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Merkel zur Corona-Krise: "Corona-Pandemie kommt einer Naturkatastrophe gleich"

Newsblog zur Corona-Krise  

Merkel: "Corona-Pandemie kommt einer Naturkatastrophe gleich"

06.04.2020, 16:45 Uhr | dpa, AFP, rtr, t-online.de

Merkel zur Corona-Krise: "Corona-Pandemie kommt einer Naturkatastrophe gleich". Kanzlerin Angela Merkel hat sich auf einer Pressekonferenz zu der aktuellen Situation in der Corona-Krise geäußert.  (Quelle: AP/dpa)

Kanzlerin Angela Merkel hat sich auf einer Pressekonferenz zu der aktuellen Situation in der Corona-Krise geäußert. (Quelle: AP/dpa)

Während in Österreich bereits ein Ende der Maßnahmen in Sicht ist, hält sich Deutschland weiter bedeckt. Am Montagnachmittag äußert sich Kanzlerin Merkel zu den Corona-Maßnahmen. Alle Infos im Newsblog.

Weltweit sind schon mehr als eine Million Menschen mit dem Coronavirus infiziert, Zehntausende sind gestorben. Die Staaten reagieren sehr unterschiedlich auf die Gefahr.

 

 


Kanzlerin Merkel äußert sich zur Corona-Krise 

Jetzt spricht die Kanzlerin auf einer Pressekonferenz zu den Maßnahmen im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie. Bereits am Vormittag beriet sich Merkel mit dem Corona-Krisenkabinett. 

16.53 Uhr: Die Pressekonferenz der Kanzlerin ist vorüber.  

16.52 Uhr: Merkel garantierte auf Nachfrage, dass die getroffenen Maßnahmen nach dem Ende der Krise wieder vollständig zurückgefahren werden können: "Selbstverständlich werden wir zu einem freien Leben zurückkehren". 

16.50 Uhr: Noch sei es laut Merkel zu früh, um an den bis zum 19. April geltenden Maßnahmen zu rütteln. Man sehe, dass man bei den Infektionszahlen einen Schritt vorangekommen sei. 

16.48 Uhr: Merkel bedankt sich bei der deutschen Bevölkerung. Sie sei dankbar, dass viele Deutsche die Maßnahmen ernst nehmen würden. 

16.45 Uhr: Auf die Nachfrage eines Journalisten zu möglichen Lockerungen sagt Merkel: "Wir wären eine schlechte Bundesregierung, wenn wir jetzt schon ein Datum nennen würden". Österreich sei Deutschland in der Krise im zeitlichen Verlauf ein wenig voraus gewesen, so Merkel. Ein Ende werde in jedem Fall schrittweise erfolgen. 

16.39 Uhr: Laut Merkel komme die Corona-Pandemie "einer Naturkatastrophe gleich".

16.37 Uhr: Die Kanzlerin sieht die Europäische Union vor der "größten Herausforderung seit ihrer Gründung". Deutschland werde es nur dauerhaft gut gehen können, wenn es Europa gut geht. So könne eine Antwort auf die Krise nur ein "starkes Europa" sein.  

16.33 Uhr: In Zukunft werde das Robert Koch-Institut keine einzelnen Risikogebiete mehr ausweisen, so Merkel. Mittlerweile gelte die ganze Welt als Risikogebiet. 

16.30 Uhr: Merkel fordert eine "Säule der Eigenfertigung" im Bezug auf medizinische Schutzausrüstung. Man müsse bei medizinischer Ausrüstung sowie national als auch mit Europa einen abgestimmten Weg gehen. 

Norwegen: Epidemie unter Kontrolle

Norwegen hat nach Regierungsangaben die Epidemie unter Kontrolle gebracht. Statistisch gesehen übertrage ein Infizierter das Virus inzwischen an 0,7 andere Personen, sagt Gesundheitsminister Bent Höie. Die Regierung hat sich das Ziel gesetzt, diese Zahl auf unter 1,0 zu drücken. Am Mittwoch will sie entscheiden, ob die laufenden Beschränkungen über Mitte April hinaus verlängert werden.

Besuchsverbot in Pflegeheimen ist rechtmäßig

Das Oberverwaltungsgericht (OVG) Berlin-Brandenburg hat die Besuchseinschränkungen in Pflegeheimen zum Schutz der Bewohner vor einer Coronavirus-Infektion für rechtmäßig erklärt. Das OVG wies laut Mitteilung vom Montag den Eilantrag einer Frau gegen die Regelung in der Brandenburger Corona-Verordnung als unbegründet zurück. Die Einschränkungen seien durch das Infektionsschutzgesetz gedeckt und mit dem Grundgesetz vereinbar, entschieden die Richter.

Es lasse sich derzeit nicht feststellen, dass andere Schutzmaßnahmen die Gefahren "hinreichend sicher vermeiden" könnten, teilte das OVG mit. Die Verordnung verbietet Besuche weitgehend, sieht aber eine Ausnahmeregelung zum Besuch Schwerstkranker durch nahestehende Menschen nach ärztlicher Genehmigung vor. Das sei entgegen der Annahme der Antragstellerin nicht zu unbestimmt, entschieden die Richter. Der Beschluss ist nicht anfechtbar.

Steinmeier richtet sich erneut an Bevölkerung

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hält am Samstag eine Fernsehansprache zur Corona-Krise. Wie das Bundespräsidialamt am Montag mitteilte, soll die Rede am Abend nach den Hauptnachrichtensendungen von ARD und ZDF gesendet werden. Auch andere Sender können sie demnach ausstrahlen.

Bundespräsident Steinmeier  (Quelle: t-online.de/ddbd)Bundespräsident Steinmeier (Quelle: ddbd/t-online.de)

Dass sich der Bundespräsident in dieser Form zu Wort meldet, ist ungewöhnlich. Zuletzt hatte Steinmeier bereits mehrmals Videobotschaften zur Corona-Krise veröffentlicht. Darin stimmte er die Bevölkerung auf weiter schwierige Zeiten ein und lobte zugleich Solidarität und Zusammenhalt.

Über 1.000 Infizierte in Thüringen

Die Corona-Pandemie in Thüringen greift weiter um sich. Die Zahl der positiv auf Sars-CoV-2 getesteten Menschen im Freistaat stieg bis Montagvormittag auf 1.188, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Das waren 48 Neuinfektionen mit dem Virus innerhalb eines Tages.

Inzwischen werden 161 Patienten im Zusammenhang mit Covid-19 in Thüringer Krankenhäusern behandelt. Bei 21 Menschen liegt ein schwerer Krankheitsverlauf vor. 13 mit dem Coronavirus infizierte Menschen starben. Die meisten Todesfälle gab es bisher im Kreis Greiz. Dort sind bislang sechs Menschen gestorben.

Scholz und Altmaier stellen neue Corona-Hilfen für den Mittelstand vor

14.15 Uhr: Bundesfinanzminister Scholz und Wirtschaftsminister Altmaier wollen Betrieben, in denen zwischen elf und 250 Beschäftigte arbeiten, den Zugang zu Krediten erleichtern. Dazu soll es als zusätzliches Angebot die Möglichkeit eines Sofortkredits geben. Dieser soll bei etwas höheren Zinsen schneller bewilligt werden als bisherige Hilfen.

14.25 Uhr: Scholz geht davon aus, dass die Bearbeitung der neuen Kreditangebote bereits am Donnerstag und somit noch vor Ostern beginnen kann. 

14.35 Uhr: Wirtschaftsminister Altmaier rechnet mit einer wirtschaftlichen Rezession in Deutschland. Dies sei nicht die Schuld der Menschen, sondern läge an der Pandemie. Aufgabe des Staates sei es jetzt, die "strukturellen Folgen zu begrenzen". Dennoch könne nicht ausgeschlossen werden, dass es zu persönlichen finanziellen Einbußen kommt.

Wie geht es mit den Corona-Maßnahmen in Deutschland weiter?

Auch nach der heutigen Sitzung des sogenannten "Krisenkabinetts" gibt es weiterhin keinen "Exit"-Termin für die Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland. Hier lesen Sie mehr. Eine mögliche bundesweite Maskenpflicht ist laut Regierungssprecher Seibert zunächst kein Thema gewesen. Die Bundesregierung wolle aber die Kapazitäten für die innerdeutsche Produktion von Schutzmaterialen stärken.

Rückkehrer aus dem Ausland sollen in Quarantäne

Deutsche, EU-Bürger oder langjährig in Deutschland wohnhafte Personen, die nach mehrtägigem Auslandsaufenthalt in die Bundesrepublik zurückkehren, sollen künftig zwei Wochen in Quarantäne. Das empfahl das sogenannte Corona-Krisenkabinett  den Bundesländern, wie ein Sprecher des Innenministeriums bei einer Pressekonferenz bestätigte. Ziel sei ein bundesweit einheitliches Vorgehen.

Spahn führt Meldepflicht für freie Intensivbetten ein 

Angesichts der Corona-Krise müssen Kliniken freie Intensivbetten künftig verpflichtend und täglich an ein zentrales Register melden. Das sieht ein Verordnungsentwurf von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn vor, den eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums am Vormittag bei einer Pressekonferenz bestätigte. "Wir brauchen einen genauen Überblick über belegte und freie Intensivbetten in Deutschland", sagte der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. Die allermeisten Kliniken meldeten bereits freiwillig ihre aktuelle Kapazität, aber leider immer noch nicht alle. "Wenn alle transparent zusammenarbeiten, gelingt eine bessere Versorgung", sagte Spahn.

Konkret sollen künftig alle Krankenhäuser mit Intensivstationen an das Register der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) melden. Bisher sind dort nach Ministeriumsangaben 1.119 von 1160 entsprechenden Kliniken gemeldet.

Österreichs Kanzler Kurz kündigt schrittweise Lockerung des Lockdowns an 

Österreichs Bundeskanzler Kurz hat vor der Presse den Plan für einen schrittweisen Ausstieg aus den Maßnahmen zur Bekämpfung gegen das Coronavirus vorgestellt. Die Ausgangsbeschränkungen werden bis Ende April verlängert, das Tragen eines Mundschutz wird künftig nicht nur in Supermärkten und Drogerien zur Pflicht. Nach Ostern, ab dem 14. April, sollen kleine Geschäfte bis 400 Quadratmeter sowie Bau- und Gartenmärkte wieder öffnen dürfen, wenn sie strenge Auflagen einhalten. Ab dem 1. Mai können weitere Geschäfte, Einkaufszentren sowie Friseure ihren Betrieb wieder aufnehmen, alle weiteren Dienstleistungen, Gastronomie und Hotels sollen frühstens Mitte Mai folgen. Auch die Schulen sollen noch bis mindestens Mitte Mai geschlossen bleiben. Veranstaltungen sollen noch bis Ende Juni verboten bleiben. Hier lesen Sie mehr. 

In Japan gilt ab morgen der Ausnahmezustand 

In Japan soll in sieben Präfekturen für einen Monat der Ausnahmezustand verhängt werden. Ein entsprechendes Dekret kündigt Ministerpräsident Shinzo Abe für Dienstag an. Dann werde er auf einer Pressekonferenz Details nennen, auch um welche Präfekturen es sich handelt. Eine derart drastische Einschränkung des öffentlichen Lebens wie in anderen Staaten solle es trotz des Ausnahmezustands nicht geben. Vielmehr wolle er sicherstellen, dass die Wirtschaftsaktivität so weit wie möglich aufrechterhalten wird.

USA: Dreifach so viele Corona-Fälle wie Deutschland 

Nach Zahlen der Johns-Hopkins-Universität wurden in den USA bisher 337.638 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet. Das sind mehr als dreimal so viele Infektionen wie in Deutschland, hier sind der Universität 100.123 Fälle bekannt. In Deutschland gibt es bisher 1.584 Corona-Tote, in den USA sind hingegen schon 9.647 Mensch an dem Virus gestorben – etwa sechsmal mehr als in Deutschland. Wie am Sonntag aus der Statistik der Universität hervor ging, starben in den USA binnen 24 Stunden mehr als 1.200 Menschen an der Infektion, die Fallzahlen verdoppeln sich ungefähr alle sechs Tage. 

Der Chef der US-Gesundheitsdienste, Jerome Adams, warnte, dass auf die Vereinigten Staaten besonders schwere Tage zukämen. Dies werde die "härteste und traurigste Woche" werden, welche die meisten US-Bürger bisher in ihrem Leben erlebt hätten, sagte Adams im Fernsehsender Fox News. Dies werde "unser Pearl-Harbor-Element, unser 9/11-Moment" - jedoch mit dem Unterschied, dass das Ereignis nicht auf einen Ort der USA begrenzt sei. 

Sechs Monate Ausnahmezustand in Japan? 

Die japanische Regierung prüft einem Medienbericht zufolge die Verhängung des Ausnahmezustands für ein halbes Jahr. Dieser würde die Hauptstadt Tokio und drei Nachbarpräfekturen sowie Osaka betreffen, berichtet der Fernsehsender TBS unter Berufung auf nicht genannte Quellen. Während dieser Zeit könnten die Präfekturen entscheiden, wie lange ihre eigenen Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus dauern sollen. Es wird erwartet, dass Ministerpräsident Abe am Dienstag den Ausnahmezustand ausruft. 

Deutscher und französischer Parlamentspräsident fordern mehr finanzpolitische Zusammenarbeit in der EU

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble und der Präsident der französischen Nationalversammlung, Richard Ferrand, wollen in der Corona-Krise über "neue Schritte hin zu mehr Solidarität und finanzpolitischer Integration" nachdenken. "Wir sind überzeugt, dass diese Debatte geführt werden sollte, und dass unsere Parlamente ihren Beitrag leisten können, um Missverständnisse auszuräumen und gemeinsam voranzukommen", schreiben die beiden Politiker in einem Gastbeitrag für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" und die französische Zeitung "Les Echos" (beide Montag).

Die Parlamentspräsidenten fordern, den europäischen Haushalt und den mehrjährigen Finanzrahmen, die Möglichkeiten der Europäischen Investitionsbank und die des Europäischen Stabilitätsmechanismus mit "aller gebotenen Flexibilität zu mobilisieren und auszuweiten". Mit dieser Forderung mischen sie sich in die Diskussion ein, wie die EU finanziell auf die Corona-Pandemie reagiert. Die französische Regierung ist für die Schaffung sogenannter Corona-Bonds, die Bundesregierung lehnt dies strikt ab.

Weil: Sozialverhalten wird sich durch Corona-Krise dauerhaft ändern

Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) erwartet, dass sich als Folge der Corona-Pandemie das Sozialverhalten der Menschen in Deutschland dauerhaft verändern wird. So werde "der gute alte Handschlag" künftig deutlich weniger praktiziert werden, sagte Weil dem "Tagesspiegel".

Zudem würden künftig Schutzmasken viel stärker zum öffentlichen Bild gehören, sagte Weil voraus. In dieser Hinsicht nähere sich Deutschland vielleicht den Verhältnissen in Asien an, wo manche Länder anscheinend besser auf die Pandemie vorbereitet gewesen seien.

Giffey: Corona-Krise bei Pflege-Tarifverhandlungen berücksichtigen

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hat an die Tarifparteien in der Pflege appelliert, bei ihren laufenden Verhandlungen die derzeitige Coronavirus-Pandemie zu berücksichtigen. Einmalzahlungen seien zwar nett, es müsse aber strukturelle Veränderungen geben, sagte die Ministerin am Sonntagabend in der ZDF-Fernsehsendung "maybrit illner Corona spezial". Sie fügte hinzu: "Und das geht nur durch eine viel, viel stärkere tarifliche Bindung." Der Tarifvertrag soll voraussichtlich im Mai abgeschlossen werden. Giffey betonte zudem die Notwendigkeit eines landesweit gültigen Tarifs. Derzeit arbeiteten nur 20 Prozent der Beschäftigten in der Pflege zu tariflichen Bedingungen.

FDP lehnt schärfere Grenzkontrollen ab

Die FDP hat Überlegungen in der Bundesregierung für schärfere Grenzkontrollen wegen der Corona-Pandemie eine klare Absage erteilt. "Eine Verschärfung der Grenzkontrollen ist der falsche Weg", sagte der stellvertretende Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion, Stephan Thomae, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Das Virus macht an den Grenzen nicht halt, behindert aber den wichtigen Warenverkehr und sorgt für kilometerlange Staus an den Grenzen."

Verband: Schlechte Schüler sollten Wiederholen der Klasse erwägen

Der Deutsche Lehrerverband rät Schülern mit schlechten Leistungen, wegen der Corona-Krise lieber freiwillig die Klasse zu wiederholen, anstatt "mit massiven Wissenslücken" ins nächste Schuljahr zu starten. Diese Empfehlung gelte aber nur für Schüler, bei denen "bereits vor Corona solche Leistungsdefizite feststellbar waren, dass ein Erreichen des Klassenziels unwahrscheinlich gewesen wäre", sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger der "Bild"-Zeitung.

 (Quelle: dpa) (Quelle: dpa)

Tiger in New Yorker Zoo testet positiv auf Coronavirus

Ein Tiger in einem Zoo in New York hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Die vier Jahre alte malaysische Tigerkatze Nadia sei positiv auf das Virus getestet worden, teilte der Bronx Zoo am Sonntag mit. "Es ist – unseres Wissen nach –das erste Mal, dass ein wildes Tier sich durch einen Menschen mit Covid-19 angesteckt hat", sagte der leitende Tierarzt des Zoos, Paul Calle, dem Magazin "National Geographic". Hier lesen Sie die gesamte Meldung.

Ein malaysischer Tiger (Symbolfoto): In einem Zoo in New York hat sich eine Großkatze mit SARS-CoV-2 infiziert. (Quelle: imago images)Ein malaysischer Tiger (Symbolfoto): In einem Zoo in New York hat sich eine Großkatze mit SARS-CoV-2 infiziert. (Quelle: imago images)

Einwohner von Abidjan zerstören Zentrum für Coronavirus-Tests

In der Millionenmetropole Abidjan in der Elfenbeinküste haben Einwohner ein Zentrum für Coronavirus-Tests zerstört, weil sie ihre Ansteckung durch Besucher der Einrichtung fürchteten. In Webvideos war zu sehen, wie dutzende Menschen am Sonntag in dem Arbeiterviertel Yopougon das noch im Bau befindliche Gebäude auseinander nahmen. Einige von ihnen riefen: "Wir wollen es nicht!"

Anwohner hatte zuvor gegen das Testzentrum demonstriert, wie ein Polizeibeamter der Nachrichtenagentur AFP sagte. Sie kritisierten, dass sich das Gebäude zu nahe an ihren Häusern befinde. Ein Mitarbeiter des Gesundheitsministeriums sagte, die Einrichtung sei nie für die Behandlung von Corona-Patienten bestimmt gewesen, sondern lediglich für Tests.

