenburg – hat wegen der Corona-Situation einen Besuchsstopp verhängt. Dies gelte ab 22. November für alle Standorte des Klinikums, wie eine Sprecherin am Donnerstag erläuterte. Nur nach Rücksprache mit dem ärztlichen Dienst könne in Ausnahmefällen – wie der Begleitung minderjähriger Kinder oder Schwangerer – davon abgewichen werden. In allen Fällen sei jedoch ein negativer Corona-Test nötig, der maximal 24 Stunden alt sein darf.

Die Maßnahme sei zum Schutz der Patienten und Mitarbeiter nötig, damit die Klinik arbeitsfähig bleibe. Zudem seien die Bereiche für Covid-19-Patienten und -Verdachtsfälle erweitert worden. Derzeit würden 29 Corona-Patienten in Neubrandenburg behandelt, davon vier Patienten auf einer Intensivstation. Besondere Sorge bereite der schnelle Anstieg der Corona-Fälle. Im Januar 2021 hatte die Klinik mehr als 80 Corona-Patienten, davon 17 auf der Intensivstation.

Das Krankenhaus ist mit rund 1.000 Betten in Häusern in Neubrandenburg, Malchin und Altentreptow sowie 2.600 Mitarbeitern eine der größten Kliniken im Nordosten.

Zwei Regionen in Österreich müssen in Komplettlockdown

Die am stärksten von der Pandemie betroffenen Regionen Österreichs wollen einen Lockdown für die Gesamtbevölkerung verhängen. Das gaben die Ministerpräsidenten von Salzburg und Oberösterreich am Donnerstag bekannt. Details sollten im Laufe des Tages bekannt gegeben werden.

Ob zusätzlich zum bestehenden Lockdown für Ungeimpfte in ganz Österreich noch weitere bundesweite Maßnahmen umgesetzt werden, soll in Gesprächen zwischen Bund und Ländern am Freitag entschieden werden.

Fußgängerzone in Salzburg: In zwei Regionen wird wohl ein Lockdown verhängt. (Quelle: imago images/photosteinmaurer.com)Fußgängerzone in Salzburg: In zwei Regionen wird wohl ein Lockdown verhängt. (Quelle: photosteinmaurer.com/imago images)

Am Donnerstag erreichte die Zahl der Neuinfektionen binnen 24 Stunden in Österreich mit 15.145 wieder einen Rekord. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag bei 989.

Halbe Million Impfungen an einem Tag verabreicht 

Erstmals seit dem 11. August wurden am Mittwoch wieder mehr als 500.000 Corona-Impfdosen verabreicht. Das Robert-Koch-Institut nennt 503.946 Impfungen. Davon sind 60.786 Erstimpfungen, 61.603 Zweitimpfungen und 381.560 Auffrischungsimpfungen. "Wir brauchen zu unserem Schutz noch mehr Tempo", twittert Gesundheitsminister Jens Spahn.

Sachsen denkt über flächendeckenden Lockdown nach

Aufgrund der dramatischen Corona-Lage denkt Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer offenbar über einen flächendeckenden Lockdown in dem Bundesland nach. Das berichten die "Leipziger Volkszeitung" und "Bild".

Kretschmer befürwortet demnach eine Schließung von Diskotheken und Bars sowie ein komplettes Verbot von Großveranstaltungen. Unklar ist noch, ob Restaurants offen bleiben können. Der Lockdown könnte offenbar drei Wochen dauern. Ähnliche Forderungen hatte auch der sächsische Krankenhauskoordinator gestellt. Mehr dazu lesen Sie hier.

Michael Kretschmer: Sachsens Ministerpräsident denkt offenbar über einen Lockdown für alle nach. (Quelle: dpa/Sebastian Kahnert)Michael Kretschmer: Sachsens Ministerpräsident denkt offenbar über einen Lockdown für alle nach. (Quelle: Sebastian Kahnert/dpa)

Ramelow fordert bundesweite Testpflicht

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) fordert eine bundesweite Testpflicht auch für Geimpfte und Genesene. "Jetzt wird es Zeit, dass wir auch die Erwachsenen testen, auch die, die geimpft und genesen sind", sagte Ramelow am Donnerstag "MDR Aktuell". Es helfe nicht, eine 2G-Regelung zu machen, die formal ausweise, dass man geimpft oder genesen sei. Stattdessen müsse man schauen, ob das Virus von Menschen weitergegeben werde. "Und Geimpfte tragen das Virus auch weiter."

