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Kathedrale soll "großen Regenschirm" bekommen

Von dpa, afp, rtr, t-online
Aktualisiert am 19.04.2019Lesedauer: 22 Min.
Die Notre-Dame-Kathedrale nach dem verheerenden Brand: Es wurden Schwachstellen im Gewölbe und einem Giebel im nördlichen Querschiff entdeckt.
Die Notre-Dame-Kathedrale nach dem verheerenden Brand: Es wurden Schwachstellen im Gewölbe und einem Giebel im nördlichen Querschiff entdeckt. (Quelle: /ap-bilder)
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Das Feuer in Notre-Dame ist gelöscht. Die Struktur der Kathedrale konnte gerettet werden. Nun hat der Chefarchitekt einen Plan. Alle Infos im Newsblog.

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Diese Wahrzeichen haben schon einmal gebrannt

Das ParlamentsgebÀude der USA, das Kapitol, wurde 1814 von der britischen Armee in Brand gesteckt. Der Mittelteil mit der Kuppel kam ersts spÀter dazu. Heute werden auch US-PrÀsidenten vor dem Kapitol vereidigt, wie Barack Obama 2013 auf diesem Bild.
Der Dogenpalast in Venedig entstand im 14. Jahrhundert und brannte in seiner Geschichte gleich mehrfach. Beim dritten Brand 1577 wurden auch Werke berĂŒhmter KĂŒnstler wie Giovanni Bellini und Tizian.
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19.4.2019, 11.47 Uhr: Notre-Dame soll "großen Regenschirm" bekommen

Ein "großer Regenschirm" soll die schwer beschĂ€digte Pariser Kathedrale Notre-Dame vor Wasser schĂŒtzen. Dabei handele es sich um eine große Plane, die ĂŒber dem GebĂ€ude angebracht werden soll, sagte die PrĂ€sidentin der Architektenvereinigung fĂŒr historische GebĂ€ude, Charlotte Hubert, dem Sender BFM TV. Der Chefarchitekt werde einen "großen Regenschirm" schaffen, der die Form eines Spitzdaches haben soll. Die Konstruktion mĂŒsse grĂ¶ĂŸer sein als das ursprĂŒngliche Dach, damit die Handwerker darunter arbeiten können.

18.47 Uhr: Bericht: Ermittler gehen von Kurzschluss als Ursache aus

Pariser Ermittler gehen einem Agenturbericht zufolge von einem Kurzschluss als Ursache fĂŒr das verheerende Feuer in der Pariser Kathedrale Notre-Dame aus. Das sei nach dem bisherigen Ermittlungsstand höchst wahrscheinlich, zitiert die Nachrichtenagentur AP einen Polizeibeamten. Derzeit wĂŒrden demzufolge brĂŒchig gewordene WĂ€nde des GebĂ€udes mit Holzbohlen gesichert.

16.30 Uhr: Das Bienen-Wunder von Notre-Dame

Über ein kleines Bienen-Wunder freut sich der Imker von Notre-Dame: Trotz des verheerenden Brands seien alle drei Bienenstöcke auf dem Dach der Sakristei intakt, sagte Nicolas GĂ©ant. "Die Bienen leben. Das hatte ich nicht erwartet." Er habe Anrufe von Menschen aus aller Welt erhalten, die sich um die Tiere gesorgt hĂ€tten.

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GĂ©ant sagte weiter, der Sprecher von Notre-Dame habe ihn erst zweieinhalb Tage nach dem Großbrand informiert, dass die Bienen putzmunter seien und um ihre HĂ€user herumschwirrten. Auch auf Satellitenbildern seien die Bienenstöcke erkennbar.

"Diese Art gibt ihre Bienenstöcke nicht auf", sagte GĂ©ant stolz ĂŒber seine europĂ€ischen Bienen. Im Fall eines Brands saugten sie sich mit Honig voll und schĂŒtzten ihre Königin. Der Imker hofft, die Insekten kommende Woche in Augenschein nehmen zu können, wenn die wichtigsten Arbeiten zur Stabilisierung des Gotteshauses beendet sind.

14.20 Uhr: Feuerwehrleute im ÉlysĂ©epalast empfangen

Mehrere hundert Feuerwehrleute, die den Brand der Kathedrale Notre-Dame gelöscht hatten, sind am Donnerstag im französischen PrĂ€sidentenpalast empfangen worden. Staatschef Emmanuel Macron hatten den "pompiers", wie die Angehörigen der Feuerwehr auf Französisch heißen, bereits bei seiner Fernsehansprache zu Wochenbeginn fĂŒr ihren gefĂ€hrlichen Einsatz gedankt.

Die Feuerwehrleute warteten in einer langen Reihe von dem PrÀsidentenpalast in der Pariser Innenstadt, bevor sie unter Applaus von Umstehenden den Hof des GebÀudes betraten. Notre-Dame im Herzen der Hauptstadt war am Montagabend bei dem Brand stark zerstört worden.

12.50 Uhr: Experte: 90 Prozent der Kunstwerke sind gerettet

Rund 90 Prozent der Kunstwerke und Reliquien in Notre-Dame sind nach Angaben eines Versicherungsexperten bei dem verheerenden Brand in der Pariser Kathedrale rechtzeitig vor den Flammen gerettet worden. Der Evakuierungsplan sei minuziös befolgt worden, sagte der SchadensachverstĂ€ndige Michel Honore, der den Domschatz im Auftrag der Versicherer vor Ort begutachtet. "Der Plan selbst hat perfekt funktioniert, und deshalb sind die Verluste nicht so groß, wie man hĂ€tte befĂŒrchten können", sagte Honore nach einem Treffen mit weiteren SachverstĂ€ndigen. Er ist fĂŒr die Begutachtung des Domschatzes ("TrĂ©sor") zustĂ€ndig.

Der Kirchenschatz besteht aus 1.000 bis 1.200 GegenstĂ€nden von wertvollen Kelchen ĂŒber historische KirchengewĂ€nder bis hin zu großformatigen GemĂ€lden. HilfskrĂ€fte hatten das Inventar mit einer Menschenkette vor dem Flammen in Sicherheit gebracht.

"Zu den ersten StĂŒcken, die gerettet wurden, gehörten die Dornenkrone und der Nagel vom Kreuz", sagte Honore. "Sie standen ganz oben auf der Liste und wurden vorschriftsgemĂ€ĂŸ vorrangig herausgebracht." Die meisten großen GemĂ€lde in der Kathedrale sĂ€hen unversehrt aus. Restauratoren mĂŒssten sie aber nochmals genau begutachten, um zu sehen, ob Ruß, Rauch oder Löschwasser sie nicht doch in Mitleidenschaft gezogen hĂ€tten. "Es herrscht große Zuversicht, dass die große Orgel in der Kathedrale nicht beschĂ€digt ist, aber man muss auch hier genau nach SĂ€ure-RĂŒckstĂ€nden schauen", sagte Honore.

