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So holen Sie sich zu viel gezahlte Kapitalertragsteuer zurĂŒck

  • Christine Holthoff
Von Christine Holthoff

Aktualisiert am 12.03.2021Lesedauer: 5 Min.
Eine Frau macht ihre SteuererklÀrung (Symbolbild): Auch auf KapitalertrÀge fallen Steuern an.
Eine Frau macht ihre SteuererklÀrung (Symbolbild): Auch auf KapitalertrÀge fallen Steuern an. (Quelle: Benjamin Nolte/dpa-tmn-bilder)
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Erhalten Sie Zinsen, wird dafĂŒr Kapitalertragssteuer fĂ€llig. Gleiches gilt fĂŒr Dividenden und Gewinne aus Aktien- und FondsverkĂ€ufen. Wie hoch diese Steuer ist und welcher Freibetrag gilt.

Das Wichtigste im Überblick


In Deutschland mĂŒssen Sie nicht nur auf Einkommen aus Lohn und Gehalt Steuern zahlen, sondern auch auf ErtrĂ€ge, die Sie beim Anlegen oder Investieren Ihres Kapitalvermögens erwirtschaften. Bei dieser sogenannten Kapitalertragssteuer sollten Sie jedoch einiges beachten, um am Ende nicht zu viel zu zahlen.


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Wir erklĂ€ren, was die Kapitalertragsteuer ĂŒberhaupt ist, wie hoch sie ausfĂ€llt – und was der Unterschied zur Abgeltungssteuer ist. Außerdem erfahren Sie, wie Sie sich zu viel gezahltes Geld zurĂŒckholen können.

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Was ist die Kapitalertragsteuer?

Die Kapitalertragsteuer ist eine Steuer auf KapitalertrĂ€ge – also auf Zinsen, Dividenden und Gewinne aus Wertpapier- und FondsverkĂ€ufen. Denn diese werden anders besteuert als zum Beispiel Ihr Gehalt.

2009 hat der Gesetzgeber dafĂŒr das System der Abgeltungssteuer eingefĂŒhrt. Abgeltungssteuer und Kapitalertragsteuer werden oft synonym verwendet, tatsĂ€chlich ist die Kapitalertragsteuer aber nur eine Unterform der Abgeltungssteuer. Gesetzlich geregelt ist sie in § 32d des Einkommensteuergesetzes (EstG). Mehr zur Einkommensteuer lesen Sie hier.

Gab es vorher unterschiedlich hohe Steuern auf verschiedene Arten von KapitaleinkĂŒnften, gilt seitdem ein einheitlicher Steuersatz auf fast alle KapitalertrĂ€ge. Die frĂŒhere Zinsabschlagsteuer wurde abgeschafft.

Mit der Abgeltungssteuer ist die Steuerpflicht außerdem pauschal abgegolten – daher der Name. Das bedeutet, dass Sie Ihre KapitalertrĂ€ge in der Regel nicht mehr extra in der SteuererklĂ€rung angeben mĂŒssen. Es gibt aber Ausnahmen (siehe unten).

Die Kapitalertragsteuer beziehungsweise die Abgeltungssteuer ist außerdem eine sogenannte Quellensteuer. Das bedeutet, dass der Steuerpflichtige sie nicht selbst zahlt, sondern der Steuerabzug direkt an der Quelle erfolgt. Im Fall der Kapitalertragsteuer also bei der Bank.

Wie hoch ist die Kapitalertragsteuer?

KapitalertrĂ€ge unterliegen pauschal 25 Prozent Abgeltungssteuer. Hinzu kommen noch der SolidaritĂ€tszuschlag, der zwar bei Lohn und Gehalt fĂŒr die meisten abgeschafft wurde, nicht jedoch bei KapitalertrĂ€gen.

Zusammen ergibt das einen pauschalen Steuersatz von 26,38 Prozent. Sind Sie in der Kirche, zahlen Sie außerdem noch Kirchensteuer. Die genaue Berechnung finden Sie weiter unten.

