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Corona-News: UN-Generalsekretär warnt vor Corona-Lügen

Newsblog zur Corona-Krise  

UN-Generalsekretär warnt vor Corona-Lügen

14.04.2020, 22:40 Uhr | dpa, AFP, rtr, t-online.de

 (Quelle: Glomex)
Wie weltweit nach einem Impfstoff gesucht wird

Angesichts der sich schnell ausbreitenden Covid-19-Pandemie suchen Wissenschaft und Wirtschaft mit Hochdruck nach einem Impfstoff und einer Behandlung gegen das neue Coronavirus. (Quelle: Euronews)


Forschung zu Covid-19: Wie weltweit in über dreißig Unternehmen und akademischen Einrichtungen an einem Impfstoff gearbeitet wird. (Quelle: Euronews)


In der Corona-Krise treiben abstruse Theorien und Falschmeldungen ihr Unwesen. Antonio Guterres warnt nun – mit eindringlichen Worten. Alle Infos im Newsblog.

Weltweit sind schon mehr als 1,9 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert, mehr als 119.000 sind gestorben. Die Staaten reagieren sehr unterschiedlich auf die Gefahr: In einigen europäischen Ländern wurden bereits Lockerungen der rigorosen Maßnahmen im Kampf gegen das Virus verkündet. Auch in Deutschland bereiten einige Länder die Rückkehr zur Normalität vor. NRW macht den Anfang.
 

UN-Generalsekretär warnt: "Epidemie der Desinformation"

Die Corona-Pandemie verursacht nach Ansicht der Vereinten Nationen eine "gefährliche Epidemie der Desinformation". Obwohl derzeit ein Moment der "Wissenschaft und Solidarität" sein sollte, gebe es viele Fehlinformationen, kritisierte UN-Generalsekretär Antonio Guterres am Dienstag in einer Video-Erklärung. "Lügen verbreiten sich im Netz, Verschwörungstheorien infizieren das Internet" und "Hass geht viral, stigmatisiert und diffamiert Menschen und Gruppen".

Die von ihm kritisierte Situation nannte er eine "Krankheit", gegen die sich die Welt vereinen müsse. Der gemeinsame "Impfstoff" sei Vertrauen - vor allem in die Wissenschaft. Weiterhin lobte Guterres "Journalisten und diejenigen, die die Fakten in dem Berg von irreführenden Geschichten und Veröffentlichungen in sozialen Netzwerken überprüfen". Er rief die Betreiberfirmen von großen sozialen Netzwerken dazu auf, "mehr zu tun, um Hass und schädliche Behauptungen über Covid-19 zu beseitigen".

Der UN-Generalsekretär forderte zudem, "gemeinsam Lügen und Unsinn abzulehnen, um eine gesündere, ausgewogenere, gerechtere und widerstandsfähigere Welt aufzubauen". In seiner Kritik nannte Guterres jedoch keine konkreten Fälle, Länder oder Medien.

Adidas bekommt Milliardenkredit von KfW

Der Sportartikelhersteller Adidas erhält wegen der Folgen der Corona-Pandemie einen Milliardenkredit von der staatlichen Förderbank KfW. Die Bundesregierung habe am Dienstag die Zusage gegeben, dass sich die KfW mit einer Darlehenszusage in Höhe von 2,4 Milliarden Euro an einem sogenannten Konsortialkredit beteiligt, teilte der Konzern mit. Dazu kämen Zusagen eines Bankenkonsortiums in Höhe von 600 Millionen Euro.

"Nach den gravierenden Auswirkungen der weltweiten Ausbreitung der Coronavirus-Pandemie auf sein Geschäft hat Adidas weitere Schritte unternommen, um die finanzielle Flexibilität des Unternehmens zu sichern", begründete das Unternehmen den Schritt.

Solange der Kredit läuft, zahlt Adidas keine Dividende. "Zudem hat der Vorstand jüngst entschieden, den Rückkauf von Adidas-Aktien zu stoppen sowie auf die eigenen kurz- und langfristigen Boni, die insgesamt 65 Prozent der Jahreszielvergütung ausmachen, für das Jahr 2020 zu verzichten", betonte der Konzern. Auch andere Führungskräfte erhalten im laufenden Geschäftsjahr keine "langfristige Bonuskomponente".

NRW will Schulen ab kommender Woche schrittweise öffnen

Die Schulen in Nordrhein-Westfalen sollen nach den Osterferien schrittweise wieder öffnen. Das sei ihr "festes Ziel", um vor allem die Durchführung von Prüfungen und die Vergabe von Abschlüssen zu ermöglichen, sagte NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf.

Auch Kinder, die kurz vor der Einschulung stehen, sollen bald wieder die Kindertagesstätten besuchen dürfen. In der kommenden Woche werde die Notfallbetreuung für diese Kinder noch fortgesetzt, sagte NRW-Familienminister Joachim Stamp (FDP). "Danach schlage ich vor, den letzten Jahrgang vor der Einschulung wieder zuzulassen."

BaWü: Schulbeginn frühestens am 27. April

Die baden-württembergische Landesregierung will die Schulen im Land frühestens am 27. April wieder öffnen. In einem Papier des Staatsministeriums für die Schaltkonferenz der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel am Mittwoch heißt es: "In der 18. oder 19. Kalenderwoche soll zuerst der Unterricht für die Jahrgänge, die vor Abschlussprüfungen stehen, beginnen." In dem Schreiben, über das die Nachrichtenagentur dpa berichtet, ist auch die Rede von vorsichtigen Öffnungen in verschiedenen Dienstleistungsbereichen.

18 Tonnen Schutzmaterial in Berlin eingetroffen

In der Hauptstadt ist laut Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) eine Ladung mit 18 Tonnen Schutzkleidung aus China eingetroffen, darunter 2,5 Millionen Mund-und-Nasenschutzmasken sowie je 100.000 FFP2-Masken und 100.000 Schutzbrillen. Das Material reicht laut Kalayci, um "das Nötigste in den kommenden Tagen zu bewältigen". Es soll demnach an Krankenhäuser, Pflegeheime und an ambulante Versorger, insbesondere Dialyse-Einrichtungen verteilt werden. Es werde darüber hinaus versucht, weiteres Material zu organisieren. Zunächst hatte der RBB berichtet.

Griechenland: Gefährdete Migranten in leere Hotels gebracht

Angesichts der Gefahr durch das Coronavirus werden die Flüchtlingscamps auf den griechischen Inseln leicht entlastet. Aus den Lagern auf Lesbos und den anderen Inseln würden etwa 1000 besonders gefährdete Migranten in leerstehende Hotels auf den Inseln und auf dem Festland umziehen, schrieb EU-Innenkommissarin Ylva Johansson auf Twitter. Dies sei möglich durch Bemühungen des UN-Flüchtlingshilfswerks, der Internationalen Organisation für Migration, der griechischen Regierung und der EU-Kommission. Johansson lobte die "Großzügigkeit der griechischen Einheimischen". "EU-Werte in der Praxis, selbst in diesen schwierigen Zeiten."

Spahn und Bouffier äußern sich zu Schritten Richtung "neue Normalität"

Nach einem gemeinsamen Besuch in der Uniklinik Gießen haben sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier vor der Presse geäußert. Spahn zeigte sich dabei zufrieden mit dem Verhalten der Bürger an den Ostertagen: Die Einschränkungen wegen der Corona-Krise hätten "eine sehr, sehr hohe Akzeptanz und Unterstützung" in der Bevölkerung gefunden, sagte er. Bezüglich der am Mittwoch anstehenden Beratungen von Bund und Ländern für mögliche Lockerungen der Maßnahmen drängte er auf eine gemeinsame Linie: "Ein einheitlicher Rahmen wird am Ende für eine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung sorgen".

Als Maßstab für das weitere Vorgehen nannte er ausreichende Kapazitäten bei Intensivbetten und Beatmungsgeräten. Generell könne es nur „vorsichtige erste Schritte“ geben. Spahn sprach von einer „neuen Normalität“ – "Es geht darum, mit dem Virus zu leben". Es müsse eine Balance gefunden werden "zwischen Gesundheitsschutz, öffentlichem Leben und der Wirtschaft“, so der Gesundheitsminister. Es gelänge aber immer besser, Schutzausrüstung für medizinisches und pflegerisches Personal zu besorgen.

Der hessische Ministerpräsident Bouffier bekräftigte, dass die Ausstattung in den hessischen Krankenhäusern derzeit gut sei. Die Beschaffung von Ausrüstung sei jedoch ein „schwieriges Kapitel“. Das Land müsse meist in Vorkasse gehen und außerdem sicherstellen, nicht betrogen zu werden. Aktuell lägen mehrere Millionen Schutzmasken am Flughafen in Shanghai – die chinesischen Behörden wollen die Lieferung noch untersuchen. Die Empfehlung der Leopoldina-Wissenschaftler, zuerst die Grundschulen wieder zu öffnen, überzeuge ihn nicht. Er glaube, „dass bei älteren Schülerinnen und Schülern der notwendige Appell, Abstand zu halten und Hygienevorschriften einzuhalten, wesentlich besser gelingen kann“. Entschieden werde jedoch erst am Mittwoch.

Lauterbach: Unvorsichtige Schulöffnungen gefährden Eltern und Lehrer

Karl Lauterbach, Gesundheitsexperte der SPD, warnt gegenüber t-online.de "vor einem Schnellschuss" bei der Rückkehr zum Unterricht. "Es besteht die große Gefahr, dass eine schnelle Öffnung der Schulen zu einer starken Verbreitung der Seuche beiträgt.“ Ohne weitere Maßnahmen wie Schutzmasken, Einhaltung der Abstandsgebote und Hygieneregeln könne er sich eine schnelle Öffnung der Schulen nicht vorstellen: "Die Schulen dürfen nur behutsam geöffnet werden", forderte er. "Selbst wenn Schüler bisher nicht oft stark erkranken, werden ansonsten Eltern und Lehrer gefährdet."

Der SPD-Politiker sprach sich zudem dafür aus, dass sich Bund und Länder am Mittwoch auf eine einheitliche Linie für mögliche Lockerungen nach den Osterferien einigen. "Eine gemeinsame Linie aller Bundesländer ist notwendig, weil die Regelungen sonst willkürlich und nicht nachvollziehbar erscheinen", sagte Lauterbach.

Japan erlaubt Handdesinfektion mit Spirituosen 

Es kann fast nicht stark genug sein: Angesichts der Knappheit von Desinfektionsmitteln dürfen in japanischen Krankenhäusern ab sofort Spirituosen mit einem Alkoholgehalt zwischen 70 und 83 Prozent zur Handdesinfektion verwendet werden. Die stark alkoholischen Getränke sollen "wenn absolut notwendig" zum Einsatz kommen, wie aus einem Dokument des japanischen Gesundheitsministeriums hervorgeht, das der Nachrichtenagentur AFP vorliegt.

Laut Vorschrift der japanischen Behörden müssen Flüssigkeiten, die zur Desinfektion bestimmt sind, zwischen 76,9 und 81,4 Prozent Alkoholgehalt enthalten. Sollte der Wert höher liegen, müssen sie verdünnt werden. In die Kategorie der geeigneten Getränke fällt somit unter anderem Wodka. Traditionelle japanische Getränke wie Sake oder Shochu mit einem maximalen Alkoholgehalt von rund 22 und 45 Prozent sind hingegen nicht stark genug.

Deutschland laut Denkfabrik sicherstes europäisches Land in der Corona-Krise

In der Corona-Krise ist Deutschland nach der Analyse einer britischen Denkfabrik das sicherste Land in Europa. Weltweit liegt die Bundesrepublik nach einem Vergleich der Deep Knowledge Group (DKG) auf Platz zwei. Nur Israel kommt noch besser weg. Die Denkfabrik mit Sitz in London untersucht fortlaufend Daten von verschiedenen Staaten. Über die Ergebnisse berichtete am Dienstag zunächst das Nachrichtenmagazin "Spiegel". Ansonsten ist kein einziges Land aus Europa unter den Top 10.

DKG-Gründer Dimitry Kaminsky sagte dem "Spiegel": "Deutschland war angesichts seiner anfangs hohen Infektionszahlen äußerst effizient und hat eine weitere Ausbreitung der Krankheit erfolgreich gestoppt, ohne das Niveau anderer Staaten zu erreichen. Dadurch wird Deutschland nach der Pandemie erhebliche wirtschaftliche Vorteile haben." Unternehmen suchten in diesen Zeiten nach einem Hort der Sicherheit.

Island lockert Beschränkungen ab Anfang Mai

Island will als drittes Land Skandinaviens nach Dänemark und Norwegen seine in der Corona-Krise ergriffenen Maßnahmen lockern. Ab dem 4. Mai sollen die bisher mit Einschränkungen geöffneten Schulen im Land wieder zum Normalbetrieb zurückkehren, wie Ministerpräsidentin Katrín Jakobsdóttir und Gesundheitsministerin Svandis Svavarsdóttir auf einer Pressekonferenz in Reykjavik bekannt gaben. Zudem können dann die seit Wochen geschlossenen Universitäten und Hochschulen wieder öffnen.

Generell solle der Weg aus den Corona-Maßnahmen langsam und Schritt für Schritt vonstattengehen, machten Jakobsdóttir und Svavarsdóttir klar. Die Maßnahmen, um Sozialkontakte weitestgehend zu minimieren, bleiben über den 4. Mai hinaus in Kraft. Die erlaubte Teilnehmerzahl für Versammlungen wird dagegen von 20 auf 50 erhöht. Schwimmbäder und Fitnessstudios bleiben weiter ebenso dicht wie Restaurants und Kneipen, Friseure dürfen dagegen wieder öffnen auf der Nordatlantik-Insel.

Bislang sind auf Island rund 1.700 Infektionen mit Sars-CoV-2 nachgewiesen worden, die Verbreitung konnte zuletzt aber immer stärker abgebremst werden. Acht Menschen mit Covid-19-Erkrankung sind auf der Insel bisher gestorben, darunter ein Tourist aus Australien.

IWF rechnet mit schlimmster Rezession seit 90 Jahren

Die Corona-Pandemie bringt die Weltwirtschaft in Bedrängnis: Der Internationale Währungsfonds rechnet mit der schlimmsten Rezession seit den 1930er-Jahren. Mehr lesen Sie hier. 

Nato-Generalsekretär Stoltenberg: Abhängigkeit von Drittländern zu groß?

Angesichts von Versorgungsengpässen in der Corona-Krise müssen die Nato-Staaten Generalsekretär Jens Stoltenberg zufolge prüfen, ob sie zu abhängig von Lieferungen aus Drittstaaten sind. Es müsse sichergestellt sein, dass man bei der nächsten Krise besser vorbereitet sei, sagte der Norweger in Brüssel. Die Verteidigungsminister des Militärbündnisses beraten am Mittwoch per Videoschalte über die Nato-Reaktion auf Covid-19.

"Ich denke, es ist offensichtlich, dass eine der Lehren, die wir alle ziehen müssen, eine Lehre über die Bedeutung der Resilienz ist", sagte Stoltenberg. Dies meint die Widerstandsfähigkeit einzelner Staaten gegen Sicherheitsherausforderungen. Die Nato sei bereit, Lehren aus der Pandemie zu ziehen und gestärkt daraus hervorzugehen. Die Corona-Krise werde weitreichende Konsequenzen für "unser Denken über Sicherheit und nationale Resilienz" haben. Stoltenberg nannte etwa die Versorgung mit medizinischer Ausrüstung, Schutzanzügen und Medikamenten.

Das Bündnis müsse sich die Frage stellen, ob es zu abhängig von anderen Ländern sei und ob mehr Ausrüstung in den Nato-Staaten produziert und gelagert werden müsse. Stoltenberg nannte mehrere Beispiele für Hilfe, die Nato-Partner einander schon jetzt leisteten. Zugleich betonte er, dass die Nato auch während der Krise einsatzbereit sei.

Laschet: Brauchen einheitliche Regeln der Länder für eine Öffnung

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet hat sich für ein gemeinsames Vorgehen der 16 Bundesländer bei einer Lockerung der Corona-Beschränkungen ausgesprochen. "Ich plädiere dafür, dass wir möglichst einheitliche Regelungen in allen deutschen Ländern haben", sagt Laschet. Alleingänge dürfe es nicht geben. Zu den Bedingungen einer Öffnung gehöre aus Sicht der Landesregierung in Düsseldorf ein besseres Monitoring der Krisendaten, das Einhalten aller Abstandsgebote und der Hygienevorschriften – sowie vielleicht auch das Tragen von Masken. Dies solle am Mittwoch mit Kanzlerin Angela Merkel und den anderen Bundesländern beraten werden. Das Landeskabinett NRW habe sich bereits mit Optionen für einen Fahrplan "in eine verantwortungsvolle Normalität" befasst.

Weil: Lockerungen werden vorsichtig und schrittweise erfolgen

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil hat vor den Beratungen von Bund und Ländern zur Corona-Krise vor vorschneller Hoffnung auf umfassende Lockerung der Einschränkungen gewarnt. "Niemand von uns sollte die Illusion haben, dass wir ab nächster Woche unser altes Leben zurückbekommen", sagte der SPD-Politiker am Dienstag in Hannover. "Auf der Grundlage der aktuellen Erkenntnisse über die Ausbreitung des Virus und die Auslastung unserer Krankenhäuser werden wir allenfalls über erste, vorsichtige Schritte zur Lockerung der geltenden Einschränkungen reden können."

Und auch weitere Schritte könnten jeweils nur stufenweise und unter enger Bewertung des Infektionsgeschehens erfolgen, meinte Weil. "Bis wir aber beispielsweise wieder große Konzerte miteinander besuchen können, wird noch einige Zeit ins Land gehen." Auf der Politik liege derzeit ein erheblicher öffentlicher Druck aus ganz unterschiedlichen Richtungen. "Ein Teil der Bürgerinnen und Bürger hat große Sorgen vor einer zu schnellen Ausbreitung des Virus und ist dementsprechend skeptisch gegenüber der gesamten Exit-Debatte", so Weil. Ein anderer Teil wünsche sich eine zügige Rückkehr in die Normalität.

Der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz vor der Pressekonferenz: Er zeigt sich zufrieden mit den schrittweisen Lockerungen. (Quelle: dpa/Roland Schlager)Der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz vor der Pressekonferenz: Er zeigt sich zufrieden mit den schrittweisen Lockerungen. (Quelle: Roland Schlager/dpa)

Kurz: Österreich ist auf Kurs Richtung Normalität

Angesichts der günstigen Entwicklung bei den Corona-Zahlen hat Österreichs Regierung eine positive Zwischenbilanz gezogen. "Wir sind auf Kurs", sagte Regierungschef Sebastian Kurz (ÖVP) am Dienstag in Wien. Die Disziplin und das Durchhaltevermögen der Bürger hätten dazu geführt, dass nun mit der Öffnung der kleinen Geschäfte sowie der Bau- und Gartenmärkte ein erster Schritt in Richtung "neue Normalität" gemacht werden könne.

Weiterhin gelte die Maßgabe: "So viel Freiheit wie möglich, so viel Einschränkungen wie notwendig." Mit dem großen Andrang bei den Baumärkten, wie er vielerorts berichtet werde, habe er gerechnet, meinte Kurz. Auch in diesen Fällen würden sich aber offenkundig alle Kunden an die Hygiene-Vorschriften halten.

Günther will Corona-Maßnahmen in Schleswig-Holstein schrittweise lockern

Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hat eine schrittweise Lockerung der Corona-Auflagen in Schleswig-Holstein angekündigt. Die Schleswig-Holsteiner müssten sich in der "Phase des Hochfahrens" weiter auf Einschränkungen einstellen, sagte Günther. "Wir werden einen Phasenplan als Landesregierung entwickeln, um eine klare Perspektive zu geben." Die Menschen müssten abschätzen können, ab wann was wieder möglich sein werde. "Das wird sich aber an klaren Kriterien orientieren."

Beim Wiederhochfahren spiele neben dem Verlauf des Infektionsgeschehens auch die Auslastung der Krankenhäuser eine Rolle. "Immer steht im Mittelpunkt, Menschen mit Vorerkrankungen, ältere Menschen zu schützen", sagte Günther.

Gesundheitsminister Spahn will ausreichende Intensiv-Kapazitäten als Bedingung für Lockerungen 

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn setzt darauf, dass Bund und Länder bei der möglichen Lockerung der Corona-Maßnahmen an einem Strang ziehen werden. Von den Beratungen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Regierungschefs der Länder am Mittwoch erwarte er eine "einheitliche Entscheidung", sagte Spahn bei einem Besuch in Gießen.

Es sei aber "völlig normal", dass es zunächst in der Politik – ebenso wie in der Gesellschaft – Debatten über das richtige Vorgehen in der Corona-Krise gebe. Der Gesundheitsminister räumte ein, dass die Bevölkerung "mit sehr starken Einschränkungen" konfrontiert sei, es aber auch eine "hohe Zustimmung" zu den Maßnahmen gebe.

Mit Blick auf die derzeit recht gute Lage in den Krankenhäusern sagte Spahn, er habe lieber eine Debatte über freie Intensivbetten als die Bilder, wie es sie aus anderen Ländern gebe. Dass zu jeder Zeit ausreichend Beatmungs- und Intensivkapazitäten zur Verfügung stehen, müsse "Maßstab für jede mögliche Rückkehr in den Alltag" sein. Diese habe schrittweise zu erfolgen, damit "wir die Kontrolle über den Ausbruch behalten".

Berliner Bürgermeister Müller: Lockerungen nicht vor Ende April 

Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, hat in einem Interview mit dem rbb gesagt, dass er nicht mit Lockerungen der Corona-Maßnahmen vor Ende April rechnet: "Ich gehe davon aus, dass vielleicht ab dem 27. [April] oder dem 1. Mai wir dann Veränderungen haben werden in diesen Ausgangsbeschränkungen", so Müller gegenüber dem Radiosender radioeins. Nach einer Entscheidung, Maßnahmen aufheben zu wollen, brauche es einen gewissen Vorlauf, um zum Beispiel den öffentlichen Nahverkehr wieder auszubauen: "Wenn es zu Lockerungen kommen kann, dann dauert es ja auch wieder einige Tage, bis man sie umsetzen kann."

Sollte sei soweit sein, gelte aber trotzdem: "Es wird alles nicht mehr so sein wie vorher. Es wird alles, wenn es überhaupt möglich ist, nur möglich sein mit Auflagen und Regeln". Dazu könnte auch eine Maskenpflicht in bestimmten Situationen, zum Beispiel beim Friseur, gehören. Für den gesamten öffentlichen Raum könne er sich eine allgemeine Pflicht jedoch nicht vorstellen, so Müller.

"Nach wie vor ist der Gesundheitsschutz oberstes Gebot, wenn wir über Lockerungen sprechen", ergänzte Müller gegenüber der Deutschen Presse- Agentur. "Es geht weiterhin darum, Menschenleben zu schützen und unsere Krankenhäuser so aufzustellen, dass sie auf die Versorgung von Corona-Patienten gut vorbereitet sind. Uns muss klar sein, dass wir noch nicht über den Berg sind. Daran werden wir all unsere Überlegungen messen."

WHO: Höhepunkt der Pandemie noch nicht erreicht

Der Höhepunkt der Coronavirus-Pandemie ist nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) noch nicht erreicht. 90 Prozent aller Fälle würden in Europa und den USA registriert, sagt eine WHO-Sprecherin. In Europa gebe es ein gemischtes Bild: In einigen Ländern lasse die Ausbreitung des Virus leicht nach. Großbritannien und die Türkei dagegen verzeichneten weiterhin einen Anstieg der Infektionen. In China bestehe die größte Gefahr darin, dass das Virus aus anderen Ländern eingeschleppt werde. Mit einem Impfstoff solle man nicht vor einem Jahr oder noch später rechnen.

Zahl der Toten in Großbritannien wahrscheinlich höher als angenommen

In Großbritannien könnte die Zahl der am Coronavirus gestorbenen Menschen rund 15 Prozent höher sein als von den Behörden angegeben. Das nationale Statistikamt ONS teilt mit, dass in England und Wales bis zum 3. April 6.235 Menschen gestorben seien, bei denen im Totenschein die vom Virus ausgelöste Lungenkrankheit Covid-19 oder der Verdacht darauf genannt würden. Betrachte man diese Daten, dann sei die Todeszahl um 15 Prozent höher als die vom nationalen Gesundheitsdienst NHS genannte, erklärt ONS-Statistiker Nick Stripe. Zudem beinhalten die NHS-Zahlen nur die in Krankenhäusern gemeldeten Todesfälle, nicht aber die der gesamten Gemeinden, also auch aus Alten- und Pflegeheimen.

Robert Koch-Institut: noch keine Eindämmung

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat in einer Pressekonferenz darüber informiert, wie sich die Corona-Lage in Deutschland über die Ostertage entwickelt hat. Präsident Wieler dankte der Bevölkerung für die Einhaltung der Maßnahmen und die Unterstützung der Arbeit eines Instituts durch die Nutzung der neuen "Datenspende"-App. Trotz positiver Tendenzen über die Feiertage wollte er noch nicht von einer Eindämmung der Pandemie sprechen. Hier lesen Sie mehr.

Anders als die Leopoldina regt das RKI an, Schulen zuerst wieder für die höheren Jahrgänge zu öffnen. Es gehe dabei um die Annahme, dass Jugendliche Abstandsregeln besser einhalten könnten, sagte Präsident  Wieler. "Das ist eine Entscheidung der Politik", ergänzte er. Es gebe Gründe dafür und dagegen. Vieles sei ein Ausprobieren.

NRW beschließt Pandemie-Gesetz

Der Landtag hat am Dienstag in Düsseldorf mit großer Mehrheit im dritten Anlauf ein Pandemie-Gesetz für Nordrhein-Westfalen beschlossen. Es sieht besondere Regierungsbefugnisse für den Fall einer katastrophalen Entwicklung der Corona-Krise vor. Die Regierungsfraktionen von CDU und FDP stimmten ebenso wie die Oppositionsfraktionen von SPD und Grünen dafür. Die AfD stimmte dagegen.

In der vergangenen Woche hatte die AfD eine dritte Lesung des Gesetzes erzwungen, nachdem CDU, SPD, Grüne und FDP einem entschärften Entwurf bereits zugestimmt hatten. Gestrichen wurde zuvor ein besonders umstrittener Passus, wonach Ärzte, Pfleger und Rettungskräfte im äußersten Fall zum Arbeitseinsatz zwangsverpflichtet werden sollten. Stattdessen wird es nun ein Freiwilligenregister geben, in das sich medizinisches Personal eintragen kann.

Darüber hinaus kann das Gesundheitsministerium die Krankenhausträger verpflichten, zusätzliche Behandlungskapazitäten zu schaffen und nicht dringend notwendige Operationen zu verschieben. Die staatlichen Behörden dürfen außerdem Medikamente oder medizinisches Apparate beschlagnahmen, allerdings nicht bei Privatpersonen.

Das gesamte Gesetz ist bis zum 31. März 2021 befristet. Die erweiterten Handlungsbefugnisse können angewandt werden, nachdem der Landtag zuvor eine "epidemische Lage von landesweiter Tragweite" festgestellt hat. Dies wurde am Dienstag bereits in einer Landtagssondersitzung beschlossen. Die Befugnis gilt zunächst zwei Monate.

Wohlfahrtsverband fordert mehr Geld für Hartz-IV-Bezieher 

Der Vorsitzende des Paritätischen Wohlfahrtsverbands, Ulrich Schneider, fordert in der ARD für die von der Corona-Krise besonders betroffenen Hartz-IV-Bezieher 100 Euro mehr im Monat. Allein 600.000 Menschen müssten in Notwohnungen leben, und die rund 1,6 Millionen Stammkunden von den Tafeln seien erheblich betroffen, weil fast die Hälfte dieser Einrichtungen geschlossen sei. Um die Lage in Notunterkünften, wo Menschen auf engstem Raum lebten, zu entzerren, müsse der Staat vorübergehend Hotels, Appartements oder Ferienwohnungen anmieten.

NRW: Öffnung von Schulen und Kitas nach den Osterferien "ausgeschlossen"

Nordrhein-Westfalens Familienminister Joachim Stamp erwartet keine Rückkehr zu normal geöffneten Schulen und Kitas in NRW sofort nach den Osterferien. "Ich halte es für ausgeschlossen, dass schon am kommenden Montag Schulen und Kitas wieder regulär öffnen", sagte der FDP-Politiker der "WAZ".

Mit den Kitaträgern werde über einen Stufenplan gesprochen. Ein "Maßnahmenkatalog" mit Hygieneregeln werde vorbereitet. Es werde diskutiert, dass diese zunächst mit älteren Kindern eingeübt und danach jahrgangsweise erweitert werden könnten. "Eventuell könnten wir Ende des Monats damit beginnen, aber nur unter der Voraussetzung, dass die Umsetzung der Hygienemaßnahmen bis dahin gewährleistet werden kann", sagte Stamp.

Polen will Beschränkungen ab Sonntag lockern 

Polen will die Beschränkungen für die heimische Wirtschaft ab Sonntag schrittweise wieder lockern. "Vom 19. April an werden wir langsam damit beginnen, die Wirtschaft wieder anzufahren", sagt Gesundheitsminister Lukasz Szumowski dem Radiosender RMF FM. Regierungssprecher Piotr Müller erklärt, zunächst würden wahrscheinlich die Einschränkungen für Geschäfte gelockert. Entscheidungen würden am Dienstag oder am Mittwoch getroffen.