Jene WertgegenstĂ€nde, die in der Brandnacht in Notre-Dame zurĂŒckgelassen werden mussten, wĂŒrden derzeit unter die Lupe genommen. Sie sollen Honore zufolge ins Louvre-Museum gebracht werden. Die geretteten SchĂ€tze wurden zunĂ€chst ins Rathaus gebracht, sollen aber ebenfalls höchstwahrscheinlich im Louvre landen. Dort könnten sie sicherer aufbewahrt werden.

11.10 Uhr: Direktor will Holzkirche als Ersatz bauen lassen

Der Direktor von Notre-Dame hat fĂŒr die Zeit des Wiederaufbaus der schwer beschĂ€digten Kathedrale eine Holzkirche auf dem Vorplatz ins Spiel gebracht. "Wir dĂŒrfen nicht sagen, die Kathedrale ist fĂŒr fĂŒnf Jahre geschlossen und das war's", sagte Patrick Chauvet dem Sender CNews. "Also dachte ich mir: Kann ich nicht eine temporĂ€re Kirche auf dem Vorplatz bauen?" Diese wĂŒrde dann aus Holz sein. So könne man die zahlreichen Touristen willkommen heißen, die die weltberĂŒhmte Kathedrale besuchen. Die Pariser BĂŒrgermeisterin Anne Hidalgo unterstĂŒtze das Projekt, sagte Chauvet.


Nach ersten Berichten am Mittwoch, dass Notre-Dame bis zu sechs Jahre geschlossen bleiben wĂ€re, scheint die Lage nun doch noch unklar zu sein. Es sei möglich, dass die Kathedrale schon bald wieder geöffnet werde, wenn es die Sicherheit des GebĂ€udes erlaube, sagte eine Sprecherin der Pariser Diözese. Allerdings sei es noch zu frĂŒh, um darĂŒber eine verlĂ€ssliche Aussage zu treffen.

6.46 Uhr: BĂŒrgermeisterin will Retter von Notre-Dame ehren

Großer Festakt nach dem verheerenden Brand: Die Pariser BĂŒrgermeisterin Anne Hidalgo will heute Nachmittag die Retter der Kathedrale Notre-Dame ehren. Ihr Dank gilt vor allem Feuerwehrleuten, die teilweise unter Einsatz ihres Lebens stundenlang gegen die Flammen kĂ€mpften. Wie das Rathaus angekĂŒndigte, soll dabei Musik des deutschen Komponisten Johann Sebastian Bach erklingen.

2.00 Uhr: Macron ernennt General fĂŒr Wiederaufbau von Notre-Dame

Nach den katastrophalen Brand in der Pariser Kathedrale Notre-Dame hat Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron den General Jean-Louis Georgelin zu seinem Sonderbeauftragten fĂŒr den Wiederaufbau ernannt.

Wie der ÉlysĂ©epalast am spĂ€ten Mittwochabend mitteilte, soll der hohe MilitĂ€r bereits am Donnerstag seine Arbeit aufnehmen. Macron hatte bereits angekĂŒndigt, dass die weltberĂŒhmte, ĂŒber 850 Jahre alte Kirche innerhalb von fĂŒnf Jahren wiederaufgebaut werden soll. Der 41-JĂ€hrige will am Donnerstag Feuerwehrleute empfangen, die am Montagabend gegen die Flammen gekĂ€mpft hatten.

Mittwoch 17. April, 14.55 Uhr: Spendenbereitschaft fĂŒr Pariser Kathedrale ungebrochen

Die Spendenbereitschaft nach dem Großbrand von Notre-Dame ist ungebrochen. Die Summe von einer Milliarde Euro dĂŒrfte bald ĂŒberschritten sein: Allein 600 Millionen Euro kamen bis Dienstagabend durch Großspenden der MilliardĂ€rsfamilien Arnauld (Luxuskonzern LVHM), Pinault (Kering) und Bettencourt (L'OrĂ©al) sowie durch den Ölkonzern Total zusammen. Weitere Spenden zwischen zehn und 20 Millionen Euro versprachen der MilliardĂ€r Marc Ladreit, der Bauriese Bouygues, die Familie Decaux, die brasilianische MilliardĂ€rin Lily Safra und ihre Stiftung, die Bankengruppe BPCE, die Bank SociĂ©tĂ© GĂ©nĂ©rale sowie der Versicherungskonzern Axa.

Die Stadt Paris will 50 Millionen Euro freistellen. Die französische Regierung wird vier Organisationen offiziell mit der nationalen Spendenaktion betrauen, unter anderem die Kulturerbe-Stiftung Fondation du Patrimoine. Nach dem Brand des Pariser Wahrzeichens kennt die SolidaritĂ€t auch keine LĂ€nder-Grenzen. Vor allem aus den USA wurden viele Spenden angekĂŒndigt, unter anderem von Apple, dem Investor Henry Kravis (knapp neun Millionen Euro) und der katholischen University of Notre Dame aus Indiana (knapp 90.000 Euro).

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Die French Heritage Society in New York, die sich um den Schutz des französischen Architektur-Erbes kĂŒmmert, sammelte allein am Dienstag umgerechnet 35.000 Euro von 510 Einzelspendern ein. Die ungarische Stadt Szeged versprach unterdessen 10.000 Euro - aus Dankbarkeit ĂŒber die Hilfe, die sie nach einer Überschwemmung 1879 von Paris bekommen hatte.

Auch in Deutschland gab es immer wieder Spendenaufrufe. Unter anderem appellierte das Erzbistum Berlin am Mittwoch an alle Pfarrgemeinden, ihre Osterkollekte fĂŒr den Wiederaufbau zur VerfĂŒgung zu stellen.

13.45 Uhr: Notre-Dame bleibt bis zu sechs Jahre geschlossen

Die Pariser Kathedrale Notre-Dame wird erst wieder in fĂŒnf bis sechs Jahren fĂŒr Besucher geöffnet sein. Das berichten mehrere Medien unter Berufung auf die Leitung der Kathedrale. Ein Teilbereich des GebĂ€udes sei sehr geschwĂ€cht worden, zitiert die "Welt" Bischof Patrick Chauvet. Es sei noch unklar, was die 67 BeschĂ€ftigten der Kathedrale in der Zukunft machen. PrĂ€sident Emmanuel Macron hatte zuvor angekĂŒndigt, die Kirche binnen fĂŒnf Jahren wieder aufbauen zu lassen.

