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Wahlsieg von Marine Le Pen in Frankreich: Börsen atmen auf | Börsen-News


Finanzen-Ticker
Angst vor Politikwechsel in Frankreich treibt Börsen an

Von dpa, reuters, cho, llb

Aktualisiert am 02.07.2024Lesedauer: 19 Min.
Pariser BörseVergrößern des BildesBörse in Paris: Nach dem Sieg der rechtspopulistischen Partei von Marine Le Pen im ersten Wahlgang bleibt die Verunsicherung an den internationalen Börsen groß. (Quelle: Torsten Asmus)
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Von A wie Adidas bis Z wie Zalando: Erfahren Sie hier alle wichtigen Neuigkeiten zu Dax-Konzernen, deutschen Traditionsfirmen und zum Börsengeschehen weltweit.

++Wahlsieg der Rechtspopulististen beeinflusst internationale Börsen++(2.7.2024)

Am Sonntag hatte in Frankreich Marine Le Pens Rassemblement National (RN) erwartungsgemäß die erste Wahlrunde für sich entschieden. Allerdings war der Vorsprung der Rechtsnationalen nicht so deutlich ausgefallen, wie befürchtet.

Le Pens Partei erhielt zusammen mit ihren Verbündeten laut dem offiziellen Endergebnis 33 Prozent der Stimmen. Auf Platz zwei landete das Linksbündnis mit 28 Prozent. Das Mitte-Lager von Präsident Emmanuel Macron, der selbst nicht zur Wahl stand, kam bei der Abstimmung am Sonntag auf 20 Prozent.

An den europäischen Börsen hat die Furcht vor einem radikalen Politikwechsel in Frankreich nach der ersten Wahlrunde abgenommen. "Der Rassemblement National (RN) hat in Frankreich zwar die erste Runde der Parlamentswahl klar gewonnen, aber die absolute Mehrheit verfehlt", konstatierte Jochen Stanzl, Analyst beim Broker CMC Markets.

Der befürchtete Erdrutschsieg sei damit ausgeblieben. Die Erleichterung über den Wahlausgang sorgte vor allem an der Pariser Börse für Rückenwind. Mit einem Plus von zeitweise knapp drei Prozent eilte der französische Leitindex CAC 40 seinen europäischen Pendants davon.

Zu den größten Gewinnern nach der ersten Wahlrunde gehörten französische Kreditinstitute. Die Titel der drei größten Banken des Landes, BNP Paribas, Credit Agricole und Société Générale kletterten in der Spitze um 5,8 bis 8,6 Prozent nach oben.

Unsicherheiten bleiben auch nach dem zweiten Wahlgang

Das Ergebnis der zweiten Runde am 7. Juli ist nach wie vor offen, da Präsident Emmanuel Macron und das linke Lager den Sieg Le Pens mit einer gemeinsamen Front bei den Stichwahlen zu verhindern versuchen.

Ein Parlament ohne klare Mehrheit bleibe das wahrscheinlichste Ergebnis, sagte Holger Schmieding, Chefvolkswirt bei Berenberg, mit Blick auf die entscheidenden zweite Runde der Wahlen am kommenden Sonntag.

Auch Ralph Solveen von der Commerzbank glaubt nicht an die Bildung einer stabilen Regierungsmehrheit. Wenn es so käme, dann dürfte es in den kommenden drei Jahren sehr schwerfallen, für dringende Reformen eine Mehrheit zu finden, sagte Solveen. Viele anstehende Entscheidungen auf europäischer Ebene dürften hierdurch erschwert werden.

An den Börsen scheinen Anleger und Investoren genau dieses Szenario einzupreisen. "Die Börse setzt aktuell darauf, dass es am kommenden Sonntag nicht zu einem radikalen Politikwechsel in Frankreich mit all seinen Konsequenzen für Europa und den Euro kommen wird", begründete Kapitalmarktstratege Jürgen Molnar von Robomarkets die Markterholung. Zudem fließe zum Monatsanfang frisches Geld in den Markt und sorge für einen dynamischen Start in das zweite Börsenhalbjahr.

Moderate Gewinne für den Dax

Der Tag nach der ersten Runde der Parlamentswahlen in Frankreich bescherte dem deutschen Aktienmarkt moderate Gewinne. Die Inflationsdaten für Deutschland im Juni hatten dagegen kaum Einfluss auf die Stimmung. Die Verbraucherpreise lagen um 2,2 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats – nach 2,4 Prozent im Mai. Teurer wurden im abgelaufenen Monat hauptsächlich Dienstleistungen.

Der Dax schloss mit einem Plus von 0,30 Prozent bei 18.290,66 Punkten. Damit startete der deutsche Leitindex zwar freundlich ins zweite Halbjahr 2024, gab aber letztlich den Großteil seiner Tagesgewinne bis zum Handelsschluss wieder ab. Den Juni und das zweite Quartal hatte der Dax jeweils mit einem Minus beendet. Der MDax gewann am Montag 0,27 Prozent auf 25.244,65 Punkte. Auch europaweit erholten sich die meisten Börsen.

US-Aktienmärkte mit positivem Start ins zweite Halbjahr

Die US-Aktienmärkte sind mit leichten Gewinnen in die neue Börsenwoche gestartet. Etwas Rückenwind kam am Montag von konjunktureller Seite: Die Stimmungsdaten aus der Industrie für Juni lagen unter den Erwartungen und könnten tendenziell für eine lockere Geldpolitik der US-Notenbank sprechen. Wegen des Nationalfeiertags am 4. Juli wird am Mittwoch nur verkürzt gehandelt, am Donnerstag bleiben die Börsen geschlossen.