EU-Kommission will Wiederaufbaufonds in Höhe von 1,5 Billionen Euro

Um die gesamteuropäische Wirtschaft nach der Corona-Krise wieder anzukurbeln, hat EU-Komissionsvizepräsident Valdis Dombrovskis einen europäischen Wiederaufbaufonds in Billionenhöhe in Aussicht gestellt. Der Fonds könne mit Anleihen finanziert werden, die mit einer Bürgschaft der EU-Mitgliedstaaten unterlegt würden, sagte Dombrovskis dem Handelsblatt vom Dienstag. Im Gespräch sei eine Größenordnung von bis zu 1,5 Billionen Euro.

Der Haushalt müsse im Mittelpunkt des Wiederaufbaus stehen, sagte Dombrovskis der Zeitung. Es gehe dabei "eher nicht" um höhere Beiträge von Nettozahlen wie Deutschland, betonte er. Die EU-Kommission arbeite vielmehr an "neuen Finanzierungsinstrumenten".

Erneut mehr als 1.500 Corona-Tote binnen 24 Stunden in den USA

In den USA sind nach einer Zählung der Johns-Hopkins-Universität vom Montagabend (Ortszeit) in einem Zeitraum von 24 Stunden erneut mehr als 1.500 Menschen mit einer Coronavirus-Infektion gestorben. Damit erhöhte sich die Zahl der Todesopfer durch das Coronavirus in den USA laut der Universität in Baltimore auf mehr als 23.500.

Die USA sind inzwischen das am stärksten von der Coronavirus-Pandemie betroffene Land der Welt. Mehr als 550.000 Menschen sind laut der Johns-Hopkins-Universität mit dem neuartigen Erreger Sars-Cov-2 infiziert. Die im internationalen Vergleich sehr hohen Infektionszahlen sind aber auch darauf zurückzuführen, dass in den USA besonders viel getestet wird.

Zentrum der Pandemie in den USA ist der Bundesstaat New York, wo bereits mehr als 10.000 Menschen an der vom Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 starben. 

Indien: Weltgrößte Ausgangssperre verlängert 

Indien hat seine strikte Ausgangssperre bis zum 3. Mai verlängert. Bis Anfang kommender Woche werde zudem bei jedem Distrikt überprüft, ob er sich an die strikten Regeln halte, sagte Indiens Premierminister Narendra Modi bei einer Fernsehansprache. Anschließend könnte es gegebenenfalls in Nicht-Covid-19-Hotspots einige Lockerungen geben. Zurzeit darf man raus, um Lebensmittel und Medikamente zu kaufen und bei Notfällen. Modi sagte, sein Land habe wegen des schnellen Handelns die Ausbreitung des Virus besser eingeschränkt als andere Nationen.

Im zweitbevölkerungsreichsten Land nach China mit seinen 1,3 Milliarden Einwohnern gibt es inzwischen mehr als 10.000 bestätigte Covid-19-Fälle, mehr als 300 Infizierte starben. Die Zahlen könnten aber zu niedrig sein, weil das Land vergleichsweise wenig testet. Die Ausgangssperre gilt seit drei Wochen.

Anja Karliczek (CDU): Die Bildungsministerin spricht sich für eine Mund- und Nasenschutzpflicht in Deutschland aus.   (Quelle: dpa)Anja Karliczek (CDU): Die Bildungsministerin spricht sich für eine Mund- und Nasenschutzpflicht in Deutschland aus. (Quelle: dpa)

Karliczek spricht sich für Mundschutzpflicht aus

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) hat den Vorschlag von Experten begrüßt, eine Lockerung der Corona-Maßnahmen mit einer Mundschutzpflicht zu verbinden.

"Alle Vorsichtsmaßnahmen wie die Abstands- und Hygienegebote müssen weiterhin strikt eingehalten werden und zusätzlich muss ein Mund-Nase-Schutz im öffentlichen Raum getragen werden", sagte Karliczek der "Passauer Neuen Presse". Darüber hinaus müssten in der Bevölkerung mehr Corona-Tests stattfinden.

Trump reklamiert absolute Entscheidungsmacht für sich

Im Streit über eine Lockerung der Einschränkungen des öffentlichen Lebens in den USA hat Präsident Donald Trump die Entscheidungshoheit für sich reklamiert. Er habe bei der Frage der Wiederöffnung Amerikas infolge der Coronavirus-Epidemie die "allumfassende Macht", sagte Trump am Montagabend (Ortszeit) im Weißen Haus. Hier lesen Sie mehr.

Trump: US-Einreisestopp aus Europa bleibt vorerst bestehen

Der Einreisestopp der USA für Ausländer aus Europa bleibt vorerst bestehen. Italien und Spanien gehe es in der Corona-Krise noch immer nicht gut und Frankreich habe gerade erst Maßnahmen zur Eindämmung des Virus verlängert, sagte US-Präsident Donald Trump.

Derzeit gelte ein "sehr starker" Einreisestopp und dieser bleibe in Kraft, bis es den Ländern besser gehe. Sobald dies der Fall sei, wolle man den Einreisestopp "sehr schnell" beenden, macht Trump deutlich. "Aber wir wollen sicherstellen, dass alles gut ist."

Trump wehrt sich gegen Kritik von Journalisten

US-Präsident Donald Trump hat sein Vorgehen in der Coronavirus-Krise in einem hitzigen Schlagabtausch mit Journalisten verteidigt. Bei seiner Pressekonferenz zum Coronavirus, die mittlerweile fast täglich stattfindet, wehrte sich Trump am Montagabend (Ortszeit) gegen Vorwürfe, wonach er zu spät reagiert habe. Zunächst legte er ausführlich dar, welche Maßnahmen er seit dem Ausbruch ergriffen habe. Anschließend ließ er in einem Video einen Zusammenschnitt von Aussagen zahlreicher Menschen – darunter Gouverneure, Gesundheitsexperten und Journalisten – abspielen, die seine Arbeit in der Krise lobten. Hier lesen Sie die gesamte Meldung.

Donald Trump bei seinem Pressebriefing: Auch in den USA hat eine Debatte um die Lockerung der Corona-Einschränkungen begonnen. (Quelle: AP/dpa/Alex Brandon)Donald Trump bei seinem Pressebriefing: Auch in den USA hat eine Debatte um die Lockerung der Corona-Einschränkungen begonnen. (Quelle: Alex Brandon/AP/dpa)

Kalifornien entwickelt Exit-Plan

Kalifornien ist einer von neun US-Bundesstaaten, die mit der Planung für die langsame Wiedereröffnung von Geschäften und die Aufhebung strenger Ausgangssperren beginnen.

"Kalifornien entwickelt einen Plan, um soziale Abstandsregeln schrittweise zu lockern, da sich die Zahl neuer Fälle und benötigter Krankenhausaufenthalte im bevölkerungsreichsten US-Bundesstaat zu stabilisieren scheint", sagt Gouverneur Gavin Newsom. Der Staat werde sich mit Oregon und Washington zusammentun, um einen koordinierten Westküstenplan zu entwickeln.

Grünen-Chefs fordern stufenweise Öffnung von Kitas und Schulen

Die Grünen-Chefs Annalena Baerbock und Robert Habeck haben sich dafür ausgesprochen, Schulen und auch Kitas nach und nach wieder zu öffnen – aber begleitet von Vorsichtsmaßnahmen. Bevor am Mittwoch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten beraten, wie es in der Corona-Krise weitergeht, schrieben die beiden einen Brief an die Parteimitglieder, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. "Abschlussklassen sollten als erste wieder in die Schulen", heißt es darin. Auch die Klassen eins bis sechs sollten Priorität haben, weil die Betreuung der jüngeren Schüler besonders wichtig sei.

"Kitas sollten schrittweise geöffnet werden", schreiben Baerbock und Habeck –erst für Kinder mit einem Elternteil in sogenannten systemrelevanten Berufen, dann auch für andere, vor allem an Orten mit geringen Infektionszahlen. Sowohl für Schüler als auch Kita-Kinder schlagen die beiden vor, Gruppen aufzuteilen, um sie zu verkleinern. 

Habeck und Baerbock halten regionale unterschiedliche Maßnahmen für notwendig, fordern aber bundesweit einheitliche Kriterien dafür. Kriterien für Lockerungen sollten eine geringe Ansteckungs- und Erkrankungsgefahr sein, Härten für das gesellschaftliche Leben und die Relevanz des jeweiligen Bereiches der Wirtschaft.

China testet zwei neue Impfstoffe an Menschen

China lässt einem Medienbericht zufolge zwei experimentelle Impfstoffe zur Bekämpfung des neuen Coronavirus für Humantests zu. Die Impfstoffe würden von einer in Peking ansässigen Einheit der Sinovac Biotech und dem Institute of Biological Products, einer Tochtergesellschaft der staatlichen China National Pharmaceutical Group in Wuhan entwickelt, berichtet die Nachrichtenagentur Xinhua. Im März hatte China bereits grünes Licht für eine klinische Studie eines vielversprechenden Impfstoff-Kandidaten gegeben, der von der chinesischen Akademie für Militärmedizin und dem Biotechunternehmen CanSino Bio entwickelt wurde. Auch der US-Arzneimittelentwickler Moderna hatte im März erklärt, er habe mit den Humantests für einen Impfstoff begonnen.

Frankreichs Präsident Macron ist während seiner Fernsehansprache auf einem Bildschirm zu sehen. (Quelle: Reuters/Stephane Mahe)Frankreichs Präsident Macron ist während seiner Fernsehansprache auf einem Bildschirm zu sehen. (Quelle: Stephane Mahe/Reuters)

Macron: Ausgangssperre in Frankreich wird bis zum 11. Mai verlängert

Frankreich wird die seit vier Wochen geltende Ausgangssperre bis zum 11. Mai verlängern. Es gebe Hoffnung, sagte Macron in einer Fernsehansprache. Aber in der Region Grand Est oder im Großraum Paris seien die Krankenhäuser überlastet.

Der Präsident bedankte sich bei allen, die sich an die Regeln halten. Er wisse, dass dies noch schwieriger sei, wenn man in einer engen Wohnung lebe. "Der 11. Mai wird der Beginn einer neuen Etappe sein", sagte Macron. Ab dann sollen Schulen und Kindergärten schrittweise wieder öffnen. Restaurants, Cafés oder Hotels sollen aber vorerst geschlossen bleiben. Auch Senioren oder chronisch Kranke sollen dann weiterhin zu Hause bleiben. 

Ab dem 11. Mai solle es genug Kapazitäten geben, um alle Menschen mit Symptomen zu testen. Wer das Virus hat, solle dann in Quarantäne. Macron sprach sich auch für eine anonyme Anti-Corona-App auf freiwilliger Basis aus.

China verzeichnet 89 neue Fälle – keine Todesopfer

Die chinesische Gesundheitskommission meldet 89 neue Coronavirus-Fälle, nach 108 am Vortag. Von den Neuinfektionen seien 86 auf Einreisende zurückzuführen. Der chinesische Staatssender berichtet, dass von den eingeschleppten Infektionen 79 in der nordöstlichen Provinz Heilongjiang aufgetreten seien. Die Provinz grenzt im Norden und Osten an Russland. Die Gesamtzahl der bestätigten Fälle in China liegt nun nach offiziellen Angaben bei 82.249. Die Zahl der Todesopfer durch die Pandemie beläuft sich auf 3341. Am Montag ist kein neues Todesopfer verzeichnet.

NRW-Ministerin Scharrenbach: Rettungsschirm auch für Kommunen öffnen

Die nordrhein-westfälische Kommunalministerin Ina Scharrenbach (CDU) hat den Bund aufgefordert, seinen Corona-Rettungsschirm auch für kommunale Unternehmen zu öffnen.

Bislang könnten nur privatwirtschaftliche Unternehmen von den günstigen Kreditbedingungen des Bundeshilfsprogramms profitieren, sagte sie der "Neuen Westfälischen". Damit seien die öffentlichen Unternehmen zurzeit de facto schlechter gestellt als private.

Österreich öffnet kleinere Geschäfte und Baumärkte

Kleinere Geschäfte und Baumärkte in Österreich sollen nach Regierungsangaben am heutigen Dienstag wieder öffnen. Die Geschäfte unterliegen strengen Auflagen: die Zahl der Personen ist begrenzt, Kunden müssen Gesichtsmasken tragen und Abstandregelungen einhalten. Ab dem 1. Mai sollen dann Einkaufszentren, größere Geschäfte und Friseure folgen. Restaurants und Hotels könnten ab Mitte Mai schrittweise wieder öffnen, hatte Bundeskanzler Sebastian Kurz am Samstag angekündigt.

Selenskyj verspricht Entwicklern von Corona-Impfstoff eine Million Dollar

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Forschern in seinem Land, denen die Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Coronavirus gelingt, eine Million Dollar versprochen. Der Präsident sei der Ansicht, dass "eine Million Dollar ein guter Anreiz" für die Wissenschaftler sei, teilte Selenskyjs Sprecherin Julija Mendel am Montag mit. Selenskyj wolle, dass ukrainische Wissenschaftler "aktiver" daran arbeiteten, "Arzneimittel zu entwickeln, die der ganzen Welt helfen", fügte sie hinzu.Wie das Millionenpreisgeld für einen solchen Impfstoff finanziert werden würde, führte sie nicht aus.

Maas für einheitliche Corona-App in der EU

Außenminister Heiko Maas hat sich für eine einheitliche Corona-App in der Europäischen Union ausgesprochen. "Wichtig ist, dass wir nicht bei einem Flickenteppich aus 27 Corona-Apps und 27 Datenschutzregimen landen, sondern möglichst abgestimmt vorgehen", sagte der SPD-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Damit leisten wir auch einen Beitrag, Reisebeschränkungen und Grenzkontrollen in der EU schnell und dauerhaft wieder abzubauen."

Eine Corona-App wird laut Maas ein wichtiger Teil der Exit-Strategie sein - allerdings auf freiwilliger Basis. Man müsse nicht die "Big-Brother-Methoden autoritärer Staaten kopieren".

IWF verkündet sofortige Schuldenerleichterungen für 25 arme Staaten

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat sofortige Schuldenerleichterungen für 25 Entwicklungsstaaten verkündet. Wie IWF-Chefin Kristalina Georgieva am Montag mitteilte, gewährt der IWF armen Staaten für einen Zeitraum von sechs Monaten Notkredite, um sie im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie zu unterstützen. Der IWF-Vorstand bewilligte die Kredite für eine Reihe afrikanischer Staaten sowie für Afghanistan, Nepal, Haiti und den Jemen.

Das Geld kommt aus dem Katastrophenbeistandsfonds CCRT des IWF, der während der Ebola-Krise in Westafrika 2015 geschaffen worden war und angesichts der Coronavirus-Pandemie nun umgenutzt wird. Derzeit umfasst der CCRT 500 Millionen Dollar. Die größten Beitragszahler sind Japan, Großbritannien, China und die Niederlande. Georgieva warb für eine Aufstockung des Fonds und rief auch andere Staaten auf, sich an Beitragszahlungen zu beteiligen.

Türkisches Parlament billigt Gesetz zur Freilassung Tausender Gefangener

Das türkische Parlament hat einen umstrittenen Gesetzentwurf zur Freilassung Zehntausender Strafgefangener bewilligt. Der Entwurf sei durch die Annahme durch die Abgeordneten "zu Gesetz geworden", hieß es in einer offiziellen Twitter-Botschaft des Parlaments in Ankara. 

Das Gesetz sieht die Freilassung von rund 90.000 Insassen aus überfüllten Gefängnissen wegen der Coronavirus-Pandemie vor. Ausgenommen davon sind politische Gefangene, die nach den umstrittenen Antiterrorgesetzen der Türkei angeklagt sind. Menschenrechtsgruppen hatten scharfe Kritik an dem Gesetzentwurf geübt, weil er politische Gefangene nicht einschließt.

USA: Über 23.000 Virus-Tote und fast 570.000 Infektionen

In den USA hat die Zahl der Covid-19-Toten am Montag die Schwelle von 23.000 überstiegen. Die Zahl der bekannten Coronavirus-Infektionen liegt bei fast 570.000.

Mehrere US-Bundesstaaten schmieden zudem gemeinsam Pläne für ein Aufhebung der Einschränkungen im öffentlichen Leben. Die Gouverneure unter anderem von New York und New Jersey an der Ostküste sowie Kalifornien und Oregon an der Westküste erklären, dass sie ihr Vorgehen abstimmen wollen.

Auch Zoo-Tiger in Indien müssen Abstand halten

Nach der Infektion eines Zoo-Tigers in den USA verlegte der Kamala Nehru Zoological Garden im westindischen Bundesstaat Gujarat seine Tiger in Einzelgehege. Die Großkatzen seien isoliert worden, um eine Ansteckung zu verhindern, sagte Zoodirektor Bharatsinh Vihol. Die Tiere dürfen sich demnach trotz eines laufenden Zuchtprogramms auch nicht mehr paaren.

Neben den Tigern werden den Angaben zufolge auch die Löwen und Leoparden in dem Zoo regelmäßig von Tierärzten auf Atemprobleme, Husten und Schnupfen untersucht. Die Tierpfleger tragen Masken und Handschuhe und müssen regelmäßig Fieber messen. Alle Tiergehe werden jeden zweiten Tag desinfiziert. Der Kamala Nehru Zoological Garden, der jedes Jahr von zwei Millionen Menschen besucht wird, ist wegen der Ausgangssperre in Indien derzeit geschlossen.

Israel verhängt Ausgangsbeschränkungen zum Pessachfest-Ende

Israel hat weitere Ausgangsbeschränkungen zum Ende des einwöchigen, jüdischen Pessachfestes verhängt. Von Dienstag bis Donnerstag dürften die Bürger ihre Städte und Dörfer nicht verlassen, teilte der rechtskonservative Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Montagabend mit. In Jerusalem müssten die Menschen in den festgelegten Vierteln bleiben. Die Regierung hatte mehrfach die Sorge geäußert, dass Zusammenkünfte zum Pessachfest die Ausbreitung des Coronavirus massiv befeuern könnten.

Britische Regierung will Corona-Maßnahmen vorerst nicht lockern

Die britische Regierung will die Ausgangssperre im Land vorerst nicht lockern. Außenminister Dominic Raab, der den erkrankten Premierminister Boris Johnson vertritt, sagte in London, trotz einiger "positiver" Entwicklungen sei der "Höhepunkt" der Virus-Ausbreitung in Großbritannien noch nicht erreicht.

Die britische Regierung muss bis Donnerstag über eine Verlängerung der seit 23. März geltenden Sperre entscheiden. Raab sagte, er rechne nicht damit, dass die bestehenden Maßnahmen "zu diesem Zeitpunkt" schon geändert werden. Die Regierung werde sie erst lockern, wenn sie sichergehen könne, dass solche Änderungen "sicher" seien. Wenn die Einschränkungen zu früh gelockert würden, drohe eine "zweite Welle" an Infektionen.

Gouverneur: In New York "das Schlimmste vorbei"

Der Gouverneur des US-Bundesstaates New York, Andrew Cuomo, geht davon aus, dass für seine Region "das Schlimmste vorbei" ist. Die Zahl der neu eingelieferten Patienten scheine sich zu stabilisieren, sagte Cuomo. Mit 671 Toten seien zudem am Montag so wenig neue Virus-Opfer gezählt worden, wie seit rund einer Woche nicht mehr. Er werde einen Plan für ein koordiniertes Vorgehen bei der Wiedereröffnung von Geschäften und Schulen vorlegen. Cuomo hatte im Kampf gegen die Pandemie eng mit seinen Kollegen der Bundesstaaten New Jersey und Connecticut zusammengearbeitet.

Walter-Borjans für Lockerung der Corona-Maßnahmen

SPD-Co-Chef Norbert Walter-Borjans hat sich für eine schrittweise Lockerung der Corona-Beschränkungen ausgesprochen. Die Restriktionen in der jetzigen Form aufrechtzuerhalten, werde aus seiner Sicht zunehmend auch zur psychischen und wirtschaftlichen Belastung", sagte er der "Süddeutschen Zeitung". "Wir alle haben ein Interesse daran, die Versorgung mit Gütern und Dienstleistungen so schnell wie möglich wiederherzustellen. Mir ist ein Haushaltswaren- oder ein Möbelgeschäft, das ich nur mit Atemschutz betreten kann, jedenfalls lieber als geschlossene Läden, die die Versorgung einschränken und Hunderttausende wirtschaftlicher Existenzen bedrohen."

Normalität werde allerdings nur langsam zurückkehren, sagt Walter-Borjans weiter. Der Hebel könne nicht einfach "wieder von null auf eins" umgelegt werden, dafür bleibe die Lage zu fragil. Das entscheidende Kriterium bei den anstehenden Gesprächen bleibe, die Belastbarkeit der medizinischen Einrichtungen und des behandelnden Personals nicht zu überfordern. "Überhaupt sollte gelten, nach einer Lockerung der Auflagen so zurückhaltend wie eben möglich zu bleiben."

USS Theodore Roosevelt: An Bord des Flugzeugträgers gab es nun den ersten Corona-Todesfall. (Quelle: imago images)USS Theodore Roosevelt: An Bord des Flugzeugträgers gab es nun den ersten Corona-Todesfall. (Quelle: imago images)

Erster Todesfall an Bord von "USS Theodore Roosevelt"

Die Coronavirus-Fälle auf dem US-Flugzeugträger "USS Theodore Roosevelt" sorgten international für Schlagzeilen – jetzt ist ein erstes Besatzungsmitglied an den Folgen von Covid-19 gestorben. Der Seemann starb nach Angaben der US-Marine am Montag auf der Pazifikinsel Guam, wo die "USS Theodore Roosevelt" derzeit liegt. Der positiv Getestete, dessen Identität nicht genannt wurde, war demnach am Freitagmorgen bewusstlos aufgefunden und auf die Intensivstation eines Krankenhauses gebracht worden.

Auf dem Flugzeugträger waren Ende März erste Coronavirus-Fälle bestätigt worden. Das Virus breitete sich dann rasant aus. Inzwischen sind bei mehr als 580 der rund 4.800 Besatzungsmitglieder Tests positiv ausgefallen. Zur Eindämmung des Virus wurden knapp 4.000 Besatzungsmitglieder in Hotels und Kasernen auf der Pazifikinsel Guam gebracht.

Italien: Nun über 20.000 Todesfälle – aber positive Signale

In Italien ist die Zahl hat der Corona-Toten auf mehr als 20 000 geklettert. Wie der Zivilschutz am Ostermontag meldete, kamen innerhalb von 24 Stunden 566 neue Todesfälle hinzu. Am Vortag waren es mit 431 weniger Opfer gewesen. Italien gehört zu den weltweit am härtesten von der Lungenkrankheit getroffenen Ländern. Insgesamt starben seit Februar in dem Mittelmeerland 20.465 Menschen im Zusammenhang mit der Covid-19-Krankheit, wie die Behörde in Rom mitteilte.

Die Gesamtzahl der registrierten Infizierten stieg um rund zwei Prozent auf 159.516 Fälle. Dieser Anstieg war etwas geringer als am Vortag. Die Dunkelziffer dürfte weiter hoch sein. Insgesamt sprechen Experten in Italien seit Tagen von positiven Signalen. Die Infektionskurve sei abgeflacht. Auch am Montag ließ der Druck auf die Intensivstationen weiter nach: Dort lagen etwas weniger Menschen als am Vortag. Das ist wichtig, weil die Krankenhäuser besonders im Norden überfüllt sind.

In Italien gilt ein strenges Maßnahmenpaket im Kampf gegen die Corona-Krise. Es umfasst Ausgangsverbote und Betriebsschließungen. Es wurde vor Ostern bis zum 3. Mai verlängert.

Deutsche Behörden zufrieden mit Einhaltung von Corona-Regeln an Ostern

Die Behörden in Deutschland haben über die Ostertage keine großen Verstöße gegen die in der Corona-Krise geltenden Beschränkungen festgestellt. Polizeien und Politiker zeigten sich mit dem Verhalten der Bundesbürger weitgehend zufrieden. Polizisten führten bei schönstem Frühlingswetter bundesweit zigtausende Kontrollen durch. Dabei wurden zwar Verstöße festgestellt, aber der Großteil der Bevölkerung habe sich an die Auflagen gehalten. 

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) wird sich ein möglicher Effekt während der Ostertage vermehrt nicht eingehaltener Kontaktsperren auf die Zahl erfasster Neuinfektionen erst in etwa 14 Tagen in der Statistik zeigen. Ursachen sind die Inkubationszeit von mehreren Tagen, die Zeitspanne bis zu Test und Testergebnis sowie die Zeitspanne für den Meldeweg von den regionalen Behörden zum RKI.

Ministerpräsident Haseloff lobt Leopoldina-Vorschläge

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff hat die Empfehlungen der Leopoldina zur möglichen Lockerung von Einschränkungen in der Corona-Krise gelobt. "Die Stellungnahme der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina mit Sitz in Halle/Saale ist die bisher fundierteste und plausibelste wissenschaftliche Handlungsempfehlung zur Corona-Krise", erklärte der CDU-Politiker. Es würden klare Kriterien und konkrete Handlungsabläufe beschrieben.

"Die Stellungnahme sollte eine wesentliche Grundlage für die am Mittwoch zu treffenden politischen Entscheidungen von Bund und Ländern darstellen." Dies betreffe besonders eine an exakte Vorgaben gebundene schrittweise Normalisierung des öffentlichen Lebens und die vorsichtige Öffnung des Bildungsbereiches. Haseloff warnte zugleich vor einer vorschnellen und generellen Aufhebung von Maßnahmen.

Spanien lockert Corona-Beschränkungen

Angesichts erster Erfolge im Kampf gegen die Corona-Pandemie mehren sich in europäischen Ländern die Forderungen nach einer Lockerung der strikten Ausgangsbeschränkungen. Spanien unternahm am Montag einen ersten Schritt und öffnete erste Fabriken. 

Nachdem alle nicht notwendigen Betriebe zwei Wochen lang geschlossen waren, dürfen Arbeiter im Bauwesen sowie in Fabriken nun wieder arbeiten gehen. Polizisten händigten am Montag an Bahnhöfen Schutzmasken an Arbeiter aus, die den öffentlichen Nahverkehr nutzten.

Zahl der Toten in Deutschland steigt auf über 3.000

Das Coronavirus breitet sich in Deutschland weiter aus. Bundesweit gibt es 127.854 bestätigte Infektionen (Stand: 13. April, 14.00 Uhr), wie die Zahlen nach Recherchen von t-online.de zeigen. 3.022 Menschen sind gestorben. Mehr zu den Zahlen – in Deutschland und weltweit – finden Sie hier.  

Halle hebt Katastrophenfall in der Corona-Krise auf

Die Stadt Halle hat den Katastrophenfall im Zusammenhang mit der Corona-Krise aufgehoben. Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) sprach am Ostermontag von einem "Schritt in die Normalität". Auch Sicht der Stadt bestehe keine Notlage mehr. Man könne nun schrittweise wieder in den Normalbetrieb eintreten. Halle hatte vor drei Wochen den Katastrophenfall ausgerufen und anschließend Polizei und Bundeswehr um Hilfe gebeten. Am Sonntag befanden sich noch zehn mit dem Coronavirus infizierte Hallenser im Krankenhaus. Bisher hat die Stadt neun Covid-19-Todesopfer zu beklagen.

Männer tragen einen Sarg in Guayaquil, Ecuador: Die Stadt ist von der Coronavirus-Pandemie besonders betroffen. (Quelle: Reuters/Vicente Gaibor)Männer tragen einen Sarg in Guayaquil, Ecuador: Die Stadt ist von der Coronavirus-Pandemie besonders betroffen. (Quelle: Vicente Gaibor/Reuters)

Ecuador: Sondereinheit holt fast 800 Leichen aus Häusern in Corona-Epizentrum

Polizei und Militär in Ecuador haben in den vergangenen drei Wochen fast 800 Leichen aus Häusern in der besonders von der Coronavirus-Pandemie betroffenen Stadt Guayaquil geholt. 771 Leichen seien von einer Spezialeinheit aus den Häusern gebracht worden, schrieb Jorge Wated, Chef der Sondereinheit, am Sonntag im Onlinedienst Twitter. Aus der Hafenstadt im Süden Ecuadors wurden nach offiziellen Angaben 4.000 der 7.500 Infektionsfälle des Landes gemeldet. Krankenhäuser und Bestattungsdienste sind von dem Virusausbruch überfordert.

Weitere 631 Leichen seien von der Sondereinheit aus Krankenhäusern fortgebracht worden, deren Leichenhallen voll seien, erklärte Wated weiter. Er nannte keine Todesursache für die mehr als 1.400 Todesfälle. Anfang April hatte Wated jedoch gesagt, Experten schätzten, dass "allein in der Provinz Guayas zwischen 2.500 und 3.500 Todesfälle in Verbindung mit Covid-19 auftreten werden". Offiziellen Angaben zufolge starben bislang 333 Menschen in Ecuador an der durch das neuartige Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit.

Leopoldina: Schulen so bald wie möglich wieder öffnen

Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina empfiehlt, unter bestimmten Voraussetzungen sobald wie möglich zuerst Grundschulen und die Sekundarstufe I schrittweise wieder zu öffnen. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte die Studie der Leopoldina als "sehr wichtig" für das weitere Vorgehen bezeichnet. Mehr dazu lesen Sie hier. 