13.20 Uhr: Frankreich ruft internationalen Architekturwettbewerb aus

Architekten aus aller Welt sollen sich am Wiederaufbau der Pariser Kathedrale Notre-Dame beteiligen: Die französische Regierung kĂŒndigte am Mittwoch einen internationalen Wettbewerb fĂŒr den Spitzturm an. Der mehr als 90 Meter hohe Turm war bei dem Brand am Montagabend eingestĂŒrzt. Der neue Turm solle "den Techniken und Herausforderungen unserer Epoche angemessen" sein, sagte Edouard Philippe nach einer Kabinettssitzung, die ausschließlich dem Wiederaufbau der Kathedrale gewidmet war.

Macron hat einen Wiederaufbau von Notre-Dame innerhalb von fĂŒnf Jahren versprochen. Der frĂŒhere Kulturminister Jack Lang nannte den Plan des Staatschef realistisch: "Die Mittel sind da", sagte Lang. Er verwies auf die Spenden von mehr als 800 Millionen Euro, ĂŒberwiegend aus der Privatwirtschaft.

Nach den Worten von Premier Philippe sollen vier Organisationen offiziell mit der nationalen Spendenaktion betraut werden, unter anderem die Kulturerbe-Stiftung Fondation du Patrimoine. Bei ihr gingen nach Angaben auf ihrer Facebook-Seite bereits mehr als 130.000 Euro ein, darunter allein 100.000 Euro durch den Ölkonzern Total.

Nach Kritik an den Spenden mehrerer französischer MilliardÀrsfamilien will die Regierung zudem die Absetzbarkeit von der Steuer neu regeln: Nach den Worten Philippes sollen Spenden bis 1.000 Euro zu 75 Prozent absetzbar sein, höhere jedoch nur zu 66 Prozent.

13.06 Uhr: Kirche soll schnellstmöglich wieder öffnen

Das Innere der Kathedrale soll wieder fĂŒr die Öffentlichkeit zugĂ€nglich gemacht werden, und das so schnell wie möglich. ZunĂ€chst muss aber die StabilitĂ€t der Gewölbe gesichert sein. Die Behörden und das Bistum wollen eine Wiedereröffnung fĂŒr GlĂ€ubige und Touristen innerhalb eines vernĂŒnftigen Zeitraums.

11.47 Uhr: Notre-Dame nur Minuten von ihrer Zerstörung entfernt

Nach Angaben des französischen InnenstaatssekretĂ€rs Laurent Nuñez war die Pariser Kathedrale Notre-Dame nur etwa 15 bis 30 Minuten von ihrer Zerstörung entfernt – an einem Punkt drohte der Brand einen der beiden GlockentĂŒrme zum Einsturz zu bringen. Das hĂ€tte sehr wahrscheinlich die vollstĂ€ndige Zerstörung der Kathedrale bedeutet. Die Grundfesten der Kathedrale und die beiden GlockentĂŒrme halten laut Nuñez stand, Sorgen bereiten aber weiter das Gewölbe und ein Giebel im nördlichen Querschiff.

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Feuerwehrleute bildeten eine Menschenkette, um so viele KunstschÀtze wie möglich in Sicherheit zu bringen. Einer von ihnen wurde verletzt. An allen Kathedralen Frankreichs werden am Mittwoch um 18.50 Uhr die Glocken lÀuten, um an den Zeitpunkt zu erinnern, an dem das Feuer am Montag entdeckt wurde. Die Behörden gehen weiter von einem Unfall als Brandursache aus.

11.11 Uhr: Feuer macht Klassiker zum Verkaufsschlager

Nach der Brandkatastrophe von Notre-Dame hat Victor Hugos Klassiker "Der Glöckner von Notre-Dame" die Spitze der Verkaufscharts beim Online-VersandhĂ€ndler Amazon in Frankreich erklommen. In der Kategorie "BĂŒcher" war der 1831 erschienene Roman am Mittwochmorgen in verschiedenen Ausgaben auf Platz eins, drei, fĂŒnf, sieben und acht der am meisten verkauften Produkte.

Hugo verewigte die Kathedrale mit seinem Roman in der Literatur. Die spĂ€ter verfilmte Geschichte mit dem französischen Originaltitel "Notre Dame de Paris" handelt vom buckligen Glöckner Quasimodo und seiner Liebe zu der schönen Esmeralda im Paris des 15. Jahrhunderts. In der weltberĂŒhmten Kathedrale war am Montagabend ein Feuer ausgebrochen, sie wurde dabei schwer beschĂ€digt.

08.40 Uhr: Experten haben Idee fĂŒr neue Dachkonstruktion

Beim Wiederaufbau der schwer beschĂ€digten Pariser Kathedrale Notre-Dame könnte der bisherige Holzdachstuhl durch eine Version aus Metall ersetzt werden. Experten verwiesen auf Ă€hnliche Maßnahmen bei anderen zerstörten KirchengebĂ€uden.

Manche könnten sich nur einen originalgetreuen Wiederaufbau der Kathedrale vorstellen, sagte der Londoner Architekt Francis Maude. Er war nach dem schweren Brand im Schloss von Windsor in den Neunzigerjahren an dessen Restaurierung beteiligt gewesen. TatsÀchlich aber sei das nur eine von mehreren Möglichkeiten. Maude nannte als Beispiel die im Ersten Weltkrieg beschÀdigte Kathedrale von Reims. Sie hat seitdem ein feuerbestÀndiges Stahldach.

Ähnlich sieht das auch der Kunsthistoriker Stephan Albrecht von der UniversitĂ€t Bamberg, zu dessen Forschungsschwerpunkten die Architektur von Notre-Dame gehört. Er sagte der "Neuen OsnabrĂŒcker Zeitung", er könne sich nicht vorstellen, dass der Dachstuhl aus Holz nachgebaut werde. Die BauplĂ€ne aus dem 13. Jahrhundert seien nicht mehr verfĂŒgbar, es gebe nur "vage Zeichnungen".

06.27 Uhr: Dombaumeister: "Die handwerklichen FĂ€higkeiten sind dĂŒnn gesĂ€t"

Ein großes Hindernis beim Wiederaufbau der ausgebrannten Kathedrale Notre-Dame in Paris dĂŒrfte nach Expertenmeinung der FachkrĂ€ftemangel sein. "Ein Riesenproblem ist dabei, dass die handwerklichen FĂ€higkeiten dĂŒnn gesĂ€t sind, um die vielen KrĂ€fte mobilisieren zu können, die einen raschen Wiederaufbau ermöglichen", sagte der Vorsitzende der Vereinigung der EuropĂ€ischen Dombaumeister, Wolfgang Zehetner, dem österreichischen Magazin "trend".