Südkorea meldet weniger als 50 Neuinfektionen

Südkorea meldet 47 Neuinfektionen. Es ist das erste Mal, dass das Land weniger als 50 neue Krankheitsfälle meldet, seit die Pandemie dort am 29. Februar ihren Höhepunkt erreichte. Insgesamt wurden nach Angaben der Behörden bislang 10.284 Fälle erfasst. 186 Menschen seien gestorben.

Scholz bei "Anne Will": Keine Steuersenkungen für Vermögende

Bundesfinanzminister Olaf Scholz lehnt Steuersenkungen für Vermögende ab. Wegen der Corona-Krise werde der Bund ab 2023 für 20 Jahre die Schulden abzahlen müssen, die er jetzt neu aufnehme, sagt der SPD-Politiker in der ARD. Hier lesen Sie mehr.

Deutsche Hotels zur Umwandlung in Hospitäler bereit

Zahlreiche Betreiber von Hotels in Deutschland sind dazu bereit, ihre Häuser als Krankenstationen für Coronavirus-Patienten bereitzustellen. Die zuständigen staatlichen Stellen in den Bundesländern stünden wegen der möglichen Umwandlung von Hotels in Hospitäler bereits in Kontakt mit den Landesverbänden des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga), sagte die Hauptgeschäftsführerin des Verbands, Ingrid Hartges, den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Japans Regierungschef verhängt Ausnahmezustand

Japans Ministerpräsident Shinzo Abe wird einem Medienbericht zufolge womöglich am Dienstag wegen der Corona-Krise den Ausnahmezustand ausrufen. Noch diesen Montag werde er dies voraussichtlich ankündigen, meldet die Zeitung "Yomiuri". Mit dem Schritt würde Abe den Behörden in besonders betroffenen Teilen Japans zusätzliche Befugnisse verschaffen. So können sie weitgehende Ausgangssperren verhängen, Veranstaltungen absagen sowie Schulen und andere öffentliche Einrichtungen schließen.

Irlands Regierungschefs engagiert sich als Freiwilliger im Gesundheitswesen

Der irische Regierungschef Leo Varadkar engagiert sich als freiwilliger Helfer bei den Gesundheitsdiensten im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie. Varadkar werde an einem Tag pro Woche als Freiwilliger im Einsatz sein, teilte ein Regierungssprecher am Sonntag in Dublin mit. Nach Informationen der "Irish Times" wird der 41-Jährige in der Telefonberatung von Patienten aushelfen. Varadkar hat einen Abschluss in Medizin und war mehrere Jahre lang als Arzt tätig. Viele der Verwandten und Freunde des Regierungschefs sind im Gesundheitssektor beschäftigt. Varadkar habe deshalb dort auch selbst "in einer kleinen Weise" aushelfen wollen, sagte der Regierungssprecher.

Maas und Scholz sichern EU-Partnern deutsche Solidarität zu

Die Bundesregierung hat den von der Coronavirus-Pandemie besonders hart getroffenen EU-Staaten die deutsche Solidarität bei der Bewältigung der wirtschaftlichen Folge der Krise zugesichert. "Wir brauchen ein klares Zeichen europäischer Solidarität in der Corona-Pandemie. Deutschland ist dazu bereit", schrieben Außenminister Heiko Maas und Finanzminister Olaf Scholz (beide SPD) in einem gemeinsamen Beitrag für die Montagsausgaben von fünf Zeitungen in Frankreich, Griechenland, Italien, Portugal und Spanien.

Auf die Forderung aus Italien, Frankreich, Spanien und anderen Ländern, dass die Euro-Staaten gemeinsam Schulden in Form sogenannter Corona-Bonds aufnehmen sollen, gingen Maas und Scholz allerdings nicht ein. Stattdessen bekräftigten sie die Position der Bundesregierung, dass vor allem der Eurokrisenfonds ESM als Hilfsinstrument eingesetzt werden soll.

Grünen-Chef fordert Investitionsprogramm von halber Billion Euro

Grünen-Chef Robert Habeck dringt auf ein zehnjähriges Investitionsprogramm im Umfang von einer halben Billion Euro, um die deutsche Wirtschaft nach der Corona-Krise wieder flottzumachen. Es brauche eine langfristige Investitionsoffensive, "um die Wirtschaft wieder aufzubauen und krisenfest zu machen", sagte Habeck der "Rheinischen Post". Wirtschaft und Gesellschaft müssten dabei konsequent auf Klimaneutralität umgestellt werden. "Sonst landen wird ungeschützt im nächsten Desaster."

DRK: Lage in Alten- und Pflegeheimen verschlechtert sich

In Alten- und Pflegeheimen in Deutschland verschlechtern sich nach Angaben des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) durch die Corona-Krise die Zustände. Die Situation sei "sehr, sehr angespannt", sagte DRK-Präsidentin Gerda Hasselfeldt den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Wenn wir nicht aufpassen, werden die Krankenhäuser in den nächsten Wochen viele Patienten aus Pflegeheimen zur Behandlung gegen das Coronavirus aufnehmen müssen", warnte sie.

Rentenversicherung: Auszahlung vorerst gesichert

Die Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung, Gundula Roßbach, geht vorerst von keinen finanziellen Nachteilen für die Rentner in der Corona-Krise durch einen Einbruch der Beitragseinnahmen aus. "Im Moment erwarte ich, dass das Minus überschaubar ist", sagte Roßbach dem "Tagesspiegel". Die Bundesagentur für Arbeit zahle ja weiter Beiträge an die Rentenversicherung, selbst wenn Menschen in Kurzarbeit seien oder arbeitslos würden. Eine genaue Einschätzung dazu sei zurzeit aber sehr schwierig. Sie betonte, mit einer Nachhaltigkeitsrücklage von rund 40 Milliarden Euro gehe die Rentenversicherung finanziell gut ausgestattet in die Krise. "Die Auszahlung der Renten ist gesichert."

Roßbach versicherte, die Renten würden im Sommer 2021 auf keinen Fall gekürzt. Dies sei gesetzlich festgelegt. "Minusrunden kann es also nicht geben." Wie stark die Renten dann steigen würden, hänge von der Entwicklung der Bruttolöhne in diesem Jahr ab. 

Trump: Vielleicht zeigt sich ein "Abflachen"

US-Präsident Donald Trump äußert die Hoffnung, dass in einigen Brandherden der Corona-Krise in den USA ein "Abflachen" auszumachen sei. Er verweist auf jüngste Mitteilungen aus dem am schlimmsten betroffenen Bundesstaat New York. Dort meldeten die Behörden am Sonntag erstmals seit einer Woche, dass weniger Menschen als am Vortag gestorben seien. "Vielleicht ist das ein gutes Zeichen", sagt Trump.

Trump hat zudem dem britischen Premierminister Boris Johnson nach dessen Einlieferung ins Krankenhaus eine rasche Genesung gewünscht. "Ich bin voller Hoffnung und sicher, dass er in Ordnung sein wird", sagte Trump. "Er ist ein starker Mann." Trump fügte hinzu: "Alle Amerikaner beten für ihn." Hier lesen Sie mehr zu Johnsons Krankenhausaufenthalt.

Mehr als 300.000 Infizierte in den USA

In den USA steigt die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus weiter kräftig an. Nach Reuters-Daten wurde die Zahl von 332.000 Infizierten überschritten. Über 9.500 Menschen starben bislang an dem Virus.

Impfung für Milliarden: Bill Gates fordert globale Lösung

Die gegenwärtige Lage kann sich nach Ansicht von Bill Gates erst dann wieder völlig normalisieren, wenn es für alle Menschen auf der Welt einen Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus gibt. Es müsse mit Hochdruck an dessen Entwicklung gearbeitet werden, damit möglichst schnell eine "Kapazität von Milliarden Dosen" verfügbar sei, sagte der Microsoft-Gründer und Co-Vorsitzende der Bill und Melinda Gates Stiftung am Sonntag dem Sender Fox News. Mit einem regulären Impfstoff wird frühestens nächstes Jahr gerechnet.

"Wir sitzen hier alle im gleichen Boot", sagte Gates. Reiche Länder wie die USA könnten das Virus früher oder später eindämmen, wenn es sich dann aber in ärmeren Ländern ausbreite, werde es auch wieder zurück in die USA kommen, warnte er. "Wir müssen das Virus auf der ganzen Welt besiegen", forderte er. Das sei langfristig nur mit einem wirksamen Impfstoff für alle Menschen auf der Welt möglich. Bis es soweit sei, könne das Leben nicht zum Normalzustand zurückkehren.

Boeing verlängert Produktionsstopp

Der größte US-Flugzeugbauer verlängert wegen der Coronakrise die Produktionsunterbrechung in seinen Werken im Bundesstaat Washington. Die Herstellung bleibe bis auf Weiteres ausgesetzt, teilt das Unternehmen mit. Boeing hatte am 23. März einen vorläufigen Produktionsstopp verhängt. Allgemein war bislang damit gerechnet worden, dass er Anfang dieser Woche wieder aufgehoben würde.

Italien: Zahl der Todesfälle steigt langsamer

Italien hat am Sonntag den niedrigsten Anstieg bei den Corona-Todesfällen seit mehr als zwei Wochen verzeichnet. 525 Menschen starben binnen 24 Stunden am Coronavirus, wie der italienische Zivilschutz mitteilte. Dies war ein Viertel weniger als am Samstag, als noch 681 Patienten der Krankheit erlagen. Zudem war es der geringste Zuwachs seit dem 19. März, als 427 Tote registriert wurden.

"Das sind gute Nachrichten, aber wir sollten weiterhin auf der Hut sein", sagte der Chef des Zivilschutzes, Angelo Borrelli, Journalisten. Insgesamt starben bislang 15.887 Menschen in Italien an der vom Virus verursachten Lungenkrankheit Covid-19.

Die Zahl der Intensivpatienten in Italien ging den zweiten Tag in Folge zurück. Am Sonntag wurden am Samstag noch 3977 Menschen auf der Intensivstation behandelt, 17 weniger als am Vortag. Auch die Zahl der regulär behandelten Corona-Patienten sank nach offiziellen Angaben leicht: von 29.010 am Samstag auf 28.949 am Sonntag.

Italien: Attilio Fontana, Gouverneur der Region Lombardei, der am schlimmsten vom Coronavirus betroffenen Region Italiens, trägt Mundschutz bei seinem Spaziergang. (Quelle: dpa/Claudio Furlan/LaPresse)Italien: Attilio Fontana, Gouverneur der Region Lombardei, der am schlimmsten vom Coronavirus betroffenen Region Italiens, trägt Mundschutz bei seinem Spaziergang. (Quelle: Claudio Furlan/LaPresse/dpa)

Schottische Regierungsexpertin verstößt gegen eigene Regeln – Rücktritt

Obwohl sich Schottlands Regierungschefin Nicola Sturgeon gegen einen Rücktritt von Catherine Calderwood als Chief Medical Adviser ausgesprochen hatte, zog diese am Abend die Konsequenzen und trat von ihrem Posten ab, nachdem sie mit ihrem Fehlverhalten für Empörung in Großbritannien gesorgt hatte.

Catherine Calderwood gab am Sonntag zu, an zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden zu einem Landhaus ihrer Familie gefahren zu sein. Zuvor hatte die Zeitung "Scottish Sun" Fotos der Expertin von einem beliebten Ausflugsziel an der Küste veröffentlicht. "Ich habe den Ratschlag nicht befolgt, den ich anderen gegeben habe", sagte Calderwood bei einer Pressekonferenz. "Es tut mir sehr leid." Die Medizinerin hatte die wegen der Coronavirus-Pandemie angeordneten Auflagen immer wieder auch vor laufender Kamera verteidigt und zu deren Einhaltung aufgerufen. 

Catherine Calderwood: Hat gegen ihre eigenen Empfehlungen verstoßen. (Quelle: imago images/PA Images)Catherine Calderwood: Hat gegen ihre eigenen Empfehlungen verstoßen. (Quelle: PA Images/imago images)

Grüne: Ausgangskontrollen nicht übertreiben

Die innenpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion im Bundestag, Irene Mihalic, warnt vor überzogenen Kontrollen der aktuellen Ausgangsbeschränkungen durch die Polizei. "Die Umsetzung der Maßnahmen treibt mancherorts merkwürdige Blüten, beispielsweise wenn Parkbesucher nach Hause gefahren werden, damit die Ordnungskräfte dort mit Türschildabgleich feststellen können, ob die Eingesammelten tatsächlich im selben Haushalt leben oder gegen das Kontaktverbot verstoßen haben", schreibt sie in einem Positionspapier, das dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND, Montag) vorliegt.

Solche Vorfälle seien derzeit die große Ausnahme, betonte sie. Dennoch sei ein klarer Handlungsrahmen für Polizei und Ordnungsämter in der Corona-Krise wichtig. 

Irene Mihalic: Sie warnt davor, die Ausgangskontrollen nicht zu übertreiben. (Quelle: imago images/Christian Spicker)Irene Mihalic: Sie warnt davor, die Ausgangskontrollen nicht zu übertreiben. (Quelle: Christian Spicker/imago images)

594 neue Todesfälle im Bundesstaat New York

Im US-Bundesstaat New York ist die Zahl der Todesfälle in den vergangenen 24 Stunden um 594 auf 4.159 und die der bestätigten Infektionen um 8.327 auf 122.000 gestiegen. Das teilt Gouverneur Andrew Cuomo mit. Als positive Nachricht wertet er, dass drei mal so viele Menschen aus den Krankenhäusern entlassen worden seien wie neu aufgenommen.

Berliner Virologen bieten Test für Hunde und Katzen an

Das Coronavirus macht womöglich auch vor Haustieren nicht Halt. Virologen an der Freien Universität Berlin bieten deshalb einen Corona-Test für Hunde und Katzen an. "Es scheint unter natürlichen Bedingungen zu einer Übertragung vom Menschen auf das Haustier zu kommen", erklärte am Sonntag Klaus Osterrieder, Virologe am Fachbereich Veterinärmedizin der Universität. Allerdings gebe es bislang keine Hinweise darauf, dass eine Infektion von Hund oder Katze das Geschehen beim Menschen beeinflusse.

Schweden ändert Totenzahlen über Nacht

Das schwedische Gesundheitsministerium hat die Zahlen der Covid-19-Todesopfer über Nacht geändert. Wie die Nachrichtenagentur TT berichtet, zeige die Coronavirus-Statistik an diesem Sonntagmorgen, dem 5. April, 97 Tote bis zum 25. März, während an eben jenem 25. März lediglich 42 Todesopfer registriert worden seien. Tags darauf erhöhte das Ministerium die Zahl der Toten auf 66, aktuell finden sich unter dem 26. März 124 Fälle. 

Jena startet mit Mundschutz-Pflicht

In Jena (Thüringen) wird es ab dem 6. April eine Mundschutzpflicht geben. Ab Montag ist das Tragen eines Mundschutzes in Bussen und Bahnen sowie in Geschäften verpflichtend. Am 10. April erweitert die Stadt die Vorgabe auf alle geschlossenen Räume, inklusive Arbeitsplätze, in denen sich mehr als eine Person aufhält. Im Freien dagegen muss weiterhin kein Mundschutz getragen werden.

Die Maßnahmen dienen laut der Stadt Jena nicht dem Selbstschutz, sondern dem Schutz anderer. Außerdem ist kein medizinischer Mundschutz notwendig, es reichen Schals, Tücher und selbstgenähte Masken. 

Jena ist die erste Stadt in Deutschland, die derartige Maßnahmen einführt. 

Hier finden Sie eine Bastelanleitung für einen Mundschutz.

Lindner gegen Verfassungsänderung für Notfall-Bundestag

Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner spricht sich strikt gegen eine Grundgesetzänderung für Corona-Notfallregelungen für den Bundestag aus. Dabei geht es um Überlegungen, die Möglichkeit für das Bilden eines Notparlaments oder für virtuelle Sitzungen des Bundestags zu schaffen. "Das Parlament muss gewiss digitaler werden, aber Krisen sind für Verfassungsänderungen kein guter Ratgeber", sagte Lindner der Nachrichtenagentur dpa in Berlin. "Solche Vorschläge sollte man in ruhigeren Zeiten besprechen."

Hintergrund ist, dass sich Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) angesichts der Corona-Pandemie um die Handlungsfähigkeit des Parlaments sorgt, auch wenn dieses soeben die Grenze für seine Beschlussfähigkeit deutlich gesenkt hat. Es geht im Kern um die Frage, wie der Bundestag noch arbeiten und Gesetze beschließen kann, wenn womöglich einmal zu viele Abgeordnete in Quarantäne sind. Nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" (Samstag) hat Schäuble alle Fraktionsvorsitzenden angeschrieben, um über die Möglichkeit von virtuellen Bundestagssitzungen oder das Schaffen eines kleinen Notparlaments zu reden.

Bereits mehr als 300.000 Infektionen in den USA

In den USA gibt es inzwischen mehr als 300.000 bekannte Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus. Das ging am Samstagnachmittag (Ortszeit) aus Daten der Universität Johns Hopkins hervor. Knapp 8.200 Menschen starben demnach in den USA infolge der von dem Virus verursachten Lungenkrankheit Covid-19.

In den USA gibt es mit rund 300.915 Infektionen deutlich mehr bekannte Fälle als in jedem anderen Land der Welt. Das Virus verbreitet sich weiterhin rasant. Bislang sind der Bundesstaat New York und die gleichnamige Ostküstenmetropole am schlimmsten von der Epidemie betroffen. Allein dort gab es bislang rund 113.000 bekannte Infektionen und rund 3.600 Tote.

Totenzahl in Spanien steigt um 642 auf 12.418

In Spanien steigt die Totenzahl nach Angaben des Gesundheitsministeriums um 674 auf 12.418. Tags zuvor belief sich der Zuwachs noch auf 809. Die Zahl der registrierten Infektionsfälle klettert auf mittlerweile 130.759, nachdem es am Vortag noch 124.736 waren.

Zwei Millionen Atemschutzmasken aus China in Berlin eingetroffen

Eine große Lieferung dringend benötigter Schutzmasken aus China ist am Wochenende in Berlin eingetroffen. "Inzwischen sind zwei Millionen Atemschutzmasken und 300.000 Schutzkittel in Berlin angekommen", schrieb der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) am Samstagabend im Kurzbotschaftendienst Twitter. Die Bundeswehr habe die Lieferung vom Flughafen Leipzig/Halle abgeholt und in die Hauptstadt gebracht, sagte eine Sprecherin des Senats dem "Spiegel".