Spanien: Geringster Anstieg bei den Todeszahlen

Spanien verzeichnet den geringsten Anstieg bei den Todeszahlen innerhalb eines Tages seit Beginn der Erhebung. 517 Menschen seien von Sonntag auf Montag gestorben, teilt das Gesundheitsministerium mit. Damit seien insgesamt 17.489 Menschen einer Erkrankung im Zusammenhang mit dem Coronavirus erlegen. Die Zahl der Infektionsfälle stieg um 3.477 auf 169.496.

150 Platzverweise an See in Brandenburg

150 Platzverweise auf einen Streich hat die Brandenburger Polizei am Ostersonntag am Summter See im Landkreis Oberhavel ausgesprochen. Ein Zeuge habe über eine größere Menschenansammlung am Ufer informiert, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Brandenburg am Ostermontag. Dicht an dicht hätten dort Sonnenbadende gelegen.

Auf der kleinen Strandfläche konnte die geltende Abstandsregel zur Verringerung der Ansteckungsgefahr von Corona von 1,50 Metern nicht eingehalten werden. Die Polizisten verwiesen alle Anwesenden des Strandes und sprachen Platzverweise aus. "Die Strandlaken wurden ruhig eingepackt, alle reagierten verständnisvoll", sagte Herbst.

Mehrheit der Deutschen gegen Lockerung des Kontaktverbots

Die Mehrheit der Deutschen ist gegen eine Lockerung des Kontaktverbots zur Eindämmung der Corona-Pandemie. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur plädierten 44 Prozent für eine Verlängerung der Maßnahmen über den 19. April hinaus, 12 Prozent sind sogar für eine Verschärfung. Nur 32 Prozent sind für eine Lockerung und 8 Prozent für eine Abschaffung der von Bund und Ländern beschlossenen Einschränkungen. 5 Prozent machten keine Angaben.

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Spahn dehnt Corona-Hilfen auf Zahnärzte und weitere Gesundheitsberufe aus

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will angesichts der Corona-Krise weitere Teile des Gesundheitswesen finanziell unterstützen. Wegen einbrechender Patientenzahlen sollen unter anderem auch Zahnärzte, Physiotherapeuten und Reha-Einrichtungen für Eltern-Kind-Kuren profitieren. "Um gut funktionierende Strukturen zu erhalten, werden wir Verluste abfedern und Liquidität sichern", sagte Spahn den RND-Zeitungen vom Wochenende. Die Grünen forderten, auch Einrichtungen zur Versorgung besonders schutzbedürftiger Menschen wie die Wohnungslosenhilfe zu unterstützen.

"Viele Patientinnen und Patienten sind derzeit verständlicherweise zurückhaltend, medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen", erläuterte Spahn. "Therapeuten und Zahnärzten brechen daher die Einnahmen weg." Auch Einrichtungen für Eltern-Kind-Kuren bräuchten Unterstützung.

Heinsberger Schüler fordern Absage der schriftlichen Abiprüfungen

Abiturienten im besonders von der Corona-Pandemie betroffenen Kreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen haben die Landesregierung zur Absage der schriftlichen Prüfungen aufgefordert. In einem offenen Brief und einer Petition sprechen sie sich für ein Durchschnittsabitur oder Prüfungen im kommenden Jahr aus. Würden die Klausuren wie angekündigt ab dem 12. Mai geschrieben, könnte das den Notenschnitt vieler deutlich verschlechtern, argumentieren die Schüler. Bei einem Durchschnittsabitur würden die Noten der vergangenen Halbjahre die Endnote bilden.

Es gehe nicht darum, sich vor den Prüfungen zu drücken, schreiben die Schüler von acht Gymnasien. Aber viele hätten Erkrankte in der Familie, und einige bangten auch um die Arbeitsplätze ihrer Eltern – das bedeute psychischen Druck. Zudem sei der Unterricht seit Mitte Februar entfallen, den Stoff müssten sie sich daher selbst beibringen. An einigen Schulen im Kreis Heinsberg sei auch das Vor-Abitur ausgefallen. "Wir Schüler sind von dem Leid, welches die Corona-Krise mit sich gebracht hat, genauso betroffen wie der Rest der Bevölkerung auch", heißt es in dem Brief.

Gefängnis-Besuche in Berlin per Video 

In den Gefängnissen Berlins können Inhaftierte ab Dienstag Angehörige "draußen" per Video besuchen. Der Empfang echter Besucher in den Haftanstalten ist derzeit wegen der Corona-Krise nicht möglich.

Neben dem Gesundheitsschutz gehe es auch darum, die Stimmung aufrechtzuerhalten, teilte Berlins Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) mit. Aus Italien und Frankreich sei bekannt, dass dortige Besuchsverbote teilweise zu Aufständen geführt hätten. Deshalb würden die Maßnahmen in Berlin nicht nur bei der Resozialisierung helfen, sondern auch zur Sicherheit in den Gefängnissen beitragen.


SPD-Fraktionschef: Rasche Verständigung über Verzicht auf Diätenerhöhung

SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich erwartet, dass sich der Bundestag angesichts der Corona-Krise schon in den nächsten Tagen auf einen Verzicht auf die normalerweise zum 1. Juli anstehende Diätenerhöhung verständigen wird. Er sei "zuversichtlich", dass die Fraktionen im Verlauf der Woche "eine gemeinsame Lösung finden werden", sagte Mützenich den Zeitungen der Funke Mediengruppe in einem am Montag veröffentlichten Interview.

Der Vorsitzende der Linksfraktion, Dietmar Bartsch, nannte den Verzicht einen symbolischen Akt und "in dieser Zeit eine Selbstverständlichkeit". Auch Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus sagte den Funke-Blättern: "Mehr Geld für Politiker, also höhere Diäten am 1. Juli – das wäre kein gutes Zeichen." Der Konsens über den Verzicht auf die Diätenerhöhung hatte sich schon in den vergangenen Tagen abgezeichnet. Über den Verzicht gab es auch schon Gespräche zwischen den Fraktionen.

Plenarsitzung des Deutschen Bundestages: Die Abgeordneten werden wohl auf eine Diätenerhöhung verzichten. (Quelle: Thomas Imo)Plenarsitzung des Deutschen Bundestages: Die Abgeordneten werden wohl auf eine Diätenerhöhung verzichten. (Quelle: Thomas Imo)

CDU-Chefin dringt auf einheitliches Vorgehen bei Corona-Lockerungen

Annegret Kramp-Karrenbauer pocht auf ein möglichst einheitliches Vorgehen bei einem schrittweisen Ausstieg aus den harten Corona-Beschränkungen nach den Osterferien. "Es ist wichtig, dass wir möglichst einheitliche Regelungen haben. Alles andere wirft zusätzliche Fragen auf", sagte Kramp-Karrenbauer der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Es gebe auch innerhalb der Ministerpräsidentenkonferenz die feste Vereinbarung, "gemeinsam mit der Bundesregierung ein gutes Gesamtpaket auch vorstellen zu können, mit dem man möglicherweise – das hängt von der Entwicklung der Zahlen über Ostern ab – erste Schritte gehen kann".

Robert Koch-Institut: 126 weitere Tote in Deutschland

In Deutschland ist nach Angaben des Robert-Koch-Institutes (RKI) die Zahl der Infektionsfälle um 2.537 auf 123.016 gestiegen. Binnen 24 Stunden seien 126 weitere Todesfälle in Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie gemeldet worden, teilt das RKI auf seiner Internet-Seite mit. 64.300 Menschen sind demnach genesen. Einen Tag zuvor lag diese Zahl bei 60.200. In Deutschland sind dem Institut zufolge damit mehr als die Hälfte der mit dem Coronavirus infizierten Menschen wieder genesen.

Mehr als 22.000 Corona-Tote in den USA

In den USA sind bereits mehr als 22.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Die Universität Johns Hopkins in Baltimore verzeichnete bis zum Sonntagabend 22.073 Todesfälle. Damit haben die Vereinigten Staaten weiter die höchste absolute Zahl von Todesopfern infolge der Corona-Pandemie weltweit. An zweiter Stelle steht Italien mit zuletzt 19.899 Todesfällen.

Die Zahl der Todesfälle innerhalb eines Tages in den USA sank mit 1.557 unterdessen auf den niedrigsten Stand seit vergangenem Montag. In den 24 Stunden zwischen Donnerstag- und Freitagabend hatte die Zahl der Todesfälle bisher einmalig die 2000er-Marke überstiegen. Knapp 560.000 Infektionen mit dem Coronavirus, das die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann, wurden der Universität zufolge bisher in den Vereinigten Staaten nachgewiesen.

Unicef warnt vor globaler Katastrophe für Kinder

Die Corona-Krise gefährdet nach Unicef-Angaben die fragile Grundversorgung der ärmsten Kinder in vielen Entwicklungsländern und Krisengebieten. "Die Pandemie ist für Millionen Kinder eine existenzielle Gefahr", sagte der Geschäftsführer von Unicef Deutschland, Christian Schneider, der Deutschen Presse-Agentur in Köln. "Nur durch ein internationales koordiniertes Handeln können wir verhindern, dass aus der weltweiten Gesundheitskrise eine globale Katastrophe für Kinder wird."

Besonders groß sei die Sorge, dass sich das Virus in den überfüllten Flüchtlingslagern in Griechenland und Syrien ausbreite. "Viele Kinder leiden dort bereits an Mangelernährung und anderen Vorerkrankungen und haben neuen Gefahren nur noch wenig entgegenzusetzen", sagte Schneider. Das Gleiche gelte für Kinder in Ländern der Sahelzone und im südlichen Afrika. Fast 40 Prozent der Afrikaner hätten zu Hause keine Möglichkeit, sich die Hände mit Wasser und Seife zu waschen. In Asien sei besonders die steigende Zahl von Infektionen in Bangladesch besorgniserregend.

In Italien: Niedrigste Totenzahl binnen 24 Stunden seit Wochen

Italien hat am Sonntag die niedrigste Totenzahl binnen 24 Stunden in der Coronavirus-Pandemie seit mehr als drei Wochen verzeichnet. Wie der Zivilschutz am Abend in Rom mitteilte, starben seit Samstag 431 Menschen nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus. Nach dem 19. März hatte die Zahl stets über 500 gelegen.

Ungewöhnliche Bestrafung im Norden Indiens

Zehn ausländische Touristen, die in Indien gegen die Ausgangsbeschränkungen wegen der Coronavirus-Pandemie verstoßen haben, sind zu einer ungewöhnlichen Strafe verdonnert worden. Die Reisenden aus Israel, Mexiko, Australien und Österreich mussten jeweils 500 Mal schreiben: "Ich habe mich nicht an die Regeln der Ausgangssperre gehalten, das tut mir sehr leid", wie der Polizist Vinod Sharma am Sonntag mitteilte.

Macron erläutert am Ostermontag weitere Maßnahmen

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hält am Ostermontag erneut eine Rede an die Nation (20.00 Uhr). In seiner vierten Fernsehansprache zur Corona-Krise will der Staatschef die weiteren Maßnahmen im Kampf gegen die Ausbreitung der Lungenkrankheit Covid-19 erläutern. Dazu gehört auch eine nochmalige Verlängerung der Ausgangssperre womöglich über den 10. Mai hinaus, die in Frankreich seit rund vier Wochen gilt, wie der Elysée-Palast mitteilte.

Lindner: NRW-Plan Vorlage für Deutschland

Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner hat gefordert, den NRW-Plan für einen schrittweisen Abbau der corona-bedingten Einschränkungen zur "Blaupause für ganz Deutschland" zu machen. "Einschränkungen der Freiheit sind nur so lange gerechtfertigt, wie es keine bessere Alternative gibt", sagte Lindner am Sonntag der dpa in Berlin. Noch am Donnerstag hatte er im Interview mit t-online.de die Einschränkungen als "hart, aber im Moment alternativlos" bezeichnet. Offensichtlich sei der jetzige Zustand für den Gesundheitsschutz nicht mehr zwingend nötig, eine schrittweise Öffnung sei möglich.

Christian Lindner: Der Bundesvorsitzende der FDP fordert, den NRW-Plan zur "Blaupause für ganz Deutschland" zu machen.  (Quelle: imago images/Christian Spicker)Christian Lindner: Der Bundesvorsitzende der FDP fordert, den NRW-Plan zur "Blaupause für ganz Deutschland" zu machen. (Quelle: Christian Spicker/imago images)

Eine von der Landesregierung in Düsseldorf eingesetzte Expertengruppe hatte zuvor Maßstäbe und Vorschläge zur Lockerung der strengen Corona-Einschränkungen vorgelegt. Mehr dazu lesen Sie hier. 

Streeck weist Vorwürfe zurück

Der Virologe Hendrik Streeck hat Kritik an der Veröffentlichung eines Zwischenergebnisses zu einer Studie in der vom Coronavirus besonders betroffenen Gemeinde Gangelt in Nordrhein-Westfalen zurückgewiesen. Dem "Tagesspiegel" aus Berlin sagte der Wissenschaftler der Uni Bonn am Sonntag, dass die Feldstudie alle Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation WHO einhalte.

Keine größeren Verstöße gegen Corona-Regeln am Ostersonntag

Die Menschen in Deutschland haben sich auch am Ostersonntag weitgehend an die geltenden Corona-Einschränkungen gehalten. Die Polizeien in den Bundesländern zeigten sich zufrieden mit dem Verhalten der Bürger. Nur vereinzelt kam es zu kleineren Verstößen. Die Bundesländer haben zur Eindämmung des Coronavirus unter anderem umfassende Einschränkungen der Bewegungsfreiheit verhängt.

Mehr als 10.000 Coronavirus-Tote in Großbritannien

Die Zahl der an einer Ansteckung in Krankenhäusern gestorbenen Menschen ist in Großbritannien erstmals größer als 10.000. Es seien am Samstag 737 Menschen der Infektion erlegen, teilt das Gesundheitsministerium mit. Damit hätten 10.612 Menschen Covid-19 trotz Behandlung in einer Klinik nicht überlebt.

US-Virologe: Rückkehr zur Normalität nur schrittweise denkbar

Der hochrangige US-Gesundheitsbeamte Anthony Fauci hält eine Rückkehr zur Normalität in den USA angesichts der Coronavirus-Krise allenfalls schrittweise und mit regionalen Abstufungen für möglich. Es gebe keinen einheitlichen Ansatz für alle Bundesstaaten, sondern die Lage sei je nach Region und Ausbreitung des Virus sehr unterschiedlich, sagte der Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten am Sonntag dem Fernsehsender CNN. Möglicherweise könnte dieser Prozess bestimmter Lockerungen "zumindest auf gewisse Weise" im kommenden Monat beginnen. Vorhersagen dieser Art seien aber schwierig, und man dürfe nicht vorschnell handeln, mahnte der Immunologe und Präsidentenberater. Es sei auch nicht ausgeschlossen, dass später im Jahr eine weitere Welle der Epidemie folgen könnte.

Wohnviertel orthodoxer Juden in Jerusalem abgeriegelt 

In Jerusalem riegeln israelische Behörden die Wohnviertel ultraorthodoxer Juden ab. Damit soll ein Überspringen des Coronavirus aus den dicht besiedelten Quartieren verhindert werden. Die Infektionsrate unter den in großen Familienverbänden lebenden Gläubigen ist hoch.

Boris Johnson aus Klinik entlassen 

Der an der Lungenkrankheit Covid-19 erkrankte britische Premierminister Boris Johnson ist aus dem Krankenhaus entlassen worden. Wie ein Regierungssprecher am Sonntag in London weiter mitteilte, wird Johnson auf ärztlichen Rat hin die Regierungsgeschäfte aber nicht sofort wieder aufnehmen. Er werde seine Genesung am Landsitz Chequers außerhalb Londons fortsetzen, fügte der Sprecher hinzu.

 Britische Polizeibeamte vor dem St. Thomas Hospital in London, in das Boris Johnson aufgrund einer Covid-19-Erkrankung vor einer Woche eingeliefert worden war.  (Quelle: Reuters) Britische Polizeibeamte vor dem St. Thomas Hospital in London, in das Boris Johnson aufgrund einer Covid-19-Erkrankung vor einer Woche eingeliefert worden war. (Quelle: Reuters)

Der 55-jährige Johnson war vor einer Woche ins Krankenhaus eingeliefert worden, nachdem sich die Symptome infolge seiner Infektion mit dem neuartigen Coronavirus verschlimmert hatten. Am Montagabend kam er sogar auf die Intensivstation und musste mit Sauerstoff behandelt werden. An ein Beatmungsgerät musste der Premierminister aber nicht angeschlossen werden. Erst am Donnerstag konnte Johnson wieder auf eine normale Station des Londoner St.-Thomas-Krankenhauses verlegt werden.

Spahn: Firmen-Alltag mit Hygiene- und Abstandsregeln möglich

Gesundheitsminister Jens Spahn macht eine Rückkehr der Unternehmen zur Normalität von Bedingungen abhängig. "Wenn uns bestimmte Branchen zeigen, sie können Hygiene- und Abstandsregeln durchsetzen, dann können die Bereiche auch wieder anfangen, in den Alltag zurückzukehren." Für Schulen und Kindergärten werde es knifflig, sagt der CDU-Politiker "Bild TV". "Das Virus wird bleiben, wir werden dauerhaft damit leben und umgehen müssen. Es ist wichtig, einmal als Gesellschaft für sich zu akzeptieren: 'Das ist da – und das bleibt.'"

Zudem hat sich Spahn optimistisch gezeigt, dass Deutschland die erste Dynamik der Corona-Krise gut übersteht. "Wir sind bis hierhin gut durchgekommen zusammen", sagte er. "Wenn wir das jetzt durchtragen über Ostern, dann werden wir diese erste Dynamik gemeinsam geschafft haben, und dann wird es darum gehen, wie wir schrittweise zurückkommen."

Jens Spahn: Der Gesundheitsminister glaubt, dass Firmen-Alltag mit bestimmten Abstands-und Hygieneregeln möglich wäre. (Quelle: imago images/IPON)Jens Spahn: Der Gesundheitsminister glaubt, dass Firmen-Alltag mit bestimmten Abstands-und Hygieneregeln möglich wäre. (Quelle: IPON/imago images)

Kommunen machen flächendeckende Tests zur Bedingung für Lockerung

Der Städte- und Gemeindebund hat flächendeckende Corona-Tests als Voraussetzung für eine Lockerung der Schutzmaßnahmen genannt. Dazu gehöre der Aufbau eines bundesweit einheitlichen Test- und Meldesystems, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Zudem müssten die Testkapazitäten deutlich ausgebaut werden, damit 80 bis 100 Prozent der Kontaktpersonen von Infizierten innerhalb eines Tages gefunden und getestet werden könnten. Bis Ende Mai müssten die Tests von derzeit 60.000 auf 500.000 pro Tag hochgefahren werden, forderte Landsberg.

Papst feiert Ostermesse in leerem Dom

Papst Franziskus hat die üblicherweise große Ostermesse wegen der Corona-Krise in ganz kleinem Rahmen gefeiert. Der Gottesdienst begann am Sonntagvormittag im fast leeren Petersdom. Normalerweise feiert der Papst das Fest der Auferstehung von Jesus Christus vor Zehntausenden Besuchern im Freien auf dem blumengeschmückten Petersplatz.

Nur wenige Gäste sind bei der Ostermesse im Petersdom erlaubt. (Quelle: AP/dpa/Andreas Solaro)Nur wenige Gäste sind bei der Ostermesse im Petersdom erlaubt. (Quelle: Andreas Solaro/AP/dpa)

Traditionell waren sonst Pilger in Massen extra für Ostern nach Rom geströmt. In diesem Jahr gelten jedoch international Reise- und Ausgangsbeschränkungen, um die Ausbreitung der Virus-Welle zu stoppen.

Russland meldet über 2100 Neuinfektionen

In Russland sind 2.186 Neuinfektionen bestätigt worden - so viele wie nie zuvor binnen 24 Stunden. Die Gesamtzahl der bekannten Infektionsfälle liege demnach bei 15.770, teilt das Coronavirus-Krisenzentrum mit. Die Zahl der Patienten, die im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, sei um 24 auf 130 gestiegen.

Von der Leyen rät von der Buchung des Sommerurlaubs ab

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen rät wegen der Corona-Pandemie vorerst von der Buchung des Sommerurlaubs ab. "Ich rate dazu, mit solchen Plänen noch zu warten. Für Juli und August kann derzeit niemand verlässliche Vorhersagen machen", sagte sie der "Bild am Sonntag". Skeptisch äußerte sie sich zu dem Beschluss der Bundesregierung, wonach Kunden für Reisen, die sie wegen der Corona-Pandemie nicht antreten können, erst einmal nur einen Gutschein und nicht wie bisher eine Rückerstattung ihres Geldes erhalten sollen. "Europaweit haben die Menschen rein rechtlich die Wahl, ob sie das Geld oder einen Gutschein wollen", sagte die Kommissionschefin.

Laut Robert Koch-Institut: Mehr Genesene als Infizierte

Laut den Zahlen des Robert Koch-Instituts, die am Morgen des Ostersonntag veröffentlicht wurden, gibt es erstmals mehr Genese als Infizierte in Deutschland. Demnach sind derzeit 60.200 Menschen wieder vollständig gesund und genesen, die zuvor an dem Coronavirus erkrankt waren. Damit sind es fast 1000 Personen mehr als es zurzeit nachgewiesene aktive Infektionen gibt.

Allerdings sagen die Zahlen der Johns Hopkins-Universität aus den USA etwas anderes. Laut den Zahlen der Universität gibt es in Deutschland 57.400 Genesene, aber noch mehr als 60.000 aktive Infektionen.

Johnson an Klinikmitarbeiter: "Verdanke ihnen mein Leben"

Der britische Premierminister Boris Johnson hat den Mitarbeitern des Londoner Krankenhauses gedankt, in dem er nach einer Infektion mit dem Coronavirus mehrere Tage auf der Intensivstation verbracht hatte. "Ich kann ihnen nicht genug danken. Ich verdanke ihnen mein Leben", sagte Johnson in einer knappen Mitteilung am späten Samstagabend.

Johnson hatte zuvor nach Angaben der Regierung in London auch am Samstag "gute Fortschritte" bei der Genesung von seiner Covid-19-Erkrankung gemacht. Wie die britische Nachrichtenagentur PA unter Berufung auf Regierungskreise berichtete, erhielt Johnson im Krankenhaus täglich Briefe und Baby-Ultraschallbilder von seiner schwangeren Verlobten Carrie Symonds sowie Tausende Karten mit Genesungswünschen. 

Mehrheit der Deutschen für Schutzmaskenpflicht

Die Mehrheit der Deutschen ist dafür, das Tragen von Schutzmasken zumindest an bestimmten Orten zur Pflicht zu machen. Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur wollen 33 Prozent eine solche Pflicht wie in Österreich auf Supermärkte beschränken.

China meldet neuen Höchststand importierter Fälle

China hat am Sonntag die bislang höchste Zahl importierter Infektionsfälle mit dem Coronavirus an einem Tag gemeldet. Von insgesamt 99 neu registrierten Infektionen seien 97 aus dem Ausland importiert gewesen, teilte die Gesundheitskommission mit.

Zuletzt war am 25. März ein Höchststand von 67 importierten Fällen gemeldet worden. Daraufhin hatte Peking am 28. März eine Einreisesperre aus dem Ausland verhängt, die weiterhin gilt.

Zudem wurden den Angaben zufolge am Sonntag 49 Corona-Verdachtsfälle gemeldet, bei denen es sich allesamt um importierte Fälle handeln soll.

Wuhan: China meldet einen neuen Höchststand der imortierten Fälle. (Symbolbild) (Quelle: imago images/Xinhua)Wuhan: China meldet einen neuen Höchststand der imortierten Fälle. (Symbolbild) (Quelle: Xinhua/imago images)

Ziemiak fordert schnelle Rückkehr zur Schwarzen Null nach Krise

CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak hat für eine schnelle Rückkehr zu einem ausgeglichenen Bundeshaushalt nach der Corona-Krise plädiert. Die strikte Schuldengrenze sei die Voraussetzung für die umfassenden Corona-Hilfen der Bundesregierung gewesen, sagte Ziemiak der "Welt am Sonntag". Disziplin und Sparsamkeit seien "kein Selbstzweck".

"Wir nehmen neue Schulden auf. Das ist in dieser Situation jetzt nötig, aber nur möglich, weil wir in den vergangenen Jahren nicht auf diejenigen gehört haben, die schon damals gefordert haben, wir sollten uns verschulden", betonte Ziemiak. Das "beherzte Handeln" der Bundesregierung sei nur durch das bisherige Festhalten an der Schwarzen Null möglich geworden.

Schrittweiser Ausstieg: Kramp-Karrenbauer bietet Bundeswehr-Hilfe an

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hat breite Unterstützung der Bundeswehr beim schrittweisen Ausstieg aus den Beschränkungen im Kampf gegen die Corona-Krise angeboten.

"Wir haben sehr viele Köpfe, sehr viele Hände, die bereit sind zu helfen", sagte Kramp-Karrenbauer der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Es kommt jetzt darauf an, was die Länder von uns verlangen." Denkbar sei etwa der Einsatz in Gesundheitsämtern bei der Nachverfolgung von Infektionsketten. Soldaten könnten aber auch helfen, Einkäufe zu organisieren, wenn Menschen ihre Wohnung nicht verlassen könnten.

Mehr als 500 Soldaten auf US-Flugzeugträger positiv getestet

Mehr als jeder zehnte der 4800 Marinesoldaten an Bord des US-Flugzeugträgers "USS Theodore Roosevelt" ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. 92 Prozent der Besatzung seien bisher getestet worden, teilte die US-Marine am Samstag mit. Bei 550 Besatzungsmitgliedern sei der Test positiv ausgefallen, bei 3673 negativ. 3696 Soldaten seien in Hotels und Kasernen auf der Pazifikinsel Guam gebracht worden, wo sich das Kriegsschiff derzeit befindet.

Im Streit um die Coronavirus-Fälle auf dem US-Flugzeugträger war Marine-Staatssekretär Thomas Modly vor wenigen Tagen zurückgetreten. Modly hatte den Kommandanten des Flugzeugträgers entlassen und später mit einer Ansprache an die Besatzung voller Kritik an dem Kapitän Empörung ausgelöst.

Schwesig fordert Maskenpflicht bei Lockerung der Maßnahmen

Die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig (SPD), hat sich für eine generelle Maskenpflicht bei einer Lockerung der Corona-Maßnahmen ausgesprochen. "Wir werden das öffentliche Leben nur schrittweise hochfahren können. Und wir brauchen zusätzliche Maßnahmen wie Mundschutz für alle", sagte Schwesig der Zeitung "Bild am Sonntag".

Maas: Deutsche EU-Ratspräsidentschaft wird "Corona-Präsidentschaft"

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) will während der deutschen EU-Ratspräsidentschaft in der zweiten Hälfte des Jahres vor allem gegen die Coronavirus-Pandemie kämpfen. "Wir werden sie zu einer 'Corona-Präsidentschaft' machen, um Corona und seine Folgen zu überwinden", erklärte Maas in einem Gastbeitrag für die "Welt" (Dienstagsausgabe). Es gelte, Lehren aus der Krise zu ziehen, zum Beispiel durch eine Verbesserung des EU-Katastrophenschutzes und der gemeinsamen Beschaffung und Produktion von lebenswichtigen Medizingütern.

Verkehrsministerium will Schutzmaterial per Bahn aus China holen

Im Kampf gegen die Corona-Epidemie will das Bundesverkehrsministerium mit der Deutschen Bahn eine "Landbrücke" für Transporte mit dringend benötigter Schutzausrüstung von China nach Deutschland organisieren. "Wir wollen damit zusätzlich zur "Luftbrücke" wöchentlich zwischen 20 und 40 Tonnen Masken und Schutzmaterial für unsere Krankenhäuser, Altenheime und Pflegeeinrichtungen beschaffen und transportieren", sagte Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) der "Bild am Sonntag".

Altmaier kündigt Härte gegen Missbrauch von Hilfen an

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier will hart gegen den Missbrauch von Corona-Hilfen vorgehen. "Einige wenige schwarze Schafe gefährden so die schnelle Auszahlung für viele Tausend Ehrliche, die diese Hilfe jetzt dringend brauchen", sagt der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Die rasche Auszahlung war und ist notwendig, aber gegen Betrug und Missbrauch muss konsequent und mit Härte gehandelt werden."

Bill Gates: Industrieländer müssen Milliarden in Impfstoff investieren

US-Milliardär und Microsoft-Gründer Bill Gates hat die Industrieländer dazu aufgerufen, Milliarden in die Entwicklung und Verteilung eines Impfstoffes gegen das Coronavirus zu investieren. "Die Entscheidungsträger müssen ausreichende Forschungsmittel mobilisieren, um die Entwicklung eines Impfstoffs zu ermöglichen", erklärte Gates in einem Gastbeitrag für die "Welt am Sonntag". Die Impfallianz "Gavi" benötige 7,4 Milliarden Dollar allein schon, um die bisherigen Immunisierungsbemühungen aufrechtzuerhalten.

USA mit den meisten Todesfällen weltweit 

Die USA haben in absoluten Zahlen weltweit die meisten Toten durch die Corona-Epidemie zu verzeichnen - und somit Italien überholt. Das geht aus Zahlen der amerikanischen Universität Johns Hopkins vom Samstagmittag (Ortszeit) hervor.

