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"Ein gefundenes Fressen fĂŒr die russische Luftwaffe"

  • Patrick Diekmann
Von Patrick Diekmann

Aktualisiert am 25.01.2022Lesedauer: 9 Min.
Luftaufnahmen zeigen das Ausmaß der MilitĂ€roffensive: An mehreren Orten nahe der ukrainischen Grenze zeigt Russland seine Einsatzbereitschaft. (Quelle: t-online)
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Russische VerbĂ€nde stehen an der Grenze, bereit fĂŒr eine Invasion. MilitĂ€r- und Russlandexperte Gustav Gressel bewertet die Kriegsgefahr als hoch und erklĂ€rt, wie Russland bei einem Angriff auf die Ukraine vorgehen wĂŒrde.

Die Lage ist ernst. Tausende russische Soldaten und PanzerverbĂ€nde wurden an die ukrainische Grenze verlegt – sie sind bereit fĂŒr eine Invasion. Der Kreml schickt weitere Truppen nach Belarus, und die Ukraine sieht sich mit einem Szenario konfrontiert, in dem die russische Armee aus mehreren Himmelsrichtungen vorrĂŒcken könnte. Erste westliche Staaten reagieren bereits: Großbritannien und die USA ziehen ihr Botschaftspersonal aus Kiew ab. Ein deutliches Alarmsignal.


USA und Russland setzen KrisengesprÀche fort

US-Außenminister Antony Blinken (l) und sein russischer Amtskollege Sergei Lawrow.
Russlands Außenminister Sergej Lawrow weist Anschuldigungen zurĂŒck.
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Aber riskiert der russische PrĂ€sident Wladimir Putin wirklich einen Krieg und damit die drastischen Konsequenzen, die ein Feldzug fĂŒr Russland haben wĂŒrde?

Gustav Gressel, Russland- und MilitĂ€rexperte bei der internationalen Denkfabrik "European Council on Foreign Relations", erklĂ€rt im Interview mit t-online, wie Moskau bei einem Angriff auf die Ukraine vorgehen wĂŒrde und wie groß die Chance fĂŒr die ukrainischen Truppen wĂ€re, sich gegen die Atommacht Russland verteidigen zu können.

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t-online: Herr Gressel. Seit vielen Wochen versuchen wir vorauszusehen, was der russische PrÀsident Wladimir Putin wohl als NÀchstes tun wird. Ist die Gefahr eines russischen Angriffs auf die Ukraine realistisch?

Gustav Gressel: Die Kriegsgefahr ist hoch. Russland unterschĂ€tzt die gesellschaftliche Dynamik in der Ukraine und ĂŒberschĂ€tzt den Willen des Westens, das Land gegen eine russische Invasion vielleicht doch verteidigen zu wollen. Das ist brandgefĂ€hrlich.

Ein schwedischer Panzer in Gotland: Auch die skandinavischen LĂ€nder setzen aufgrund des Ukraine-Konflikts ihre Armeen in Alarmbereitschaft.
Ein schwedischer Panzer in Gotland: Auch die skandinavischen LĂ€nder setzen aufgrund des Ukraine-Konflikts ihre Armeen in Alarmbereitschaft. (Quelle: ap-bilder)

Warum?

In Moskau unterschĂ€tzt man die Kosten eines Angriffs auf die Ukraine. Man sieht nicht, dass ein Großteil der wehrfĂ€higen Bevölkerung bereit ist, sein Land zu verteidigen. Die militĂ€rischen Vorbereitungen, die wir aktuell sehen, lassen auf einen konventionellen Angriff schließen. SpezialkrĂ€fte, die AufstĂ€nde niederschlagen und die innere Ordnung herstellen können, sind bisher nur im geringen Umfang mobilisiert worden. Das kann sich aber noch Ă€ndern.

Was sind Putins Ziele im Ukraine-Konflikt?