Wann muss ich keine Kapitalertragsteuer zahlen?

KapitaleinkĂŒnfte sind bis zu einer gewissen Höhe steuerfrei. Erst wenn sie den sogenannten Sparerpauschbetrag ĂŒberschreiten, wird Kapitalertragsteuer fĂ€llig. Der Freibetrag liegt bei 801 Euro im Jahr, bei zusammenveranlagten Ehepaaren bei 1.602 Euro.

Um den Pauschbetrag zu nutzen, mĂŒssen Sie Ihrer Bank oder dem Anbieter Ihres Wertpapierdepots einen sogenannten Freistellungsauftrag. Damit verhindern Sie damit, dass Kapitalertragsteuer automatisch abgefĂŒhrt wird.

Haben Sie bei mehreren Instituten Konten oder Depots, sollten Sie den Freibetrag aufteilen. DafĂŒr sind jeweils eigene FreistellungsauftrĂ€ge nötig. Der Sparerpauschbetrag darf dabei insgesamt nicht ĂŒberschritten werden.

Doch keine Sorge: Sollten Sie mit Ihrer Aufteilung nicht ganz richtig gelegen und deshalb zu viele Steuern gezahlt haben, können Sie sich diese zu viel gezahlte Kapitalertragsteuer ĂŒber die SteuererklĂ€rung zurĂŒckholen (siehe unten).

Tipp: Wenn Sie wissen wollen, wie viel Kapitalertragsteuer Ihre Bank einbehalten und an das Finanzamt abgefĂŒhrt hat, werfen Sie einfach einen Blick in die Steuerbescheinigung, die Ihnen Ihre Bank, Sparkasse oder Ihr Depotanbieter zu Beginn eines jeden Jahres ausstellt.

Nichtveranlagungsbescheinigung beantragen

Kommen Sie mit Ihrem steuerpflichtigen Einkommen nicht ĂŒber den Grundfreibetrag (2020: 9.408 Euro, 2021: 9.744 Euro), mĂŒssen Sie grundsĂ€tzlich gar keine Steuern zahlen. Also auch nicht auf KapitalertrĂ€ge. Das betrifft vor allem Geringverdiener, Rentner und Studenten.

Sie können in diesem Fall auch eine sogenannte Nichtveranlagungsbescheinigung (NV-Bescheinigung) bei Ihrem Finanzamt beantragen und anschließend der Bank vorlegen. Dadurch sind Sie bis zu drei Jahre von der Kapitalertragsteuerpflicht befreit. Verdienen Sie in der Zwischenzeit jedoch mehr, mĂŒssen Sie das dem Finanzamt mitteilen und die NV-Bescheinigung wird ungĂŒltig.

Wie berechnet sich die Steuer auf KapitalertrÀge?

Um herauszufinden, wie hoch die Steuer fĂŒr Sie genau ausfĂ€llt, mĂŒssen Sie zunĂ€chst den SolidaritĂ€tszuschlag von 5,5 Prozent und eventuell Kirchensteuer – je nach Bundesland 8 oder 9 Prozent – auf die Abgeltungssteuer von 25 Prozent draufschlagen.

  • Beispiel: Nehmen wir an, Sie sind alleinstehend und erzielen 3.001 Euro KapitalertrĂ€ge im Jahr. Dann können Sie davon zunĂ€chst den Freibetrag von 801 Euro abziehen. Es bleiben also 2.200 Euro ĂŒbrig, die Sie versteuern mĂŒssen. Die Abgeltungssteuer von 25 Prozent betrĂ€gt somit 550 Euro. Hinzu kommen 5,5 Prozent SolidaritĂ€tszuschlag, also 30,25 Euro und beispielsweise 9 Prozent Kirchensteuer, also 49,50 Euro. Die gesamte Kapitalertragssteuer betrĂ€gt somit 629,75 Euro.