Der Dow legte zuletzt um 0,2 Prozent auf 39.190 Zähler zu. Im ersten Halbjahr 2024 brachte es der Dow auf ein Plus von knapp 4 Prozent. Für den marktbreiten S&P 500 ging es am Montag ebenfalls um 0,2 Prozent auf 5.472 Punkte aufwärts. Der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 stieg auf 19.758 Punkte, ein Aufschlag von 0,4 Prozent.


++Nordamerikanische Investoren ziehen sich aus Dax zurück++ (1.7.2024)

Der deutsche Leitindex Dax wird für Investoren aus den USA und Kanada unattraktiver. Ende des vergangenen Jahres gehörten Anlegern aus Nordamerika noch 39,0 Prozent des Streubesitzes der 40 Dax-Konzerne. Das sind 4,4 Prozentpunkte weniger als Ende 2022, wie aus einer Studie von S&P Global Market Intelligence im Auftrag des deutschen Investor-Relations-Verbandes DIRK hervorgeht.

"Das liegt, neben anderen Faktoren, an den wirtschaftlichen Aussichten in Deutschland", erklärte S&P. Aber auch der Rückzug des amerikanisch geprägten Gaskonzerns Linde von der Frankfurter Börse habe dazu beigetragen. Commerzbank und Rheinmetall, die im vergangenen Jahr Linde und Fresenius Medical Care im Dax ersetzten, sind weit stärker in europäischem Besitz.

Zuvor war der Anteil nordamerikanischer Anleger an den 40 Dax-Firmen fünf Jahre in Folge gestiegen, besonders deutlich 2022. DIRK-Geschäftsführer Kay Bommer bezeichnete das Jahr 2022 "eher als Ausreißer". Trotz des Rückgangs bleiben amerikanische und kanadische Anleger die mit Abstand größte Investorengruppe im Leitindex.

Deutsche Investoren hielten Ende des Jahres 12,7 (11,9) Prozent des Dax-Streubesitzes, sie waren damit aber nur die viertgrößte Anlegergruppe hinter britischen und irischen (18,8 Prozent) sowie anderen europäischen Investoren (17,5 Prozent). Sie alle stockten ihre Dax-Anteile auf.


++Dax vor Verlusten am Donnerstag – Airbus, Delivery Hero und HelloFresh unter Druck++ (27.06.2024)

Am Donnerstag wird der Dax der Kursentwicklung an den Terminmärkten zufolge mit Verlusten starten. Am Mittwoch hatte der Leitindex mit 18.155 Punkten knapp im Minus geschlossen. Die Nervosität wegen der anstehenden Neuwahlen in Frankreich bremste den deutschen Aktienmarkt aus.

Airbus mit Lieferproblemen

Airbus-Aktien setzten ihre Talfahrt fort und markierten nach Handelsschluss am Mittwoch als Schlusslicht im Dax mit einem Minus von 2,8 Prozent den größten Rückgang. Der Luft- und Raumfahrtriese informierte laut Bloomberg mehrere Fluggesellschaften über mögliche Verzögerungen bei der Auslieferung bestellter Maschinen in den nächsten zwei Jahren.

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Insiderquellen zufolge könnten diese Ankündigungen darauf hindeuten, dass sich die aktuellen Probleme mit den Lieferketten noch weit über das Jahr hinaus erstrecken werden. Seit Wochenbeginn hat die Airbus-Aktie mehr als zehn Prozent an Wert verloren, auf Monatssicht summieren sich die Verluste auf fast 17 Prozent.

Delivery Hero und HelloFresh unter Druck

Unter den Nebenwerten sackten Delivery Hero um 6,6 Prozent und HelloFresh um 7,9 Prozent ab. Die Investmentbank JPMorgan hatte sich negativ zur Branche der Essenslieferanten geäußert. Die US-Bank hat das Kursziel für Delivery Hero vor Quartalszahlen von 44 auf 39 Euro gesenkt, die Einstufung aber auf "Overeight" belassen.

Analyst Marcus Diebel teilte in einer am Mittwoch vorliegenden Studie mit, dass weniger Gutscheine und Marketingaktivitäten zu einer schwächeren Auftragsdynamik geführt habe. Im negativen Fahrwasser der Delivery Hero-Aktie und des ohnehin stabilen Abwärtstrends gab auch die Aktie von HelloFresh weiter nach.

Wall Street: Gewinne vor Inflationsdaten

Die Aktienmärkte an der Wall Street schlossen mit leichten Gewinnen. Investoren verhielten sich zurückhaltend im Vorfeld wichtiger Inflationszahlen, die Hinweise auf den Zeitplan für eine mögliche Zinsanpassung durch die US-Notenbank geben könnten. Die endgültigen Daten zum Bruttoinlandsprodukt der USA im ersten Quartal, die am Nachmittag erwartet werden, sollen weitere Klarheit über den Zustand der amerikanischen Wirtschaft verschaffen.

Laut vorläufigen Angaben des Handelsministeriums wuchs das BIP im Zeitraum von Januar bis März um 1,3 Prozent auf Jahresbasis, was einen Rückgang im Vergleich zum Ende des Vorjahres bedeutet, als noch ein Anstieg von 3,4 Prozent verzeichnet wurde.