Virus Outbreak AIDS Crisis Remembered (Quelle: AP/dpa)Virus Outbreak AIDS Crisis Remembered (Quelle: AP/dpa)

In den Vereinigten Staaten starben demnach mehr als 19.700 Menschen in Folge der Corona-Pandemie, in Italien wurden 19.468 Tote registriert. Das südeuropäische Land hatte bislang bei der Gesamtzahl der Toten international an erster Stelle gelegen. Die Daten ändern sich allerdings rasant: Verschiebungen, welches Land in der Corona-Krise traurige Zahlen-Rekorde bricht, unterliegen somit einigen Schwankungen.

Corona-Krise trifft auch Fahrschulen

Die Corona-Krise hat auch die etwa 13 000 Fahrschulen in Deutschland mit voller Wucht getroffen. "Die Lage ist mehr als schwierig", sagt Dieter Quentin, Vorsitzender der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände (BVF). "Wir sind auf null heruntergefahren worden und so langsam wird es eng für die Kollegen." Im Zuge der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie mussten im März die Fahrschulen in Deutschland schließen. Natürlich hätten viele Betriebe Soforthilfe beantragt. "Je nach Größe der Fahrschule ist das aber nur ein Tropfen auf dem heißen Stein", meint Quentin.

Osterbotschaft der Queen: Das Virus wird uns nicht besiegen 

Königin Elizabeth II. hat sich zum zweiten Mal innerhalb einer Woche und zum ersten Mal zu Ostern an ihr Volk gewandt. "Dieses Jahr wird Ostern für viele von uns anders, aber indem wir Abstand halten, retten wir Leben", sagt sie in der auf Twitter veröffentlichten Tonaufnahme. Doch Ostern sei nicht abgesagt, man brauche es mehr denn je. Die Entdeckung der Auferstehung Jesu Christi habe seine Anhängern neue Hoffnung und neue Aufgaben gegeben. Alle könnten daraus Mut schöpfen. "Wir wissen, dass uns das Virus nicht besiegen wird." Erst am Sonntag hatte die Monarchin die Briten in einer Fernsehansprache zum Durchhalten aufgerufen. Die Queen wendet sich nur selten direkt an die Nation, abgesehen von ihrer traditionellen Fernsehbotschaft zu Weihnachten.

Zahl der Menschen auf Intensivstation in Frankreich sinkt erneut 

In Frankreich ist die Zahl der Covid-19-Patienten, die auf der Intensivstation behandelt werden, den dritten Tag in Folge rückläufig. Derzeit befänden sich 6.883 Menschen auf der Intensivstation, sagte Gesundheitsdirektor Jerôme Salomon am Samstagabend. Das sind 121 Menschen weniger als am Vortag. Auch die Zahl der Menschen, die innerhalb von 24 Stunden in Folge von Covid-19 gestorben sind, ist zurückgegangen. Frankreich zählte am Samstag 353 neue Todesfälle in den Krankenhäusern und 290 in den Alten- und Pflegeheimen. Insgesamt verzeichnet das Land den offiziellen Angaben nach 13.832 Tote.

Schulen in New York öffnen erst wieder im September

In New York bleiben die staatlichen Schulen bis September geschlossen. In diesem Schuljahr würden sie nicht wiedereröffnet, kündigt Bürgermeister Bill de Blasio an. In New York – einem Schwerpunkt der Coronavirus-Epidemie, sind die Schulen seit dem 16. März zu. Der Unterricht sollte ursprünglich am 20. April wieder aufgenommen werden.

In Berlin: 100 Meter lange Schlangen vor Supermärkten

Am Osterwochenende kam es in etlichen Supermärkten zu Ausnahmezuständen. Reporter der Deutschen Presse-Agentur berichteten am Vormittag von langen Schlangen auf Märkten und in Geschäften in Berlin. Vor manchen Supermärkten standen Berliner fast 100 Meter lang an. Um die Verbreitung des neuartigen Virus einzuschränken, müssen Menschen einen Mindestabstand von 1,50 Meter einhalten.

Vor einem Supermarkt in Berlin-Schöneberg bildet sich eine lange Schlange. Am Osterwochenende wird mit langen Schlangen vor Super- und Baumärkten gerechnet.  (Quelle: dpa)Vor einem Supermarkt in Berlin-Schöneberg bildet sich eine lange Schlange. Am Osterwochenende wird mit langen Schlangen vor Super- und Baumärkten gerechnet. (Quelle: dpa)

Bereits am Karfreitag kontrollierten rund 500 Polizistinnen und Polizisten stadtweit die Einhaltung der Maßnahmen gegen das Virus, in der Nacht zu Samstag waren es 140. Insgesamt wurden nach Polizeiangaben sechs Straf- und 160 Ordnungswidrigkeitsanzeigen gestellt.

Auch in Niedersachsen und Bremen haben viele Ausflügler gegen das Kontaktverbot verstoßen. Die Polizei erstattete nach Mitteilung vom Samstag 80 Anzeigen wegen Verstößen gegen das Versammlungsverbot und die Kontaktbeschränkungen. In Hessen hielten sich die die Bewohner dagegen größtenteils an die Vorgaben der Behörden. 

Söder bittet Menschen in Corona-Krise um Geduld

Ministerpräsident Markus Söder bittet die Menschen in Bayern weiter um Geduld bei der Bewältigung der Corona-Krise. "Es wird auch nach den Osterferien nicht einfach so weitergehen können wie vorher", sagte der CSU-Politiker am Samstag in München laut vorab verbreitetem Redemanuskript in seiner Ansprache zu Ostern. 

Markus Söder, Ministerpräsident von Bayern, während der Aufzeichnung seiner Osteransprache für das Bayerische Fernsehen: In der Ansprache geht Söder unter anderem auf die akutelle Lage in der Corona-Pandemie ein. (Quelle: dpa)Markus Söder, Ministerpräsident von Bayern, während der Aufzeichnung seiner Osteransprache für das Bayerische Fernsehen: In der Ansprache geht Söder unter anderem auf die akutelle Lage in der Corona-Pandemie ein. (Quelle: dpa)

Britischer Premier Johnson macht "sehr gute Fortschritte"

Der an der Lungenkrankheit Covid-19 erkrankte britische Premierminister Boris Johnson befindet sich nach Angaben seiner Regierung auf dem Weg der Besserung. "Der Premierminister macht weiterhin sehr gute Fortschritte", teilte eine Regierungssprecherin am Samstag in London mit.

Ägyptens Polizei setzt Beerdigung von Coronaopfern mit Tänengas durch

Mit Tränengas haben Sicherheitskräfte im Norden Ägyptens die Beerdigung eines Coronaopfers durchgesetzt. Um die Bestattung des Leichnams einer 64 Jahre alten Ärztin war zuvor ein heftiger Konflikt zwischen zwei nahe gelegenen Dörfern in der Provinz Dakahlija im Nildelta ausgebrochen, wie ägyptische Medien am Samstag meldeten. Einwohner beider Orte hätten aus Angst vor einer Ausbreitung des Virus die Beerdigung der Verstorbenen blockiert.

Studie: Coronavirus könnte weitere Symptome auslösen

Eine Infektion mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 kann sich nicht nur mit Fieber, Husten und Atembeschwerden äußern, sondern auch neurologische Symptome verursachen. Das ist das Ergebnis einer Studie chinesischer Wissenschaftler mit Patienten in Wuhan, dem Epizentrum der Pandemie, von dem aus sich das Virus weltweit ausbreitete. Wie die Mediziner im Fachblatt "JAMA Neurology" berichten, zeigte ein gutes Drittel der von ihnen untersuchten 214 Patienten Anzeichen dafür, dass das Virus das Nervensystem geschädigt hatte. Zu den häufigsten Symptomen gehörten Schwindel und Kopfschmerzen sowie Riech- und Geschmacksstörungen.

Auch die aktuelle Studie aus Wuhan stützt sich lediglich auf die Auswertung der entsprechenden Patientenakten, Laborbefunde und radiologischen Untersuchungen für die 214 Studienteilnehmer mit einer nachgewiesenen Covid-19-Erkrankung. Wie das Team um den Neurologen Ling Mao von der Huazhong University of Science and Technology berichtet, zeigten 78 (36,4 Prozent) von ihnen neurologische Manifestationen, die sich umso schwerwiegender äußerten, je gravierender die Covid-19-Erkrankung insgesamt war.

Am häufigsten beobachteten die Mediziner Schwindel (36 Patienten, 16,8 Prozent) und Kopfschmerzen (28 Patienten, 13,1 Prozent). Zudem kam es bei zwölf Patienten (5,6 Prozent) zu Geschmacksstörungen und bei elf Patienten (5,1 Prozent) zu Störungen des Geruchssinns. Sechs Patienten (2,8 Prozent) erlitten einen Schlaganfall.

Alkoholverbot in Thailand soll Virus-Ausbreitung dämpfen

Die meisten thailändischen Provinzen verbieten den Verkauf von alkoholischen Getränken. Das für zehn Tage geltende Verbot soll die Lust zu feiern während des thailändischen Neuen Jahres dämpfen und damit die Ausbreitung des Virus verhindern. Normalerweise findet das mit rituellen Waschungen verbundene traditionelle Neujahrsfest vom 13. bis 15. April statt. Die Regierung hat den Termin für den üblichen Neujahrs-Urlaub bereits verlegt.

Propaganda-Vorwürfe des Weißen Hauses: "Voice of America" weist diese zurück

Der staatliche US-Auslandssender "Voice of America" (VOA) hat Vorwürfe des Weißen Hauses entschieden zurückgewiesen, wonach er in seiner Berichterstattung über das Coronavirus chinesische "Staatspropaganda" verbreite. Ohne die US-Regierung ausdrücklich zu nennen, erklärte VOA-Chefin Amanda Bennet am Freitag (Ortszeit), ihr Sender habe einen großen Teil der Informationen der chinesischen Regierung und chinesischer Staatsmedien zum Coronavirus "von Grund auf widerlegt". 

WHO untersucht Rückfälle von Covid-19-Patienten

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) untersucht Rückfälle von Covid-19-Patienten, die nach negativen Virus-Tests als geheilt galten. "Wir stehen in enger Verbindung mit unseren klinischen Experten und arbeiten hart daran, mehr Informationen über diese individuellen Fälle zu erhalten", heißt es in einer WHO-Stellung gegenüber Reuters zu ungewöhnlichen Fällen in Südkorea.

Es sei sehr wichtig, dass bei der Beurteilung der Patienten der vorgeschriebene Ablauf eingehalten werde. Nach den WHO-Richtlinien kann ein Patient erst aus dem Krankenhaus entlassen werden, wenn zwei Coronavirus-Tests im Abstand von 24 Stunden negativ ausgefallen sind. Mehr dazu lesen Sie hier. 

Kretschmann: Die meisten werden nach der Krise ärmer sein

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann erwartet für die Zeit nach der Corona-Krise harte Verteilungskämpfe. "Machen wir uns nichts vor: Das wird eine harte Debatte geben, wer die Kosten für die Rettungspakte trägt", sagte der Grünen-Politiker der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Letztlich werde die gesamte Bevölkerung dafür bezahlen: "Die meisten Menschen werden nach der Corona-Krise erstmal ärmer sein."

Baden-Württemberg zum Beispiel spanne für fünf Milliarden Euro einen Schutzschirm, der Betrag sei binnen zehn Jahren zu tilgen. "Das heißt: Eine halbe Milliarde im Jahr muss im Haushalt anderswo eingespart werden. Das Geld fällt ja nicht vom Himmel."

Indien verlängert Ausgangssperre auf unbestimmte Zeit

Indien verlängert nach Angaben eines Regierungsvertreters die landesweiten Ausgangsverbote. Ministerpräsident Narendra Modi habe bei einer Videokonferenz mit Vertretern der Bundesstaaten darüber informiert, teilt der Regierungschef des Bundesstaates Delhi, Arvind Kejriwal, auf Twitter mit. Wenn die Beschränkungen nun aufgehoben worden wären, wäre alles Erreichte vergeblich gewesen. Zur Dauer der Verlängerung äußerte er sich nicht. Bislang war die Ausgangssperre für drei Wohen bis zum Dienstag verhängt worden.

Deutscher Städtetag fordert "besonnene Schritte" bei Rückkehr zur Normalität

Der Deutsche Städtetag plädiert in der Corona-Krise für "besonnene bundesweite Schritte" bei der Rückkehr zur Normalität. Die Beschränkungen dürften "nicht zu früh gelockert werden", sagte Städtetagspräsident Burkhard Jung den Funke-Zeitungen. "Wir appellieren als Städte an die Bundesregierung und die Ministerpräsidenten, sich in der kommenden Woche auf ein kluges Konzept für eine stufenweise Rückkehr zur Normalität zu verständigen", sagte der Leipziger Oberbürgermeister.

Besonnen müssten die Schritte sein, "damit wir die Pandemie kontrolliert bekämpfen können". Bundesweit müssten sie sein, "damit die Regelungen berechenbar und leichter verständlich sind", so Jung.

Zulassung von Covid-19-Medikamenten wohl in diesem Jahr

Der Präsident des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), Karl Broich, hat die Einschätzung von Experten bestätigt, dass es noch in diesem Jahr eine Zulassung für Covid-19-Medikamente geben könnte. "Ich gehe davon aus, dass wir bis zum Spätsommer die ersten belastbaren Ergebnisse aus den derzeit laufenden Studien bekommen", sagte Broich dem "General-Anzeiger" aus Bonn. "Wenn die Daten es hergeben, bin ich sehr zuversichtlich, dass wir noch in diesem Jahr eine Zulassung erteilen können." Mehr dazu lesen Sie hier. 

US-Präsident Trump will Italien in Corona-Pandemie helfen

US-Präsident Donald Trump sieht sich in der Corona-Krise nach eigenen Angaben vor der "größten Entscheidung meines Lebens". Er werde eine Entscheidung über die Lockerung der strengen Corona-Schutzmaßnahmen treffen müssen, "und ich hoffe bei Gott, dass es die richtige Entscheidung sein wird", sagte er am Freitag auf einer Pressekonferenz in Washington.

Zudem hat er seine Regierung angewiesen, Italien im Kampf gegen das Coronavirus zu unterstützen. So solle etwa in Italien stationiertes Militärpersonal beim Bau von Feldlazaretten und dem Transport von Lebensmitteln helfen, hieß es in einem am späten Freitagabend veröffentlichten Memorandum. Nicht an Covid-19 erkrankte italienische Patienten könnten in medizinischen Einrichtungen des US-Militärs behandelt werden.

Wirtschaftsminister Wilbur Ross solle zudem US-Unternehmen ermutigen, benötigtes Material wie etwa medizinische Ausrüstung an Italien zu liefern, hieß es weiter. Mit seiner Hilfe reagiere Washington auf die Bitte der italienischen Regierung.

Donald Trump: Will nun Italien wegen der Corona-Pandemie helfen. (Quelle: imago images/Media Punch )Donald Trump: Will nun Italien wegen der Corona-Pandemie helfen. (Quelle: Media Punch /imago images)

Italiens Premier hält an Forderung nach Corona-Bonds fest

Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte hat noch einmal herausgestellt, dass Rom trotz der Einigung auf ein EU-Hilfspaket in der Corona-Krise an der Forderung nach gemeinsamen Anleihen festhält. Rom werde dafür oder für andere gemeinsame Absicherungen "bis zum Schluss" kämpfen, sagte der parteilose Politiker am Freitag.

Conte erläuterte, er betrachte das Hilfspaket vom Donnerstag als ersten Schritt in Richtung einer gemeinsamen europäischen Verantwortung. Es enthalte neue Gedanken. Die Nutzung des Rettungsschirms ESM dagegen nannte er "völlig unpassend" für die aktuelle Notlage. Italien brauche den ESM nicht und wolle ihn nicht nutzen, sagte Conte. Andere EU-Länder hätten allerdings Interesse daran gezeigt.

Juncker plädiert für Aufnahme gemeinsamer europäischer Schulden

Der frühere EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker hat sich angesichts der Corona-Krise für die Aufnahme gemeinsamer europäischer Schulden ausgesprochen. "Die Idee der Corona-Bonds wird sich am Ende durchsetzen", sagte Juncker der Zeitung "Welt". Für die Schaffung eines solchen neuen Finanzinstruments sei aber viel Vorarbeit nötig, sagte der Luxemburger.

Dass die Verhandlungen der EU-Mitgliedstaaten über Finanzhilfen in der Corona-Krise so zäh verliefen, führte Juncker auch darauf zurück, dass die Staats- und Regierungschefs sich derzeit nicht persönlich treffen können. Beratungen per Videokonferenz seien nicht ideal, sagte Juncker der Zeitung. "Wenn man so arbeiten muss, kann es keine schnellen Ergebnisse geben, denn da kann einfach nicht alles besprochen und gesagt werden, und jene, die untereinander diskutieren müssen, können das oft nicht."

Die EU-Staaten müssten "weiter ernsthaft auf Corona-Bonds hinarbeiten", forderte Juncker. Dies müsse den besonders von der Coronavirus-Pandemie betroffenen Ländern Italien und Spanien auch klargemacht werden.

New Yorker Ärzte und Pfleger halten Nachtwache für verstorbene Kollegen ab

In New York haben Mitarbeiter im Gesundheitswesen eine Nachtwache für ihre im Kampf gegen das Coronavirus gestorbenen Kollegen abgehalten. "Wir sind hier, um unsere gefallenen Helden zu ehren, für sie zu beten und an sie zu erinnern", sagte die Krankenschwester Joanne Mee Wah Loo am Freitagabend (Ortszeit) vor den Teilnehmern der kleinen Versammlung im Stadtteil Manhattan.

Trotz der winterlichen Temperaturen, die New York am Freitag erfassten, beteiligten sich mehrere Krankenhaus-Mitarbeiter an der Nachtwache vor der Zentrale der Krankenhaus-Kette Mount Sinai. Ein Herz aus leuchtenden elektrischen Kerzen erinnerte an die am Coronavirus gestorbenen Ärzte und Pfleger, in Großbuchstaben daneben stand das Wort "Hope" (Hoffnung).

Verbraucherschützer fordert zeitliche Befristung einer App

In der Debatte um eine Corona-App zur Nachverfolgung von Infektionsketten knüpft Deutschlands oberster Verbraucherschützer den Einsatz an Bedingungen. "Schnelle, pragmatische Lösungen zum Schutz von Gesundheit und Leben sind nötig", sagt der Chef des Verbrauchzentrale Bundesverband (VZBV), Klaus Müller, dem "Handelsblatt". Eine Anti-Corona-App könne hier helfen, müsse aber "freiwillig, geeignet, nötig, verhältnismäßig und zeitlich befristet sein". Müller warnte zugleich vor den Risiken einer solchen digitalen Lösung. "Die Corona-Krise darf nicht als Einfallstor dienen, um Unternehmen neue Zugriffe auf private Daten zu geben."

Altmaier verteidigt schnelle Auszahlung von Soforthilfen

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat die nahezu ungeprüfte Auszahlung von Corona-Soforthilfen verteidigt. "Es ist wichtig, dass das Geld schnell auf dem Konto ist, bevor Menschen entlassen oder Unternehmen insolvent gehen", sagte Altmaier der "Augsburger Allgemeinen". "Eine sehr ausführliche Prüfung könnte da zu einem monatelangen Warteprozess führen, den wir uns in der derzeitigen Lage nicht leisten können."

Türkei verhängt 48-stündige Ausgangssperre

Die Türkei hat wegen der Coronavirus-Pandemie eine Ausgangssperre für 31 Städte angeordnet. Die Bewohner der Städte, darunter die Hauptstadt Ankara und die Millionenmetropole Istanbul, dürften für 48 Stunden ihre Wohnungen nicht verlassen, wie das Innenministerium mitteilte. Die Regelung trat am Freitag um Mitternacht in Kraft.

Unmittelbar nach Ankündigung der Maßnahme am Freitagabend strömten in Ankara und Istanbul tausende Menschen auf die Straßen, um letzte Besorgungen zu erledigen, wie AFP-Korrespondenten berichteten. Vor Lebensmittelläden, Banken und Spirituosengeschäften bildeten sich lange Schlangen. Sie habe eine solche Maßnahme erwartet, sagte die Istabulerin Simona Hayrabe. "Aber es kam so plötzlich."

Kliniken sehen sich in der Krise für Ostern gewappnet

Die Krankenhäuser in Deutschland rechnen an Ostern mit ausreichend Kapazitäten für die Behandlung von Corona-Patienten. "Mit überfüllten Notaufnahmen aufgrund von Corona-Verdacht rechnen wir nicht", sagte der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Er sei "optimistisch, dass die Versorgung der Covid-19-Patienten auch über Ostern ohne Engpässe gesichert ist". Die Kapazitäten der Kliniken seien "nach wie vor nicht ausgeschöpft".

Kreuzfahrtschiff mit vielen Fällen legt in Uruguay an

Ein Kreuzfahrtschiff mit zahlreichen Coronavirus-Infizierten an Bord ist in den Hafen der uruguayischen Hauptstadt Montevideo eingelaufen. Nach dem Anlegen am Freitag sollten nach Angaben der uruguayischen Regierung 112 Passagiere der "Greg Mortimer" in der Nacht zum Samstag in einem mit medizinischem Gerät ausgestatteten Flugzeug in die australische Stadt Melbourne ausgeflogen werden.

Fast 60 Prozent der mehr als 200 Menschen an Bord waren zuvor positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden. Acht Erkrankte wurden bereits in Krankenhäuser in Montevideo verlegt. Auf dem Schiff befanden sich ursprünglich mehr als 210 Menschen, die meisten Passagiere stammten aus Australien und Neuseeland.

Papst vergleicht gestorbene Pfleger mit gefallenen Soldaten

Papst Franziskus hat die im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie gestorbenen Pflegekräfte mit Soldaten im Krieg verglichen. Die in Ausübung ihrer Tätigkeit gestorbenen "Ärzte, Pfleger, Pflegerinnen, Ordensschwestern und Priester" seien "gefallen wie Soldaten an der Front", sagte Franziskus am Freitag in einer Live-Sendung im italienischen Fernsehen. "Sie haben ihr Leben aus Liebe gegeben." Der Papst rief während einer Sondersendung zum Karfreitag beim Sender Rai1 an. Am frühen Abend feierte Franziskus das Passionsamt im menschenleeren Petersdom. Wegen der Corona-Pandemie begeht der Papst die Osterfeierlichkeiten in diesem Jahr weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit. 

Mehr als 13.000 Corona-Tote in Frankreich – Kind stirbt 

In Frankreich ist ein an Covid-19 erkranktes Kind auf der Intensivstation gestorben. Das Kind sei jünger als zehn Jahre gewesen, die Todesursache erscheine aber "vielfältig", sagte Gesundheitsdirektor Jérôme Salomon am Freitagabend.

Die Zahl der Menschen, die in Krankenhäusern gestorben seien, ist innerhalb von 24 Stunden um 554 Fälle auf 8.598 gestiegen. Hinzu kämen 433 weitere Fälle innerhalb eines Tages in Alters- und Pflegeheimen. Hier liegt die Gesamtzahl bei knapp 4.600. Damit liegt die Zahl der Toten insgesamt bei knapp 13.200.

Zahl der Toten weltweit steigt auf 100.000

Inzwischen sind weltweit mehr als 100.000 Menschen an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Das meldet die Johns Hopkins Universität. Insgesamt gibt es mehr als 1,56 Millionen Infektionsfälle mit dem Sars-CoV-2-Erreger. 

Italien verlängert Maßnahmen bis zum 3. Mai

Italien verlängert die Beschränkungen des öffentlichen Lebens bis zum 3. Mai. "Das ist eine schwierige, aber notwendige Entscheidung, für die ich die volle politische Verantwortung übernehme", sagt Ministerpräsident Giuseppe Conte bei einer Pressekonferenz. Die Maßnahmen wurden am 9. März angeordnet und sollten ursprünglich bis Montag dauern. Conte erklärte weiter, ab dem 14. April dürften trotz der Verlängerung einige Läden wieder öffnen, darunter Buch- und Kinderbekleidungsgeschäfte.

Bundespräsident hält Fernsehansprache zu Coronavirus 

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wird am Karsamstag eine Fernsehansprache zur aktuellen Situation in der Corona-Pandemie halten. Es ist das erste Mal, dass ein Bundespräsident in dieser Form auf ein aktuelles Ereignis eingeht, normalerweise hält er solche Ansprachen nur jedes Jahr an Weihnachten.

980 Menschen sterben in Großbritannien an einem Tag

Großbritannien hat erstmals mehr Todesfälle an einem einzigen Tag durch das Coronavirus verzeichnet als Italien. Die Zahl der Toten stieg bis Donnerstagabend um 980, wie der britische Gesundheitsminister Matt Hancock am Freitag mitteilte. Italien hatte an seinem bislang schlimmsten Tag am 27. März 969 Sterbefälle erfasst.

Insgesamt liegt die Zahl der Opfer des Coronavirus in Großbritannien bei 8.958 und damit noch weit hinter Italien, das bis Freitag mehr als 18.000 Todesopfer zählte. Dennoch deuten die stetig steigenden Todeszahlen darauf hin, dass Großbritannien den Höhepunkt der Pandemie noch lange nicht erreicht hat.

Polizei ahndet Corona-Verstöße aus dem Zeppelin

Sechs Beamte kontrollieren seit Freitag von Bord eines Zeppelins aus, ob sich die Menschen in der baden-württembergischen Region Bodensee-Oberschwaben an die Regeln zur Eindämmung des Coronavirus halten.

Nach Angaben des Ravensburger Polizeipräsidiums können die Beamten aus dieser Höhe Menschengruppen im öffentlichen Raum besser erkennen als vom Streifenwagen aus. Zudem eigne sich der Zeppelin NT wegen seines leisen Flugs besonders für eine derartige Mission, hieß es kürzlich in einer Mitteilung. Die Deutsche Zeppelin-Reederei in Friedrichshafen stellt das Luftschiff für den Einsatz zur Verfügung. Geplant sind mehrere Flüge von Karfreitag bis Ostermontag.

Corona-Verdacht: Leiche auf Schiff entdeckt

Auf einem Schiff in Rotterdam mit vermutlich mehreren coronainfizierten Besatzungsmitgliedern ist die Leiche eines Mannes gefunden worden. Ob er an Covid-19 starb, werde untersucht, teilte die Polizei mit. Auf dem unter der Flagge der Bahamas fahrenden Schiff waren zuvor mehrere der 77 Besatzungsmitglieder wegen des Verdachts einer Ansteckung mit dem Coronavirus isoliert worden. Ein Mann war am Mittwoch in ein Krankenhaus gebracht worden, wo sich eine Infektion bestätigte.

Halle steckt durch Pandemie weiter in finanzieller Krise

Die verschuldete Stadt Halle steckt mitten in der Corona-Krise in neuen finanziellen Nöten. Er habe am Donnerstag eine Haushaltssperre verhängen müssen, sagte Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos). Nach diesem Schritt kann die bevölkerungsreichste Stadt in Sachsen-Anhalt jetzt nur noch Pflichtaufgaben finanzieren. Wiegand begründete den Schritt mit den Kosten zur Bekämpfung der Corona-Pandemie. Einer Prognose zufolge beliefen sich diese auf mindestens 200 Millionen Euro.

Diese Summe könne Halle unmöglich allein aufbringen, sagte Wiegand. Der Stadtchef hofft auf Unterstützung vom Land oder vom Bund. Er verwies unter anderem auf die jüngste Forderung vom Städtetagspräsidenten und Leipziger Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) nach einem Schutzschirm für die Kommunen, also finanzielle Hilfen. Kommunalvertreter rechnen damit, dass der Wegfall von Steuereinnahmen wegen geschlossener Betriebe und die Kosten zur Bekämpfung der Corona-Krise vielerorts in Haushaltssperren münden könnten. Es sei richtig, diesen kommunalen Rettungsschirm zu fordern, sagte Wiegand.

Spanien empfiehlt Masken in öffentlichem Nahverkehr

Die spanische Regierung empfiehlt ab sofort allen Bürgern wegen der Corona-Pandemie in öffentlichen Verkehrsmitteln Masken zu tragen. Das sei bei einer Sitzung des Ministerrats beschlossen worden, teilte Gesundheitsminister Salvador Illa mit. Besonders wichtig sei dabei, die Masken ordnungsgemäß zu verwenden, damit sie wirksamen Schutz bieten, und gleichzeitig nicht andere Hygienemaßnahmen wie das Händewaschen zu vernachlässigen, so Illa. Soweit möglich sollen Masken ab kommender Woche etwa in U-Bahn-Stationen oder Bahnhöfen zugänglich gemacht werden.

Katastrophenschutz muss in Altersheim aushelfen

In dem Pflegeheim St. Monika der Caritas-Betriebsführungs- und Trägergesellschaft (CBT) im nordrhein-westfälischen Sankt Augustin hat der Katastrophenschutz die Betreuung übernommen. Zuvor waren 38 Pfleger positiv auf das Coronavirus getestet worden. Wie der "WDR" berichtet, musste das restliche Pflegepersonal in Quantäne. 70 Bewohner des Pflegeheims seien ebenfalls positiv getestet worden.

Der Krisenstab des Rhein-Sieg-Kreises habe bestimmt, dass der Katastrophenschutz möglichst schnell von "echten Pflegekräften" abgelöst werden müsse. Dazu soll eine Ausnahmegenehmigung bei der Bezirksregierung eingeholt werden, damit die negativ getesteten Mitarbeiter doch nicht in Quarantäne müssen.

