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Zentralbanken greifen koordiniert in Geldmarkt ein


Schuldenkrise  

Zentralbanken vereinbaren Stützungs-Programm - DAX springt hoch

30.11.2011, 18:48 Uhr | AFP, dpa, dpa, AFP, t-online.de

Die großen Zentralbanken haben ein gemeinsames Programm zum Stützen der Finanzmärkte aufgelegt. Die Europäische Zentralbank (EZB) und die Zentralbanken von Kanada, den USA, Japan, der Schweiz und von Großbritannien einigten sich auf ein Programm, um "dem globalen Finanzsystem Liquidität zuzuführen", wie die Institute am Mittwochmittag mitteilten. Der Leitindex DAX an der Börse in Frankfurt reagierte prompt und sprang um gut 200 Punkte steil nach oben. Am Nachmittag baute der Leitindex seine Gewinne noch aus. Im Hoch stand der DAX mit 5,6 Prozent im Plus bei 6130 Punkten. Er schloss dann bei 6088 Zählern mit einem Tagesplus von fünf Prozent. Auch der Euro zog kräftig an und notierte zeitweise über 1,35 Dollar. Die Feinunze Gold verteuerte sich ebenfalls deutlich.

Börsen derzeit unberechenbar

"Der Markt feiert die gemeinsame Aktion der Notenbanken mit einem wahren Kursfeuerwerk", kommentierte Andreas Lipkow, Händler bei MWB Fairtrade. Dies zeige gut auf, wie unberechenbar die Börsen derzeit seien. "Man sollte sich aber auch Gedanken machen, in welchem Zustand sich die Kreditmärkte befinden müssen, damit die sechs größten Notenbanken derart agieren", dämpft der Händler die Euphorie. Es bleibe zu hoffen, dass nun keine Störfeuer aus der politischen Ecke kämen.

Interbanken-Zinssätze werden um 50 Basispunkte gesenkt

Ziel der konzertierten Aktion sei es, "den Anspannungen an den Finanzmärkten entgegenzutreten" und dadurch einer möglichen Kreditklemme vorzubeugen, um so das Wirtschaftswachstum zu stützen, teilten die Notenbanken mit. Laut gemeinsamer Mitteilung wird zunächst der Preis für Dollar-Liquidität gesenkt. Der Zinssatz für Dollar-Swaps fällt demnach mit Wirkung zum 5. Dezember von 100 auf 50 Basispunkte. Die Maßnahme läuft bis Februar 2013 und stellt eine Erweiterung eines bestehenden Abkommens zwischen den beteiligten Notenbanken dar. Darüber hinaus haben die Notenbanken ein sogenanntes "Liquiditäts-Netzwerk" geknüpft.

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Über bilaterale Abkommen soll Liquidität in entsprechender Fremdwährung sichergestellt werden. Demnach können sich die Notenbanken untereinander liquide Mittel in der jeweiligen Fremdwährung zur Verfügung stellen und in den Bankensektor weiterleiten, sollte dies notwendig werden. Derzeit sei dies noch nicht erforderlich, betonen die Notenbanken. Entsprechende Vorbereitungen seien jedoch "vernünftig", heißt es in der gemeinsamen Mitteilung.

China hilft ebenfalls

Bereits gegen Mittag hatte die Notenbank Chinas an den Märkten für einen Richtungswechsel ins Plus gesorgt. Sie senkte erstmals seit drei Jahren den Satz, den die Geschäftsbanken als Mindestreserve bei ihr hinterlegen müssen, wie die People's Bank of China in Peking mitteilte. Darüber hinaus stieg die Beschäftigung im Privatsektor in den USA im November deutlich stärker als erwartet, wie der Arbeitsmarkt-Dienstleister Automatic Data Processing (ADP) mitteilte.

Vertrauen könnte zurückkehren

Die konzertierte Aktion der Notenbanken ist nach Ansicht des Volkswirtschaftlers Klaus Adam geeignet, um das Vertrauen ins europäische Bankensystem zu stärken. Die europäischen Geschäftsbanken würden in die Lage versetzt, sich billiger als bislang in US-Dollar zu refinanzieren, sagte der Professor der Universität Mannheim der Nachrichtenagentur dpa am Mittwoch. Der dafür gültige Zinssatz sei in einem ungewöhnlichen Schritt um 50 Basispunkte gesenkt worden.

"Letztlich ist es eine Hilfe für das europäische Bankensystem", sagte Adam. Die Banken hätten in der letzten Zeit Schwierigkeiten gehabt, sich in US-Dollar zu refinanzieren, weil ihre in Euro laufenden Wertpapiere von der Gegenseite zunehmend nicht mehr als Sicherheiten akzeptiert worden seien. Die EZB sei dazu hingegen bereit.

Risiko für Zahlungsausfall im öffentlichen Sektor

Die Amerikaner versprechen sich nach Adams Einschätzung eine Stabilisierung des europäischen Bankensystems. Ob die Amerikaner oder die Europäer das Risiko eines Zahlungsausfalls letztlich tragen müssten, sei noch nicht ganz klar. "In jedem Fall liegt das Risiko auf der Seite des Zentralbanksystems und damit im öffentlichen Sektor."

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