Von den 20 FachkrĂ€ften, die permanent mit der Restauration des Stephansdoms in Wien betraut seien, könnten zwei Leute abgestellt werden. Auch Köln und Freiburg wollten Hilfe schicken, sagte Zehetner. "Aber ich gehe davon aus, dass es gut drei Jahre dauern wird, bis die großen SchĂ€den beseitigt sind."

Beim Wiederaufbau könnten auch vorherige SchĂ€den ausgebessert werden. So seien in der Französischen Revolution vielen Statuen die Köpfe abgeschnitten worden. "Diese sind seither als Exponate in verschiedenen Museen ausgestellt. Die könnte man zum Beispiel wieder dorthin bringen, wo sie einst waren. Und wo sie hingehören", sagte Zehetner. Eine Rekonstruktion auch der Details des Bauwerks sei im Prinzip möglich. "Da muss man sagen, dass man im UnglĂŒck noch GlĂŒck hat. Die PlĂ€ne zu Notre-Dame sind erhalten. Und vor allem digitalisiert."

Mittwoch, 06.21 Uhr: Michelle Obama spricht Parisern Mut zu

Nach dem Brand in der Kathedrale Notre-Dame hat die frĂŒhere First Lady Michelle Obama den Parisern bei einem Besuch in der französischen Hauptstadt Mut zugesprochen. "Notre Dame wird wieder aufgebaut", sagte Obama am Dienstag bei der Vorstellung ihrer Memoiren "Becoming: Meine Geschichte" in Paris. "Sie haben viel furchtbarere BewĂ€hrungsproben durchstehen mĂŒssen als viele von uns. Seien Sie stark und haben Sie Vertrauen."

Die Frau des frĂŒheren US-PrĂ€sidenten Barack Obama sagte vor zahlreichen Zuhörern, sie habe nicht glauben können, dass die weltberĂŒhmte Kathedrale wirklich in Flammen steht. "Ich habe es erst begriffen, als ich die Bilder gesehen habe."

Paris und Notre-Dame hĂ€tten fĂŒr sie immer eine besondere Bedeutung gehabt. "Paris war meine erste internationale Erfahrung, als ich ein kleines MĂ€dchen war." Sie sei damals zur Kathedrale gegangen und habe in dem Viertel eine CrĂȘpe mit KĂ€se gegessen. Michelle Obama befindet sich derzeit auf einer Lesereise fĂŒr "Becoming: Meine Geschichte". Ihre Mitte November erschienenen Memoiren wurden binnen kĂŒrzester Zeit zum Bestseller.

21.18 Uhr: "Unser Herz ist in Flammen aufgegangen"

Dass Notre-Dame mehr als nur eine SehenswĂŒrdigkeit ist, zeigt die emotionale Ausnahmesituation in Paris. t-online.de hat in der französischen Hauptstadt fĂŒnf Menschen getroffen, fĂŒr die die Kathedrale ein Teil ihres Lebens ist. Der Schmerz ist groß, aber auch Wut kommt auf.

20.21 Uhr: Macron hofft auf Wiederaufbau innerhalb von fĂŒnf Jahren

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron hat einen Wiederaufbau der ausgebrannten Kathedrale Notre-Dame innerhalb von fĂŒnf Jahren in Aussicht gestellt. Das Pariser Wahrzeichen solle dann noch schöner als vorher sein, sagte Macron am Dienstagabend in einer Fernsehansprache. "Wir werden handeln. Und wir werden Erfolg haben." Bereits am Montagabend nach Ausbruch des Feuers hatte Macron versprochen, das gotische Bauwerk wieder aufzubauen.

Macron deutete seine Hoffnung an, der Wiederaufbau könnte dabei helfen, das gespaltene Frankreich wieder zu einen. Er sagte, zur Renovierung wĂŒrden aber auch weniger reiche Menschen beitragen. In Frankreich gehen seit Monaten Zehntausende Menschen, die sogenannten Gelbwesten, allwöchentlich auf die Straße, um gegen politische und soziale MissstĂ€nde zu protestieren.

Macron hatte als Reaktion auf die Proteste im Zuge der "Nationalen Debatte" Reformmaßnahmen angekĂŒndigt. Deren Veröffentlichung verschob er wegen der Brandkatastrophe aber nun auf unbestimmte Zeit. Im Moment sei nicht die richtige Zeit dafĂŒr, sagte er. Der PrĂ€sident hatte wegen des Feuers bereits eine TV-Ansprache und eine Pressekonferenz zu seinen ReformplĂ€nen abgesagt.

19.40 Uhr: Staatsanwaltschaft befragt Bauarbeiter

Die Pariser Staatsanwaltschaft hat nach der Brandkatastrophe von Notre-Dame mehrere Bauarbeiter und Firmen befragt, die an der Restaurierung des Gotteshauses beteiligt waren. Noch in der Nacht seien die ersten Mitarbeiter vernommen worden.

Die Ermittler gehen nicht von einem vorsĂ€tzlich gelegten Brand aus. Sie halten einen Unfall fĂŒr wahrscheinlich und leiteten Ermittlungen wegen fahrlĂ€ssiger Brandstiftung ein. "Nichts deutet auf eine vorsĂ€tzliche Tat hin", sagte Staatsanwalt RĂ©my Heitz.

Das bei der Restaurierung der Kathedrale federfĂŒhrende Unternehmen wies Anschuldigungen zurĂŒck, fĂŒr den Ausbruch des Feuers verantwortlich zu sein. Alle Sicherheitsvorschriften seien eingehalten worden, sagte Julien Le Bras, Chef des GerĂŒstbauers Le Bras FrĂšres.

18.00 Uhr: Viel besuchter Ort Notre Dame – t-online.de-Reporter vor Ort

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17.18 Uhr: Merkel will beim Wiederaufbau der Kathedrale helfen

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Frankreich Hilfe beim Wiederaufbau der durch einen Brand schwer beschĂ€digten Pariser Kathedrale Notre-Dame angeboten. Es habe sie tief berĂŒhrt, die Kirche in Flammen zu sehen, sagte die CDU-Politikerin am Dienstag in Berlin. Bei der Kathedrale handele es sich um ein gemeinsames europĂ€isches Erbe. Deutschland sei daher "auch gerne bereit, (...) dass wir gemeinsam an dem Wiederaufbau mitwirken, auch mit deutscher Expertise, mit deutscher Erfahrung". Dies habe sie mit Kulturstaatsministerin Monika GrĂŒtters vereinbart. Die Kulturminister wĂŒrden sich darĂŒber austauschen. Frankreichs PrĂ€sident Emmanuel Macron habe sie am Vormittag telefonisch ihre Anteilnahme ĂŒbermittelt.