Moskau fordert ein russisches Mitspracherecht in der ukrainischen Politik und möchte die jetzige Regierung bestenfalls durch eine andere ersetzt haben. Das Problem: Wenn militĂ€rischer Druck von Russland nicht ausreicht, um die politischen VerhĂ€ltnisse in der Ukraine zu verĂ€ndern, dann könnte der Kreml zu der Erkenntnis kommen, dass sie bis Kiew vorstoßen mĂŒssen, um das selbst zu regeln. Das erhöht die Invasionsgefahr.

Das SÀbelrasseln der vergangenen Monate und durchgestochene russische AngriffsplÀne: Das klingt eher so, also ob Russland ein Bedrohungsszenario aufbauen möchte, um seine Verhandlungsposition zu stÀrken. Spricht das nicht gegen einen Krieg?

Nein. Die ukrainische Armee ist stĂ€rker als noch im Jahr 2014. Russland muss also mehr KrĂ€fte zusammenziehen, um eine Entscheidung herbeifĂŒhren zu können. Bei der Annexion der Krim war das anders: Mit der Schwarzmeerflotte hatte man schon KrĂ€fte vor Ort und die Olympischen Winterspiele in Sotchi gaben Moskau international eine Ausrede dafĂŒr, KrĂ€fte fĂŒr den schnellen Eingriff in der Krasnodar-Region zusammenzuziehen. Dieses Überraschungsmoment hat Russland diesmal nicht.

Trotzdem wĂ€re ein Angriff sehr teuer fĂŒr Russland.

Es könnte teurer sein. Ich halte leider auch einen Krieg fĂŒr wahrscheinlicher, weil die Nato und vor allem die USA eine militĂ€rische UnterstĂŒtzung der Ukraine frĂŒh ausgeschlossen haben. Es ist ein völliger Unterschied bei der Planung, ob ich die Ukraine militĂ€risch schlagen muss oder ob ich verhindern mĂŒsste, dass die Nato UnterstĂŒtzung schickt und ich diese Versorgungslinien unterbrechen muss. Das verkompliziert die militĂ€rische Planung enorm.

Aber eine militĂ€rische UnterstĂŒtzung der Ukraine hĂ€tte keinen RĂŒckhalt in der Bevölkerung. Das schreckt viele Nato-Staaten ab.

US-PrĂ€sident Joe Biden hĂ€tte es gar nicht aussprechen mĂŒssen. Es ist unwahrscheinlich, dass die USA in einen Krieg mit Russland fĂŒr ein Nicht-Nato-Mitglied einsteigen wĂŒrden. Aber er hĂ€tte Moskau in ihrer Paranoia leben lassen können, dass diese Option auf dem Tisch liegt. Das hĂ€tte aus russischer Sicherheit einen viel höheren Abschreckungswert als das Drohen mit Sanktionen.


Warum lÀsst Moskau den Konflikt gerade jetzt eskalieren?

Russland fĂŒrchtet sich in erster Linie vor den Amerikanern und der Nato – und die sind momentan relativ schwach. Deutschland schaltet sich selbst aus und auch in der Biden-Administration in den USA gibt es politische GrabenkĂ€mpfe. Das Weiße Haus möchte eigentlich eher auf Russland zugehen und das Thema möglichst schnell abhaken, wĂ€hrend das Außenministerium gerne eine aktivere Rolle der USA im Ukraine-Konflikt hĂ€tte. Hinzu kommt der innenpolitische Druck, unter dem US-PrĂ€sident Biden steht. Das alles sieht Putin als Chance fĂŒr Russland.

Deutschland schaltet sich selbst aus?

Weil dem Kanzler die Diskussion völlig entglitten ist. Dass mittlerweile auch Nord Stream 2 zur Diskussion steht und es eine enge Koordination des AuswĂ€rtigen Amtes mit den VerbĂŒndeten zu Sanktionen gibt, geht unter, weil die Diskussion um den Export von alten DDR-Haubitzen und die Äußerungen von Außenministerin Annalena Baerbock zum Export von Waffen alles ĂŒberlagern. Dann kommt noch ein deutscher Admiral mit fragwĂŒrdigen Äußerungen hinzu. In Deutschland ahnt man gar nicht, wie schwer das Image der Bundesrepublik in der letzten Woche gelitten hat. Niemand in Europa glaubt noch, dass aus Deutschland etwas Konstruktives kommen könnte.

