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Steuererklärung 2021 selber machen | Die besten Tipps


Steuererklärung selber machen: Diese Tipps sollten Sie beachten

  • Christine Holthoff
Von Christine Holthoff

Aktualisiert am 25.12.2021Lesedauer: 8 Min.
Qualitativ geprüfter Inhalt
Qualitativ geprüfter Inhalt

Für diesen Beitrag haben wir alle relevanten Fakten sorgfältig recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Steuererklärung: Auch für das Steuerjahr 2020 gibt es wieder ein paar Neuerungen.
Steuererklärung: Auch für das Steuerjahr 2020 gibt es wieder ein paar Neuerungen. (Quelle: Benjamin Nolte/dpa-tmn)
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Etwas Zeit ist zwar noch für die Steuererklärung 2021, doch je früher Sie den Papierkram erledigen, desto früher können Sie entspannen. Mit unseren Tipps machen Sie Ihre Steuern ganz einfach selbst.

Das Wichtigste im Überblick


Einmal Bali und zurück, das neueste iPhone oder 1.000 Hot Dogs bei Ikea – das kann sich womöglich leisten, wer seine Steuererklärung macht. Denn laut Statistischem Bundesamt bekommen 90 Prozent aller Steuerpflichtigen Geld vom Finanzamt zurück – im Schnitt 1.051 Euro.


Die wichtigsten Fakten zur Steuererklärung

Einkommensteuererklärung: Hier erfahren Sie grundsätzliche Dinge, die Ihnen helfen, die Steuererklärung zu verstehen
Münzen und Geldscheine auf Lohn- und Gehaltsabrechnung: Nicht jeder ist steuererklärungspflichtig – kann die Steuererklärung aber trotzdem freiwillig abgeben
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Trotzdem ist die Steuererklärung bei vielen Deutschen eher unbeliebt. Formulare in Bürokratensprech, komplizierte Regeln oder die leidige Suche nach Belegen führen dazu, dass man sie so lange wie möglich vor sich herschiebt. Dabei ist eigentlich vieles halb so wild.

Unsere Übersicht zeigt, wie Sie Ihre Steuererklärung selber machen, wie Sie das meiste aus ihr herausholen, welche Formulare wichtig sind und ob Sie überhaupt eine Steuererklärung machen müssen.

Wer muss eine Steuererklärung beim Finanzamt abgeben?

Viele Arbeitnehmer können sich entspannt zurücklehnen: Sie müssen gar keine Steuererklärung einreichen. Schließlich wird ihre Einkommensteuer jeden Monat automatisch eingezogen. Anders sieht es allerdings aus, wenn 2021 eines dieser Kriterien zutraf:

  • Sie haben unversteuerte Nebeneinkünfte über 410 Euro erhalten.
  • Sie haben staatliche Leistungen wie Arbeitslosen-, Kurzarbeiter-, Kranken- oder Elterngeld über 410 Euro bezogen. Mehr dazu lesen Sie hier.
  • Sie hatten mehrere Arbeitgeber gleichzeitig und Ihr Einkommen wurde nach Steuerklasse VI abgerechnet.
  • Sie sind mit Ihrem berufstätigen Ehepartner zusammen veranlagt und Ihr Lohn wurde nach den Steuerklassenkombinationen III/V oder IV/IV mit Faktor besteuert. Wann sich ein Wechsel der Steuerklasse lohnt, erfahren Sie hier.
  • Sie haben einen Lohnsteuerfreibetrag in Anspruch genommen. Dafür müssen Sie zuvor einen Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung gestellt haben.
  • Sie hatten Einnahmen als Selbstständiger, Gewerbetreibender, Rentner, Vermieter oder Landwirt, die über dem steuerlichen Grundfreibetrag von 9.744 Euro lagen.

Kann ich auch freiwillig eine Steuererklärung einreichen?

Das ist sogar ratsam. Denn tut man es nicht, schenkt man dem Staat oft mehrere hundert Euro.

Die Abgabe lohnt sich in jedem Fall, wenn Arbeitnehmer hohe Werbungskosten hatten, also berufliche Ausgaben. Denn der Staat reduziert das zu versteuernde Einkommen zwar automatisch um eine sogenannte Werbungskostenpauschale von 1.000 Euro. Doch alles, was darüber hinausgeht, mindert die Steuerlast zusätzlich.