Die Ausrüstung sei bereits in Berlin eingelagert worden und solle ab Montag an Krankenhäuser, Pflegeheime, Polizei und weitere Einrichtungen verteilt werden, die Bedarf hätten, sagte die Senatsprecherin weiter. An die Bevölkerung solle die Lieferung nicht verkauft oder verteilt werden.

Spaniens Regierungschef fordert EU zur Organisation von "Kriegswirtschaft" auf

Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez hat die EU-Partner in der Corona-Krise zu "rigoroser Solidarität" aufgerufen. Um in der Pandemie nicht als Union zu scheitern, müsse die EU nach seiner Ansicht nun eine "Kriegswirtschaft" organisieren, schrieb Sánchez in einem Beitrag für "faz.net".

"Europa muss eine Kriegswirtschaft auf die Beine stellen und die Gegenwehr, den Wiederaufbau und die wirtschaftliche Erholung Europas in die Wege leiten. Und zwar so früh wie möglich mit Maßnahmen zur Stützung der Schulden, die wir in vielen Staaten aufnehmen", forderte Sánchez. Er plädierte für einen "neuen Marshall-Plan" für den Wiederaufbau nach der Corona-Pandemie.

Der Europäische Stabilitätsmechanismus (ESM) sei dafür nur ein erster Schritt und dürfe nicht an Auflagen geknüpft sein, schrieb der spanische Regierungschef. Europa müsse solidarisch handeln und benötige mittelfristig einen "neuen Mechanismus zur Vergemeinschaftung von Schulden", verlangt Sánchez.

Söder fordert massive Steuersenkungen

Um die Wirtschaft nach der Virus-Krise anzukurbeln fordert Bayerns Ministerpräsident Markus Söder ein riesiges Konjunkturprogramm und flächendeckende Steuersenkungen. "Wenn die erste Phase mit Soforthilfen und Bürgschaften überstanden ist, brauchen wir darüber hinaus ein vitales Konjunkturprogramm in ähnlicher Größenordnung", sagte Söder der "Bild am Sonntag". Seiner Einschätzung nach wird die deutsche Exportwirtschaft noch länger leiden, daher müsse die Inlandsnachfrage angeregt werden. "Das heißt: keine Steuererhöhungen, sondern Steuersenkungen. Der Soli muss schneller und für alle abgeschafft werden", sagte der CSU-Chef. "Darüber hinaus sollten wir die Einkommensteuer insgesamt absenken, damit möglichst viele Arbeitnehmer mehr Geld in der Tasche haben."

Von der Leyen: Brauchen Marshall-Plan für Europa

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen fordert massive Investitionen in den EU-Haushalt. "Wir brauchen einen Marshall-Plan für Europa", schreibt sie in einem Gastbeitrag in der "Welt am Sonntag". Der EU-Haushalt sei in allen Mitgliedsstaaten als Instrument des solidarischen Ausgleichs akzeptiert und müsse der Krise entsprechend zugeschnitten werden. Von der Leyen zeigt sich zuversichtlich, dass Europa bald wieder auf festen Füßen stehe: "Die vielen Milliarden, die heute investiert werden müssen, um eine größere Katastrophe abzuwenden, werden Generationen binden." So könne auch in der Krise das Gefühl der Gemeinschaft unter den Nationen Europas erneuert werden.

Kreuzfahrtschiff mit Corona-Patienten und Toten legt in Miami an

Ein Kreuzfahrtschiff mit Corona-Patienten an Bord hat nach dem Tod zweier Passagiere in einem US-Hafen angelegt. Die "Coral Princess" dockte US-Medienberichten zufolge am Samstag (Ortszeit) im Hafen von Miami. Wann die mehr als Tausend Passagiere und knapp 900 Crew-Mitglieder von Bord gehen dürfen war demnach zunächst noch unklar.

Der Kreuzfahrtanbieter Princess Cruises hatte laut dem Sender CNN bereits am Donnerstag mitgeteilt, dass zwölf Menschen an Bord – sieben Passagiere und fünf Crew-Mitglieder – positiv auf das Coronavirus getestet worden seien. Am Samstag habe das Unternehmen dann bekanntgemacht, dass zwei Passagiere gestorben seien.

Infektionen in den USA erreichen neuen Höchststand

In den USA gibt es inzwischen mehr als 300.000 bekannte Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus. Das ging am Samstagnachmittag aus Daten der Universität Johns Hopkins hervor. Knapp 8200 Menschen starben demnach in den USA infolge der von dem Virus verursachten Lungenkrankheit Covid-19.

In den USA gibt es mit rund 300.915 Infektionen deutlich mehr bekannte Fälle als in jedem anderen Land der Welt. Das Virus verbreitet sich weiterhin rasant. Bislang sind der Bundesstaat New York und die gleichnamige Ostküstenmetropole am schlimmsten von der Epidemie betroffen. Allein dort gab es bislang rund 113.000 bekannte Infektionen und rund 3600 Tote.

Die Webseite der Forscher der Universität Johns Hopkins wird regelmäßig mit eingehenden Daten aktualisiert und zeigt daher einen höheren Stand bestätigter Infektionen als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der US-Gesundheitsbehörde CDC.

Italien: Zahl der täglichen Todesopfer gesunken

In Italien sind erstmals seit neun Tagen innerhalb von 24 Stunden weniger als 700 Menschen an den Folgen des neuartigen Coronavirus gestorben. Am Samstag zählte der Zivilschutz 681 neue Opfer der Lungenkrankheit Covid-19. Insgesamt hat das Land nun 15.362 Tote zu beklagen. "Unser Kampf gegen das Coronavirus geht unvermittelt weiter", sagte der zuständige Regierungskommissar Domenico Arcuri und warnte: "Aber wir sollten vermeiden zu glauben, dass wir gewinnen, dass wir unseren Gegner in die Enge getrieben haben."

Die Zahl der Menschen in Italien, die sich nachweislich mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert haben, stieg am Samstag um rund vier Prozent auf 124.632. Das ist in etwa die gleiche Steigerungsrate wie an den Tagen zuvor, es wird allerdings mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle gerechnet. Erstmals gesunken ist die Zahl der intensivmedizinisch betreuten Patienten um 74 auf 3.994.

Italien: Erstmals seit neun Tagen ist die Zahl der täglichen Todesopfer gesunken. (Quelle: imago images/Italy Photo Press)Italien: Erstmals seit neun Tagen ist die Zahl der täglichen Todesopfer gesunken. (Quelle: Italy Photo Press/imago images)

Berlin: Weiter Rätselraten um verschwundene Schutzmasken

Berlins Regierung versucht nach Angaben des Innensenats zu klären, wieso am Flughafen Bangkok 200.000 für die Hauptstadt bestimmte Schutzmasken verschwunden sind. Die Masken seien nicht bei einer US-Firma bestellt worden, "sondern bei einem deutschen Unternehmen für medizinischen Fachhandel", twittert die Senatsverwaltung.

"Fakt ist: Es gab eine Bestellung der Polizei von 400.000 Schutzmasken FFP2. Fakt ist auch: die erste Marge von 200.000 Stück hat Berlin nie erreicht." Man prüfe gemeinsam mit dem Händler die Angaben zur Lieferkette. Innensenator Andreas Geisel hatte am Freitag schwere Vorwürfe gegen die US-Regierung erhoben, die diese daraufhin bei t-online.de zurückgewiesen hatte.

New York meldet 630 Corona-Tote innerhalb eines Tages

Im Bundesstaat New York sind binnen 24 Stunden 630 Menschen, die mit dem neuartigen Coronavirus infiziert waren gestorben. Dies sei der höchste Anstieg der Opferzahl innerhalb eines Tages, sagte Gouverneur Andrew Cuomo am Samstag. Insgesamt starben in dem Bundesstaat inzwischen 3.565 Menschen an der von dem Virus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19.

Die Zahl der Infizierten in dem Bundesstaat erhöhte sich auf knapp 114.000, das sind nur rund 6.000 weniger als in ganz Italien. Mit insgesamt mehr als 278.000 Infizierten sind die USA das Land mit den meisten Ansteckungsfällen weltweit. Alleine in New York City gibt es mehr als 63.000 Corona-Fälle. Nach Angaben von Gouverneur Cuomo haben sich 85.000 Freiwillige gemeldet, um den Kampf gegen das Coronavirus in dem Bundesstaat zu unterstützen.

Österreich: Anstieg bei Genesenen höher als Neuinfektionen

In Österreich ist die Zahl der von Covid-19 genesenen Menschen innerhalb von 24 Stunden erstmals schneller gestiegen als die Zahl der neuen bestätigten Coronavirus-Infektionen. Wie das Gesundheitsministerium in Wien der Deutschen Presse-Agentur bestätigte, gab es mit Stand Samstag, 8 Uhr, 11.525 bestätigte Fälle einer Sars-CoV-2-Infektion in der Alpenrepublik - 354 Fälle mehr als am Vortag.

Von der durch das Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 genesen waren mit Stand Samstag, 9.30 Uhr, insgesamt 2507 Menschen - das sind 485 mehr als am Vortag. Damit bestätigte sich auch am Samstag der positive Trend beim Kampf gegen das Coronavirus in Österreich. In den vergangenen Tagen war die tägliche Steigerungsrate bei den bestätigten Infektionen deutlich gesunken und lag zuletzt unter fünf Prozent.

Rudolf Anschober: Österreichs Gesundheitsminister über die Zahlen des Coronavirus in Deutschlands Nachbarland. (Quelle: imago images/photonews.at)Rudolf Anschober: Österreichs Gesundheitsminister über die Zahlen des Coronavirus in Deutschlands Nachbarland. (Quelle: photonews.at/imago images)

Spanien will Ausgangssperre verlängern

Zur Eindämmung der Corona-Krise will die spanische Regierung den Notstand und die strikte Ausgangssperre im ganzen Land um weitere zwei Wochen bis zum 26. April verlängern. Das wurde am Samstag nach einer Videokonferenz von Ministerpräsident Pedro Sánchez mit dem wissenschaftlichen Komitee, das die Regierung berät, bekannt. Die seit Mitte März geltenden Maßnahmen waren bereits vor zehn Tagen zum ersten Mal verlängert worden.

Seit Dienstag müssen zudem alle Arbeitnehmer, die in nicht wesentlichen Sektoren tätig sind, ebenfalls zu Hause bleiben. Diese Anordnung sollte eigentlich bis zum 9. April gelten. Es gilt als wahrscheinlich, dass sie ebenfalls verlängert wird. Dem neuen Zeitrahmen muss aber noch das Parlament zustimmen. Das Votum soll voraussichtlich am Donnerstag stattfinden.

In Spanien, einem der weltweit am heftigsten von der Krise betroffenen Länder, hatten sich die Zahlen in den vergangenen Tagen zwar stabilisiert, jedoch steigen die Neuinfektionen weiter an – auch wenn die Zuwachsrate mittlerweile deutlich abgenommen hat. Gesundheitsexperten hatten aber gewarnt, in den Bemühungen jetzt nicht nachzulassen, um die Fortschritte nicht wieder ins Gegenteil zu verkehren. Die amerikanische Universität Johns Hopkins meldete für Spanien am Nachmittag mehr als 124 700 Infizierte und über 11 700 Tote.

Müller fordert in Corona-Krise "Weltkrisenstab"

Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) dringt auf einen globaleren Ansatz bei der Coronavirus-Bekämpfung. Im "Spiegel" sprach er sich für die Schaffung eines "Weltkrisenstabes" aus. Diese neue Einrichtung könnte UN-Generalsekretär António Guterres leiten. Jetzt schlage "die Stunde der Vereinten Nationen", sagte Müller dem Nachrichtenmagazin. Guterres müsse internationale Hilfsorganisationen in enger Abstimmung mit Institutionen wie Weltbank und Internationalem Währungsfonds (IWF) koordinieren. Die Pandemie sei ein "globaler Weckruf zur Zusammenarbeit".

Corona-Zahlen in Spanien stabilisieren sich – aber fast 12.000 Tote

In Spanien stabilisieren sich die Zahlen der Corona-Krise drei Wochen nach Beginn der strikten Ausgehsperre weiter. Die Zuwachsrate der Neuinfektionen ging bis Samstagmittag erneut zurück und lag bei weniger als sechs Prozent. Insgesamt wurden rund 7.000 neue Ansteckungen nachgewiesen, die Gesamtzahl belief sich auf mehr als 124.700, wie das Gesundheitsministerium mitteilte.

Gleichzeitig wurden den amtlichen Angaben zufolge fast 4.000 an Covid-19 erkrankte Patienten innerhalb eines Tages als genesen entlassen. Damit sind schon mehr als 34.000 Betroffene wieder gesund. Spanien ist weltweit eines der am stärksten von der Krise betroffenen Länder.

Auch die Zahl der Todesfälle ging zurück. Dennoch wurden innerhalb von 24 Stunden zum achten Mal in Folge mehr als 800 Tote verzeichnet. Die Gesamtzahl belief sich auf rund 11.700. Das waren 809 mehr als am Freitag. Besonders stark betroffen sind weiterhin die Regionen Madrid und Katalonien.

Über 1.400 Tote binnen 24 Stunden in den USA

Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen mit dem Coronavirus ist weltweit auf mehr als 1,1 Millionen gestiegen. Das geht aus aktuellen Zahlen der Johns-Hopkins-Universität in den USA hervor. Die meisten Fälle wurden demnach in den USA gezählt, wo bis Samstagmorgen mehr als 278.000 Menschen als infiziert gemeldet wurden. An zweiter und dritter Stelle lagen den Angaben nach Italien mit 119.827 und Spanien mit 119.199 Fällen, gefolgt von Deutschland mit 91.159 bekannten Infektionen. China gedachte am Samstag mit drei Schweigeminuten landesweit der Toten durch das neue Coronavirus.

Das Land mit den meisten Todesfällen ist den Angaben zufolge Italien, wo bisher 14.681 Menschen an Covid-19 starben. In den USA stieg die Zahl der Toten durch die Lungenkrankheit zuletzt binnen 24 Stunden um mehr als 1.400. Weltweit starben demnach knapp 60.000 Menschen an den Folgen der Virusinfektion.

New York vor entscheidender Woche in der Corona-Krise 

In der Corona-Krise steht New York nach Einschätzung von Bürgermeister Bill de Blasio vor einer entscheidenden Woche. Die Situation in den Krankenhäusern werde sich in der kommenden Woche zuspitzen, sagte de Blasio bei einer Pressekonferenz in der Nacht zum Samstag. "Wir werden einen riesigen Schwall erleben." Der Sonntag sei "ein entscheidender Moment, an dem wir ausgestattet und vorbereitet sein müssen, für den sehr schwierigen Kampf, den wir vor uns haben".

Den Krankenhäusern der Stadt fehle es derzeit vor allem an Personal und Beatmungsgeräten, die Beschaffung sei ein Wettlauf gegen die Zeit. "In der modernen Geschichte unserer Stadt ist es fast unvorstellbar - aber ich glaube, dass wir es schaffen können, wenn wir die Hilfe bekommen, die wir brauchen." Mehr als 100.000 Menschen in New York haben sich bereits mit dem Virus infiziert, wie Gouverneur Andrew Cuomo mitteilte. Rund die Hälfte dieser Fälle wird aus der größten Stadt des Staates, der gleichnamigen Millionenmetropole New York, gemeldet.

Schätzung des Auswärtigen Amts: 40.000 Deutsche sitzen noch im Ausland fest

Das Auswärtige Amt geht davon aus, dass sich in der Corona-Krise aktuell noch mehr als 40.000 deutsche Reisende im Ausland befinden. Die Angaben beruhten auf Schätzungen, teilte das Ministerium der "Rheinischen Post" (Samstag) mit. Die meisten Deutschen sind demnach noch in Südafrika, Neuseeland und Peru.

Die deutsche Regierung sammelt derzeit wegen der Pandemie gestrandete Urlauber in aller Welt ein und bringt sie nach Hause. Insgesamt seien bislang 194.000 deutsche Touristen zurückgebracht worden, sagte Bundesaußenminister Heiko Maas am Freitag nach Beratungen mit seinen 26 EU-Amtskollegen. Die Regierung wolle alle deutschen Reisenden aus dem Ausland zurückholen, sagte der Minister weiter, bat aber zugleich um Geduld: "Bis wann das in jedem Land möglich sein wird, liegt nicht allein in unserer Hand."

Bayern nimmt Corona-Patienten aus Paris auf 

Bayern will in der Corona-Krise zehn schwerkranke Covid-19-Patienten aus der französischen Hauptstadt Paris zur Behandlung aufnehmen. Das teilte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Samstag bei Twitter mit. Er habe der französischen Botschafterin Unterstützung zugesagt. "In der Not helfen Freunde", schrieb Söder. "Europa muss zusammenstehen." Seit vergangenen Sonntag hat Bayern bereits zehn Corona-Patienten aus Italien zur medizinischen Versorgung aufgenommen.

Schäuble fürchtet wegen Corona-Krise um Handlungsfähigkeit des Bundestags

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble befürchtet, dass die Corona-Krise die Handlungsfähigkeit des Parlaments gefährden könnte. "So etwas haben wir in unseren Lebzeiten noch nicht gehabt", sagte der CDU-Politiker der Süddeutschen Zeitung. "Wir müssen alles daransetzen, die parlamentarische Demokratie nicht außer Kraft zu setzen."

Deshalb seien jetzt "alle Überlegungen zur Abhilfe erwünscht, nur keine Überlegungen anzustellen wäre falsch", sagte Schäuble, der allen Fraktionsvorsitzenden einen Brief geschrieben hat, um über mögliche Auswege zu sprechen. Der Bundestagspräsident erwähnt darin laut "SZ" zwei Möglichkeiten: virtuelle Sitzungen des Bundestags sowie die Bildung eines kleinen Notparlaments.

Bei der jüngsten Sitzung des Bundestages hat wegen der Corona-Krise bereits ein Viertel der Abgeordneten gefehlt. Als Sofortmaßnahme sei das Quorum für die Beschlussfähigkeit des Parlaments von 50 auf 25 Prozent der Abgeordneten gesenkt worden. Er "höre aber, dass es durchaus Zweifel gibt, ob diese Maßnahme ausreichend ist", sagte Schäuble. Falls bei den Fraktionsvorsitzenden Interesse daran bestehe, über virtuelle Plenarsitzungen zu reden, sei er dazu gerne bereit.