Über die angespannte Lage in den Krankenhäusern sagte Ramelow, dass Thüringen wahrscheinlich erste Patienten in andere Krankenhäuser abgeben müsse. "Wir koordinieren gerade mit den anderen Bundesländern, wer wo welche Kapazitäten frei hat."

Drosten: Corona in erster Linie "Krankheit der Ungeimpften" 

Angesichts der angespannten Corona-Lage in Deutschland hält der Virologe Christian Drosten einen Maßnahmenmix aus 2G-Regel, mehr Auffrischungsimpfungen sowie Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte für sinnvoll.

"Allein, um unser Gesundheitssystem weiter funktionsfähig zu halten und die medizinische Allgemeinversorgung gewährleisten zu können, muss es unser oberstes Ziel sein, die Ungeimpften gegen eine Infektion zu schützen", erklärte der Leiter der Charité-Virologie in Berlin auf dpa-Anfrage. Die Infektionszahlen der Ungeimpften müssten schnell gesenkt werden, da diese Menschen bei einer Infektion ein vielfach höheres Risiko als Geimpfte hätten, ins Krankenhaus zu kommen. Covid-19 sei in erster Linie eine "Krankheit der Ungeimpften", betonte er.

Christian Drosten: Auf die Einschätzung des Virologen vertraut Deutschland. (Quelle: imago images/xim.gs)Christian Drosten: Auf die Einschätzung des Virologen vertraut Deutschland. (Quelle: xim.gs/imago images)

Mit 2G könne es gelingen, das Infektionsrisiko für die Ungeimpften im öffentlichen Bereich zu senken, führte Drosten aus. "Insofern ist das schon ein erster Fortschritt." Das Virus könne aber immer noch in Haushalte eingeschleppt werden: Nötig für einen effizienten Schutz seien daher leider zusätzliche Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte, "die auch ihr häusliches und privates Umfeld betreffen". Schon vor einigen Tagen hatte Drosten deutlich gemacht, dass er in der 3G-Regel keinen ausreichenden Schutz für negativ Getestete sieht.

Kretschmann möchte alle Maßnahmen zur Verfügung haben

Neben der Union fordert auch Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann die Ampelparteien auf, den Ländern nicht ihren Entscheidungsspielraum zu nehmen. Einige Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie müssten weiter möglich sein." "Mit Ausgangsbeschränkungen können wir da gar nichts machen mit dem, was jetzt vorgesehen ist", sagt der Grünen-Politiker in der ARD mit Blick auf die geplanten Einschränkungen im Infektionsschutzgesetz.

Winfried Kretschmann bei der Vorstellung einer PR-Kampagne (Archivbild): Der baden-württembergische Ministerpräsident fordert mehr Instrumente für die Länder in der Corona-Pandemie. (Quelle: imago images/Arnulf Hettrich)Winfried Kretschmann bei der Vorstellung einer PR-Kampagne (Archivbild): Der baden-württembergische Ministerpräsident fordert mehr Instrumente für die Länder in der Corona-Pandemie. (Quelle: Arnulf Hettrich/imago images)

"Das brauchen wir aber unter Umständen, wenn die Infektionszahlen noch weiter steigen", fügt er hinzu. "Deshalb werden wir noch mal plädieren, dass wir alle Möglichkeit haben, die wir bisher auch hatten."

Landkreise schlagen Impfpflicht für Pflegeheime vor

Wegen der stark steigenden Corona-Zahlen fordern die Landkreise die rasche Einführung einer Impfpflicht für Beschäftigte in Pflegeheimen. Es sei "höchste Zeit für eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen", sagte der Präsident des Landkreistages, Reinhard Sager, den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Donnerstag). Sollte diese eingeführt werden, müssten auch die übrigen Angestellten beispielsweise von Pflegeheimen wie Köche oder Reinigungskräfte einbezogen werden. Auch sie spielten eine Rolle im Infektionsgeschehen.

RKI-Chef Wieler: Apotheken sollen impfen

Lothar Wieler hält eine Grafik in der Hand, die die Infektionsdichte in den Bundesländern zeigt (Archivbild): Er fordert eine schnelle Impfkampagne, auch in Apotheken.  (Quelle: dpa/Wolfgang Kumm)Lothar Wieler hält eine Grafik in der Hand, die die Infektionsdichte in den Bundesländern zeigt (Archivbild): Er fordert eine schnelle Impfkampagne, auch in Apotheken. (Quelle: Wolfgang Kumm/dpa)

Der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, will das Impf-Tempo durch Corona-Impfungen in Apotheken erhöhen. "Wir sind in einer Notlage, und in einer Notlage muss man bestimmte Dinge großzügig gestalten", sagte Wieler bei einer Online-Diskussionsveranstaltung mit dem sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU). Deshalb sei er ganz klar dafür, dass Apotheker impfen sollten. "Jeder Mann und Maus, der impfen kann, soll jetzt gefälligst impfen" sagte der Experte. Lesen Sie hier mehr.