Zu den Werbungskosten zählen etwa Arbeitsmittel wie Computer, ein Schreibtisch oder Fachliteratur, aber auch die Fahrtkosten zur Arbeit. Schon bei einer Strecke von 15 Kilometern zwischen Zuhause und Arbeitsplatz überschreiten Sie die Pauschale – und können folglich noch mehr Kosten von der Steuer absetzen.

Weitere Ausgaben, bei denen sich eine freiwillige Steuererklärung lohnen kann, sind:

  • Sonderausgaben wie Kirchensteuer, Sozialversicherungsbeiträge, Spenden oder Kinderbetreuungskosten
  • Außergewöhnliche Belastungen wie Krankheit, Unfall, Beerdigung oder Pflege der Eltern
  • Handwerkerkosten und haushaltsnahe Dienstleistungen

Wann muss ich die Steuererklärung für 2021 abgeben?

Wer dazu verpflichtet ist und die Steuererklärung selber macht, muss sie normalerweise bis spätestens 31. Juli beim Finanzamt einreichen. Für das Steuerjahr 2020 galt wegen der Corona-Pandemie eine deutlich längere Frist.

Für die Steuererklärung 2021 dürfte diese automatische Fristverlängerung hingegen nicht mehr kommen. Damit sollten Sie Ihre Steuern wieder klassisch bis zum 31. Juli 2022 erklärt haben.

Kommt die Steuererklärung später an, droht ein Verspätungszuschlag. Er beträgt 0,25 Prozent der festgesetzten Steuer, mindestens aber 25 Euro pro verspätetem Monat. Maximal werden 25.000 Euro Verspätungszuschlag fällig.

Länger Zeit lassen darf man sich, wenn man einen Steuerberater oder den Lohnsteuerhilfeverein die Arbeit machen lässt. Die Steuererklärung 2021 wird dann erst am 31. Mai 2023 fällig.

Und wer das Ganze ohnehin nur freiwillig erledigt, kann noch eine gefühlte Ewigkeit warten: Ganze vier Jahre können Sie sich damit Zeit lassen – für die Angaben für 2020 also bis Silvester 2025.

Was kann ich bei der Steuererklärung absetzen?

Laut dem Bund der Steuerzahler sind die vier wichtigsten Posten, die Ihre Steuerlast verringern, Werbungskosten, Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen und Steuerermäßigungen.

  • Werbungskosten: Dazu zählen alle beruflich veranlassten Kosten, die nicht vom Arbeitgeber getragen werden. Zum Beispiel Fahrten von der Wohnung zur Arbeit ("Entfernungspauschale"), Corona-Pauschale, Fortbildungskosten, Berufskleidung, Kontoführungsgebühren, Beiträge zu Berufsverbänden, Bewerbungskosten, ein häusliches Arbeitszimmer oder Umzugskosten. Das Finanzamt berücksichtigt automatisch 1.000 Euro pauschal für jeden Arbeitnehmer – alle Aufwendungen über diesem Betrag hinaus reduzieren die Steuerlast weiter.
  • Sonderausgaben: Vorsorgekosten wie Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung, zur Arbeitslosenversicherung, Berufsunfähigkeitsversicherungen, Unfall- und Haftpflichtversicherungen können als Sonderausgaben in der Steuererklärung geltend gemacht werden. Gleiches gilt für Spenden, Kinderbetreuungskosten, Unterhaltsleistungen, Ausbildungskosten oder Kirchensteuer.
  • Außergewöhnliche Belastungen: Wer wegen Krankheit Arztkosten, Zuzahlungen zu Medikamenten, Zahnersatz, Brillen oder Kuren zu zahlen hatte, trägt diese als außergewöhnliche Belastungen in der Steuererklärung ein. Auch Schäden durch Unwetter oder Hochwasser zählen dazu. Der Gesetzgeber mutet dem Steuerzahler allerdings einen gewissen Eigenanteil zu. Dieser berechnet sich individuell und bemisst sich nach der Höhe des Einkommens, Familienstand und der Anzahl der Kinder.
  • Steuerermäßigungen: Wer seine Wände von einem Profi streichen oder die Wäsche von einer Haushaltshilfe bügeln lässt, kann den Staat an den Kosten beteiligen. Bis zu 20 Prozent davon kann man absetzen – bis zu 510 Euro bei einer geringfügig beschäftigten Haushaltshilfe und bis zu 1.200 Euro bei Handwerkerarbeiten. Gefördert werden aber nur die Arbeitsleistungen und Fahrtkosten, die Materialkosten muss der Steuerzahler selbst tragen. Auch Mieter profitieren von Steuervorteilen: Ausgaben für Nebenkosten wie Treppenhausreinigung, Winterdienst, Gärtner oder Hausmeister können als haushaltsnahe Dienstleistungen geltend gemacht werden.