Extremwert im Vergleich zu Deutschland: Über 3.000 Tote in Belgien

Die Zahl erfasster Todesfälle in Zusammenhang mit Covid-19 ist in Belgien binnen eines Tages um 325 gestiegen. Hinzu kamen in der jüngsten Statistik 171 Todesfälle in Pflegeheimen aus der Zeit vom 18. bis 31. März, wie das zuständige Krisenzentrum mitteilte. Die Gesamtzahl liegt nun bei 3.019 Todesfällen. Belgien hat nur elf Millionen Einwohner. Zum Vergleich: Deutschland mit seinen 83 Millionen Einwohnern hat bislang etwa 2.300 Todesfälle in Verbindung mit dem neuartigen Coronavirus registriert.

Zu wenig Intensivbetten in Istanbul?

In der türkischen Millionenmetropole Istanbul werden angesichts der Verbreitung der Lungenkrankheit Covid-19 die Betten auf Intensivstationen knapp. "In Istanbul gibt es 4600 Intensivbetten und in nur zwei bis drei Tagen waren bereits 80 Prozent davon belegt", sagte der Chef der Türkischen Ärztevereinigung TTB, Sinan Adiyaman. "Das wurde uns mitgeteilt. Und das wird zunehmen." Es sei bekannt, dass es in Istanbul sehr viele Patienten gebe. In der vergangenen Woche waren 60 Prozent aller Fälle der Türkei dort gemeldet worden. Landesweit gibt es 42.200 Infektionsfälle und bislang 908 gemeldete Tote.

5677 bestätigte Corona-Fälle in Hessen

Die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus steigt in Hessen weiter an. Mittlerweile haben sich 5677 Menschen nachweislich mit dem Erreger Sars-CoV-2 angesteckt, wie das Sozialministerium in Wiesbaden mitteilte (Stand: 14.30 Uhr). Das sind 239 mehr als am Vortag. Die Zahl der mit dem Coronavirus in Verbindung gebrachten Todesfälle stieg im gleichen Zeitraum um neun auf 112.

Am stärksten betroffen ist nach wie vor die Stadt Frankfurt mit 796 Infizierten. Es werden nur solche Fälle erfasst, die von den Kommunen bis zu einem bestimmten Zeitpunkt in eine elektronische Datenbank eingepflegt wurden.

Tausende Urlauber müssen in Quarantäne

Im Kampf gegen eine weitere Ausbreitung des Coronavirus müssen sich Reisende bei ihrer Rückkehr nach Deutschland seit dem heutigen Freitag für zwei Wochen in häusliche Quarantäne begeben. Allein am Flughafen Frankfurt waren am ersten Tag der Neuregelung mehrere Tausend Menschen betroffen. 80 Prozent von ihnen stünden im Zusammenhang mit den Rückholaktionen des Auswärtigen Amts, sagte ein Sprecher der Flughafen-Bundespolizei.

Um weitere Infektionsketten zu stoppen, hatte das Krisenkabinett unter Kanzlerin Angela Merkel den Bundesländern am vergangenen Montag empfohlen, die Quarantäne ab 10. April für alle Reisenden anzuordnen, die mehrere Tage im Ausland waren. Ausnahmen gibt es unter anderem für Lkw-Fahrer, Pendler oder Personen, die weniger als 24 Stunden im Ausland waren. Die Regelung gilt vorerst bis zum 19. April. Mehr dazu lesen Sie hier.

48 Todesfälle in Brandenburg gemeldet

Die Zahl der Menschen, die in Brandenburg nachweislich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert sind, ist auf 1867 gestiegen. Das teilte das Gesundheitsministerium mit. Demnach erhöhte sich die Zahl der bestätigten Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden (Stand: 9 Uhr) um 161. Bisher starben 48 Menschen nach einer Infektion mit dem Virus Sars-CoV-2, die meisten davon mit 19 in Potsdam, wo sie wohnten. Der Landkreis Potsdam-Mittelmark zählte elf Tote.

Die höchste Zahl an bestätigten Infizierten mit dem neuartigen Coronavirus gibt es mit Abstand in der Landeshauptstadt Potsdam mit 377 Fällen, gefolgt vom Kreis Potsdam-Mittelmark mit 245 und dem Kreis Oberhavel mit 153 Infizierten. Die wenigsten nachgewiesenen Fälle meldeten der Landkreis Prignitz mit 19 infizierten Menschen und die Stadt Frankfurt (Oder) mit 22 gemeldeten Fällen, im Landkreis Uckermark waren es 24.

Vermeintliche Corona-Infizierte bespuckt Polizisten

Eine 35-Jährige hat behauptet, mit dem Coronavirus infiziert zu sein und einen Polizisten der Bundespolizei angespuckt. Die Frau sei zuvor am Bahnhof in Offenburg (Ortenaukreis) kontrolliert worden, da sie herumschrie und verkündet haben soll, Drogen genommen zu haben, teilte die Polizei mit. Da sie sich nicht ausweisen konnte, wurde sie am Donnerstagabend mit auf das Revier genommen. Hierbei wehrte sie sich, wurde aggressiv und beleidigte die Beamten. Schließlich spuckte sie den Polizisten an. Ob die 35-Jährige wirklich mit dem Virus infiziert ist, sei noch unklar. Sie muss mit mehreren Anzeigen rechnen.

Weiterer EU-Sondergipfel findet als Videochat statt

Wegen der Corona-Krise hat die EU einen weiteren Sondergipfel der Staats- und Regierungschefs per Videokonferenz einberufen. Wie EU-Ratspräsident Charles Michel im Onlinedienst Twitter mitteilte, soll es bei den Beratungen am 23. April um die Bewältigung der Wirtschaftskrise wegen der Coronavirus-Pandemie gehen. Die EU müsse die Grundlage für eine "robuste wirtschaftliche Erholung" nach der Krise schaffen, forderte Michel.

Einbrüche und Diebstähle gehen bundesweit zurück

Die Corona-Krise lässt die Zahl der Diebstähle und Einbrüche in Deutschland offenbar spürbar zurückgehen. "Seit Mitte März registrieren wir einen massiven Rückgang von Diebstählen und Einbrüchen. Das Entdeckungsrisiko ist für die Täter zu groß geworden", sagte der stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Jörg Radek, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Die genauen Daten werden demnach zwar erst in einigen Wochen vorliegen. Der Trend sei jedoch schon jetzt eindeutig. Als Hauptgrund nannte der Gewerkschafter, dass sich die Menschen aufgrund der seit Beginn der Corona-Epidemie befolgten Ausgangsbeschränkungen überwiegend zu Hause aufhielten.

Melitta produziert Schutzmasken in Form von Filtertüten

Der Kaffeefilter-Hersteller Melitta produziert millionenfach medizinische Schutzmasken in Form seiner Filtertüten. In der Corona-Krise habe Melitta Teile seiner Filtertüten-Produktion im westfälischen Minden entsprechend umgerüstet, berichtete das in Bielefeld erscheinende "Westfalen-Blatt". Die anstelle des braunen Filterpapiers aus einem dreilagigen weißen Spezialvlies hergestellten Masken erfüllten den europäischen Standard für OP-Masken mit einer Bakterien-Filtrations-Effizienz von mehr als 98 Prozent.

Schutzmaske aus Melitta-Filtertüte (Quelle: Melitta)Schutzmaske aus Melitta-Filtertüte (Quelle: Melitta)

In der ersten Produktionswoche vor Ostern seien bereits rund eine Million Masken produziert worden. Die Kapazitäten ermöglichten kurzfristig die Herstellung von bis zu einer Million Masken pro Tag. Sofern die Vormaterialien in ausreichender Menge zur Verfügung stehen, könnten die Stückzahlen sukzessive um ein Vielfaches erhöht werden, berichtete die Zeitung.

Anzahl der Todesopfer in Rheinland-Pfalz steigt weiter an

Die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Menschen in Rheinland-Pfalz steigt weiter. Am Freitag gab es insgesamt 4.592 bestätigte Sars-CoV-2 Fälle, wie das Gesundheitsministeriums in Mainz mitteilte. Das sind 185 mehr als am Vortag. Bislang sind demnach im gesamten Bundesland 60 infizierte Menschen gestorben. Die meisten Infektionen mit dem Virus wurden in der Stadt Mainz registriert - bis Freitag waren in der Landeshauptstadt 343 Fälle bekannt.

Baden-Württemberg passt Regeln mit massiven Auswirkungen an

Vor den Osterfeiertagen hat die baden-württembergische Landesregierung die Corona-Verordnung ein weiteres Mal überarbeitet. Das geht aus einer nun veröffentlichten Pressemitteilung hervor. In den neuen Änderungen wird Prostitution gänzlich verboten, in den Landeserstaufnahmeeinrichtungen dürfen Neuankömmlinge für 14 Tage abgesondert und unter Quarantäne gestellt werden. Außerdem wurde das Betretungsverbot in stationären Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen gelockert. Voraussetzung sei, dass dort von keinem erhöhten Infektionsrisiko ausgegangen werde.

Ferner sind Behandlungen beim Zahnarzt - Oralchirurgie, Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, Kieferorthopädie - ab sofort nur bei akuten Erkrankungen oder im Notfall zulässig. Diese massive und bundesweit einmalige Einschränkung sei nicht mit der Landeszahnärztekammer abgestimmt, kritisierte die FDP.

Nordrhein-Westfalen beschließt Nothilfe für Tierheime

Tierheime und Gnadenhöfe in Nordrhein-Westfalen sollen wegen der Corona-Pandemie Zuschüsse zu Futterkosten erhalten. Jede Einrichtung könne einen einmaligen Zuschuss von bis zu 2.000 Euro beantragen, teilte das NRW-Umweltministerium mit. Insgesamt stellt das Land 400.000 Euro für Futterkosten zur Verfügung.

Die Nothilfe solle die Versorgung der Tiere unterstützen, erklärte Umweltministerin Ursula Heinen-Esser. Spenden für Futterkosten seien vielfach weggebrochen und auch die Vermittlung von Tieren finde wegen Besuchsverboten kaum noch statt. Nach Angaben des Umweltministeriums soll das Vergabe-Verfahren "bewusst sehr einfach" gehalten werden. Weitere Informationen sollten nach den Osterfeiertagen folgen.

Spanien: Todesfälle steigen langsamer an

Spanien hat den niedrigsten Anstieg bei der Zahl der Coronavirus-Todesfälle seit mehr als zwei Wochen verzeichnet. Binnen 24 Stunden seien 605 Menschen an der durch das Virus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 gestorben, teilte das Gesundheitsministerium mit. Das ist der niedrigste Stand seit dem 24. März. Die Zahl der Toten liegt in Spanien nun insgesamt bei 15.843. Mehr als 157.000 Menschen haben sich nachweislich infiziert.

Ausgangsperre in Italien um drei Wochen verlängert

Die italienische Regierung will die Ausgangsverbote für die Bevölkerung nach Medienberichten bis zum 3. Mai verlängern. Einen solchen Beschluss wolle Premierminister Giuseppe Conte am Freitag vor der Presse verkünden, schrieb die Zeitung "La Repubblica". Auch andere Print- und TV-Medien meldeten, das Land werde frühestens am 4. Mai, also in mehr als drei Wochen, wieder großflächig geöffnet.

Ein Großteil der derzeit geschlossenen Unternehmen müsste bis dahin noch auf die Wiederaufnahme der Produktion warten, hieß es in der Zeitung "Corriere della Sera". Die Schulen könnten sogar bis zum Beginn der Sommerferien geschlossen bleiben und damit erst im September wieder öffnen, wie Medien meldeten.

Italien, Mailand: Die Ausgangssperre wird vorraussichtlich um weitere drei Wochen verlängert.  (Quelle: dpa/Svetlana Volobueva/Sputnik)Italien, Mailand: Die Ausgangssperre wird vorraussichtlich um weitere drei Wochen verlängert. (Quelle: Svetlana Volobueva/Sputnik/dpa)

Die Verlängerung des strikten Ausgangsverbots, das seit dem 10. März gilt, habe die Regierung am Vortag mit wissenschaftlichen Beratern sowie den Regionen und Gewerkschaften abgestimmt, hieß es. Insgesamt starben in Italien seit dem Beginn der Viruswelle im Februar 18.279 Infizierte. Rund 144.000 Menschen wurden positiv auf den Erreger getestet.

Hubertus Heil beantwortet bei Twitter Arbeitnehmerfragen

Das Gesundheits- und Arbeitsministerium hat in einem kurzen Video Antworten auf Fragen von Arbeitnehmern zur Corona-Krise zusammengestellt. In dem auf dem Kurznachrichtendienst Twitter veröffentlichten Video geht es etwa um Fragen wie "Muss ich ins Büro gehen, wenn ich auch Zuhause arbeiten könnte?" oder "Darf mein Arbeitgeber jetzt Überstunden anordnen?". Themen sind auch Gehaltszahlungen bei Betriebsschließung und Kurzarbeit.

Baden-Württemberg: Hohe Investition in Corona-Schnelltest

Zur Entwicklung eines Corona-Schnelltests investiert das Land Baden-Württemberg sechs Millionen Euro. "Wir dürfen im Kampf gegen Corona keine Zeit verlieren. Das neue Testgerät wird die Erkennung von Infizierten maßgeblich beschleunigen und vereinfachen", sagte Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut laut einer Mitteilung in Stuttgart. Mit der Entwicklung des Schnelltests sind das Hahn-Schickard-Institut für Mikroanalysesysteme gemeinsam mit dem aus dem Institut hervorgegangenen Start-up Spindiag GmbH beauftragt.

Das Testverfahren soll im August auf den Markt kommen. Mit einem mobilen Gerät soll es laut Mitteilung innerhalb von 30 bis 40 Minuten verlässliche Analysen über eine Infizierung der getesteten Personen mit dem Coronavirus ermöglichen.

Über 2000 Infektionen in Schleswig-Holstein

In Schleswig-Holstein ist die Zahl der gemeldeten Infektionen mit dem Coronavirus auf 2032 gestiegen. Das teilte die Landesregierung mit. Bis Donnerstagabend waren es 98 mehr als nach der Meldung vom Vortag. Die Zahl der Todesfälle erhöhte sich seit der letzten offiziellen Meldung von 36 auf 39.

Aktuell werden 155 Covid-19-Patienten in Kliniken behandelt. Das ist eine Person weniger als am Vortag. Wie die Landesregierung unter Berufung auf Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) weiter mitteilte, sind seit Beginn der Pandemie in Schleswig-Holstein 1134 Menschen genesen.

Kriminalität in Niedersachsen durch Pandemie gesunken

Die Kriminalität ist in Niedersachsen in Zeiten des Coronavirus nach Angaben von Innenminister Boris Pistorius in fast allen Bereichen stark gesunken. "Ein mit der aktuellen Situation vergleichbares Szenario hat es in der Geschichte Niedersachsens noch nicht im Ansatz gegeben", sagte er. Man müsse bei den Zahlen aber auch differenzieren: Geschäfte und Restaurants seien geschlossen, die Fußgängerzonen praktisch leer, die meisten Menschen blieben zu Hause. Deshalb gebe es auch weniger Tatgelegenheiten.

"Im Bereich der Einbruchskriminalität haben wir in der vergangenen Woche im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang von knapp über 50 Prozent registriert", sagte dazu eine Sprecherin des Landeskriminalamtes. Beim einfachen Diebstahl seien es mehr als 70 Prozent. Beim Taschendiebstahl liege der Rückgang sogar bei über 90 Prozent, im Bereich der Körperverletzungsdelikte bei über 45 Prozent. Betrugsstraftaten nehmen allerdings zu. Dazu zählen etwa Fakeshops im Netz.

4.700 Pfleger und Ärzte positiv auf Covid-19 getestet

In Deutschland sind mindestens 4.700 Menschen, die zum medizinischen Personal gehören, positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das ergeben aktuelle Daten des Robert Koch-Instituts. Zu den Einrichtungen, in denen die Fälle registriert worden sind, gehören Krankenhäuser, Arztpraxen, Dialyseeinrichtungen, ambulante Pflegedienste und Rettungsdienste. 71 Prozent der Erkrankten seien Frauen, 29 Prozent Männer. Der Altersdurchschnitt liegt bei 42 Jahren.

Boris Johnsons Vater: "Er braucht Zeit"

Der Vater des an Covid-19 erkrankten britischen Premierministers Boris Johnson, Stanley Johnson, glaubt nicht an eine schnelle Rückkehr seines Sohns in die Amtsgeschäfte. "Er braucht Zeit. Ich kann nicht glauben, dass man das durchmachen kann und direkt wieder zurück in die Downing Street (den Regierungssitz) geht und die Zügel in die Hand nimmt, ohne eine Phase der Wiederanpassung", sagte der 79-Jährige dem Radiosender BBC 4 am Freitag. Noch sei sein Sohn nicht über den Berg. Mehr dazu lesen Sie hier.

Österreich: Dreimal so viele Erkrankte wie angenommen

In Österreich sind laut einer Dunkelziffer-Studie deutlich mehr Menschen mit dem Coronavirus infiziert als die offizielle Statistik ausweist. Im Vergleich zu den Anfang April offiziell als infiziert ausgewiesenen rund 8.500 Menschen seien tatsächlich wohl etwa 28.500 Personen betroffen gewesen, teilte das Meinungsforschungsinstitut Sora am Freitag mit. Das entspreche 0,33 Prozent der Bevölkerung. Die Schwankungsbreite sei allerdings erheblich: Es sei von einer Spanne zwischen 10.200 und 67.400 Infizierten auszugehen.

Die hochgerechnete Infektionsrate weise auf einen noch niedrigen Immunisierungsstatus in der Bevölkerung hin. Wenn es nicht gelinge, Neuinfektionen zu verhindern, drohe schnell wieder ein exponentielles Wachstum bei der Zahl der Fälle, so der Minister.

Experten kritisieren Heinsberg-Studie zur Immunität

Vor wenigen Tagen kam die vermeintlich gute Nachricht: Forscher hatten nach Untersuchungen im besonders betroffenen Kreis Heinsberg eine beginnende Lockerung der strengen Coronavirus-Maßnahmen in Aussicht gestellt und von einer Immunität nach einer Corona-Erkrankung gesprochen.

Es sei aber eigentlich nicht sicher, ob der Test, den die Forscher benutzt haben, eine sichere Aussage über eine Infektion mit dem neuen Coronavirus Sars-CoV-2 treffen kann, berichtet die "Zeit". Es gebe zudem Verbindungen zwischen dem Bonner Studienleiter und dem PR-Unternehmen Storymachine, das eine Dokumentation zur Studie selbst finanziert. Zu deren Mitbegründern soll auch Ex-"Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann gehören. Ein wissenschaftliches Manuskript, in dem das Vorgehen der Forscher und ihre Interpretation der Ergebnisse genau beschrieben werde, sei bislang nicht veröffentlicht worden, schreibt die "Zeit".

Pandemie verzögert Einführung neuer Emojis 2021

Wegen der Coronavirus-Krise wird man im kommenden Jahr nicht wie gewohnt neue Emojis nutzen können. Die nächste Erweiterung des Emoji-Katalogs wurde von März auf September 2021 verschoben. Entwickler brauchen danach traditionell noch rund ein halbes Jahr, um die Symbole etwa auf Smartphones umzusetzen. So sollen die im März vorgestellten neuen Symbole erst im Herbst  2020 verfügbar sein. Deswegen werden die Emojis aus dem nächsten Jahr erst 2022 auf die Geräte kommen, wie das zuständige Unicode-Konsortium am Mittwoch ankündigte.

Unicode überlegt noch, ob in der Zwischenzeit zumindest Abwandlungen bisheriger Symbole hinzugefügt werden könnten - so wie in diesem Jahr zum Beispiel eine Katze in der neuen Farbe Schwarz dazukam.
Die Frist zum Vorschlagen gänzlich neuer Emojis wurde zugleich bis September 2020 verlängert. Die Beteiligten hätten aktuell zuviel Anderes zu tun, erklärte das Konsortium.

Sachsen weitet Telefonseelsorge aus

Die Corona-Krise führt in Sachsen zu einem steigenden Bedarf bei der Telefonseelsorge. Seit den Ausgangsbeschränkungen wenden sich mehr Menschen an die telefonische Hilfseinrichtung, sagt Sven Pruß-Delitsch von der Diakonie Auerbach, verantwortlich für die Telefonseelsorge im Vogtland. Für viele Menschen seien diese Tage eine Ausnahmesituation. "Der Andrang ist massiv gestiegen und unsere Leitungen sind ständig besetzt, weshalb in ganz Südwestsachsen die Kapazitäten erhöht wurden", sagt Pruß-Delitsch. Stundenweise seien zwei Leitungen im Vogtland geschaltet statt sonst nur einer.

Im Telefonseelsorgeverbund Südwestsachsen, zu dem neben dem Vogtland auch Zwickau und Chemnitz gehören, werden allgemein mehr Stellen gleichzeitig am Netz sein, sagt Horst Kleiszmantatis von der Telefonseelsorge Zwickau als Koordinator. Damit könnten besetzte Telefonleitungen in den drei Regionen untereinander ausgeglichen werden. Die Telefonseelsorge ist in Deutschland auch über die Kar- und Ostertage rund um die Uhr unter den kostenfreien Nummern 0800 1110111 und 0800 1110222 erreichbar.

Fleischer und Bäcker: Zahl Handwerksbetriebe geht zurück

Die Auswirkungen der Corona-Krise haben für die Betriebe des Bäcker- und Fleischerhandwerks teils schwerwiegende wirtschaftliche Folgen. Bei vielen Betrieben in Schleswig-Hostein sind die Umsätze seit Beginn der Pandemie zurückgegangen. "An einigen touristischen Standorten mit sehr hohem gastronomischen Anteil verzeichnen die Betriebe Umsatzeinbußen von bis zu 80 Prozent", sagte die Vorsitzende des Landesinnungsverbands des Bäckerhandwerks Schleswig-Holstein, Maren Andresen, der Deutschen Presse-Agentur.

Auch andere Bundesländer haben Probleme: Nach Daten des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks waren im vergangenen Jahr 685 Bäckereien in Hessen in der Handwerksrolle eingetragen, 51 weniger als ein Jahr zuvor. Die Zahl der Fleischereien verringerte sich auf 1034 (Vorjahr: 1070). Welche Folgen die Corona-Krise hat, hängt nach Einschätzung von Branchenverbänden insbesondere vom Geschäftsmodell der Betriebe ab.

Zalando plant Millionen-Sparpaket

Der Onlinehändler Zalando will mit einem millionenschweren Sparprogramm die Auswirkungen der Corona-Pandemie mildern. Die Kostensenkungen sollen sich auf 350 Millionen Euro belaufen, bestätigte eine Sprecherin auf Anfrage. Zuvor hatte das Magazin "Business Insider" darüber berichtet. Zalando ist von einer sinkenden Kauflust der Verbraucher im Zuge der Pandemie erheblich betroffen und hatte in der vergangenen Woche sinkende Ergebnisse für das erste Quartal angekündigt und zudem seine Prognose für das laufende Jahr zurückgezogen.

Wie "Business Insider" weiter berichtete, sollen die geplanten Einsparungen unter anderem durch Gehaltsverzicht finanziert werden. So werde der Vorstand auf 25 Prozent seiner Vergütung verzichten, die zweite Managementstufe auf 15 Prozent. Geplante Gehaltserhöhungen würden auf Januar 2021 verschoben.

USA melden fast 1.800 Tote an einem Tag

In den USA sind am Donnerstag 1.783 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Die Zahl der Toten seit Beginn der Epidemie stieg damit auf rund 16.500, wie aktuelle Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore zeigten. Demnach wurden bereits rund 460.000 Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 nachgewiesen.

Weltweit sind nach Daten der Universität mittlerweile rund 1,6 Millionen Menschen mit dem Virus infiziert. Rund 95.000 Menschen starben demnach infolge der von dem Virus verursachten Lungenerkrankung Covid-19. Rund 350.000 Menschen erholten sich demnach bislang wieder von einer Infektion. Die Webseite der Universität wird regelmäßig aktualisiert und zeigt daher einen höheren Stand bestätigter Infektionen als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der US-Gesundheitsbehörde CDC.

UN-Generalsekretär: Pandemie könnte Risiko für bioterroristische Angriffe erhöhen

UN-Chef António Guterres sieht in der Zukunft eine wachsende Gefahr von Angriffen durch Bioterroristen, die zum Ziel haben könnten, neue Pandemien wie die gegenwärtige auszulösen. "Die Schwächen und mangelhafte Vorbereitung, die durch diese Pandemie offengelegt wurde, geben Einblicke darin, wie ein bioterroristischer Angriff aussehen könnte – und erhöhen möglicherweise das Risiko dafür", sagte Guterres bei einem virtuellen Treffen des UN-Sicherheitsrats in New York. "Nichtstaatliche Gruppen könnten Zugang zu virulenten Stämmen erhalten, die für Gesellschaften auf der ganzen Welt eine ähnliche Verwüstung bedeuten könnten."

Die Sorge vor Bioterroristen ist eine von acht Bedrohungen der internationalen Stabilität, die der Generalsekretär wegen der Corona-Krise vor dem mächtigsten UN-Gremium aufzählte. Dazu gehörte auch die generelle Gefahr, dass Terrorgruppen die Zeit der Krise ausnutzen könnten, während Regierungen durch die Bewältigung der Pandemie abgelenkt seien. Zudem registrierten die Vereinten Nationen nach Worten von Guterres Menschenrechtsverletzungen im Zusammenhang mit Covid-19: "Wir sehen Stigmatisierung, Hassreden sowie Rechtsextremisten und andere Radikale, die versuchen, die Situation auszunutzen."

Bundesregierung hat Website für Direkthilfe bei Gewalt gegen Kinder eingerichtet

Eine neue Webseite des Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung soll von Gewalt bedrohten Kindern in der Corona-Krise schnellere Hilfe bieten und die Bürger zu mehr Wachsamkeit bewegen. Auf der Internetseite könnten sich Kinder und Jugendliche, die von familiärer oder sexueller Gewalt bedroht sind, Direkthilfe etwa per Chat holen, teilte der Missbrauchsbeauftragte, Johannes-Wilhelm Rörig, am Donnerstag mit. Dort fänden sie zudem eine anonyme Telefon-Hotline (0800-2255530) und die Kontaktdaten von Beratungsstellen. Die Aktion sei ein dringender "Appell an die Bevölkerung, in der aktuellen dramatischen Situation Kinder nicht aus den Augen zu verlieren", so Rörig.

Mehrheit der Deutschen würde Corona-App benutzen

Die Mehrheit der Deutschen ist einer Umfrage zufolge bereit, eine datenschutzkonforme App zur Nachverfolgung von Coronavirus-Infektionen auf ihrem Smartphone zu installieren. Laut einer am Freitag veröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Kantar im Auftrag des Nachrichtenmagazins "Focus" würden 53 Prozent der Befragten eine sogenannte Tracking-App verwenden, mit der Kontaktpersonen von Infizierten ausfindig gemacht und informiert werden könnten. 44 Prozent wären dagegen.

Polizeigewerkschaften halten Überwachung mit Drohnen für möglich

Die beiden großen Polizeigewerkschaften in Deutschland halten Drohnen für ein mögliches Instrument, um Ausgangsbeschränkungen in der Corona-Krise zu überwachen. "Wenn Sie sich als Polizei bei gutem Wetter einen Überblick über eine Grünfläche oder einen Park in einer Großstadt verschaffen wollen, dann kann eine Drohne ein sinnvolles Mittel sein", sagte der stellvertretende Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Jörg Radek, der Deutschen Presse-Agentur. Drohnen könnten auch zur gezielten Ansprache von Gruppen genutzt werden.

Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) würde den Einsatz von Drohnen "sehr begrüßen". "Bislang sind die Innenministerien noch sehr zurückhaltend bis ablehnend, was den Einsatz von Drohnen angeht", sagte der DPolG-Vorsitzende Rainer Wendt. "Aber zur unterstützenden Nutzung durch die Einsatzkräfte wäre der Einsatz von Drohnen hilfreich und wünschenswert, deshalb sind die Ministerien gut beraten, diese Kapazitäten bereitzustellen und auszubauen."

Coronavirus bricht in Gefängnis in Chicago aus: 450 Gefangene und Wärter infiziert

Im größten Gefängnis von Chicago sind rund 450 Häftlinge und Wärter positiv auf das Coronavirus getestet worden, wie die Behörden mitteilen. Es ist einer der größten Ausbrüche der Epidemie an einem einzelnen Ort innerhalb der USA.

UN-Sicherheitsrat berät erstmals über Coronavirus-Pandemie

Der UN-Sicherheitsrat hat in einer Videokonferenz erstmals über die Coronavirus-Pandemie beraten. Das Gremium streitet allerdings noch darüber, ob es im Kampf gegen die Epidemie tätig werden soll. Vor allem die USA und China leisten dagegen Widerstand, wie Diplomaten berichten. UN-Generalsekretär Antonio Guterres macht sich indes dafür stark, dass der UN-Sicherheitsrat aktiv wird. Die Pandemie bedrohe Frieden und Sicherheit und könne soziale Unruhen und Gewalt auslösen, warnt er. "Ein Signal der Einheit und Entschlossenheit des Sicherheitsrates würde viel bedeuten in diesen Zeiten der Angst."

Südkorea: Eigentlich geheilte Patienten erneut positiv getestet

Entgegen den bisherigen Annahmen könnten bereits geheilte Covid-19-Patienten möglicherweise ein zweites Mal an den durch das Virus ausgelösten Lungenleiden erkranken. Dies legt zumindest ein Briefing des "Korean Centers for Disease Control and Prevention", eine Art südkoreanisches Pendant zum Robert Koch-Institut, nahe.