++Börsen-News: Zalando, Eurofins, Atoss, Siemens Energy, Covestro++(25.06.2024)

Zalando auf Talfahrt

Nach einem skeptischen Analystenkommentar sind die Aktien von Zalando im gestrigen Handel deutlich eingebrochen. Die Papiere des Online-Modehändlers verloren am Dax-Ende bis zu fünf Prozent auf ein Dreieinhalb-Monats-Tief von 20,32 Euro. Damit beläuft sich das Minus seit Jahresbeginn auf knapp 48 Prozent.

Morgan Stanley sieht die mittelfristigen Umsatzziele des Unternehmens kritisch und erwartet ein Wachstum eher am unteren Ende der Prognosespanne. Es dürfte eine Herausforderung sein, Zalandos "beeindruckend große" aktive Kundenbasis deutlich zu vergrößern. Insgesamt habe der Online-Bekleidungshandel in Europa mit strukturellem Gegenwind zu kämpfen, was ihn zu einem weniger attraktiven Subsektor mache.

Eurofins von Leerverkäufer attackiert

Eurofins ist ins Visier von Leerverkäufern geraten. Die Aktien des Bioanalytikunternehmens wurden nach starken Verlusten zwischenzeitlich vom Handel an der Pariser Börse ausgesetzt und brachen anschließend um bis zu 25 Prozent ein. Auslöser war ein Bericht des Leerverkäufers Muddy Waters, der die Finanzberichte der Firma in Frage stellte und ankündigte, auf fallende Kurse zu wetten.

In dem Bericht wurden auch Fragen zu Immobiliengeschäften des Vorstandsvorsitzenden und Eigentümers Gilles Martin aufgeworfen. Die darin erhobenen Vorwürfe konnten von Reuters zunächst nicht auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft werden. Eurofins war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Der Konzern bietet Labortests in den Bereichen Lebens- und Futtermittel, Pharma und Umwelt an.

Atoss vollzieht Aktiensplit

Die Atoss Software SE führt ihren geplanten Aktiensplit durch. Für eine alte Aktie erhalten Investoren ein weiteres Papier, was die Zahl der ausstehenden Atoss-Aktien verdoppelt. Damit will der Personalplanungs-Spezialist die Handelbarkeit verbessern. Der Aktienkurs dürfte sich dadurch in etwa halbieren. Vor dem Aktiensplit stand der Kurs nach Börsenschluss (Xetra) zuletzt bei 110,40 Euro – nach dem Split kostet eine Aktie demnach 55,20 Euro.

Auftrag über 1,4 Milliarden Euro für Siemens Energy

Siemens Energy hat einen Kraftwerksauftrag im Wert von 1,4 Milliarden Euro aus Saudi-Arabien erhalten. Der Konzern soll dort zwei sehr große Gas- und Dampfturbinenkraftwerke bauen, die fast vier Gigawatt Strom liefern. Die Anlagen sollen mit Schweröl befeuerte Kraftwerke ersetzen und bis zu 60 Prozent CO₂ einsparen. Der Auftrag umfasse auch einen Wartungsvertrag über 25 Jahre, teilte Siemens Energy am Montag mit. Vertragspartner und Generalunternehmer ist die China Energy International Group.

Zwölf Milliarden für Covestro geboten

Der Ölkonzern Adnoc aus den Vereinigten Arabischen Emiraten will den Leverkusener Chemiekonzern Covestro kaufen. Adnoc habe einen Angebotspreis von 62 Euro je Covestro-Aktie in Aussicht gestellt; damit bewertet Adnoc Covestro mit knapp zwölf Milliarden Euro.

Beide Unternehmen führten seit Monaten Gespräche – Covestro hatte dies im September bekannt gegeben. Medieninformationen zufolge hatte Adnoc (Abu Dhabi National Oil Company) zunächst 55 Euro pro Aktie, dann 57 Euro pro Aktie geboten.

Covestro zählt nach eigenen Angaben zu den weltweit führenden Kunststoffherstellern in den Bereichen Mobilität, Bauen und Wohnen sowie Elektro und Elektronik. Covestro hatte 2023 einen Umsatz von 14,4 Milliarden Euro erzielt und einen Verlust von 1,01 Euro je Aktie erwirtschaftet.


++Finanzaufsicht verhängt Rekordstrafe in Millionenhöhe++ (21.6.2024)

Wegen einer schwerwiegenden Panne bei Aktienverkäufen hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) eine hohe Strafe gegen die Citigroup verhängt. Die Citigroup Global Markets Europe AG wird zur Zahlung von rund 12,98 Millionen Euro verpflichtet. Diese Entscheidung teilte die Finanzaufsicht am Donnerstag mit. Das Bußgeld, das bereits am 24. Mai festgesetzt wurde, stellt laut einem Sprecher der Bafin das bisher höchste dar, welches die Behörde im Bereich des Verbraucherschutzes ausgesprochen hat.

Ein Händler der Bank hatte im Mai 2022 mit einer Falscheingabe kurzzeitig Turbulenzen an mehreren Börsen ausgelöst. Nach früheren Angaben der britischen Finanzmarktaufsicht FCA wollte der Mann eigentlich Wertpapiere im Wert von 58 Millionen Dollar verkaufen. Tatsächlich stellte er ein Aktienpaket im Wert von 444 Milliarden Dollar zum Verkauf.