Laborärzte fürchten Überlastung mit PCR-Tests

Die Zahl der PCR-Tests ist nach Angaben der Deutschen Laborärzte in den letzten zwei Wochen um 50 Prozent gestiegen. "Sollte die Inzidenz jedoch weiter in dem bisherigen Maße ansteigen, kann es trotz der im Vergleich zum Anfang der Pandemie massiv ausgebauten Testmöglichkeiten in den Laboratorien zu einer verlängerten Untersuchungsdauer kommen", sagt der Vorsitzende des Berufsverbandes Deutscher Laborärzte, Andreas Bobrowski, den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Um dies möglichst zu vermeiden, bereiteten sich die Laboratorien durch Neueinstellungen von Personal, aber auch durch einen Ausbau der Gerätekapazitäten derzeit auf diese Situation vor. "Eine Überlastung des Systems wird aber nur dann nicht stattfinden, wenn die Anforderung von PCR-Testungen weiterhin strikt nach den Vorgaben der nationalen Teststrategie erfolgt."

2G-Regelung kann vierte Welle in Österreich nicht stoppen

Trotz der Einführung der 2G-Regelung in Österreich vor zehn Tagen zeigt sich Experten zufolge keine ausreichende Abschwächung des Infektionsgeschehens. "Das Bremspotenzial dieser Maßnahmen ist aktuell unzureichend, um kurzfristig eine nachhaltige Senkung der Inzidenzen herbeizuführen", hieß es in einer Aktualisierung der Covid-Prognose. Die täglichen Corona-Neuinfektionen erreichten derweil mit mehr als 14.000 Neuansteckungen einen neuen Höchststand in Österreich, die Sieben-Tage-Inzidenz stieg auf über 950.

Die Regierung in Wien hatte angesichts der dramatischen Corona-Lage vergangene Woche landesweit 2G-Regeln eingeführt. Seitdem haben nur noch Geimpfte und Genesene Zutritt zur Gastronomie, zu Konzerten, Sportveranstaltungen oder zum Friseur. Zwar sei eine "Reduktion der Wachstumsrate der täglichen Neuinfektionen auf hohem Niveau" beobachtet worden, die möglicherweise auf Boosterimpfungen und die 2G-Regelungen zurückzuführen sein könnten. Diese Effekte reichten aber nicht aus, vor allem nicht in den besonders stark betroffenen Regionen.

Laut Experten muss befürchtet werden, dass die intensivmedizinischen Kapazitäten für Covid-Patienten in naher Zukunft an ihre Grenzen stoßen werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass die systemkritische Auslastungsgrenze von 33 Prozent im Intensiv-Bereich in zwei Wochen überschritten wird, liegt bei 65 Prozent. Sie ist damit im Vergleich zur Vorwoche gleich geblieben – den Experten zufolge kein Indiz, das für die Wirksamkeit der 2G-Regel spricht. 

Habeck rechnet mit baldiger Überlastung der Krankenhäuser

Laut Grünen-Chef Robert Habeck lässt es sich nicht mehr vermeiden, dass die Kliniken in Deutschland in etwa zwei Wochen überlastet sein werden. "Die Infektionen sind so hoch, dass es unvermeidbar sein wird, dass in ungefähr 14 Tagen das Krankenhaussystem in Deutschland überlastet ist", sagt er dem Sender RTL/ntv.

Ministerium: Kinder-Impfstoff wohl kurz vor Weihnachten verfügbar

Das Bundesgesundheitsministerium rechnet damit, dass ein Corona-Impfstoff für Kinder zwischen fünf und elf Jahren wohl bis kurz vor Weihnachten verfügbar sein könnte. Eine mögliche Zulassung für diese Altersgruppe könne für den Impfstoff von Biontech noch im November erwartet werden, heißt es in einem Bericht des Ressorts zu den Bund-Länder-Beratungen an diesem Donnerstag.