Demnach seien 51 Patienten in Südkorea, die nach der ersten Infektion als immun galten, bei einer weiteren Untersuchung erneut positiv auf das Virus getestet worden. Es scheine allerdings, als ob sich die Menschen nicht erneut infiziert hätten, hießt es weiter. Jeong Eun-kyeong, der Direktor der Behörde, erklärte, dass sich das Virus quasi "reaktiviert" haben könnte.

Eun-kyeong sagte weiter: "Wir fokussieren uns nun stärker auf eine mögliche Reaktivierung und führen eine umfassende Studie dazu durch." Es habe "viele Fälle gegeben, in denen Patienten während ihrer Behandlung an einem Tag negativ getestet wurden und am nächsten positiv."

Deutschlands Staatsverschuldung steigt deutlich an

Wegen der Hilfspakete in der Corona-Krise steigt die deutsche Staatsverschuldung deutlich an. Das Finanzministerium rechnet damit, dass die Schuldenquote – also das Verhältnis der Schulden zur gesamten Wirtschaftsleistung – Ende des Jahres bei 75,25 Prozent liegen wird. Das geht nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus dem Stabilitätsprogramm 2020 hervor, das die Bundesregierung Ende April der EU-Kommission vorlegen wird. Einen Wert in genau dieser Größenordnung hatte Finanzminister Olaf Scholz (SPD) zu Wochenbeginn bereits vorhergesagt. Der Bericht soll voraussichtlich am 22. April im Kabinett beschlossen werden.

Richter erklärt Ladenschließungen in Sachsen für zulässig

Die verordnete Coronavirus-bedingte Schließung vieler Geschäfte in Sachsen ist nach Entscheidungen des Verwaltungsgerichts Dresden rechtmäßig. Die vorläufigen Rechtsschutzanträge einer Blumenhändlerin sowie einer bundesweit mit Filialen vertretenen Handelsgesellschaft wurden mit Beschlüssen vom Donnerstag abgelehnt (Az. 6 L 249/20, 6 L 258/20), wie ein Gerichtssprecher am Abend mitteilte. Erfolglos blieb zudem das Begehren einer Mutter und ihrer erwachsenen Tochter aus dem Landkreis Meißen, Erlaubnisse für gegenseitige Osterbesuche erstreiten zu wollen (Az. 6 L 252/20).

Die Blumenhändlerin argumentierte, sie habe beabsichtigt, ihren Geschäftsablauf so zu gestalten, dass Regeln des Abstand-Haltens hätten eingehalten werden können. Dies sei ihr aber nicht möglich, weil die Allgemeinverfügung keine Ausnahmen vorsehe. Daher habe sie ihren Warenbestand vernichten müssen. Ihr drohe die Insolvenz. Die 6. Kammer des Verwaltungsgerichts Dresden kam aber zu dem Schluss, die angeordneten Geschäftsschließungen seien von den Vorschriften des Infektionsschutzgesetzes gedeckt.

Knapp 2.000 Corona-Fälle im Saarland bestätigt

Im Saarland haben sich mittlerweile 1987 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. Damit gebe es 145 Fälle mehr als noch am Vortag, teilte das Gesundheitsministerium in Saarbrücken mit (Stand: 18.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle, die mit einer Coronavirus-Infektion in Verbindung gebracht wurden, stieg auf 38. Als geheilt gelten dem Ministerium zufolge mittlerweile 572 Saarländer. In Krankenhäusern werden demnach 193 Corona-Patienten behandelt, 71 davon müssen intensivmedizinisch betreut werden.

Gericht kippt Osterreiseverbot in Mecklenburg-Vorpommern

Einwohner Mecklenburg-Vorpommerns dürfen zu Ostern nun doch Tagesausflüge zu den Ostseeinseln, zur Küste und in die Seenplatte machen. Das Oberverwaltungsgericht Greifswald kippte überraschend in zwei Eilverfahren das von der Landesregierung verfügte Reiseverbot für die heimische Bevölkerung.

Wie das Gericht am Abend mitteilte, wurde der umstrittene Paragraf 4a der Verordnung über Maßnahmen zur Bekämpfung der Ausbreitung des Coronavirus bis zu einer Entscheidung in der Hauptsache außer Vollzug gesetzt. Dieser Paragraf in der Verordnung war erst am Mittwoch neu gefasst worden, um die verbotenen Reiseziele zu präzisieren.

Frankreich verlängert Ausgangssperre

Frankreich verlängert die seit mehr als drei Wochen dauernde Ausgangssperre über den 15. April hinaus. Staatschef Emmanuel Macron will das Vorgehen am Ostermontag in einer Fernsehansprache erläutern, wie der Elysee-Palast mitteilte. Zur Dauer der Ausgangssperre wurden keine Angaben gemacht. Die Zahl der Toten in Frankreich stieg unterdessen auf fast 11.000.

US-Seuchenexperte warnt vor zu früher Lockerung der Maßnahmen

Anthony Fauci, Seuchenexperte der US-Regierung, hat vor einer zu frühen Lockerung der Beschränkungen im Kampf gegen die Coronavirus-Epidemie gewarnt. "Wir müssen unsere Anstrengungen erneut verdoppeln", sagte der Leiter des Nationalen Instituts für Allergien und Infektionskrankheiten dem Sender CBS. Ziel sei es, die Zahl der nach den Expertenmodellen zu erwartenden Toten weiter zu senken. Fauci trat am Morgen bei mehreren Fernsehsendern auf. Jüngste Berechnungen hatten weniger tödliche Verläufe in den USA vorhergesagt als ursprünglich befürchtet.

New Yorks Gouverneur Cuomo: Maßnahmen wirken besser als erwartet

Trotz weiterhin steigender Totenzahlen in New York scheint der US-Bundesstaat die Krise zunächst in den Griff zu bekommen. Die Zahl derjenigen, die im Krankenhaus lagen, stieg am Donnerstag im Vergleich zum Vortag nur noch um 200, wie Gouverneur Andrew Cuomo mitteilte. Das sei die niedrigste Steigerung seit drei Wochen, damit entwickelten sich die Zahlen weitaus besser als die Prognosen voraussagten, was Cuomo vor allem auf die Wirksamkeit der Ausgangsbeschränkungen zurückführte. "Sie funktionieren besser als alle dachten", sagte er.

Bundeswehr liefert Beatmungsgeräte nach Großbritannien

Die Bundeswehr hilft überlasteten Kliniken in Großbritannien mit 60 mobilen Beatmungsgeräten aus. Diese sollten so schnell wie möglich an den Nato-Partner verschickt werden, hieß es aus dem Verteidigungsministerium. Zuvor hatte der "Spiegel" darüber berichtet. Nach kurzer Prüfung habe das Ministerium von Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) die Anfrage genehmigt. Für die Hilfe werde Berlin keine Rechnung stellen und hoffe, einen Beitrag bei der Bewältigung der Krise zu leisten. Großbritannien kämpft mit steigenden Infizierten- und Todeszahlen.

Kanzlerin Merkel warnt vor Fahrlässigkeit: "Die Lage ist fragil"

Angela Merkel hat davor gewarnt, sich vorzeitig in Sicherheit zu wiegen. Obwohl die Kurve der Infektionszahlen abflache, sei es wichtig, konzentriert zu bleiben: "Die Lage ist fragil", sagte sie. Die Kanzlerin appellierte an die Bevölkerung, sich an die Corona-Maßnahmen zu halten – auch während der Ostertage: "Fürsorge für die Nächsten bedeutet Abstand", so Merkel.

Die Zahlen der Coronavirus-Infizierten seien "Anlass zu vorsichtiger Hoffnung", sagte Merkel weiter. Trotzdem gehe sie nicht davon aus, dass die Coronavirus-Krise bald ausgestanden sei. Sie nehme an, dass "wir noch lange mit und in der Pandemie leben müssen".

Bei der Diskussion um die Lockerung der Coronavirus-Maßnahmen will sich Merkel auf wissenschaftliche Erkenntnisse stützen. Dabei sei eine Studie der Nationalen Akademie der Wissenschaften besonders wichtig, die am Montag erscheine. Am Mittwoch werde sie sich dann mit Bund und Ländern beraten.

Die hygienischen Vorsichtsmaßnahmen, wie beispielsweise der Verzicht aufs Händeschütteln und das Einhalten von Abstandsregeln, würden aber mit Sicherheit noch einige Zeit bestehen bleiben, bis ein Impfstoff oder ein wirksames Medikament gefunden werde, sagte Merkel. Was genau das dauerhaft bedeute, könne man zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel warnt von Fahrlässigkeit in der Corona-Krise. (Quelle: Reuters)Bundeskanzlerin Angela Merkel warnt von Fahrlässigkeit in der Corona-Krise. (Quelle: Reuters)

Sorgen bei UN-Klimachefin: Krise könnte Klimawandel-Kampf verlangsamen

Die Corona-Krise könnte nach Einschätzung von UN-Klimachefin Patricia Espinosa die Anstrengungen der internationalen Gemeinschaft im Kampf gegen den Klimawandel beeinträchtigen. "Ich befürchte, dass einige Länder ihre Bemühungen zurückfahren. Das ist leider abzusehen", sagte die Generalsekretärin der UN-Klimarahmenkonvention dem "Spiegel". Espinosa rief die Länder auf, das nicht zu tun, sondern die Anstrengungen wie vereinbart auszubauen.

RKI-Chef: Tödlichkeit von Covid-19 in Deutschland nimmt zu

Lothar Wieler, Chef des Robert Koch-Instituts, hat davor gewarnt, vorzeitige Schlüsse aus den Infektionszahlen zu ziehen. Schwankungen seien möglich, langfristige Entwicklungen könne man aber noch nicht ableiten. Der Anteil der Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 sei erwartungsgemäß gestiegen, sagte Wieler weiter. Dieser liege jetzt bei 1,9 Prozent. Das liege daran, dass immer mehr ältere Menschen erkranken würden, zum Beispiel auch durch Infektionsketten in Altersheimen.

Zudem kündigte Wieler an, dass das RKI drei Studien plant, um herauszufinden, wie viele Menschen in Deutschland bereits durch eine überstandene Infizierung immun sein könnten. Dazu sollen Blutproben auf Antikörper getestet werden. Diese Blutproben sollen aus Blutspenden, von Testpersonen aus Coronavirus-Ausbruchsgebieten sowie einer Stichprobe aus ganz Deutschland genommen werden. Sie soll auch neue Erkenntnisse darüber bringen, wie hoch die Letalität des Virus tatsächlich ist.

Spahn: Abstandsregeln bleiben über viele Monate

Die zur Eindämmung der Corona-Pandemie verfügten Regeln wie etwa ein Mindestabstand von eineinhalb Metern untereinander und ein Verzicht aufs Händeschütteln werden laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn noch für eine längere Zeit gelten. "Das wird definitiv etwas sein, was uns im Alltag noch über viele, viele Monate begleitet", sagt Spahn.

Der Gesundheitsminister mahnt dazu, die Kontaktbeschränkungen auch über Ostern "konsequent durchzuhalten", auch wenn dies bei schönem Wetter schwerfalle. Nur dann könne aus der Abschwächung der Infektionsrate ein verlässlicher Trend werden, der es erlaube, über eine schrittweise Lockerung der verfügten Einschränkungen zu sprechen, sagt der CDU-Politiker.

Merkel will sich am Nachmittag äußern

Nach der heutigen Sitzung des Corona-Kabinetts will sich Bundeskanzlerin Angela Merkel um 15.30 Uhr im Kanzleramt äußern. Worüber genau die Kanzlerin sprechen wird, war noch nicht bekannt.

Angela Merkel: Nach der Sitzung des Corona-Kabinetts will Angela Merkel erneut vor die Öffentlichkeit treten, um ein Statement abzugeben. (Archivbild)  (Quelle: AP/dpa/Markus Schreiber)Angela Merkel: Nach der Sitzung des Corona-Kabinetts will Angela Merkel erneut vor die Öffentlichkeit treten, um ein Statement abzugeben. (Archivbild) (Quelle: Markus Schreiber/AP/dpa)

Menschenrechts-Institut warnt vor Diskriminierung in Corona-Krise

Das Deutsche Institut für Menschenrechte warnt vor einer Benachteiligung älterer und behinderter Menschen in der Corona-Krise. "Restriktionen zur Eindämmung des Coronavirus dürfen Menschen mit Behinderungen nicht diskriminieren oder besonderen Risiken aussetzen", erklärte Direktorin Beate Rudolf. Zudem müssten die Rechte älterer Menschen besser geschützt werden.

Rudolf begrüßte die Empfehlung des Ethikrates, dass das Alter in Notsituationen in Krankenhäusern kein Kriterium bei der Entscheidung über eine medizinische Versorgung sein dürfe. Bedenken äußerte sie aber mit Blick auf den Vorschlag, medizinische Fachgesellschaften sollten Regeln zur Abwägung vorgeben. "Ethisch hoch brisante Fragen dürfen nicht allein von den Fachgesellschaften beantwortet werden." Vielmehr sei eine breite Diskussion erforderlich. "Es muss sichergestellt werden, dass diskriminierende Vorstellungen von alten oder behinderten Menschen auch nicht indirekt in eine Entscheidung einfließen", so Rudolf.

Söder: Gesundheitssystem muss nach Corona reformiert werden

Nach den Erfahrungen aus der Corona-Krise hält CSU-Chef Markus Söder eine grundlegende Reform des deutschen Gesundheitswesens für unverzichtbar. Zwar glaube er, dass das deutsche Gesundheitssystem viel besser vorbereitet war als viele andere in der Welt. "Aber wir müssen nun noch einen deutlichen Zahn zulegen", sagte der bayerische Ministerpräsident in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur in München.

Deutschland brauche eine Notfallversorgung, wenn es um Medikamente, Material und Produktionskapazitäten im eigenen Land gehe sowie eine bessere Bezahlung im gesamten Medizinsektor, betonte Söder. "Dazu gehört auch eine bessere Krankenhausfinanzierung, um für Notfälle und Intensivmedizin besser ausgestattet zu werden."

Hendrik Streeck: Die Studie von dem Virologen und seinem Team könnte das Vorgehen gegen das Coronavirus wesentlich beeinflussen. (Archivbild) (Quelle: imago images/Ralph Sondermann)Hendrik Streeck: Die Studie von dem Virologen und seinem Team könnte das Vorgehen gegen das Coronavirus wesentlich beeinflussen. (Archivbild) (Quelle: Ralph Sondermann/imago images)

Virologen halten Lockerung der Corona-Maßnahmen für möglich

Der Virologe Hendrik Streeck hat die Zwischenergebnisse des Forschungsprojekts "Covid19 Case-Cluster-Study" vorgestellt, die auch als Heinsberg-Studie bekannt ist. Die Ergebnisse stimmen die Forscher vorsichtig optimistisch. Nähere Details lesen Sie hier.

Peter Altmaier: Der Bundesminister für Wirtschaft und Energie möchte vor Oster nicht über die Aufhebung der Corona-Maßnahmen diskutieren. (Archivbild) (Quelle: dpa/Michael Kappeler)Peter Altmaier: Der Bundesminister für Wirtschaft und Energie möchte vor Oster nicht über die Aufhebung der Corona-Maßnahmen diskutieren. (Archivbild) (Quelle: Michael Kappeler/dpa)

Boris Johnson soll es besser gehen

Der Gesundheitszustand des britischen Premierministers Boris Johnson bessert sich nach Angaben seiner Regierung. Johnson habe sich aufsetzen und mit dem medizinischen Personal sprechen können, sagt Kulturminister Oliver Dowden dem BBC-Fernsehen. "Ich glaube, es läuft besser für ihn." Der mit dem neuartigen Coronavirus infizierte Johnson sei weiter auf der Intensivstation.

Razzia auf "Ruby Princess": Kreuzfahrtschiff löste Infektionswelle in Australien aus

Die australische Polizei hat im Zusammenhang mit dem möglichen Einschleppen des Coronavirus das Kreuzfahrtschiff "Ruby Princess" durchsucht und unter anderem die Blackbox beschlagnahmt. Mit diesen Ermittlungen solle Klarheit darüber geschaffen werden, wie am 19. März fast 2.700 Passagiere in Sydney ohne gründliche Gesundheitschecks oder Isolation von Bord gehen konnten, sagte Mick Fuller, der Polizeichef des Bundesstaates New South Wales. Gesundheitsbehörden sehen in diesem Vorgang die größte Quelle von Infektionen in Australien mit dem Virus Sars-CoV-2, das die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann.

Konkret vermuten die Behörden einen Zusammenhang zwischen der "Ruby Princess" und mehr als 600 Covid-19-Fällen sowie 15 Toten, darunter auch Passagieren. Zwischen der Regierung Australiens und der des Bundesstaates hat dies zu einem Streit über die Verantwortung für das Debakel geführt. Es werde aber auch geprüft, ob die Schiffsbesatzung transparent über die Lage an Bord berichtet habe, hatte Fuller am Wochenende gesagt. Dafür werde die Kommunikationskette überprüft, sagte er.

Das Schiff hatte am 8. März nach elf Tagen auf See in Sydney angelegt. Die Passagiere durften Tage später dann von Bord gehen – trotz Berichten, dass zuvor mehr als 100 von ihnen während einer Kreuzfahrt um Neuseeland erkrankt seien. In Australien stammen etwa 25 Prozent der bisher mehr als 5.500 bestätigten Coronavirus-Fälle sowie ein Viertel der bisher 30 Toten von Kreuzfahrtschiffen.

Italien denkt über Lockerungen der Corona-Maßnahmen nach

Der italienische Ministerpräsident Giuseppe Conte hält eine Lockerung von Verboten im Kampf gegen die Pandemie bald für möglich. Einige der Maßnahmen könnten bis Ende April heruntergefahren werden, wenn Wissenschaftler eine Verlangsamung der Virusausbreitung bestätigten, sagt Conte in einem BBC-Interview. "Wir müssen Bereiche aussuchen, die ihre Aktivität wieder hochfahren können." Italien müsse aber vorsichtig bleiben. Bei den am 9. März erlassenen landesweiten Ausgangsbeschränkungen seien nur schrittweise Erleichterungen denkbar.

Peter Altmaier: Der Bundesminister für Wirtschaft und Energie möchte vor Oster nicht über die Aufhebung der Corona-Maßnahmen diskutieren. (Archivbild) (Quelle: dpa/Michael Kappeler)Peter Altmaier: Der Bundesminister für Wirtschaft und Energie möchte vor Oster nicht über die Aufhebung der Corona-Maßnahmen diskutieren. (Archivbild) (Quelle: Michael Kappeler/dpa)

Bundeswirtschaftsminister warnt vor vorschnellen Lockerungen der Corona-Auflagen

Die Osterfeiertage sind nach Einschätzung von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier entscheidend für das weitere Vorgehen im Kampf gegen die Pandemie. Es gebe im Augenblick zwar erste positive Nachrichten, sagt der CDU-Politiker im Deutschlandfunk. "Aber es ist viel zu früh, um in Selbstgewissheit und Selbstzufriedenheit zu verfallen." Über Ostern müssten die Maßnahmen weiter diszipliniert und mit viel Verantwortungsgefühl umgesetzt werden. "Und erst nach Ostern wird man wissen, ob und wann man mit diesen Lockerungen beginnen kann", fügt er mit Blick auf den diskutierten Abbau von Beschränkungen hinzu.

Laschet schlägt Lockerungen der Corona-Maßnahmen vor – unter einer Bedingung

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet hat ein Kriterium für eine mögliche Öffnung des Corona-Lockdowns genannt. "Sind die Regeln für den richtigen Abstand einhaltbar und gibt es dafür auch die richtigen Schutzmaßnahmen? Wenn das der Fall ist, kann man den flexiblen Einstieg wagen", sagte der CDU-Politiker dem "Handelsblatt". "Wir müssen die Menschen gezielter als durch pauschales Schließen schützen", sagte er mit Blick auf die einschneidenden Beschränkungen im Alltagsleben.

Vor dem Treffen der Kanzlerin mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer am Mittwoch sagte er: "Wir brauchen einen klaren Fahrplan, durch den das öffentliche und wirtschaftliche Leben wieder ins Laufen kommt."

Mit Blick auf den Einzelhandel betonte Laschet, dass der Zustand, dass viele Geschäfte geschlossen sind, "nicht viel länger andauern darf, wenn wir keine Massenpleite und eine folgende neue Massenarbeitslosigkeit erleben wollen". Auch zur Autoindustrie äußerte er sich. Die Produktion sei dort teils auch eingestellt worden, weil Autohäuser geschlossen wurden. "Hier könnte man auch unter Einhaltung der Abstandsregeln Kunden in die Geschäfte lassen." Dies könne ein Anreiz für die Industrie sein, wieder zu produzieren.

Neue Regelung ab Freitag: Einreisende müssen für 14 Tage in Quarantäne

Ab Freitag gilt in Deutschland eine verpflichtende Quarantäne von zwei Wochen für Menschen, die aus dem Ausland einreisen. Bei Verstößen gegen die neuen Regeln drohen Bußgelder in Höhe von 150 Euro bis 25.000 Euro, kündigte das Bundesinnenministerium in Berlin an. Bund und Länder hätten sich auf eine Musterverordnung geeinigt, die bundesweit einheitliche Maßstäbe festsetzt und die bereits zum Osterverkehr gelten soll.

Demnach müssen Ausländer und zurückkehrende Bundesbürger zunächst in eine 14-tägige häusliche Quarantäne gehen, um abzuklären, ob sie mit dem Coronavirus infiziert sind. Dies gilt für jeden, der einen "mehrtägigen Auslandsaufenthalt" hinter sich hat.

"Die Maßnahmen haben das Ziel, die Infektionsketten im grenzüberschreitenden Verkehr möglichst zu unterbrechen und damit die weitere Ausbreitung des Coronavirus weiter einzudämmen", erklärte das Bundesinnenministerium.

Ausnahmen von der Quarantäne-Pflicht sollen für Berufspendler, Geschäftsreisende mit dringenden Terminen, den Güterverkehr und Transitreisende gelten.

Bund und Länder einigten sich auch auf einen Katalog von Bußgeldern, mit denen Verstöße gegen die Quarantänepflicht geahndet werden sollen. Sie reichen von 150 Euro bis hin zu 25.000 Euro. Die höchsten Gelder gelten für Arbeitgeber, die ihren Mitarbeitern fälschlicherweise Bescheinigungen ausstellen, mit denen sie von der Quarantänepflicht ausgenommen werden sollen.

Donald Trump: Der US-Präsident kann es nicht erwarten, dass die Corona-Krise überwunden ist. (Quelle: AP/dpa/Alex Brandon)Donald Trump: Der US-Präsident kann es nicht erwarten, dass die Corona-Krise überwunden ist. (Quelle: Alex Brandon/AP/dpa)

Trump würde USA am liebsten mit "großem Knall" wieder öffnen

US-Präsident Donald Trump kann es nicht erwarten, dass die Corona-Krise überwunden ist. Allerdings müsse die Zahl der nachgewiesenen Neuinfektionen dafür wohl erst einmal zurückgehen, machte Trump am Mittwochabend (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus deutlich. Er sprach von der Möglichkeit, dass das Land phasenweise zur Normalität zurückkehren könnte. Es könnte auch in weniger betroffenen Regionen schneller gehen als anderswo. Eigentlich wäre es schön, das Land "mit einem großen Knall" wieder zu öffnen, sagte Trump. Ein Datum für eine Rückkehr zum Normalbetrieb wollte er nicht nennen.

Donald Trump: Der US-Präsident kann es nicht erwarten, dass die Corona-Krise überwunden ist. (Quelle: AP/dpa/Alex Brandon)Donald Trump: Der US-Präsident kann es nicht erwarten, dass die Corona-Krise überwunden ist. (Quelle: Alex Brandon/AP/dpa)

In den USA sind den zweiten Tag in Folge fast 2.000 Menschen gestorben. Insgesamt belief sich die Zahl der Toten in dem Land auf 14.817, wie kurz nach Mitternacht am Donnerstag (Ortszeit) aus den Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervorging. Den Angaben nach wurden bereits rund 430.000 Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 nachgewiesen.

Göttinger Forscher: Kontaktsperre könnte in zehn Tagen gelockert werden

Laut einer Simulation von Forschern des Göttinger Max-Planck-Instituts haben die seit dreieinhalb Wochen geltenden Kontaktsperren einen entscheidenden Beitrag bei der Eindämmung des Coronavirus gebracht. "Wir sehen eine klare Wirkung der Kontaktsperre vom 22. März und den Beitrag von jeder einzelnen Person", wird Forscherin Viola Priesemann in einer Pressemitteilung zitiert.

Der Simulation zufolge habe die Kontaktsperre die exponentielle Ausbreitung des Virus "gebrochen". Zuvor beschlossene Maßnahmen wie die Schließung von Schulen oder Restaurants und die Absage von Großveranstaltungen hätten dazu allein nicht gereicht, heißt es weiter.

Zahl der Corona-Infektionen in Deutschland (Stand: 7. April 2020; Quelle: Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation).Zahl der Corona-Infektionen in Deutschland (Stand: 7. April 2020; Quelle: Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation).

Die Simulation zeige, dass die Bundesbürger "soziale Kontakte noch etwa zwei Wochen auf ein Minimum beschränken" müssten. Ferner heißt es, dass die Fallzahlen in "etwa zehn Tagen" so gering sein sollten, dass "die Kontaktsperre gelockert werden könnte."

Auch wenn Priesemann lobt, die Gesellschaft könne "wirklich stolz darauf sein, dass sie diese Wende geschafft hat", weisen die Forscher explizit darauf hin, dass die Entwicklung zwar ermutigend, aber keine Entwarnung sei. Mehr Informationen zur Studie des Max-Planck-Instituts finden Sie hier.

EU-Krisenhilfen: Eurogruppe nimmt neuen Anlauf für Rettungspaket

Im Kampf gegen die Corona-Wirtschaftskrise versuchen die EU-Staaten am Donnerstag erneut, ein milliardenschweres Rettungspaket für Arbeitnehmer, Firmen und verschuldete Staaten zu schnüren. Die Finanzminister der 19 Eurostaaten beraten (ab 17.00 Uhr) zusammen mit ihren Kollegen aus den übrigen EU-Staaten, um letzte Hürden abzuräumen.

Lehrerverband: Kein "Unterrichts-Vollstart" nach den Osterferien

Eine Rückkehr zum normalen Unterricht an den Schulen direkt nach den Osterferien wird es nach Einschätzung des Deutschen Lehrerverbandes nicht geben. Alles hänge von der medizinisch-virologischen Lageeinschätzung und den Maßnahmen ab, die am kommenden Mittwoch von den Ministerpräsidenten der Länder und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beschlossen und verkündet würden, sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger der Deutschen Presse-Agentur. "Ich bin mir aber sicher, dass es nach den Osterferien keinen Unterrichts-Vollstart an den Schulen geben wird."

Spahn skizziert schrittweise Normalisierung

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn stellt Unternehmen als Bedingung für eine Rückkehr in das Arbeitsleben, "dass man die Fabrik oder das Geschäft sicher für Mitarbeiter und Kunden organisieren kann". Unternehmen oder Branchen, die nachweisen könnten, dass sie die Hygiene- oder Abstandsregeln sicherstellten, könnten leichter zurück in den Alltag, sagt er dem "Handelsblatt". Überall, wo Menschen sich privat nahe kämen wie etwa bei Großveranstaltungen oder in Clubs werde es noch eine längere Zeit dauern, "bis wieder Normalität einkehrt".

Oxfam: Halbe Milliarde Menschen zusätzlich von Armut bedroht

Rund eine halbe Milliarden Menschen könnten im Zuge der Corona-Krise nach Einschätzung von Oxfam in Armut stürzen. "Die Wirtschaftskrise, die sich rasch entfaltet, ist schwerer als die globale Finanzkrise von 2008", heißt es in einem Bericht der Hilfsorganisation.

Schätzungen zeigten, dass die weltweite Armut erstmals seit 1900 zunehmen könnte. Im schlimmsten Fall würde die Zahl der Menschen, die in extremer Armut leben und mit 1,90 Dollar am Tag oder weniger auskommen müssten, um 434 Millionen auf 922 Millionen zunehmen. Die Zahl derjenigen, die weniger als 5,50 Dollar am Tag zur Verfügung hätten, würde um 548 Millionen auf fast vier Milliarden steigen.

WHO-Chef Tedros wehrt sich gegen Kritik des US-Präsidenten

Nach der heftigen Kritik von Donald Trump am Umgang der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit der Coronavirus-Pandemie hat sich deren Chef gegen die Aussagen des US-Präsidenten gewehrt und eine "Politisierung des Virus" zurückgewiesen. "Wir sollten keine Zeit damit verschwenden, mit dem Finger auf andere zu zeigen", sagte der WHO-Vorsitzende Tedros Adhanom Ghebreyesus am Mittwoch in Genf. Auch UN-Generalsekretär António Guterres sprach sich für Solidarität statt Schuldzuweisungen aus.

WHO-Chef Tedros drang darauf, dass sich "alle politischen Parteien darauf konzentrieren, ihr Volk zu retten". Diese sollten das Virus nicht politisieren, wenn sie "nicht noch mehr Leichensäcke wollen", sagte er bei einer Online-Pressekonferenz. "Wenn es Risse auf nationaler und globaler Ebene gibt, dann hat das Virus Erfolg", warnte Tedros. Die Aussagen werden allgemein als Antwort auf Trumps Drohung gewertet, die Beitragszahlungen an die WHO einzustellen.