Zeitweise bis zu 300 Milliarden Euro vernichtet

Ein technischer Fehler der Bank führte zu ungewollten Aktienverkäufen im Umfang von etwa 1,4 Milliarden Dollar an verschiedenen europäischen Börsen. Der ungewollte Verkauf sorgte kurzzeitig für erhebliche Turbulenzen im OMX Stockholm 30 Index und führte auch an den Handelsplätzen von Paris bis Warschau zu einer massiven Störung des Handelsbetriebs. Laut Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg wurde dabei zeitweise ein Börsenwert von schätzungsweise 300 Milliarden Euro vernichtet, bevor der Händler den fehlerhaften Auftrag stoppen konnte.

Die Frankfurter Citigroup Global Markets Europe AG hat zwar die Überwachung und Steuerung des Computerhandels nach London ausgelagert, wo der kostspielige Fehler passierte. Sie bleibe aber nach Einschätzung der Bafin für die ordnungsgemäße Ausgestaltung des Handelssystems verantwortlich. Dieses habe den Eingabefehler des Händlers nicht erkannt und fehlerhafte Orders weitergeleitet, was dann zur Störung führte.

Bereits im Mai hatten die britische Finanzmarktaufsicht FCA und die dortige Finanzdienstleistungsaufsicht PRA die Citigroup zur Zahlung von insgesamt gut 61,6 Millionen britischen Pfund (damals gut 72 Mio. Euro) verdonnert.


++Zinsspekulationen gehen weiter++ (19.6.2024)

Im Mittelpunkt stehen einmal mehr die von den Anlegern erhofften Zinssenkungen – sowohl in den USA als auch in der Eurozone. Seit Freitag hat der deutsche Leitindex um 0,7 Prozent zugelegt, damit seine Korrektur erst einmal gestoppt und sich von der stützenden 100-Tage-Durchschnittslinie nach oben hin abgesetzt. Diese Linie gilt als ein wichtiger Indikator für den mittelfristigen Trend am deutschen Aktienmarkt. Zur Wochenmitte startet der Dax kaum verändert. Es mangelt an Impulsen.

Nach den jüngsten Rekordrallys der US-Technologiewerte war es am Dienstagabend nur noch dem marktbreiten S&P 500 gelungen, mit einem Mini-Schritt einen weiteren Höchststand zu erreichen. An den US-Börsen wird heute in den Vereinigten Staaten wegen des Gedenk- und Feiertages "Juneteenth" nicht gehandelt.

Einzelhandelsumsätze in den USA schwach

Die schlechter als erwartet ausgefallenen Einzelhandelsumsätze in den USA deuteten darauf hin, dass die US-Verbraucher weiterhin mit Schwierigkeiten zu kämpfen haben, sagte Robert Pavlik, Portfoliomanager beim Vermögensverwalter Dakota Wealth. Die weltgrößte Volkswirtschaft wachse zwar weiter, aber in geringerem Tempo. US-Einzelhändler konnten ihre Umsätze im Mai kaum steigern. Ohne den robusten Pkw-Absatz wären sie sogar gefallen. Analysten hatten auf ein Plus von 0,3 Prozent gehofft.

Einige Anleger setzten daher darauf, dass die Notenbank Fed die Zinsen in den kommenden Monaten ein oder mehrmals senken wird, um die Konjunktur anzukurbeln. Bestärkt sahen sie sich dabei von Aussagen des Chefs der Federal Reserve Bank von New York, John Williams.

Dieser wollte zwar kein genaues Datum für eine Zinssenkung nennen, allerdings bewegten sich die Dinge in die richtige Richtung. "Der Umfang und die Geschwindigkeit des Zinssenkungszyklus ist zwar noch unklar", sagte John Velis, Konjunkturexperte beim Vermögensberater BNY Mellon. "Wir erwarten aber zwei Schritte im laufenden Kalenderjahr."

Weitere Zinsschritte in der EU

In der Eurozone rechnen Volkswirte laut einer Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters bis zum Jahresende mit zwei Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank (EZB). Dabei erwarten die Experten kleine Zinsschritte im Umfang von jeweils einem Viertelprozentpunkt, wie aus der am Dienstag veröffentlichten Erhebung unter Ökonomen hervorgeht.

Demnach gehen 64 von 81 Befragten (79 Prozent) davon aus, dass die EZB noch im September und im Dezember die Zinsen senken wird. Damit würde der am Finanzmarkt maßgebliche Einlagensatz zum Jahresende bei 3,25 Prozent liegen.

Die EZB hatte Anfang Juni die Kurswende vollzogen und erstmals seit September 2019 die Zinsschraube gelockert. Zum weiteren Vorgehen in diesem Jahr hielt sich die EZB aber bedeckt. Eine hartnäckige Inflation im Dienstleistungssektor in der 20-Länder-Gemeinschaft und ein kräftiges Lohnwachstum zu Jahresbeginn stimmte sie vorsichtig.

Die Inflation im Währungsraum war im Mai auf 2,6 Prozent gestiegen von 2,4 Prozent im April. Zielmarke der EZB sind 2,0 Prozent. An den Finanzmärkten wird derzeit bis zum Jahresende mit einem bis maximal zwei weiteren Zinssenkungen gerechnet.