Ein Kind wird geimpft: Bald sollen auch unter 12-Jährige eine Impfung erhalten. (Symbolbild) (Quelle: imago images/Xinhua)Ein Kind wird geimpft: Bald sollen auch unter 12-Jährige eine Impfung erhalten. (Symbolbild) (Quelle: Xinhua/imago images)

"Erstmalig verfügbar in Deutschland wird dieser Kinderimpfstoff vorbehaltlich der Zulassung voraussichtlich ab dem 20. Dezember 2021 sein." Zuerst berichtete das Nachrichtenportal "ThePioneer" darüber.

Über die Verteilung der ersten angekündigten Lieferung von rund 2,4 Millionen Dosen will das Ministerium demnach in den kommenden Tagen mit den Ländern, niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten sowie dem Pharma-Großhandel beraten. Impfungen bei Kindern sind bisher erst ab zwölf Jahren möglich. Insgesamt gibt es 9,2 Millionen Kinder unter zwölf Jahren, für die es noch keinen zugelassenen Impfstoff gibt.

Söder: Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte wären "sinnvoll"

Zum Brechen der vierten Corona-Welle braucht es aus der Sicht von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder strengere Regeln für Ungeimpfte. Angesichts der Lage seien Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte absolut sinnvoll, sagte der CSU-Chef in der ARD-Sendung "Maischberger. Die Woche". Bayern werde die rechtlichen Möglichkeiten, die das neue Bundesgesetz gebe, voll ausschöpfen.

Am Donnerstag soll der Bundestag Gesetzespläne von SPD, FDP und Grünen zur Bekämpfung der Pandemie beschließen. Söder beklagte erneut, dass die Ministerpräsidentenkonferenz am Donnerstagnachmittag erst nach dem Gesetzesbeschluss im Bundestag zusammenkommen werde. Die Länder könnten somit anders als bei früheren Konferenzen von Bund und Ländern nicht mehr auf das Gesetzesverfahren einwirken.

Angesichts der hohen Infektionszahlen und extremen Dynamik bei den Neuansteckungen sieht Söder Weihnachtsmärkte kritisch: "Ich würde empfehlen, sie abzusagen." Sollten sie doch stattfinden, ginge das nur mit Maskenpflicht und ohne Alkohol. Für Großveranstaltungen brauche es ferner "dringend Obergrenzen", betonte Söder.

Novavax beantragt EU-Zulassung für seinen Corona-Impfstoff

In der Europäischen Union könnte womöglich bald ein fünfter Impfstoff gegen Covid-19 zugelassen werden. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA kündigte am Mittwoch an, den Zulassungsantrag für das Vakzin des US-Biotechunternehmens Novavax beschleunigt prüfen zu wollen. Eine Entscheidung könnte innerhalb weniger Wochen fallen, "wenn die vorgelegten Daten ausreichend belastbar und vollständig sind, um die Wirksamkeit, Sicherheit und Qualität des Impfstoffs zu belegen."

Es wäre der erste proteinbasierte Impfstoff gegen Covid-19, der zugelassen wird. In der entscheidenden Phase-3-Studie mit 30.000 Patienten zeigte das Vakzin eine Gesamtwirksamkeit von rund 90 Prozent. Doch die angestrebte Zulassung zog sich in die Länge, da Novavax mit Produktionsproblemen zu kämpfen hatte. In den Philippinen und Indonesien hat der Impfstoff in diesem Monat eine Notfallzulassung erhalten. Bis Ende des Jahres ist der Zulassungsantrag für die USA geplant. Die EU hat sich bei dem Unternehmen bis zu 200 Millionen Dosen gesichert.
 

 
In der Europäischen Union sind bisher vier Impfstoffe gegen Covid-19 zugelassen, von denen zwei mRNA-Impfstoffe (Biontech und Moderna) und zwei Vektor-Impfstoffe (AstraZeneca und Johnson & Johnson) sind.

Corona-Überlastungsstufe in Sachsen erreicht

Sachsen hat die Corona-Überlastungsstufe bei seinen Krankenhausbetten offiziell erreicht. Damit gelten ab Freitag verschärfte Regeln und Kontaktbeschränkungen. Sachsen hat mit einer Sieben-Tages-Inzidenz von 742,2 den mit Abstand höchsten Wert aller Bundesländer.