Linke und Grüne kritisieren Reisebeschränkung in Deutschland

Die Linke im Bundestag lehnt die teilweise angeordneten Einreisebeschränkungen innerhalb Deutschlands zur Eindämmung der Corona-Krise ab. Der Parlamentarische Geschäftsführer Jan Korte sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, zwar seien die allgemeinen Kontaktsperren richtig. "Aber an den Bundesländern Grenzen hochzuziehen und zu sagen, die einen dürfen sich mal einen Tag am Meer von ihrem Alltag in der Wohnung erholen und die anderen nicht - das geht zu weit. Wohin soll das führen?" Wer den Mindestabstand wahre und sich verantwortungsvoll verhalte, solle spazieren gehen dürfen, ohne Probleme mit der Polizei zu bekommen - egal ob im Wald, im Park oder am Meer, sagte Korte.

Der stellvertretende Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Konstantin von Notz, sagte dem RND, nötig seien bundeseinheitliche Regelungen. "Wir brauchen ein schlüssiges und transparentes Gesamtkonzept. Wir brauchen keine Kleinstaaterei."

Wirtschaftsweiser Feld gegen Eurobonds

Der Chef der Wirtschaftsweisen, Lars Feld, hat sich gegen Eurobonds ausgesprochen und den Kurs der Bundesregierung in der Debatte um die gemeinsame Finanzierung der Coronakrisen-Folgen in der EU unterstützt. Die Überlegungen von Bundesfinanzminister Olaf Scholz würden in die richtige Richtung gehen, sagte Feld der "Rheinischen Post" laut Vorabbericht. "Eine Kombination aus EU-Haushalt, europäischer Investitionsbank und ESM-Rettungsschirm sollte genügen, um die stärker vom Corona-Virus betroffenen Staaten finanziell zu stützen." Feld zufolge darf es nicht zu einer echten Vergemeinschaftung von Schulden im Euroraum kommen. "Die gesamtschuldnerische Haftung bedeutet ein hohes finanzpolitisches Risiko für jeden einzelnen Mitgliedstaat."

Frankreich: Neuer Höchststand bei Todesfällen an einem Tag

Mit 588 Todesopfern durch das neuartige Coronavirus binnen 24 Stunden hat Frankreich einen neuen traurigen Rekord registriert. Die Gesamtzahl der in Krankenhäusern gestorbenen Corona-Opfer stieg damit auf 5.091, wie die Gesundheitsbehörden am Freitag mitteilten. Die Zahl der Corona-Toten in Altenheimen wird in Frankreich nicht täglich erfasst. Den Behörden zufolge starben bislang 1.416 Heimbewohner an dem Virus. Damit liegt die Gesamtzahl der Toten bei mindestens 6.507.

In Italien wächst derweil die Hoffnung, dass das Land in der Coronavirus-Pandemie das Schlimmste überstanden hat. Der Anstieg bei den Neuinfektionen sank am Freitag auf ein neues Tief von vier Prozent, wie der italienische Zivilschutz mitteilte. Die Zahl der genesenen Patienten stieg innerhalb von 48 Stunden um 17,3 Prozent auf 19.758.

Bei der Zahl der Todesopfer steht Italien aber immer noch weltweit an der Spitze. Die Zahl der Toten stieg am Freitag nach offiziellen Angaben um 766 auf 14.681. Die Lage in einer der am stärksten betroffenen Regionen Italiens scheint sich aber allmählich zu entspannen. Die Lombardei, in der mehr als die Hälfte der Todesfälle registriert wurde, verzeichnete nur einen geringen Anstieg bei den Intensivpatienten.

Tests für jeden in Trump-Nähe: Weißes Haus verschärft Maßnahmen

Das Weiße Haus verschärft die Maßnahmen, um die Gefahr einer Infektion von US-Präsident Donald Trump und Vizepräsident Mike Pence mit dem Coronavirus einzudämmen. Jeder, von dem erwartet werde, dass er sich in unmittelbarer Nähe von Trump oder Pence befinde, werde getestet, teilte der stellvertretende Sprecher des Weißen Hauses, Judd Deere, mit. Die Maßnahme gelte von Freitag an. Damit solle auch festgestellt werden, ob die betroffenen Personen womöglich das hochansteckende Virus in sich trügen, ohne Symptome zu zeigen.

Trump war am Donnerstag ein zweites Mal negativ auf das Coronavirus getestet worden – dieses Mal mit einem neuen Schnelltest. Trump sagte, das Resultat habe innerhalb von "14 oder 15 Minuten" vorgelegen. Der Test selbst habe "buchstäblich eine Minute" gedauert und sei deutlich angenehmer als die erste Untersuchung gewesen.

Bereits Mitte März hatte sich Trump auf das Coronavirus testen lassen, damals unter öffentlichem Druck. Trump war zuvor bei einem Besuch des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro in seinem Feriendomizil Mar-a-Lago mit mindestens zwei Personen in Kontakt gewesen, die später positiv auf das Coronavirus getestet wurden.

New York: Mehr als 100.000 Infektionen

Im US-Bundesstaat New York gibt es inzwischen mehr als 100.000 bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus. Die Zahl der Toten sei innerhalb eines Tages um 562 auf fast 3000 angestiegen, sagte Gouverneur Andrew Cuomo am Freitag vor Journalisten. Der Ostküstenstaat und die gleichnamige Metropole sind derzeit am schlimmsten von der Coronavirus-Epidemie betroffen. Knapp 15.000 Patienten würden wegen der Lungenerkrankung Covid-19 derzeit in Krankenhäusern des Bundesstaats behandelt, knapp 4000 davon auf Intensivstationen, sagte Cuomo.

Krankenwagen vor einem Krankenhaus in Manhattan: Die Zahlen der Infizierten im "Big Apple" steigen weiter. (Quelle: imago images)Krankenwagen vor einem Krankenhaus in Manhattan: Die Zahlen der Infizierten im "Big Apple" steigen weiter. (Quelle: imago images)

Der Gouverneur bat erneut um mehr Hilfe aus anderen Landesteilen, die derzeit noch nicht so stark vom Virus Sars-CoV-2 betroffen sind. New York sei derzeit "die Speerspitze" und brauche Hilfe. Sobald sich die Lage beruhige, werde New York anderen stärker betroffenen Landesteilen helfen, versprach Cuomo. Er betonte: "Gegenseitige Hilfe ist die einzige Lösung."

WHO: Benachteiligte müssen in Corona-Krise ärztlich versorgt werden

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ruft Regierungen auf, in der Corona-Krise auch Flüchtlingen, Migranten, Obdachlosen und Menschen ohne Krankenversicherung Zugang zu medizinischen Diensten zu geben. Sie müssten sich auch auf das Virus testen lassen können, auch, wenn sie die Kosten dafür nicht selbst tragen können. "Wir rufen alle Länder auf, finanzielle Barrieren abzubauen", sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Freitag in Genf.

Italien: Fast 120 tote Ärzte und Krankenschwestern durch Virus

Im Zuge der Corona-Pandemie sind in Italien bisher etwa 120 mit dem Virus infizierte Ärzte, Schwestern und andere Mitarbeiter im medizinischen Sektor gestorben. Diese Zahl ergibt sich aus Zählungen von Verbänden. Allein der Ärzteverband listete bis Freitag mehr als 70 Namen von verstorbenen Medizinern auf. Mehr als 10 000 Beschäftigte im medizinischen Sektor, etwa in Krankenhäusern, Praxen und Labors, haben sich seit dem Ausbruch im Februar mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie die Zeitung "La Repubblica" schrieb. Eine Auflistung im Fachorgan "Quotidianosanita" nennt zudem die Zahl von mehr als 20 toten Krankenpflegern und -Pflegerinnen.

Deutscher Kreuzfahrt-Passagier stirbt in Australien

Ein deutscher Passagier des im Westen Australiens festsitzenden Kreuzfahrtschiffs "Artania" ist nach einer Infektion mit dem Coronavirus in einer Klinik der Stadt Perth gestorben. Dabei handele es sich um einen Mann in den Sechzigern, wie die Gesundheitsbehörde am Freitag mitteilte. Er gehörte zu den Passagieren, die positiv auf SARS-CoV-2 getestet worden waren. Die Angehörigen seien informiert, hieß es weiter.

Die "Artania", bekannt aus der ARD-Dokuserie "Verrückt nach Meer", liegt seit der vergangenen Woche an der Küste vor der Stadt Fremantle südlich von Perth. Grund ist, dass auf dem Schiff Coronavirus-Fälle aufgetreten waren. Mehr als 840 Passagiere und Besatzungsmitglieder wurden nach Deutschland geflogen, Dutzende kamen in australische Krankenhäuser. Mehr dazu lesen Sie hier. 

Johnson hat noch Fieber – Quarantäne verlängert 

Der britische Regierungschef Boris Johnson bleibt wegen seiner Corona-Erkrankung länger in Quarantäne als ursprünglich geplant. Er habe die empfohlenen sieben Tage Selbstisolation hinter sich und fühle sich auch schon besser, sagte der Premierminister am Freitag in einer Videobotschaft von Downing Street aus, wo er in einer Wohnung über seinem Amtssitz in Quarantäne ist. Aber er habe immer noch Fieber, deshalb gehe er vorerst noch nicht wieder in die Öffentlichkeit.

Eigentlich war erwartet worden, dass Johnson am Freitag die Selbstisolation beendet und wieder öffentliche Termine wahrnimmt. "Ich habe aber noch eines der milden Symptome, Fieber", sagte der 55-Jährige in der Videobotschaft. "Also muss ich entsprechend der Leitlinien der Regierung meine Selbstisolation fortsetzen, bis dieses Symptom weg ist."

Russland stoppt Rückhol-Aktion 

Russland stoppt laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Interfax ab Mitternacht bis auf weiteres alle Flüge, mit denen im Ausland gestrandete Russland zurück in ihr Heimatland gebracht werden sollen. Ein Grund wird in der Meldung nicht genannt. Das Außenministerium in Moskau hatte am Mittwoch mitgeteilt, 25.000 Menschen im Ausland hätten um Hilfe gebeten, um nach Hause kommen zu können. Viele würden immer noch festsitzen wegen der im Zusammenhang mit der Corona-Krise verhängten Reisebeschränkungen.

USA sollen Berlin Schutzmasken weggekauft haben

Die USA haben Vorwürfe dementiert, sie würden anderen Ländern Atemschutzmasken wegkaufen. Gleichwohl mehren sich entsprechende Hinweise – auch aus Deutschland. Mehr dazu lesen Sie hier. 

Europa verzeichnet mehr als 500.000 Corona-Infizierte

In Europa sind mittlerweile mehr als eine halbe Million Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen worden. Wie am Freitag aus einer Auflistung des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) hervorging, gibt es in allen Ländern des Kontinents bislang insgesamt 511.005 bestätigte Infektionsfälle, davon die meisten in Italien (115.242), Spanien (110.238) und Deutschland (73.522).

Auf Twitter sprach das ECDC am Freitag von rund 482.000 Infektionen bei fast 36.000 Todesfällen. Allerdings rechnet die EU-Behörde dabei nur die Länder des Europäischen Wirtschaftsraums – das sind die Staaten der EU sowie Norwegen, Island und Liechtenstein – und das Ex-EU-Land Großbritannien mit ein, nicht aber die Schweiz, die laut ECDC-Auflistung allein auf mehr als 18.000 Fälle kommt. Auch Russland (3.548) und mehrere kleinere europäische Länder sind in der Zahl nicht enthalten. Es wird damit gerechnet, dass der Wert der EWR-Länder plus Großbritannien am Samstag die Marke von 500.000 übersteigen wird.

Horst Seehofer will Quarantäne-Pflicht für Flugreisende

Bundesinnenminister Horst Seehofer denkt über eine Quarantäne-Pflicht für Menschen nach, die mit dem Flugzeug aus dem Ausland nach Deutschland einreisen. Das berichtet der "Spiegel". Darüber und über einen Vorschlag zu mehr Grenzkontrollen soll das Krisenkabinett am Montag beraten. 

Horst Seehofer: Der Bundesinnenminister möchte, dass Menschen, die mit dem Flugzeug nach Deutschland gelangen, zwei Wochen in Quarantäne müssen.  (Quelle: imago images)Horst Seehofer: Der Bundesinnenminister möchte, dass Menschen, die mit dem Flugzeug nach Deutschland gelangen, zwei Wochen in Quarantäne müssen. (Quelle: imago images)

Seit Mitte März darf an den Grenzen zu Österreich, Frankreich, der Schweiz, Luxemburg und Dänemark nur noch einreisen, wer einen triftigen Grund hat, etwa Berufspendler. Auch der Warenverkehr soll ungehindert fließen. Das Innenministerium will dem Bericht zufolge nun auch für die Grenzen nach Polen, Tschechien, Belgien und die Niederlande sowie an den Flughäfen die strengen Einreisebedingungen einführen, um "Umgehungstatbestände" zu verhindern, wie es heißt.

121 Deutsche dürfen Sölden in Tirol verlassen 

Die deutsche Botschaft in Wien hat 121 Deutschen die Ausreise aus der Quarantäne im österreichischen Wintersportort Sölden ermöglicht. Wie die Botschaft am Freitag mitteilte, wurde die Gruppe nach einem Medizincheck in Privatwagen und in von der Botschaft bereitgestellten Bussen zum Grenzübergang Scharnitz/Mittenwald geleitet. "Nach der unverzüglichen Rückkehr an ihren Heimatort müssen sich die Deutschen bei den zuständigen Gesundheitsämtern melden und in eine 14-tägige Heimquarantäne begeben", teilte die Botschaft mit.

Sölden steht wegen der Coronavirus-Pandemie seit dem 17. März unter Quarantäne. Daher durften die mehr als 100 Deutschen den Ort nicht verlassen. Da die Quarantäne inzwischen bis zum 13. April verlängert wurde, setzte sich die deutsche Botschaft für eine Möglichkeit der vorzeitigen Ausreise ein. Bei den 121 deutschen Staatsbürgern handelte es sich vor allem um ehemalige Beschäftigte der Tourismusbranche. Bereits am Montag waren rund 300 Deutsche aus St. Anton und dem Paznauntal gebracht worden.

Bolsonaro lehnt Stillstand in Brasilien wegen der Corona-Krise ab

Das öffentliche Leben in Brasilien kann nach den Worten seines Präsidenten Jair Bolsonaro nicht zwei oder drei Monate lang wegen des Kampfes gegen die Ausbreitung des Coronavirus stillstehen. "Sie kennen meinen Standpunkt", sagt Bolsonaro vor Anhängern vor seinem Amtssitz in der Hauptstadt Brasilia. "Das wird zu massiver Arbeitslosigkeit führen."

Sommersemester an Deutschlands Universitäten soll stattfinden

Das Sommersemester an den Hochschulen soll in diesem Jahr trotz Corona-Krise in ganz Deutschland stattfinden und am 20. April beginnen. Darauf haben sich nach Angaben der Hamburger Bildungsverwaltung die Wissenschaftsministerien der Bundesländer verständigt. Man habe sich auf einen gemeinsamen Rahmen für die Ausgestaltung des Sommersemesters geeinigt. Der Lehr- und Forschungsbetrieb solle so weit möglich stattfinden, hieß es in einer Mitteilung am Freitag. "Aus dem Umstand, dass Leistungen, die aufgrund der Corona-Pandemie nicht erbracht werden können, soll den Studierenden kein Nachteil entstehen."

Indien riegelt riesigen Slum in Mumbai ab

Die indische Polizei hat nach dem Tod von zwei Corona-Infizierten einen der größten Slums Asiens teilweise abgeriegelt. In dem riesigen Armenviertel Dharavi in der Millionenmetropole Mumbai gibt es nun acht "Sicherheitsbereiche", wie ein Behördensprecher am Freitag bekanntgab. Die Bewohner wurden unter häusliche Quarantäne gestellt. Niemand darf die abgesperrten Bereiche verlassen oder betreten. Die Häuser der Infizierten und die Umgebung wurden desinfiziert.

Indien, das insgesamt 1,3 Milliarden Einwohner hat, hat bisher nur 2300 nachgewiesene Coronavirus-Infektionen gemeldet. 59 Menschen starben an der Lungenkrankheit Covid-19. Experten zweifeln die Zahlen jedoch an und vermuten eine hohe Dunkelziffer, da nur wenige Menschen getestet werden.

Angela Merkel darf zurück ins Kanzleramt – Quarantäne beendet 

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist seit diesem Freitag wieder im Kanzleramt tätig. Das sagt ihr Regierungssprecher Steffen Seibert. Ihre 14-tägige häusliche Quarantäne wegen eines Corona-Verdachts sei damit beendet.

In der Krise naschen die Deutschen gern 

Die Süßigkeiten-Verkäufe sind in der Corona-Krise stark gestiegen. Der Grund: Viele Menschen sind wegen des Kontaktverbots überwiegend zu Hause – und naschen. Das Ostergeschäft kommt erst noch. Mehr dazu lesen Sie hier. 

Bereits knapp 200.000 Menschen aus dem Ausland zurückgeholt – Zehntausende warten noch 

Die Bundesregierung hat nach Angaben des Auswärtigen Amtes bislang 194.000 Deutsche aus dem Ausland zurückgeholt. Hinzu kämen 3.600 Personen aus anderen EU-Ländern. Es gebe aber noch einige Länder, aus denen noch Tausende Deutsche ausgeflogen werden müssten. Zum Beispiel Neuseeland, das das Außenministerium mit über 10.000 "Gestrandeten" als den "großen Brocken" der Rückholaktion bezeichnet. 

Griechenland hisst aus Solidarität mit Italien die italienische Flagge

Aus Solidarität für die italienischen Opfer des Coronavirus wurde auf dem Zentralgebäude des Athener Außenministeriums und dem Parlament die italienische Fahne gehisst. Auch das griechische Parlament werde in den kommenden drei Tagen mit den Farben der italienischen Fahne Grün-Weiß-Rot beleuchtet sein, teilte der griechische Außenminister Nikos Dendias mit. "In diesem dramatischen Moment stehen wir Euch bei", erklärte Dendias beim Zeremoniell vor dem Eingang des Außenministeriums in Athen. 

"Wir werden nie diesen symbolischen Akt der Solidarität vergessen", antwortete der italienische Botschafter in Athen, Efisio Luigi Marras. Die Beleuchtung des Parlamentes sollte am Abend beginnen. In Italien gab es bis Donnerstagabend mindestens 13.915 Tote, die mit dem Coronavirus infiziert waren.

