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Millionen für den Glücklichen – doch was folgt nach dem Lottogewinn?

Traum vom Lottojackpot  

Millionen für den Glücklichen – doch was folgt nach dem Lottogewinn?

Von Sabrina Manthey

09.10.2018, 12:08 Uhr
Millionen für den Glücklichen – doch was folgt nach dem Lottogewinn?. Euro-Noten fallen vom Himmel: Der Geldsegen in Form eines Lottogewinns bringt nicht nur Freude, sondern wirft auch viele Fragen auf. (Quelle: Getty Images/ArtemSam)

Euro-Noten fallen vom Himmel: Der Geldsegen in Form eines Lottogewinns bringt nicht nur Freude, sondern wirft auch viele Fragen auf. (Quelle: ArtemSam/Getty Images)

Ganz Europa fieberte im Juli 2018 der Ziehung des Eurojackpots entgegen. Wochenlang wurde er nicht geknackt, bis der Gewinn schließlich zu gleichen Teilen nach Hessen und Sachsen-Anhalt ging. Und das Spiel geht weiter. Was, wenn der Traum vom Jackpot Wirklichkeit wird? Fallen auf den Gewinn Steuern an und worauf sollten Tippgemeinschaften achten? Wann verfällt ein Gewinn?

Der Traum vom Riesengewinn treibt jede Woche Lottospieler aus ganz Deutschland in die Lottofilialen, um 6 aus 49 zu tippen. Beim Eurojackpot versuchen Tipper aus 18 europäischen Ländern jeden Freitag, die notwendigen sieben Zahlen richtig anzukreuzen. Und dann: der Riesengewinn! Ungläubige Freude paart sich mit Angst um den Lottoschein. Zugleich stürzen viele Fragen auf den glücklichen Gewinner ein. t-online.de die wichtigsten Fragen, die sich nicht nur Lottogewinner stellen.

Müssen Lottogewinne versteuert werden?

Lottogewinner müssen auf ihren Gewinn keine Steuern zahlen. Der Grund: Lottogewinne fallen nicht unter die im in § 2 Abs. 3 Einkommensteuergesetz (EStG) sowie § 22 EStG fallenden Einkunftsarten. Alle auf Glück basierenden Gewinne sind nicht steuerbar und die Gewinner dürfen vom Fiskus nicht belangt werden. Auch eine Vermögenssteuer braucht der Glückliche Jackpot-Gewinner nicht zu fürchten. Diese wurden durch das Bundesverfassungsgericht im Jahr 1995 als nicht verfassungskonform erklärt und 1997 ausgesetzt.

Steuern fallen erst an, wenn aus dem Lottogewinn wiederum Gewinn erzielt wird – sei es zum Beispiel in Form von Zinseinnahmen, bei Einnahmen aus einer gekauften und vermieteten Immobilie oder wenn ein mit dem Geld gegründetes Unternehmen Gewinn abwirft.

Und wenn eine Tippgemeinschaft den Jackpot knackt?

Nicht nur eine einzelne Person, auch eine Tippgemeinschaft kann die sieben richtigen Zahlen ankreuzen. Auf die Freude kann aber die Ernüchterung folgen, wenn die Gemeinschaftstipper keinen Vertrag aufgesetzt haben. Mal von dem Fall abgesehen, dass sich der Besitzer des Lottoscheins absetzen könnte: Rechtlich gesehen kann der Gewinn nur an eine Person, nicht zwei oder drei ausgezahlt werden. Auch könnte das Finanzamt stutzig werden und von den weiteren Mitgliedern der Tippgemeinschaft Schenkungssteuer verlangen. Für alle Tippgemeinschaften, die auf Nummer sicher gehen wollen, gilt es, einen Vertrag aufzusetzen, mit dem die Tippgemeinschaft unter anderem einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) gleichgestellt wird. (Ein Beispiel eines Mustervertrags finden Sie hier.)

Muss man den Gewinn der Agentur für Arbeit melden?

Empfänger von Sozialleistungen (ALG I oder ALG II / Hartz IV) müssen den Gewinn der Agentur für Arbeit melden. Gewinne werden als Einkommen mit den Sozialleistungen verrechnet und können zu einer Minderung oder auch Aussetzung der Zahlungen führen.

Kann ich einen Lotto-Gewinn vererben oder verschenken?

Dem Vererben oder auch Verschenken eines Lottogewinns steht nichts im Weg. Allerdings wird nicht der Gewinn, sondern Geld vererbt beziehungsweise verschenkt. Die Empfänger des Geldvermögens müssen die für sie geltende Erbschafts- / Schenkungssteuer zahlen. Sie können aber auch Freibeträge geltend machen, die im Fall der Schenkung alle zehn Jahr erneut genutzt werden können. Sie belaufen sich auf 500.000 Euro bei Ehegatten/Lebenspartner, 400.000 Euro bei Kindern/Stiefkindern oder 200.000 bei Enkelkindern sowie 20.000 bei sonstigen Personen (siehe§ 16 Erbschaftssteuergesetz).