Wladimir Putin: Der russische PrÀsident hÀlt sich die Kriegsoption weiterhin offen.
Wladimir Putin: Der russische PrÀsident hÀlt sich die Kriegsoption weiterhin offen. (Quelle: dpa-bilder)

Was wĂ€re denn der innenpolitische Vorwand des Kremls fĂŒr einen Krieg?

Aus offizieller Sicht ist die Ukraine eine Gefahr fĂŒr die nationale Sicherheit, weil sie der Nato beitreten will und weil dann atomare Mittelstreckenraketen in dem Land stationiert werden wĂŒrden. Der Kreml sieht die ukrainische Regierung als illegitime Junta, die die Russisch sprechende Bevölkerung unterdrĂŒckt und vertreiben möchte. Das ist natĂŒrlich nicht wahr, aber die russische TV-Propaganda bedient dieses Narrativ seit Jahren.

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Die ukrainische Armee ist besser aufgestellt als noch 2014. Aber hĂ€tte sie militĂ€risch ĂŒberhaupt eine Chance gegen Russland?

Gegenwehr könnte die ukrainische Armee schon leisten, aber die LuftĂŒberlegenheit auf russischer Seite wĂŒrde ihnen zu schaffen machen.

Welche Folgen hat diese LuftĂŒberlegenheit fĂŒr die Ukraine?

Wenn die Ukraine weiß, wo die russische Armee vorrĂŒckt, mĂŒsste sie die eigenen KrĂ€fte aus den defensiven Positionen lösen, die nicht beansprucht werden. Diese Truppenbewegungen sind ein gefundenes Fressen fĂŒr die russische Luftwaffe. Diese hĂ€tte wahrscheinlich zwei bis drei Tage damit zu tun, die ukrainische Luftwaffe auszuschalten. Aber danach hĂ€tte man KapazitĂ€ten, um die ukrainischen Bewegungen ins Visier zu nehmen. Das ist ein großes Problem fĂŒr die Ukraine, weil sie dann nicht mehr auf LageverĂ€nderung reagieren kann.

Wie könnte eine russische Invasion aussehen?

Die ukrainische Armee sichert momentan die ganze Grenze von Brest bis hinunter zur Krim. Russland wĂŒrde wahrscheinlich an mehreren Stellen, an denen es geografisch Sinn ergibt, mit konzentrierten KrĂ€ften in die Ukraine eindringen. Wir sprechen hierbei wahrscheinlich von Panzerkeilen aus unterschiedlichen Himmelsrichtungen.

Sie wĂŒrden demnach von einem Angriff an vielen Fronten ausgehen?

Ja. Ich glaube aber nicht, dass der Kriegsausbruch ĂŒber Nacht kommt. Ich könnte mir vorstellen, dass Moskau zunĂ€chst testet, wie geeint der Westen ist und unter welcher Kriegslast die Ukraine zusammenbrechen und russische Bedingungen akzeptieren wĂŒrde. Das heißt: Zu Beginn könnte es zunĂ€chst eine Offensive der ukrainischen Separatisten aus dem Donbas sein, aber das könnte Moskau dann auf weitere Territorien ausweiten und den Krieg weiter eskalieren.

Russische Kampfflugzeuge auf der Krim: Besonders die russische LuftĂŒberlegenheit ist eine Gefahr fĂŒr die ukrainische Armee.
Russische Kampfflugzeuge auf der Krim: Besonders die russische LuftĂŒberlegenheit ist eine Gefahr fĂŒr die ukrainische Armee. (Quelle: imago-images-bilder)

Könnte die ukrainische Armee diesem Szenario etwas entgegensetzen?

Die ukrainische Armee hat schon ihre FÀhigkeiten ausgebaut, aber durch die russische Luftherrschaft wird sie nicht auf taktisch-operative LageÀnderungen adÀquat reagieren können. So kann man zwar tapfer kÀmpfen, aber nicht gewinnen. So lÀsst sich kein Krieg gewinnen.