++Trade Republic: Kunden warten seit Tagen auf ihr Geld++(18.6.2024)

Der Neobroker Trade Republic sah sich in den vergangenen Tagen auf Instagram und X massiver Kritik seiner Kundinnen und Kunden ausgesetzt. In teils wütenden Kommentaren beschwerten sich Nutzer über die schlechte Kommunikation des Unternehmens.

Vorausgegangen waren ausbleibende Geldeingänge in den Kundendepots. Offenbar ärgerten sich viele Kunden über verspätete Dividendenzahlungen und teilten ihren Unmut auf Social-Media-Plattformen.

Laut „wiwo.de“ waren hauptsächlich Aktionäre der DWS, einer Tochter der Deutschen Bank, und der Holding des Autobauers Porsche betroffen. Hier warteten die Kunden bereits seit Tagen auf die Gewinnausschüttung.

Trade Republic äußert sich zu den Problemen

Trade Republic bestätigte die Probleme und begründete sie mit einer Systemumstellung. Eine Sprecherin von Trade Republic teilte der „Wirtschaftswoche“ mit, dass die ausstehenden Dividenden am Montag verarbeitet und verbucht worden seien und alle Kunden noch am selben Tag oder am Dienstag ihre Gewinnausschüttungen erhalten würden. Einzelne Kunden berichteten bereits am Montagvormittag, dass sie ihr Geld erhalten haben.

Verärgerung zieht weite Kreise

Zahlreiche Verbraucher klagen nicht nur auf Social-Media-Kanälen, sondern haben sich auch bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) beschwert, berichtet „handelsblatt.com“. Die Zahl der Beschwerden über Trade Republic habe zuletzt zugenommen, sagte ein Bafin-Sprecher dem Handelsblatt. Die Probleme seien der Bafin bekannt und die Bafin gehe diesen nach.

Ursprünglich wollte der Neobroker Gewinnspiel zur Fußball-Europameisterschaft in Deutschland bewerben und Aktien im Wert von 1.000 Euro pro Spieltag verschenken. Doch statt freudiger Antworten hagelte es Kritik.


++Dax mit Erholungsversuch zu Wochenbeginn++(17.6.2024)

Nach seiner Korrektur zurück auf 18.000 Punkte scheint der Dax am Montag einen Erholungsversuch zu starten. Der Broker IG taxierte den deutschen Leitindex knapp zwei Stunden vor Beginn des Xetra-Handels 0,3 Prozent höher bei 18.062 Punkten. Am Freitag war er mit 17.951 Zählern zeitweise bis fast an seine 100-Tage-Linie zurückgekehrt und hatte damit binnen zwei Tagen bis zu knapp 3,7 Prozent verloren.

Damit bestätigte er klar den Bruch seines zuvor seit Oktober 2023 gültigen Aufwärtstrends. Ermutigt werden Schnäppchenjäger nun vor allem durch Kursgewinne bei US-Technologiewerten nach europäischem Handelsschluss. Dem Auswahlindex Nasdaq 100 gelang es schließlich sogar, seine Rekordrally fortzusetzen.

Favoritenwechsel im Anlageportfolio

In Europa stellt sich die Situation nach Einschätzung von JPMorgan etwas anders dar. Die Marktstrategen der US-Großbank gehen davon aus, dass sich der im zweiten Quartal begonnene Favoritenwechsel hin zu defensiven Werten in Europa bis in die zweite Jahreshälfte fortsetzen wird.

Hoch bewertete Zykliker wie Autos, Chemie, Tourismus und Bau hätten es schwer, sagt Experte Mislav Matejka. Die Stärke des Healthcare-Sektors stehe nun auf breiterer Basis und sei nicht mehr nur auf die Rallye von Novo Nordisk zurückzuführen. Skeptisch ist Matejka auch für Banken, die ihre Korrektur vom Hoch seit 2015 ausweiten dürften.


++US-Notenbank Fed behält Hochzinspolitik bei++(13.06.2024)

Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hält an ihrer Hochzinspolitik fest und stellt für dieses Jahr nur eine Zinssenkung in Aussicht. Die Fed beließ den Leitzins am Mittwoch zum siebten Mal in Folge in der Spanne von 5,25 bis 5,5 Prozent, wie der Gouverneursrat am Mittwoch in Washington mitteilte.

Zu diesem Satz können sich Geschäftsbanken Geld von der Zentralbank leihen. Der Leitzins bleibt damit auf dem höchsten Stand seit mehr als zwei Jahrzehnten. Neue Daten der Fed zeigen zudem, dass sich die Inflation als hartnäckiger erweisen könnte als erwartet.

EZB senkt Leitzins, Fed zögert

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte vergangene Woche die Zinswende eingeleitet und den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte gesenkt. Die Fed könnte sich mit diesem Schritt noch Zeit lassen. Fed-Chef Jerome Powell sagte, dass es durchaus länger dauern könne, bis die Fed das Vertrauen haben werde, das sie brauche, um mit einer Lockerung der Geldpolitik zu beginnen.

Die neue Konjunkturprognose der Fed deutet zwar weiterhin darauf hin, dass die Notenbank die Zinsen in diesem Jahr noch einmal senken dürfte – allerdings nur noch einmal. In ihren letzten beiden Prognosen war die Fed noch von drei Zinsschritten um jeweils 0,25 Prozentpunkte in diesem Jahr ausgegangen. Nun rechnen die Fed-Entscheider für dieses Jahr im Durchschnitt mit einem Leitzins von 5,1 Prozent (März: 4,6 Prozent), was einem Zinsschritt von 0,25 Prozentpunkten entspricht.

