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SEPA-Lastschrift: Fristen, Rechte und Kosten bei EU-Zahlungen

EU-Zahlungsverkehr  

SEPA-Lastschrift ersetzt die Einzugsermächtigung

07.03.2019, 15:15 Uhr | sm, t-online.de

SEPA-Lastschrift: Fristen, Rechte und Kosten bei EU-Zahlungen. EU-Zahlungsverkehr: Die IBAN ist ein wichtiger Teil der SEPA-Überweisung und einer SEPA-Lastschrift. (Quelle: Getty Images/ollo)

EU-Zahlungsverkehr: Die IBAN ist ein wichtiger Teil der SEPA-Überweisung und einer SEPA-Lastschrift. (Quelle: ollo/Getty Images)

Das SEPA-Zahlungssystem soll den europaweiten Zahlungsverkehr vereinheitlichen und sicherer machen. Die Einzugsermächtigung wurde durch die SEPA-Lastschrift ersetzt. Was das für Verbraucher bedeutet.

Die Einzugsermächtigung gehörte in Deutschland zu den gängigen Zahlungsverfahren, wenn es um regelmäßige Belastungen des Bankkontos geht – so zum Beispiel bei der monatlichen Mietzahlung oder der Telefonrechnung. An ihre Stelle trat die SEPA-Lastschrift.

Was ist eine SEPA-Lastschrift?

Mit der Einführung der SEPA (Single Euro Payments Area) zum 1. Februar 2014 wurde die Einzugsermächtigung in die SEPA-Lastschrift umgewandelt. Auch EU-Mitgliedsstaaten mit eigenen Währungen sowie Mitglieder der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft – darunter die Schweiz und Norwegen – führten das einheitliche Zahlverfahren spätestens zum 1. November 2016 ein. 

Mit der Einführung der SEPA-Lastschrift traten einige Änderungen in Kraft. Während eine Einzugsermächtigung auch per Telefon oder online erteilt werden konnte, ist dies im europaweiten SEPA-Verfahren nur schriftlich und mit persönlicher Unterschrift möglich.

Das bedeutet, dass für jedes Lastschriftverfahren ein SEPA-Mandat autorisiert werden muss. Aus dem SEPA-Mandat, das dem Zahlungsempfänger erteilt wird, muss unter anderem die sogenannte Gläubiger-Identifikationsnummer ersichtlich sein.

Was ist ein SEPA-Lastschriftmandat?

Das SEPA-Lastschriftmandat ist die rechtliche Grundlage für die Ausführung von SEPA-Lastschriften. Damit erklärt der Zahlende seine Zustimmung zum Einzug eines Betrages anhand der SEPA-Lastschrift durch den Zahlungsempfänger. Zugleich erteilt er dem Zahlungsdienstleister, zum Beispiel die eigene Bank, den Zahlungsauftrag durchzuführen.

Für den deutschlandweiten Zahlungsverkehr können SEPA-Lastschriftmandate aufgrund mangelnder gesetzlicher Vorgaben in der Regel auch über das Internet erteilt werden. In welcher Art letztlich die Autorisierung von SEPA-Lastschriften erfolgen soll, entscheidet der Zahlungsdienstleister und damit zumeist das Kreditinstitut.

Gläubiger-Identifikationsnummer: Hier handelt es um eine EU-weite eindeutige Kennung für Zahlungsempfänger von SEPA-Lastschriften.

Welche Fristen gelten für eine SEPA-Lastschrift? 

Trotz eines erteilten Mandats haben Verbraucher das Recht, den belasteten Betrag innerhalb von acht Wochen nach der Kontobelastung von ihrer Bank zurückzufordern. Ist die Belastung ohne Autorisierung erfolgt, verlängert sich die Frist auf 13 Monate.

Bei einer SEPA-Firmenlastschrift ist dies nicht möglich. Die Ausnahme: Das SEPA-Firmenlastschriftmandat wurde aufgekündigt, die Empfängerbank davon jedoch noch nicht in Kenntnis gesetzt. Dann gilt auch hier die 13-monatige Frist für die Rückbuchung der SEPA-Lastschrift.

SEPA-Lastschrift und SEPA-Firmenlastschrift – Was ist der Unterschied?

Beim SEPA-Lastschriftverfahren werden zwei Wege unterschieden: erstens die SEPA-Basislastschrift und zweitens die SEPA-Firmenlastschrift. Das SEPA-Basisverfahren ähnelt der ehemaligen Einzugsermächtigung und dient dem Geschäftsverkehr von Unternehmen und Kunden.

Die SEPA-Firmenlastschrift ist auf den Geschäftsverkehr unter Unternehmen ausgerichtet und soll der Erleichterung der Geschäftsabwicklung von Unternehmen dienen. Die SEPA-Firmenlastschrift ähnelt dem früheren Abbuchungsverfahren. Das bedeutet auch, dass eine autorisierte Firmenlastschrift nicht auf dem einfachen Weg zurückgebucht werden kann.

SEPA-Lastschriften: Welche Rechte haben Verbraucher?

Bei der SEPA-Lastschrift wurde auch dem Verbraucherschutz Rechnung getragen. So müssen Zahlungsempfänger den Zahlungspflichtigen 14 Tage zuvor per Brief, E-Mail oder SMS über eine Kontobelastung informieren. So soll genügend Zeit eingeräumt werden, das Konto ausreichend zu decken. Ausgenommen von dieser Regelung sind regelmäßige SEPA-Lastschriften in derselben Betragshöhe. Allerdings sind auch kürzere Fristen möglich, wenn diese in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) oder der Rechnung vereinbart wurden.

Verbraucher können zu ihrer eigenen Sicherheit außerdem Konten vollständig für Lastschriften blockieren lassen. So ist es beispielsweise gegen unrechtmäßige Belastungen von Fremden geschützt. Das kann anhand von "Black Lists" erfolgen. Hier wird festgelegt, wer nicht auf das Konto zugreifen darf. Das andere Beispiel sind "White Lists", mit denen Verbraucher ihrem Kreditinstitut mitteilen, wer das Konto belasten darf.

Die standardisierten AGB der SEPA-Lastschrift können jedoch vom Zahlungsempfänger mit Zustimmung des Zahlenden angepasst werden. So kann beispielsweise das Erstattungsrecht wegfallen. In diesem Fall muss der Zahlungsempfänger jedoch das Recht einräumen, jede Kontobelastung genauestens auf ihre Richtigkeit überprüfen zu lassen.


Verwendete Quellen:
  • Deutsche Bundesbank
  • Verbraucherzentrale

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