15.21 Uhr: SolidaritÀt mit Notre-Dame: Glocken sollen in ganz Frankreich lÀuten

Nach dem verheerenden Brand in der Pariser Kathedrale Notre-Dame sollen am Mittwochabend Kirchenglocken im ganzen Land lĂ€uten. "Der Brand in der Kathedrale Notre-Dame de Paris ist ein Schock, weit ĂŒber die Katholiken unseres Landes hinaus", teilte die französische Bischofskonferenz mit.

Die Glocken aller Kathedralen sollen um Punkt 18.50 Uhr lĂ€uten – zu diesem Zeitpunkt wurde der Brand in dem weltberĂŒhmten Wahrzeichen am Montagabend entdeckt. Alle Diözesen in Frankreich wollten so ihre SolidaritĂ€t mit der Pariser Diözese zum Ausdruck bringen, hieß es weiter.

14.50 Uhr: Schwachstellen im GebÀude entdeckt

Nach dem Großbrand in Notre-Dame ist die Struktur des weltberĂŒhmten KirchengebĂ€udes weitgehend stabil. "Im Ganzen hĂ€lt die Struktur stand", sagte InnenstaatssekretĂ€r Laurent Nuñez. Allerdings seien einige Schwachstellen im Gewölbe und einem Giebel im nördlichen Querschiff entdeckt worden. Der Giebel mĂŒsse deshalb abgesichert werden. FĂŒnf GebĂ€ude in der Nachbarschaft der Kathedrale seien evakuiert worden.

So entwickelte sich das Feuer in Notre-Dame.
So entwickelte sich das Feuer in Notre-Dame. (Quelle: Google Earth/t-online.de)

Ob die gotische Kathedrale gerettet werden konnte, habe sich am Montagabend "innerhalb einer viertel Stunde, einer halben Stunde" entschieden, sagte Nuñez. Es gehe nach dem Löschen der letzten Brandherde am Dienstagvormittag nun darum sicherzustellen, dass das GebÀude keinen weiteren Schaden nimmt.


Die Struktur der gotischen Kathedrale und die Fassade mit den beiden HaupttĂŒrmen konnten am Montagabend gerettet werden. Das Dach und ein Spitzturm wurden zerstört. Zwischenzeitlich hatte die Feuerwehr befĂŒrchtet, die gesamte Kirche könnte einstĂŒrzen.

14.29 Uhr: Queen lobt Einsatz bei Großbrand in Notre-Dame

Die britische Königin Elizabeth II. hat erschĂŒttert auf das verheerende Großfeuer in der Pariser Kathedrale Notre-Dame reagiert. "Ich bewundere aufrichtig die EinsatzkrĂ€fte, die ihr Leben riskiert haben, um dieses bedeutende nationale Denkmal zu retten" , teilte die 92 Jahre alte Queen in London mit.


Ihr Ă€ltester Sohn, Thronfolger Prinz Charles (70), schrieb in einer gesonderten Mitteilung an den französischen PrĂ€sidenten Emmanuel Macron: Man leide mit dem Volk in Frankreich. Er verwies auf einen Großbrand auf Schloss Windsor bei London vor 27 Jahren.

Im November 1992 hatte ein Feuer einen erheblichen Teil des Schlosses zerstört. Der Brand, der in der Kapelle ausgebrochen war, vernichtete neun StaatsrÀume und beschÀdigte etwa 100 RÀume schwer. Der Wiederaufbau dauerte Jahre; der Brandschutz wurde verbessert.

13.22 Uhr Priester wird zum Helden von Notre-Dame

Der französische Priester Jean-Marc Fournier ist in der Nacht des Flammeninfernos von Notre-Dame zum Helden geworden – nicht zum ersten Mal in seinem Leben.


Fournier, der Kaplan der Pariser Feuerwehr ist, ging nach Augenzeugenberichten mit den EinsatzkrĂ€ften in die brennende Kathedrale und soll die wichtigste Reliquie – die Dornenkrone, die Jesus bei seiner Kreuzigung getragen haben soll – aus den Flammen gerettet haben. Die Dornenkrone und andere GegenstĂ€nde wurden im Pariser Rathaus untergebracht, sagte Frankreichs Kulturminister Franck.

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Bereits nach dem Anschlag auf das Bataclan-Theater am 13. November 2015 wurde Fournier als Held gefeiert. Fournier war direkt nach dem Anschlag im Theater, betete fĂŒr die Toten und stand den Verletzten sowie denen, die Angehörige verloren hatten, bei. Bei dem Attentat im Bataclan wurden 90 Menschen getötet.

13.12 Uhr: t-online.de-Reporter Tobias Ruf vor Ort

Notre-Dame am Tag nach dem Feuer: Der Zugang zur Kathedrale ist weitrÀumig abgesperrt.
Notre-Dame am Tag nach dem Feuer: Der Zugang zur Kathedrale ist weitrÀumig abgesperrt. (Quelle: /T-Online-bilder)

Die Stimmung in Paris ist nach dem Feuerinferno weiter gedrĂŒckt. "Ein bewegender und trauriger Anblick", schreibt unser Reporter Tobias Ruf beim Anblick der schwer beschĂ€digten Kathedrale Notre-Dame.

12.47 Uhr: Ermittler gehen weiter von Unfall aus

Die Pariser Staatsanwaltschaft geht weiter davon aus, dass der verheerende Brand in der Kathedrale Notre-Dame auf einen Unfall beruht. "Nichts weist derzeit in die Richtung einer vorsÀtzlichen Tat", sagte der Pariser Staatsanwalt Rémy Heitz. Die Staatsanwaltschaft hatte bereits in der Nacht bestÀtigt, dass sich die Ermittlungen um eine "unbeabsichtigte Zerstörung" durch Feuer drehen.

Laut Heitz werden Zeugen angehört. Dazu gehören auch Arbeiter, die bei den Renovierungsarbeiten in der Kathedrale beschÀftigt waren. Laut Heitz suchen rund 50 Ermittler nach der Brandursache.

Es habe am Montag zwei Mal Alarm gegeben: Einmal um 18.20 Uhr, dabei sei aber bei einer ÜberprĂŒfung kein Feuer entdeckt worden. Der zweite Alarm wurde um 18.43 Uhr ausgelöst – dann sei der Brand im Dachstuhl entdeckt worden.

12.23 Uhr: Putin will Spezialisten nach Paris schicken

Kremlchef Wladimir Putin hat nach dem verheerenden Brand in der Pariser Kathedrale Notre-Dame Frankreich Hilfe von russischen Spezialisten beim Wiederaufbau angeboten. "Er schlug vor, die besten Experten nach Frankreich zu schicken. Sie haben große Erfahrung in der Restaurierung von Weltkulturerbe", teilte der Kreml mit.