Darüber hinaus gibt es noch eine Reihe andere Dinge, die Ihre Steuerlast verkleinern. Eine Auswahl finden Sie in folgendem Artikel:

Steuererklärung: Welche Formulare muss ich ausfüllen?

In jedem Fall den zweiseitigen Mantelbogen. Dort werden unter anderem Name, Adresse, Bankverbindung, Steuernummer und Religionszugehörigkeit eingetragen. Weitere Formulare für alle sind:

  • Anlage Sonderausgaben
  • Anlage Außergewöhnliche Belastungen
  • Anlage Haushaltsnahe Aufwendungen

Arbeitnehmer und Pensionäre benötigen zudem die Anlage N, um Angaben zum Lohn und zu Werbungskosten zu machen.

Rentner tragen in der Anlage R ihre gesetzlichen Rente oder Renten aus privaten Versicherungen ein. Auch ihre Werbungskosten geben sie dort an.

Die Anlage Vorsorgeaufwand sollte jeder ausfüllen, der Versicherungsbeiträge zahlt. Dazu zählen Kranken-, Pflege-, Renten-, Betriebsrenten-, Rürup-Renten-, Erwerbs-, Berufsunfähigkeits-, Risikolebens-, Kapitallebens-, Unfall- und Haftpflichtversicherungen.

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In der Anlage KAP geben Sparer Einkünfte aus Kapitalvermögen an, etwa Gewinne aus Aktienverkäufen oder Erträge aus Bausparverträgen. Banken und Versicherungen ziehen aber für die meisten Kapitaleinkünfte schon vor der Ausschüttung 25 Prozent Abgeltungssteuer plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer ab. Dann sind keine Einträge in der Steuererklärung mehr nötig.

Ausfüllen sollten Sie die Anlage aber, wenn Sie keine oder zu geringe Freistellungsaufträge bei Ihren Banken gestellt haben. Damit vermeiden Sie, dass Abgeltungssteuer auf Ihre Kapitalerträge wie Zinsen, Dividenden oder Gewinne aus Aktien abgeführt wird. 801 Euro sind für jeden Sparer pro Jahr steuerfrei. Wer da noch Spielraum hat, kann sich die zu viel gezahlte Steuer zurückholen.

Günstigerprüfung für Riester-Sparer

Riester-Sparer geben ihre Beiträge zur Riesterversicherung in der Anlage AV bekannt. Sie profitieren dann womöglich von einem Sonderausgabenabzug von bis zu 2.100 Euro; je nachdem, was günstiger für sie ist – der Sonderausgabenabzug oder die Riester-Zulagen.

Eltern benötigen die Anlage Kind, in der sie unter anderem Auskunft über Kindergeld, Versicherungsbeiträge und Betreuungskosten geben. Alleinerziehende können zudem einen Entlastungsbeitrag beantragen.

Vermieter und Verpächter geben ihre Einnahmen sowie ihre Werbungskosten in der Anlage V an. Wer nur ab und zu ein selbst genutztes Zimmer vermietet oder seine Wohnung untervermietet, profitiert womöglich von der Freigrenze von 520 Euro im Jahr.

Selbstständige füllen die Anlage S aus, Freiberufler geben in der Anlage EÜR ihre Einnahmen-Überschuss-Rechnung ab und gewerbliche Einkünfte gehören in die Anlage G.

In der Anlage Sonstiges können Steuerzahler zum Beispiel Angaben zur Steuerermäßigung bei der Erbschaftssteuer oder zum Verlustabzug machen. Mit Letzterem werden Verluste – etwa durch Jobverlust oder hohe Ausbildungsausgaben – in einem anderen Jahr mit den Einnahmen verrechnet.

Welche Änderungen gibt es bei der Steuererklärung 2021?