So reagiert der Dax

Am Donnerstag wird der Dax nach den Vorgaben der Terminbörsen mit Verlusten in den Handel starten. Am Mittwoch hatte er 1,4 Prozent höher bei 18.630,86 Punkten geschlossen. Für gute Stimmung am Aktienmarkt sorgte der überraschende Rückgang der US-Inflation. Nach der Zinsentscheidung der US-Notenbank schlossen die US-Börsen allerdings uneinheitlich.

Während in den USA der Technologiesektor, getrieben von der KI-Fantasie bei den großen Tech-Giganten, deutliche Kursgewinne verbuchte, konnte der Dax mit den US-Techwerten nicht mithalten, schrieb Marktbeobachter Thomas Altmann von QC Partners am Morgen.

Neben der niedrigeren Technologiequote belaste die Unsicherheit vor den Neuwahlen in Frankreich weiterhin die Börsen im Euroraum. Kurze Ausbrüche aus der seit einem Monat gültigen Seitwärtsrange des Dax waren zuletzt stets nach unten erfolgt.


++Fielmann-Gruppe übernimmt Shopko Optical++(11.06.2024)

Die Optikerkette Fielmann setzt ihre Expansion in den USA mit einer Übernahme fort. Fielmann USA, eine Tochtergesellschaft der Fielmann-Gruppe, habe eine Vereinbarung zum Erwerb von 100 Prozent der Anteile an Shopko Otical getroffen, teilte das Unternehmen in einer Pressemitteilung mit.

Shopko Optical ist ein Optiker-Einzelhandelsunternehmen mit Sitz in Green Bay, Wisconsin, das sich im Besitz von Monarch Alternative Capital LP befindet. Das Unternehmen ist seit 40 Jahren regional führend in den Bereichen Augenoptik und Augengesundheit. Es betreibt mehr als 140 Geschäfte in 13 US-Bundesstaaten und erzielte 2023 einen Umsatz von 168 Millionen US-Dollar.

Die Übernahme wird voraussichtlich im dritten Quartal dieses Jahres abgeschlossen sein. Nach Abschluss der Transaktion plant Fielmann USA, Shopko Optical in seine Omnichannel-Plattform zu integrieren. So können die Kunden nach der Übernahme künftig über digitale Vertriebskanäle und insgesamt mehr als 220 Niederlassungen in 19 US-Bundesstaaten, insbesondere im Mittleren Westen, versorgt werden.

Nach eigenen Angaben ist die Transaktion ein weiterer Meilenstein in der Wachstumsstrategie der Fielmann-Gruppe in den USA. Der Markteintritt erfolgte 2023 mit der Übernahme des Online-Brillenhändlers Befitting sowie des Augenoptikers SVS Vision, der 80 Niederlassungen in neun US-Bundesstaaten betreibt und Marktführer in Michigan ist.


++Stühlerücken in der Dax-Familie – wer kommt, wer geht++ (7.6.2024)

Der Nebenwerteindex bekommt in knapp drei Wochen drei neue Mitglieder. Der Reisekonzern TUI, der Großküchen-Ausrüster Rational und der Lkw-Hersteller Traton ziehen zum 24. Juni in den Index der 50 wichtigsten Werte unterhalb des Dax ein, wie die Deutsche Börse bereits am Mittwochabend mitteilte.

Dafür weichen müssen der Solar-Zulieferer SMA Solar, der Biotech-Konzern Morphosys und der Autovermieter Sixt, die in den Kleinwerteindex SDax absteigen.

Einziger echter Aufsteiger aus dem SDax ist dabei die MAN- und Scania-Muttergesellschaft Traton. TUI war erst im Frühjahr von der Londoner Börse an den Frankfurter Markt zurückgekehrt.

Rational war im März wegen eines Verstoßes gegen die Grundsätze guter Unternehmensführung aus den Dax-Indizes ausgeschlossen worden. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses im Aufsichtsrat galt nicht wie vorgeschrieben als unabhängig, inzwischen hat Rational aber die Zusammensetzung des Gremiums geändert.

Auch im SDax gibt es Veränderungen

Morphosys steht vor der Übernahme durch den Schweizer Pharmariesen Novartis, weshalb der Streubesitz nur noch für einen Platz im SDax reicht.

Dort verdrängen die drei Absteiger den Versicherungs- und Bauspar-Konzern W&W, den Anlagenbauer Heidelberger Druck und die ThyssenKrupp-Wasserstoff-Tochter Nucera, die im vergangenen Jahr an die Börse gebracht und umgehend in den Index aufgestiegen war.

Nach dem Rüstungszulieferer Renk, der bereits im Mai in den Index nachgerückt war, zieht dafür auch der zweite Börsenneuling dieses Jahres neu in den SDax ein: die Parfümeriekette Douglas ist dort der einzige echte Aufsteiger. Die im März an die Börse zurückgekehrte Parfümeriekette holt sich auch ihren vor Jahren eingebüßten Platz in der Dax-Familie zurück und wird ab dem 24. Juni im Nebenwerteindex SDax gelistet.