Die Kathedrale sei ein unschĂ€tzbarer kultureller Wert fĂŒr Europa und die ganze Welt, sagte der russische PrĂ€sident in einem Schreiben an seinen französischen Kollegen Emmanuel Macron. "Das UnglĂŒck, das in dieser Nacht geschehen ist, schmerzt auch in den Herzen der Russen."

11.43 Uhr: TrauergelÀut als Zeichen der SolidaritÀt mit Notre-Dame

Mit einem TrauergelĂ€ut und einer Andacht im Hamburger Michel bekunden die Hauptkirchen der Hansestadt Dienstagmittag ihre Verbundenheit mit der vom Feuer zerstörten Kathedrale Notre-Dame in Paris. "Menschen in aller Welt und auch wir hier in Hamburg stehen erschĂŒttert vor der VerwĂŒstung von Frankreichs bedeutendster Kirche", sagte die evangelisch-lutherische Bischöfin Kirsten Fehrs. "Zu Beginn der Karwoche, die ja ohnehin eine Zeit der Trauer ist, wissen wir uns mit den Christinnen und Christen Frankreichs einig in Gedenken und Gebet." Neben den Glocken des Michel werden auch die Hauptkirchen St. Petri, St. Nikolai, St. Jacobi und St. Katharinen ihre Trauerglocken lĂ€uten. Im Michel beginne das GelĂ€ut um 11.55 Uhr und dauere bis 12.05 Uhr.

Auch mehrere Kathedralkirchen wollen am Dienstagmittag als Zeichen der SolidaritĂ€t mit der zum Teil zerstörten Kathedrale Notre-Dame in Paris die Glocken lĂ€uten lassen. Nach dem LĂ€uten um 12 Uhr sollen in den großen Kirchen zudem Gebete stattfinden. Damit folgen die Kirchen einem Aufruf des Kölner Dompropsts Gerd Bachner.

Ein Sprecher des Bistums Mainz sagte, dass der Mainzer Domdekan Heinz Heckwolf aus Köln angerufen worden sei. Er sei gefragt worden, ob der Mainzer Dom bei der Aktion mitmachen wolle. Sowohl im Kölner als auch im Mainzer Dom wollen die Domdekane und Baumeister im Anschluss an das Gebet ĂŒber die Brandschutzmaßnahmen in den GotteshĂ€usern informieren. Wie viele Kirchen in Deutschland dem Aufruf folgen werden, blieb zunĂ€chst unklar.

11.26 Uhr: Kölner Dombaumeister: Wiederaufbau dauert Jahrzehnte

Nach dem Feuer in Notre-Dame rechnet der Kölner Dombaumeister Peter FĂŒssenich mit einem jahrzehntelangen Wiederaufbau. "Jetzt zu spekulieren, wie lange der Wiederaufbau dauern und was er kosten wird, ist ein Blick in die Glaskugel", sagte FĂŒssenich. "Aber allein wenn man die Fernsehbilder gesehen hat, weiß man, dass es nicht nur Jahre sein werden, bis der letzte Schaden beseitigt ist, sondern dass es da um Jahrzehnte geht."

Die nĂ€chsten Tage seien nun entscheidend, betonte der Experte. Die steinernen Deckengewölbe unterhalb des verbrannten Dachstuhls hĂ€tten sich mit Löschwasser vollgesogen. "Das hat dazu gefĂŒhrt, dass es zu einer Gewichtszunahme der ĂŒberwölbten Decken um ein Vielfaches gekommen ist. Man wird die nĂ€chsten Tage abwarten mĂŒssen, ob die Gewölbe standhalten – trotz dieses Gewichts."

Die Zerstörung des Dachstuhls von Notre-Dame sei ein besonders großer Verlust, weil er ĂŒberwiegend noch aus dem 13. Jahrhundert gestammt habe. Der Kölner Dom besitze einen Dachstuhl aus Eisen aus dem 19. Jahrhundert. "Im Vergleich zu einem hölzernen brennt der nicht direkt. Wenn aber ein großes Feuer auf ihn einwirkt, dann hat das auch Folgen. Dann verzieht sich so ein eiserner Dachstuhl."

10.57 Uhr: Reaktionen der Kirche: "Der Papst ist Frankreich nahe"

Kirchenvertreter haben mit BestĂŒrzung und Anteilnahme auf den Brand in der Pariser Kathedrale Notre-Dame reagiert. Der Vatikan erklĂ€rte am Dienstag, Papst Franziskus bete "fĂŒr Frankreichs Katholiken und fĂŒr die Bevölkerung von Paris". Auch von deutschen Geistlichen kamen Worte der Anteilnahme.

"Der Papst ist Frankreich nahe", schrieb der Vatikansprecher am Dienstagmorgen bei Twitter. Denjenigen, die mit der "dramatischen Situation" in Paris konfrontiert seien, entbiete Franziskus seine Gebete.

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Die Deutsche Bischofskonferenz wandte sich mit einem Schreiben an den Erzbischof von Paris, Michel Aupetit. Ihr Vorsitzender, Kardinal Reinhard Marx, sprach Aupetit, den GlĂ€ubigen des Pariser Erzbistums und allen Menschen Frankreichs seine "tief empfundene Anteilnahme" aus. "In Notre Dame haben sich ĂŒber Jahrhunderte Baustile, Kunstgeschichte und bedeutende historische Ereignisse vereint, die den europĂ€ischen Kontinent mit prĂ€gten," schrieb Marx. Mit dem Feuer sei das HerzstĂŒck des katholischen Glaubens in Paris ebenso getroffen worden wie eines der Wahrzeichen ganz Frankreichs und Europas.

Berlins Erzbischof Heiner Koch zeigte sich zutiefst erschĂŒttert. Die Bilder der brennenden Kathedrale schmerzten ihn, erklĂ€rte Koch. Er fĂŒhle sich Paris und seinem Erzbischof "in diesen Stunden im Gebet verbunden". Berlin und Paris verbindet eine jahrzehntelange StĂ€dtepartnerschaft.

10.28 Uhr: Tusk ruft Mitgliedstaaten zur Hilfe fĂŒr Notre-Dame auf

EU-RatsprĂ€sident Donald Tusk hat nach dem verheerenden Brand in der Pariser Kathedrale Notre-Dame alle anderen EU-Mitgliedstaaten zur Hilfe beim Wiederaufbau aufgerufen. "Ich weiß, dass Frankreich das allein machen könnte, aber hier geht es um mehr als nur materielle Hilfe", sagte Tusk im Europaparlament. Der Brand der Kathedrale habe vor Augen gefĂŒhrt, dass man in der EU durch etwas Bedeutenderes und Tiefgreifenderes verbunden sei als durch VertrĂ€ge. "Heute verstehen wir besser, was die Grundlage der Gemeinsamkeiten ist, wir wissen besser, wie viel wir verlieren können – und dass wir das zusammen verteidigen wollen", sagte er.