Das ist beachtlich: Vor zwei Jahrzehnten hatte man im Westen noch ĂŒber eine russische Armee gescherzt, die vor Rost nicht fahren kann. Was ist in der Zwischenzeit passiert?

Nach dem Georgienkrieg 2008 gab es in Russland eine große MilitĂ€rreform. Vor allem die Struktur der StreitkrĂ€fte hat sich tiefgehend verĂ€ndert: der logistische Bereich, die Ausbildung, die FĂŒhrung und das Karrieresystem wurden grundlegend neugestaltet. Das hat die Effizienz deutlich verbessert und der Westen hat diese Entwicklungen verschlafen.

Warum verschlafen?

Weil die Debatte im Westen vor allem von einem Diskurs ĂŒber MilitĂ€rtechnik bestimmt wird. Welche Panzer benutzt die russische Armee, welches Radar wird verwendet? KriegsfĂŒhrung heißt aber, dass man große, menschliche Apparate in den Kampf schicken muss. Je besser Staaten die Organisation und Ausbildung ihrer StreitkrĂ€fte hinbekommen, desto mehr können MĂ€ngel bei Material und AusrĂŒstung ausgewogen werden. In Bezug auf Russland haben wir uns lange von den rĂŒstungsindustriellen Aspekten blenden lassen, aber auch alte, modernisierte Panzer können töten.

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Aber auch technologisch hat die russische Armee zugelegt. Oder ist die Propaganda mit neuen Kampfflugzeugen und Panzern nur eine Verkaufsstrategie?

NatĂŒrlich hat Russland neue Kampfflugzeuge und Panzer entwickelt, die man bewusst bewirbt, um sie im Ausland besser verkaufen zu können. Zum Beispiel den Armata-Panzer kann Russland noch gar nicht in großer StĂŒckzahl produzieren, weil durch die Sanktionen des Westens Komponenten fehlen. Der Westen macht aber einen Fehler: Er schaut immer mit der eigenen strategischen Brille auf die StreitkrĂ€fte anderer LĂ€nder. Beispielsweise in Syrien war man dann ĂŒberrascht, wie groß der Schaden durch einfache Artillerie – ohne viel LuftunterstĂŒtzung – sein kann, wenn diese taktisch geschickt eingesetzt wird. Die große StĂ€rke der russischen Armee liegt in der OrganisationsfĂ€higkeit ihrer StreitkrĂ€fte.

Was heißt das fĂŒr die Ukraine?

Wir haben in etwa 60 russische Bataillonskampfgruppen, die um die Ukraine stationiert sind – mindestens zehn weitere sind auf dem Weg nach Belarus und zehn bis zwanzig stehen im Donbas. Wenn man das alles zusammenzĂ€hlt, kommt man auf die dreifache StĂ€rke der "Nato Response Force". Moskau behauptet, insgesamt 160 Bataillonskampfgruppen aufstellen zu können, ohne Wehrpflichtige oder Reservisten heranziehen zu mĂŒssen. Fragen Sie mal in der Bundeswehr nach, wie viel Deutschland aufstellen könnte, wenn morgen ein Krieg ausbrechen wĂŒrde. Russland hat die Mobilisierung bei großen Manövern in den vergangenen Jahren immer wieder geprobt.

US-PrÀsident Joe Biden setzt auf Dialog mit Russland: Bislang ohne Erfolg.
US-PrÀsident Joe Biden setzt auf Dialog mit Russland: Bislang ohne Erfolg. (Quelle: Reuters-bilder)

Nato-Staaten haben nun angekĂŒndigt, Truppen nach Osteuropa verlegen zu wollen. WĂŒrde sich dadurch das KrĂ€ftegleichgewicht verĂ€ndern?

Nein, da es sich nur um eine begrenzte Zahl handelt. Das ist eher ein Signal an Russland, dass es durch seine Aktionen in der Ukraine seine eigene strategische Situation an der Nato-Ostflanke negativ beeinflussen wird. Es wird ja offengelassen, wie viele noch kommen könnten. Das wiederum könnte Putin zu denken geben, ob er das Risiko eingeht. Oder doch lieber den Abzug dieser Truppen als diplomatischen Sieg feiern will.