So reagierten Anleger

Erwartungsgemäße Indexveränderungen in der Dax-Familie haben die Anleger am Donnerstag kaum gereizt. Auffällig waren allenfalls Rational, die angesichts ihrer baldigen MDax-Rückkehr mit 830 Euro in den Bereich ihrer Vierwochenhochs vorstießen. Damit bauten sie ihre dreitägige Erholungsrallye von der 100-Tage-Linie auf über acht Prozent aus.

Douglas blieben mit gut einem Prozent Tagesplus in ihrer jüngsten Spanne. Tui und Traton zumindest gaben nach mehreren positiven Handelstagen um bis zu 4,8 Prozent nach.


++Spannung an den Märkten vor der Zinsentscheidung der EZB++ (5.6.2024)

Am Tag vor der erwarteten Zinssenkung durch die Europäische Zentralbank (EZB) dürfte der Dax am Mittwoch mit Gewinnen in den Handel starten. Das legen die Kurse an den vorbörslichen Handelsplätzen nahe. Am Dienstag hatte der deutsche Leitindex rund ein Prozent tiefer im Vergleich zum Vortag, bei 18.405,64 Punkten, geschlossen.

Wie in den vergangenen Tagen richten Börsianer am Mittwoch ihr Augenmerk vor allem auf US-Konjunkturdaten, von denen sie sich Rückschlüsse auf die Geldpolitik der US-Notenbank Fed erhoffen.

Im Tagesverlauf stehen die Arbeitsmarktdaten der privaten US-Arbeitsmarktbehörde ADP auf dem Programm, die einen Vorgeschmack auf die offiziellen Daten am Freitag geben. Experten erwarten für Mai 175.000 neue Stellen im Privatsektor.

Mit Spannung wird auch das Stimmungsbarometer der Einkaufsmanager im US-Dienstleistungssektor erwartet. Am Montag hatte der Einkaufsmanagerindex für die Industrie eine konjunkturelle Abkühlung signalisiert.

Dax, MDax und SDax werden neu gemischt

Die deutsche Börse entscheidet heute über die Auf- und Absteiger in Deutschlands wichtigsten Aktienindizes: Dax, MDax und SDax. Während im Leitindex alles beim alten bleiben dürfte, schafft es der Touristikkonzern Tui vermutlich in den MDax und die Parfum-Filialkette Douglas in den SDax.

Insider: Verkauf statt Börsengang für Sunrise Medical

Der Heidelberger Rollstuhlhersteller Sunrise Medical geht doch nicht an die Börse. Der skandinavische Finanzinvestor Nordic Capital hat eine Woche nach der Ankündigung des Börsengangs doch noch einen Käufer gefunden, der ihm das ganze Unternehmen abnimmt.

Die kalifornische Beteiligungsfirma Platinum Equity übernimmt Sunrise Medical, wie die Beteiligten am Mittwoch mitteilten. Zum Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden. Nordic Capital sprach aber von einem "erfolgreichen Ergebnis". Medienberichten zufolge sollte Sunrise beim Börsengang mit rund zwei Milliarden Euro bewertet werden.

Sunrise Medical gehört seit 2015 Nordic Capital, die das Unternehmen aus Malsch bei Karlsruhe vom Finanzinvestor Equistone gekauft hatten. Neun Jahre Haltezeit sind für eine Beteiligungsfirma überdurchschnittlich lange. In dieser Zeit ist der Umsatz laut Nordic Capital um fast drei Viertel auf 636 Millionen Euro (2022/23) gestiegen, bei steigender Ertragskraft. Für Sunrise arbeiten rund 2800 Menschen.

Die Kehrtwende kommt an sich nicht überraschend: Investoren wie Nordic prüfen in der Regel parallel, ob sie mit einem direkten Verkauf oder mit einem Börsengang mehr erlösen können. Dass die Entscheidung so kurz vor der geplanten Emission fällt, ist aber ungewöhnlich.


++Bund verkauft Telekom-Aktien im großen Stil++ (4.6.2024)

Der deutsche Staat hat binnen weniger Stunden 2,43 Milliarden Euro mit dem Verkauf von Telekom-Aktien erlöst und will das Geld in die Sanierung der Bahn stecken. "Der Bund wird den ihm durch die Transaktion zufließenden Nettoerlös einsetzen, um das Eigenkapital der Deutsche Bahn AG zu stärken und die Bahninfrastruktur in Deutschland zukunftsweisend auszubauen", teilte das Bundesfinanzministerium am Montagabend mit. Eine Summe wurde darin nicht genannt.

Die Staatsbank KfW, die das Paket zusammen mit dem Bund hält, platzierte 110 Millionen Aktien des Bonner Telekom-Konzerns und reduzierte den Staatsanteil damit von 30,0 auf 27,8 Prozent, wie sie am späten Montagabend mitteilte. Rund vier Milliarden Euro hat Finanzminister Christian Lindner (FDP) aus dem Verkauf von Staatsbeteiligungen zur Sanierung des Streckennetzes im Haushalt eingeplant.

Bereits in den vergangenen Monaten hatte die KfW unbemerkt 22,4 Millionen Telekom-Aktien über die Börse verkauft. Das FDP-geführte Finanzministerium hielt sich bedeckt, ob und wann es weitere Telekom-Papiere auf den Markt werfen lässt. Das Interesse des Bundes an der Deutschen Telekom sei unverändert.