Richterbund fordert deutliche Ausweitung von Online-Gerichtsverfahren

Der Deutsche Richterbund fordert als Lehre aus der Corona-Krise eine deutliche Ausweitung der Gerichtsverfahren per Internet. Bund und Länder sollten die Krise zum Anlass "für einen Digitalisierungsschub in der Justiz nehmen", sagte Richterbund-Geschäftsführer Sven Rebehn den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Donnerstagsausgaben). So führten beispielsweise die gesetzlichen Regelungen für Videoübertragungen in Zivilprozessen bisher eher ein "Nischendasein", auch weil es in vielen Gerichtssälen an der erforderlichen Technik fehle.

Corona-Krise könnte zu Mangel an Kondomen führen

Die Corona-Krise könnte zu einem deutlichen Mangel an Kondomen führen. Der weltweit führende Hersteller Karex aus Malaysia musst wegen der Einschränkungen der wirtschaftlichen Aktivitäten in dem südostasiatischen Land im Zuge der Krise seine Produktion deutlich herunterfahren. Zwischen Mitte März und Mitte April werde die Firma 200 Millionen weniger Präservative produzieren als normalerweise, sagte Firmenchef Goh Miah Kiat. Von Karex stammt jedes fünfte Kondom weltweit. In Malaysia gelten seit vergangenem Monat strikte Ausgangsbeschränkungen.

Kreuzfahrtschiff mit Coronavirus-Patienten darf in Uruguay anlegen

Ein seit zwei Wochen vor der uruguayischen Küste liegendes Kreuzfahrtschiff mit Coronavirus-Patienten an Bord hat die Erlaubnis zum Anliegen in Montevideo erhalten. Die "Greg Mortimer" darf am Freitag in den Hafen der Hauptstadt einlaufen, wie die uruguayischen Behörden am Mittwoch mitteilten. Die Passagiere des australischen Expeditionsschiffs sollten in Bussen direkt zum Flughafen gebracht und dann ausgeflogen werden, hieß es.

Studie: Katzen können sich mit Covid-19 infizieren – Hunde eher nicht

Katzen können sich einer Studie zufolge mit dem neuartigen Coronavirus infizieren. Ebenso gilt dies für Frettchen, heißt es in der vom Wissenschaftsmagazin "Science" veröffentlichten Untersuchung. Bei Hunden, Schweinen, Hühnern und Enten sei es dagegen eher unwahrscheinlich, dass sie sich ansteckten.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO nimmt den Bericht zum Anlass, die Rolle von Haustieren in der Coronavirus-Pandemie genauer zu prüfen. "Wir glauben nicht, dass sie eine Rolle bei der Übertragung spielen, aber wir denken, dass sie durch eine infizierte Person infiziert werden könnten", sagte die WHO-Epidemiologin Maria Van Kerkhove basierend auf den bisherigen Erkenntnissen.

Dobrindt: Ja zu EU-Hilfe – Nein zu Corona-Bonds

Die CSU hat sich zur Bewältigung der Folgen der Corona-Pandemie für europäische Hilfsprogramme und gegen gemeinsame Anleihen – sogenannte Corona-Bonds – ausgesprochen. "Europa ist ein Solidaritätsversprechen – gerade auch in Krisenzeiten", sagte der Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Alexander Dobrindt. "Wir kämpfen deshalb in Europa gemeinsam gegen Corona und stehen für Solidarität mit unsern europäischen Nachbarn, indem wir füreinander einstehen ohne uns gegenseitig zu überfordern", fügte er hinzu.

Von der Pandemie betroffene EU-Länder sollten über den Eurorettungsschirms ESM, die Europäische Investitionsbank und den EU-Solidaritätsfonds bei der Bewältigung der Corona-Krise gezielt unterstützt werden. Die Staaten der Eurogruppe sollten sich dennoch "nicht gemeinsam verschulden".

Leichter Anstieg bei Neuinfektionen in China

China verzeichnet den zweiten Tag in Folge einen leichten Anstieg bei den Neuinfektionen. Am Mittwoch seien 63 neue Fälle registriert worden, einer mehr als am Vortag, teilen die Gesundheitsbehörden mit. Bei 61 der neuen Fälle handle es sich um Reisende, die aus Übersee nach China gekommen seien. Das sei der höchste Wert seit dem 25. März. Insgesamt seien nunmehr 81.865 Corona-Fälle in Festland-China bestätigt worden.

DGB mahnt zu Vorsicht bei Wiederhochfahren der Wirtschaft

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) mahnt zu Vorsicht beim Wiederhochfahren der Wirtschaft in der Corona-Krise. Dies müsse in einer Weise geschehen, die eine neue starke Ausbreitung des Virus vermeide, sagte DGB-Vorstandsmitglied Stefan Körzell der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Der Arbeits- und Gesundheitsschutz der Beschäftigten müsse an erster Stelle stehen.

Körzell sieht trotz der extremen wirtschaftlichen Verwerfungen durch die Corona-Krise auch Licht am Ende des Tunnels. Er verwies darauf, dass die fünf führenden Wirtschaftsforschungsinstitute für das kommende Jahr eine deutliche Erholung der deutschen Wirtschaft erwarten. "Das macht Hoffnung", sagte der Gewerkschafter.

Berichte: Bund fördert heimische Maskenproduktion mit 40 Millionen Euro

Die Bundesregierung will deutsche Hersteller von medizinischen Schutzmasken gegen das Coronavirus Medienberichten zufolge mit 40 Millionen Euro fördern. Das geht nach Angaben von Süddeutscher Zeitung, NDR und WDR vom Mittwoch aus einem Regierungsdokument hervor. Bis die deutsche Industrie dazu in der Lage ist, dürften demnach aber Monate vergehen, da es einen Engpass bei der Herstellung von Vliesstoff gibt.Deutschland werde deshalb voraussichtlich bei Schutzmasken guter Qualität noch länger von Lieferungen aus China abhängig sein.

Italiens Regierungschef Conte sieht Verbesserung der Lage

Italiens Ministerpräsident Guiseppe Conte hat in der Corona-Krise Hoffnung auf eine weitere Verbesserung gemacht. "Die Kurven für Italien verbessern sich. Die Zahl der Geheilten steigt stark an. Ich hoffe, wir kommen jetzt wieder aus der Krise. Wir sind in einer entscheidenden Phase", sagte Conte "BILD live". "Deutschland und Italien können sich nur wechselseitig helfen. Wenn wir wieder besser dran sind, helfen wir auch wieder anderen. Wir müssen gemeinsam in die Schlacht ziehen. Die Front, die dem Feind entgegen tritt, muss geschlossen sein. Das Virus weht wie der Wind. Alle Völker Europas müssen sich wechselseitig helfen. Deutschland hat keine Vorteile, wenn Europa in der Rezession versinkt." 

Mehr als 1,5 Millionen nachgewiesene Coronavirus-Infektionen weltweit

Die Zahl der weltweit nachgewiesenen Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus hat die Marke von 1,5 Millionen überschritten. Das ging am Mittwochabend (Ortszeit) aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore in den USA hervor. Das bis vor gut drei Monaten praktisch noch völlig unbekannte Virus Sars-CoV-2 kann die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen. In Folge der Pandemie wurden bereits mehr als 87.700 Corona-Tote verzeichnet.

Die meisten bekannten Infektionen gab es der der Universität zufolge mit mehr als 420.000 Fällen in den USA, einem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern. An zweiter Stelle folgte Spanien mit rund 150.000 bekannten Infektionen. In Italien waren es rund 140.000. Dahinter folgten Frankreich, Deutschland, China und der Iran. Die Zahlen lassen sich wegen der unterschiedlichen Testquote und einer hohen Dunkelziffer jedoch nur begrenzt vergleichen.

Rio de Janeiro meldet erste Corona-Tote in Favelas

Erstmals sind Bewohner der Favelas von Rio de Janeiro im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. Es handle sich dabei um zwei Menschen aus der Rocinha, wie der Bürgermeister der Stadt, Marcelo Crivella, am Mittwoch in einem Interview sagt. Die Rocinha in der Südzone Rios ist mit offiziell 70.000 Einwohnern eines der größten Armenviertel Rios und Brasiliens. In Rios insgesamt 763 Favelas mit zwei Millionen Bewohnern in kleinen, oftmals unverputzten Häusern hatte man sich wegen des Ausbruchs und der Ausbreitung der Corona-Krise besondere Sorgen gemacht.

Gericht in Berlin bestätigt Verbot von Gottesdiensten

Das Oberverwaltungsgericht (OVG) Berlin-Brandenburg hat den Eilantrag eines religiösen Vereins abgelehnt, der gegen das Verbot öffentlicher Gottesdienste in der Corona-Krise vorgehen wollte. Nach Auffassung des 11. Senats am OVG führt die aktuelle Regelung nicht zu einer unverhältnismäßigen Einschränkung der im Grundgesetz verbrieften Religionsfreiheit. Das OVG bestätigte damit am Mittwoch eine Entscheidung des Berliner Verwaltungsgerichts – dieses habe beanstandungsfrei dargelegt, dass die Gottesdienste, die die Antragsteller in der Karwoche sowie an Ostern feiern wollten, die erhebliche Gefahr weiterer Infektionen bergen würden (Beschluss der 11. Kammer vom 8. April 2020 - OVG 11 S 21/11).

Bericht: EU-Kommission schlägt stufenweisen Ausstieg aus Corona-Maßnahmen vor

Die EU-Kommission schlägt laut einem Medienbericht einen stufenweisen Ausstieg aus den Notfallmaßnahmen gegen die Corona-Pandemie mit langen Zeitabständen vor. Die EU-Staaten sollten die bestehenden freiheitsbeschränkenden Maßnahmen erst auf lokaler Ebene aufheben und dann die Öffnung nach und nach ausweiten, heißt es in der bislang unveröffentlichten "Ausstiegsstrategie", die der Zeitung "Die Welt" vorliegt. Hier lesen Sie mehr.

Göttinger Forscher gehen wegen Dunkelziffer schon von 460.000 Corona-Fällen aus

Forscher von der Universität Göttingen preschen mit einer kontroversen Modellrechnung vor: Demnach seinen in Deutschland unter Berücksichtigung einer hohen Dunkelziffer bereits bis Ende März mehr als 460.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert gewesen. Bislang seien schätzungsweise 15,6 Prozent der Infektionen in Deutschland festgestellt worden, errechneten die Entwicklungsökonomen Christian Bommer und Sebastian Vollmer laut Universitätsangaben. Die Zahl registrierter Infektionen lag am Mittwoch indes erst bei etwa 100.000.

Um die Qualität der offiziellen Fallaufzeichnungen zu prüfen, nutzten die Forscher unter anderem Daten aus einer Studie zur Mortalität von Covid-19 und zum Zeitraum bis zum Tod von Betroffenen. Auf dieser Grundlage gehen die Ökonomen davon aus, dass die Zahl der Infektionen womöglich in allen betroffenen Ländern deutlich höher liegt, als bislang angenommen. Sie vermuten, dass weltweit bislang im Durchschnitt nur etwa sechs Prozent aller Infektionen nachgewiesen wurden.

Totenzahl in französischen Krankenhäusern steigt um acht Prozent

Die französischen Gesundheitsbehörden melden einen Anstieg der Totenzahl in Krankenhäusern um acht Prozent auf 7632. Aktuelle Angaben zu den Opfern in Pflegeheimen lägen wegen technischer Probleme allerdings noch nicht vor. Die Todesfälle in Pflegeheimen machten bislang mehr als 30 Prozent der Gesamtzahl aus.

Nach traurigem Rekord: Flaggen in New York auf Halbmast

Der besonders heftig von der Corona-Pandemie getroffene US-Bundesstaat New York hat mit 779 Toten an einem Tag so viele Opfer zu verzeichnen wie noch nie in der Krise. Damit liege die Zahl der Toten in dem 20-Millionen-Staat bei insgesamt 6268, sagte Gouverneur Andrew Cuomo am Mittwoch bei seiner täglichen Pressekonferenz. "Diese Zahl der Toten wird weiter ansteigen", sagte er. Hier lesen Sie mehr.

EU-Kommission will Einreisestopp bis Mitte Mai verlängern

Der weitgehende Einreisestopp in die Europäische Union soll nach Ansicht der EU-Kommission bis zum 15. Mai verlängert werden. Dies schlug die Brüsseler Behörde am Mittwoch vor. Die Entscheidung darüber kann jedoch jedes Land für sich treffen. Zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie hatten sich Mitte März alle EU-Staaten außer Irland sowie die Schweiz, Norwegen, Liechtenstein und Island darauf geeinigt, nicht zwingend notwendige Reisen in die EU zunächst für 30 Tage einzuschränken.

NRW bestellt 29 Millionen Schutzmasken bei Bielefelder Firma

Nordrhein-Westfalen lässt in der Corona-Krise Schutzmasken von einem Bielefelder Unternehmen produzieren. Der Automobilzulieferer DFA habe den Auftrag über rund 29 Millionen Masken erhalten, sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Mittwoch in Düsseldorf. Täglich würden 320.000 Stück für NRW gefertigt. Das Land bezahle für den Auftrag rund 17 Millionen Euro. Die Masken sollen vorrangig an Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen für behinderte Menschen verteilt werden.

WHO warnt vor rascher Lockerung von Corona-Maßnahmen in Europa

Das Regionalbüro der Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt vor einer raschen Lockerung der Corona-Maßnahmen in Europa. Trotz "positiver Signale" aus einigen Ländern sei es dafür noch zu früh, sagte der WHO-Regionaldirektor für Europa, Hans Kluge. "Dies ist nicht der Moment, um die Maßnahmen zu lockern", mahnte Kluge. Stattdessen müssten die Anstrengungen zur Eindämmung des Virus "noch einmal verdoppelt und verdreifacht" werden.

Kluge sagte in seiner wöchentlichen Pressekonferenz zur Corona-Krise, die Situation in Europa sei immer noch "sehr besorgniserregend". Er forderte deshalb, die Maßnahmen in drei Bereichen zu verstärken: beim Schutz für das Gesundheitspersonal, bei der Trennung von Gesunden und Verdachtsfällen und bei der Kommunikation mit der Bevölkerung.

Polizei: Motorradfahren in Corona-Zeiten "unsolidarisch"

Wer in Corona-Zeiten Motorradtouren unternimmt, handelt nach Einschätzung der Polizei in Südwestfalen unsolidarisch. "Die Betten in unseren Krankenhäusern brauchen wir derzeit für andere Herausforderungen", betonte die Polizei in Soest mit Blick auf Unfallrisiken beim Motorradfahren. Gerade in diesen schwierigen Wochen solle sich jeder Biker fragen, ob es aktuell wirklich der "richtige Zeitpunkt" für einen motorisierten Ausflug sei.

Eilantrag gegen bayerische Corona-Verordnung abgewiesen

Das Bundesverfassungsgericht hat einen Eilantrag gegen die Verbote und Beschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Bayern abgewiesen. Die Richter lehnten es ab, die dortige Corona-Verordnung bis zu einer abschließenden Entscheidung außer Kraft zu setzen, wie das Gericht in Karlsruhe mitteilte. Die Maßnahmen beschränkten die Grundrechte zwar erheblich, hieß es zur Begründung. Die Gefahren für Leib und Leben wögen aber schwerer als die Einschränkungen der persönlichen Freiheit. Der Kläger hält es für zu weitgehend, dass er seine Freunde nicht treffen, die Eltern nicht besuchen, nicht demonstrieren und keine neuen Menschen kennenlernen darf.

Kirche in Warschau bietet Drive-In-Beichte an

In Warschau können Katholiken ihre traditionelle Beichte vor Ostern wegen der Coronavirus-Pandemie auf einem Kirchenparkplatz ablegen. Der Tempel der Göttlichen Vorsehung, eine riesige Kirche im Süden der polnischen Hauptstadt, bietet den Gläubigen eine Drive-In-Beichte an. Der Priester sitzt auf einem Stuhl – zum Schutz vor der Sonne trägt er einen Sonnenhut und eine Sonnenbrille, zum Schutz vor Ansteckung eine Maske.

Italienisches Dorf verbietet Männern und Frauen Einkaufen an denselben Tagen

Um die Coronavirus-Pandemie weiter einzudämmen, greift eine kleine italienische Gemeinde zu extremen Maßnahmen: Männer und Frauen dürfen in Canonica d'Adda in der Lombardei künftig nicht mehr an denselben Tagen Lebensmittel einkaufen. Frauen sind dienstags, donnerstags und samstags dran, Männer an den anderen Tagen. Wer die Regel bricht, muss bis zu 400 Euro Strafe zahlen.

In NRW verlangsamt sich Zunahme der Infiziertenzahl

Im bevölkerungsreichsten Bundesland hat sich die Zunahme der Infiziertenzahl nach Angaben von Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann weiter verlangsamt. Derzeit verdoppele sich die Zahl in Nordrhein-Westfalen alle zwölf Tage. Dieser Trend setzte sich seit etwa anderthalb Wochen fort. Damit dürfe man sich aber nicht zufriedengeben. Derzeit gebe es in NRW rund 22.200 Infizierte. Etwa 9.600 seien genesen, gut 400 gestorben und 1.900 in Krankenhäusern.

Bundesregierung informiert über Corona-Lage

Die Bundesregierung hat auf einer Pressekonferenz über die aktuelle Corona-Lage in Deutschland informiert. Dabei ging es unter anderem um die Lockerung der bundesweiten Maßnahmen. Am kommenden Mittwoch, unmittelbar nach Ostern, wird Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Ministern über eine Exit-Strategie beraten. 

Angela Merkel: Die Bundeskanzlerin berät nach Ostern mit den Ministern über eine Exit-Strategie. (Quelle: imago images)Angela Merkel: Die Bundeskanzlerin berät nach Ostern mit den Ministern über eine Exit-Strategie. (Quelle: imago images)

Mehr als 10.000 Corona-Fälle in Afrika

Das Coronavirus breitet sich zunehmend auch in Afrika aus. Die Zahl der bestätigten Infektionen in Afrika sei auf mehr als 10.000 angestiegen, mehr als 500 Menschen seien gestorben, gab die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in einer Erklärung bekannt. Nachdem das Virus Sars-CoV-2 den Kontinent im Vergleich zu anderen Weltregionen erst sehr spät durch Reisende aus Europa, den USA und Asien erreicht hat, breite es sich nun sehr schnell aus. Hilfsorganisationen wie World Vision oder Save the Children warnen bereits vor einer drohenden Katastrophe schwersten Ausmaßes, die auch die Zukunftschancen der Kinder beeinträchtige.

Vorwürfe gegen Altersheime und Kliniken in Italien

In Italien wird Kritik an Fehlern im Umgang mit der Corona-Krise in Krankenhäusern und Altersheimen lauter. In Heimen in der besonders betroffenen Lombardei scheint es zu einer unkontrollierten Ausbreitung des Virus gekommen zu sein. Allein in einer bekannten Geriatrie bei Mailand seien seit März 110 Menschen gestorben und Fälle verdeckt worden, berichtete unter anderem die Zeitung "Corriere della Sera".

Spanien plant ab Ende April schrittweise Rückkehr zur Normalität

Das besonders schwer von der Corona-Pandemie betroffene Spanien könnte nach Auffassung der Regierung Ende April Schritt für Schritt zu einer gewissen Normalität zurückkehren. Kurz vor der offiziellen Verlängerung der strikten Ausgangsbeschränkungen bis zum 26. April versicherte Finanzministerin und Regierungssprecherin María Jesús Montero in einem Interview mit dem Sender "Antena 3", dass die Bürger nach diesem Datum langsam "ihr normales Leben zurückgewinnen können". Für Menschen, die Straßen und Plätze bevölkerten, werde es aber "klare Anweisungen" der Regierung geben, so Montero.

Leere Straßen in Palma, Spanien: Das Land wurde von der Corona-Pandemie besonders schwer getroffen. (Quelle: dpa/Clara Margais)Leere Straßen in Palma, Spanien: Das Land wurde von der Corona-Pandemie besonders schwer getroffen. (Quelle: Clara Margais/dpa)

Österreich ruft Bürger zum Heimaturlaub auf

Angesichts der dramatischen Ausfälle im Tourismus hat Österreich seinen Bürgern nahegelegt, im Sommer in der Heimat Urlaub zu machen. Da ausländische Touristen bisher für 75 Prozent der Übernachtungen sorgten, sollten sommerurlaubswillige Österreicher wenigstens etwas Abhilfe schaffen und einen Heimaturlaub andenken, sagte Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) in Wien. Köstinger betonte, dass sich Österreich, Europa und die Welt auf massive Einschränkungen der Reisefreiheit einstellen müssen. "Niemand kann sagen, wie sich die Situation in Europa und der Welt weiter entwickeln wird."

In Österreich können Hotels und Gaststätten voraussichtlich ab Mitte Mai ihren Betrieb langsam hochfahren, sollten sich die Infektionszahlen in der Corona-Krise weiter so günstig entwickeln wie bisher. Die genauen Schritte würden derzeit ausgearbeitet, so die Ministerin. Alle Gäste und auch das Personal müssten sich aber auf das Einhalten von bestimmten Verhaltensregeln einstellen. Dabei gehe es um das Einhalten von Sitzabständen und eine Schutzmaskenpflicht.

Günther erwartet nur wenige Lockerungen nach dem 19. April

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther rechnet nicht mit weitgehenden Lockerungen der Corona-Regeln nach den Osterferien ab 19. April. "Es ist gut möglich, dass es dann erst wenig Erleichterung gibt", sagte der CDU-Politiker am Mittwoch der "Wirtschaftswoche". Die Ausnahmesituation werde das Leben über geraume Zeit bestimmen. "Zurzeit sind eher die Älteren getroffen, deren Gesundheit stark gefährdet ist." Sie blieben noch länger eingeschränkt.

"Die wirtschaftlichen Auswirkungen werden hingegen die junge Generation noch stark beschäftigen", sagte Günther. Die Jüngeren müssten hohe Staatsschulden abbezahlen. Deshalb halte er auch nichts von der Forderung des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) nach weniger Steuern: "Es ist nicht die Zeit, jetzt über Steuersenkungen zu reden."

Frankreich führt Passierschein für Einreisen aus dem Ausland ein

Frankreich hat im Kampf gegen die Verbreitung des Coronavirus einen Passierschein für Einreisen aus dem Ausland eingeführt. Ab Mittwoch müssen Reisende das Dokument ausgefüllt mit sich führen, wenn sie in das französische Kernland oder in die Überseegebiete einreisen wollen, wie das Innenministerium mitteilte.

Das Formular muss demnach bei Grenzkontrollen oder vor dem Boarding eines Flugs in das französische Staatsgebiet vorgelegt werden und den Reisegrund angeben. Die Vorgabe gelte auch für Personen, die wegen ihrer Arbeit über eine europäische Binnengrenze nach Frankreich müssen.

Seit Mitte März gilt in Frankreich eine strikte Ausgangssperre. Die Menschen sind angehalten, nur für triftige Gründe nach draußen zu gehen. Dafür müssen sie einen Passierschein bei sich tragen. Die Polizei kontrolliert die Umsetzung der Maßnahme streng.

Polizei kontrolliert Corona-Verstöße an Bord eines Zeppelins

Die Polizei hebt ab: Beamte kontrollieren am Osterwochenende von Bord eines Zeppelins aus, ob sich die Menschen in der Region Bodensee-Oberschwaben an die Regeln zur Eindämmung des Coronavirus halten. Dem Ravensburger Polizeipräsident Uwe Stürmer zufolge können die Polizisten aus dieser Höhe Menschengruppen im öffentlichen Raum viel besser als vom Streifenwagen aus erkennen. Zudem eigne sich der Zeppelin NT wegen seines leisen Flugs besonders für eine derartige Mission, hieß es in einer Mitteilung vom Mittwoch. Die Deutsche Zeppelin-Reederei in Friedrichshafen stellt das Luftschiff für den Einsatz zur Verfügung. Geplant sind mehrere Flüge von Karfreitag bis Ostermontag.

Bundespräsident Steinmeier meldet sich mit Videobotschaft

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender haben sich in einer Videobotschaft zu Wort gemeldet. Was die beiden zur Corona-Krise gesagt haben, lesen und sehen Sie hier. 

Viele Corona-Fälle auf Kreuzfahrtschiff vor Uruguay

Auf einem vor Uruguay festliegenden Kreuzfahrtschiff sind fast 60 Prozent der mehr als 200 Menschen an Bord positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden. Sechs Menschen auf der "Greg Mortimer" seien in Krankenhäuser von Uruguays Hauptstadt Montevideo gebracht worden, ihr Zustand sei aber stabil, teilte die australische Reederei Aurora mit. Die übrigen der 128 positiv getesteten Menschen zeigten derzeit keine Symptome.

Auf dem Schiff befanden sich ursprünglich etwa 217 Menschen, die meisten Passagiere stammen aus Australien und Neuseeland. Die "Greg Mortimer" selbst habe nicht in dem südamerikanischen Land anlegen dürfen, hieß es in Medienberichten.

Aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Deutschland

In Deutschland sind mittlerweile mehr als 2.000 positiv getestete Personen verstorben – und auch bei den Infizierten gibt es einen neuen Höchststand. Hier finden Sie die aktuellen Zahlen. 

Luxemburgs Außenminister: "Dann fällt Europa"

Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn appelliert laut einem Bericht des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND) an die Bundesregierung, die Kontrollen an den Grenzen zu Luxemburg und zu Frankreich so schnell wie möglich wieder aufzuheben. "Die Grenzkontrollen machen mir große Sorgen. Wir müssen höllisch aufpassen", wird er zitiert. "Wenn der Schengen-Raum fällt, dann fällt auch das Europa der Bürger. Schengen ist die größte Errungenschaft der EU." Die Grenzkontrollen brächten "nur Ärger". Menschen aus dem Saarland und aus Rheinland-Pfalz würden sich täglich bei ihm beschweren.

Jean Asselborn: Luxemburgs Außenminister appelliert an die Bundesregierung, die Kontrollen an den Grenzen zu Luxemburg und zu Frankreich so schnell wie möglich wieder aufzuheben. (Quelle: imago images/photothek)Jean Asselborn: Luxemburgs Außenminister appelliert an die Bundesregierung, die Kontrollen an den Grenzen zu Luxemburg und zu Frankreich so schnell wie möglich wieder aufzuheben. (Quelle: photothek/imago images)

Laschet: "Sehe derzeit keine bundesweite Maskenpflicht"

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) geht in der Frage einer Maskenpflicht auf Abstand zu seinem bayerischen Kollegen Markus Söder (CSU). "Eine Maskenpflicht für ganz Deutschland sehe ich derzeit nicht", sagt Laschet im ZDF-Morgenmagazin. Söder hatte sich für eine schrittweise Lockerung der öffentlichen Beschränkungen unter strengen Auflagen ausgesprochen und eine Maskenpflicht als sehr wahrscheinlich bezeichnet. Laschet betont dagegen, er setze bei einer Entscheidung über Maßnahmen wie Abstandsregeln und Hygienevorkehrungen auf das in Kürze erwartete Ergebnis einer Studie in dem früh besonders stark betroffenen Kreis Heinsberg.

Britischer Premier Johnson weiter auf Intensivstation

Dem britischen Premierminister Boris Johnson soll es etwas besser gehen. Sein durch das Coronavirus ausgelöstes hohes Fieber ist zurückgegangen, wie die "Times" berichtete. Nach Angaben der Regierung sei er in einem stabilen Gesundheitszustand. Er sei guten Mutes, teilt Edward Argar, Staatssekretär im Gesundheitsministerium, mit. Er habe zusätzlichen Sauerstoff erhalten, werde aber nicht künstlich beatmet. Johnson ist an Covid-19 erkrankt und liegt in einem Londoner Krankenhaus auf der Intensivstation.

Ärztepräsident erwartet massive Einschränkungen für den Sommerurlaub

Der Sommerurlaub wird nach Überzeugung von Ärztepräsident Klaus Reinhardt in Deutschland noch mit massiven Einschränkungen verbunden sein. Wie er die Lage konkret einschätzt, lesen Sie hier. 

Coronavirus - Spanien (Quelle: Jordi Boixareu/ZUMA Wire/dpa)Spanien, Barcelona: Der Strand von Barcelona ist menschenleer. (Quelle: Jordi Boixareu/ZUMA Wire/dpa)

Bund schafft "Luftbrücke" für Schutzmaterial aus China

Im Kampf gegen die Corona-Epidemie hat der Bund eine "Luftbrücke" für Transporte mit dringend benötigter Schutzausrüstung aus China nach Deutschland organisiert. Hier lesen Sie mehr.

Chinesische Großstadt Wuhan beendet Abschottung

76 Tage nach der Abriegelung der chinesischen Großstadt Wuhan im Zuge der Corona-Krise beenden die Behörden die Abschottung von der Außenwelt. Am Mittwoch durfte das einstige Epizentrum der Virus-Pandemie erstmals wieder verlassen werden. Der erste Zug verließ die Elf-Millionen-Metropole um 00.50 Uhr Ortszeit. Zur selben Zeit wurden auch die Autobahnen wieder für den Verkehr freigegeben. Anordnungen wie eine allgemeine Ausgangssperre waren bereits zuvor gelockert worden, nachdem die Zahl der Neuinfektionen deutlich zurückgegangen war. Da aber eine zweite Ansteckungswelle nicht ausgeschlossen werden kann, rufen die Gesundheitsbehörden weiter dazu auf, die Stadt oder das eigene Viertel nur dann zu verlassen, wenn es unbedingt nötig ist.