Sachsen: Viele Krankenhäuser sind an ihren Belastungsgrenzen. (Archivbild) (Quelle: imago images/xcitepress)Sachsen: Viele Krankenhäuser sind an ihren Belastungsgrenzen. (Archivbild) (Quelle: xcitepress/imago images)

Als Überlastungsstufe sind im Freistaat 1.300 mit Corona-Patienten belegte Betten auf den Normalstationen der Krankenhäuser festgelegt. Wird der Wert an drei Tagen hintereinander erreicht, treten ab dem übernächsten Tag verschärfte Vorschriften in Kraft. Am Mittwoch wurden 1.520 belegte Betten ausgewiesen, am Dienstag waren es 1.524 und am Montag 1.391.

Von Freitag an dürfen sich somit Angehörige eines Haushalts nur noch mit einer weiteren Person treffen; Geimpfte, Genesene oder Kinder bis 16 Jahre zählen nicht mit. Außerdem wird das 2G-Modell ausgeweitet: Ab Freitag haben nur noch Geimpfte und Genesene Zutritt zu Schwimmbädern, Saunen, Sport in Innenräumen, Friseuren, Bordellen, Spielhallen, Innengastronomie, Discos, Kosmetik- oder Tattoo-Studios sowie zu Veranstaltungen in Innenräumen.

Ab Montag sollen dann noch einmal verschärfte Regeln gelten. Die Staatsregierung will Freitag eine neue Schutzverordnung in Kraft setzen, die unter anderem 2G auf Shopping ausdehnt. Davon ausgenommen sollen etwa Supermärkte oder Drogerien bleiben.

Rotes Kreuz in Bayern: Corona-Lage "so dramatisch wie nie"

Im Süden des Bundeslandes spitzt sich die Lage weiter zu. Offenbar müssen immer mehr Patienten nach Norden verlegt werden. Doch das Rote Kreuz fürchtet, dass auch dort die Plätze bald knapp werden. Lesen Sie hier mehr dazu.

Lauterbach: Brauchen Priorisierung für Booster-Impfung

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat die Ständige Impfkommission (Stiko) aufgefordert, ihre Empfehlung für Booster-Impfungen mit einer Priorisierung zu koppeln. "Wenn wir ohne Einschränkungen den Booster für alle öffnen, legen wir die Priorisierung in die Hände der Praxen. Bei 30.000 Arztpraxen bedeutet das 30.000 unterschiedliche Priorisierungen", sagte Lauterbach dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Mittwoch). Seine Forderung für Auffrischungsimpfungen ab 18 Jahren: "Die Stiko sollte klar festlegen, welche Gruppe als nächstes dran ist."

Karl Lauterbach: Der SPD-Politiker fordert eine Impfpriorisierung auch bei Drittimpfungen. (Quelle: dpa/Kay Nietfeld)Karl Lauterbach: Der SPD-Politiker fordert eine Impfpriorisierung auch bei Drittimpfungen. (Quelle: Kay Nietfeld/dpa)

Der Stiko-Vorsitzende Thomas Mertens hatte eine baldige Ausweitung der Empfehlung für Corona-Auffrischungsimpfungen in Aussicht gestellt. Bislang empfiehlt das Gremium eine Auffrischungsimpfung unter anderem Menschen ab 70 Jahren. Auf Nachfrage in der ZDF-Sendung "Markus Lanz" am Dienstagabend machte Mertens klar, dass die Empfehlung "bis 18" gesenkt werden könnte.

Der Vorschlag von Lauterbach lautete: "Aus meiner Sicht müssen die über 70- und 60-Jährigen priorisiert werden, dann auch die über 50-Jährigen." Da sich der vollständige Schutz der Booster-Impfung erst nach zwei Wochen entfalte, sollten man "schnell die über 50-Jährigen impfen, um sie für die nächsten Wochen zu schützen".

"Nicht mehr aufzuhalten": Bremer Epidemiologe fordert kurzen Lockdown für Alle

Angesichts der weiter steigenden Corona-Infektionszahlen hat sich der Bremer Wissenschaftler Hajo Zeeb für harte Maßnahmen ausgesprochen, die sowohl für Ungeimpfte als auch Geimpfte gelten müssten. Mehr dazu lesen Sie hier.

NRW: Wüst kündigt verschärfte Maßnahmen am Arbeitsplatz an

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst hat im Kampf gegen die Corona-Pandemie verschärfte Kontrollen am Arbeitsplatz angekündigt. "Auch am Arbeitsplatz müssen wir das Schutzniveau erhöhen. Dort wird es eine 2G-Regelung geben", sagte Wüst am Mittwoch im NRW-Landtag. Nähere Einzelheiten nannte er nicht. Wüst bekräftigte, sich bei den Bund-Länder-Beratungen am Donnerstag zur Corona-Lage für eine flächendeckende 2G-Regelung im Freizeitbereich aussprechen zu wollen und in Bereichen mit besonders hohem Ansteckungsrisiko für eine 2G-Plus-Regelung mit zusätzlichen Tests.