Wo liegen die SchwÀchen der russischen Armee?

Im Libyen-Krieg und in Bergkarabach zeigte sich eine SchwĂ€che der russischen Luftabwehr gegen tĂŒrkische Drohnen und elektronische KampffĂŒhrungsmittel. Der große Teil der Ă€lteren russischen MilitĂ€rtechnologie hat einen dringenden Digitalisierungsbedarf, die neueren Systeme sind aber vergleichsweise gut gesichert.

Trotz der militĂ€rischen StĂ€rke Russlands wirkt eine mögliche Invasion in der Ukraine fĂŒr Putin noch immer wie ein Himmelfahrtskommando. Moskau ist auf seine Rohstoffexporte nach Europa angewiesen und will die westlichen Sanktionen loswerden. Ist der PrĂ€sident nicht völlig vom Kurs abgekommen?

Putin schießt sich ins eigene Knie. Die Ukraine war in den Neunzigern kein antirussischer Staat. Die Orientierung in Richtung Westen hat Russland selbst bewirkt, weil der Kreml sich in die inneren Angelegenheiten des Landes eingemischt hat. Moskau hat die Ukraine durch die Politik der vergangenen 30 Jahre in Richtung Westen gepusht. 2014 war die Annexion der Krim, aber auch davor gab es schon zahlreiche Nadelstiche und Verletzungen. Das muss sich Russland selbst auf die Fahnen schreiben.

Ähnlich wie die wirtschaftlichen Folgen, die ein Krieg fĂŒr Russland haben wĂŒrde?

Es ist zumindest sehr kurzsichtig von Putin. Moskau nimmt nicht wahr, dass Europa eigene sicherheitspolitische Interessen hat und dass es diese höher als wirtschaftliche Interessen priorisieren wĂŒrde. Da könnte sich der russische PrĂ€sident verrennen, obwohl die zögerliche Reaktion der EuropĂ€er Moskau in die Karten spielt.

Ein ukrainischer Soldat an der Grenze im Donbas: Im Falle eines Krieges muss die Ukraine eine lange Frontlinie gegen Russland verteidigen.
Ein ukrainischer Soldat an der Grenze im Donbas: Im Falle eines Krieges muss die Ukraine eine lange Frontlinie gegen Russland verteidigen. (Quelle: imago-images-bilder)

Im Falle eines Krieges wÀre Putin zumindest noch stÀrker international isoliert.

Der Aufstieg Chinas und die Corona-Pandemie haben aus russischer Sicht die Welt komplett verĂ€ndert. China will sich in absehbarer Zeit Taiwan einverleiben und das nĂ€hrt in Moskau die Auffassung, dass man im Ernstfall nicht allein gegen die Nato stehen wĂŒrde. Russland sieht auch, dass in der Pandemie unser demokratisches Modell weniger gefestigt ist und dass SolidaritĂ€t weniger ausgeprĂ€gt ist, als man das gedacht hat. Die russische Lesart: Der Westen steht auf tönernen FĂŒĂŸen und ihr Getöse sind nicht ernst zu nehmen.

Russland könnte demnach mehr HandlungsspielrĂ€ume bekommen, wenn sich die USA mit Moskau und Peking befassen mĂŒssen.

Ja, genau.

Aber das VerhÀltnis zwischen Russland und China ist auch nicht einfach. Die Volksrepublik beansprucht den Platz in der Weltordnung, den die Sowjetunion knapp 50 Jahre hatte.

Deswegen betont man in Russland immer, dass man auf Augenhöhe mit der Volksrepublik ist. Der Aufstieg Chinas hat fĂŒr Moskau Chancen und Risiken, aber der Kreml kommt dabei fĂŒr sich auf eine positive Rechnung, weil sich dadurch mehr machtpolitische Optionen in Osteuropa ergeben. Putin nimmt die USA ernst, nicht die EU – und Washington könnte sich nur schwer gegen Russland und China in unterschiedlichen Krisenherden behaupten.

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Vielen Dank fĂŒr das GesprĂ€ch.

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