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Impfstoffmangel: Bereits über 2000 Grippe-Fälle in Deutschland

Impfstoffmangel  

Bereits über 2000 Grippe-Fälle in Deutschland

10.01.2019, 10:46 Uhr | dpa

Impfstoffmangel: Bereits über 2000 Grippe-Fälle in Deutschland. Das Robert Koch-Institut rät über 60-Jährigen, chronisch Kranken, Schwangeren und medizinischem Personal, sich noch gegen Grippe impfen zu lassen.

Das Robert Koch-Institut rät über 60-Jährigen, chronisch Kranken, Schwangeren und medizinischem Personal, sich noch gegen Grippe impfen zu lassen. Foto: Sebastian Gollnow. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) - Rund 2400 Grippe-Fälle sind in Deutschland seit
Oktober bereits gemeldet worden, darunter auch sechs Todesfälle.
Allein in der ersten Januarwoche seien es 489 Fälle gewesen, sagte
Silke Buda vom Robert Koch-Institut.

Die vergangene
Grippe-Saison sei stürmischer losgegangen. Die Dunkelziffer liege
stets viel höher, weil nicht alle Grippekranken untersucht würden.
Nur laborbestätigte Fälle müssen an die Gesundheitsämter gemeldet
werden.

Wer sich noch impfen sollte

Die Komponenten des diesjährigen Impfstoffs passten gut zu den
bislang entdeckten Viren des Typs A. "Wer noch nicht geimpft ist und
zu den Risikogruppen gehört, sollte das jetzt tun ", sagte Buda. Dazu
zählten über 60-Jährige, chronisch Kranke, Schwangere und
medizinisches Personal. Es dauert allerdings bis zu zwei Wochen, bis
ein Impfschutz aufgebaut ist. Und es ist nicht sicher, dass jeder
Arzt noch Impfstoff bekommt.

Wegen des Impfstoffmangels in dieser Saison hat Deutschland mehrere
Tausend Dosen Grippe-Impfstoffe von EU-Ländern importiert. Dennoch
gibt es mancherorts noch Engpässe bei der Versorgung. Allein nach
Berlin seien 3000 Dosen geordert worden, sagte eine Sprecherin des
Landesamts für Gesundheit und Soziales. Das Saarland erhielt nach
Auskunft der Landesapothekenkammer "sehr kleine Mengen" von
Impfstoffen aus Polen und Frankreich, dennoch sei nun keiner mehr
verfügbar. Auch nach Bayern wurden Impfstoffe importiert. "Wir hatten
eine enorm erhöhte Nachfrage", sagte der Sprecher der
Landesapothekenkammer Thomas Metz.

Apotheken in Schleswig-Holstein hätten Impfstoffe "im vierstelligen
Bereich" aus dem Ausland, überwiegend aus Großbritannien bezogen,
sagte der Geschäftsführer der Landesapothekenkammer, Frank
Jaschkowski. "Damit konnten kleinere Versorgungslücken geschlossen
werden." Geschätzt einige Tausend Menschen des Bundeslandes hätten
sich wegen des Impfstoffmangels nicht gegen Grippe impfen lassen. In
anderen Bundesländern wie Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen gibt es
nach Behördenangaben keine größeren Probleme mit den Impfstoffen.

Hohe Nachfrage nach Impfstoff

Die ungewöhnlich starke Grippewelle der vergangenen Saison sehen
Experten als einen Grund dafür an, dass sich diesmal so viele
Menschen impfen ließen. Ein weiterer Grund sei die Einführung des
Vierfach-Impfstoffs, der als wirksamer gilt als der mit drei
Komponenten, sagte eine Sprecherin des für Impfstoffe zuständigen
Paul-Ehrlich-Instituts (PEI).

Für diese Saison hatte das PEI 15,7 Millionen Dosen freigegeben, rund
eine Million mehr als in der Vorsaison verimpft worden waren. Nach
Engpässen hatte das Bundesgesundheitsministerium im November den
Import von weiteren Grippe-Impfstoffen erlaubt.

Die Herstellung der Impfstoffe muss langfristig geplant werden, denn
sie dauert mehrere Monate und geschieht nach wie vor zumeist mit
Hilfe von Hühnereiern. Die Pharmafirmen produzieren im November zudem
die Grippeimpfstoffe für die Südhalbkugel und haben daher keine
weiteren Kapazitäten.

Die frühe Planung der Impfstoffzahl ist schwierig. Auch 2005 kam es
zu einem Mangel. Aus Angst vor der Vogelgrippe hatten sich viele
Menschen impfen lassen, obwohl die gewöhnliche Grippe-Impfung gar
nicht davor schützt, wie eine PEI-Sprecherin damals sagte.

Die vergangene Grippewelle hatte das RKI bereits als stärkste in
Deutschland seit Jahren gewertet. Geschätzte neun Millionen Menschen
sind wegen einer Influenza-Erkrankung zum Arzt gegangen, vermutlich
starben mehr als 20.000 Menschen, vor allem Ältere.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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