Robert Koch-Institut zur Corona-Krise in Deutschland: Die Sterberate steigt

Informationen in der Corona-Krise: Die Prognosen von RKI-Chef Wieler stehen zunehmend in der Kritik. (Quelle: t-online.de)

Die Sterberate steigt, heißt es vom Robert Koch-Institut. "Wir müssen davon ausgehen, dass mehr Menschen sterben." Im Schnitt waren die in Deutschland Verstorbenen 80 Jahre alt, aber auch Menschen unter 60 sterben. Deshalb betont das RKI, dass es wichtig ist, die Hygiene- und Abstandsvorschriften einzuhalten.

Ziel bleibt, die Verbreitung des Virus zu verlangsamen. "Wir stehen am Anfang der Epidemie, wir dürfen jetzt nicht nachlassen." Deshalb bittet Lothar Wieler vom RKI um Verständnis dafür, dass die Maßnahmen beibehalten werden müssten. Die Geschwindigkeit der Ausbreitung reduziert sich laut Wieler: "Wir sehen, dass es wirkt". Abstand halten und zu Hause bleiben seien nach wie vor die entscheidenden Gebote.

Lothar Wieler, Präsident des RKI, zu den Kapazitäten in deutschen Krankenhäusern

In der Pressekonferenz des Robert Koch-Instituts sagte der Präsident Lothar Wieler, dass die Erhöhung der Kapazitäten an Intensivbetten und Beatmungsgeräten in deutschen Krankenhäusern erfreulich sei. Ob die Plätze jetzt reichen, sei nicht absehbar. "Ich persönlich glaube, es ist noch nicht genug." Deshalb plädiert er dafür, weiter aufzustocken.

RKI hofft auf Nachlassen der Epidemie durch Maßnahmen

Das Robert Koch-Institut hofft in den nächsten Tagen auf ein Nachlassen der Epidemie. Die Einschränkungen wirkten, sagt RKI-Chef Lothar Wieler. Es sei gelungen, die Reproduktionsrate bei den Infektionen auf eins zu drücken. Das heißt, dass ein Infizierter nur jeweils einen wieder ansteckt. Er hoffe, dass die Zahl in den nächsten Tagen unter eins sinke. In dem Fall geht dann über die Zeit auch die Zahl der Erkrankungen zurück. 

Berlins Innensenator: Corona-Regeln könnten bis Ende des Jahres gelten 

Innensenator Andreas Geisel hat die Berliner auf anhaltende Einschränkungen in ihrem Leben hingewiesen. In einem Interview sagte er, auch nach dem Lockdown könne man nicht zur Normalität übergehen. Lesen Sie hier mehr dazu. 

Trump-Konzern bittet Deutsche Bank offenbar um Aufschub für Kreditzahlungen

Die Familienholding von US-Präsident Donald Trump will wegen der Corona-Krise offenbar einen Aufschub von Kreditzahlungen erreichen. Die Trump Organization, in der Trumps Geschäftsimperium gebündelt ist, habe die Deutsche Bank Ende März kontaktiert, um über eine verlängerte Frist für fällige Raten zu verhandeln, meldete die "New York Times". "In diesen Tagen arbeiten alle zusammen. Mieter mit Vermietern, Vermieter mit Banken", erklärte Trumps Sohn Eric auf AFP-Anfrage. "Die ganze Welt arbeitet zusammen im Kampf gegen diese Pandemie."

Die Trump Organization, die seit der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten von dessen Söhnen Eric und Donald Jr. geleitet wird, schuldet der Deutschen Bank laut "New York Times" noch Hunderte Millionen Dollar. Die Coronavirus-Krise beschert auch dem Hotel-Imperium der Trump-Familie herbe Einbußen. Wegen der Pandemie ist der Betrieb in einer Reihe von Trump-Anlagen gestoppt oder zumindest stark eingeschränkt worden. 

Bundesländer können zinsgünstige Kredite im Kampf gegen die Corona-Krise anbieten 

Die Europäische Kommission gibt nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums grünes Licht für mehr zinsgünstige Kredite an Unternehmen. "Jetzt können auch die Bundesländer flächendeckend Kreditprogramme aufsetzen", sagt Wirtschaftsminister Peter Altmaier. Die Förderbanken der Länder könnten nun die gleichen Konditionen anbieten, wie es die KfW bereits seit dem 23. März mache. Mit den Darlehen sollen Liquiditätsengpässe von Unternehmen in der Corona-Krise behoben werden.

Liebespaare treffen sich an Deutsch-Schweizer Grenze

Ein Date an der Absperrung – für viele Paare an der Grenze zwischen Deutschland und der Schweiz ist das wegen der Corona-Krise momentan die einzige Möglichkeit, um sich überhaupt zu treffen. Wenn der eine Partner in Deutschland wohnt und der andere in der Eidgenossenschaft, ist eine Fahrt zum Freund oder der Freundin derzeit schlicht nicht möglich. Denn die Bundespolizei führt vorübergehende Grenzkontrollen auch zur Schweiz durch, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. "Besuchsreisen sind nicht gestattet", teilte die Behörde mit. "Dies gilt auch dann, wenn beide Partner in unterschiedlichen Staaten wohnen und arbeiten und sich bisher regelmäßig gegenseitig besucht haben."

Konstanz: Christina aus Deutschland und Alex aus der Schweiz unterhalten sich an der Deutsch-Schweizer Grenze zwischen Konstanz und Kreuzlingen. Das Paar ist durch einen Grenzzaun getrennt und kann sich nur so treffen.  (Quelle: dpa)Konstanz: Christina aus Deutschland und Alex aus der Schweiz unterhalten sich an der Deutsch-Schweizer Grenze zwischen Konstanz und Kreuzlingen. Das Paar ist durch einen Grenzzaun getrennt und kann sich nur so treffen. (Quelle: dpa)

In Konstanz am Bodensee haben sich daher in den vergangenen knapp zwei Wochen zahlreiche Pärchen – aber auch Verwandte oder Freunde - am provisorischen Grenzzaun getroffen, um zumindest ein bisschen Zeit miteinander verbringen zu können. Darunter sind auch Olivia und Andy, die sich zum ersten Mal dort getroffen haben. "So können wir uns wenigstens mal sehen", sagt der 40-Jährige. Kennengelernt haben die beiden sich erst vor vier Monaten online. "Das ist schon schwer", sagt Olivia. "Wir telefonieren halt, anders geht es nicht." Eine Umarmung ersetze ein Telefongespräch aber nicht.

Von der Leyen: Debattieren über Verlängerung von Grenzschließungen

Unter den EU-Mitgliedsstaaten laufen nach Angaben von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen Gespräche, ob bestehende Grenzschließungen über Ostern hinaus verlängert werden sollten oder nicht. "Wir sind in Konsultationen mit den Mitgliedsstaaten, wie es nach Ostern weitergehen soll", sagt von der Leyen dem Sender Radio 1.

Durch die Corona-Krise: Globaler CO2-Ausstoß könnte um 5 Prozent sinken 

Der weltweite CO2-Ausstoß könnte laut einem Experten wegen der Virus-Krise so deutlich sinken wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht. Er wäre nicht überrascht, wenn es in diesem Jahr zu einem Rückgang von mehr als fünf Prozent kommen würde, sagt Rob Jackson, Vorsitzender des "Global Carbon Projects", das weltweit beachtete Analysen zu dem Thema erstellt. Weder der Fall der Sowjetunion noch Öl- oder Finanzkrisen der vergangenen 50 Jahre hätten einen solchen Einfluss gehabt wie jetzt die Corona-Krise. Zuletzt hatte es während der Finanzkrise 2008 einen Rückgang des CO2-Ausstoßes gegeben. Damals hatte er 1,4 Prozent betragen.

Labore haben Kapazitäten für Covid-19-Tests: Material knapp

Trotz der steigenden Zahl von Corona-Tests haben viele Labore nach Branchenangaben noch ausreichend Kapazitäten. Personalengpässe gebe es nicht, da die Laboruntersuchungen in anderen Bereichen derzeit stark rückläufig seien, sagte ein Sprecher des Berufsverbands Deutscher Laborärzte (BDL) der Deutschen Presse-Agentur in Köln: "Wer jetzt nicht unbedingt zum Arzt gehen muss, der geht nicht." Probleme bereite inzwischen allerdings die Materialbeschaffung.

"Die Verbrauchsmaterialien wie Tupfer und Plastikplättchen sind knapp und teuer geworden", sagt auch Fabian Wisplinghoff, ärztlicher Leiter eines großen Kölner Labors. Durch die Zusammenarbeit mit mehreren Lieferanten habe er Engpässe bisher aber ausgleichen können. Im dem Labor werten die Mitarbeiter momentan täglich rund 5.000 Corona-Tests aus. "Wir könnten aber die doppelte Anzahl schaffen", sagte Wisplinghoff.

Kanzleramtsminister: Deutschland ist Tanker, der langsam wendet

Kanzleramtsminister Helge Braun hält es für offen, ob die Corona-Krise in absehbarer Zeit bewältigt werden kann. "Wir können noch nicht sagen, ob es gelingt, aber wir kämpfen dafür", sagte der CDU-Politiker dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Freitag). Entscheidend sei, wie sehr das Infektionsgeschehen verlangsamt werden könne und ob es gelinge, zusätzliche Kapazitäten im Gesundheitswesen zu schaffen. "Das Land ist wie ein Tanker, der ganz, ganz langsam wendet. Deswegen müssen wir noch eine Weile abwarten." Zuversichtlich stimme ihn aber, dass viele Menschen ihr Verhalten verändert hätten.

Unklar sei weiter, wie Bundes- und Länderregierungen mit den nun verhängten Beschränkungen nach Ostern umgingen. "Man kann sich auch andere Maßnahmen überlegen, die nicht als Verschärfung empfunden werden, sondern uns helfen, die Infektionsketten zu unterbrechen", sagte Braun. "Wichtig ist, Kontaktpersonen von Infizierten zu finden, sodass es nicht zu weiteren Ansteckungen kommt." Handydaten könnten dabei hilfreich sein.

Lehrerverband: Schulen auf absehbare Zeit eingeschränkt

Der deutsche Lehrerverband rechnet angesichts der Corona-Krise mit einer längeren Ausnahmesituation für die Schulen. "Die Schulen werden auf absehbare Zeit nicht mehr so sein wie vor Corona", sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Freitag). "Schulkonzerte, Ausflüge, Klassenfahrten – das alles wird es erstmal nicht mehr geben."

Falls die Schulen nach den Osterferien wieder schrittweise geöffnet werden sollten, könnten laut Meidinger zunächst die Abschlussklassen wieder zurückkommen. "Dann wäre eine räumliche Entzerrung möglich. Nach und nach könnten dann je nach Entwicklung der Infektionsschutz-Regeln die anderen Klassenstufen wieder dazu kommen."

USA verzeichnen weltweite Rekordzahl von Corona-Toten binnen eines Tages

In den USA ist die bislang weltweit höchste Zahl von Todesfällen durch das neuartige Coronavirus binnen 24 Stunden innerhalb eines Landes verzeichnet worden. Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore wurden zwischen Mittwoch 20.30 Uhr US-Ostküstenzeit und der gleichen Uhrzeit am Donnerstagabend 1.169 weitere Todesfälle registriert. Hier lesen Sie mehr.

Spahn hofft im Kampf gegen Coronavirus auf Malaria-Medikament

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) richtet im Kampf gegen das Coronavirus Hoffnungen auf das Malaria-Medikament Resochin von Bayer. Es gebe "erste Hinweise", dass bestimmte Medikamente wie Resochin bei der Bekämpfung medizinisch schwerer Corona-Erkrankungsverläufe "zu helfen scheinen", sagte Spahn der Internetsendung "Bild Live". Doch seien weitergehende Studien nötig, da jedes Arzneimittel Nebenwirkungen habe, betonte der Minister. Resochin ist der Bayer-Handelsname für den Wirkstoff Chloroquin, der schon seit langem gegen Malaria eingesetzt wird.

Spahn äußerte die Erwartung, dass ein wirksames Medikament gegen Covid-19 "deutlich früher" auf den Markt kommen werde als ein Impfstoff. Die Entwicklung eines Serums sei "herausfordernder". Es könne zwölf Monate dauern, bis es einen Impfstoff gebe. Resochin sei hingegen seit Jahrzehnten bekannt. "Da kennen wir Wirkungen und Nebenwirkungen", sagte der Minister.

Einwohner von Wuhan sollen Schutzmaßnahmen verstärken

Hohe Funktionäre fordern die Einwohner der chinesischen Millionenmetropole Wuhan, dem Epizentrum der Virus-Epidemie, auf, ihr Schutzmaßnahmen zu verstärken und das Verlassen der Wohnung zu vermeiden. Auf dem Festland Chinas sind die täglichen Fallzahlen seit dem Höhepunkt der Krise im Februar zwar stark zurückgegangen, so dass Peking die Industrien des Landes wieder hochfahren konnte. Die Funktionäre sind jedoch besorgt über die Gefahr einer so genannten zweiten Welle, da jeden Tag Dutzende neue Covid-19-Fälle mit Reisenden aus Übersee gemeldet werden. China meldete unterdessen 31 neue bestätigte Coronavirus-Fälle, darunter zwei lokal übertragene Infektionen. Zudem seien am Donnerstag auch vier neue Todesfälle gemeldet worden, alle in Wuhan.

Schiff "Zaandam" in Hafen in Florida eingelaufen

Die Odyssee des vom Coronavirus betroffenen Kreuzfahrtschiffes "Zaandam" ist vorbei. Die "Zaandam" legte am Donnerstag im Hafen von Fort Lauderdale in Florida an. Die Passagiere sollen von der Stadt nahe Miami aus zum Großteil ausgeflogen werden. Einige Erkrankte sollen aber auch vor Ort medizinisch versorgt werden oder zur Quarantäne an Bord bleiben, wie der Bürgermeister von Fort Lauderdale, Dean Trantalis, mitteilte. Lesen Sie hier mehr.

Die "Zaandam" liegt in einem Hafen in Fort Lauderdale: Nach einer Irrfahrt durfte der Kreuzer nun in Florida anlegen. (Quelle: AP/dpa/Wilfredo Lee)Die "Zaandam" liegt in einem Hafen in Fort Lauderdale: Nach einer Irrfahrt durfte der Kreuzer nun in Florida anlegen. (Quelle: Wilfredo Lee/AP/dpa)

Londoner Flughafen Heathrow schließt eine Startbahn

Angesichts der Coronavirus-Krise und des damit verbundenen geringeren Flugverkehrs schließt der Londoner Flughafen Heathrow ab Montag eine seiner beiden Startbahnen. Es gehe darum, die Belastbarkeit und Sicherheit für die Mitarbeiter, Passagiere und die Fracht während des Covid-19-Ausbruchs zu erhöhen, sagte ein Sprecher des größten Flughafens Europas am späten Donnerstagabend, wie die Nachrichtenagentur PA berichtete. Die beiden Start- und Landebahnen würden wöchentlich abwechselnd genutzt.

Der Sprecher betonte, der Flughafen werde aber offen bleiben - auch wenn es weltweit deutlich weniger Flüge gebe. Damit könne man weiter eine wesentliche Rolle spielen, wenn es darum gehe, lebensnotwendige medizinische Güter und Nahrung für das Land während dieser beispiellosen Pandemie zu beschaffen.

Arbeitsminister Heil erwägt Anhebung des Kurzarbeitergeldes

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil ist zu Gesprächen über eine Anhebung des Kurzarbeitergeldes bereit, wenn Unternehmen in der Virus-Krise sonst in Existenznot geraten. "Mein Appell an die Arbeitgeber in dieser Situation ist klar: Schmeißt die Leute nicht raus! Ihr habt die erleichterten Regeln für Kurzarbeit, mit denen wir Brücken über diese Krise bauen. Wenn es nötig ist, bauen wir die auch noch länger", sagte der SPD-Politiker der "Rheinischen Post". Es gebe bereits viele tarifvertragliche oder betriebliche Vereinbarungen, das Kurzarbeitergeld von 60 oder 67 Prozent (für Arbeitnehmer mit Kindern) auf 80, 90 oder 100 Prozent des Lohns aufzustocken. "Aber es gibt auch Branchen, in denen das schwierig oder umstritten ist." Der Staat übernehme aber auch 100 Prozent der Sozialversicherungsbeiträge für Kurzarbeitende.

Er werde mit Arbeitgebern und Gewerkschaften darüber reden, wie sie diesen Vorteil an die Beschäftigten weitergeben können, "aber auch darüber, ob wir das Kurzarbeitergeld noch einmal anheben können", sagte Heil. Es gehe vor allem darum, diejenigen, die ohnehin schon niedrige Löhne und Gehälter haben, vor unzumutbaren Lohneinbußen zu schützen.

Bundesgericht lehnt Verschiebung von US-Vorwahl in Wisconsin ab

Ein Bundesgericht lehnt eine Verschiebung der für nächste Woche geplanten Vorwahl der Demokraten in Wisconsin für die Kandidatur bei der US-Präsidentenwahl wegen der Virus-Pandemie ab. Die Durchführung des Nominierungswettbewerbs am Dienstag würde zwar "beispiellose Belastungen" für Wähler und Wahlhelfer schaffen, es sei aber nicht angemessen, dass ein Bundesgericht die landesweiten Wahlen verzögert, teilte Richter William Conley mit. Allerdings verlängerte er die Zeit für die Abstimmung in Abwesenheit. Der demokratische US-Präsidentschaftsbewerber Bernie Sanders hatte den Bundesstaat Wisconsin aufgefordert, wegen der Virus-Epidemie die für Dienstag geplante Vorwahl zu verschieben. 

Feldlazarette in New York sollen doch Covid-19-Patienten behandeln

Vom US-Militär errichtete Feldlazarette in der Ostküstenmetropole New York sollen entgegen der ursprünglichen Planung nun doch Patienten behandeln, die an der Lungenkrankheit Covid-19 leiden. Die Regierung entspreche damit einer Bitte des betroffenen Bundesstaats, erklärte US-Präsident Donald Trump am Donnerstagabend (Ortszeit) im Weißen Haus. "Ganz Amerika steht den Menschen in New York in ihrer Stunde der Not bei", sagte Trump.

Umfrage zu Corona: Große Mehrheit findet staatliche Eingriffe richtig

Die große Mehrheit der Menschen in Europa und den USA hält laut einer Umfrage die staatlichen Eingriffe im Kampf gegen das Coronavirus für richtig. 85 Prozent finden sie ausreichend oder wünschen sich sogar stärkere Beschränkungen. Das geht aus einer YouGov-Umfrage im Auftrag der Zeitung "Die Welt" (Freitag) in acht europäischen Ländern und den USA hervor. I

In Deutschland halten 44 Prozent die Maßnahmen für ausreichend, sogar strengere Maßnahmen fordern 41 Prozent – -zusammengenommen 85 Prozent. Für weniger Maßnahmen sprechen sich 7 Prozent aus. Auch in den besonders stark betroffenen europäischen Ländern, Spanien (92 Prozent), Italien und Frankreich (90 Prozent) ist die Zustimmung sehr hoch.