Schleswig-Holstein beschränkt private Zusammenkünfte mit Ungeimpften

Schleswig-Holstein verschärft vor dem Hintergrund steigender Infektionszahlen die Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus. Dabei werden auch Kontakte eingeschränkt: Private Zusammenkünfte innerhalb geschlossener Räume sind in dem Bundesland von Montag an nur noch mit bis zu zehn ungeimpften Personen zulässig, wie die Landesregierung am Mittwoch in Kiel ankündigte.

Zudem sollen Ungeimpfte von Montag an keinen Zutritt mehr zu Gaststätten, zum Sport in Innenräumen und zu Dienstleistungen mit Körperkontakt erhalten. Ausnahmen gelten für Friseure und medizinische und pflegerische Dienstleistungen. Schüler müssen in dem Bundesland von Montag an im Unterricht wieder eine Maske tragen.

Auch in Baden-Württemberg gibt es verschärfte Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte: Mit dem Inkrafttreten der Corona-Alarmstufe sind dort seit Mittwoch Treffen nur noch für einen Haushalt und eine weitere Person erlaubt. Ausgenommen sind davon Geimpfte, Genesene und Menschen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können, sowie Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre.

Einreise für Deutsche nach Österreich eingeschränkt

Ungeimpfte Reisende müssen an der österreichischen Grenze künftig einen PCR-Test vorweisen. Antigen-Schnelltests werden bei der Einreise ab Montag nicht mehr akzeptiert. Nur noch für Grenzpendler sind diese ungenaueren Tests gültig, wie aus einer Verordnung hervorging, die am Dienstagabend öffentlich gemacht wurde.

Grundsätzlich gilt jedoch für Deutsche eine Reisewarnung, da die Bundesregierung seit Sonntag fast ganz Österreich als Corona-Hochrisikogebiete einstuft. Wer aus einem Hochrisikogebiet nach Deutschland zurückkehrt und nicht vollständig geimpft oder genesen ist, muss für zehn Tage in Quarantäne und kann sich frühestens nach fünf Tagen mit einem negativen Test davon befreien.

Wer dennoch nach Österreich will, muss strengere Kriterien laut der neuen 2,5G-Regel (Geimpft, Genesen oder PCR-Getestet) erfüllen. Impfzertifikate sind nicht mehr ein Jahr lang, sondern nur noch neun Monate gültig. Ungeimpfte Pendler müssen negative PCR-Testergebnisse vorweisen, die nur noch für 72 Stunden gelten (bisher eine Woche). Schnelltests sind für Pendler nur noch 24 statt 48 Stunden lang gültig.

Wüst: 2G-Regel gilt für Kinder nicht

Kinder sollen in Nordrhein-Westfalen trotz der zugespitzten Corona-Lage weiterhin Zugang zu Aktivitäten im Freizeitbereich haben. Für Kinder entfalle die geplante 2G-Regel, die nicht geimpften oder genesenen Personen den Zugang verwehrt. Das sagte Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) am Mittwoch in einer Sondersitzung des Landtags zu den geplanten verschärften Corona-Maßnahmen. Ziel seien so wenige Einschränkungen für Kinder wie möglich, sagte er.

Wegen stark steigender Corona-Zahlen sollen in NRW im Freizeitbereich Zugangsbeschränkungen für Erwachsene eingeführt werden, die nicht geimpft oder genesen sind, hatte Wüst am Dienstag gesagt. Geplant ist die Umsetzung in der nächsten Woche.

Intensivmediziner fordern Ausgangssperre in Österreich

Aufgrund der weiter steigenden Corona-Zahlen in Österreich fordert der Verband der Intensivmediziner sowie Krankenhausärzte härtere Einschnitte wie abendliche Ausgangsbeschränkungen für alle. "Ich glaube, dass wir das brauchen", sagte auch die Generaldirektorin für öffentliche Gesundheit im Gesundheitsministerium, Katharina Reich, dem ORF.

Auch der grüne Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein hatte die Verschärfung bereits ins Gespräch gebracht. Mit seinem jüngsten Vorstoß sorgte er für einen Krach mit Kanzler Alexander Schallenberg und seiner konservativen ÖVP, die sich gegen einen allgemeinen Lockdown stemmt.