EU-KommissionsprĂ€sident Jean-Claude Juncker sprach mit Blick auf den Brand von einem "schrecklichen Tag fĂŒr alle, die Frankreich und Paris lieben" und kĂŒndigte an, dass die EU-Kommission alle UnterstĂŒtzung leisten werde, die Frankreich möglicherweise benötigen könnte. "Gestern ist ein bedeutender Teil Frankreichs schwer verwundet worden und wir sind alle ein bisschen Witwer und Witwen", sagte Juncker.

09.51 Uhr: Brand in Kathedrale Notre-Dame komplett gelöscht

Der Großbrand in der weltberĂŒhmten Pariser Kathedrale Notre-Dame ist nach Angaben der Feuerwehr komplett gelöscht. Alle Flammen seien gelöscht, nun mĂŒssten Experten das Ausmaß der SchĂ€den prĂŒfen, sagte ein Feuerwehrsprecher am Dienstagmorgen.

Bis zum Morgen seien die EinsatzkrĂ€fte der Feuerwehr vor allem damit beschĂ€ftigt gewesen, die beiden GlockentĂŒrme der Kirche zu schĂŒtzen, sagte Plus. Dies sei gelungen. Rund hundert Feuerwehrleute blieben nun weiter im Einsatz, um die Bausubstanz zu ĂŒberwachen und eventuelle Brandnester zu löschen.

Der Brand war am Montagabend auf dem Dach ausgebrochen und hatte sich rasend schnell auf einer FlÀche von rund 1.000 Quadratmetern ausgebreitet.

Nach dem verheerenden Großbrand stehen die Ermittlungen nach den Ursachen im Fokus. Es sei weiterhin unklar, warum am frĂŒhen Montagabend das Feuer in dem weltberĂŒhmten Wahrzeichen der französischen Hauptstadt ausgebrochen sei, sagte der StaatssekretĂ€r im Innenministerium Laurent Nunez. Die Ermittlungsbehörden gingen zunĂ€chst von einem UnglĂŒck aus. Weite Teile der Kathedrale wurden zerstört, die beiden markanten TĂŒrme sowie die Grundmauern der acht Jahrhunderte alten Kirche konnte die Feuerwehr jedoch retten.

09.50 Uhr: Notre-Dame-Direktor: Keine MĂ€ngel beim Brandschutz

Der Direktor der Pariser Kathedrale Notre-Dame sieht keine SicherheitsmĂ€ngel beim Brandschutz. Es gebe etwa Brandaufseher, die drei Mal tĂ€glich den Dachstuhl prĂŒfen, sagte Patrick Chauvet am Dienstagmorgen dem Sender France Inter. "Ich denke, dass man nicht mehr machen kann." Aber es gebe natĂŒrlich immer VorfĂ€lle, die man so nicht habe vorhersagen könne. Man mĂŒsse nun prĂŒfen, was passiert sei – er wisse es noch nicht.

09.41 Uhr: Drei Leichtverletzte bei verheerendem Brand

Bei dem verheerenden Brand in Notre-Dame sind nach ersten Erkenntnissen drei Menschen leicht verletzt worden. Dabei handele es sich um zwei Polizisten und einen Feuerwehrmann, teilte die Pariser Feuerwehr mit. Die Struktur der Kathedrale sei nach neun Stunden "erbittertem Kampf" erhalten, die wichtigsten Kunstwerke habe man retten können.

09.25 Uhr: Schon 310 Millionen Euro fĂŒr Wiederaufbau bereitgestellt

Am Morgen nach dem verheerenden Brand in der Kathedrale Notre-Dame stehen bereits 360 Millionen Euro fĂŒr ihren Wiederaufbau bereit.

BĂŒrgermeisterin Hidalgo brachte zudem eine internationale Geberkonferenz fĂŒr den Wiederaufbau ins GesprĂ€ch, um "MĂ€zene aus der ganzen Welt" zusammenzubringen. Sie könne gleichzeitig als Treffpunkt von Experten dienen, sagte Hidalgo dem Radionetzwerk France Inter.

Neben offiziellen Geldern stehen auch bereits zwei große Privatspenden zur VerfĂŒgung: Der grĂ¶ĂŸte und der zweitgrĂ¶ĂŸte LuxusgĂŒterkonzern Frankreichs, LVMH und Kering, verpflichteten sich zu Millionenspenden im dreistelligen Bereich.

Die MilliardĂ€rsfamilie Pinault will nach eigenen Angaben 100 Millionen Euro fĂŒr den Wiederaufbau der von Flammen verwĂŒsteten Kathedrale zur VerfĂŒgung stellen. Das gab der Chef des Modekonzerns Kering (Gucci, Saint Laurent, Balenciaga), François-Henri Pinault, in der Nacht zum Dienstag bekannt. "Diese Tragödie trifft alle Franzosen", erklĂ€rte die Familie. In solch einer Situation wolle jeder mithelfen, "schnellstmöglich diesem Juwel unseres nationalen Kulturerbes wieder Leben einzuhauchen".

Am Dienstagmorgen zog dann LVMH (MoĂ«t Hennessy - Louis Vuitton) nach: Die Unternehmensgruppe versprach eine Spende von 200 Millionen Euro fĂŒr den Wiederaufbaufonds. In einer ErklĂ€rung hieß es, LVMH und die Besitzerfamilie Arnault wollten nach "dieser nationalen Tragödie" ihre SolidaritĂ€t zeigen. Notre-Dame sei ein Symbol Frankreichs, seines kulturellen Erbes und seiner Einigkeit.

PrĂ€sident Emmanuel Macron versprach bereits einen Wiederaufbau der Kathedrale und kĂŒndigte eine nationale Spendenaktion an.

08.35 Uhr: Experten prĂŒfen Einsturzgefahr

Nach dem Großbrand in Notre-Dame besteht nach Angaben des französischen Innenministeriums immer noch Einsturzgefahr. Da die Brandgefahr mittlerweile gebannt sei, mĂŒsse nun geklĂ€rt werden, wie die Bausubstanz der Kirche dem Feuer standhalten werde, sagte InnenstaatssekretĂ€r Laurent Nuñez. Experten und Architekten sollen seinen Angaben zufolge in KĂŒrze darĂŒber beraten, ob die Kathedrale stabil sei und die Feuerwehr ihre Arbeit im Innern fortsetzen könne.

Ein Feuerwehrsprecher hatte in der Nacht von dramatischen SchĂ€den gesprochen: Die Flammen zerstörten demnach weite Teile des Daches und brachten einen Kirchturm zum Einsturz. Die Struktur der gotischen Kathedrale und die Fassade mit den beiden HaupttĂŒrmen konnten demnach aber gerettet werden. Zwischenzeitlich hatte die Feuerwehr befĂŒrchtet, die gesamte Kirche könnte einstĂŒrzen.