Bund und KfW blieben "gemeinsam zentraler Aktionär der Deutsche Telekom AG und werden eine dafür erforderliche Beteiligungshöhe wahren", hieß es in der Mitteilung. In den nächsten drei Monaten darf die KfW jedenfalls keine weiteren Telekom-Aktien ohne Zustimmung der Banken verkaufen. Die Aktien wurden zu einem Preis von 22,13 Euro bei großen institutionellen Investoren platziert.


++Schießt die Gamestop-Aktie wieder in die Höhe?++ (3.6.2024)

Der Börsenhype um Gamestop könnte in eine neue Runde gehen. Die Aktien des US-Videospiele-Händlers sind im vorbörslichen US-Handel um 90 Prozent nach oben geschossen. Auslöser ist die Rückkehr einer Schlüsselfigur der Aktienrally von 2021 – des aus sozialen Medien bekannten Amerikaners Keith Gill, der dort unter anderem als "Roaring Kitty" aktiv ist.

Am Sonntag postete Gill auf seinem Account bei der Online-Plattform Reddit, dass er bei Gamestop auf steigende Kurse setze. Ob der Screenshot seines Portfolios echt ist, ist zwar unklar, trotzdem könnte der Post die Aktie des Unternehmens am Montag stark bewegen.

Anfang 2021 war Gamestop der Ausgangspunkt für den Boom der sogenannten Meme-Aktien. Dabei handelt es sich um Werte, bei denen sich Kleinanleger in einschlägigen Internetforen gegenseitig zum Kauf ermuntern. Die Gamestop-Aktie stieg damals um mehr als 500 Prozent, ehe sie wieder auf ihren Ausgangskurs einbrach.


++Wie reagiert der Dax auf den nahenden Zinsentscheid? (3.6.2024)++

Der deutsche Aktienmarkt steht in der neuen Woche ganz im Bann der Europäischen Zentralbank (EZB). Auf der Sitzung der Notenbank am Donnerstag "wird Geschichte geschrieben", betonte Edgar Walk, Chefvolkswirt des Vermögensverwalters Metzler Asset Management. Denn erstmals mache die EZB den ersten Schritt und werde noch vor der US-Notenbank die Zinsen senken. Während dieser Lockerungsschritt an den Märkten bereits erwartet wird, bleibt unklar, wie der weitere Zinspfad nach unten aussieht.

Aussagen der EZB-Chefin Christine Lagarde dürften den Kurs des deutschen Leitindex Dax maßgeblich mitbestimmen. Am Montag soll er Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge mit Gewinnen starten. Am Freitag hatte er kaum verändert bei 18.497,94 Punkten geschlossen.

Die Europäische Zentralbank hat ihre Leitzinsen im Kampf gegen die hohe Teuerung seit Mitte 2022 deutlich angehoben. Wegen des tendenziellen Rückgangs der Inflation wird jetzt aber für Donnerstag eine erste Zinssenkung erwartet – auch wenn die Inflation im Euroraum im Mai wieder angezogen hat.

Die Finanzmärkte bewege aber viel mehr, wie es nach diesem Zinsschritt weitergeht, schrieb Robert Greil, Chefstratege der Privatbank Merck Finck: "Wir rechnen auf Basis des wohl nur noch leicht und nicht linear nachlassenden Inflationsdrucks im Jahresverlauf 2024 noch mit ein oder zwei weiteren EZB-Schritten nach unten – mehr dürfte auch angesichts des bereits wieder anziehenden Wachstums weder sinnvoll noch notwendig sein."

Wie sich Anleger jetzt verhalten sollten

Mirko Hajek, Geschäftsführender Gesellschafter der Rheinischen Portfolio Management GmbH, blickt eher zwiegespalten auf den Donnerstag. So befinde sich der Dax zwar derzeit in einem Bullenmarkt. Die avisierte Zinssenkung der Europäischen Zentralbank sollte sich damit positiv auf den Leitindex auswirken, obwohl sie bereits größtenteils von den Markteilnehmern erwartet wurde. Noch wichtiger für die mittelfristige Entwicklung seien jedoch der Ausblick und die Prognosen, die die EZB mit Blick auf einen möglichen weiteren Zinssenkungspfad veröffentlichen wird. "Hier besteht durchaus Enttäuschungspotenzial", mahnte der Experte.

Allerdings könnte es auch sein, dass der Markt am Donnerstag weder auf die erwartete Zinssenkung noch auf die Aussagen der Europäischen Zentralbank großartig reagiert. Dieses Szenario hält Nicolas Pilz von der Societas Vermögensverwaltung für möglich: "Die EZB und die US-Notenbank Fed betonen seit Monaten, dass sie die weitere Zinsentwicklung von den aktuellen Konjunkturdaten abhängig machen". Vor diesem Hintergrund erwartet der Experte erst einmal ein Fortschreiten der jüngsten Seitwärtsbewegung des Dax.

Anleger sollten Pilz zufolge deshalb die Entwicklung der Inflation im Auge behalten, da diese über das Tempo weiterer Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank entscheiden werde. Insbesondere die Entwicklung des Lohnwachstums gelte es zu beachten.

Verwendete Quellen
  • Mit Material der Nachrichtenagenturen dpa und Reuters
  • handelsblatt.com: „Kritik und Beschwerden häufen sich"
  • wiwo.de: „Warum Kunden von Trade Republic auf ihre Dividenden warten müssen“
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