Schlange an einem Impfzentrum in Wien: Obwohl sich mehr Menschen impfen lassen, steigt die Inzidenz. (Quelle: imago images/ Xinhua)Schlange an einem Impfzentrum in Wien: Obwohl sich mehr Menschen impfen lassen, steigt die Inzidenz. (Quelle: Xinhua/imago images)

Der starke Anstieg der Impfzahlen in den vergangenen Tagen hat die rasante Ausbreitung des Virus in Österreich noch nicht verlangsamt. Die Sieben-Tage-Inzidenz kletterte zuletzt erstmals über 900. In Salzburg erreichte sie mit knapp 1.600 einen österreichweiten Spitzenwert. Salzburger Kliniken bereiten Triage-Verfahren vor, um zu entscheiden, welche Patienten die knappen Krankenhausbetten belegen dürfen, und welche abgewiesen werden müssen. Auch in anderen Bundesländern werden bereits manche Operationen verschoben.

Spahn: 2G-Plus effektives Mittel

Gesundheitsminister Jens Spahn sieht in einer "2G plus"-Regelung eine Möglichkeit, die Corona-Pandemie einzudämmen. Es gebe Modelle, dass ein Zugang nur für Geimpfte und Genesene mit einem zusätzlichen Test den sogenannten R-Wert um 0,5 senken könne, sagt Spahn bei einer Veranstaltung der "Süddeutschen Zeitung". Dieser gibt an, wie viele Menschen ein Infizierter oder eine Infizierte im Schnitt ansteckt.

Jens Spahn: Der geschäftsführende Gesundheitsminister wirbt für die 2G-Plus-Regel. (Quelle: Reuters/Annegret Hilse)Jens Spahn: Der geschäftsführende Gesundheitsminister wirbt für die 2G-Plus-Regel. (Quelle: Annegret Hilse/Reuters)

Liegt er wie derzeit über eins, steigt die Zahl der Corona-Fälle weiter an. Spahn kritisiert, dass die im Sommer beschlossenen 3G-Maßnahmen nicht entschlossen genug kontrolliert würden. Er lobt, dass die Ampel-Parteien den Maßnahmenkatalog im Infektionsschutzgesetz nach Kritik nachgebessert hätten. "Maßnahmen, die erst in drei oder vier Wochen wirken, helfen uns derzeit nicht", mahnt der CDU-Politiker.

Bericht: Seehofer will Ländern mit THW helfen

Die Bundesländer müssen einem Medienbericht zufolge aus Sicht von Innenminister Horst Seehofer Technisches Hilfswerk (THW) und Katastrophenschutz anfordern. Die Länder könnten es sich nicht leisten, die Reserven und die Unterstützung des Bundes ungenutzt zu lassen, habe der CSU-Politiker vor Fachleuten seines Ministeriums erklärt, berichtet die "Bild"-Zeitung.

Horst Seehofer spricht vor der Bundespressekonferenz (Archivbild): Der Innenminister will nach einem Medienbericht das THW im Corona-Kampf einsetzen. (Quelle: imago images/Jürgen Heinrich)Horst Seehofer spricht vor der Bundespressekonferenz (Archivbild): Der Innenminister will nach einem Medienbericht das THW im Corona-Kampf einsetzen. (Quelle: Jürgen Heinrich/imago images)

Der Katastrophenschutz solle bei der Verlegung von Intensivpatienten helfen und Zelte für mobile Impfzentren stellen. Das THW solle außerdem beim Aufbau von Impfzentren, Corona-Teststationen und Hygienestationen unterstützen. Seehofer wolle an diesem Mittwoch die Länder offiziell auffordern, die Hilfen beider Organisationen in Anspruch zu nehmen. Der Bund kann formal keine Kräfte aus Eigeninitiative schicken, die Länder müssen diese anfordern.

Krankenhausgesellschaft: Ampelpläne gehen nicht weit genug

Der Vorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, dringt angesichts steigender Fallzahlen auf weitergehende Corona-Maßnahmen, darunter auch die Möglichkeit für Einschränkungen für Geimpfte. "Die Ampelpläne gehen meiner Meinung nach noch nicht weit genug", sagt Gaß dem "Handelsblatt". Er halte es für einen Fehler, weitergehende Maßnahmen grundsätzlich auszuschließen. Dafür sei die Pandemieentwicklung zu unvorhersehbar. "Von Kontaktbeschränkungen für alle bis zu Schließungen muss der gesamte Instrumentenkasten in der vierten Welle denkbar sein, wenn eine veränderte Lage dies erfordert."