Weiterer Coronavirus-Test bei Trump negativ

Auch ein weiterer Coronavirus-Test ist bei US-Präsident Donald Trump negativ ausgefallen. Das teilt das Präsidialamt mit. Trump hatte in der ersten März-Hälfte eine Delegation aus Brasilien empfangen, in der eine Person mit dem Virus infiziert war.

Virus auf US-Flugzeugträger: Militär enthebt Kapitän des Amtes

Die US-Navy löst den Kommandanten des Flugzeugträgers "Theodore Roosevelt" ab. Kapitän Brett Crozier hat nach einem Coronavirus-Ausbruch Alarm geschlagen und die Evakuierung eines Großteils der Besatzung gefordert. Crozier hatte unter anderem darauf hingewiesen, dass es keine Quarantäne-Stationen auf dem Kriegsschiff gibt, auf dem über 4000 Soldaten ihren Dienst tun. Die Navy wirft Crozier vor, den Brief auch an Empfänger außerhalb der Befehlskette adressiert zu haben.

Bericht: Hunderte Corona-Infizierte in Stockholmer Altersheimen

In einer Reihe von Altersheimen in der schwedischen Hauptstadt Stockholm hat sich das Coronavirus Sars-CoV-2 einem Medienbericht zufolge in beunruhigendem Maße ausgebreitet. Ein Pflegedienst sagte am Donnerstag dem Fernsehsender SVT, dass es in den von ihm betreuten Heimen in der Region Stockholm mittlerweile 250 Ältere mit einer Corona-Infektion gebe, darunter viele mit Vorerkrankungen. Davon seien bisher 50 gestorben, sagte der Leiter des Dienstes Familjeläkarna, Stefan Amér.

Universität meldet mehr als eine Million bekannte Fälle

Die Zahl der weltweiten Infektionen hat nach Zählung der amerikanischen Johns Hopkins Universität die Marke von einer Million überschritten. Sie habe sich innerhalb der vergangenen acht Tage verdoppelt. Mehr als 51.000 Menschen seien an der Viruskrankheit gestorben.

Mindestens 880 Tote in französischen Altersheimen

Mehr als 880 Menschen sind seit Beginn der Coronavirus-Pandemie in Frankreich in sozialen Einrichtungen wie Altersheimen an der Covid-19-Krankheit gestorben. Diese Zahl sei jedoch nur vorläufig, da noch nicht alle Institutionen genaue Zahlen hätten vorlegen können, sagte Gesundheitsdirektor Jérôme Salomon am Donnerstagabend. Es ist das erste Mal, dass die französischen Behörden die Zahl der außerhalb von Krankenhäusern gestorbenen Covid-19-Patientinnen und -Patienten angeben.

Rehaklinik in NRW bittet um Hilfe

Eine Rehaklinik in Nordrhein-Westfalen mit mehr als 100 mit dem Coronavirus infizierten Patienten und Pflegern hat ihren Landkreis um Hilfe gebeten. Die Klinik bei Detmold könne die Versorgung der Patienten nicht mehr sicherstellen, teilte ein Sprecher des Kreis Lippe am Donnerstag mit. Laut Mitteilung prüft ein Krisenstab jetzt die schrittweise Verlegung der Patienten. Nach Angaben des Kreises hat die Klinik zuletzt 78 infizierte Patienten und 27 positiv getestete Mitarbeiter gemeldet. 84 Patienten und fünf Ärzte wurden negativ getestet. 17 Patienten warten noch auf das Ergebnis.

Eine Rehaklinik in Nordrhein-Westfalen mit mehr als 100 mit dem Coronavirus infizierten Patienten und Pflegern hat ihren Landkreis um Hilfe gebeten (Symbolbild).  (Quelle: imago images/Sven Simon)Eine Rehaklinik in Nordrhein-Westfalen mit mehr als 100 mit dem Coronavirus infizierten Patienten und Pflegern hat ihren Landkreis um Hilfe gebeten (Symbolbild). (Quelle: Sven Simon/imago images)

Robert Koch-Institut empfiehlt nun doch Mundschutz

Das Robert-Koch-Institut hat in der Corona-Krise seine Einschätzung für das Tragen von Mundschutz geändert. Wenn Menschen – auch ohne Symptome – vorsorglich eine Maske tragen, könnte das das Risiko einer Übertragung von Viren auf andere mindern, hieß es auf der Internetseite der Bundesbehörde. Wissenschaftlich belegt sei das aber nicht. Zuvor hatte das RKI den Mundschutz nur Menschen mit akuten Atemwegserkrankungen empfohlen.

Nicht jeder, der mit Sars-CoV-2 infiziert ist, bemerke das auch, hieß es. Manche Infizierte erkrankten gar nicht, könnten den Erreger aber trotzdem weitergeben. Regeln zum Husten- und Niesen, zur Händehygiene und zum Mindestabstand sollten auch mit Masken weiterhin eingehalten werden. Außerdem gebe es keine hinreichenden Belege dafür, dass ein Mund-Nasen-Schutz oder eine selbstgenähte Maske einen selbst vor einer Ansteckung schützt.

Eine junge Frau in Berlin trägt Mundschutz: Das Robert Koch-Institut hat seine Einschätzung dazu geändert. (Quelle: dpa)Eine junge Frau in Berlin trägt Mundschutz: Das Robert Koch-Institut hat seine Einschätzung dazu geändert. (Quelle: dpa)

Marke von 1.000 Toten in Deutschland überschritten 

Laut Daten der Gesundheitsämter sind in Deutschland mittlerweile mehr als 1.000 Menschen an den Folgen des Coronavirus gestorben, haben Recherchen von t-online.de ergeben. Besonders hoch sind die Zahlen demnach in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen mit je über 200 Verstorbenen. 

Flughafen Stuttgart wird ab Montag geschlossen

Der Stuttgarter Flughafen wird wegen der Corona-Krise ab Montag für gut zwei Wochen geschlossen. Die Einstellung des Flugbetriebs sei vom 6. bis zum 22. April genehmigt, teilte das baden-württembergische Verkehrsministerium am Donnerstag mit. Die Schließung sei eine Folge der derzeitigen Corona-Pandemie.

Deutsche Kliniken erhöhen Zahl von Intensivbetten – drei Viertel mit Beatmungsgeräten ausgestattet

Wegen der Corona-Krise haben die Kliniken in Deutschland die Zahl der Intensivbetten von etwa 28.000 auf rund 40.000 erhöht. Etwa 30.000 und damit drei Viertel davon seien mit Beatmungsgeräten ausgerüstet, sagte der Chef der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß, der "Rheinischen Post" vom Donnerstag.

Russlands Präsident erklärt den April zum Monat mit bezahltem Urlaub 

Um die Infektionsrate in Russland möglichst niedrig zu halten, erklärt Russlands Präsident Wladimir Putin den April nun zum bezahlten Urlaubsmonat. 

Laut der französischen Zeitung "Libération" sollte ein chinesischen Flugzeug Atemschutzmasken nach Frankreich bringen. In letzter Minute habe es ein finanzielles Angebot aus den Vereinigten Staaten gegeben, das das der Franzosen übersteigt. Die Masken sollen sich deshalb nun auf dem Weg in die USA befinden. 

Erntehelfer dürfen unter Auflagen nach Deutschland kommen 

Um drohende Ernteausfälle zu verhindern, sollen in diesem und im kommenden Monat jeweils 40.000 Saisonarbeiter aus Osteuropa nach Deutschland einreisen dürfen. Darauf haben sich Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) und Innenminister Horst Seehofer (CSU) am Donnerstag verständigt.

Laut einem Konzeptpapier der beiden Ressorts dürfen die Arbeiter ausschließlich in Gruppen und mit dem Flugzeug einreisen. Vorgesehen ist außerdem eine Gesundheitsprüfung. Liegen Anhaltspunkte auf eine Corona-Infektion vor, soll die Einreise verweigert werden. Die neu eingereisten Helfer müssen demnach in den ersten 14 Tagen nach ihrer Ankunft getrennt von anderen Beschäftigten arbeiten und dürfen den Betrieb nicht verlassen.

Investitionen nach der Krise: Olaf Scholz stellt Konjunkturpaket in Aussicht 

Finanzminister Olaf Scholz will die Wirtschaft nach der Corona-Krise mit einem Konjunkturpaket wieder ankurbeln – sieht aber auch die Firmen selbst in der Pflicht. Die Unternehmen, die jetzt vom Staat unterstützt würden, dürften diese Solidarität dann nicht vergessen, mahnte er. "Wir wollen sicherstellen, dass – wenn wir die Gesundheitskrise bewältigt haben, wenn wir die Arbeitsplätze, die Unternehmen gesichert haben, wenn es wieder aufwärts geht – das auch unterstützt wird mit konjunkturellen Maßnahmen", sagte der Vizekanzler am Donnerstag in Berlin. Ziel müsse eine Politik sein, "in der hohe Investitionen eine Rolle spielen und in der der Sozialstaat ausgebaut und nicht zurückgebaut" werde.

Scholz zog eine positive Zwischenbilanz der Hilfen der Bundesregierung. So seien bei der Förderbank KfW nicht nur zahlreiche Unterstützungsanträge eingegangen, der Großteil sei auch schon bewilligt worden. Nach Angaben der KfW gab es bisher 2.500 Anträge mit 10,6 Milliarden Euro Gesamtvolumen. In den meisten Fällen gehe es um Kredite bis zu drei Millionen Euro, für die vereinfachte Bedingungen gelten. Knapp 2.100 Anträge seien schon bewilligt, 750 Millionen Euro zugesagt.

Altmaier: Deutsches Bruttoinlandsprodukt könnte stärker leiden als in der Finanzkrise 2009

Das Bundeswirtschaftsministerium rechnet wegen der Corona-Krise mit einer schweren Rezession in Deutschland. Das Bruttoinlandsprodukt könnte in diesem Jahr stärker schrumpfen als während der Finanzkrise 2009, sagt Wirtschaftsminister Peter Altmaier in Berlin. Damals war die Wirtschaft um 5,7 Prozent eingebrochen.
 

 
Von der Leyen aktiviert EU-Hilfen in Höhe von 100 Milliarden Euro

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen hat noch einmal milliardenschwere Hilfen gegen die Wirtschaftskrise angekündigt. "In dieser Coronavirus-Krise werden nur die stärksten Antworten ausreichen", erklärte von der Leyen bei der Vorstellung ihrer Initiativen in Brüssel. "Wir müssen jedes zur Verfügung stehende Mittel nutzen." Insgesamt mobilisiert die EU 2,7 Billionen Euro: "Das ist die größte Reaktion der EU auf eine Krise in der Geschichte", so von der Leyen. 

So müsse jeder verfügbare Euro im EU-Budget gegen die Krise aktiviert werden. Alle EU-Regeln würden gelockert, damit das Geld schnell und wirksam fließen könne. Mit einem neuen "Solidaritätsinstrument" würden zudem 100 Milliarden Euro für Jobs und Unternehmen aktiviert – gemeint ist das angekündigte Kurzarbeiter-Instrument namens "Sure". "Damit bündeln wir die Kräfte mit den Mitgliedsstaaten, um Leben zu retten und Einkommen zu schützen", erklärte von der Leyen.

Berlin: Fitnessstudio öffnet trotz Verbot – Polizei im Einsatz

In Berlin hat ein Fitnessstudio sich den Verordnungen in der Corona-Krise wiedersetzt. Mehr dazu lesen Sie hier. 

Frankreich überprüft Zählweise bei Corona-Toten 

Nach dem Bekanntwerden von vielen Todesfällen in französischen Pflegeheimen wird überprüft, ob die offizielle Statistik zu niedrige Zahlen ausweist. Die Gesundheitsbehörde kündigt an, nun mitzuzählen, wenn jemand in einem Pflegeheim oder im eigenen Haus an den Virus-Folgen gestorben ist. Nach offiziellen Angaben erlagen in Frankreich bislang rund 4000 Menschen der Lungenkrankheit. Dabei werden aber nur Tote in Krankenhäusern gezählt. Die Behörden waren bislang mit Blick etwa auf ein hohes Alter und Vorerkrankungen zurückhaltend, Todesfälle auch außerhalb von Kliniken mit Covid-19 in Verbindung zu bringen. Zuletzt hatte die für den Osten Frankreichs zuständige Gesundheitsbehörde erklärt, in ihrem Bereich sei das Virus per Ende März in 411 von 620 Pflegeheimen nachgewiesen worden. 570 Menschen seien dort gestorben. In den insgesamt rund 7000 Altenheimen Frankreichs leben etwa eine Million Menschen.

Zahl der Corona-Toten in europäischen Ländern erreicht neue Rekorde

Die Zahl der Corona-Toten in Belgien ist deutlich angestiegen und hat am Donnerstag die Marke von tausend Fällen überschritten. Schon 1.001 mit dem neuartigen Coronavirus infizierte Menschen seien gestorben, teilten die belgischen Gesundheitsbehörden in Brüssel mit. Damit verdoppelte sich die Zahl der Todesopfer binnen drei Tagen. Der deutliche Anstieg hängt auch damit zusammen, dass einige Todesfälle in Seniorenheimen nachträglich registriert wurden. Damit wurden in dem 11,4-Millionen-Einwohner-Land mehr Corona-Tote gezählt als im großen Nachbarland Deutschland. Insgesamt 15.348 Infektionen wurden in Belgien nachgewiesen.

Auch Spanien hat einen neue Rekordzahl an Todesopfern durch das Coronavirus verzeichnet. Innerhalb von 24 Stunden seien 950 Menschen gestorben, teilte das Gesundheitsministerium am Mittag mit. Damit sind in Spanien insgesamt bereits rund 10.000 Menschen an Covid-19 gestorben. Gleichzeitig kletterte aber auch die Zahl der geheilten Patienten auf eine Höchstmarke: Seit Mittwoch wurden fast 4.100 Menschen als gesund entlassen.

Deutsche Wirtschaft könnte "Shutdown" elf Wochen durchhalten

Deutschland könnte flächendeckende Firmenschließungen laut einer Ifo-Umfrage unter 155 Ökonomen rund elf Wochen durchhalten. So lange könnte die Wirtschaft einen "Shutdown" abfedern, "bevor das Risiko einer wirtschaftlichen Destabilisierung zu groß wird", teilen die Münchner Forscher mit. Knapp die Hälfte der Ökonomen seien der Meinung, dass die Firmenschließungen wegen zu hoher volkswirtschaftlicher Kosten nach einigen Wochen beendet werden sollten – "im Durchschnitt werden acht Wochen als Obergrenze genannt".

Die Hilfspakete der Bundesregierung halten die befragten Professoren deutscher Universitäten für angemessen. "Jetzt haben wir wirklich eine Notsituation, und wir haben den Spielraum, um reagieren zu können", sagt Niklas Potrafke, Ifo-Experte für öffentliche Finanzen.

Über 10.000 Menschen in Spanien an Corona-Infektion gestorben

Mehr als 10.000 Menschen sind in Spanien infolge einer Virus-Infektion gestorben. Binnen eines Tages sei die Zahl der Todesopfer von 9053 auf 10.003 gestiegen, teilt das Gesundheitsministerium mit. Bei mittlerweile 110.238 Menschen sei das Coronavirus nachgewiesen worden. Am Mittwoch seien es noch 102.136 bestätigte Infektionsfälle gewesen.

Söder: Wir werden Milliarden Masken brauchen

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder prognostiziert im Kampf gegen das Coronavirus in Deutschland auf lange Sicht einen Bedarf von Milliarden Masken. "Wir werden auf Dauer enorm viel Masken brauchen. Ich glaube, dass wir am Ende in Deutschland Milliarden Masken brauchen", sagte der CSU-Chef am Donnerstag im niederbayerischen Weng (Landkreis Landshut).

Zuerst brauche man die Masken für das medizinische Personal und dann prioritär auch für Alten- und Pflegeheime, sagte Söder. Man brauche die Masken dann aber auch "in der breiten Entwicklung auch irgendwann, wenn es um den Arbeitsschutz geht, um das Miteinander".

Infektionszahlen in NRW steigen wieder stärker 

Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen in Nordrhein-Westfalen ist wieder stärker gestiegen. Sie wuchs von Mittwoch auf Donnerstag um 1.255, wie das NRW-Gesundheitsministerium mitteilte. Am Donnerstag (10.00 Uhr) waren demnach insgesamt 17.254 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Am Mittwoch waren es noch knapp 15.999 gewesen. Die Zahl der Toten erhöhte sich am Donnerstag um 29 auf 197.

Die Zahl der Neuinfektionen schwankt sehr stark. Während vergangenen Freitag auf Samstag der Anstieg noch bei etwa 1.200 lag, blieb der Anstieg der Fallzahlen Anfang dieser Woche unter der Tausender-Marke pro Tag. Jetzt legte das Wachstumstempo wieder zu.

Aldi lässt Pasta mit Sonderzügen aus Italien liefern

Die Supermarktkette Aldi lässt rund 200 Tonnen Pasta aus Italien kommen und setzt dafür Sonderzüge von der Bahn-Tochter DB Schenker ein. Wegen des Corona-Virus seien die Lieferketten unter Druck und zugleich steige die Nachfrage nach haltbaren Lebensmitteln wie Nudeln, teilt Aldi Süd in einem Blog mit. Der Nachschub sei gesichert, weitere Lieferungen auf dem Weg. "Für Nudeln-Hamstern gibt es also keinen Grund!"

Steinmeier: "Krise weckt unsere tiefsten Ängste"

"Diese Krise weckt unsere tiefsten Ängste": In einer Video-Botschaft zur Corona-Epidemie ging der Bundespräsident auf das Leid vieler Branchen ein. (Quelle: Bundespräsidialamt)

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zeigt sich vom Einfallsreichtum und der Solidarität vieler Menschen in der Corona-Krise beeindruckt. "Ja, diese Krise weckt unsere tiefsten Ängste", sagte er in einer am Donnerstag veröffentlichten Videobotschaft. "Aber sie ruft auch das Beste in uns hervor. Daran, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, müssen wir uns jetzt halten."

"Wenn wir das miteinander schaffen, dann zerfällt unsere Gesellschaft nicht in dieser Krise, sondern im Gegenteil: Dann wächst sie enger zusammen", zeigte sich der Bundespräsident überzeugt. "Allen, die helfen, sage ich von ganzem Herzen Danke!" Das Video finden Sie oben im Blog. 