Wie viel Zeit habe ich, einen Gewinn einzulösen?

Seit 2016 haben Lottogewinner – so auch Gewinner des Eurojackpots – drei Jahre Zeit, ihren Gewinn abzuholen. Grundlage ist der § 195 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB). Damit wurde die bis dahin geltende Frist zur Geltendmachung von Gewinnen von 13 Wochen auf die gesetzliche Verjährungsfrist angepasst.

Wo muss der Gewinn angemeldet werden?

Kleinere Gewinn werden in den Lottofilialen bar ausgezahlt. Wer jedoch bei den Lottogesellschaften der Bundesländer oder beim Lottoservice von t-online.de einen Volltreffer erzielt, muss diesen bei den Lottostellen anfordern. Dazu benötigen die Glücklichen den Lotto-Schein als Nachweis. Erst danach wird der Gewinn auf das Konto des Gewinners überwiesen.

Was passiert, wenn man den Lottoschein nicht mehr findet?

Ohne Lotto-Schein kein Gewinn. Denn erst nach der Überprüfung der Quittung wird der Gewinn überwiesen. Wer diese trotz der richtigen Zahlen nicht vorlegen kann, geht leider leer aus.

Und wenn ein Gewinn nicht abgeholt wird?

Nach Verstreichen der regulären Frist fließen die Gewinne zurück in die Lotterie und werden in der nächsten Ziehung oder in einer Sonderziehung ausgespielt.

Wer sollte von dem Lottogewinn erfahren?

Am besten so wenig Menschen wie nötig. Ein Lottogewinn dem eigenen Partner zu verschweigen, ist nicht die beste Lösung. Zunächst gilt es, einen kühlen Kopf zu bewahren und den Personenkreis genau zu hinterfragen. Das heißt auch, den eigenen Kindern nichts vom Gewinn zu erzählen, denn die erfreuliche Nachricht vom Geldsegen kann so schnell im Kindergarten oder der Schule die Runde machen. Sollte der Gewinn bereits Stadtgespräch sein, kann dieser auch als kleinerer Betrag angegeben werden. Man hat statt einer Million zum Beispiel nur mehrere Zehntausend gewonnen. So lässt sich auch die eine oder andere Anschaffung erklären.

Wie viele haben schon mal den Eurojackpot abgeräumt?

In Deutschland ist bislang alleiniger Rekordhalter ein Tipper aus dem Schwarzwald. Der Glückliche aus Baden-Württemberg sicherte sich 2016 die Summe von 90 Millionen Euro. Zuvor knackten im Mai 2015 Spielteilnehmer aus Tschechien den Rekord-Jackpot. Zum Jahreswechsel 2016/17 stand der Jackpot ebenfalls beim Höchstbetrag. Fünf Eurojackpot-Spieler hatten die gleichen Zahlen und teilten sich die 90 Millionen – pro Person 18 Millionen Euro. Zuletzt gab es einen Jackpot in dieser Höhe im Februar dieses Jahres zu gewinnen – eine Tippgemeinschaft aus Finnland räumte das Geld ab.

Wie kann man Lottospielen und am Eurojackpot teilnehmen?

Beim Lottospiel "6 aus 49" werden jeden Mittwoch und Samstag 6 Zahlen aus 49 möglichen gezogen. Zudem gibt es für jeden Lottoschein eine Superzahl, die vorgegeben ist. Der Lottojackpot wird geknackt, wenn alle sechs Zahlen richtig getippt wurden und auch die Superzahl übereinstimmt. 

Um den Eurojackpot abzuräumen, muss auf dem Tippzettel an sieben Stellen das Kreuz an die richtige Stelle gesetzt werden. Dabei müssen zunächst 5 aus 50 sowie zusätzlich 2 aus 10 Zahlen getippt werden. Gelingt dies mehreren Mitspielern zugleich, wird die Gewinnsumme unter diesen aufgeteilt.

Wie liegen meine Chancen?

Die Chance auf den Gewinn des Eurojackpots liegt bei 1 zu 95 Millionen. Immerhin besser als beim beim klassischen Lotto am Mittwoch und Samstag ("6 aus 49") mit einer Chance von nur 1 zu 140 Millionen. In der 2. Gewinnklasse des Eurojackpots, für die fünf Richtige plus eine getroffene Zusatzzahl erforderlich sind, liegt die Gewinnwahrscheinlichkeit bei 1 zu 6 Millionen.


Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherchen
  • Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz
  • LOTTO Niedersachsen
  • LOTTO Mecklenburg-Vorpommern
  • dpa
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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