Hausärzte wollen erst Auffrischung für vulnerable Gruppen

Der Deutsche Hausärzteverband lehnt Auffrischungsimpfungen für alle Interessierten zum jetzigen Zeitpunkt ab. Zuerst müssten die vulnerablen Gruppen wie Menschen über 70 Jahre und chronisch Kranke die sogenannte Booster-Impfung erhalten, sagte der Verbandschef Ulrich Weigeldt der "Rheinischen Post" (Mittwoch). "Diskussionen darüber, die ganze Bevölkerung quasi gleichzeitig ein drittes Mal zu impfen, helfen in der Impfkampagne nicht weiter." Denn jüngere und gesündere Menschen seien in der Regel auch sechs Monate nach der zweiten Impfung gut geschützt und könnten gegebenenfalls auch ohne Probleme etwas später die Booster-Impfung bekommen.

"Die Hektik durch eine desolate Krisenkommunikation, die auch durch die geschäftsführende Bundesregierung fortgesetzt wurde, führt nur zu unnötigem Stress in den hausärztlichen Praxen und trägt zumindest nicht zu Beschleunigung der Impfkampagne bei", sagte Weigeldt.

Söder – Ampel wiederholt Corona-Fehler von 2020

Die Ampelparteien wiederholen nach Ansicht des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder die Fehler der Corona-Politik aus dem Jahr 2020. "Ich bin hundertprozentig sicher, dass das nicht reicht", sagt Söder bei der "Süddeutschen Zeitung" mit Blick auf die Reform des Infektionsschutzgesetzes. Diese werde noch 2021 nachgebessert werden müssen.

Der CSU-Chef wirft SPD, Grünen und FDP zudem vor, den Wert der Ministerpräsidentenkonferenz am Donnerstag zu schmälern. Nach den Beschlüssen im Bundestag am Donnerstag könnten die Länderchefs höchstens noch über Themen wie Obergrenzen bei Zuschauern von Fußballspielen oder das System der Krankenhausverlegungen reden.

Ampelpläne: Bis zu fünf Jahre Haft für Impfnachweis-Fälschung

Die Corona-Lage in Deutschland verschlimmert sich, jetzt wollen die künftigen Ampelkoalitionäre mit drastischen Maßnahmen gegensteuern. Ein Bereich des öffentlichen Lebens soll aber verschont bleiben. Lesen Sie den ganzen Artikel hier

Regierung rechnet mit deutlich mehr Intensivpatienten

Die Bundesregierung rechnet für die kommenden Wochen laut einem Medienbericht bundesweit mit einer deutlich höheren Zahl von Corona-Patienten auf den Intensivstationen. Das berichtet das "Handelsblatt" und beruft sich auf einen vertraulichen Lagebericht des Corona-Krisenstabs von Bundesinnen- und Bundesgesundheitsministerium. Engpässe werden demnach besonders in Thüringen befürchtet. Dort könnte sich die Auslastung der Intensivbetten mit Corona-Patienten bis Anfang Dezember mehr als verdreifachen, heißt es laut "Handelsblatt" in dem Bericht. Die Prognose geht demnach von einem gleichbleibenden regionalen Pandemiegeschehen aus.

Nach Stand vom 9. November sei etwa jedes fünfte Intensivbett in Thüringen mit Covid-19-Patientinnen und -Patienten belegt gewesen, hieß es. Bis zum 7. Dezember werde die Auslastung der Intensivbetten auf voraussichtlich 70 Prozent steigen. Für Bayern sagt die Prognose demnach für Anfang Dezember eine Auslastung der Intensivbetten von 56 Prozent voraus. Dahinter folgen dem Bericht zufolge Sachsen (41 Prozent), Baden-Württemberg (32 Prozent) und Brandenburg (30 Prozent).

Insgesamt werde in allen Bundesländern von einer steigenden Tendenz ausgegangen. Ausgenommen sei nur Bremen. "Bereits eine Covid-19-bedingte Auslastung über 25 Prozent kann sich in kritische Bereiche bewegen, da Intensivbetten auch für die Behandlung anderer Erkrankungen benötigt werden", zitiert das "Handelsblatt" weiter aus dem Bericht.

Lesen Sie hier ältere Nachrichten zur Corona-Pandemie in Deutschland und weltweit.

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