Von der Leyen gesteht Fehler im Umgang mit der Krise ein

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat in der Corona-Krise Fehler der Europäischen Union im Umgang mit Italien eingeräumt und Hilfen in Milliardenhöhe für Kurzarbeiter versprochen. "Die Union wird bis zu hundert Milliarden Euro zugunsten der am stärksten betroffenen Länder, angefangen mit Italien, bereitstellen, um die Kürzung der Gehälter der Kurzarbeiter auszugleichen", schrieb von der Leyen in einem Beitrag für die Zeitung "La Repubblica" (Donnerstag). "Alle Mitgliedsländer werden dazu beitragen, dieses neue Instrument (...) zu ermöglichen."

"Es muss anerkannt werden, dass in den ersten Tagen der Krise angesichts der Notwendigkeit einer gemeinsamen europäischen Antwort zu viele nur an die eigenen Probleme dachten", schrieb von der Leyen. "Es war ein schädliches Verhalten, das hätte vermieden werden können." Inzwischen habe Europa aber das Tempo geändert. "Wir haben alles, was möglich ist, getan, um die europäischen Länder dazu zu bringen, wie ein Team zu handeln und eine koordinierte Antwort auf ein gemeinsames Problem zu gewährleisten", schrieb die deutsche Politikerin.

Griechenland stellt Flüchtlingslager unter Quarantäne 

Griechenland hat im Zuge der Coronavirus-Krise ein Flüchtlingslager unter Quarantäne gestellt. 20 Asylsuchende waren zuvor positiv auf den Erreger der Lungenkrankheit Covid-19 getestet worden, teilte das Migrationsministerium mit. Keiner der Menschen weise bislang Symptome auf. Die Tests würden fortgesetzt. Im Flüchtlingslager Ritsona, 75 Kilometer nordöstlich von Athen, leben zur Zeit bis zu 2.500 Menschen. Die Bewegungsfreiheit in und aus dem Lager soll laut Ministerium nun für 14 Tage eingeschränkt werden. Die Polizei werde dies überwachen.

63 Menschen wurden auf das Virus getestet, nachdem bei einer 19-jährigen Migrantin, die in Athen ein Kind gebar, der Erreger nachgewiesen wurde. Es war der erste bestätigte Fall unter Tausenden Asylsuchenden, die in überfüllten Lagern im Land leben. Sie gelten als besonders gefährdet. Experten befürchten, dass die Menschen dort keinen Zugang zu wichtiger medizinischer Versorgung haben.

Tschechien verlängert Grenzkontrollen 

Tschechien verlängert die Mitte März wegen der Coronavirus-Pandemie eingeführten Grenzkontrollen zu Deutschland und Österreich zunächst bis zum 24. April. Das hat das Kabinett in Prag beschlossen. Das Innenministerium erhält für die Grenzsicherung zusätzliche Mittel in Höhe von umgerechnet rund 655.000 Euro. Das weitgehende Einreiseverbot für Ausländer und Ausreiseverbot für tschechische Staatsbürger war bereits zuvor bis Ostersonntag verlängert worden. Ausnahmen gelten für Lastwagen-Fahrer und zum Beispiel für Berufspendler, die im Gesundheitswesen arbeiten.

Kurve der Neuinfektionen flacht ab – Spahn äußert sich skeptisch

Die Zahl der Patienten, die nachweislich mit dem Coronovirus infiziert sind, scheint in Deutschland langsamer zu wachsen als zuvor. Derzeit sind 77.981 Menschen im Bundesgebiet positiv getestet worden (Stand Donnerstag, 09.50 Uhr). Zwar werden nach wie vor täglich etwa 5.000 bis 6.000 neue Infektionen gemeldet – da die Zahl der Neuinfektionen bei steigenden Patientenzahlen aber relativ konstant bleibt, scheint zumindest der exponentielle Anstieg der Kurve gestoppt.

Bundesgesundheitsminister Spahn bleibt dennoch skeptisch: Das Abflachen bei den Steigerungsraten sei aber kein abschließender Trend, sagte der CDU-Politiker in einem am Donnerstag veröffentlichen Podcast mit dem Journalisten Gabor Steingart. Dabei könnte es sich auch um statistische Effekte, Meldeeffekte handeln. Die stark einschränkenden Maßnahmen wie Schul- oder Geschäftsschließungen lägen noch nicht allzu lange zurück, betonte Spahn. Sie könnten sich teils in den Statistiken noch nicht bemerkbar machen. "Sagen wir die Richtung stimmt, ob sie dauerhaft anhält, das werden wir die nächsten Tage sehen."

Krankenhäuser schaffen 10.000 neue Beatmungsplätze 

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) geht davon aus, dass in der Corona-Krise die Zahl der Intensivbetten auf knapp 40.000 angewachsen ist. Von diesen seien etwa 15.000 bis 20.000 frei, sagte DKG-Präsident Gerald Gaß der "Rheinischen Post" (Donnerstag). "Zu Beginn der Pandemie hatten wir etwa 20.000 Betten mit Beatmungsgerät. Inzwischen dürften wir bei etwa 30.000 liegen." Zum Teil seien die Beatmungsgeräte aus anderen Bereichen geholt worden – beispielsweise aus Aufwachräumen, zum Teil sei neu beschafft, zum Teil seien ausgemusterte Geräte reaktiviert worden. "Ich bin zuversichtlich, dass wir in den kommenden zwei Wochen für alle Covid-19-Patienten, die beatmet werden müssen, ein Gerät zur Verfügung haben werden."

Bundeswehr steht mit 15.000 Soldaten zur Corona-Hilfe bereit 

Die Bundeswehr hat ein 15.000 Soldatinnen und Soldaten starkes Team zur zivilen Hilfe in der Virus-Krise aufgestellt. Man bereite sich darauf vor, dann zu helfen, wenn zivile Kräfte erschöpft seien, sagt Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer in der ARD. Das "Einsatzkontingent Corona" solle etwa im Sanitätsbereich und der Logistik eingesetzt werden. Allerdings helfe die Bundeswehr bereits ganz allgemein, zum Beispiel durch die Versorgung ziviler Patienten in den Bundeswehr-Krankenhäusern. Die Kernaufgaben der Bundeswehr wie Einsätze im Ausland würden wie gewohnt weitergeführt.

Festivals "Rock am Ring" und "Rock im Park" sollen stattfinden

Die Planungen für das Zwillingsfestival "Rock am Ring" und "Rock im Park" Anfang Juni gehen trotz Corona-Krise und der derzeit geltenden Kontaktbeschränkungen weiter. ""Rock am Ring" und "Rock im Park" 2020 finden nach derzeitigem Stand wie geplant statt, und die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren", teilte eine Sprecherin der Agentur Live Nation auf Anfrage mit. "Wir beobachten die Situation natürlich aufmerksam und werden den Anweisungen der Gesundheitsbehörden folgen." Die Gesundheit von Künstlern, Fans und Mitarbeitern habe oberste Priorität und steht bei allen Überlegungen an erster Stelle. Hier lesen Sie mehr. 

Klöckner ruft zu freiwilliger Hilfe bei Ernte auf

Angesichts fehlender Saisonarbeiter in der Landwirtschaft hat Bundesagrarministerin Julia Klöckner die Bundesbürger zur freiwilligen Teilnahme an der Ernte aufgefordert. "Es werden Helfer gebraucht", sagte die CDU-Politikerin der "Augsburger Allgemeinen". Sie verwies darauf, dass die Bundesregierung für die Erntehilfe Hinzuverdienstgrenzen erweitert und weitere Erleichterungen im Arbeitsrecht beschlossen habe. Auf die Kampagne www.daslandhilft.de, an der sich ihr Ministerium beteiligt, hätten sich bereits knapp 42.000 Menschen gemeldet. Benötigt würden aber 300.000 Helfer. Allerdings hatten Landwirte darauf hingewiesen, dass ungelernte deutsche Freiwillige die Saisonkräfte aus Osteuropa nur schwer gleichwertig ersetzen könnten.

Neuseeland lässt Ausländer ausreisen 

Tausende wegen der Coronavirus-Krise in Neuseeland festsitzende Ausländer, darunter auch viele Deutsche, werden von Freitag an den Pazifikstaat verlassen können. Die Regierung in Wellington, die Rückführungsflüge zunächst gestoppt hatte, kündigte einen entsprechenden Plan an. Dieser werde die "sichere und geordnete Ausreise von Zehntausenden" Gestrandeter ermöglichen, sagte der stellvertretende Premierminister Winston Peters.

"Es ist klar, dass viele hierher gereiste ausländische Bürger nicht die Ressourcen oder Möglichkeiten haben, sich selbst zu isolieren und deshalb nach Hause zurückkehren wollen", ergänzte er. Der Plan erlaube anderen Regierungen, Rückholflüge zu organisieren. Dabei müssten aber die gesundheitlichen Vorgaben Neuseelands eingehalten werden.

In Neuseeland sitzen etwa 12.000 Deutsche fest, so viele wie nirgendwo sonst. Dort wurden auch Reisende von den Südseeinseln zusammengezogen, um dann nach Deutschland zurückfliegen zu können. Das Auswärtige Amt hatte die Rückholaktion aus Neuseeland am Samstag mit einem ersten Flug gestartet. Alle weiteren geplanten Flüge waren dann aber überraschend gestrichen worden.

Tausende Häftlinge in US-Gefängnissen isoliert 

Wegen der Coronavirus-Pandemie sind in allen Bundesgefängnissen der USA Isolationsmaßnahmen verhängt worden. Die betroffenen insgesamt fast 170.000 Häftlinge dürfen mindestens 14 Tage lang ihre Zellen und Trakte nicht mehr verlassen, wie die für die Haftanstalten der US-Bundesregierung zuständige Behörde BOP mitteilte.

Zuletzt hatte sich der Erreger in US-Bundesgefängnissen ausgebreitet. In einer Haftanstalt im Bundesstaat Louisiana starben mindestens zwei Insassen an der von dem Virus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19. Nach BOP-Angaben steckten sich bislang mindestens 57 Häftlinge und 37 Mitglieder des Wachpersonals in den Haftanstalten der US-Bundesregierung mit dem Coronavirus an.

Tausende sollen von US-Flugzeugträger evakuiert werden

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus sollen tausende Besatzungsmitglieder vom US-Flugzeugträger "USS Theodore Roosevelt" evakuiert werden. Der amtierende Marine-Staatssekretär Thomas Modly sagte am Mittwoch, rund tausend Seeleute hätten das am US-Stützpunkt der Pazifikinsel Guam liegende Kriegsschiff bereits verlassen. Die Zahl solle in den kommenden Tagen auf 2.700 erhöht werden. Das Coronavirus hatte sich auf der "USS Theodore Roosevelt" zuletzt rasch ausgebreitet. Mehr als 90 Infektionen wurden bereits bestätigt.

Rund tausend Besatzungsmitglieder sollen aber an Bord bleiben: "Wir können nicht und werden nicht alle Seeleute von Bord nehmen", betonte Modly. "Auf dem Schiff befinden sich Waffen, Munition, teure Flugzeuge, und es hat einen Nuklearreaktor." Insgesamt hat der Flugzeugträger eine Besatzung von rund 4.800 Seeleuten.

Mehr als 200.000 Corona-Fälle in den USA

In den USA stieg die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus am Mittwoch auf mehr als 200 000 – so viele wie nirgendwo sonst auf der Welt. Das geht aus Daten der Universität Johns Hopkins hervor. Am Mittwochabend (Ortszeit) verzeichnete die Universität mehr als 213.000 Fälle und mehr als 4.700 Tote.

Verband spricht von katastrophalen Folgen für Prostituierte

Mit dem derzeitigen Berufsverbot für Prostituierte hat laut dem Berufsverband für die Sexarbeiterinnen "katastrophale Folgen". "Die Frauen auf dem Straßenstrich trifft es am allerschlimmsten", sagte Nicole Schulze vom Vorstand des Berufsverbands erotische und sexuelle Dienstleistungen. Sie fielen durch alle Soforthilfen durch, da sie häufig gar nicht registriert seien. Auch Hartz IV könnten viele nicht beantragen, weil sie die Voraussetzungen nicht erfüllten.

Schulze sagte, sie bekomme jeden Tag zig Anrufe von Frauen, die kein Geld mehr für Lebensmittel hätten. Oft handele es sich um Migrantinnen, die nicht in ihre Heimatländer zurück könnten, weil Grenzen dicht seien. Daher hat Schulze einen Spendenaufruf auf der Plattform Leetchi im Internet gestartet. Rund 2.000 Euro seien bisher zusammengekommen. Zudem habe sie die Beratungsstelle Ara in Trier (Rheinland-Pfalz) mit ins Boot geholt, an die auch gespendet werden könne. "Die Frauen brauchen schnell Hilfe", sagte Schulze. Ihnen drohe neben Hunger die Obdachlosigkeit. Bundesweit sind laut Schulze rund 38.000 Prostituierte angemeldet. Die tatsächliche Zahl liege aber deutlich höher.

Philippinen: Schuljunge druckt Schutzvisiere für Krankenhäuser

Ein Schuljunge auf den Philippinen nutzt seine Freizeit, um mit seinem 3D-Heimdrucker medizinische Plastik-Visiere herzustellen. Marcus Chu, 16, hat bislang mehr als 80 der Gesichtsschutze gefertigt und zeigt Fotos, wie sie bei medizinischem Personal zum Einsatz kommen. Chu sagte, sein 3D-Drucker sei ein Weihnachtsgeschenk, das genau zur richtigen Zeit gekommen sei. "Ich habe das Gefühl, dass es meine Chance ist, endlich in einer sehr ernsten Situation zu helfen, auch wenn es nur ein kleiner Beitrag ist", sagt der Zehntklässler.

Zunächst verwendete er ein Open-Source-Design, das er im Internet fand, um die Rahmen herzustellen, findet aber schließlich einen Weg, das Design so zu optimieren, dass der Gesichtsschutz schneller und mit weniger Materialeinsatz produziert werden kann. Seine Familie hat die Schutzvisiere an vier Krankenhäuser in Manila gespendet. 

Trump sagt Kreuzfahrt-Passagieren im Drama um die "Zaandam" Hilfe zu

Die US-Regierung will einen Teil der Passagiere von dem Kreuzfahrtschiff "Zaandam" holen, auf dem sich das Coronavirus ausgebreitet hat und das sich in Gewässern vor dem US-Bundesstaat Florida befindet. Präsident Donald Trump kündigte am Mittwoch in Washington an, kanadische und britische Staatsbürger würden von dem Schiff geholt und an die Behörden ihrer Heimatländer übergeben. Zu diesem Zweck werde medizinisches Personal an Bord geschickt. Hier lesen Sie mehr.

Trump erwägt Einstellung des Flugverkehrs in Virus-gebeutelte Städte

Donald Trump erwägt als Maßnahme im Kampf gegen das Corona-Virus unter anderem die Einstellung des Flugverkehrs in Städte mit vielen Coronavirus-Infektionen. "Wir schauen uns das sicherlich an, aber wenn wir das wirklich umsetzen, greifen wir hart in eine Branche ein, die dringend benötigt wird", sagt Trump auf einer Pressekonferenz im Weißen Haus. Ein solcher Plan könnte den Verkehr an Flughäfen in New York, New Orleans und Detroit stilllegen.

US-Militär verstärkt Präsenz an Grenze zu Mexiko

Das US-Militär verstärkt seine Präsenz an der südlichen US-Grenze zu Mexiko. Die zusätzlichen Soldaten sollten den Grenzschutz dabei unterstützen, das Land vor möglicherweise infizierten Migranten, die über die Grenze gelangten, zu schützen, sagte der Kommandeur des Nördlichen Kommandos der Vereinigten Staaten, General Terrence O'Shaughnessy, am Mittwoch (Ortszeit) bei einer Telefonkonferenz mit Journalisten. Es handele sich um 540 Soldaten, die "sehr bald" an die Grenze geschickt werden sollen, fügte Generalleutnant Laura Richardson hinzu. 

Klimakonferenz in Glasgow wird wegen des Coronavirus verschoben

Die UN-Klimakonferenz wird wegen der Coronavirus-Pandemie verschoben. Das teilte die britische Regierung am Mittwochabend mit. Die Konferenz sollte eigentlich im November im schottischen Glasgow stattfinden. Hier lesen Sie mehr.

Ein Radfahrer fährt über eine fast leere Straße. Die UN-Klimakonferenz in Glasgow wird wegen des Coronavirus verschoben.  (Quelle: dpa/Andrew Milligan)Ein Radfahrer fährt über eine fast leere Straße. Die UN-Klimakonferenz in Glasgow wird wegen des Coronavirus verschoben. (Quelle: Andrew Milligan/dpa)

Russisches Flugzeug mit medizinischen Gütern landet in New York

In New York ist am Mittwoch ein russisches Militärflugzeug mit medizinischen Gütern gelandet. Wie die russische UN-Vertretung in New York mitteilte, hatte die angesichts der Coronavirus-Pandemie entsandte Maschine "medizinische Masken und medizinische Ausrüstung an Bord". Das Frachtflugzeug landete auf dem Flughafen John F. Kennedy.

Trump warnt: Drogenkartelle könnten Krise ausnutzen 

"Wir dürfen nicht zulassen, dass die Drogenkartelle die Pandemie ausnutzen, um amerikanische Leben zu bedrohen", sagte Trump am Mittwochabend (Ortszeit) im Weißen Haus. Es würden daher zusätzliche Zerstörer, Kriegsschiffe, Flugzeuge und Hubschrauber eingesetzt. Verteidigungsminister Mark Esper sagte, damit würden die Kapazitäten im östlichen Pazifik und in der Karibik zur Bekämpfung von Schmuggelrouten nahezu verdoppelt.

Generalstabschef Mark Milley verwies auf Geheimdienstinformationen, wonach Kartelle die Krise ausnutzen wollten, um Drogen nach Amerika zu schaffen. "Sie werden nicht in dieses Land eindringen", sagte er an die Adresse der Drogenkartelle.

13 EU-Staaten befürchten Gefahr für Demokratie

Deutschland und zwölf weitere EU-Staaten haben Sorge über Corona-Notmaßnahmen geäußert, die gegen Rechtsstaatlichkeit, Demokratie und Grundwerte verstoßen könnten. Dies geht aus einer Erklärung hervor, die das niederländische Außenministerium am Donnerstagabend im Namen der 13 Länder veröffentlichte. Darin heißt es: "Notmaßnahmen sollten auf das Nötigste begrenzt sein, sie sollten verhältnismäßig und befristet sein, regelmäßig überprüft werden und die genannten Grundsätze und internationalen Rechtsverpflichtungen respektieren. Sie sollten nicht die freie Meinungsäußerung oder die Pressefreiheit beschränken."