MĂŒssen Sie keine Kirchensteuer zahlen, unterliegen Sie mit dem SolidaritĂ€tszuschlag einer Abgeltungssteuer von 26,38 Prozent. ZuzĂŒglich Kirchensteuer steigt der Steuersatz auf 27,99 Prozent bei einer Kirchensteuer von 9 Prozent und auf 27,82 Prozent bei einer Kirchensteuer von 8 Prozent. Allerdings dĂŒrfen Sie die Ausgaben der Kirchensteuer als Sonderausgaben absetzen.

Wann muss ich meine KapitalertrÀge in der SteuererklÀrung angeben?

In der Regel mĂŒssen Sie das gar nicht, weil Ihre Bank die Kapitalertragssteuer automatisch einbehĂ€lt und an das Finanzamt abfĂŒhrt. Es gibt aber FĂ€lle, in denen das nicht automatisch lĂ€uft.

Das gilt zum Beispiel fĂŒr Anleger, die Ihre ErtrĂ€ge auf auslĂ€ndischen Konten und Depots erzielen. Sie mĂŒssen die KapitalertrĂ€ge dann in Ihrer SteuererklĂ€rung angeben, damit das Finanzamt nachtrĂ€glich Kapitalertragssteuer abzieht.

Auch wenn Sie Zinsen aus einem Privatdarlehen erhalten haben, mĂŒssen Sie das angeben. Gleiches gilt fĂŒr Erstattungszinsen vom Finanzamt. Die gibt es auf Steuererstattungen, die Sie erst 15 Monate nach Ablauf des Kalenderjahres erhalten, in dem die Steuer entstanden ist.

Wer seine SteuererklĂ€rung freiwillig abgeben darf, kann also durch eine spĂ€tere Abgabe hohe Zinsen bekommen. Das geht bis zu vier Jahre rĂŒckwirkend.

Sollten Sie Widerspruch dagegen eingelegt haben, dass Ihre Bank die Kirchensteuer automatisch abfĂŒhrt, mĂŒssen Sie ebenfalls nachtrĂ€glich aktiv werden und die KapitalertrĂ€ge in der SteuererklĂ€rung angeben.

Wann sollte ich meine KapitalertrÀge angeben?

Auch wenn Sie nicht dazu verpflichtet sind, gibt es Situationen, in denen es sinnvoll ist, KapitalertrĂ€ge in der SteuererklĂ€rung einzutragen. Das gilt zum einen dann, wenn Sie den Sparerpauschbetrag nicht ausgeschöpft haben. Dann wurden Ihnen nĂ€mlich zu viele Steuern abgezogen, die Sie sich nachtrĂ€glich zurĂŒckholen können.

Zum anderen sollten Sie aktiv werden, wenn Ihr persönlicher Steuersatz niedriger ist als die 25 Prozent Abgeltungssteuer. Dann können Sie in der SteuererklĂ€rung die sogenannte GĂŒnstigerprĂŒfung beantragen und erhalten ebenfalls zu viel bezahlte Kapitalertragssteuer zurĂŒck.

DafĂŒr durfte Ihr zu versteuerndes Einkommen 2020 nicht mehr als 16.950 Euro betragen. GrundsĂ€tzlich schaden Sie sich mit einer GĂŒnstigerprĂŒfung aber nicht. Sollte Ihr Einkommen doch höher gewesen sein, bleibt es einfach beim normalen Abgeltungssteuersatz.

Haben Sie bei der einen Bank Verluste gemacht, bei der anderen aber Gewinne, sollten Sie das ebenfalls in der SteuererklÀrung angeben. Denn Sie können die Verluste mit den Gewinnen verrechnen.

Voraussetzung dafĂŒr ist eine Verlustbescheinigung, die Sie bis zum 15. Dezember des Steuerjahres bei Ihrer Bank beantragen mĂŒssen. Verpassen Sie den Termin, mĂŒssen Sie ein Jahr warten.

Wichtig: Verluste aus AktienverkÀufen können Sie nur mit Gewinnen aus AktienverkÀufen verrechnen.

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