Fast 2.000 Corona-Tote in den USA binnen eines Tages

In den USA ist innerhalb von 24 Stunden die weltweite Rekordzahl von fast 2.000 Menschen an den Folgen der Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Laut Zahlen der Johns-Hopkins-Universität vom Dienstagabend (Ortszeit) erlagen seit dem Vortag genau 1.939 Menschen in den Vereinigten Staaten der von dem neuartigen Virus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19. Hier lesen Sie mehr.

Verzweiflung in New York: An nur einem Tag sind 731 Menschen in den US-Bundesstaat gestorben. (Quelle: imago images)Verzweiflung in New York: An nur einem Tag sind 731 Menschen in den US-Bundesstaat gestorben. (Quelle: imago images)

Trump: Wusste nichts von Berater-Warnungen Ende Januar

US-Präsident Donald Trump hat nach eigenen Angaben nichts von frühen Warnungen eines ranghohen Beraters vor der Corona-Pandemie gewusst. "Ich habe das nicht gesehen", sagte Trump am Dienstagabend (Ortszeit) im Weißen Haus in Washington. Er habe erst jetzt davon erfahren. 

Ein ranghoher Berater des Präsidenten hatte Medienberichten zufolge bereits Ende Januar vor einer Coronavirus-Pandemie gewarnt, in deren Folge Hunderttausende Amerikaner ums Leben kommen könnten. 

Laschet für Öffnung kleiner Läden als mögliche erste Lockerungs-Maßnahme

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) plädiert dafür, bei einer schrittweisen Lockerung der Maßnahmen gegen die Coronavirus-Pandemie zunächst kleine Läden wieder zu öffnen. Es könne eine Option sein, zuerst die kleinen Läden zu öffnen, "in denen sich nicht viele Menschen gleichzeitig aufhalten", sagte Laschet dem "Kölner Stadt-Anzeiger". In Bäckereien beispielsweise werde nach seinem Eindruck der Mindestabstand zwischen den Kunden fast überall eingehalten.

Auch für die Wiederöffnung der Gastronomie könne ein Kriterium sein, "wie gut der Schutz der Gäste und Mitarbeiter vor Ansteckung gewährleistet werden kann", sagte Laschet. Für die Wiedereröffnung von Kitas und Schulen wäre nach seinen Worten eine bundesweit einheitliche Regelung am besten.

Trump droht WHO mit Einfrieren von Beiträgen der USA

US-Präsident Donald Trump erhöht in der Coronavirus-Krise den Druck auf die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Trump drohte bei einer Pressekonferenz am Dienstagabend (Ortszeit) im Weißen Haus, Gelder für die WHO einzufrieren. Hier lesen Sie mehr.

US-Präsident Donald Trump: Der Präsident will der WHO den Geldhahn zudrehen. (Quelle: Reuters/Kevin Lamarque)US-Präsident Donald Trump: Der Präsident will der WHO den Geldhahn zudrehen. (Quelle: Kevin Lamarque/Reuters)

Hongkong verlängert Kontakteinschränkungen

Die Regierung Hongkongs verlängert ihre Vorkehrungen zur Eindämmung des Virus bis zum 23. April. Dabei geht es insbesondere um Kontakteinschränkungen. Unter anderem müssen deshalb Nachtclubs, Schönheitssalons, Karaokebars und Kinos weiter geschlossen bleiben. Auch öffentliche Versammlungen mit mehr als vier Teilnehmern sind weiterhin verboten.

Amtierender US-Marineminister tritt zurück

Im Konflikt um den Umgang mit dem Coronavirus-Ausbruch an Bord eines US-Flugzeugträgers ist der amtierende US-Marineminister Thomas Modly zurückgetreten. US-Verteidigungsminister Mark Esper schrieb am Dienstag auf Twitter, er habe das Rücktrittsgesuch von Modly im Einverständnis mit US-Präsident Donald Trump angenommen. Nachfolgen soll ihm der Untersekretär des Heeres, Jim McPherson. Hier lesen Sie mehr.

EU-Verhandlungen über Rettungspaket stocken

Bei den EU-Verhandlungen über ein milliardenschweres Corona-Krisenpaket für Staaten, Unternehmen und Arbeitnehmer hat sich in der Nacht zum Mittwoch kein schneller Durchbruch abgezeichnet. Die ursprünglich für den Abend vorgesehene Pressekonferenz wurde auf 10.00 Uhr am Mittwoch verschoben. Aus Verhandlungskreisen hieß es, die Arbeiten an einem Kompromiss würden fortgesetzt, doch werde dies Zeit in Anspruch nehmen. Hier lesen Sie mehr zu den Verhandlungen.

Corona-Krise: Twitter-Chef Dorsey stiftet Milliarden-Aktienpaket

Twitter-Chef Jack Dorsey will Aktien im Wert von einer Milliarde Dollar (925 Mio Euro) stiften – unter anderem für den Kampf gegen die Coronavirus-Krise. Der 43-Jährige kündigte am Dienstag (Ortszeit) per Tweet an, 28 Prozent seines Privatvermögens in einen entsprechenden Fonds zu stecken. Bei den Mitteln handelt es sich um Anteile an dem von Dorsey gegründeten und als Vorstandschef geführten Bezahldienst Square. Die Initiative solle sich zunächst auf die Bewältigung der Corona-Pandemie konzentrieren. Danach werde sich der Fokus des Fonds auf "Gesundheit und Bildung von Mädchen" und ein bedingungsloses Grundeinkommen verlagern, so Dorsey weiter.

Mehr als 80.000 Coronavirus-Tote weltweit

Weltweit sind US-Experten zufolge bereits mehr als 80.000 Menschen nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben. Die Zahl der bestätigten Infektionen mit Sars-CoV-2 stieg weltweit auf rund 1,4 Millionen, wie aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervorging. In Italien starben demnach mehr als 17.000 Corona-Infizierte, in Spanien rund 13.900, in den USA mehr als 12.000 und in Frankreich mehr als 10.000.

Unter den am stärksten von der Lungenkrankheit Covid-19 betroffenen Ländern registrierte die Universität den höchsten Anteil an Corona-Toten relativ zur Bevölkerungszahl bislang in Spanien und Italien. In beiden Ländern starben etwa 27 Menschen pro 100.000 Einwohner an dem Virus. In Deutschland waren es dagegen rund 2,2 Todesfälle pro 100.000 Einwohner, in China rund 0,2.

Acht Millionen Schutzmasken aus China in München eingetroffen

Ein Frachtflugzeug der Lufthansa hat acht Millionen Schutzmasken aus China nach Deutschland gebracht. Die Boeing 777F landete am Dienstagnachmittag in München, wie die Fluggesellschaft mitteilte. Die Maschine war demnach am Montag in Shanghai gestartet und nach einem Zwischenstopp in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul weiter nach München geflogen. Die Masken waren in 4000 Kartons verpackt. Die Ladung hatte ein Gesamtgewicht von 26 Tonnen.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (beide CSU) und Lufthansa-Chef Carsten Spohr nahmen das Flugzeug am Münchner Flughafen im Empfang. Wegen der Coronavirus-Pandemie bestehen derzeit massive Engpässe bei medizinischer Schutzkleidung.

Verkündung der Pulitzer-Preisträger verschoben

Die Verkündung der diesjährigen Gewinner der renommierten Pulitzer-Preise ist wegen der Corona-Krise verschoben worden. Die Gewinner sollen nun nicht wie ursprünglich geplant am 20. April, sondern am 4. Mai per Online-Livestream bekannt gegeben werden, teilten die Veranstalter am Dienstag in New York mit.

"Im Aufsichtsrat der Pulitzer-Preise sitzen viele hochrangige Journalisten, die gerade an der vordersten Front dabei sind, die Öffentlichkeit über die sich schnell entwickelnde Corona-Pandemie zu informieren", sagte Chefin Dana Canedy. Dank der Verschiebung hätten diese nun mehr Zeit, die Finalisten für den Preis zu beurteilen. Die Verleihung der Auszeichnungen, die normalerweise bei einer festlichen Veranstaltung an der Columbia-Universität im Mai stattfindet, soll auf den Herbst verschoben werden.

Frankreich ist viertes Land mit mehr als 10.000 Toten

Als viertes Land hat Frankreich die Zahl von 10.000 Toten überschritten. Einschließlich unvollständiger Daten aus den Altersheimen stieg die Zahl um 16 Prozent auf 10.328, wie der Leiter der Gesundheitsbehörden, Jerome Salomon, erklärte. Am Montag sei ein Anstieg von zehn und am Sonntag von sieben Prozent verzeichnet worden. Die Gesamtzahl der bekannten Infektionen liegt demnach bei 109.069. Auch in Italien, Spanien und den USA gibt es mehr als 10.000 Tote.

Deutsche EU-Präsidentschaft muss laut Botschafter Clauß neu geplant werden

Die Corona-Krise wirft die bisherige Planung für die bevorstehende deutsche EU-Ratspräsidentschaft nach Einschätzung des deutschen EU-Botschafters in Brüssel, Michael Clauß, über den Haufen. "Die ersten Erfahrungen mit der neuen Realität zeigen: Unsere Präsidentschaft wird nicht mehr in der geplanten Art und Weise stattfinden können", heißt es in einem vertraulich eingestuften Bericht des Top-Diplomaten an das Kanzleramt und die Bundesministerien, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt und über den zuerst der "Spiegel" berichtete.

Dies betreffe die inhaltliche Vorbereitung, die Arbeitsweise wie auch die Planung von Veranstaltungen. "In den Mittelpunkt rücken fortan die Handlungsfähigkeit der europäischen Institutionen, Krisenmanagement, Exit und Wiederaufbau - womöglich die Aufrechterhaltung der EU-Integration an sich", schreibt Clauß. "Hieran wird der Erfolg unserer Präsidentschaft gemessen werden."

Über 4.000 nachweislich Corona-Infizierte in Berlin: 32 Tote

In Berlin ist die Zahl der bestätigten Coronavirus-Fälle auf mehr als 4.000 gestiegen. Derzeit gebe es in der Hauptstadt 4.038 nachgewiesene Infektionen mit dem neuartigen Virus, teilte die Senatsverwaltung für Gesundheit am Dienstagnachmittag mit. Das sind 176 Fälle mehr als am Vortag. 32 an dem neuartigen Coronavirus erkrankte Patientinnen sind bislang gestorben. Tags zuvor waren es noch 28.

Im Krankenhaus isoliert und behandelt werden derzeit 505 Erkrankte, davon werden 118 intensivmedizinisch behandelt. Alle anderen Betroffenen sind häuslich isoliert. Mehr als 200 der nachweislich Infizierten sind männlich.

Brandenburg will Schulen stärker bei digitalem Unterricht unterstützen

Das Bildungsministerium in Brandenburg will Schulen wegen der Corona-Pandemie beim digitalen Unterricht stärker unterstützen. Ihnen soll bei Bedarf die Schul-Cloud Brandenburg zu Verfügung gestellt werden, wie das Ministerium mitteilte. "Der Einsatz von digitalen Bildungslösungen hat angesichts der aktuellen Situation an den Schulen enorm an Bedeutung gewonnen", sagte Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) in einer Pressemitteilung.

Schwerkranke Corona-Patienten dürfen nicht zugelassenes Mittel testen 

Besonders schwer erkrankte Corona-Patienten dürfen künftig mit dem noch nicht zugelassenen Wirkstoff Remdesivir behandelt werden, wenn alle anderen Mittel versagt haben. Das hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte in Bonn genehmigt, wie ein Sprecher am Dienstag bestätigte. Der Wirkstoff wurde von einem US-Pharmaunternehmen ursprünglich gegen Ebola-Infektionen entwickelt. Die europäische Arzneimittelbehörde EMA hatte vergangenen Freitag festgestellt, dass es erste Anzeichen für eine Wirksamkeit auch gegen das Coronavirus gebe und einen Einsatz des Mittel für Schwerkranke ohne Behandlungsalternative  empfohlen. Dem folgte die deutsche Behörde.

Aktuell ließen sich zu einer Wirksamkeit aber keine Aussagen machen, betonte ein Sprecher der deutschen Arzneimittelbehörde. Es gebe nur Anzeichen. "Die Ergebnisse laufender klinischer Prüfungen bleiben abzuwarten." Der sofortige Einsatz als nicht zugelassener Wirkstoff an Patienten sei streng reglementiert. In Frage kämen nur Patientengruppen, für die es sonst keine Therapiealternative mehr gebe. 

Höchste Zahl von Coronavirus-Toten in New York an einem Tag 

Im US-Bundesstaat New York sind binnen 24 Stunden 731 Menschen am Coronavirus gestorben und damit mehr als an jedem Tag zuvor. Damit stieg die Gesamtzahl der Todesopfer in New York auf 5.489, wie Gouverneur Andrew Cuomo am Dienstag bekanntgab. Zuvor hatte die höchste Zahl der Todesopfer an einem Tag bei 630 gelegen. In dem Bundesstaat mit der gleichnamigen Millionenmetropole wurden bereits mehr als 138.000 Infektionen bestätigt.

Söder: "Natürlich wird es am Ende eine Form von Maskenverpflichtung geben"

Auch der bayrische Ministerpräsident hat sich in einer Pressekonferenz zur aktuellen Krisenlage geäußert. Es brauche Perspektiven, wie es weitergehen soll, andererseits müsse auch klar sein, dass "Menschenleben vor Shoppingtouren“ gingen. Deswegen könnten die Beschränkungen nur mit drei Schritten angepasst werden: Auf Grundlage der aktuellen Situation müsse immer wieder neu bewertet werden, bei eventuellen Lockerungen von Maßnahmen müsse, im Zweifel auch durch neue Bestimmungen, der Schutz der Menschen trotzdem gewährleistet werden, und die Nachverfolgung von Infizierten müsse sichergestellt werden. Söder stellte eine Maskenpflicht in Aussicht, wenn die Ausgangsbeschränkungen gelockert würden – "Natürlich wird es am Ende eine Form von Maskenverpflichtung geben".

Außerdem will das Bundesland das Gesundheitssystem weiter stärken und die Testkapazitäten weiter ausgebauen, so Söder. Auch die bayerischen Wirtschaftshilfen sollen noch einmal verstärkt werden. Der Ministerpräsident richtete ein Appell an die Bevölkerung und rief zu weiterer Geduld auf: "Geduld rettet Leben, Ungeduld gefährdet Leben".

Laschet will Fahrplan für Wiedereinstieg ins öffentliche Leben

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat die Bevölkerung in der Corona-Krise auf eine stufenweise Rückkehr in die Normalität vorbereitet. Am Mittwoch tage der Expertenrat, und es würden erste Zwischenergebnisse erwartet, sagte Laschet nach einer Sitzung des Landeskabinetts.

"Nach meiner Auffassung brauchen wir flexible Antworten", sagte er. Derzeit werde der Schutz der Bevölkerung durch das massive Herunterfahren des gesamten öffentlichen Lebens erreicht. Künftig werde man in Landkreisen mit einer hohen Infektionsquote wohl anders reagieren müssen als in Regionen mit weniger Infizierten. "Die Menschen müssen einen Plan erkennen", sagte Laschet. "Wir brauchen einen Fahrplan in eine wachsame, verantwortungsvolle Normalität."

USA: Über 1.300 Tote an einem Tag

In den USA sind an einem Tag 1.343 Menschen nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben. Das ging am Dienstag aus den Daten der amerikanischen Universität Johns Hopkins für den Montag hervor. Am Sonntag waren es noch rund 1.200 Tote gewesen. Insgesamt sind demnach in den USA bislang rund 11.000 Menschen infolge einer Infektion mit der von dem Virus verursachten Lungenkrankheit Covid-19 gestorben.

Die Zahl der bekannten Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2 lag am Dienstagmorgen (Ortszeit) der Johns Hopkins University zufolge bei rund 370.000. Die USA, ein Land mit 330 Millionen Einwohnern, haben damit die höchste Infektionszahl aller Länder. Die Fallzahlen lassen sich wegen der unterschiedlichen Testquote und erwarteten hohen Dunkelziffer jedoch nur begrenzt vergleichen.

Krankenhausmitarbeiter fordern Schutzausrüstung

Ärzte, Kranken- und OP-Schwestern sowie weitere Beschäftigte aus mehr als 20 Krankenhäusern in Brandenburg haben in der Corona-Krise energisch die Unterstützung der Landesregierung gefordert. "Das Land Brandenburg muss einen Weg finden, Masken, Schutzkittel, Schutzbrillen, Handschuhe und Desinfektionsmittel zu produzieren - sofort!!", heißt es in einem offenen Brief, der am Dienstag an Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) und Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) gegangen ist.

Außerdem forderten die Beschäftigten mehr Personal für alle an der Krankenversorgung beteiligten Bereiche "durch schnelle und unbürokratische Einstellungen". Es müsse eine feste Zuordnung von Reinigungspersonal auf den Stationen geben sowie extra Personal für die Außenbereiche, heißt es in dem Schreiben, dass von über 30 Beschäftigten unterzeichnet worden ist - darunter Ärzte, Gesundheits- und Krankenpfleger, Krankenschwestern und OP-Fachkräfte. "Quarantäne muss auch für Krankenhausbeschäftigte gelten". In anderen Ländern zeige sich, dass über Beschäftigte im Krankenhaus und anderen Einrichtungen das Virus verbreitet werde. Das dürfe nicht sein.

Spahn: Ostertage für Exit-Entscheidung entscheidend

Nach der Sitzung der Landesregierung von Baden-Württemberg, an der auch der Bundesgesundheitsminister teilnahm, haben Winfried Kretschmann und Jens Spahn sich in einer Pressekonferenz geäußert. Kretschmann betonte, dass die Maßnahmen zur Eindämmung des Virus Wirkung gezeigt hätten: „Aber Entwarnung kann noch nicht gegeben werden“. Er könne noch nicht sagen, wann die Beschränkungen wieder gelockert werden könnten. „Bis dahin kann ich Sie nur um eiserne Geduld bitten“, so der Ministerpräsident.

Ähnlich äußerte sich Bundesgesundheitsminister Spahn: „Diese Krise ist kein Sprint, sondern ein Marathon“. Nach wie vor stünde man erst am Anfang der Pandemie, man dürfe sich angesichts sinkender Zahlen bei den Neuinfektionen nicht in falscher Sicherheit wiegen. Nach Ostern würden die Ministerpräsidenten der Länder und die Bundesregierung zusammenkommen, um über schrittweise Lockerungen der Maßnahmen zu beraten. Für die Entscheidung sei nun entscheidend, wie sich die Lage über die Ostertage entwickeln wird. "Umso konsequenter wir jetzt sind, auch über Ostern, desto eher können wir über eine schrittweise Rückkehr zur Normalität nachdenken." 

Ministerpräsident von Schleswig-Holstein geht von Maßnahmen-Lockerung nach Ostern aus

Daniel Günther, Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, rechnet damit, dass die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus in Deutschland nach Ostern gelockert werden. Das sagte er in einem Interview mit der Wochenzeitung "Die Zeit". "Wir beginnen also demnächst eine Phase, wo wir aller Voraussicht nach gewisse gesellschaftliche Dinge wieder ermöglichen". Inzwischen sei das Bewusstsein für die Notwendigkeit der Beschränkungen in der Gesellschaft gewachsen. Deswegen könne man Regelungen dort lockern, wo es möglich sei, entsprechende Abstandsregelungen einzuhalten.

Als Stichtag nannte Günther den 14. April – dann treffen sich die Ministerpräsidenten der Länder und Bundeskanzlerin Angela Merkel. Kurz danach stehen in Schleswig-Holstein die Abiturprüfungen an: "Wir müssen den Menschen eine klare Perspektive zeigen".  

EU-Parlament in Straßburg wird Corona-Testzentrum 

In den Räumlichkeiten des Europäischen Parlaments in Straßburg werden ein Testzentrum für das neuartige Coronavirus und eine Beratungsstelle für Patienten eingerichtet. Das Parlament arbeite dafür mit den französischen Behörden zusammen, erklärte Parlamentspräsident David Sassoli auf Twitter. "Wir wollen in diesen schwierigen Zeiten bei unserer Gastgeberstadt und ihren Bürgern sein."

Das Europaparlament in Straßburg: Statt Parlamentssitzungen sollen hier nun Corona-Tests durchgeführt werden (Archivbild). (Quelle: imago images/Winfried Rothermel)Das Europaparlament in Straßburg: Statt Parlamentssitzungen sollen hier nun Corona-Tests durchgeführt werden (Archivbild). (Quelle: Winfried Rothermel/imago images)

Bereits vergangene Woche hatte Sassoli angekündigt, den belgischen Behörden die medizinische Abteilung des Parlaments in Brüssel sowie hundert Fahrzeuge der Parlaments-Flotte zur Verfügung zu stellen. Er sei zudem "bereit, das Gleiche für unsere Standorte in Luxemburg und Straßburg zu tun, sollte dies nötig sein".

Wegen der Corona-Pandemie hat das Parlament seinen Betrieb deutlich reduziert und weitgehend auf Videokonferenzen und Heimarbeit umgestellt. Die Plenarsitzungen in Straßburg wurden für die nächsten Monate abgesagt. Stattdessen sollen sie in begrenztem Umfang in Brüssel abgehalten werden. Der Osten Frankreichs ist besonders stark von der Coronavirus-Pandemie betroffen.

Wieder mehr Tote binnen 24 Stunden in Spanien 

In Spanien sind erstmals seit fünf Tagen wieder mehr Menschen binnen 24 Stunden infolge einer Coronavirus-Infektion gestorben. 743 weitere Patienten seien der Lungenkrankheit erlegen, teilt das Gesundheitsministerium mit. Insgesamt starben damit 13.798 Menschen. Am Montag war noch ein Anstieg um 637 gemeldet worden. Die Zahl der bestätigten Infektionen stieg von 135.032 auf 140.510.

Ethikrat: "Nie zu früh, über Kriterien für Öffnungen nachzudenken"

Der Deutsche Ethikrat hat die Debatte über eine Lockerung der massiven Beschränkungen im öffentlichen Leben im Zuge der Corona-Krise begrüßt. "Es ist zu früh, Öffnungen jetzt vorzunehmen. Aber es ist nie zu früh, über Kriterien für Öffnungen nachzudenken", sagte der Vorsitzende des beratenden Gremiums, der Theologe Peter Dabrock, am Dienstag in Berlin. "Alles andere wäre ein obrigkeitsstaatliches Denken, das bei uns nicht verfangen sollte und mit dem man das so notwendige Vertrauen der Bevölkerung nicht stärken würde."

Es stimme auch nicht, dass man den Menschen damit falsche Hoffnungen mache. "Hoffnungsbilder brauchen Menschen genau dann, wenn sie in einer katastrophalen Situation wie der jetzigen sind. Das motiviert zum Durchhalten", sagte Dabrock. Der Ethikrat warnte, zu häufig werde die Debatte über Öffnungsperspektiven vor allem über den Zeitaspekt geführt. Sachliche und soziale Kriterien würden hinten angestellt.

Nötige Maßnahmen, um die Zahl schwerer Fälle unterhalb der intensivmedizinischen Kapazitätsgrenzen zu halten, müssten – je länger je mehr – mit den schweren gesellschaftlichen, sozialen und psychischen Folgen des Lockdowns abgeglichen werden.

Robert Koch-Institut informiert zur aktuellen Corona-Lage in Deutschland 

Für Entspannung zu früh: Hier spricht der RKI-Chef über die aktuelle Lage und auch über eine positive Entwicklung. (Quelle: t-online.de)

In einer Robert Koch-Institut (RKI) hat in einer Pressekonferenz über die aktuelle Situation in Deutschland informiert. Die neu bekannt gewordenen Fallzahlen der Corona-Infizierten gingen zurück, gleichzeitig steigen jedoch die Todeszahlen auf inzwischen 1.607, das sind 173 Todesfälle mehr als am Vortag. Dies sei vor allem damit zu erklären, dass es vermehrt zu Ausbrüchen in Krankenhäusern und Pflegeheimen kommt. Hier seien die bekannten Risikogruppen dem Virus nun stärker ausgesetzt, so der Präsident des RKI Prof. Lothar Wieler. Die wichtigsten Erkenntnisse der Pressekonferenz finden Sie hier.

Zudem hat das RKI eine neue App vorgestellt, die ab heute verfügbar ist. Ab heute gibt es vom Robert Koch-Institut eine neue App. Über die "Corona-Datenspende"-App können Benutzer von Smartwatches  oder Fitnessarmbändern ihre Daten an das Institut freigeben. Durch die übermittelten Vitalwerte können eventuelle Covid-19-Symptome von den Wissenschaftlern besser untersucht werden. Auch die Verbreitung der Infektionen mit dem Coronavirus kann so besser erfasst werden.

Frankreich startet flächendeckende Tests in Altenheimen 

Frankreich will die Bewohner von Altenheimen flächendeckend auf das neuartige Coronavirus testen lassen. Gesundheitsminister Olivier Véran kündigte umfassende Tests ab diesem Dienstag an. Grund ist die hohe Todesrate: In französischen Altenheimen und Pflegeeinrichtungen starben nach offiziellen Angaben schon mehr als 2.400 Menschen an der Lungenkrankheit Covid-19. Das ist knapp ein Viertel der insgesamt 8.911 Toten im Land.

Gesundheitsminister Véran sagte, alle Bewohner und Mitarbeiter von Alten- und Pflegeheimen sollten "ab dem Auftreten des ersten bestätigten Falls" von Covid-19 in ihrer Einrichtung getestet werden. Damit könnten Kranke isoliert und eine Ansteckung weiterer Bewohner verhindert werden. 

Friedrich Merz über die Arbeit der Bundesregierung in der Krise 

Friedrich Merz, früherer Unionsfraktionschef und heute Kandidat für den CDU-Vorsitz, äußerte sich gegenüber dem Fernsehsender RTL zufrieden dem Krisenmanagement der Regierung: "Ich finde, dass die Bundesregierung in ihrer ganzen Breite die Arbeit im Augenblick wirklich gut macht. Als Staatsbürger dieses Landes kann man trotz der Krise gut schlafen."

Weiter sagte er dem Kabinett seine Unterstützung zu: "Es gab ja eine sehr schwierige Phase vor der Krise. Es gab sehr schlechte Wahlergebnisse. Aber das ist jetzt vorbei, in der Krise muss die Bevölkerung hinter der Regierung stehen. Und das gilt für mich auch."

Bezüglich seiner eigenen Corona-Erkrankung sagte Merz: "Ich bin jetzt seit gut einer Woche wieder gesund. Ich hab das Gefühl, ich hab's hinter mir". Den Verlauf der Erkrankung beschrieb er als "leichte bis mittelschwere Grippe" mit Symptomen, "die ich bis dahin so nicht kannte". Zum Schluss habe ihn noch "ein lästiger Schnupfen" geplagt. Merz hatte Mitte Merz bekannt gegeben, dass er positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden sei.

Ausgangsperre im ersten deutschen Quarantäne-Orte werden gelockert

Drei Wochen nach dem Verhängen der bundesweit ersten weitreichenden Corona-Ausgangssperre im oberpfälzischen Mitterteich sind die Vorschriften vorzeitig gelockert worden. Seit diesem Dienstag gelten in der Kleinstadt nun dieselben Ausgangsbeschränkungen wie in ganz Bayern. Das Infektionsgeschehen im Stadtgebiet Mitterteich weise keine signifikanten Unterschiede zum restlichen Landkreis Tirschenreuth mehr auf, hatte der Landkreis am Montag nach einer Sitzung des Krisenstabes Katastrophenschutz mitgeteilt. Der Erste Bürgermeister Roland Grillmeier habe die Entscheidung begrüßt.

Die strengeren Regeln sollten ursprünglich bis einschließlich diesen Donnerstag gelten. Die 6.500-Einwohner-Stadt galt deutschlandweit als einer der Corona-Hotspots. Mitte März war die Zahl der mit dem Coronavirus Infizierten und der dadurch erkrankten Menschen plötzlich besonders gestiegen. Als eine wesentliche Ursache wurde ein Starkbierfest vermutet.

Gräber im Park? Tweet sorgt in New York für Aufsehen

Der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses des Stadtrats von New York, Mark Levine, löste am Montag (Ortszeit) einen Sturm der Empörung mit einem Tweet aus. Levine schrieb bei Twitter, die Leichenhäuser und Friedhöfe der Stadt seien mit einer Situation wie bei einem "anhaltenden 11. September" konfrontiert. Falls nötig, würde man "mit "vorübergehenden Bestattungen" beginnen. Dies werde wahrscheinlich durch die Nutzung eines New Yorker Parks geschehen, schrieb Levine.

Viele New Yorker zeigten sich daraufhin schockiert über die möglichen Pläne der Millionenmetropole.  Angesprochen auf diese sagte Gouverneur Cuomo bei einer Pressekonferenz jedoch, er habe noch nie davon gehört, dass Menschen in Parks beerdigt werden sollen.

Levine korrigierte seine Aussage daraufhin mit einer Reihe von Tweets, um zu erklären, dass es sich um einen Notfallplan gehandelt habe. Der sei nicht nötig, würde die Sterberate in der Stadt weiter sinken. Nur wenige Stunden später gab er dann eine weitere Erklärung ab: Die Behörden hätten ihm eine Zusicherung gegeben, dass keine Bestattungen in Parks stattfinden würden.

Um das Lesen zu erleichtern und die Ladezeiten zu verringern, beginnt die Redaktion den Newsblog an dieser Stelle neu. Die bisherigen Entwicklungen in der Corona-Krise können Sie hier nachlesen.—

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