07.40 Uhr: Feuerwehr hatte große Sorge um die TĂŒrme

Bei dem verheerenden Brand der Pariser Kathedrale Notre-Dame war die Feuerwehr der französischen Hauptstadt in großer Sorge um die beiden TĂŒrme des massiven Baus. PrioritĂ€t der Arbeiten sei es gewesen, die Struktur der beiden TĂŒrme zu schĂŒtzen, sagte der Sprecher der Pariser Feuerwehr, Gabriel Plus, am Dienstagmorgen.

Die BefĂŒrchtung sei gewesen, dass die Konstruktion der TĂŒrme geschwĂ€cht wĂŒrde und die tonnenschweren Glocken von Notre-Dame abstĂŒrzen könnten. Zu Beginn der Löscharbeiten sei es nicht ĂŒbereilt gewesen, einen Zusammenbruch der Strukturen zu bedenken.

Eine große Herausforderung fĂŒr die Arbeiten sei die Sicherung der KunstschĂ€tze gewesen. Nach dem Einsturz des Spitzturms, der sich im Zentrum des Mittelschiffs befand, seien Leute aus dem Inneren der Kirche zurĂŒckgezogen worden. Dort sei dann ein Roboter eingesetzt worden. In den kommenden Stunden gehe es darum, das Feuer richtig zu löschen und neue Brandherde zu verhindern. Mit Lasertechnik wĂŒrden Teams die Struktur des Baus untersuchen.

07.35 Uhr: Innenministerium: Brandgefahr ist gebannt

Das Feuer in der Pariser Kathedrale Notre-Dame ist nach Angaben von Frankreichs Innenministerium unter Kontrolle. Die Brandgefahr sei gebannt, nun mĂŒsse man schauen, wie die Struktur des GebĂ€udes dem schweren Brand standhalten werde, sagte der StaatssekretĂ€r im Innenministerium, Laurent Nuñez, am frĂŒhen Dienstagmorgen dem Sender BFM TV.

Experten und Architekten wollten am Morgen darĂŒber beraten, wie die Feuerwehr ihre Arbeit fortsetzen kann und ob die Kathedrale stabil ist, sagte Nuñez. Rund hundert Feuerwehrleute seien noch im Einsatz. Bei dem Brand sei ein Feuerwehrmann leicht verletzt worden, sagte Feuerwehrchef Jean-Claude Gallet. "Wir hatten großes GlĂŒck."

07.30 Uhr: Macron verspricht Wiederaufbau von Notre-Dame

Nach dem schweren Brand in der Pariser Kathedrale von Notre-Dame will Frankreich das berĂŒhmte Wahrzeichen wieder instand setzen. "Wir werden Notre-Dame wieder aufbauen", sagte Staatschef Emmanuel Macron noch am Abend. "Denn das ist es, was die Franzosen erwarten". Macron hatte am Abend die ursprĂŒnglich geplante Fernsehansprache zu den "Gelbwesten"-Protesten wegen des Feuers abgesagt.

Am frĂŒhen Morgen erklĂ€rte die Feuerwehr den Brand fĂŒr "unter Kontrolle und teilweise gelöscht". Es gebe lediglich noch einzelne Glutnester. Die Pariser Staatsanwaltschaft ermittelt, bislang wird dabei die Spur eines Unfalls verfolgt.

An der Kathedrale waren rund 400 Feuerwehrleute im Großeinsatz und kĂ€mpften mit Löschwagen gegen das Feuer. Nach Angaben von Einsatzleiter Jean-Claude Gallet konnte die Struktur der gotischen Kirche gerettet werden. Die Kirche könne in ihrer Gesamtheit erhalten werden, erklĂ€rte er.

06.43 Uhr: Dombaumeisterin: Ich kann das Feuer kaum begreifen

Die Bilder von der brennenden Kathedrale in Paris haben die Dombaumeisterin Regine Hartkopf entsetzt – und verwundert: "Holz entzĂŒndet sich nicht so schnell." Bei t-online.de spricht sie ĂŒber Brandschutz, die Tragweite des Feuers von Notre-Dame und ĂŒber Wiederaufbau. Das Interview lesen Sie hier.

06.23 Uhr: Friedrich Merz will Spenden in Deutschland sammeln

CDU-Politiker Friedrich Merz hat vorgeschlagen, auch in Deutschland Geld fĂŒr die zerstörte Kathedrale Notre-Dame in Paris zu sammeln. "Wir sollten eine BĂŒrgerinitiative ins Leben rufen, die im ganzen Land Spenden sammelt fĂŒr den Wiederaufbau dieses ĂŒberragenden europĂ€ischen Kulturguts", schrieb er auf Twitter. "Unsere Freundschaft mit Frankreich wird sich damit in ganz besonderer Weise zum Ausdruck bringen und vertiefen."

Nach dem verheerenden Brand in Notre-Dame hat die französische Kulturerbe-Stiftung Fondation du Patrimoine eine Spendensammlung fĂŒr den Wiederaufbau gestartet. Diese "nationale Sammelaktion" war bereits in der Nacht auf der Internetseite der Stiftung zugĂ€nglich. "Damit Notre-Dame aus der Asche wiedergeboren werden kann, starten wir einen internationalen Aufruf", schrieb die Stiftung auf ihrem Twitter-Account. Zuvor hatte die französische MilliardĂ€rs-Familie Pinault bereits 100 Millionen Euro fĂŒr den Wiederaufbau der Kathedrale versprochen.

Dienstag, 16.04.19, 04.08: Der Stand der Löscharbeiten

Die Feuerwehr hat den verheerenden Brand in der Pariser Kathedrale Notre-Dame nach mehrstĂŒndigen Löscharbeiten bis zum frĂŒhen Dienstagmorgen unter Kontrolle gebracht. Das berichteten die Zeitungen "Le Figaro" und "Le Parisien" ĂŒbereinstimmend auf ihren Online-Seiten unter Berufung auf die Feuerwehr.

Das Feuer verwĂŒstete den Sakralbau im Herzen der französischen Hauptstadt, der Dachstuhl stand lichterloh in Flammen. Es war am Montagabend ausgebrochen, ĂŒber Stunden schlugen Flammen in den Himmel. Der kleine Spitzturm in der Mitte des Dachs brach zusammen. Das genaue Ausmaß der Zerstörungen war in der Nacht noch nicht bekannt. Staatschef Emmanuel Macron hatte am spĂ€ten Montagabend gesagt, das Schlimmste sei verhindert worden, denn die Fassade und die beiden HaupttĂŒrme seien nicht zusammengestĂŒrzt.

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