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Insolvenzen im Handwerk | Energiekrise: "Vielen steht das Wasser bis zum Hals"


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"Vielen steht das Wasser bis zum Hals"

Von dpa, fho

Aktualisiert am 13.09.2022Lesedauer: 3 Min.
Bäcker backt Brot in einem Ofen: Kronenbrot hatte 2016 schon einmal einen Insolvenzantrag stellen müssen (Symbolbild).
Bäcker backt Brot in einem Ofen (Symbolbild): Hohe Energiepreise werden für viele Betriebe zur Belastung. (Quelle: Westend61/imago-images-bilder)
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Für viele Handwerksbetriebe sind die Preissteigerungen existenzbedrohend. Handwerkspräsident Wollseifer fordert dringend Unterstützung.

Der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), Hans Peter Wollseifer, fordert angesichts von Preissteigerungen rasche staatliche Hilfe für Betriebe. Vor allem für energieintensive Betriebe habe sich die Lage dramatisch verschärft, sagte er der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Vielen steht das Wasser inzwischen bis zum Hals", so Wollseifer. "Und diese Betriebe gehen unter, wenn ihnen nicht schnell ein Rettungsring aus direkten und unbürokratischen Härtefallhilfen zugeworfen wird."

Zeitverzögerte Maßnahmen reichten nicht, betonte Wollseifer. "Um eine Insolvenzwelle im Handwerk zu verhindern, muss die Unterstützung jetzt kommen. Und sie muss für die betroffenen Betriebe einfach zu beantragen sein." In einer aktuellen Befragung des ZDH zu den Folgen des Ukraine-Krieges mit einigen Tausend Teilnehmerinnen und Teilnehmern klagten 87 Prozent über gestörte Lieferketten und gestiegene Beschaffungspreise.

Hans Peter Wollseifer, Präsident Zentralverband des Deutschen Handwerks: Die Betriebe sind finanziell nicht auf diese Situation vorbereitet.
Hans Peter Wollseifer, Präsident Zentralverband des Deutschen Handwerks: Die Betriebe sind finanziell nicht auf diese Situation vorbereitet. (Quelle: IMAGO/Frank Hoermann/SVEN SIMON/imago-images-bilder)

Bestehende Aufträge würden unwirtschaftlich: 70 Prozent der Teilnehmer gaben an, dass sie mit Aufträgen faktisch Verluste erzielten. "Vielen Betrieben fehlen schlicht die Mittel, um eine solche Durststrecke zu überstehen", warnte Wollseifer. Die allermeisten Betriebe (88 Prozent) berichteten von gestiegenen Kosten für Strom und Wärme seit Jahresbeginn, und zwar im Mittel um 62 Prozent. Besonders im Lebensmittel- und Kfz-Handwerk ist dies laut Umfrage ein Problem.

Fehlende Zahlungsbereitschaft der Kunden

Nur die wenigsten konnten den Kostenanstieg komplett an ihre Kunden weitergeben. 70 Prozent gaben an, dies zumindest teilweise zu können, 27 Prozent gar nicht. Das liege unter anderem an fehlender Zahlungsbereitschaft von Kunden, der Bindung an bestehende Verträge und starkem Wettbewerb von Konkurrenten.

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Wollseifer forderte eine stärkere Nutzung sogenannter Preisgleitklauseln bei öffentlichen Aufträgen. Diese machen es möglich, Preise für Waren oder Dienstleistungen im Nachhinein an gestiegene Kosten anzupassen. Während der Bund die Nutzung bei Bauaufträgen möglichst flächendeckend verlange, sei die Nutzung in Ländern und Kommunen noch lückenhaft, ermittelte der ZDH.

Nötig sei auch mehr Flexibilität bei Fertigstellungsfristen, so der Verband. Bei keiner der ZDH-Sonderumfragen hätten sich so viele Betriebe beteiligt wie diesmal mit fast 4.200 Teilnehmern, so der Verband – auch nicht während der Corona-Pandemie.

Es sei richtig, dass die Bundesregierung das Energiekostendämpfungsprogramm, das energie- und handelsintensiven Unternehmen mit Zuschüssen hilft, branchenübergreifend für besonders betroffene Betriebe öffnen wolle, so Wollseifer.

"Doch nun kommt es darauf an, dass es nicht bei einer Ankündigung bleibt, sondern diese Härtefallhilfe schnell so umgesetzt wird, dass betroffene Betriebe sie in diesem und im kommenden Jahr nutzen können." Darüber hinaus brauche es eine Abfederung der Energiekosten für kleine und mittlere Betriebe über eine Energiepreisbremse und eine Senkung der Energiesteuern auf die europarechtlich zulässigen Mindeststeuersätze.

Habeck überraschte mit Äußerung

Zuletzt hatte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck mit einer Äußerung zum Thema Insolvenzen überrascht. In der ARD-Sendung "Maischberger" sagte er, er rechne nicht mit einer Insolvenzwelle. Zwar könne er sich vorstellen, "dass bestimmte Branchen aufhören zu produzieren" – einen Automatismus für reihenweise Firmenpleiten gebe es deshalb jedoch nicht.

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An dieser Darstellung gab es im Netz viel Kritik. Aber auch Experten widersprechen Habeck. "Herr Habeck scheint als Wirtschaftsminister die Definition einer Insolvenz nicht zu kennen", sagt Patrik-Ludwig Hantzsch, der bei der Auskunftei Creditreform die Abteilung Wirtschaftsforschung leitet, t-online. "Wenn ein Unternehmen nichts mehr verkaufen kann, den Betrieb aber aufrechterhält, ist es früher oder später pleite und muss nach geltendem Recht auch Insolvenz anmelden."

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Ob tatsächlich so viele Unternehmen in die Insolvenz gehen werden, ist noch ungewiss und hängt auch an den Hilfen, die die Bundesregierung zahlt. Habeck hatte zum Wochenbeginn angekündigt, die Hilfen auf weitere Branchen ausweiten zu wollen.

Anstieg der Insolvenzen im Juli und August

Zumindest im ersten Halbjahr 2022 lässt sich bislang kein klarer Trend feststellen. Den Amtsgerichten wurden 7.113 Geschäftsaufgaben gemeldet, das waren 4,0 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2021, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Montag mitteilte. In den vergangenen Monaten wurden es aber zunehmend mehr.

Aus den Zahlen geht darüber hinaus hervor, welche Branchen stärker betroffen sind. Die meisten Insolvenzen gab es demnach im Baugewerbe – 1330 Fälle wurden den Gerichten gemeldet, 9,1 Prozent mehr als im Vorjahresvergleich. An zweiter Stelle folgte der Handel mit 1.058 Geschäftsaufgaben.

Von Juli auf August nahmen die Unternehmensinsolvenzen zu, laut Statistik um 6,6 Prozent. Diese monatlichen Angaben basieren auf Insolvenzbekanntmachungen aller Amtsgerichte in Deutschland – als Frühindikator gibt die Zahl laut Statistischem Bundesamt Hinweise auf die Entwicklung der Unternehmensinsolvenzen.

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Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
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