Jedes Steuerjahr bringt neue Regeln – für jeden, aber auch für einzelne Gruppen wie Arbeitnehmer, Eltern, Anleger oder Rentner. Die wichtigsten im Überblick:

  • Grundfreibetrag: Ein Teil des Einkommens ist immer steuerfrei. 2021 ist der auf 9.744 Euro gestiegen.
  • Solidaritätszuschlag: Für etwa 90 Prozent der Lohn- und Einkommensteuerzahler ist der Soli 2021 weggefallen. Die Grenzen liegen bei einer zu zahlenden Einkommensteuer von 16.956 Euro im Grundtarif und bei 33.912 Euro im Splittingtarif.
  • Homeoffice: Streng genommen ist es keine Änderung, sondern eine Fortsetzung – denn schon 2020 galt eine Homeoffice-Pauschale von 5 Euro pro Tag. Die Ampelkoalition will die Regel sogar bis Ende 2022 verlängern. Lesen Sie hier, wie Sie das Homeoffice richtig von der Steuer absetzen.
  • Behindertenpauschbetrag: Menschen mit Behinderung können in der Steuererklärung 2021 eine doppelt so hohe Pauschale geltend machen wie 2020. Je nach Grad der Behinderung (GdB) liegt dieser zwischen 384 Euro (GdB 20) und 2.840 Euro (GdB 100).
  • Rente versteuern: Neurentner müssen jedes Jahr einen höheren Teil ihrer Rente versteuern. 2021 sind das 81 Prozent. Für Altrentner ändert sich hingegen nichts.

Muss ich meine Steuererklärung elektronisch per Elster übermitteln?

Ja. Zumindest dann, wenn Sie Selbstständiger, Gewerbetreibender, Land- oder Forstwirt sind oder privat eine Photovoltaik-Anlage besitzen. Alle anderen haben bisher noch die Wahl zwischen Elster, der Post – oder natürlich dem Gang zum Berater.

Elster ist das Online-Portal der deutschen Finanzverwaltung, in dem Steuerzahler ihre Steuererklärung an ihr Finanzamt schicken können. Das funktioniert nach einmaliger Registrierung per Zertifikat. ElsterFormular gibt es hingegen nicht mehr. Lesen Sie hier, welche Alternativen Sie haben.

Bei der Steuererklärung 2021 entfällt noch ein weiteres Verfahren: die komprimierte Steuererklärung. Dabei konnten Sie bisher Ihre Daten per Elster ans Finanzamt schicken und eine kurze Zusammenfassung ausgedruckt und unterschrieben abgeben. Nun müssen Sie sich entscheiden: entweder komplett elektronisch abgeben oder komplett drucken.

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Viele Daten kennt das Finanzamt schon

Wer den Weg über die Post gehen will, kann sich die amtlichen Formulare direkt bei seinem Finanzamt abholen oder sie auf dem Formularserver der Bundesfinanzverwaltung als PDF ausdrucken. Anschließend alles per Hand ausfüllen, unterschreiben und abschicken – oder persönlich vorbeibringen.

Viele Daten sind bereits beim Finanzamt hinterlegt und müssen auf den Papiervordrucken gar nicht mehr ausgefüllt werden. Das gilt für Informationen des Arbeitgebers, von Rentenstellen, Krankenkassen und Trägern von Sozialleistungen. Die entsprechenden Felder sind in der Steuererklärung dunkelgrün hinterlegt und mit einem "e" markiert.

Welche Steuerprogramme gibt es und was können sie?

Rund drei Viertel der Steuererklärungen, die bei den Finanzämtern elektronisch eingehen, erstellen die Bürger mithilfe einer Software. Die Gratis-Variante ist Elster. Das staatliche Online-Portal hat im Prinzip das Papierformular ins Netz verlegt. Tipps zum Steuern sparen finden Sie dort nicht. Es eignet sich daher nur für einfache Fälle.

Wer stärker an die Hand genommen werden will, hat inzwischen eine große Auswahl an kostenpflichtigen Steuerprogrammen. Zuletzt hat "Finanztest" im vergangenen Jahr 14 Softwareprogramme untersucht. Nur drei schnitten mit der Note "gut" ab: Wiso Steuersparbuch (1,6), Wiso Steuerweb (1,6) und Tax (1,8).

Wer Kinder hat, soll laut "Finanztest" die Finger von Taxfix (3,8), Wundertax (4,0) und Steuerbot (4,4) lassen. Damit ließen sich im Test weder Kinderfrei- noch Entlastungsbeiträge richtig beantragen. Generell gilt: Je komplizierter der Steuerfall – etwa bei Patchwork-Familien – desto eher lohnt der Gang zum Steuerberater.

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Verwendete Quellen
  • Vereinigte Lohnsteuerhilfe e.V.
  • Bund der Steuerzahler
  • Finanztip: "Steuererklärung selber machen: Tipps 2020"
  • Finanztest (Ausgabe 5/2019): "Steuerprogramme: Drei digitale Helfer rechnen gut"
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  • Christine Holthoff
Von Christine Holthoff
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