In Ungarn hatte Ministerpräsident Viktor Orban sich wegen der Pandemie weitreichende Befugnisse erteilen lassen, unbefristet per Dekret ohne weitere Mitwirkung des Parlaments zu regieren Die Erklärung der 13 Länder nennt Ungarn nicht. Über der Erklärung stehen neben Deutschland und den Niederlanden auch Belgien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Luxemburg, Portugal, Spanien und Schweden. 

Zuviele Infektionen – Münchner Klinik gibt Alltagsbetrieb auf

Wegen einer Vielzahl von Corona-Infektionen unter Patienten und Mitarbeitern gibt eine Münchner Klinik den normalen Krankenhausbetrieb vorübergehend auf. "Es geht darum, dass wir keine neuen Patienten aufnehmen, und die Patienten, die entlassen werden könnten, aktuell nicht entlassen", erläuterte der Sprecher des Helios Klinikum München West, Marten Deseyve. "Alle Patienten, die jetzt da sind, bleiben auch weiter da." So sollten Infektionsketten unterbrochen werden. Bislang wurden 14 Patienten und 2 Mitarbeiter positiv getestet, wie Deseyve sagte. Als Gegenmaßnahme gibt es nun bis auf weiteres weder stationäre Aufnahmen, Verlegungen noch Entlassungen. Auch die Notaufnahme ist davon betroffen.

Baby in den USA an Corona-Infektion gestorben

Ein Baby wurde im US-Bundesstaat Connecticut leblos in ein Krankenhaus eingeliefert – und konnte nicht wiederbelebt werden. Ein Test auf Covid-19 sei positiv ausgefallen, berichteten die Behörden. Lesen Sie hier mehr.

US-Notenbank Fed lockert vorübergehend einige Vorgaben für Banken

Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) will Erleichterungen für die Bankenbranche schaffen. Die Zentralbank ändert nach eigenen Angaben vom Mittwoch vorübergehend die Kalkulation der Verschuldungsquote (SLR, supplementary leverage ratio). Großbanken sei es nun erlaubt, unter anderen ihre Bestände an Staatsanleihen aus der Berechnung für die Kennzahl herauszulassen. Die Maßnahme solle bis Ende März 2021 gelten. Sie betreffe Banken mit einer Bilanzsumme von mehr als 250 Miliarden Dollar. Die Fed wolle damit sicherstellen, dass die Finanzinstitute während des drohenden Konjunkturabschwungs weiter Kredite vergeben könnten.

Studie: Infizierte bis zu drei Tagen nach ersten Symptomen ansteckend 

Einer Studie der US-Zentren für Seuchenkontrolle (CDC) zufolge können Virus-Infizierte bis zu drei Tage vor dem Erscheinen erster Symptome ansteckend sein. Untersucht wurden 243 Fälle in Singapur vom 23. Januar bis zum 16. März. Die im Fachblatt "Morbidity and Mortality Weekly Report" veröffentlichte Studie ergänzt Einzelberichte aus China über eine frühe Übertragung.

Frankreich meldet mehr als 4.000 Tote

Frankreich meldet als viertes Land mehr als 4000 Tote durch das Coronavirus. Die Zahl sei auf 4032 von 3523 gestiegen, sagt ein Regierungsvertreter. Erfasst werden dabei bislang nur Erkrankte, die im Krankenhaus verstorben sind. Bald sollen auch die in Altersheimen Gestorbenen hinzugezählt werden. Die Zahl der bekannten Erkrankungen stieg auf 56.989 nach zuletzt 52.128.

Scholz will EU-Hilfe von mindestens 200 Milliarden Euro

Bundesfinanzminister Olaf Scholz plädiert einer Zeitung zufolge für europäische Hilfsmaßnahmen von mindestens 200 Milliarden Euro. Rund 100 Milliarden Euro sollten dabei für Kredite genutzt werden, mit denen der Euro-Rettungsschirm (ESM) notleidenden Euro-Staaten wie Italien helfen kann, berichtet das "Handelsblatt" vorab unter Berufung auf Regierungskreise. Scholz wolle zudem, dass die Europäische Investitionsbank (EIB) rund 50 Milliarden Euro einsetzt. Hinzu kämmen 50 bis 100 Milliarden Euro für eine neue EU-Arbeitslosenrückversicherung, die Kurzarbeit finanzieren soll.

EU-Forscher entwickeln Kontrolle für Coronavirus-Tests

Ein Test für den Test: Ob ein Coronavirus-Test bei einem Infizierten auch zuverlässig anschlagen wird, lässt sich mit speziellen, künstlichen Virenteilchen überprüfen. Wissenschaftler des Gemeinsamen Forschungszentrums (JRC) der EU-Kommission in Belgien haben nun solche Virenteilchen entwickelt, wie die Brüsseler Behörde am Mittwoch mitteilte. 3000 Muster könnten nun an Labore in der EU verteilt werden, die die Kontrolle von bis zu 60 Millionen Coronatests ermöglichten.

Länder und Bund wollen keine Maskenpflicht

Eine Pflicht zum Tragen von Atemschutzmasken soll es in Deutschland wegen der Corona-Krise derzeit nicht geben. Bund und Länder seien sich in dem Punkt einig gewesen, sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Mittwoch in München nach einer Telefonkonferenz von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Regierungschefs der Länder.

Zwar seien Masken natürlich für jeden Einzelnen geeignet, um sich gegen die Ausbreitung des Virus zu präparieren, eine Pflicht solle aber nicht ausgerufen werden. "Wichtig ist jetzt, die Schutzmasken mit höchster Qualität zu entwickeln und den Bedarf von den Krankenhäusern, bei den Ärzten, bei den Pflegerinnen und Pflegern entsprechend zu entwickeln", sagte Söder. Die Beschaffung müsse weiter intensiviert werden. "Wir werden am Ende übrigens auf Dauer eher Milliarden von Masken in Deutschland brauchen", sagte Söder.

Bund und Länder wollen Kontaktbeschränkungen über Ostern verlängern

Bund und Länder wollen die bestehenden scharfen Kontaktbeschränkungen wegen der Corona-Krise mindestens bis zum Ende der Osterferien verlängern. Die Bürger "bleiben angehalten, auch während der Osterfeiertage Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstandes gemäß den geltenden Regeln auf ein absolutes Minimum zu reduzieren", heißt es in einer Beschlussvorlage für die Telefonkonferenz von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer, über die die dpa berichtet.

Coronavirus sorgt für Rekordzahl an Arbeitslosen in Österreich

In Österreich waren seit 1946 noch nie so viele Menschen arbeitslos wie aktuell. Wie der Arbeitsmarktservice am Mittwoch in Wien mitteilte, sind in der Alpenrepublik derzeit etwas mehr als 504.000 Menschen ohne Job - ein Anstieg um 52,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Hinzu kommen etwas mehr als 58.000 Menschen, die beim AMS derzeit eine Schulung machen. Allein zwischen dem 15. und dem 31. März stieg die Zahl der Arbeitslosen um fast 200.000.

Die Arbeitslosenquote nach nationaler Definition lag Ende März bei geschätzten 12,2 Prozent. Gegenüber März 2019 entspricht das einem Anstieg um 4,7 Prozentpunkte. Nach Angaben von Arbeitsministerin Christine Aschbacher (ÖVP) hätten etwa 40 Prozent der Menschen, die aufgrund der Coronavirus-Pandemie arbeitslos geworden sind, eine Rückkehr-Vereinbarung mit ihren bisherigen Arbeitgebern für die Zeit nach der Krise geschlossen.

Christine Aschbacher: Österreichs Arbeitsministerin sprach über den Arbeitslosenmarkt im Land. (Quelle: imago images/Eibner Europa)Christine Aschbacher: Österreichs Arbeitsministerin sprach über den Arbeitslosenmarkt im Land. (Quelle: Eibner Europa/imago images)

Innenministerium will Einreiseverbot für Saisonarbeiter überprüfen

Das Innenministerium will nach Gesprächen mit dem Landwirtschaftsministerium das Einreiseverbot für Saisonarbeiter aus einigen EU-Staaten überprüfen. Es gehe darum, ob man bei Wahrung des obersten Ziels, die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern, eine pragmatische Lösung für die Landwirte finden könne. Das Landwirtschaftsministerium hatte darauf verwiesen, dass im Mai normalerweise 85.000 meist osteuropäische Erntehelfer gebraucht würden. Das Innenministerium wies darauf hin, dass das Einreiseverbot nicht für Saisonarbeiter aus Polen, Tschechien und der Slowakei gelte. Normalerweise werden pro Jahr fast 300.000 Saisonarbeiter eingesetzt. Als Problem werden wegen Corona vor allem beengte Sammelunterkünfte bei Bauern angesehen.

Adidas entschuldigt sich und zahlt jetzt doch Miete

Der Sportartikelhersteller Adidas zahlt nach harscher öffentlicher Kritik nun doch seine Mieten und entschuldigt sich für sein Vorpreschen. "Die Entscheidung, von Vermieter(innen) unserer Läden die Stundung der Miete für April zu verlangen, wurde von vielen von Ihnen als unsolidarisch empfunden", heißt es in einem offenen Brief, den Adidas am Mittwoch veröffentlichte. "Ihre Meinung ist uns wichtig, und Ihre Meinung ist eindeutig: Sie sind von adidas enttäuscht." Adidas hatte im Zuge der Corona-Krise angekündigt, die Miete für die geschlossenen Läden in Europa ab April nicht mehr zu bezahlen. Man sei in Gesprächen mit den Vermietern. Daraufhin hatte es zum Teil harsche Kritik aus allen Teilen der Gesellschaft gehagelt. 

"Deshalb möchten wir uns bei Ihnen in aller Form entschuldigen. Wir haben unseren Vermieter(innen) die Miete für April bezahlt. Fairness und Teamgeist sind seit jeher eng mit Adidas verknüpft und sollen es auch bleiben", heißt es in dem Brief weiter.

Merkel berät mit Ministerpräsidenten über Kampf gegen Coronavirus

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat erneut Beratungen mit den Ministerpräsidenten der Länder über den Kampf gegen die Coronavirus-Krise aufgenommen. Im Mittelpunkt der Telefonschalte am Mittwochnachmittag dürfte die aktuelle Lage des Gesundheitssystems und die Entwicklung bei den Neuinfektionen in Deutschland stehen. Dabei könnte es auch um die Frage gehen, wie erwartete Lieferungen von Schutzausrüstung wie Atemmasken oder Beatmungsgeräte innerhalb Deutschlands verteilt werden sollen. Es dürfte auch um eine Art Evaluation der bisherigen Anti-Corona-Maßnahmen gehen.

Angela Merkel: Die Bundeskanzlerin hat mit den Ministerpräsidenten eine Verlängerung der Kontaktbeschränkungen beschlossen. (Quelle: imago images/Jens Schicke)Angela Merkel: Die Bundeskanzlerin hat mit den Ministerpräsidenten eine Verlängerung der Kontaktbeschränkungen beschlossen. (Quelle: Jens Schicke/imago images)

Mehr als 1.000 Tote in Ostfrankreich

In Ostfrankreich ist die Zahl der gestorbenen Coronavirus-Patienten auf über 1.000 gestiegen. In der an Deutschland grenzenden Region Grand Est seien bisher 1.015 Menschen nach einer Infektion mit Sars-CoV-19 gestorben, teilte die regionale Gesundheitsbehörde am Mittwoch mit. Rund 4.200 Menschen befanden sich demnach zur Behandlung in Krankenhäusern. 890 Patientinnen und Patienten mussten der Behörde zufolge auf einer Intensivstation behandelt werden.

UN-Generalsekretär Guterres: Corona-Pandemie ist schlimmste Krise seit Zweitem Weltkrieg

UN-Generalsekretär António Guterres hat die Coronavirus-Pandemie als schlimmste globale Krise seit dem Zweiten Weltkrieg bezeichnet. Die Pandemie stelle eine "Bedrohung für jeden auf der Welt" dar und werde wahrscheinlich zur folgenschwersten Rezession der jüngeren Vergangenheit führen, sagte Guterres in New York.

Guterres sagte, die Pandemie könne auch Instabilität, Unruhen und Konflikte in der Welt verstärken. Notwendig sei daher eine stärkere und effektivere Antwort auf die Ausbreitung des Virus. "Wir bewegen uns langsam in die richtige Richtung, aber wir müssen schneller sein und viel mehr tun, wenn wir das Virus besiegen wollen."

Guterres forderte erneut Unterstützung für die Entwicklungsländer bei der Bekämpfung der Pandemie und eine verstärkte Zusammenarbeit aller Staaten. Sie müssten endlich begreifen, "dass die Menschheit auf dem Spiel steht".

Putin zieht sich ins Homeoffice zurück

Weil er Kontakt mit einem mit dem Coronavirus infizierten Arzt hatte, arbeitet Russlands Präsident Wladimir Putin vorerst von zu Hause aus. "Wir ergreifen alle Vorsichtsmaßnahmen", sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow vor Journalisten. Putin halte sich derzeit in der Präsidentenresidenz Nowo-Ogarjowo außerhalb von Moskau auf.

Der Chefarzt des in der Behandlung von Coronavirus-Patienten führenden Moskauer Kommunarka-Krankenhauses, Denis Prozenko, hatte am Dienstag erklärt, er sei positiv auf das Virus getestet worden. Putin hatte das Krankenhaus vor einer Woche in einem Schutzanzug besucht. Er sprach dabei aber auch ohne Schutzmaske mit Prozenko.

Peskow hatte bereits am Dienstag erklärt, es gebe keinen Grund zur Sorge um Putins Gesundheit. Alle, die mit dem Präsidenten im Kommunarka-Krankenhaus waren, würden täglich auf das Coronavirus getestet, fügte der Kreml-Sprecher hinzu.

Verfassungsschutz warnt vor rechtsextremen Verschwörungstheorien

Das Bundesamt für Verfassungsschutz beobachtet eine Instrumentalisierung der COVID-19-Pandemie durch Rechtsextreme. Thomas Haldenwang, der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz sagte der "ZEIT": "Das Coronavirus findet in der rechtsextremistischen Szene große Beachtung. Die Pandemie werde zum Anlass genommen, das Vertrauen in die Bundesregierung zu untergraben. Verschwörungstheorien zu verbreiten und Migranten als Überträger des Virus zu brandmarken. Gleichzeitig werden Untergangsszenarien entworfen, um Zustimmung zu radikalen und extremistischen Positionen zu erzeugen.“

"Die Verfassungsschutzbehörden hätten derartige Aktivitäten darum genau im Blick", sagt Thomas Haldenwang der "ZEIT". Auch im Bundesinnenministerium sind die diversen Versuche von Desinformationskampagnen derzeit Thema, schreibt die Wochenzeitung. Neben Reichsbürgern, Neonazis oder der Identitären Bewegung, versuchen auch ausländische Regierungen auf diese Weise den gesellschaftlichen Zusammenhalt in der Bundesrepublik und der Europäischen Union anzugreifen.

Thomas Haldenwang: Der Präsident des Verfassungsschutzes warnt vor rechtsextremen Verschwörungstheorien. (Quelle: imago images/IPON)Thomas Haldenwang: Der Präsident des Verfassungsschutzes warnt vor rechtsextremen Verschwörungstheorien. (Quelle: IPON/imago images)

Berliner Gefangene nähen Masken für Altenpfleger

In den Berliner Männer-Gefängnissen Tegel und Moabit nähen Inhaftierte jetzt Atemmasken. Auch Gefangene leisteten ihren Beitrag zur Eindämmung der Coronakrise, ließ Justizsenator Dirk Behrendt mitteilen. Nach Angaben seines Sprechers Sebastian Brux laufe die Herstellung einfacher Stoffmasken ohne Filter gerade an. Ein Teil davon solle an den Verein Die Johanniter in den Bereich der Altenpflege gehen.

Wie viele Masken gefertigt werden, sei noch nicht abzusehen, sagte Sprecher Brux. An den Nähmaschinen sitzen demnach Gefangene mit Grundkenntnissen, die professionell begleitet und beaufsichtigt werden. Diese Insassen hätten bislang Kissen oder Kuscheltiere genäht. Jetzt werde die Produktion angesichts der Krise umgestellt.

Corona-Aprilscherze sind in einigen Ländern strafbar

Mehrere Länder haben vor Aprilscherzen im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie gewarnt. Taiwans Präsidentin Tsai Ing-wen erklärte auf Facebook, wer am 1. April Witze über die Pandemie mache, verstoße gegen das Gesetz. In Taiwan drohen für das Verbreiten von Falschinformationen bis zu drei Jahre Haft und eine Geldstrafe in Höhe von drei Millionen taiwanischen Dollar (90.300 Euro).

Auch die thailändische Regierung warnte vor Corona-Scherzen. "Es verstößt gegen das Gesetz, am 1. April vorzugeben, man habe Covid-19", warnte die Regierung im Kurzbotschaftendienst Twitter. Darauf stünden bis zu fünf Jahre Haft.

In Indien, wo Falschinformationen ein weit verbreitetes Problem sind, warnten Politiker ebenfalls vor fehlgeleiteten Scherzen. Die Regierung des Bundesstaates Maharashtra werde keine Gerüchte und Panikmache zulassen, schrieb der Innenminister des Bundesstaates, Anil Deshmukh, auf Twitter.

Kanzleramt hofft auf die Corona-Tracking-App

Die Bundesregierung setzt große Hoffnungen in eine App zur Nachverfolgung von Corona-Infektionsketten, die aktuell in Berlin getestet wird. Die Regierung suche mit Hochdruck gemeinsam mit dem Robert Koch-Institut nach einer Lösung, die für Deutschland funktionieren könne, sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer in Berlin.

Kanzleramtsminister Helge Braun halte den Ansatz des RKI, das mit dem Fraunhofer-Institut und zahlreichen Wissenschaftlern dazu kooperiert, für sehr vielversprechend, fügte sie hinzu. Sie betonte, diese App könnte grenzüberschreitend in Europa funktionieren.

Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums sagte, die Nachverfolgung von Kontaktpersonen von Corona-Infizierten sei "digital einfacher als wenn jemand im Gesundheitsamt anfängt zu telefonieren". Außerdem könne ein Infizierter ja nicht wissen, wie jemand zu kontaktieren sei, der neben ihm im Bus gesessen habe, ergänzte Demmer.

Um das Lesen zu erleichtern und die Ladezeiten zu verringern, beginnt die Redaktion den Newsblog an dieser Stelle neu. Die bisherigen Entwicklungen in der Corona-Krise können Sie hier nachlesen.

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